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Montag, August 29, 2005

 
Politik

CDU-Politiker wirbt mit rechtem Slogan

[...]Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche ist wegen seines Wahlkampf-Mottos erneut in die Kritik geraten.

Er wirbt in seinem Wahlkreis Kamenz mit dem Spruch "Arbeit, Familie, Vaterland" um Stimmen. Diesen Slogan hatte auch die rechtsextreme NPD für ihren Bundesparteitag im vergangenen Jahr gewählt. Geprägt wurde der Spruch von der französischen Vichy-Regierung, die während des Zweiten Weltkrieges mit den Nazis kollaborierte. [...]


MDR: CDU-Politiker wirbt mit rechtem Slogan

Nitzsche ist der, der unlängst mit dem Spruch "Eher wird einem Moslem die Hand abfaulen, als dass er bei der Christlich-Demokratischen Union sein Kreuz auf den Wahlzettel macht." auffiel.

(via lautgeben)

von Hellblazer 10:12 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Dienstag, August 23, 2005

 
Religion/Politik

Pastafarians oder Das Flying Spaghetti Monster

Im US-Bundesstaat Kansas wird aufgrund einer Entscheidung der obersten Schulbehörde seit diesem Frühsommer im Biologieunterricht sowohl die Evolution als auch die Schöpfungslehre (die neuerdings als "intelligent design" firmiert) unterrichtet - gleichberechtigt. Die vielen fundamentalistischen Christen in den USA freuen sich darüber, zumal auch US-Präsident Bush ein Anhänger des "intelligent design" ist.

Weniger freuen dürften sie sich über die neue satirische Religion "Pastafarians", die sich der 25jährige Physiker Bobby Henderson ausgedacht hat. Henderson vertritt die Ansicht, dass das Universum von einem "Flying Spaghetti Monster" (kurz FSM) erschaffen wurde. Im Internet sind bereits Poster und Kaffeebecher mit Abbildungen "Seiner Nudligkeit" (so nennen die Pastafarians ihre "Gottheit") erhältlich. Getreue Pastafarians sollen nach dem Tode im Jenseits mit einer "Stripperfabrik" und einem "Biervulkan" belohnt werden.

Basierend auf der Anerkennung des Kreationismus, fordert Henderson nun, das die Lehres des FSM gleichberechtigt im Biologieunterricht gelehrt wird. Dabei benutzt Henderson dieselben Argumente, die die Kreationisten verwendeten, um ihre Lehre im Unterricht durchzudrücken. Näheres siehe Telepolis.

Unserer Ansicht nach ist Hendersonss "Rin genialer, geradezu lokischer Schachzug. Durch das FSM wird die gesamte "intelligent design"-Lehre der Lächerlichkeit preisgegeben.

von *V.K.* 14:12 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Montag, August 22, 2005

 
Gesellschaft, Geschichte, Kultur

Braunstichiges "germanisches" Freilichtmuseum in Nauen

Der "germanisch"-völkische "Sermonenbund" mit Sitz in Nauen organisierte nicht nur das umstrittene, weil sperrangelweit nach "rechts" offene, "Rock for Roots"-Festival, sondern plant auch, mit Unterstützung der Stadt Nauen, ein "germanisches" Freilichtmuseum.

Das geplante Freilichtmuseum "Gannahall" des "Semnonenbundes" hat mit einem Museumsdorf zur germanischen Kultur nichts zu tun. Es ist eher eine Art sich germanisch gebendes, aber in weiten Teilen unhistorisches, und zudem ideologisch "braustichiges" Fantasy-Museum. Da hilft es auch nichts, dass der "Semnonenbund" sich auf die Ausgrabungsergebnisse der Grabung in Nauen-Bärhorst, beruft, was offensichtlich einige Nauener Lokalpatrioten blendete.

Der "Semnonenbund" steht der von Geza von Nemenyi neubegründeten "Germanischen Glaubens Gemeinschaft" nahe, die ein völkisch bestimmten, streng hierarchisches (Zerr-)Bild der "Germanischen Religion" vertritt. Auf historischen Gebiet ist Nemenyi u. A. Anhänger der - längst widerlegeten - Hypothese, dass die Slawen des spätantiken und frühmittelalterlichen Ostmitteleuropas in Wirklichkeit Ost-Germanen gewesen wären.
Auf seiner Website www.semnonenbund.de vertritt der "Semnonenbund" z. T. ähnliche Geschichtsklitterungen. Daneben fallen zahlreiche historischen Ungenauigkeiten auf. So wird die "nordische Bronzekultur" (etwa 1800-800 v. Chr.), die in Südschweden, Dänemark und Schleswig-Holstein verbreitet war, einfach als "Ursprung der Germanen" bezeichnet. Allenfalls könnte man diese Kultur als "protogermanisch" bezeichnen.

Dass das Germanenbild des "Semnonenbundes" nicht dem derzeitige Stand der historischen und archäologischen Wissenschaft entspricht, ist aber eher zweitrangig, obwohl gerade bei populären Museen auf sachliche Richtigkeit nach bestem Wissen und Gewissen geachtet werden sollte. Wichtiger ist die ideologische Offenheit gegen rechtsextreme und sogar offen neo-nazistische Gruppierungen.

(Info: Arch-De Archäologie-Mailingliste, via "Eldaring-Forum".)

Besonders deutlich wurde diese völlige "Offenheit nach Rechts" auf dem vom "Semnonenbund" organisierten "Rock for Roots" Festival. (Aus
www.turnitdown.de/484.html)
Auf der Freilichtbühne im Nauener Stadtpark fand vor bis zu 400 Besuchern und Besucherinnen am 29. und 30. Juli das nunmehr dritte "Rock for Roots"-Festival statt. Eingeladen waren hauptsächlich Bands aus dem Bereich des sogenannten Pagan Metal, des heidnischen Black Metal, aus Deutschland und Österreich sowie
ein paar Bands aus dem Neofolk und aus der Mittelalterszene.

Organisiert hat das Ganze der Semonenbund, ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Nauen, der sich vom Namen auf den altgermanischen Volksstamm der Semnonen bezieht, die anno dazumal im Havelland ansässig gewesen sein sollen.
Wenn auch der Semnonenbund sich als "politisch neutral" bezeichnet, so ist er über seinen expliziten Bezug auf das Germanentum und Heidentum natürlich nach rechts offen wie ein Scheunentor. Da nützt es auch nix, wenn man im Vorfeld lapidar verkündet, "dass jeglicher Missbrauch dieses Konzertes zu Zwecken politisch oder
sonstig motivierter Propaganda ausdrücklich unerwünscht ist." Wer auf dem Festival Massen Met saufender, in Kartoffelsäcke gehüllter, Germanen erwartet hat, sah sich getäuscht. Zwar waren ein paar Dutzend derartiger Gestalten am Start, ein unübersehbarer Teil des Publikums bestand aber aus rechten Black-Metal-Fans. T-Shirts von Magog, Absurd, Nordisches Blut, Wotanskrieger(allesamt Bands aus dem Bereich des Nationalsozialsitischen Black Metal / NSBM) waren ständig zu sehen, zwischendrin tauchten auch immer wieder Naziskinheads mit ebenso eindeutigen und einschlägigen T-Shirts auf (die konnten mit dem Met-Gesaufe allerdings nicht soviel anfangen und lungerten eher am Bierstand rum). Sicherlich waren auch (selbsternannte) unpolitische Metal-Fans, Neofolker und Grufties anwesend, nur: die massive Anwesenheit von eindeutigen Neonazis hat da keine Sau gestört – schon gar nicht den Veranstalter und die Security.

In Anbetracht dessen, dass bspw. auch Bands wie Belborn aus Rosenheim auftraten,
die zum stramm rechten Flügel des Neofolk zählen, muss man sich über das Erscheinen glatzköpfiger und langhaariger Kameraden auch nicht wundern.
Außerhalb der Freilichbühne war eine Art germanischer Marktplatz mit verschiedenen Ständen aufgebaut: An dem einen gab es Schriften der "Germanischen Glaubensgemeinschaft" (GGG) aus Berlin, an einem anderen bot der Versand "Zum
Germanen" aus Berlin germanischen Schmuck feil. Und mittendrin beim
Lagerfeuer dudelte die Berliner Band Adivarius, die sonst auf Mittelaltermärkten und so auftritt und ebenfalls überhaupt kein Problem damit zu haben schien, dass etwa
viele der Leute, von denen sie beklatscht wurden, der extremen Rechten zuzurechnen war – klar erkennbar an den Schwarze-Sonne- und Blut-und-Boden-Tattoos sowie an ihren T-Shirts oder auch an Baseball-Kappen mit der Aufschrift "Fresst keine Döner". Im Bereich der Freilichtbühne hatten sich drei CD-Stände eingerichtet: Zum einen Noltex aus Halle, der die gesamte Spannbreite des Dark-Wave und Industrial anbot, zum anderen "Det Germanske Folket" aus Sachsen, wo es hauptsächlich rechten Scheiß gab und auch keine "T-Shirts", sondern nämlich "T-Hemden". Dann war noch Barbarossa-Records aus Sangerhausen (Sachsen-Anhalt) da, ein Versand, der zum harten Kern der
Kameradschaftsszene gehört und der Nazi-Black-Metal der Härtesorte sowie das neonazistische Zine "Blutvergießen" anbot und kaum eine Gelegenheit ausließ, die anwesenden Blöd-Metaller mit politischen Sachen vollzuschwafeln.

Wenn sich nun einmal im Jahr in Nauen eine Spielwiese für derartigen Mist öffnet, dann ist das eigentlich schon unerträglich genug. Doch wie immer, es geht noch schlimmer. Der Semnonenbund plant die Errichtung eines Museumsdorfes und Seminarzentrums "Gannahall" in Nauen, wo zukünftig Seminare und Infoveranstaltungen zu "Kultur und Mythologie" stattfinden soll und der vor allem ein "Lehr- und Erlebnisort für offene Kinder- und Jugendarbeit" sein soll.
Offen für was und für wen, dass ist die Frage die mensch sich nach dem Rock for Roots-dringend stellen muss. Seitens der Stadt Nauen hat mensch offenbar keine Ahnung, mit wem mensch es dort zu tun hat – städtische Briefe an den Semnonen-Chef Rico Krüger beginnen mit der Anrede "Lieber Rico" und die Nauener Stadtratsversammlung hat im Juni das Projekt "Gannahall" erstmal abgesegnet. Nun brauchen die Germanen noch paar kleinere Genehmigungen und das notwendige Kleingeld für Bau, Inventar und altgermanische Haustiere. Und wenn darum geht Spenden einzutreiben, hilft auch die örtliche Presse mit wohlwollenden Artikeln mit. Auch die Tatsache, dass beim Rock gegen Roots gerade mal zwei Polizisten kurz vorbeischauten, mit dem Gebotenen nun aber garnichts anfangen konnten und sich wieder trollten, zeugt davon, dass es vor Ort offenkundig keinerlei Problembewußtsein gibt.
Michael W.


Info: Arch-De Archäologie-Mailingliste, via "Eldaring-Forum" und turnitdown.de

Dank an "Ravenbird" für die Weiterleitung.

von Martin 21:21 | Einzelansicht & Kommentare (10)


Samstag, August 20, 2005

 
Gesellschaft/Politik

Netzwerk Holon: wer liegt mit wem im spirituellen Bett?

Passend zum Artikel "New Age und der Ökospiritualismus" analysiert Martin Marheinecke ein sogenanntes "spirituelles Netzwerk" und zeigt, wie sich verschiedene New Age - Inhalte auf einen gemeinsamen Nenner einigen - und wie dieser aussehen kann. Es wird deutlich, dass bei allen inhaltlichen Oberflächlichkeiten, die so manche esoterische Organisation an den Tag legt die Vernetzung selbst alles andere als dilletantisch angepackt wird. Durch die tiefe Durchdringung vieler New Age-Richtungen, insbesondere auch vieler "ökospritueller" Lehren, mit mindestens theosophischen Inhalten werden diese Inhalte durch so errichtete Strukturen effektiver weiterverbreitet als es Einzelphänomenen je möglich war..
[...] Weil, frei nach Karl Valentin der Mensch zwar gut, die Leute aber schlecht sind, setzt der ökosprituelle Holozentrismus, in dem 6 Milliarden Erdbürger nebst allem Getier und Gewächs so harmonisch wie eine gut eingespielte WG miteinander umgehen, eine "Umerziehung des Menschengeschlechts" zwingend voraus. Deshalb vermutlich auch die Vorliebe im Holon-Umfeld für "Lernfelder" (frei nach dem legendären "100sten Affen"), "höhere Einsichten", angeblich allen Menschen gemeinsame Spiritualität, Weltethos usw. . [...]

von *V.K.* 12:23 | Einzelansicht & Kommentare (1)


 
Umwelt, Politik:

Nicht viel aus der Elbeflut gelernt
- Hochwasserschutz teuer, aber Wirkungslos


Der WWF kritisiert, dass die rund zehn Milliarden Euro, die seit dem Elbe-Hochwasser 2002 in den Hochwasserschutz flossen, größtenteils in zweifelhafte Maßnahmen gesteckt wurden. Ein wirklicher Neuanfang fand nicht statt. So wurden zum Beispiel in gefährdeten Gebiete weiterhin Häuser gebaut.

Drei Jahre nach der Elbeflut: Milliardenflut ohne Wirkung

Und noch ein "Aufreger" vom WWF:
Riesiges Urwaldgebiet soll für Margarine und Waschmittel gerodet werden

Die Regierung Indonesiens will nach eigenen Angaben an der Grenze zu Malaysia auf der Insel Borneo die größte Ölpalmen-Plantage der Welt anlegen. Das Geld dazu soll aus China kommen. Mitten im Regenwald soll auf einer Länge von 850 Kilometern eine Fläche von 1,8 Millionen Hektar – das entspricht der Größe Sachsens – bepflanzt werden. "Diese Mega-Schneise wäre eine ökologische Katastrophe und ist auch ökonomisch unsinnig", so WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer. Riesige Flächen ursprünglicher Bergregenwälder müssten für die Plantagen abgeholzt werden, der Lebensraum von Orang-Utans und anderer Arten wäre gefährdet.

Mega-Schneise durch den Orang-Utan-Wald

von Martin 11:26 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Mittwoch, August 17, 2005

 
Politik

Iran-Diskussion: Ein gern verdrängter Aspekt

Bei der Diskussion über die Uran-Anreicherungsanlagen im Iran (die überigens, dass sollte nicht vergessen werden, mit deutschen Know-How und deutscher Technik errichtet wurden) gerät ein Aspekt gerade in Deutschland gern in den Hintergrund:
MORD UND VERFOLGUNG VON KURDEN IM IRAN

Öffentlicher Appell an die Deutsche Bundesregierung
und
die Mitglieder des Deutschen Bundestages

05.08.2005

Sehr geehrte Damen und Herren,

Zwanzig ermordete Kurdinnen und Kurden, Hunderte von Verletzten, Verhaftete, Verfolgte und Gefolterte – das ist die neueste Bilanz an Schandtaten des Mullah Regimes in Teheran gegenüber den Kurden des Landes.

Die neue Regierung des Iran scheint die verheerende Politik und Praxis der Kurdenverfolgung der Vergangenheit nun ins Extrem steigern zu wollen.

Während Europa noch überlegt, wie mit dem islamistischen Regime zu verfahren ist, befinden sich aktuell ganze kurdische Städte im Iran im Streik und ihre Bevölkerungen leisten zivilen Widerstand gegen tägliche brutale Attacken der Geheimdienste und des Militärs: mit dem erklärten Ziel auf die Erkämpfung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechtlichkeit.

In Deutschland wird dieser Kampf für die Freiheit gegen ein Verbrecherregime bislang kaum zur Kenntnis genommen – in Achtlosigkeit gegenüber den Toten und Leidenden.

Wir fordern heute die Regierung der BRD dazu auf, auf europäischer Ebene sofort initiativ zu werden, um diplomatisch in Teheran zu intervenieren. Verbunden mit der Forderung, alle repressiven Angriffe auf die kurdische Bevölkerung einzustellen und internationale Untersuchungsdelegationén ins Land zu lassen.

Wir wenden uns zugleich an die deutschen und europäischen NGO’s mit der Bitte um solidarische Hilfe für die verfolgten Kurdinnen und Kurden in Form von materiellen Hilfszuwendungen, fact finding missions und Öffentlichkeitsarbeit.

Imre Kertész Nobelpreisträger
Ayaan Hirsi Ali Filmemacherin / Autorin

Für den Verein Hans Branscheidt

Kopien in Übersetzung:

An NGO Netzwerk der EU Brüssel
An Abgeordnete des EU Parlaments
VENRO – Verband Deutscher Entwicklungsorganisationen
Redaktion "Zeitschrift Entwicklungspolitik"


Via: wadinet-news

Vor einer Reaktion der Bundesregirung habe ich bisher nicht mitbekommen.

von Martin 13:37 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Sonntag, August 14, 2005

 
Politik

Sicherheitspolitik praktisch angewandt

Passend zum Thema totalitäre Systeme:

Telepolis: Vorsicht bei Zwischenlandung in den USA
Ausländer, die auf internationalen Flügen in den USA umsteigen müssen, haben praktisch keine Rechte und müssen mit Übergriffen bis hin zur (leichten) Folter rechnen

von Hellblazer 17:25 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Samstag, August 13, 2005

 
Gesellschaft / Politik
Totalitarismus und Sicherheitsdiskurs

Aus aktuellem und historischen Anlaß verweise ich auf einen sehr guten und sehr wichtigen Artikel zum Thema "totalitäre Tendenzen in demokratischen Staaten" in Heise Telepolis:
Die Riesenwandkarte der Überwachung

Was Hannah Arendt für die fünfziger Jahre feststellt – totalitäre Tendenzen seien "überall und nicht nur in totalitär regierten Ländern" zu finden –, gilt erst recht heute. Der alles durchdringende, obsessiv geführte Sicherheitsdiskurs, der Individuen "bis ins geheimste Fühlen hinein" umformt, Territorien – von den kleinsten bis zu den größten – überwachungstechnologisch neu ausstaffiert und neue Wirtschaftszweige aufblühen lässt, zeigt eindeutig totalitäre Merkmale wenn nicht gar Tendenzen. Doch woran sind sie zu erkennen, wie sind sie zu identifizieren?


Der historische Anlaß ist der Jahrestag des Baus der Berliner Mauer, einer geradezu "klassich" totalitären Lösung eines gesellschaftlichen Problems (der massenahften Abwanderung von DDR-Bürgern in den Westen). Der aktuelle sind die mit ängstlichem Blick auf den Terrorismus durchgepeitschten Sicherheitsgesetze, Überwachungsmaßnahmen, des Abbau von Bürgerrechten.

Der Begriff "Totalitarismus" ist nicht mit der von "westlicher" Seite im kalten Krieg gern verwendeten Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Kommunismus zu verwechseln ("Totalitarismusdoktrin"). Totaltitarismus ist eine Form der Machtausübung, die unter unterschiedlichen gesellschaftlichen Vorraussetzungen und unter unterschiedlichen Ideologien möglich ist.

Artikel in der Wikipedia zum Begriff Totalitarismus.

Ich empfehle als Lektüre Hannah Ahrendts Klassiker "Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft" Piper, München 2003
und als einen weiteren Klassiker:
Karl Popper "Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde (2 Bände)" UTB, Stuttgart, 1992
Zur Psychologie des totalitären Denkens: Werner Huth "Glaube, Ideologie und Wahn" Ullstein, Berlin, 1988
und H. Joachim Schwagerl "Rechtsextremes Denken" (das sich nicht nur bei "Rechtextremisten", sondern auch in der "Mitte" der Gesellschaft findet). Fischer, Frankfurt/Main, 1993

Und wer es wirklich noch nicht kennt: George Orwell "1984" und "Die Farm der Tiere".

"Das wesentliche der totalitären Herrschaft liegt also nicht darin, daß sie bestimmte Freiheiten beschneidet oder beseitigt, noch darin, daß sie die Liebe zur Freiheit aus den menschlichen Herzen ausrottet; sondern einzig darin, daß die Menschen, so wie sie sind, mit solcher Gewalt in das eiserne Band des Terrors schließt, daß der Raum des Handelns, und dies allein ist die Wirklichkeit der Freiheit, verschwindet."
Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, S. 958

von Martin 13:00 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Freitag, August 12, 2005

 
Politik, Umwelt
Niedersachsen missachtet andauernd EU-Naturschutzrecht

Der Naturschutzbund (NABU) hat das Land Niedersachsen erneut aufgefordert, die Umsetzung des europäischen Naturschutzrechtes nicht weiter zu blockieren und damit hohe Strafzahlungen gegen die Bundesrepublik zu provozieren.

"Man muss zu dem Schluss kommen, dass sich die schwarz-gelbe Landesregierung derzeit nicht im Griff hat", sagte NABU-Sprecher Miller. Geltendes Recht würde dauerhaft und bewusst in besorgniserregender Weise missachtet. Es sei interessant, wie die beiden Parteien - die bundesweit eine 1:1-Umsetzung von EU-Recht versprächen - dort agierten, wo sie Regierungsverantwortung tragen. "Das ist kein gutes Zeichen für die Regierungsfähigkeit von CDU und FDP", so Miller weiter. Sollte der Europäische Gerichtshof Deutschland deshalb verurteilen, müssten alle Steuerzahler für das Fehlverhalten Einzelner zahlen. Darüber hinaus riskiere Niedersachsen auch den Verlust von für die Regionalförderung wichtigen EU-Strukturfondsmitteln.


Quelle: NABU: Niedersachsen missachtet dauerhaft EU-Recht

Via:
Umweltschutz-News

von Martin 12:29 | Einzelansicht & Kommentare (0)


Mittwoch, August 10, 2005

 
Gesellschaft / Politik

Hagalil wird immer noch nicht gefördert

Nun springen engagierte Künstler ein. Das ist gut. Peinlich genug ist es, dass es überhaupt nötig wurde.

von Hellblazer 20:42 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Gesellschaft / Kultur

Artikel im Ariosophieprojekt: "New Age und der Ökospiritualismus"

Mit dem Artikel New Age und der Ökospritualismus freuen wir uns, den ersten Artikel von Martin Marheinecke aufnehmen zu dürfen, nachdem er schon seit einiger Zeit das Gjallarhorn-Team als "externer" Mitblogger verstärkt.

Auf den Seiten des Ariosophieprojektes gibt es also nun im Rahmen der Betrachtung theosophisch geprägter und oft millenialistischer Weltbilder einen neuen Artikel, der einen groben Überblick über die Denkstruktur dessen gibt, was vor dem letzten Weltuntergangstermin "New Age" genannt wurde, bzw. welche Denkmuster "New Age" heute weiter entwickelt hat.

Die New Age Bewegung entstand in den 1960er Jahren, erreichte ihren Höhepunkt in den 1980er Jahren und wirkt in der "Esoterik"-Szene bis heute nach.
Sie ist extrem vielfältig und in sich widersprüchlich. Als gemeinsames Merkmal der New Ager gilt die Überzeugung, dass die Menschheit an einem historischen Wendepunkt steht, und dass ihr zukünftiges Schicksal davon abhängt, ob es gelingt, ein neues Bewusstsein zu entwickeln.

Ursprünglich ging die Idee des "Neuen Zeitalters" auf die Astrologie zurück: Der Frühlingspunkt wandert derzeit vom Sternbild der Fische in das des Wassermanns, womit eine Epoche der Toleranz, Humanität, Spiritualität und Brüderlichkeit beginnen soll - wenn die Krise des Übergangs überwunden ist. Wie so vieles andere in der Esoterik lässt sich diese Vorstellung auf die Theosophie Helena Blavatskys zurückführen.
Die Ideologie des New Age ist millenialistisch und im - gar nicht so seltenen - Extremfall jener religiöser Endzeitsekten nicht unähnlich: Der Welt droht der Untergang in Form globaler Umweltkatastrophen oder eines neuen Weltkrieges. Einzig die New Ager (der jeweiligen Richtung) haben die richtigen Rezepte, wie der Weltuntergang doch noch abgewendet werden kann. Bei richtiger Anwendung führen sie in eine neue, gerechte, harmonische, spirituelle und ökologisch einwandfreie Weltgesellschaft.
Im Unterschied zu z. B. sozialistisch bzw. kommunistisch orientierten "Weltrevolutionären" setzen die New Ager nicht auf das marxistische "Das Sein bestimmt das Bewusstsein", sondern darauf, dass das richtige Bewusstsein, wenn es nur genügend verbreitet ist, die Welt schon zum Besseren wenden wird.
Ungemein typisch für viele New Ager ist ein verallgemeinerndes Weltbild - Gegensätze werden "wegharmonisiert" und in einem nebulösen Wortgemisch verborgen. Nur wenige der New Age-Denker versuchen sich mit verschiedenen Weltbildern kritisch auseinanderzusetzen. [...]


weiter in: New Age und der Ökospritualismus

von Hellblazer 13:24 | Einzelansicht & Kommentare (0)


 
Politik/Gesellschaft

Illegale Einwanderer und falsche innere Sicherheit

In den letzten Tagen hat Bundesminister Otto Schily laut Telepolis an mehreren Orten eine Großrazzia veranstalten lassen, auf der Suche nach Menschen, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Bei dieser gigantischen Großrazzia wurden 3 (in Worten: drei) illegale Einwanderer festgenommen.

Als Rechtfertigung dieser Aktion diente vermutlich der "Kampf gegen den Terror". Doch dies ist ein Trugschluss, wie Telepolis darlegt:
Der Kalif von Köln hielt sich ebenso legal in Deutschland auf wie jene arabischen Studenten in Hamburg, denen die Bundesanwaltschaft eine Beteiligung an der Vorbereitung der Anschläge vom 11. September vorwarf. An den Anschlägen in London waren - den bisherigen Ermittlungen zufolge - auch britische Staatsbürger beteiligt. Nur der versehentlich erschossene Brasilianer floh wohl nur deshalb vor der Polizei, weil seine Aufenthaltserlaubnis abgelaufen war.

Schily, der sich von seinem Herausforderer, dem Bayern Beckstein, zu immer neuem innenpolitischen Unfug anstacheln lässt [...], beweist stündlich, dass es für Befürworter einer polizeistaatlichen Ordnung wirklich keinen Grund gibt, nicht ihn, sondern Beckstein zu wählen. Schily demontiert im Wahlkampf weitere verbliebene Bürgerrechte. Und die SPD macht mit. Der eigentlich eher linke Landesverband Bayern nominierte ihn trotz seiner Politik erneut für den Bundestag.


Andere EU-Staaten gehen mit illegalen Einwanderern wesentlich humaner um. So gibt es in Italien und Frankreich jährlich mehrere tausend "Legalisierungen" illegaler Aufenthalte, ohne dass die innere Sicherheit der beiden Staaten darunter gelitten hätte.

Es wird Zeit, mit diesem hysterischen "Kampf gegen den Terror" endlich aufzuhören. Herr Schily, Herr Beckstein, wann begreifen Sie endlich, dass das Aushöhlen von Bürgerrechten kein Plus an innerer Sicherheit bringt???

von *V.K.* 10:06 | Einzelansicht & Kommentare (1)


Samstag, August 06, 2005

 
Politik, Geschichte
Hiroshima und Auschwitz

Heute, am 6. August, jährt sich zum 60. Mal der Atombombenabwurf auf Hiroshima. Über 200.000 Menschen starben. Fast alle waren Zivilisten.

Zu diesem Ereignis veröffentlichte Richard Herzinger in der heutigen WELT einen angesichts des deutschen Diskurses - der seit den 60er Jahren weit verbreiteten Gleichsetzung von Hiroschima und Auschwitz durch Günther Anders, Carl Schmitt et al., der auch von weiten Teilen der Friedensbewegung zugestimmt wurde und wird - notwendigen Kommentars:

Atomarer Holocaust?

Die als restlose Ausrottung geplante, systematische Vernichtung einer gesamten als "Schädlingsrasse" definierten Menschengruppe bleibt das ungeheuerlichste Verbrechen, das in der Menschheitsgeschichte jemals ausgeführt worden ist. Dabei spielt nicht die Höhe der Opferzahl die entscheidende Rolle. Denn mit den Juden sollten nach der nationalsozialistischen Wahnideologie auch fundamentale zivilisatorische Ideale und Normen ausgelöscht werden, als deren Urheber die Nazis ihre Opfer betrachteten. Auf einem Planeten, der durch einen weltweiten Atomkrieg verwüstet würde, wäre kein Leben mehr möglich. In einer Welt aber, die von einer Ideologie von der Art des Nationalsozialismus beherrscht würde, wäre ein menschenwürdiges Leben nicht mehr denkbar. Eine solche Weltherrschaft gilt es mit aller Kraft zu verhindern - wenn nötig, auch durch Drohung mit Atomwaffen.


Ich bin nicht unbedingt ein Freund der oft erzkonservativen und manchmal "neoliberalen" "Welt". Für solche Kommentar verdient das Blatt aber größtes Lob.
Herzinger spricht mir, was die unerträglichen, allzu gängigen "Auschwitz - Hiroshima"-Vergleiche angeht, aus dem Herzen.
Hiroshima & Nagasaki - das waren die furchtbaren Konsequenzen einer Moral, für die der gute, ja vielleicht notwendige Zweck (bedingungslose Kapitulation Japans) die Mittel (Atombombenabwurf, zuvor Flächenbombardements von Großstädten) heiligt. Der systematische industriell betriebene Völkermord, meist unabsichtlich emphemistisch "Holocaust" (Brandopfer, beim dem das Oper vollständig verbrannt wird) genannt, war selbst Zweck - die Welt sollte von Juden und anderen "Untermenschen" "gereinigt" werden.

Und eins sollten gerade wir Deutschen nie vergessen: Die Atombombe wurde als ultimatives, verzweifeltes Mittel entwickelt, den gefährlichsten Agressor der bisherigen Weltgeschichte, das Deutsche Reich unter seinem ungemein populären Diktator Hitler, zu besiegen. Gegen Japan wäre die Atombombe nie entwickelt worden.

Ohne den deutschen Angriffskrieg keine A-Bombe auf Hiroshima (die ironischerweise teilweise mit in Deutschland angereichertem Uran bestückt war, dass nach dem per U-Boot nach Japan verbracht werden sollte).

von Martin 18:36 | Einzelansicht & Kommentare (1)


Dienstag, August 02, 2005

 
Gesellschaf

Ins Kraut geschossen...

Laut einem Artikel bei Telepolis, wurden bei einer dreijährigen Feldstudie in Groß Britannien die möglichen, negativen Auswirkungen gentechnisch veränderter Anbau-Pflanzen - in diesem Falle Raps, Rüben und Mais - auf die sie umgebende und mit ihr interagierende Flora und Fauna untersucht.

Nebst einem eindeutigen Rückgang der tierischen und pflanzlichen Artenvielfalt, wurde u.a ein "nicht ganz unwesentlicher" - und bis dahin für eher auszuschliessen gehaltener - Effekt festgestellt:
Eine Wildsenf-Art - mit dem angebauten, herbizidresistenten Raps weitläufig verwandt - hatte ebendiese genetisch verankerte Herbizid-Resitenz adaptiv übernommen und könnte somit natürlich einen Vorteil hinsichtlich seiner Verbreitungsmöglichkeiten erlangt haben.

Ob es sich um einen Einzelfall handelt, wird derzeit untersucht und bleibt vorerst dahingestellt.....aber glaubt da wer dran ?!

Ein hausgemachtes Problem mehr...

von Naseweis 19:00 | Einzelansicht & Kommentare (2)


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