Germanisches und Kulturelles

Hans Stucken: Das Seidhr Handbuch

16. Februar 2010 | Von thursa | Kategorie: Bibliothek und Medien, Sach- und Fachbücher

Hans Stucken: Das Seidhr Handbuch. Eine Einführung
Hamburg: Daniel Junker Verlag, 2006; ISBN: 3938432047
Hans Stucken will mit seinem Seidhr Handbuch einen Beitrag zu einer “gemeinschaftlichen kulturellen Entwicklung” auf dem Gebiet des Seidhr leisten. (1) Er hat eine angenehm und flüssig lesbare Überblicksarbeit geschrieben und leistet dabei eine relativ systematische und konsistente Begriffsklärung, die sich über das [...]



“Stellt euch vor …” Geschichte machen (Roman von Stephen Fry)

10. Januar 2010 | Von lebowski | Kategorie: Bibliothek und Medien, Romane

Stell euch vor, Ihr wäret kurz vor dem Abschluss eurer Doktorarbeit, ihr führt das Leben eines Stubenhockers, errötet mit euren 24 Jahren immer noch in Gegenwart eurer Mutter wenn sie euch vor ihren Freundinnen
lobt, dann wisst ihr wie mein Leben, das Leben von Michael D. Young aussieht.
Meine Freundin Jane hat beschlossen mit mir Langweiler am [...]



Kate West: The Real Witches Kitchen

9. Januar 2010 | Von Brigh | Kategorie: Bibliothek und Medien, Kulinarisches, Sach- und Fachbücher

Kate West: The Real Witches Kitchen
Spells, recipes, oils, lotions and potions from the Witches’ hearth
(London: HarperCollins, 2002)
Als begeisterte Küchenmagierin sind die vielen Bücher, die sich mit magischen Rezepten, Öl- und Gewürzmischungen befassen, natürlich ein “gefundenes Fressen” für mich. Doch nicht alle halten was sie versprechen, da sie zumeist unzulängliches Hintergrundwissen bieten.
Kate West bemüht sich mit [...]



Sigrid Früh: Herrin der Rauhnächte – Märchen, Brauchtum, Aberglaube

29. Oktober 2009 | Von Brigh | Kategorie: Sach- und Fachbücher

“Die Rauhnächte, oder Zwölften, wie die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar auch genannt wird, ist eine Zeit der Geister und Seelen. Vielfältiges Brauchtum, Orakel, Magie und Aberglaube rankt sich um diese Tage und Nächte.
Durch die Lüfte braust die Wilde Jagd, geführt vom Wilden Jäger, dem Wode und dringt in die Häuser, wenn Türen und Fenster nicht gut verschlossen sind. Versunkene Schlösser und Schätze steigen empor, Zwerge kommen zu Besuch und müssen bewirtet werden. Fremden Tieren ist in dieser Zeit nicht zu trauen, weil die Hexen oft ihre Gestalt annehmen.
Die Zeit der Sonnwende, des Wechsels, hat die Menschheit schon immer beeindruckt und beschäftigt. Schon in vorchristlicher Zeit wurde die Wintersonnwende als Geburt der Sonne gefeiert.
Diese Tatsache nutzten die christlichen Missionare für ihr Tun. Sie feierten die Geburt Christi (der historische Jesus von Nazareth kam nicht am 24.12. zur Welt) als die auf die Erde gekommene Sonne. Diese Zeit des Wechsels war und ist eine Zeit des Kampfes des Lichts mit der Finsternis, des Guten mit dem Bösen. Und in Märchen und Sagen ist die Erlösung der verwunschenen Prinzessinnen oder das Ende der langen Suche oft nur in einer dieser besonderen Nächte möglich.” (S. 7)

Mit dieser Einleitung beginnt Sigrid Früh ihr Buch über Märchen und Sagen, die wichtigsten Bräuche und allerhand Magie zu den zwölf heiligen Nächten, die uns schon aus altnordischen Quellen bekannt sind. So erzählt die Hervarar saga, wie anlässlich der Raunächte ein Gelübde auf den größten Eber der Herde abgelegt wurde.



Dion Fortune: Die Seepriesterin

24. Oktober 2009 | Von Brigh | Kategorie: Romane

Die Seepriesterin (engl. „The Sea Priestess“) ist Vivian Le Fay Morgan, die das Anima-Animus Prinzip verkörpert, so wie auch die Autorin im Vorwort dazu schreibt:

“All women are Isis, and Isis is all women”

Die Seepriesterin ist Dienerin der Isis, sie betet die Gezeiten an und inkarniert das weibliche Prinzip der Erde. Zu ihrer Vollkommenheit benötigt Isis ihren männlichen Part – Wilfred Maxwell, ein rückgradsloser, von seiner Mutter und seiner Schwester verhätschelter Junggeselle, chronisch krank und ohne Vision für sein Leben. Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben. Es beginnt mit Maxwells Schilderung seines farblosen, von Krankheit gezeichneten Lebens, bis Vivian Le Fay Morgan darin auftaucht, in die er sich verliebt.



Ein Buch, das eine Lücke füllt – Birgit Neger: Moderne Hexen und Wicca

24. Oktober 2009 | Von MartinM | Kategorie: Sach- und Fachbücher

Das Bild der Hexen wird von Populärmythen geprägt. Das gilt nicht nur für die historischen „Hexen“, die in der frühen Neuzeit verfolgt wurden, sondern auch für „moderne“ Hexen.
Das moderne Hexentum und Wicca sind zahlenmäßig relativ kleine Phänomene, vor allem im Vergleich beispielsweise zur großen Zahl buddhistisch inspirierter Esoteriker. Dennoch dringen Ideen der neuen Hexen an ein deutlich breiteres Publikum, das davon manches aufgreift, ohne sich dieser Einflüsse allzu bewusst zu sein. Wicca-Einflüsse finden sich sogar in Fernsehserien wie „Charmed“ und selbst die „Kommerz-Esoterik“ greift, in verzerrter und verflachter Form, auf Gedankengut der mordernen Hexen zurück.

Birgit Neger hat sich den neuen Hexen und Wiccas, was nicht ganz dasselbe ist, Österreichs zugewandt, und ging bei ihrer Untersuchung nach der Methode der „erweiterten teilnehmenden Beobachtung“ vor. Das heißt, sie war nicht nur als Beobachterin dabei, sondern beteiligte sich aktiv an Treffen und Ritualen.



Auf der Suche nach der europäischen Schamanentradition

27. August 2009 | Von MartinM | Kategorie: Erforscht & Entdeckt, Ætt Feature

Versuch einer Annäherung in sechs Fragen.
Von Martin Marheinecke
Schamanisch oder genauer gesagt, neoschamanisch arbeitenden Europäern wird oft der Vorwurf gemacht, sie begingen kulturellen Diebstahl an traditionellen Stammeskulturen. Diesen Diebstahl würden manche neoschamanisch Arbeitende mittels der „historischen Fiktion“, es gäbe „eigene Wurzeln“ des Schamanismus in Europa, bemänteln.
Ist also Neoschamanismus kultureller Diebstahl? Gibt es einen europäischen Schamanismus, [...]



1. Ist Neoschamanismus kultureller Diebstahl?

27. August 2009 | Von MartinM | Kategorie: Erforscht & Entdeckt

Diese Frage ist für das Problem der „europäischen Schamanismustradition“ so wichtig, dass sie unbedingt am Anfang behandelt werden muss. Da es in Mitteleuropa offensichtlich keine ungebrochene schamanische Tradition gibt, ist der Neoschamanimus darauf angewiesen, von außereuropäischen Traditionen zu lernen. Ist dieses Lernen ohne kulturellen Diebstahl oder wenigstens ohne ein kulturelles Plagiat nicht möglich, ist die [...]



2. Wer ist eigentlich ein Schamane, und wer nicht?

27. August 2009 | Von MartinM | Kategorie: Erforscht & Entdeckt

Früher einmal war diese Frage nur für ethnologisch Interessierte von Belang. Seit der „Schamanen-Welle“ der 1980er Jahre wird sie sogar von Menschen, für die ein Mittagessen im China-Restaurant schon der Gipfel ihres Interesses an anderen Kulturen ist, gestellt.
Dabei wird spätestens seit der „Schamanen-Welle“ der Begriff „Schamane“ im nicht-fachlichen Sprachgebrauch geradezu inflationär verwendet. Jeder „Medizinmann“, jede [...]



3.Ist Schamanimus ein weltweites Phänomen?

27. August 2009 | Von MartinM | Kategorie: Erforscht & Entdeckt

Nicht nur der Begriff Schamane stammt von den Ewenken bzw. Tungusen. Dieses sibirische Volk stellt sozusagen den „ethnologische Prototyp“ des Schamanismus dar.
Bereits im 18. Jahrhundert erkannten europäische Forschungsreisende, wie der in russischen Diensten stehende deutsche Geograph Georg Wilhelm Steller, dass es auch bei Völkern außerhalb Zentralsibiriens spirituelle Spezialisten gab, die ähnliche Aufgaben übernahmen, ähnliche [...]