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	<title>Kommentare zu: Was uns alle verbindet</title>
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		<title>Von: Wider den Geist der Alternativlosigkeit &#8211; riesenheim</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/was-uns-alle-verbindet/comment-page-1/#comment-2117</link>
		<dc:creator>Wider den Geist der Alternativlosigkeit &#8211; riesenheim</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 18:18:18 +0000</pubDate>
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		<description>[...] mir nicht, mich auf mein eigenes kleines Leben zurückzuziehen. Es gibt da schließlich etwas, was uns alle verbindet. Und vielleicht gelingt es ja, sie ansteckend zu machen, diese Utopie, vielleicht ist sie [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] mir nicht, mich auf mein eigenes kleines Leben zurückzuziehen. Es gibt da schließlich etwas, was uns alle verbindet. Und vielleicht gelingt es ja, sie ansteckend zu machen, diese Utopie, vielleicht ist sie [...]</p>
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		<title>Von: Carola</title>
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		<dc:creator>Carola</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 11:47:36 +0000</pubDate>
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		<description>So ganz verstehe ich nicht, worauf der Artikel abstellt und einige Dinge sehe ich anders….
Wir sind alles Menschen.....auf diesem Planeten…drum……? Ja, das kann ich unterschreiben.
Wir Menschen haben alle Gemeinsamkeiten und die überwiegen das, was uns als so trennend erscheint, bei weitem?... Ja, auch hier kann ich zustimmen. Unsere Organe, unsere Gene, unsere grundlegenden Fähigkeiten, selbst unsere Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Schlafen, Schutz…) sind die gleichen, wenngleich sie auch in der Ausprägung aufgrund der unterschiedlichen Lebensumstände nicht unbedingt dieselben sind..
Weiter und weiter kann man gehen und die Gemeinsamkeiten aufzählen, und in der Tat finde ich, dass das die Chance der Menschheit ist, eben dieses zu tun –damit wir  die Gräben zwischen uns zuschütten können oder Wege drüber bauen, auf dass wir immer und überall friedlich zusammen oder doch wenigstens nebeneinander leben können. Ersteres wäre interkulturell, zweites multikulturell. Ersteres kann funktionieren, zweites funktioniert bisher eher nicht. Warum nicht? Nicht, weil es nicht funktionieren könnte, sondern weil  sich die Menschen doch unterscheiden und dieses nicht berücksichtigt wird. 

Ich verabscheue jegliche Art von Unterdrückung, Chauvinismus und gar Rassismus. Aber ich habe auch wenig Verständnis für die vielen Gutmenschen, die Negerküsse jetzt Schaumküsse nennen und  Herrn Obama als Afroamerikaner bezeichnen (wobei Obama jetzt nur ein Beispiel ist). Ein Afroamerikaner. Aha. Ist das nicht trennend, sogar herabwürdigend? Wir sagen nicht mehr Neger, wir sagen nicht mehr „schwarz“….aber wir müssen immer noch die Abweichung von der Norm beschreiben, und die ist für uns hier in Europa nun mal weiß.  Der Neger also bleibt in unserer Vorstellung eben immer noch Neger, selbst wenn die weißen Anteile schon lange überwiegen, selbst und schon gar bei halbe/halbe. Herr Obama z.B. ist US-Amerikaner, er ist zur einen Hälfte sogenannter Weißer, zur anderen schwarzer Afrikaner (denn es gibt ja auch weiße…). Ab welchem Weißegrad wäre er in unseren Medien, in unser aller Köpfe, weiß? Wäre dieses weiß dann besser als schwarz, also eine Aufwertung?  Meine ganz persönliche Frage: Wann sind wir in der Lage, auf Katalogisierendes und damit Wertendes ganz zu verzichten? Niemand hat Clinton jemals einen Euroamerikaner genannt.

Also haben wir doch  den Rassismus und Chauvinismus selbst da versteckt, wo wir ihn überwunden glauben, da, wo wir denken, dass wir die Lösung gefunden haben.  Und wir stellen fest, dass das, was uns Menschen verbindet, nicht nur Gutes mit sich bringt, sondern auch Negatives, nämlich Furcht und „Angst vor“ und alle daraus folgenden Denk- und Handlungsweisen wie Abwehr, Ausgrenzung, Abneigung, Schuldzuweisung und ggf. „Bestrafung“. „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“ – dieser Spruch findet leicht immer und überall Anwendung im menschlichen Nebeneinander, und nur ein Miteinander könnte zu Erkenntnis und damit zu Verständnis führen, selbst wenn man dann doch später eher neben- als miteinander lebt. 

Das bringt uns zu kulturellen Unterschieden. Um die geht es im wesentlichen, wenngleich auch nicht nur.  Wie überall im Pflanzen- und Tierreich passt sich auch der  Mensch in seiner „Biologie“ auf Dauer seiner Umgebung an. Und je  indigener Menschen leben, umso wichtiger sind für die Nachkommen das Herausbilden bestimmter  körperlicher Fähigkeiten und Eigenschaften, die sie befähigt, in ihrer spezifischen Umgebung zu überleben, die sie unter Umständen aber auch anfällig machen, wenn andere Einflüsse plötzlich auf sie zukommen. Die einfachsten Beispiele dafür sind die absolute Alkoholunverträglichkeit bei zahlreichen Völkern oder die Krankheitsanfälligkeit und Abwehrschwäche bei anderen Völkern gegenüber dort bislang  unbekannten „Kinderkrankheiten“.

Mit diesen Unterschieden lässt sich jedoch trefflich auch zusammen leben oder sie sind zu überwinden. Die meisten Unterschiede, die Menschen voneinander ernsthaft trennen, sind jedoch sozio-kultureller Art. Wir Menschen  sind nur eine Rasse, sind aber in unseren einzelnen  Gemeinschaften von unser jeweiligen Umgebung und Lebensweise geprägt; wir sind konditioniert, und zwar so stark, dass wir die Konditionierung als solche gar nicht erkennen, sondern  „unser“ Denken und Handeln jeweils als richtig und wahr empfinden. So hat wohl jedes Volk, jede Gemeinschaft von Menschen ethische Grundsätze, in denen das Wohl dieser Gemeinschaft im Mittelpunkt steht. Aber WAS das Wohl ist und WIE und auf welche Weise man es bewahrt oder mehrt, wird deutlich unterschiedlich gesehen. Weltweit. Und es ist ein Trugschluss anzunehmen, wir bräuchten nur hinzugehen und…ja was? Erklären, das „wir“ die richtige Wahrnehmung und Handlungsweise haben oder sagen, dass „wir“ es ja nur gut meinen? Oder hoffen wir darauf, dass schon irgendwie alles gut wird, wenn wir nur gut sind? Wobei wiederum zu klären wäre, was das genau dann ist….

Wir Menschen sind äußerst unterschiedlich. Jeder ist ein Unikat. Und darüber hinaus sind wir auch noch sehr stark von unserer Umwelt geprägt, und zwar so stark, dass es unser gesamtes Denken, Reden und Handeln beeinflusst.  Das geht in der Tat so weit, dass wir bestimmte kulturelle Geräusche, wie die Musik sie hervorbringt, als so fremd empfinden, dass wir sie uns nicht anhören können, ohne eine negative Bewertung damit zu verbinden.  „Clash of Cultures“…….natürlich gibt es ihn, aber nicht deswegen, weil er unvermeidlich ist, nicht deswegen, weil es Unterschiede zwischen den Kulturen gibt, sondern weil  „wir“ nicht wahrhaben können – oder auch wollen – dass es Unterschiede gibt. Wenn wir Menschen es schaffen könnten, diese Unterschiede zu benennen und  Einigkeit in einer Gemeinschaft darüber schaffen, wie man mit diesen Unterschieden umgehen will, und zwar zum Schutze aller, die in dieser Gemeinschaft dann leben wollen, und  wenn klarer würde, dass sich alles in stetem Fluss befindet,  dass  aus allem Neues entstehen wird und „Mensch“ davor keine Angst haben muss, dann wären wir einen großen Schritt weiter. Interkulturelle Kommunikation, die ja keine Einbahnstraße ist, wäre hier aber auch überall eine Grundvoraussetzung, um  die positiven menschlichen Gemeinsamkeiten zu befördern. 

Rassismus und Chauvinismus, Unterdrückungsmechanismen, Hass, Wutz, Zorn, Dummheit, Beschränktheit…..sind gemeinsame menschliche Eigenschaften, ebenso wie der Wunsch nach Nähe, Geborgenheit und Liebe. Welche davon die Oberhoheit gewinnen, hängt m. E. ganz stark davon ab,  wie wir mit unserem jeweiligen Nichtwissen umgehen und wie wir das „andere“ wahrnehmen. Ein Eckpfeiler einer gesunden, weil in und mit sich zufriedenen Gesellschaft, ist daher auch, Eckpfeiler  und Dach dieser jeweiligen Gesellschaft  zu definieren, diese allen verständlich zu machen und dann darunter zu subsumieren,    w as subsumierbar ist. Dazu gehört dann auch, das ggf. hinzukommende „Fremde“ in seinem Wesen, seiner Struktur zu erfassen. Denn ich kann nicht subsumieren oder hinzufügen, was ich nicht kenne…..ich meine, ich kann schon, aber die Ergebnisse gerieten schnell außer Kontrolle.

Ich kann nur sagen, ich habe täglich mit „anderen“ Kulturkreisen zu tun, mehrmals jährlich organisiere und leite ich Orientierungsseminare für neue StipendiatInnen aus dem orientalischen Raum. Seit Jahren führen wir dazu auch interkulturelle Seminare durch , geleitet von einer dynamischen Dame, einer Kanadierin, die in Deutschland verheiratet ist und  sowohl überwiegend taiwanesisch-koreanische und europäische (französische und skandinavische) Wurzeln hat. Sie weiß also ganz genau, wovon sie spricht. Kanada ist, sofern die Neubesiedlung der letzten Jahrhunderte betroffen ist, ein Einwanderungsland. In diesem Land kommen die Neubürger nicht in ein absolut vorgefertigtes soziokulturelles System. Es ist neu und definiert sich immer wieder neu.  Aber für  die jungen Stipendiaten aus Pakistan, Iran oder Irak, die oft noch nie im Ausland gewesen waren, schon gar nicht im westlichen,  verstehen nach ein paar Stunden Vortrag zum ersten Mal, warum in Deutschland kein Kommilitone ihnen böses will, wenn er sie nicht mit offenen Armen empfängt, dass nämlich hier der Fremde auf den Einheimischen zugehen muss,  dass Individualität Vorrang vor der Gruppe hat, dass hierarchische Strukturen andere sind als im Heimatland , aber auch, dass das Geben von Hilfen und Informationen und Stipendien nicht aus Dämlichkeit geschieht, sondern weil schon begründete Ziele und Erwartungen daran geknüpft sind. „Wir“ hingegen habe in diesen Vorträgen gelernt, dass es nicht ausreicht zu sagen: Welcome….und dann anzunehmen, alles andere geht von alleine. Geht es nämlich nicht. 

Diese Annahme, dass in multikulturellen Gesellschaften die Menschen auch mehrere Kulturen im Gepäck hätten, kann ich mal so ohne weiteres nicht bestätigen. Das gelingt den allerwenigsten Menschen. Dabei gehe ich nicht soweit, den Zeitbegriff zu definieren. Er mag durchaus letztlich bei allen Menschen auf dieser Welt linear ausgerichtet sein. Aber WIE sie mit der Zeit als solcher umgehen, wird in verschiedenen Gesellschaften höchst unterschiedlich gesehen. Und aus diesen Unterschieden – wie auch aus anderen - erwachsen zwischenmenschliche Probleme. Und die Unfähig- und manchmal Unwilligkeit von Menschen, sich andere sozio-kulturelle Lebensweisen zunächst einmal vorurteilsfrei anzuschauen und sich ggf. auch anzupassen, führt zu weiteren Problemen.  Diese werden dann dadurch verstärkt werden, dass die schon am Platze vorhandenen Menschen auch nichts über die Neuen wissen, nicht wirklich, und schon gar nichts über deren Kultur. Dann leben, vielleicht abgeschotteter als zuvor, die „Welten“ nebeneinander her, ohne wirklich etwas voneinander zu wissen – im günstigsten Fall. Im negativen gibt es auf Dauer „Ärger“.

Erst einmal muss man IMO die Basics voneinander wissen und verstehen, völlig wertfrei…..und dann kann es losgehen mit interkulturellem Verständnis und Verstehen und ggf. auch mit „multikulti“. Aber nur dann.

Meine Meinung zum Thema…..</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>So ganz verstehe ich nicht, worauf der Artikel abstellt und einige Dinge sehe ich anders….<br />
Wir sind alles Menschen&#8230;..auf diesem Planeten…drum……? Ja, das kann ich unterschreiben.<br />
Wir Menschen haben alle Gemeinsamkeiten und die überwiegen das, was uns als so trennend erscheint, bei weitem?&#8230; Ja, auch hier kann ich zustimmen. Unsere Organe, unsere Gene, unsere grundlegenden Fähigkeiten, selbst unsere Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Schlafen, Schutz…) sind die gleichen, wenngleich sie auch in der Ausprägung aufgrund der unterschiedlichen Lebensumstände nicht unbedingt dieselben sind..<br />
Weiter und weiter kann man gehen und die Gemeinsamkeiten aufzählen, und in der Tat finde ich, dass das die Chance der Menschheit ist, eben dieses zu tun –damit wir  die Gräben zwischen uns zuschütten können oder Wege drüber bauen, auf dass wir immer und überall friedlich zusammen oder doch wenigstens nebeneinander leben können. Ersteres wäre interkulturell, zweites multikulturell. Ersteres kann funktionieren, zweites funktioniert bisher eher nicht. Warum nicht? Nicht, weil es nicht funktionieren könnte, sondern weil  sich die Menschen doch unterscheiden und dieses nicht berücksichtigt wird. </p>
<p>Ich verabscheue jegliche Art von Unterdrückung, Chauvinismus und gar Rassismus. Aber ich habe auch wenig Verständnis für die vielen Gutmenschen, die Negerküsse jetzt Schaumküsse nennen und  Herrn Obama als Afroamerikaner bezeichnen (wobei Obama jetzt nur ein Beispiel ist). Ein Afroamerikaner. Aha. Ist das nicht trennend, sogar herabwürdigend? Wir sagen nicht mehr Neger, wir sagen nicht mehr „schwarz“….aber wir müssen immer noch die Abweichung von der Norm beschreiben, und die ist für uns hier in Europa nun mal weiß.  Der Neger also bleibt in unserer Vorstellung eben immer noch Neger, selbst wenn die weißen Anteile schon lange überwiegen, selbst und schon gar bei halbe/halbe. Herr Obama z.B. ist US-Amerikaner, er ist zur einen Hälfte sogenannter Weißer, zur anderen schwarzer Afrikaner (denn es gibt ja auch weiße…). Ab welchem Weißegrad wäre er in unseren Medien, in unser aller Köpfe, weiß? Wäre dieses weiß dann besser als schwarz, also eine Aufwertung?  Meine ganz persönliche Frage: Wann sind wir in der Lage, auf Katalogisierendes und damit Wertendes ganz zu verzichten? Niemand hat Clinton jemals einen Euroamerikaner genannt.</p>
<p>Also haben wir doch  den Rassismus und Chauvinismus selbst da versteckt, wo wir ihn überwunden glauben, da, wo wir denken, dass wir die Lösung gefunden haben.  Und wir stellen fest, dass das, was uns Menschen verbindet, nicht nur Gutes mit sich bringt, sondern auch Negatives, nämlich Furcht und „Angst vor“ und alle daraus folgenden Denk- und Handlungsweisen wie Abwehr, Ausgrenzung, Abneigung, Schuldzuweisung und ggf. „Bestrafung“. „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“ – dieser Spruch findet leicht immer und überall Anwendung im menschlichen Nebeneinander, und nur ein Miteinander könnte zu Erkenntnis und damit zu Verständnis führen, selbst wenn man dann doch später eher neben- als miteinander lebt. </p>
<p>Das bringt uns zu kulturellen Unterschieden. Um die geht es im wesentlichen, wenngleich auch nicht nur.  Wie überall im Pflanzen- und Tierreich passt sich auch der  Mensch in seiner „Biologie“ auf Dauer seiner Umgebung an. Und je  indigener Menschen leben, umso wichtiger sind für die Nachkommen das Herausbilden bestimmter  körperlicher Fähigkeiten und Eigenschaften, die sie befähigt, in ihrer spezifischen Umgebung zu überleben, die sie unter Umständen aber auch anfällig machen, wenn andere Einflüsse plötzlich auf sie zukommen. Die einfachsten Beispiele dafür sind die absolute Alkoholunverträglichkeit bei zahlreichen Völkern oder die Krankheitsanfälligkeit und Abwehrschwäche bei anderen Völkern gegenüber dort bislang  unbekannten „Kinderkrankheiten“.</p>
<p>Mit diesen Unterschieden lässt sich jedoch trefflich auch zusammen leben oder sie sind zu überwinden. Die meisten Unterschiede, die Menschen voneinander ernsthaft trennen, sind jedoch sozio-kultureller Art. Wir Menschen  sind nur eine Rasse, sind aber in unseren einzelnen  Gemeinschaften von unser jeweiligen Umgebung und Lebensweise geprägt; wir sind konditioniert, und zwar so stark, dass wir die Konditionierung als solche gar nicht erkennen, sondern  „unser“ Denken und Handeln jeweils als richtig und wahr empfinden. So hat wohl jedes Volk, jede Gemeinschaft von Menschen ethische Grundsätze, in denen das Wohl dieser Gemeinschaft im Mittelpunkt steht. Aber WAS das Wohl ist und WIE und auf welche Weise man es bewahrt oder mehrt, wird deutlich unterschiedlich gesehen. Weltweit. Und es ist ein Trugschluss anzunehmen, wir bräuchten nur hinzugehen und…ja was? Erklären, das „wir“ die richtige Wahrnehmung und Handlungsweise haben oder sagen, dass „wir“ es ja nur gut meinen? Oder hoffen wir darauf, dass schon irgendwie alles gut wird, wenn wir nur gut sind? Wobei wiederum zu klären wäre, was das genau dann ist….</p>
<p>Wir Menschen sind äußerst unterschiedlich. Jeder ist ein Unikat. Und darüber hinaus sind wir auch noch sehr stark von unserer Umwelt geprägt, und zwar so stark, dass es unser gesamtes Denken, Reden und Handeln beeinflusst.  Das geht in der Tat so weit, dass wir bestimmte kulturelle Geräusche, wie die Musik sie hervorbringt, als so fremd empfinden, dass wir sie uns nicht anhören können, ohne eine negative Bewertung damit zu verbinden.  „Clash of Cultures“…….natürlich gibt es ihn, aber nicht deswegen, weil er unvermeidlich ist, nicht deswegen, weil es Unterschiede zwischen den Kulturen gibt, sondern weil  „wir“ nicht wahrhaben können – oder auch wollen – dass es Unterschiede gibt. Wenn wir Menschen es schaffen könnten, diese Unterschiede zu benennen und  Einigkeit in einer Gemeinschaft darüber schaffen, wie man mit diesen Unterschieden umgehen will, und zwar zum Schutze aller, die in dieser Gemeinschaft dann leben wollen, und  wenn klarer würde, dass sich alles in stetem Fluss befindet,  dass  aus allem Neues entstehen wird und „Mensch“ davor keine Angst haben muss, dann wären wir einen großen Schritt weiter. Interkulturelle Kommunikation, die ja keine Einbahnstraße ist, wäre hier aber auch überall eine Grundvoraussetzung, um  die positiven menschlichen Gemeinsamkeiten zu befördern. </p>
<p>Rassismus und Chauvinismus, Unterdrückungsmechanismen, Hass, Wutz, Zorn, Dummheit, Beschränktheit…..sind gemeinsame menschliche Eigenschaften, ebenso wie der Wunsch nach Nähe, Geborgenheit und Liebe. Welche davon die Oberhoheit gewinnen, hängt m. E. ganz stark davon ab,  wie wir mit unserem jeweiligen Nichtwissen umgehen und wie wir das „andere“ wahrnehmen. Ein Eckpfeiler einer gesunden, weil in und mit sich zufriedenen Gesellschaft, ist daher auch, Eckpfeiler  und Dach dieser jeweiligen Gesellschaft  zu definieren, diese allen verständlich zu machen und dann darunter zu subsumieren,    w as subsumierbar ist. Dazu gehört dann auch, das ggf. hinzukommende „Fremde“ in seinem Wesen, seiner Struktur zu erfassen. Denn ich kann nicht subsumieren oder hinzufügen, was ich nicht kenne…..ich meine, ich kann schon, aber die Ergebnisse gerieten schnell außer Kontrolle.</p>
<p>Ich kann nur sagen, ich habe täglich mit „anderen“ Kulturkreisen zu tun, mehrmals jährlich organisiere und leite ich Orientierungsseminare für neue StipendiatInnen aus dem orientalischen Raum. Seit Jahren führen wir dazu auch interkulturelle Seminare durch , geleitet von einer dynamischen Dame, einer Kanadierin, die in Deutschland verheiratet ist und  sowohl überwiegend taiwanesisch-koreanische und europäische (französische und skandinavische) Wurzeln hat. Sie weiß also ganz genau, wovon sie spricht. Kanada ist, sofern die Neubesiedlung der letzten Jahrhunderte betroffen ist, ein Einwanderungsland. In diesem Land kommen die Neubürger nicht in ein absolut vorgefertigtes soziokulturelles System. Es ist neu und definiert sich immer wieder neu.  Aber für  die jungen Stipendiaten aus Pakistan, Iran oder Irak, die oft noch nie im Ausland gewesen waren, schon gar nicht im westlichen,  verstehen nach ein paar Stunden Vortrag zum ersten Mal, warum in Deutschland kein Kommilitone ihnen böses will, wenn er sie nicht mit offenen Armen empfängt, dass nämlich hier der Fremde auf den Einheimischen zugehen muss,  dass Individualität Vorrang vor der Gruppe hat, dass hierarchische Strukturen andere sind als im Heimatland , aber auch, dass das Geben von Hilfen und Informationen und Stipendien nicht aus Dämlichkeit geschieht, sondern weil schon begründete Ziele und Erwartungen daran geknüpft sind. „Wir“ hingegen habe in diesen Vorträgen gelernt, dass es nicht ausreicht zu sagen: Welcome….und dann anzunehmen, alles andere geht von alleine. Geht es nämlich nicht. </p>
<p>Diese Annahme, dass in multikulturellen Gesellschaften die Menschen auch mehrere Kulturen im Gepäck hätten, kann ich mal so ohne weiteres nicht bestätigen. Das gelingt den allerwenigsten Menschen. Dabei gehe ich nicht soweit, den Zeitbegriff zu definieren. Er mag durchaus letztlich bei allen Menschen auf dieser Welt linear ausgerichtet sein. Aber WIE sie mit der Zeit als solcher umgehen, wird in verschiedenen Gesellschaften höchst unterschiedlich gesehen. Und aus diesen Unterschieden – wie auch aus anderen &#8211; erwachsen zwischenmenschliche Probleme. Und die Unfähig- und manchmal Unwilligkeit von Menschen, sich andere sozio-kulturelle Lebensweisen zunächst einmal vorurteilsfrei anzuschauen und sich ggf. auch anzupassen, führt zu weiteren Problemen.  Diese werden dann dadurch verstärkt werden, dass die schon am Platze vorhandenen Menschen auch nichts über die Neuen wissen, nicht wirklich, und schon gar nichts über deren Kultur. Dann leben, vielleicht abgeschotteter als zuvor, die „Welten“ nebeneinander her, ohne wirklich etwas voneinander zu wissen – im günstigsten Fall. Im negativen gibt es auf Dauer „Ärger“.</p>
<p>Erst einmal muss man IMO die Basics voneinander wissen und verstehen, völlig wertfrei…..und dann kann es losgehen mit interkulturellem Verständnis und Verstehen und ggf. auch mit „multikulti“. Aber nur dann.</p>
<p>Meine Meinung zum Thema…..</p>
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		<title>Von: Jari</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/was-uns-alle-verbindet/comment-page-1/#comment-1066</link>
		<dc:creator>Jari</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 02:18:57 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Dass zum Beispiel die Hopi einen ganz anderen Zeitbegriff hätten als Angehörige der europäischen Kultur, stimmt einfach nicht&quot;

So wie ich das verstanden hab, könnten die schon einen anderen (zB. zyklischen) Zeitbegriff gehabt haben, nur dass sie gar keinen Zeitbegriff, keine Zeiteinteilung oder gar überhaupt keine Zeitlichkeit hätten, ist falsch. Wir nehmen räumlich-zeitlich wahr, das würde glaub ich keiner bezweifeln... . 

Zu Multi-Kulti und Kulturrassismus:

Es gilt m.E. sowohl Kultur zu schützen als auch kulturellen Austausch und Vermischung zu fördern und dabei Machtstrukturen zu verringern und die Menschenrechte vor Augen zu haben. So würde ich zwar nicht Tibet den Tibetern, aber doch Free Tibet befürworten.

Gruß, Jari</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Dass zum Beispiel die Hopi einen ganz anderen Zeitbegriff hätten als Angehörige der europäischen Kultur, stimmt einfach nicht&#8221;</p>
<p>So wie ich das verstanden hab, könnten die schon einen anderen (zB. zyklischen) Zeitbegriff gehabt haben, nur dass sie gar keinen Zeitbegriff, keine Zeiteinteilung oder gar überhaupt keine Zeitlichkeit hätten, ist falsch. Wir nehmen räumlich-zeitlich wahr, das würde glaub ich keiner bezweifeln&#8230; . </p>
<p>Zu Multi-Kulti und Kulturrassismus:</p>
<p>Es gilt m.E. sowohl Kultur zu schützen als auch kulturellen Austausch und Vermischung zu fördern und dabei Machtstrukturen zu verringern und die Menschenrechte vor Augen zu haben. So würde ich zwar nicht Tibet den Tibetern, aber doch Free Tibet befürworten.</p>
<p>Gruß, Jari</p>
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