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Samstag, Juli 31, 2004

 
Politik

"God is no Democrat"

mediamatters.org schaut FOX und CNBC. Und stellt fest, dass bei den US-Wahlen die Grenzen zwischen Religion und Staat kaum mehr vorhanden sind.
[...] FOX News Channel host Sean Hannity and CNBC host Dennis Miller apparently think they possess a far more rarified skill: divining the party affiliations of God and Jesus Christ. On June 23, responding to Hannity & Colmes guest Reverend Franklin Graham's comment "I don't think God is a Republican or a Democrat," Hannity quipped, "He's [God] no Democrat, Reverend." That same day, on CNBC's Dennis Miller, show host and executive producer Miller replied to remarks by guest John Fugelsang about common misconceptions of Jesus Christ. Miller said, "And yet, I have it on good word that He [Jesus Christ] far prefers Bush to Kerry." [...]

von Hellblazer 13:29 | Einzelansicht & Kommentare (3)


 
Gesellschaft

Computerspiele, Ordnungshüter und "Free Speech"

Telepolis berichtet in dem Artikel Computerspiele, Gewalt und Meinungsfreiheit über ein Gerichtsurteil, mit dem in den USA ein Gesetz gestoppt wurde. Das Gesetz schrieb vor, dass Computerspiele, in denen "eine menschliche Gestalt, die als staatlicher Ordnungshüter dargestellt ist" durch den Spieler verletzt oder getötet werden muß/kann, nur noch an Personen über 18 Jahre verkauft werden dürfen. Die Urheber des Gesetzes wollten damit den Respekt vor staatlichen Ordnungshütern fördern und das aggressive Verhalten von Jugendlichen eindämmen.

Zuerst einmal stellt sich hier die Frage, was ein "Ordnungshüter" im Sinne dieses Gesetzes sein soll. Das Gericht selbst fragte schon nach, ob römische Legionäre als Ordnungshüter zählen. Würde das zutreffen, so wäre selbst "Civilization III" ab 18 Jahre; denn in diesem Spiel kann der Spieler die Städte seiner Computergegner angreifen, die von Wachtruppen (z.B. römischen Legionen) geschützt werden, dabei werden diese Wachtruppen nicht selten getötet. Ebenso stellt sich mir die Frage auf, ob das Gesetz auch virtuelle "Ordnungshüter" aus totalitären Staaten schützt, ob es z.B. sich auch auf Gestapo- oder Tscheka-Mitglieder bezieht. Wenn man es auf die Spitze treibt, müßte man etwa die Borg-Drohnen aus "Star Trek" als Ordnungshüter einstufen, mit der Folge, dass der Egoshooter "Star Trek: Voyager" nur noch an Erwachsene verkauft werden könnte. Ganz zu schweigen von Zeichentrick-Spielen; die Richter warfen direkt die Frage auf, ob ein Cartoon-Polizist auch als Ordnungshüter zähle.

Interessant finde ich einen Aspekt der Begründung des Urteils. In diesem wird nämlich einem komplexen Computerspiel der Charakter einer Meinungsäußerung zuerkannt. Damit fallen komplexe Computerspiele unter "free speech". Interessant ist ebenfalls, dass das Gericht ausdrücklich bestätigte, dass Gewaltdarstellung Teil einer Meinungsäußerung sein kann.

Insgesamt finde ich es gut, dass das Gesetz gestoppt wurde. Es ist ein typischer Fall von "gut gemeint, aber schlecht durchdacht". Die These, dass gewalttätige Computerspiele zu mehr realer Gewalt führen (und die mit als Begründung für das Gesetz herangezogen wurde), ist nach wie vor nicht bewiesen, wobei ich dazu neige, sie für falsch zu halten.

von *V.K.* 10:12 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Donnerstag, Juli 29, 2004

 
Szene

Rabenclan betont Distanz zu Schneider-Äußerungen

Eine Presseerklärung vom 21.07.04 des Rabenclan zu den Äußerungen Herrn Schneiders (das Gjallarhorn berichtete hier und hier)
In Anbetracht dessen, dass in der Zeitschrift "Connection" (Ausgabe Juli 04) auch ein Artikel eines Rabenclan-Autoren zu lesen war, sieht sich der Rabenclan - Arbeitskreis für Heiden in Deutschland e.V. verpflichtet zu betonen, dass die in derselben Ausgabe veröffentlichten Auslassungen des Verlagsleiters Schneider, insbesondere die Passage, in der Juden eine Teilverantwortung an ihrer eigenen Verfolgung, Verschleppung und Ermordung während des Holocausts zugeschrieben wird, nicht der Sichtweise des Rabenclan entsprechen. Der Rabenclan betrachtet eine solche Aussage als unerträglich. Der Rabenclan ist dafür bekannt, zu diesem Themenkomplex eine eindeutige Position einzunehmen, die auch im Artikel des Autors Perchtenpracht klar zum Ausdruck kommt. Daher sind wir bestürzt über solche Aussagen und stellen deutlich unsere Distanz zu solchen in der esoterischen Szene leider nicht unüblichen Deutungsmustern und deren Vertretern fest.

Siehe hierzu auch die Stellungnahme des Rabenclan-Autors Perchtenpracht

von Hellblazer 22:21 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Gesellschaft

Katholischer Fundamentalismus mit braunen Tönen

MONITOR berichtete in seiner letzten Sendung über die Machenschaften einer katholischen "Jugendorganisation", die mit dubiosen Mitteln völkische Inhalte an Kinder und Jugendliche vermittelt und zeigt damit, dass das Problem völkischer Ideologien nicht zwingend auch mit germanischen Inhalten verknüpft sein muss sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist:
Eine Schattenkirche, die sich hinter dem harmlosen Namen "Katholische Pfadfinderschaft Europas" verbirgt. Unsere Spurensuche beginnt im österreichischen St. Pölten in diesen Tagen wegen eines Sex-Skandals in den Schlagzeilen. St. Pölten ist aber überdies Heimat eines fundamentalistischen Katholizismus. Da tummeln sich obskure Bewegungen; Sekten mit braunem Anstrich. Ein Bericht von Georg Restle über ein Netzwerk, dass das Licht der Öffentlichkeit scheut. [...]
Der Bericht in schriftlicher Form oder als Real-Video ist hier zu finden.

von Hellblazer 07:26 | Einzelansicht & Kommentare (2)


Dienstag, Juli 27, 2004

 
Kultur

Gezänk in Bayreuth

Der Streit zwischen Christoph Schlingensief und dem Tenor Endrik Wottrich eskaliert. In einem Zeitungsbeitrag nannte Wottrich den "Parsifal"-Regisseur einen "Rassisten" und "Hampelmann".[...]

Mehr bei Spiegel online.

von Die_Kraehe 21:15 | Einzelansicht & Kommentare (3)


Donnerstag, Juli 22, 2004

 
Gesellschaft

Paranoia am Himmel

Zu den Folgen des 11.September 2001 gehört auch, dass spätestens seit jenen Anschlägen alle Menschen aus islamischen Ländern unter einer Art Terroristen-Generalverdacht stehen. Ein krasses Beispiel dafür zeigt der Artikel Unter Verdacht bei Telepolis auf. Am 29. Juni 2004 war eine gewisse Annie Jacobson zusammen mit ihrer Familie im Flugzeug von Detroit nach Los Angeles unterwegs. Dabei beobachtete sie eine Gruppe von insgesamt 14 offenbar arabischstämmigen Männern bei Aktivitäten, die ihr hochgradig verdächtig vorkamen. Zum Beispiel benutzten die Männer der Reihe nach die Toilette - unglaublich, sowas :-) ! Noch während des Flugs alarmierte Annie Jacobson das Flugpersonal, und nach der Landung in L.A. wurden die 14 verdächtigen Männer verhört. Sie stellten sich als syrische Musikergruppem heraus, die in einem Casino auftreten sollten.Annie Jacobson veröffentlichte ihre Beobachtungen in einem Web-Journal. Am Schluß ihres Artikels drückt sie im Schlußsatz den Verdacht aus, dass es sich bei den Männern um eine als Musiker getarnte Terrorgruppe handelt. Das Medieninteresse war geweckt.

Meines Erachtens ist es durchaus wichtig, wachsam zu sein. Aber man sollte sich dadurch nicht zu Paranoia hinreißen lassen, zumla die von Jacobson beschriebenen Handlungen auch ganz anders gedeutet werden können. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendeine Terrorgruppe 14 ihrer Mitglieder in ein und dasselbe Flugzeug verfrachten würde. An den Anschlägen vom 11. September 2001 waren insgesamt 19 Personen beteiligt, diese verteilten sich aber auf vier Flugzeuge. Der im Artikel von Jacobson enthaltene paranoide "Generalverdacht" gegen alle arabisch aussehenden Menschen ist in jedem Fall ungerechtfertigt.

von *V.K.* 20:26 | Einzelansicht & Kommentare (1)


Mittwoch, Juli 21, 2004

 
Szene

...manche lernens nie

Es ist unglaublich, wie merkbefreit sich ein Herr Schneider gibt. Nicht nur, dass er so garnicht bemerkt, wo genau er mit seinen Vergleichen und Relativierungen ins Klo greift und auf entsprechendes Echo auch auf seinem Forum nur mit weiteren Unmäßigkeiten aufwarten kann oder dem Kritiker eine "karmische Belastung" attestiert, die für ihn als Erklärung genügt, warum da jemand Kritik äußert, nein, dann setzt er noch einen drauf, indem er über "Redeverbote" faselt und sich am Ende doch nur in die typischen "Man muss doch auch mal sagen dürfen"-Klischees flüchtet, die man auch von einem Hohmann oder ähnlichen Leuten zur Genüge kennt.
Exemplarisch hier, passend zu seinem Untertitel "Was Deutsche über Juden sagen dürfen":

»Als Deutscher darfst Du sowas nicht sagen!«

Als Jude darf man die Überlegung anstellen, ob nicht mehr Juden in den 30er Jahren aus Deutschland hätten fliehen können als tatsächlich geflohen sind. Als Jude darf man so eine Frage stellen, denn die Juden, das ist das Opfervolk. Als Deutscher nicht, denn wir Deutschen, wir sind die Täter.

Also geht Herr Schneider mal eben stumpf davon aus, dass es "die Deutschen" und "die Juden" gibt, bezeichnet sie als "Völker", vergessend, dass das eine eine Nationalität, das andere eine Glaubenszugehörigkeit bezeichnet (oder vielleicht einen "kulturellen Aspekt" ausmacht, wenn man das nicht am "Glauben" festmachen will - ähnlich wie es ja auch mehr "Katholiken" gibt als tatsächlich "katholisch Gläubige").
"Die Katholiken" und "die Juden" wären also passende Gruppen, die man gegenüberstellen könnte. Dabei kann man dann sogar "deutsche Katholiken" und "deutsche Juden" konkretisieren, wenn z.B. mexikanische Katholiken oder russische Juden zu den deutschen Pendants ja schon merkbare Unterschiede zeigen, zum Teil auch größere als "katholisch" und "jüdisch" im "deutschen" Rahmen.
Auch "die Deutschen" und "die Israelis" sind eine passende Gegenüberstellung - was natürlich bedeutet, dass Deutsche jüdischen Glaubens in die erste Gruppe fallen.

Aber wer so erleuchtet ist wie ein Herr Schneider muss sich über solche profane Kleinigkeiten keinen Kopf zerbrechen. Dumm nur, dass es genau diese Kleinigkeiten sind, die zur Basis antisemitischen Denkens gehören.
Es waren Deutsche, die von Deutschen umgebracht wurden. Und Polen, Franzosen, Holländer, Russen und so weiter. Ein Großteil auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu einem bestimmten (eben dem jüdischen) Glauben, auch viele wegen ihrer politischen Einstellung und aus vielen anderen Gründen.
Wenn man nun hergeht und "die Juden" aus der Gruppenbezeichnung "Deutsche" ausschließt, dann hat die Sichtweise gewonnen, die eben diesen grundsätzlichen Ausschluss aus der so genannten "Volksgemeinschaft", den Schneider schon in seinem Untertitel seines Schriebs bestätigt ("Was Deutsche über Juden sagen dürfen") mit industrieller Präzision versuchte auch "materiell" durchzusetzen und nicht "nur" in den Köpfen - bzw. dort, wo es noch nicht in den Köpfen war, dies durch Schaffung passender Realitäten zu ändern.
Gratulation, beim Schneider ist der perverse Plan, durch die Vernichtung eines Teils der bis dahin über Jahrhunderte gewachsenen deutschen Kultur eine ideologiekonforme neue "deutsche Identität" zu schaffen, aufgegangen. Der hats tatsächlich geschluckt und fühlt sich völlig in deren Sinne "deutsch".

von Hellblazer 13:24 | Einzelansicht & Kommentare (3)


 
Kultur

Geschichtsprojekt der Museen Köln:
"Von Navajos und Edelweißpiraten – Unangepasstes Jugendverhalten in Köln 1933 – 1945"

„Navajos“, „Edelweißpiraten“, „Sturmscharen“ oder „Pfadfinder“ – hinter diesen Begriffen verbergen sich Gruppen von Jugendlichen, die es – aus oft sehr unterschiedlichen Gründen - in den Jahren der NS-Herrschaft ablehnten, sich dem Alleinvertretungsanspruch der „Hitlerjugend“ unterzuordnen. Dabei verband sie dreierlei: Sie entzogen sich der HJ, praktizierten eigene Formen jugendlichen Verhaltens und wurden deshalb vom NS-Regime verfolgt.

Aufgrund ihres Verhaltens werden bis heute einige ihrer Mitglieder entweder immer noch als Kriminelle abgestempelt oder zu Widerstandsikonen stilisiert – beides Positionen, die in ihrer Einseitigkeit kaum haltbar sein dürften. Die Ausstellung versucht, ein differenzierteres Bild der damaligen Situation zu zeichnen.

Die Ausstellung stellt einige der Gruppen vor und gibt Beispiele von deren Tun, wobei insbesondere die Themen „Fahrten“, „Kluft“ und „Lieder“ im Mittelpunkt stehen. Um die „Brisanz“ einzelner Handlungen aus Sicht des NS-Regimes verstehen zu können, werden dessen Motive skizziert, wobei insbesondere Reichsjugendführung und der zur Überwachung wandernder Jugendgruppen ins Leben gerufene „HJ-Streifendienst“ beleuchtet werden [...]
Eine Ausstellung über ein in der Allgemeinheit recht unbekanntes Phänomen der Zeit des dritten Reiches, die eine Menge Hintergrund liefert (Iconleiste oben) zum Alltag und den Lebenswelten Jugendlicher in den Jahren 33-45. Dazu gibt es eine Menge detaillierter Informationen (Gruppen, Mitglieder, Zeitungsmeldungen, Protokolle usw.), die über eine wirklich tolle Datenbank im Internet abgefragt werden können und zum Stöbern einlädt und in der man beim Schmökern schon mal die Zeit vergessen kann, so spannend und interessant sind die teilweise völlig bizarren Details. Ein Projekt, das den Blickwinkel auf diese Geschichtsepoche auf einen sehr "privates" - und damit auch sehr viel persönlich erfassbareres und berührenderes - Niveau setzt als die vielen Betrachtungen aus der rein politischen "Vogelperspektive". Denn hier geht es um den Alltag von Jugendlichen in sich dramatisch verändernden Lebensumfeldern.

von Hellblazer 09:24 | Einzelansicht & Kommentare (1)


Dienstag, Juli 20, 2004

 
Gesellschaft

Von den Zuchtträumen rechtsradikaler Fanatiker

Die MONITOR-Story über Riegers Lebensbornprojekt:
Lebensborn – es war der Traum der Nazis von Erhalt und Verbreitung der arischen Rasse: die systematische Züchtung von erbbiologisch wertvollen Menschen. Tausende Kinder wurden vor diesem Hintergrund gezeugt. Vater des grausigen Gedankens: Heinrich Himmler. In dessen großgermanische Fußstapfen möchte nun offenbar ein nicht minder gefährlicher Rechtsextremist treten. Der Hamburger Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger, 2001 an der Spitze bei dem von ihm organisierten Rudolf Hess Gedenkmarsch im bayerischen Wunsiedel.
Im niedersächsischen Dörverden hat Rieger im April 2004 ein 23 000 Quadratmeter großes Gut ersteigert. Als Direktor der in London ansässigen „Wilhelm Tietjen Stiftung für Fertilisation“. Voreigentümer und Gemeinde erkannten erst nach Abschluß des Kaufvertrages wer hinter der Stiftung steckt. Namensgeber ist der 2002 verstorbene Bremer Lehrer Wilhelm Tietjen, der bis zu seinem Tod fest zur Wehrmacht stand. Er selbst war zeugungsunfähig. In seinem Sinne will Rechtsextremist Jürgen Rieger nun Fruchtbarkeitsforschung betreiben. [...]

von Hellblazer 22:10 | Einzelansicht & Kommentare (1)


 
Politik

Hohmann raus - aber er zappelt noch

Der hessische Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann will gegen seinen Parteiausschluss vorgehen. Er wolle für seinen Verbleib in der CDU kämpfen, sagte Hohmann in Fulda. Dafür werde er vor das Bundesparteigericht und notfalls auch vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Er bedauere zwar die Wirkung seiner Rede, wolle aber davon nichts zurücknehmen. [...]

meldet die WELT und berichtet über das Nachspiel einer Fehleinschätzung des rechten Randes einer sowieso schon nicht mehr ganz zentrierten Partei - nämlich dass Antisemitismus inzwischen wieder hoffähig sein könnte und sich nicht entblödete, dies ausgerechnet in einer hochoffiziellen Rede zum Nationalfeiertag vor dem Bundestag auszuprobieren. Nach heftiger Kritik flog er dann auch endlich aus der Partei. Spät genug, denn Hohmann und andere waren ja schon länger bekannt, aber immerhin...

von Hellblazer 21:00 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Politik

Das Märchen mit dem aufgehobenen Kündigungsschutz

Im Darmstädter Echo von heute kamen die neuen Vorschläge der Union für weitergehende Arbeitsmarktreformen. Neben noch mehr Kürzungen beim Arbeitslosengeld und Einschnitten ins Tarifrecht wird vorgeschlagen, bei Neueinstellungen in Firmen mit weniger als 20 Mitarbeitern sowie bei Arbeitnehmern, die älter als 53 Jahre sind, auf einen Kündigungsschutz komplett zu verzichten. Begründet wird dies mit der Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze.

Ich halte das für unsinnig. In der Vergangenheit wurde immer wieder der Kündigungsschutz gelockert, ohne dass dies zu vermehrten Neueinstellungen geführt hätte. Tatsache ist: ob ein Betrieb neue Mitarbeiter einstellt oder nicht, hängt primär von der Auftragslage des Unternehmens ab. Und die ändert sich nicht durch Abschaffung des Kündigungsschutzes. Sollte der Kündigungsschutz bei einer Neueinstellung wirklich ein Problem sein, so kann man dies bereits heute umgehen, z.B. durch Zeitverträge oder durch Anstellung freier Mitarbeiter.

von *V.K.* 10:23 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Montag, Juli 19, 2004

 
Politik

Wenn Medien zu Propagandahelfern werden.
Documentary filmmaker Robert Greenwald's new film Outfoxed: Rupert Murdoch's War on Journalism, which interviews former FOX employees to provide "an in-depth look at Fox News [Channel] and the dangers of ever-enlarging corporations taking control of the public's right to know," premiered at the New School University in New York on July 13. The FOX News Channel markets itself as "fair and balanced," promising that "We report. You decide."
[...]
In the memos, some of which appear in Outfoxed, Moody instructs employees on the approach to take on particular stories. His instructions reflect a clear interest in furthering a conservative agenda and in supporting the Bush administration. The Post quoted Larry Johnson, identified by the paper as "a former part-time Fox commentator who appears in the film," describing the Moody memos as "talking points instructing us what the themes are supposed to be, and God help you if you stray."

Mehr, vor allem ein paar der "interessantesten" und aussagekräftigsten dieser Memos, die die Tendenz der Berichterstattung vorgeben, gibt es bei mediamatters.org.

von Hellblazer 11:44 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Freitag, Juli 16, 2004

 
Politik
 
Alle machen mit - aber keiner war's  
   
 
"Kollektives Gruppendenken" als Generalabsolution für Kriegslügen

Im politischen Geschäft scheint eine Art von Magie am Werk, deren Emanationen selbst abgebrühten Journalisten die Sprache verschlägt. Schon fast lyrisch mutet das Stakkato der  Unterzeile des britischen "Independent" zur Veröffentlichung des Untersuchungs- berichts zu den Geheimdiensterkenntnissen des Irakkriegs an: Telepolis

von lokina 10:38 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Politik

Humanitäre Heuchelei

Telepolis:
Haben nur Flüchtlinge aus den Ländern Chancen auf Asyl, die sich gerade im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit befinden?
Das Sommerlochdrama um das Schiff der Flüchtlingshilfsorganisation Cap Anamur (  Die Nigeria-Connection) geht noch immer weiter. Der Chef von  Cap Anamur Elias Birdel bleibt weiterhin in Haft, den afrikanischen Flüchtlingen droht die Abschiebung und jetzt soll gar das Cap-Anamur-Schiff  verschrottet werden, weil es für eine in den Augen der italienischen Behörden strafbare Handlung, das illegalen Einschleusen von Flüchtlingen, verwendet wurde.

von Hellblazer 07:42 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Donnerstag, Juli 15, 2004

 
Szene

Seicht-Esoteriker versucht sich in dummen Nazi-Vergleichen

In der aktuellen "Connection" - bekannt seit Jahren im Eso-Blättchen-Dschungel (Bahnhofslädchen, gleich neben der Astro-Woche) - gibt es ein seitenlanges Gejammer über den bösen Kapitalismus, in deren Verlauf folgender Passus zu lesen ist:
Übernimm Verantwortung! Ja gerne - aber nicht für alles. Es gibt auch äußere Einflüsse. Die Juden, die 1944 in Viehwaggons nach Auschwitz transportiert wurden, haben die das »sich selbst kreiert«? Sie mögen versäumt haben, vorher zu fliehen, sie mögen naiv gewesen sein gegenüber der Perfidie des Naziregimes, aber man kann ihnen nicht die ganze, schwere Schuld des Holocaust auferlegen, ja kaum einen Teil davon.
Nun könnte man ja meine, OK, ein Eso-Schreiberling, das kann passieren, blöd formuliert. Pikanterweise allerdings handelt es sich um den "Abschiedsartikel" eines Herrn Wolf Schneider, der die Connection wohl ein paar Jährchen führte (genau genommen ists ja sogar der Mann, der das Blättchen aus der Taufe gehoben hat - was die Sache umso peinlicher macht). Und nein, der meints auch noch so, wie ers da in seinem Blättchen schrieb und geht allen Ernstes daher und trötet in das "Opfer sind auch Täter"-Horn, freilich unter "spiritueller" Begründung irgendwelcher lustiger Karmagesetze (wieso nur kommen mir Assoziationen zu Trutz Hardo hoch?):
Und doch, wenn man das Argument des »Tat tvam asi« und der Selbstverantwortung für die erlebte Wirklichkeit ernst nimmt, dann muss man sagen, dass SOGAR die Juden in den Viehwaggons nach Auschwitz, nicht 100% Opfer waren, sondern vielleicht nur 99.9%.
schreibt er in seiner "Antwort" auf den seiner Ansicht nach "gutmenschelnden" Leserbrief von Jens. Da will man mal gespannt sein, wo am Ende die Connection stehen wird, immerhin gab es in eben derselben Ausgabe einen Artikel eines Rabenclanautoren. Der, wie der Rabenclan, dürften wenig amüsiert sein.

von Hellblazer 21:52 | Einzelansicht & Kommentare (6)


Mittwoch, Juli 14, 2004

 
Wirtschaft

"Neue Schattenwirtschaft: Biete Praktikum, zahle nichts"

MONITOR über den neuen Billiglohnsektor - der so neu nicht ist, denn den kenne ich aus meiner Branche schon länger:
Gut ausgebildet, fleißig, jung, motiviert: So sieht für Unternehmer ein Traumangestellter aus. Ein Problem: Solche Leute muss man ordentlich bezahlen. Wirklich? Man muss nicht. Man muss nur einen kleinen Trick anwenden. Sie nennen ihren Mitarbeiter "Praktikant". Keine Mitbestimmungsrechte. Keine Sozialabgaben. Kein Kündigungsschutz. Und als absolute Krönung: kein Cent Lohnkosten. Klingt gut? Das meinen viele deutsche Unternehmen auch, wie Mathias Werth und Julia Friedrichs berichten." [...]

von Hellblazer 22:18 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Kultur

Rechts-Streit

Auch der Stern berichtet über Udo Jürgens:
Mit juristischen Schritten wehrt sich Schlagersänger Udo Jürgens gegen einen rechtsextremistischen Missbrauch seines Lieds "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an"
[...]
Nach Informationen der Münchner "Abendzeitung" richtet sich die Strafanzeige gegen den Amberger Nazi-Sänger Michael Müller und seinen Gesinnungsgenossen Frank Rennicke aus Baden-Württemberg. Müller soll schon 1998 bei einem Liederabend der NDP den Schlager umgedichtet haben, wie die Zeitung schreibt. Seine Version feiere die Ermordung von sechs Millionen Juden in den Gas-Kammern des Dritten Reichs.

von Hellblazer 21:16 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Gesellschaft

Antisemitismus - Udo Jürgens klagt gegen Rechtsextreme


[...]Schlageridol Udo Jürgens ist wider Willen zum Liebling der rechtsextremen Szene geworden. Dort kursiert sein Hit "Mit 66 Jahren" in einer übel entstellten Version. Die Neufassung ist offen antisemitisch und verherrlicht den Holocaust - der Sänger wehrt sich jetzt und geht vor Gericht. [...]

Mehr dazu hier.

Anderen geht es ebenso. Auch Hannes Wader beklagt, daß Neonazis seine Lieder singen...

von Die_Kraehe 13:17 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Gesellschaft

Germanen im Glas

Spiegel

Der Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger hat in Niedersachsen ein altes Gut gekauft - die Immobilie soll dem Erhalt der nordischen Rasse dienen.

[...]Schließlich ist Rieger nicht irgendwer. Seit Jahrzehnten gilt der wegen Volksverhetzung verurteilte Hamburger Rechtsanwalt als einer der führenden deutschen Neonazis - mit besten Kontakten zu Alt- und Jungrechten und jeder Menge Geld zur Finanzierung radikaler Umtriebe.

von lokina 10:41 | Einzelansicht & Kommentare (1)


Montag, Juli 12, 2004

 
Politik

Italien und die Flüchtlinge

Spiegel-Online:
[...] Kurz nach der Landung im sizilianischen Hafen Empedocle wurden heute der "Cap Anamur"-Chef Elias Bierdel, der Kapitän sowie der 1. Offizier des Schiffs festgenommen. Die "Cap Anamur" wurde beschlagnahmt, die Sudanesen in Abschiebehaft gesteckt. [...]

von Hellblazer 21:21 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Politik

Telepolis: Osama ist wieder da!
Wenn die US-Regierung innenpolitisch in die Schusslinie gerät - wegen der Folterpraktiken, des Irak-Kriegs oder des "war on terror" - folgt oft eine Pressekonferenz: nicht zur Sache, sondern mit der nächsten Terrorwarnung. [...]

von Hellblazer 17:08 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Politik

Kerrys bessere Hälfte

So aus dem Bauch heraus, gefällt mir Kerry nicht wirklich besser als Bush, meine Symphatien lagen von Anfang an bei Edwards. Ob mein Kopf auf lange Sicht mit dem Bauch übereinstimmen kann? Ich weiß es nicht, aber so bekomme ich zumindest die Chance es herauszufinden.

Bushs Herausforderer hat in John Edwards einen charmanten und dynamischen Partner gefunden - und damit seine Chance auf einen Sieg erhöht.
Von Wolfgang Koydl

Wer den ganzen Artikel lesen will kann dies hier tun.

von lokina 11:07 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Samstag, Juli 10, 2004

 
Deutschland zieht mit

Nach einem Bericht der Mittelhessischen Anzeigen Zeitung(MAZ) vom 02.06.04, soll auf den Marburger Lahnbergen bis 2007 ein Hochsicherheitslabor für Bakterien- und Virenforschung entstehen.

Laut dem Institut für Virologie sollen damit die Möglichkeiten zur Eindämmung möglicher Virusepidemien weltweit verbessert werden. Bislang gibt es deutschlandweit nur in Hamburg ein Labor dieser Sicherheitsstufe (C4 bzw. S4). Über den Standort Marburg hinaus, sind aber noch weitere Labore in Planung.

Hintergrund dieses Bauprogramms sei auch die für Deutschland mittlerweile höher eingeschätzte Gefährdung bioterroristischer Anschläge.

Natürlich soll das Marburger Labor den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen, um auch der Möglichkeit eines Terroranschlags Rechnung zu tragen. Obwohl nach polizeilichen Erkenntnissen, derlei Labore keine potentiellen Ziele für Terroranschläge sind.

Ein nicht näher bezeichneter Dr. Stephan Becker äussert sich dazu, daß "bei einer direkten Bombardierung nach dem Vorbild des 11. September [...] die Viren aller Wahrscheinlichkeit nach verbrennen".

Für das benachbarte Lahnberge-Klinikum mit ca.600 Planbetten sicher eine ungemein beruhigende Nachricht...

von Sturmauge 23:13 | Einzelansicht & Kommentare (2)


 
Politik

NRW warnt: Rechtsextreme Propaganda-CD auf Schulhöfen

Yahoo berichtet heute über eine geplante Aktion:

Düsseldorf (AFP) - Rechtsextremisten planen nach Erkenntnissen des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes eine bundesweite Propagandaaktion in der Nähe von Schulen und Jugendtreffs. Noch vor den Sommerferien wollten Rechtsextreme kostenlos eine CD mit verfassungs- und fremdenfeindlichen Texten verteilen, warnte Nordrhein-Westfalens Innenminister Fritz Behrens (SPD) in Düsseldorf.

"Um diese Aktion systematisch und konspirativ durchzuziehen, haben sich Rechtsextremisten auf breiter Front zusammengetan", betonte Behrens. "Die Versuche der Szene, Jugendliche zu manipulieren, haben damit eine neue Dimension erreicht."
[...]
Laut Behrens wurden Texte der CD unterdessen von einzelnen Staatsanwaltschaften als strafrechtlich relevant eingestuft. Eine abschließende Bewertung stehe jedoch noch aus. Verpackt in moderne Musik verhüllten die Hersteller demokratiefeindliche Positionen mit unverfänglichen Formulierungen. Die "ausgrenzende Haltung" der CD-Macher werde an Sätzen deutlich wie "Wir lieben das Fremde - in der Fremde". Zudem werde die kritische Erinnerung an den Terror der Nationalsozialisten als "antideutsche Geschichtsschreibung" attackiert.


Gut, dass in diesem Fall der Verfassungsschutz seine Hausaufgaben gemacht hat und vor der CD warnt. Rechtsradikale Propaganda ist gefährlich, insbesondere dann, wenn sie in scheinbar unverfängliche Formulierungen verpackt wird. Selbst Erwachsene können darauf hereinfallen.


von *V.K.* 11:46 | Einzelansicht & Kommentare (1)


Donnerstag, Juli 08, 2004

 
Politik

Terroristen züchten

Über eine weitere echte Meisterleistung im "Kampf gegen den Terror" und im Bemühen "die Welt viel sicherer zu machen" berichtet der REPORT aus Mainz:
REPORT ist am Thema drangeblieben und ist dabei auf einen ganz unglaublichen Verdacht gestoßen. In Abu Ghraib und anderswo seien auch Kinder und Jugendliche inhaftiert und misshandelt worden. Thomas Reutter mit einer schwierigen Spurensuche.
[...]
»Er war voller Angst, sehr alleine. Er hatte die dünnsten Ärmchen, die ich je gesehen habe. Er zitterte am ganzen Leib. Seine Handgelenke waren so dünn, dass wir ihm nicht mal Handschellen anlegen konnten. Gleich als ich ihn zum ersten mal sah und zum Verhör führte, tat er mir Leid. Die Verhörspezialisten haben ihn mit Wasser übergossen und in einen Wagen gesteckt. Dann sind sie mit ihm durch die Nacht gefahren, und zu der Zeit war es sehr, sehr kalt. Danach haben sie ihn mit Schlamm beschmiert und zeigten ihm seinen ebenfalls gefangenen Vater. An ihm hatten sie andere Verhörmethoden ausprobiert. Er war aber nicht zum Sprechen zu bringen. Die Verhörspezialisten sagten mir, nachdem der Vater dann seinen Sohn in diesem Zustand gesehen hatte, brach ihm das Herz. Er weinte und versprach ihnen alles zu sagen, was sie wissen wollten.«
via Thomas

von Hellblazer 08:12 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Gesellschaft

Kreationismus als Bremsklotz der US-Bildung

Im Artikel Der Kreationismus und die USA wird ein schöner Überblick über das Phänomen gezeigt, das als Beleg dafür gilt, warum es sinnvoll ist, Bildungspolitik säkular zu halten. Zumindest, wenn hinterher auch Bildung herauskommen soll:

Eine für Europäer schwer zu verstehende Verrücktheit

Ein Rückblick eines Wissenschaftlers an seinem 100. Geburtstag auf sein Leben und seine Arbeit zeigt einige generelle Probleme der englischsprachigen Länder auf, was die Geschichte des Lebens betrifft.
[...]

von Hellblazer 07:37 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Montag, Juli 05, 2004

 
Gesellschaft

Bundesarbeitsgericht: Kritik am Arbeitgeber nicht automatisch Kündigungsgrund

Yahoo schreibt heute:
Erfurt (ddp.vwd). Arbeitgeber müssen kritische Äußerungen von Beschäftigten hinnehmen. Auch wenn der Betriebsfrieden durch die Kritik gestört wurde, ist eine Kündigung nicht in jedem Fall angemessen, wie das Bundesarbeitsgericht in Erfurt entschied. Eine Kündigung sei nur dann angemessen, wenn auch eine schuldhafte Pflichtverletzung des Arbeitnehmers vorliegt. Dies sei jedoch niemals der Fall, wenn die Kritik des Arbeitnehmers von seinem Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt ist.

Im konkreten Fall ging es um eine simple Kritik eines Arbeitnehmers an seinem Arbeitgeber. Eine Kritik, die laut dem Artikel weder die persönliche Ehre des Unternehmens oder von Mitarbeitern desselben angriff noch strafbar war. Danach noch die Ergänzung:
Da die kritischen Aussagen zudem nicht vom Kläger selbst, sondern von Dritten öffentlich gemacht worden seien, scheide eine verhaltensbedingte Kündigung wegen Verletzung vertraglicher Pflichten aus.

Ein Lob an das Bundesarbeitsgericht! Durch diese Entscheidung wurde das Recht auf freie Meinungsäußerung gestärkt.

von *V.K.* 21:41 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Kultur

Michael Moore: “Raubkopieren ist erlaubt, solange niemand daran verdient"

Telepolis:
[...] Die Gegner von Michael Moore hofften schon auf einen spektakulären Prozess, doch der Dicke hält Wort: Solange es kostenlos geschieht, gilt für ihn: P2P und Brenner frei!

Michael Moore hat sich schon auf seiner Europatournee letztes Jahr deutlich geäußert: Er schreibe seine Bücher und drehe seine Filme nicht, um reich zu werden, sondern um Missstände aufzuzeigen und nun konkret Präsident Bush aus dem Weißen Haus zu befördern, wozu er auch das mit den Büchern und Filmen verdiente Geld größtenteils verwenden wolle. [...]

von Hellblazer 15:30 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Politik

Wahlbeobachter für die USA

Neun demokratische Abgeordnete haben letzte Woche einen provokativen Brief an die UN gesandt, mit der Bitte, zur anstehenden Präsidentschaftswahl Wahlbeobachter zu entsenden. Wie wir wissen, gab es bei der letzten Wahl, speziell beim Auszählen der Stimmen in Florida, einige Ungereimtheiten und Unregelmäigkeiten. Und so wie es aussieht, droht 2004 eine Wiederholung dieser Unregelmäßigkeiten. Näheres berichtet dieser Artikel auf Telepolis.

Interessant finde ich die Reaktion gewisser konservativer Kreise auf den Brief. So äußerte etwa Tom Kilgannon, Präsident der rechten Organisation Freedom Alliance, folgendes:
The United Nations, which counts among its members state sponsors of terrorism, human rights abusers, dictatorships, and repressive monarchies, is simply unfit and unqualified to comment in any way on the manner in which this great Republic chooses its commander-in-chief.

Ein interessantes Demokratieverständnis zeigt Herr Kilgannon hier, wenn er ein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt (den US-Präsidenten) als "commander-in-chief" bezeichnet. Was die "human rights abusers" und "sponsors of terrorism" betrifft, so haben sich die USA auf diesen Feldern in der Vergangenheit auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert und tun es auch heute nicht (siehe z.B. Guantanamo Bay und Abu Ghraib).

von *V.K.* 11:35 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Politik

Denn sie wissen (immer noch) nicht was sie tun...

Auf Chuzpe gibt es einen netten Artikel über den AStA Frankfurt - in Hexenjagd in Frankfurt wird da ein wildes Gewirre internen Machtgerangels beschrieben, und wie immer geht es nur darum, wer denn dort die Deutungsgewalt über linke Dogmen inne hat. Da ich ja vor einigen Jahren auch mal das Vergnügen hatte, als "Vertreter der neuen Rechten" durch AntiFa Postillen zu geistern, weil - damals in Marburg und Koblenz - da irgendwelche Uni-internen und sonstige hauptsächlich persönliche Verhältnisse wichtiger waren als eine saubere Recherche und es in den Augen mancher AntiFas nicht angehen kann, dass jemand, der "kein Mitglied einer AntiFa ist" (ja, DAS war allen Ernstes das Argument - zumindest das einzige, das den Fakten nach korrekt war) Aufklärung betreiben darf (so jemand KANN das einfach nicht "ehrlich" meinen) betreffend rechtsradikalen und braunen Gedankengutes.
Hinterher stellte sich heraus, dass es den Marburgern nur um eine Bettgeschichte ging, und die Koblenzer beleidigt waren, weil ihnen Mittel gestrichen worden sind und sie deshalb den Leuten dort eine reinwürgen wollten. Und ein paar Leute, die an die Sommeruni eingeladen wurden um ein paar Vorträge über heidnische Kulturen und speziell Germanen und Rechtsradikalismus zu halten kamen da halt grad recht. Und da es ja wurscht ist, ob man mit solchen ach so wichtigen Dingen anderen Ruf und Existenz schädigt (die Kids studieren ja noch und haben keine Ahnung vom "real life" da in der pösen kapitalistischen Gesellschaft) hatten wir alle so richtig Spaß.
Es gibt Momente, da möchte ich nicht mehr zugeben, dass meine politische Position eher links der Mitte liegt. Allerdings: Wenn man soweit nach links geht wie diese Gesinnungsterroristen, kommt man ja eh' bald rechts wieder zur Tür rein.
Wen das Trauerspiel interessiert: in der Blogbar gibts einen kompletten Überblick und Andrea sammelt Links (nein, das andere "Links") zu anderen Blogs.

von Hellblazer 10:23 | Einzelansicht & Kommentare (1)


Freitag, Juli 02, 2004

 
Politik

Land of the Free

Einen Überblick über das amerikanische Pendant zu den IMs der ehemaligen DDR liefert Telepolis. Da hat jemand gut aufgepasst beim Klassenfeind. Was ist nur aus den hehren Amerikanischen Idealen geworden?
[...]Obwohl das von Justizminister Ashcroft geplante Spitzelsystem TIPS vom Kongress verboten wurde, lebt es weiter, beispielsweise in Form der vom Heimatschutzministerium geförderten "Highway Watch" für Lastwagenfahrer

[...] Im Kampf gegen das Böse geht er auch schon einmal nachsichtig mit dem weltlichen Gesetz um, was er gleich nach dem 11.9. demonstrierte, als Hunderte von arabischstämmigen Menschen für Monate ohne Anklage - und wie sich herausstellte auch ohne Verbindung zum Terrorismus - in den Gefängnissen verschwanden ( Liberty Dies by Inches, Alles in Ordnung). Das wurde dann, legitimiert auch mit rechtlichen Gutachten aus seinem Haus, zum Grundstein des amerikanischen Lagersystems, in dem Gefangene wie in Diktaturen keinerlei Rechte haben.
[...]

von Hellblazer 09:13 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Donnerstag, Juli 01, 2004

 
Gesellschaft

Haste was, wirste was. Haste nix, wirste nix.

Zum Mythos gleicher Chancen meldet der SPIEGEL:
[...]Die Bildungsrevolution Ende der sechziger Jahre sollte eigentlich bewirken, dass der Mensch nicht länger ist, "als was er geboren war", sondern "wird, was er kann". Bildung sei Bürgerrecht, schrieb Vordenker Ralf Dahrendorf 1965: "Es ist die Pflicht des Staates, für dieses Recht Sorge zu tragen." Die Regierung reformierte das Abitur und führte Bafög ein. Immerhin stieg der Anteil der Arbeiterkinder, die in die Mittelschicht aufsteigen, seit damals von drei Prozent auf sieben Prozent. Seit 1990 sinkt er wieder.

[...]

Der Soziologe Michael Hartmann von der Universität Darmstadt hat die Karrieren von 6500 potenziellen Aufsteigern mit Doktortitel ausgewertet. Die soziale Herkunft entscheidet, "zum Manager wird man geboren", weiß der Wissenschaftler: Kandidaten mit großbürgerlichem Hintergrund haben fünfmal bessere Aussichten auf eine Eliteposition in der Wirtschaft - Tendenz steigend. [...]

von Hellblazer 21:20 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Gesellschaft

Viagra führt beim weltweiten Spamming

heise.de berichtet in einem Artikel:
Etwa 30 Prozent des virtuellen Mülls macht Werbung für Medikamente, allein 14 Prozent für das Potenzmittel Viagra, das Commtouch deshalb als "King of Spam" bezeichnet. An zweiter Stelle folgen mit knapp 10 Prozent Kredite, an dritter mit 7 Prozent die Vergrößerung von Körperteilen. Den vierten Platz nimmt mit knapp 7 Prozent das Thema Shopping ein. Pornografische Angebote finden sich laut Commtouch in etwa 3 Prozent des Spam.

Die ersten drei Produkte aus der Liste ergänzen sich gegenseitig: zuerst nehme ich einen Kredit auf, mit dem Großteil des Kredits finanziere ich eine Schniedelverlängerung, und damit er danach wieder steht, kaufe ich mir vom Rest des Kredits Viagra. Wie praktisch! :-)

von *V.K.* 18:21 | Einzelansicht & Kommentare (0)


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