„Menschenrassen gibt es nicht!”

24. August 2008 | Von MartinM | Kategorie: Odins Auge Artikel

Bringen die Ergebnisse der Genforschung das Ende des Rassismus?

Dr. J. Craig Venter, der Leiter der Celera Genomics Corporation in Rockville, Maryland, USA, machte im Frühjahr 2000 Schlagzeilen, als er die gesamte Sequenz des menschlichen Genoms vorstellte. (Worunter übrigens keineswegs die “Entschlüsselung” oder auch nur die “kartographische Aufnahme” des menschlichen Erbgutes zu verstehen ist.) Er und seine Mitarbeiter erklärten daraufhin, dass es nur eine Rasse gäbe – die Menschenrasse. Die äußeren Unterschiede in Hautfarbe, Augenform oder Köperbau, nach denen wir gewöhnlich unsere Mitmenschen in verschiedene Rassen einteilen, werden von relativ wenigen Genen kontrolliert. Das löste bei Anti-Diskriminierungsgruppen in aller Welt Beifall aus: Es sei nun wissenschaftlich bewiesen, dass es keine Menschenrassen gäbe!

Nur etwa 0,01 Prozent unserer Gene bestimmen unsere äußere Erscheinung, präzisierte Dr. Harold P. Freeman vom North General Hospital in New York. Er hat sich intensiv mit den biologischen Zusammenhängen der Rassenentwicklung befasst und betonte, dass Intelligenz, künstlerisches Talent und soziales Verhalten – soweit sie überhaupt genetisch bedingt sind – von tausenden, wenn nicht sogar zehntausenden Gene abhängen. Bei einer Anzahl von ungefähr 80.000 Genen im menschlichen Genom ist dieser Prozentsatz deutlich höher als 0,01 Prozent.

Schon länger bekannt ist, dass die bekannten “Menschenrassen” aus genetischer Sicht zu inhomogen sind, um als Einheit betrachtet zu werden. Die genetischen Unterschiede innerhalb einer Gruppe von Schwarzafrikanern sind weitaus größer als die durchschnittlichen Unterschiede zwischen dieser Afrikanergruppe und einer Gruppe hellhäutiger Nordeuropäer. Außerdem sind Menschen eine mobile Spezies, Wanderbewegungen führten immer wieder zu Vermischungen des Genpools. Alle Menschen sind somit Mischlinge. “Reine Rassen” gibt es deshalb nicht, sie können sich allenfalls in Inzuchtgruppen, die über Tausende Jahre völlig isoliert blieben, herausbilden.

Der Rassenbegriff der Biologie
Obwohl schon in grauer Vorzeit Menschen andere Menschen typisierten und nach ihrem Äußeren in verschiedene Gruppen einsortierten, ist der Rassebegriff relativ neuen Datums. Er geht auf den Biologen Carl von Linné zurück, der im 18. Jahrhundert das noch heute übliche Klassifizierungssystem der Pflanzen und Tiere begründete. “Rasse” ist in der linnéschen Taxonomie eine Unterkategorie der “Art”. Alle Menschen ordnete er in eine Art – Homo sapiens – ein, die er in vier “Rassen” – “Weiße”, “Gelbe”, “Rotbraune” und “Schwarze” – einteilte. Linné ging bei seiner Klassifizierung vom Augenschein aus. So ordnete er Wolf – Canis lupus – und Haushund – Canis familaris – unterschiedlichen Arten zu, was sie im heutigen Sinne nicht sind.
Nach der heute üblichen Definition gehören alle Lebewesen zu einer Art oder Spezies, die sich untereinander fortpflanzen und fruchtbare Nachkommen hervorbringen können. Pferd und Esel gehören demnach nicht zu einer Art, denn das Kreuzungsprodukt Maultier ist unfruchtbar. Hingegen gehören Wolf und Pudel zu einer Art, denn Wolf-Pudelmischlinge sind fruchtbar. Alle heute lebenden Menschen bilden auch nach dieser Definition eine einheitliche Spezies.

Auch die Linnésche Menschenrassen sind – außer in der Umgangssprache – schon seit langem überholt. “Rasse” im biologische Sinne ist eine Untermenge der Art (Subspezies). Subspezies oder Unterarten sind Populationen, die sich zwar mit anderen Populationen der selben Art unbegrenzt fortpflanzen können, sich aber untereinander durch die konstante Vererbung spezifischer Merkmale (z. B Haarfarbe, Augenform, Körperstatur) unterscheiden. Die Taxonomie hat das Problem, dass ihre Forschungsgegenstände (besonders auf der Ebene von Arten und Unterarten) zeitlich nicht konstant sind, z. B. können jederzeit neue Unterarten enstehen. Deshalb ist es ratsam, auf solche unklaren und schwer abgrenzbare Begriffe wie Rasse zu verzichten.
Rasse wird deshalb im Sprachgebrauch der heutigen Biologie fast nur noch für Unterarten verwendet, die durch gezielte Reinzucht entstanden, z. B. Hunderassen. Die Nachkommen zweier Dänischer Doggen werden wieder alle Rassenmerkmale der Dänischen Dogge aufweisen und auf keinen Fall mit Zwergdackeln verwechselt werden können.

Genau hier liegt buchstäblich der Hund begraben: Dänische Dogge und Zwergdackel unterscheiden sich genetisch gesehen auch nicht sonderlich stark voneinander. Wie beim Menschen hängt die äußere Erscheinung von Hunden nur von wenigen Genen ab. Erst diese Tatsache ermöglichte die Zucht so drastisch unterschiedlicher Hunderassen in wenigen Jahrtausenden. Der Analogieschluss liegt verführerisch nahe: Wenn Bullterrier und Rehpinscher verschiedene Hunderassen sind – gehören dann vielleicht der Pygmäe und der baumlange hellblonde Norweger doch verschiedenen – wenngleich nicht völlig “reinen” – Menschenrassen an, auch wenn sie sich in weniger als 0,01 Prozent ihres Genoms unterscheiden?

Es kommt auf die Fragestellung an – das zumindest meinte der renommierte Humangenetiker und entschiedene Rassismusgegner Luigi Luca Cavalli-Sforza in seinem Buch “Gene, Völker und Sprachen”. Wer nach genetisch bedingten Unterschieden bei den Menschen sucht, der wird sie auch finden. Die Diskussion über Rassen hält Cavalli-Sforza für unsinnig: Nach der biologischen Definition wäre es ohne weiteres möglich, die Menschheit nach Millionen von Rassen zu klassifizieren.
Cavalli-Sforza zufolge werden diese Forscher außerdem immer finden, dass wir bei allen äußeren Unterschieden letztlich alle gleich sind. (Letzteres werden sie unter Umständen ignorieren, wenn es ihnen ideologisch gesehen nicht in den Kram passt.)

So betrachtet haben Venters Ergebnisse den “Rassebegriff” – im Sinne der Subspezies – keineswegs zwingend widerlegt. Die Rassenforscher des späten 19. Jahrhunderts vermaßen Schädel, untersuchten Nasenformen, Fingerabdrücke und Irismuster, bestimmte den Querschnitt von Haaren, um Menschen anhand winziger anatomischer Merkmale bestimmten “Rassen” zuordnen zu können. Gäbe man den damaligen Rasseforschern das heutige gentechnische Instrumentarium in die Hände, wären sie heilfroh gewesen, da es ihnen ihre “Sortierarbeit” sehr erleichtert hätte. Auf die Idee “Menschenrassen gibt es gar nicht” wären sie wohl trotz der geringen genetischen Unterschiede kaum gekommen. Ihr Weltbild hätte das nicht zugelassen.Rassenkundliches Schaubild aus der NS-Zeit
Rassenkundliches Schaubild aus der NS-Zeit

Zur Begriffverwirrung kommt hinzu, das “race” im Englischen anders verwendet wird als im Deutschen. Eine Haustierrasse – der einzige Fall, in denen es im Deutschen noch sinnvoll ist, von Rasse zu reden – ist im Englischen hingegen “breed”. Hingegen gibt es nicht biologisch gemeinte Ausdrücke wie “English race” für den (kulturell definierten) besonderen englischen Menschenschlag, oder “human race” im Sinne von “Menschheit”.

Was ist Rassismus?
Rassismus ist älter als der biologische Rassebegriff. Schon im Altertum neigten Menschen dazu, sich für “wertvoller” als anders aussehende Menschen zu halten. Die Menschen sind nicht nur verschieden, es gibt auch “bessere” und “schlechtere” Menschen. Letztere dürfen von den sich “rassisch überlegen” dünkenden z. B. versklavt oder hingemeuchelt werden. Rassismus ist die extremste Form der Intoleranz!

Ab Ende des 19. Jahrhundert “erklärten” Rassisten mit pseudo-darwinistischen Argumenten vom “Überleben des Stärkeren”, warum es nicht weiter schlimm sei, wenn Buschleute, Indianer, Eskimos usw. “verschwänden”. Die “Weißen” würden ihren Erfolg bei der Kolonisierung der Erde ihren besonderen überlegenen Rasseeigenschaften verdanken; sie wären sozusagen die natürlichen Herren der Welt. Der Rassismus rechtfertigte außerdem die krassen sozialen Ungerechtigkeiten: Wer es im Leben zu nichts brachte, dem fehlten eben die richtigen Erbanlagen.
Die Kernaussage des “modernen” Rassismus ist das angeblich wissenschaftliche Argument von in einer bereits in den Genen fixierten “naturgegebenen” Überlegenheit einer Rasse über die andere. Wenn jemand in die falsche Rasse hineingeboren wird, kann er oder sie nichts machen: Ausbildung, kulturelle Anpassung, persönliches Engagement, politische Richtung, religiöses Bekenntnis – alles ist irrelevant, denn “in der Rasse liegt die Schweinerei”. Die Abstammung bestimmt im Weltbild des Rassisten den Platz im Leben, den ein Mensch einnimmt – endgültig und “naturgegeben”.
Hinzu kommt, wie der deutsch-jüdische Historiker Michael Wolffsson während einer Fernseh-Diskussion so treffend sagte: “Rassismus und Gewalt sind ein Wort!” Ein Rassist beschränkt sich nicht darauf, zu sagen “Ich mag Dich nicht, weil Du anders bist”, sondern meint: “Ich bin etwas Besseres als Du, da Du die falschen Vorfahren hast”. Der Rassist erniedrigt also den Anderen, was Gewaltbereitschaft impliziert, sieht – im keineswegs seltenen Extremfall! – im Anderen keinen Menschen, sondern “Ungeziefer”, das es zu vernichten gilt.
NS-Pseudowissenschaft: Rassenseelenkunde
Pseudowissenschaftliches Lehrbuch über “Rassenseelenkunde” aus der NS-Zeit
Entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung ist also jemand, der die bloße Existenz von verschiedener Menschenrassen behauptet, keineswegs deshalb schon ein “Rassist”. Das gilt vor allem dann, wenn jemand dabei vom englischen Begriff “race” ausgeht.

Rassismus ohne Rassen
Die “Rasse” ist ein soziales Konzept, kein wissenschaftliches, behauptet Venter. Damit hat er in (von einem Häufchen Anthropologen und Humangenetiker abgesehen) Recht: Im Allgemeinen werden willkürlich alle dunkelhäutigen Afrikaner einer “schwarzen” Rassen zugeordnet, obwohl die genetischen und anatomischen Unterschiede zwischen einem Nubier und einem südafrikanischen Bantu sogar größer sind als die zwischen einem Iren und einem Japaner.

Es ist aber so, dass die wenigsten Rassisten vom biologischen Rassebegriff ausgehen. Sie ziehen ihn höchstens nachträglich heran, um ihre schon bestehenden Ansichten zu untermauern.

Die ihren Konsequenzen grausamste Rassentheorie, die des nationalsozialistischen Deutschlands, ging beispielsweise von biologisch gesehen völlig fiktiven “Rassen” aus. Eine “arische” Rasse gibt es genetisch gesehen ebenso wenig wie eine “jüdische”. So makaber es klingt: Hitler und führenden NS-Größen wie Himmler und Göring waren sich darüber völlig im Klaren – die “biologischen” Argumente des “eleminatorischen Antisemitismus” waren Lügenpropaganda, ihre Urheber glaubten sie zumeist selber nicht. Dennoch waren sie Rassisten – die mörderischsten in der bluttriefenden Geschichte des Rassenhasses.

Eine der Grundlagen der NS-Rassenlehre war die Ariosophie, die wiederum auf die theosophische Vorstellung von den “Wurzelrassen” zurückging. Ein esoterisches Konstrukt, mit vielen Bezügen zu Lemuria und Atlantis, aber ohne jeden Bezug zu realen Biologie oder realen Menschheitsgeschichte. Die Theosophie ist Rassismus pur, indem sie die Menschen in eine Rangordnung “primitiv” – “hochentwickelt” einordnet – mit den hellhäutige “Ariern” an der Spitze. Auch wenn die “Wurzelrassen” pure Phantasie sind.

Kaum ein rechtsradikaler Schläger wird behaupten, es gäbe eine türkische Rasse. Das hindert ihn nicht an rassistischen Gewalttaten an Türken. Gerne vermengt sich der Hass auf eine vermeidliche fremde Rasse mit religiösen und nationalistischen Motiven – er bleibt dennoch rassistisch. Die Conquistadoren zogen für ihre blutige Unterdrückung der Indianer im spanischen Machtbereich die Bibel als Rechtfertigung heran – ihre Motive waren rassistisch, obwohl ihnen der biologische Begriff “Rasse” noch nicht bekannt sein konnte.

Selbst wenn die sich wissenschaftlich gebärdenden Rassisten nicht mehr auf die Genetik zurückgreifen können, Ersatz gibt es schon. Die von Steve McNallen begründete “Metagenetik” versucht, die vorhandene Unterschiede zwischen Menschen, die sich nicht aus den (wenigen) Genen herleiten lassen, durch Einflüsse zu erklären, die “über die Gene hinaus” gehen. Dazu gehören Shaldrakes umstrittene “morphogenischen Felder”, ESP-Phänomene und eine kühne Interpretation der jungsche Archetypen. Tatsächlich wird die “Metagenetik” schon heute eifrig von Rassisten zur pseudowissenschaftlichen Rechtfertigung ihres rassistischen Denkens missbraucht. Selbst wenn die “Metagenetik” langfristig nicht dazu taugt, Rassenideologien zu “unterfüttern” – Rassisten sind erfinderisch, wenn es darum geht, Rechtfertigungen für Menschenverachtung zu finden.

Deshalb dürften Venter und viele Anti-Rassisten mit der ihrer Hoffnung “ohne Rassen kein Rassismus” leider unrecht haben.

Der „bescheidene“ Rassismus
Offener Rassismus ist politisch nicht mehr opportun. Ein Politiker, der in Deutschland öffentlich und unverblümt rassistische Ansichten vertritt, könnte noch nicht einmal bei rechtextremen Parteien wie der NPD etwas werden – was allerdings wenig über die tatsächliche Programmatik solcher Parteien verraten dürfte.

Es gibt durchaus Menschen, die empört den Verdacht von sich weisen würden, Rassisten zu sein, die möglicherweise selbst denken, sie seinen keine Rassisten, deren Gedankengut jedoch rassistisch eingefärbt ist. Man könnte sie die „bescheidenen Rassisten“ nennen.

Ein „bescheidener Rassist“ vermeidet es, die jeweils eigene Rasse als eine allen anderen überlegene Herrenrasse darzustellen. Oberflächlich betrachtet vermeidet er überhaupt die Wertung von Rassen. Er betont lediglich, dass es nun einmal rassische Unterschiede gäbe und verknüpft diese eng mit kulturellen Formen. Vermischung verschiedener Ethnien ist für ihn gleichzeitig Verwässerung der Gene und Nivellierung der Kulturen.
Er behauptet, dass “Reinhaltung” die Vielfalt bewahrt und Vermischung auf Dauer zu einer genetisch und kulturell homogenen Menschheit führt. Da er ethnische und rassische Minderheiten nicht zerstören will, sieht der „bescheidene Rassist“ sich durchaus als liberal und freiheitlich gesonnen. Vielleicht nennt er sich „Ethnopluralist“. Vielleicht befürwortet er sogar eine „radikale Multikulturalität““– als ausdrückliche Alternative zum „Melting Pot“ und alles nivellierender „Multi-Kulti“.

Ist jemand, der sich nicht über andere erheben will, sondern nur für getrennte Entwicklung von Natur aus unterschiedlichen Menschen eintritt, dennoch Rassist? Alain de Benoist gibt z. B. seinen radikalen Ethnopluralismus sogar als „konsequenten Antirassismus“ aus.

Plumpe Bewertungen wie die der Nazis (“Arier sind mehr wert als Juden”) oder der Kolonialherren von einst („Die farbigen Eingeborenen sind zu jeder höheren Kultur nicht befähigt“) lehnt ein „bescheidener Rassist“ mehr oder weniger empört ab. Allerdings läuft diese Doktrin – „gleichberechtigt, aber getrennt“ – in der Konsequenz auf Rassentrennung hinaus. Vielleicht nicht gerade auf getrennte Toiletten oder Busse, aber auf alle Fälle auf getrennte Schulen und Wohnregionen. Im Idealfall hat jedes „Volk“ seinen separaten, ethnisch reinen, Staat. Deutschland den Deutschen, die Türkei den Türken und Vielvölkerstaaten wie die USA trennt man am besten gleich (wie ernsthaft vorgeschlagen) in fünf oder mehr „Kulturnationen“ auf.

Ein „Volk“ bzw. eine „ethnisch-kulturelle Gruppe“ wird dabei wie ein Individuum betrachtet: als eine einzigartige, in sich selbst ruhende organische Einheit. Ein Volk gründet sich auf einer kollektiven Identität. Rassistisch ist daran, dass sie jeden Menschen, ob er will oder nicht, untrennbar mit „seiner“, ihm „arteigenen“ kulturellen Identität verknüpft. Das Sein des Menschen wird von seinen „kulturellen Genen“ – diese Metapher nehmen einige „bescheidene Rassisten“ wörtlich – bestimmt. Die oben erwähnte „Metagenetik“ liefert die Begründung dafür, wie kulturelle Eigenschaften an bestimmte rassisch definierte Volksgruppen gebunden werden.

Ein „Afro-Amerikaner“, der Shakespeare einem nationalistischem schwarzen Schriftsteller und Beethoven der Musik von Duke Ellington vorzieht, bewiese damit seinen „Selbsthass“.
Rasse ist, in diesem Weltbild, Schicksal, gegen das man wenig machen kann: Die Abstammung bestimmt im Weltbild auch des “bescheidenen” Rassisten den Platz im Leben, den ein Mensch einnimmt – endgültig und “naturgegeben”.
„Mischehen“ zwischen Angehörigen verschiedener Rassen führen für den „bescheidenen Rassisten“ zu Nachkommen mit gestörter Identität. Wenn sich große, blonde Nordeuropäerinen zu zierlichen, dunklen und mit Sicherheit rassisch bunt gemischten „Latinos“ hingezogen fühlen, dann handelten sie wider ihre Natur. Auch Religionen wären „von Natur aus“ bestimmten rassisch definierten Gruppen in bestimmten ihnen gemäßen Lebensräumen vorbehalten: Islam, Judentum und Christentum wären als „Wüstenreligionen“ nur etwas für den Nahen Osten und Nordafrika, indianische Spiritualität hätte „Weiße“ nichts anzugehen, nur Asiaten könnten den Zen-Buddhismus wirklich tief erfahren usw. .

Dieser „bescheidene“ Rassismus ist weniger bedrohlich als der „unbescheidene“ echte Rassismus. Aber abgesehen davon, dass schon die mehr oder weniger deutlich geforderte Rassentrennnung den Bürgerrechten entgegensteht, dürfte der „bescheidene“ Rassismus vielen „unbescheidenen“ Rassisten ein willkommenes Mittel sein, Rassenklischees und Rassendünkel in einer weitgehend egalitären Gesellschaft am Leben zu halten.

Martin Marheinecke

(Durchgesehene und aktualisierte Fassung August 2008,
überarbeitete und erweiterte Fassung September 2003,
ursprüngliche Fassung: August 2000)

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6 Kommentare
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  1. [...] (15) Mehr zur Metagenetik und zum Rassismus ohne Rassen in :„Menschenrassen gibt es nicht“. [...]

  2. [...] zu unterteilen, pure Willkür ist, sollte sich allmählich herumgesprochen haben: “Menschenrassen gibt es nicht”. Weil der Rassismus glücklicherweise unter zivilisierten Menschen nicht mehr politisch opportun [...]

  3. [...] Deutschland und Österreich ist dabei jener Rassismus, der nicht nur nach der Ansicht der Rassisten gar kein Rassismus sei – zum Beispiel der “Etnopluralismus”. Ein anderes Problem ist, dass Rassismus in [...]

  4. also genauso wie faschismus nicht das ist, was mussulini, sein begründer, darunter verstand, sondern das, was wir heute darunter verstehen, ist rasse nicht das, was diejenigen, die den begriff einführten, darunter verstanden, sondern eben das, was wir heute darunter verstehen wollen und genau deswegen gibt es keine rassen!? oder wie jetzt?
    schon mal 1984 gelesen? da kommt mir neusprech in den sinn: krieg ist frieden, freiheit ist sklaverei, ignoranz ist stärke!
    vermischt sind wir natürlich alle miteinander und haben, so wie ich es mir vorstelle, ALLE einen gemeinsamen vorfahren aber trotzdem gibt es veranlagungen, die in bestimmten regionen häufiger vorkommen als in anderen und dieselben kommen in anderen regionen überhaupt nicht vor.
    ist doch vollkommen schnuppe wie man es nennt, es gibt unterschiede zwischen den ethnien!!!
    so wie man als europäer mit seinem bruder näher verwandt als mit dem nachbarn, so ist man mit seinem cousin, großcousin usw… näher verwandt als mit einem südamerikanischen indianer.
    und das was man unter rassismus verstehen möchte ist nicht die größte form der intoleranz sondern die natürliche weiterführung der liebe zu seiner familie –> seinen sohn wird man eher retten als den eines freundes; den sohn des freundes eher retten als den eines fremden, den sohn eines fremden aus dem selben dorf eher als ein eskimo kind…
    familie, großfamilie, sippe, clan, gemeinde, stamm, volk, nation, ethnie (wobei sich die letzten drei inzwischen gut vermischen)…
    wenn man diesen “rassismus” also abschaffen möchte so muss man bei eltern ihren instinkt eigene kinder anderen vorzuziehen ausrotten oder durch totale vermischung alle gleich machen (kommunismus pur)
    “rassismus” haben die leute, die man mit solchen artikeln zu schützen versucht oft in noch höherem maße und wenn man das, was hier im artikel steht einem buschmann erzählt, wird er herzhaft darüber lachen und es für schwachsinn erklären.

    wenn man solche themen aufgreift sollte man nicht die unterschiede verleugnen sondern ganz einfach sagen, dass rassisten, wie die zu ns-zeiten, inzucht befürworten und ihre “rasse” somit über generationen hinweg lediglich degenerieren würden
    und dass eine vermischung mit anderen ethnien in vielen fällen besser ist, wenn sich z.b. bestimmte degenerationsmerkmale innerhalb der eigenen population bei einer vielzahl von individuen eingenistet haben und die wahrscheinlichkeit sehr hoch ist diese an die kinder weiterzugeben, die dann womöglich sexuelle perversionen entwickeln, was ein natürlicher zeichen der natur ist zu sagen: “gib deine gene nicht mehr weiter!” (nehmt zum beispiel hitler, der sich gerne von seiner cousine hat anpinkeln lassen; oder die ganzen verkappten homosexuellen, sadisten, kinderficker und andere aus elitären kreisen und königlichen familien, wo inzucht, eben aufgrund von rassismus und dem übermensch-denken sehr weit verbreitet gewesen ist, die heutzutage bedauerlicherweise mithilfe von wissenschaft kinder auf nicht natürlichem wege zeugen können und dann richtige “engelchen” hervorbringen, die dann so tolle ideen haben wie, man dürfe auf der welt nur 500mio menschen leben lassen [z.b. gates und rockefeller] und selber über eugenik, die -lehre von guten genen- richten wollen )

    jemand, der von “Verwässerung der Gene” spricht oder von “Selbsthass” wenn ein schwarzer die musik eines weissen der seines lieblings-schwarzen musikanten vorzieht IST ALLES ANDERE ALS EIN BESCHEIDENER RASSIST – das ist genauso bescheiden wie hitlers ansichten!!!
    dass man die türken nicht als rasse bezeichnet, liegt daran, dass die türken, einst das osmanische reich, das am besten gemischte volk auf der ganzen welt sind – semiten, chazaren, turkvölker, mongolen hingegen würden die nazis schon als rassen bezeichnen
    am anfang des textes zu schreiben, dass die dna nicht entschlüsselt worden ist dann aber die am phenotyp beteiligten gene in anteilen oder zahlen ausdrücken zu wollen ist töricht

    was problematisch bleiben wird solange nicht alle menschen auf der welt genug zu fressen, strom und bildung haben, ist, dass der weisse mann immer glauben wird überlegen zu sein WEIL DIE WELT EBEN SO LÄUFT WIE WEISSE MÄNNER SIE ERDACHT, nicht unbedingt erbaut, HABEN, wobei sie vor allen dingen den arabern und semiten an sich sehr viel zu verdanken haben, was die grundlagen angeht; die ostasiaten haben dann fleissig das gebaut, was die weissen, mithilfe ihrer waffen, zur kultur krönten und die schwarzen… naja die schwarzen haben wenn man das jetzt pauschalisiert am wenigsten für den aufbau dieser welt geleistet –> und das lässt rassisten glauben, schwarze seien weniger wert weil weniger durchsetzungsfähig, also schwach und dumm – und wenn man dann den iq test hinzu zieht scheinen diese rassisten in punkto dummheit recht zu behalten, wodurch sie sich bestätigt fühlen
    diese annahme ist jedoch nicht korrekt wenn man bedenkt, dass lediglich die intelligenzen getestet werden, die für den aufbau dieser welt in heutiger form verstärkt benötigt wurden; und dann ist es klar dass der urheber in seinem spiel besser ist als andere (obwohl ostasiaten die weissen beim iq-test übertreffen)
    ausserdem muss bedacht werden, dass nur wenige jahrhunderte in einer solchen führenden, westlichen kultur die schwarzen nordamerikas um einiges intelligenter gemacht hat als die, welche immer noch in afrika sind, was uns eindeutig beweist, dass diese entwicklung sehr schnell ablaufen kann und der wichtigste punkt um eine welt zu schaffen, in der die schwarzen genauso den stolz haben können sich herrenrasse zu schimpfen (denn rassismus wird man bei einer totalen mischung niemals abschaffen), die heute von unseren rassisten für minderwertig gehaltenen völker in unsere welt zu integrieren – dass afrika aber noch immer hunger leidet, liegt nicht an dem durchschnittsrassisten sondern an den eugenikern, welche die globalen strippen ziehen und auf das ziel hinausarbeiten eine halbe milliarde menschen übrig zu lassen = also einen von zwölf ungefähr

    deshalb zum schluss: REDET NICHT ÜBER RASSISMUS, REDET ÜBER EUGENIK, wenn ihr soetwas wie unter HITLER, STALIN und MAO verhidern wollt.

  5. Danke erst mal für den ausführlichen Kommentar, Joische!
    Nimm es mir nicht übel: Was du da schreibst, egal, ob Dir es selbst klar ist oder nicht, ist durch und durch rassistisch und eine Beleidigung für Menschen, die wegen ihrer Herkunft, Abkunft oder äußerlicher Merkmale wie Hautfarbe benachteiligt werden! Da hilft es auch nicht, dass Du einige Probleme richtig erkennst und benennst.

    Einige Anmerkungen: Wenn ich schreibe, dass es keine “Menschenrassen” gibt, dann bezieht sich das auf das überkommene “Rasse”-Konstrukt – nicht auf eine heutige Definition. Heute ist “Rasse” nur noch in der Tierzucht Fachsprache, im Sinne einer durch Zuchtwahl geschaffenen Unterart / Subspezies. So etwa gibt es bei Menschen zum Glück nicht. Es ist auch noch üblich, “Rasse” generell für Subspezies zu verwenden – aber die genetischen Unterschiede zwischen Menschenpopulationen, die es sehr wohl gibt, sind viel zu gering, um diesen Begriff für Menschen anwenden zu können.
    Der Entscheidende, von mir ausführlich dargelegte Punkt ist aber, dass der “biologische Rassebegriff” für einen Rassisten allenfalls Vorwand und nachträgliche Rechtfertigung ist; die “Rasse” der Rassisten ist ein soziales Konstrukt.

    Du schreibst: “es gibt unterschiede zwischen den ethnien!!!” – Die gibt es, aber “Ethnien” bedeutet “Volksgruppen”, und die sind nicht durch die Genetik bestimmt.
    Das mit der “natürliche weiterführung der liebe zu seiner familie” sehe ich nicht so. Denn auch Familienbande sind nicht exklusiv “Blutsbande”. Es gibt ja bekanntlich auch Adoptivkinder. Außerdem sind Ehen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Abkunft nicht eben selten.

    Daher bist Du völlig auf dem falschen Dampfer, wenn Du schreibst:

    wenn man diesen “rassismus” also abschaffen möchte so muss man bei eltern ihren instinkt eigene kinder anderen vorzuziehen ausrotten oder durch totale vermischung alle gleich machen (kommunismus pur)

    Warum, wird Dir vielleicht klar, wenn Du Dir ein Elternpaar vorstellst, bei dem der Vater eine andere Hautfarbe hat, als die Mutter. (Abgesehen davon erstreckt sich die “Gleichmacherei” selbst fanatischer Kommunisten nicht auf Äußerlichkeiten wie Haar- oder Hautfarben.)

    Dass Du die “Rassepolitik” der Nazis als “Inzuchtpolitik” erkennst, spricht für Dich. Aber: Bist Du Dir eigentlich klar darüber, wie beleidigend es ist, wenn Du ” verkappten homosexuellen, sadisten, kinderficker” gleichsetzt? “Homosexuell” ist eine sexuelle Präferenz, “Sadismus” eine Charaktereigenschaft und “Kinderficken” eine deftig-umgangssprachliche Beschreibung eines Verbrechens. Schwule und Lesben tun niemandem etwas (jedenfalls nicht deshalb, weil sie schwul oder lesbisch sind). Sadisten sind erst dann Verbrecher, wenn sie ihren Sadismus ungefragt an anderen Menschen auslassen. (Oder an Tieren, Tierquälerei ist ebenfalls ein Verbrechen.)

    am anfang des textes zu schreiben, dass die dna nicht entschlüsselt worden ist dann aber die am phenotyp beteiligten gene in anteilen oder zahlen ausdrücken zu wollen ist töricht

    “Entschlüsselung” des Genoms (nicht der DNA, der “genetische Code” ist seit über 40 Jahren bekannt) würde bedeuten, dass man von jedem Gen genau wüsste, was es wann im Zusammenspiel mit welchen andern Genen und welchen Unweltbedingungen tut. Das ist bisher nicht der Fall. Aber ich schrieb auch, dass das menschliche Erbgut “kartographiert” sei. Und damit hat man auch Anhaltspunkte, wie viele Gene am Phänotyp beteiligt sind. Man kann z. B sagen, dass etwa 50 Gene an der Hautpigmentierung mitwirken. Welche Gene das genau sind, und wie sie zusammenwirken, und welche epigenetische Faktoren (die wiederum von den Umweltbedigungen abhängen) beteiligt sind, das ist meines Wissens noch nicht genau geklärt. Wobei wohl keines dieser ca. 50 Gene ausschließlich für die Hautpigmentierung zuständig ist – es gibt kein “Hautfarbengen”.

    Noch etwas:

    dass afrika aber noch immer hunger leidet, liegt nicht an dem durchschnittsrassisten

    Darin stimme ich Dir zu, aber:

    sondern an den eugenikern, welche die globalen strippen ziehen und auf das ziel hinausarbeiten eine halbe milliarde menschen übrig zu lassen = also einen von zwölf ungefähr

    das lege ich mal unter “Weltverschwörungstheorie” ab. Ungeachtet, welchen Unsinn Superreiche oder Super-Einflussreiche so von sich geben.

    Wir – da kann ich auch für meine Mit-Ættlinge sprechen – halten “Eugenik”, im Sinne von Menschenzucht, für verwerflich, gefährlich und mit der Menschenwürde unvereinbar. Es gibt aber keinen Grund, deshalb nicht über Rassismus zu reden, denn in der Praxis wachsen Rassismus und Menschenzuchtideen oft auf dem selben Holz!

    Liebe Grüße,
    MartinM

  6. [...] völkischen Sekte”. Damit nicht genug: im selben Thread behaupte jemand von meinem Artikel Menschenrassen gibt es nicht!, es sei ein rechtsextremer Artikel, er sei nicht antirassistisch, und die Überschrift würde [...]

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