Mal Tacheles …

11. November 2019 | Von | Kategorie: Gjallarhorn Weblog

… oder Klartext.

Wenn hin und wieder Kommentare hier nicht freigeschaltet werden, dann ist das keine „Zensur“, sondern schlicht Ausübung unseres Hausrechtes. Wir lassen jedenfalls nicht den Nachbarn bestimmen, wie es im eigenen Haus zugeht. Und schon gar nicht jemanden, der einfach mal vorbei kommt und meckert.

Wir kennen und beherzigen das „Toleranz-Paradoxon“: Keine Toleranz den Intoleranten. Nein, das ist kein „AfD“-Bashing. Kaum eine Partei erhält so viel Aufmerksamkeit, um ihre Thesen zu verbreiten, dazu müssen wir nicht auch noch beitragen. Ja, das gilt nicht nur für „Rechte“, sondern auch z. B. für Stalin- und Mao-Fans und für religiöse Fanatiker, egal, ob sie nun Moslems, Christen, Heiden oder sonstwas sind.

Die Nornirs Ætt ist eine spirituelle Gemeinschaft, „germanisch“, demokratisch und entschieden menschenrechtsorieniert. Aus „germanisch“ ergibt sich, dass wir uns nicht um Politik herumdrücken können, und vor allem entschieden gegen nationalistische und rassistische Vereinahmung der europäischen Vor- und Frühgeschichte eintreten müssen. Aus „demokratisch“ und „menschenrechtsorientiert“ folgt zwingend, dass wir antifaschistisch sind.

Wenn wir schon mal als „heidnische Antifa“ bezeichnet wurden, dann betrachten wir das als Kompliment, auch wenn es nicht so gemeint sein sollte, und obwohl es im breiten und vielfältigen antifaschistischen Spektrum auch einige unserer Ansicht nach problematische Gruppierungen gibt.

„Spirituell“ bedeutet übrigens nicht, dass wir Freunde allen Esoterischens und Feinde der „Schulwissenschaft“ wären. Wir gehen grundsätzlich vom heutigen Stand der Wissenschaft aus, wohl wissend, dass seriöse Wissenschaft von Kontroversen lebt und dass der Stand der Wissenschaft notwendigerweise ein vorläufiger ist. Das gilt sowohl für die Kultur- wie die Naturwissenschaften.

Ein konkretes Beispiel: Homöopathie. Wir sind bestimmt keine eingefleischten Gegner jeder komplementären („alternativen“) Heilkunde.
Nun ist es aber so, dass der Effekt „hochpotenzierter“ homöopathischen Arzneimittel – die gemäß der klassischen Homöophatie nach Hahnemann besonders wirksam sein sollten – nicht über den Placebo-Effekt hinaus geht. Es gibt zwar Homöpathika, die nachweislich über den Placebo-Effekt hinaus wirken, aber das sind Präparate niedriger Potenzen unter D8, in denen noch wirksame Mengen Arzneisubstanz vorhanden ist. Von daher ordnen wir Homöophathie im Sinne Hahnemanns der Magie zu. Magische Verfahren sollten jedoch keine Krankenkassenleistungen sein, nicht, weil sie zu teuer wären, sondern, weil durch eine Kassenzulassung der fälschliche Eindruck erweckt wird, Homöopathie sei ein evidentes, gar wissenschaftlich erprobtes, Heilverfahren.

Ein anderes konkretes Beispiel: Klimawandel. Da sich das Klima seit Anbegin der Erde stetig wandelt, dürften allenfalls „Junge-Erde-Kreationisten“ Klimawandel leugnen. Die Tatsache an sind infrage zu stellen, ähnelt der „Argumentation“ der „Flacherdler“.

Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist der Treibhauseffekt, vor allem durch CO2, nicht zu bestreiten. Strittig kann allenfalls sein, wie groß der „menschengemachte“ Anteil ist. Dabei ist mitlerweile klar, dass dieser Anteil entscheidend für die beobachtete Erwärmung der Erde ist. Das ist Konsens unter rund 97 Prozent der Klimawissenschaftler. Nur könnten theoretisch auch die 3 Prozent recht haben, weil es in der Wissenschaft nun einmal nach Tatsachen und nicht nach Mehrheiten geht. Allerdings gibt zu denken, dass auffallend viele Wissenschaftler_innen, die einen signifikaten Anteil des Menschen am Klimawandel leugen, entweder gar nicht vom Fach sind, oder sich mit solchen den Öl-, Gas- und Kohlekonzenen „genehmen“ Aussagen sich deren Unterstüzung sichern.

Dass wir die Erderwärmung für real, menschengemacht und gefährlich halten, hält uns nicht davon ab, gegebenenfalls vor Weltuntergangs-Hysterie zu warnen – die führt nämlich zu nichts Konstruktivem, im schlimmsten Fall sogar zu einer „nach uns die Sintflut“-Haltung. Die für den Klimaschutz nötigen Technologien gibt es längst, und ihre Kosten sind moderat. Die nicht nur materiellen Kosten der Klimakatastrophe sind hingegen alles andere als moderat, selbst wenn ein Teil der Menschheit überleben sollte. Diese Welt wird noch gebraucht, nicht allein von uns Menschen, sie zu erhalten, ist jede Anstrengung wert. Es gibt nun mal keinen „Planet B“.

Martin Marheinecke, „MartinM“, Chefredakteur der Nornirs Ætt. 11. November 2019.

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