Homöopathie – eine Form der „medizinischen Magie“

11. Juli 2018 | Von | Kategorie: Erforscht & Entdeckt, Ætt Feature

Vor kurzem jährte sich der Todestag Samuel Hahnemanns, des Begründers der Homöophathie, zum 150. Mal.
Das nahmen nicht wenige Gegner der „Zuckerkügelchen“ zum Anlass zur zum Teil heftiger Polemik gegen die „Quacksalberei“, die – ihrer Ansicht nach skandalöserweise – auch von einige Krankenkassen bezahlt wird. Der zentrale Vorwurf: Hier würde das Geld von Versicherten verschwendet, das bei anderen fundierten und wichtigen Leistungen fehlen würde.

Homöophatische Taschenapotheke Hahnemanns
Homöopathische Taschenapotheke, die Hahnemann in seinen letzten Lebensjahren in Paris benutzte. (Deutsches Apothekenmuseum, Heidelberg)

Gerne wird von „skeptischer Seite“ Homöophathie als „Magie“ oder „Voodoo“ bezeichnet, und Homöopathie praktizierende Mediziner_innen und Heilpraktiker_innen „Zauberer“, „Schamanen“ oder „Hexendoktoren“ genannt.
(Was – hoffentlich unbeabsichtigt – für echte Schamaneninnen usw. abwertend bis beleidigend ist. „Voodoo“ und „Schamane“ als Spottworte zeugen überdies von kultureller Ignoranz und eurozentrischer Arroganz. Dies als Erklärung, wieso ich die skeptischen Geister z. B. der GWUP oder hinter dem anti-esoterische Wiki „Psiram“ zwar fachlich sehr schätze, aber menschlich nicht immer sympathisch finde. Die betont naturalistischen „Brights“ gehen mir mit ihrem Brachial-Atheismus besonders auf die Nerven. Ach ja, und im bombastischen Jargon daherschwurbelnde Esoteriker_innen, die mutwillig Tatsachen missachten und deren Argumentation die Logik weiträumig umfährt, mag ich noch weniger.)

Mein Verhältnis zur Homöopathie ist, vorsichtig gesagt, zwiespältig. Denn ich halte es nicht immer für verkehrt, Krankheiten homöophatisch zu behandeln. Und das, obwohl das Ergebnis praktisch aller seriösen Studien eindeutig ist: Homöopathische Behandlungen sind nicht signifikant wirksamer als die zur Kontrolle eingesetzten Placebos. Globuli sind demzufolge pharmazeutisch nicht besser als reine Zuckerpillen.

Bei der Diskussion über Homöopathie zeigt sich wieder einmal ein ärgerliches Phänomen, das sich in den letzten Jahren häuft: Eine ursprünglich rein sachliche Debatte eskaliert im Polemik-Ping-Pong der auf ihrem Standpunkt beharrender Kontrahenten. Es gibt nur noch „gut“ und „böse“, „schwarz und weiß“ und nichts mehr dazwischen. Homöopathie-Anhängern werfen Homöphatie-Gegnern vor seien verbohrte und verblendete Anhänger einer seelenlosen „Schulmedizin“, und die Studien, die nachweisen, wie schlecht es um die Wirksamkeit der Homöopathie bestellt ist, seien sowieso von „Big Pharma“ gekauft.

Apropos „Big Pharma“: Auch homöopathische Arzneien werden selbstverständlich normalerweise industriell produziert. 2011 (neuere Zahlen liegen mir nicht vor) wurden in Deutschland Homöopathika im Wert von 389 Millionen Euro umgesetzt, wobei einige wenige Hersteller den Markt dominieren (im deutschen Sprachraum wären das DHU, Gudjons, Remedia, Schmidt-Nagel, Spagyros, Dr. Reckeweg und Omida). Auch die Homöopathie-Industrie betreibt die in der Pharma-Branche übliche massive Lobbyarbeit. Sicherlich, im Vergleich zu den wirklich großen Pharma-Konzernen sind die Umsätze bescheiden, auch weil Homöopathika in der Regel nicht viel Kosten. Hingegen muss die Homöophatie-Lobby den Vergleich mit der „normalen“ Pharma-Lobby nicht scheuen, einschließlich „schmutzigem Lobbyismus“ mit unsauberen Studien, gekauften Journalisten und Rufmordkampagnen gegen Gegner.

Homöopathika wirken vor allem über den Placeboeffekt

Vor einigen Jahren schrieb ich einen Artikel über die Wirkung von Wünschelruten: Wieso Rutengehen funktioniert, obwohl die Wünschelrute nicht funktioniert.
Kurz zusammengefasst: Die Wünschelrute selbst macht gar nichts; was Rutengeher_innen nicht wissen, können sie auch nicht mittels Rute „muten“. Wünschelruten, Pendel, Oui-Ja-Boards usw. sind keine Messinstrumente, und deshalb zeigen alle Studien, bei denen sie wie Messinstrumente behandelt werden, keine besseren Ergebnisse als blindes Raten.
Wenn eine Rutengeherin also ein ergiebiges Wasservorkommen findet, dann weiß sie auch ohne Rute, wo sie zu suchen hat. Nur ist dieses Wissen oft ein vorbewusstes oder unterbewusstes Wissen. Beim Rutengehen kommt es tatsächlich regelmäßig zu plötzlichen, nicht willentlich gesteuerten Bewegungen der Wünschelrute. Wie auch beim Gläserrücken, dem Oui-Ja-Board bzw. Hexenbrett oder dem Pendel ist daran nachweislich nichts Mysteriöses, geschweige denn „Übernatürliches“: Auslöser sind winzige Muskelbewegungen, die unbewusst mit gedanklichen Inhalten und Vorstellungen verbunden sind. (Der „Carpenter-Effekt“, benannt nach dem englischen Naturforscher William Benjamin Carpenter, 1813-1885.) Salopp gesagt: Wenn die Rute ausschlägt, dann verraten mir unwillkürliche winzige Muskelbewegungen, was ich unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle wahrnehme oder was ich weiß, ohne daran bewusst zu denken.

Ähnlich ist es mit der Homöopathie: Sie wirkt manchmal, obwohl sie streng rational betrachtet nicht wirken kann. Eben über den Placeboeffekt und einige andere Effekte, die nichts mit Hahnemanns Lehre zu tun haben.
Daher bin ich nicht der Ansicht, dass Homöophatie in jedem Fall therapeutisch sinnlos wäre. Denn der Placebo-Effekt besteht ja nicht darin, dass der Patient sich nur einbildet, dass es ihm besser ginge. Manchmal entspricht der Effekt eines Placebos dem eines hochwirksamen Medikamentes. Der Pacebo-Effekt ist ein keineswegs trivialer psychosomatischer Vorgang!
Der Placebo-Effekt hat nichts mit „Einreden“ zu tun, nur wenig mit der „Kraft des positiven Denkens“ und er ist auch keine „Glaubenssache“ – er wirkt unter Umständen sogar dann, wenn Patient_innen nicht daran glauben, und manchmal sogar, wenn sie wissen, dass sie nur „Zuckerpillen“ nehmen.

Wie komplex das Thema ist, erkennt man z. B. daran, dass Homöopathie auch bei Tieren und kleinen Kindern wirkt. Die bisher beste Erklärung für dieses erstaunliche Phänomen ist der „Placebo by Proxy“-Effekt. Es sind die Eltern beziehungsweise die Tierhalter_innen, die als „Stellvertreter“ für die Placebowirkung sorgen. Kleine Kinder und Tiere haben natürlich keine Erwartungshaltung, wie die Arzneien wirken könnten, aber sie vertrauen Mamma oder Papa bzw. Herrchen und Frauchen, und sind äußerst sensibel gegenüber deren Gefühlsäußerungen.

Ganz pragmatisch lässt sich sagen, dass sich wenig gegen einen geschickt eingesetzten Placeboeffekt sagen lässt. Zumal er auch bei der konventionellen Medizin alles andere als unwichtig ist.

An dieser Stelle muss ich, als „Magiekundiger“ 😉 , den Skeptikern recht geben, wenn auch in einem anderen Sinne, als sie es meinen: Schamanen und Schamaninnen, Medizinmänner und –frauen, Hexen (männlich/weiblich), Seidhkona und –madhr, Heiler_innen, Voodookundige usw. arbeiten meisterhaft mit dem Placeboeffekt und dessen „bösen Zwilling“, dem Noceboeffekt.

Über den Placeboeffekt hinaus haben Schamanen usw. und Hömophat_innen auch noch gemeinsam, dass sie Psychotherapie betreiben, ohne es so zu nennen. Psychosomatische Heilungen durch Zuwendung und Überzeugung sind keine Hexerei im Sinne „übernatürlichen Wirkens“, aber sehr wohl Hexerei im Sinne dessen, was Hexen wirklich tun.
Oft hilft es den Patient_innen schon, endlich einmal ausführlich über ihre Beschwerden reden zu können, wie bei der homöopathischen Anamnese. Durch Beobachtung und Befragung, wird versucht, das gesamte Symptombild und die Art der „Verstimmung der Lebenskraft“ zu erfassen.
Ich kenne persönlich einen Arzt, der seine Zulassung Homöopath vor allem dazu nutzt, ausführliche Patientengespräche abrechnen zu können, die er sonst nicht angemessen honoriert bekäme. Homopathische Tropfen und Globuli verschreibt er normalerweise nur ergänzend zu konventionellen Behandlungen. Wie er sagt: Ein Fläschlein Globuli kostet der Krankenkasse nicht viel, und wenn es nicht hilft, so wird es doch zumindest auch nicht schaden. Eine Form des medizinischen Pragmatismus, mit der er sich bei Homöopahie-Lobbyisten nicht beliebt machen dürfte.

Die Lehre hinter der Homöopathie ist pseudowissenschaftlich

Auch in einem anderen Punkten muss ich den Skeptikern recht geben. Bei aller Sympathie mit den oft sehr engagierten Homöophathen: Die hahnemannsche Lehre, die in der klassischen Homöophatie fortgeführt wird, ist geradezu ein Lehrbuchbeispiel für Pseudowissenschaft. Die naturwissenschaftlich-kritische Homöopathie, die auch der mir bekannte Arzt praktiziert, versucht, diese Pseudowissenschaftlichkeit so weit wie möglich zu vermeiden, es bleibt aber ein Rest „reiner Glauben“. (Was ich nicht für verwerflich halte.)

Hahnemann gründete vor gut 200 Jahren seine Homöopathie auf zwei Grundsätzen. Zum einen sollen Krankheiten durch Medikamente behandelt werden, welche ähnliche Symptome hervorrufen wie die Krankheit selbst: „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“ (similia similibus curentur). Es gibt tatsächlich Therapien, wie etwa Impfungen oder Desensibilisierungen gegen Allergene, die diesem Prinzip zu entsprechen scheinen – aber Hahnemanns Idee, dass ein Heilmittel an Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen soll, wie die, an denen der Kranke leidet, ist in verallgemeinerter Form nicht haltbar.

Das andere Problem ist die sprichwörtliche homöopathische Verdünnung – ab einer Verdünnung von D 24 bzw. C 12 sind rechnerisch keine Wirkstoffmoleküle mehr im Präparat zu finden. (Weshalb solche „Hochpotenzen“ in der naturwissenschaftlich-kritischen Homöopathie auch nicht verwendet werden.) Dementsprechend begründete Hahnemann die Wirksamkeit der „Hochpotenzen“ in seinem Standardwerk „Organon der Heilkunst“ nicht mit der Wirkung der körperlichen Substanz oder physischen Wirkung eines Arzneistoffes, sondern er schreibt sie einer immateriellen, beim Verschütteln oder Verreiben aus den Wirkstoffen freigewordenen, „spezifischen Arzneikraft“ zu.

Mit anderen Worten: Homöopathie beruht in der Tat auf Magie, obwohl Hahnemann dieses Wort vermieden hätte.
Hahnemann trieb das Prinzip, dass das Verdünnen bzw. Potenzieren eines Wirkstoffs seine Wirkung erhöht, konsequent weiter. Eine „Hochpotenz“, in der der quasi fast nichts mehr von der Urtinktur vorzufinden ist, hätte die maximale Wirkung.
(Übersetzt auf Alltagsverhältnisse: Je weniger Kaffeemehl ich beim Kaffeekochen nehme, desto besser wirkt das Koffein im Kaffee. Etwas, was ich empirisch nicht bestätigen kann, während es bei entkoffeiniertem Kaffee durchaus einen Placeboeffekt geben kann.)

Das entscheidende Kriterium, die hahnemannsche Lehre als Pseudowissenschaft zu bezeichnen, ist allerdings die Art und Weise, mir der Hahnemann seine Hypothese gegen ihre Widerlegung immunisierte: Wirkt ein hömöopathisches Medikament nicht oder nicht wie gewünscht, dann gibt es eine lange Reihe Einflüsse, die Hahnemann für die Nichtwirkung der Homöopathie verantwortlich machte. Ich zitiere aus der Fußnote zu § 260 des „Organon“, was alles laut Hahnemann die Wirkung einer homöopathischen Arznei stören kann:

Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus. Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z. B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind gemeint sind fermentierte Fleischprodukte wie z.B. Salami M. M.), (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut-Bekleidung, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben’ u.s.w. Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll. Einige meiner Nachahmer scheinen durch Verbieten noch weit mehrer, ziemlich gleichgültiger Dinge die Diät des Kranken unnöthig zu erschweren, was nicht zu billigen ist.

Da ich mich auch ein wenig mit zeremonieller Magie befasst habe, fällt mir die Parallele zu einer bestimmten Sorte magischer Rituale ein, deren Schöpfer_innen gleich einen langen Katalog von Begründungen, oder besser Entschuldigungen, angeben, wieso dieses mächtige Ritual möglicherweise überhaupt nichts bewirkt. Als Magier, der dieses Ritual ausführt, kann ich nämlich schrecklich viel falsch machen, und wenn ich das Ritual doch richtig durchgeführt habe, und es passiert nichts, lag es selbstverständlich an den vielen bösen, bösen störenden äußeren Einflüssen.

„Normale“ Wirkungen homöopathischer Arzneien.

Nun arbeiten viele Heilpraktiker und Ärzte nicht nur mit den nahezu bis völlig wirkstofffreien „Hochpotenzen“ ab D9 (Verdünnung 1 : 1 Milliarde), sondern auch mit Verdünnungen zwischen 1:10.000 (D4) und 1:1 Million (D6), in denen die Wirkstoffe noch in nennenswerter Konzentration vorliegen. Bei diesen „Niederpotenzen“ zeigen sich die regulären Dosis-Wirkungs-Beziehungen des verwendeten Stoffes, „konventionelle“ Wirkungen sind möglich.

Bei der homöopatischen Halsschmerzbehandlung wird gern Apis (Gift der Honigbiene) gegeben. Die Verwendung von Bienengift stammt aus der Volksheilkunde, in der Homöopathie hat es sich in „niedrigen Potenzen“ bewährt. Von daher halte ich Apis für ein der Wirkung nach „konventionelles“ Naturheilmittel: Ein hochwirksamer Wirkstoff, der in kleiner Dosierung gegeben wird, und der in wenig verdünnter Form therapeutisch nicht handhabar wäre. (Ähnlich ist es z. B. mit Schlangengiften.)
In homöopathischen Halstabletten werden eine Reihe Pflanzenextrakte verwendet, die auch in der nicht-homöopathischen Naturheilkunde gegen Halsprobleme verordnet werden, z. B. Eukalyptus, Guajak, Euphorbium (Wolfsmilch) oder Ginseng – bezeichnenderweise in D2 bis D6 Verdünnung, also durchaus im Bereich „konventioneller“ Wirksamkeit.
Gegen „brennende“ Halsschmerzen gibt der Homöopath gerne Capsicum – also Chilischoten-Extrakt, der reich an Capsain ist. Capsain regt die Schleimhäute an – ein Beispiel, in dem das „Simile“-Prinzip die Homöopathen eher zufällig auf eine wirksame Substanz brachte.

Es gibt also über den Placeboeffekt hinaus wirksame Homöopathika. Auch wenn „die Homoöpathie“ als solche nicht funktioniert, halte ich es für verfehlt, diese nicht therapeutisch zu verwenden.

Martin Marheinecke

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5 Kommentare
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  1. Ich sehe die Wirkung der Homöopathie auch eher im Placebo-Effekt und genau deshalb finde ich es genial. Ich kann auch den Kritikpunkt nicht verstehen, dass hier die Gelder von den Krankenkassen verschwendet werden. In den meisten Fällen wird unser Körper selber wieder fit. Wenn Jemand mit einer Erkältung zum Homöopathen rennt und sich damit besser fühlt, ist mir das gerade Recht und hundert Mal besser, als sich beim Allgemeinmediziner Antibiotika verschreiben zu lassen. Placebos haben keine Nebenwirkungen und sind auch um einiges günstiger als die „Chemiekeule“. Das Problem ist, wenn es was ernsthaftes ist und der Homöopath es entweder nicht mitbekommt oder er meint, er bekommt es mit seinen Zuckerkügelchen hin. In der Regel wollen die sich aber auch nicht die Finger verbrennen und schicken Patienten mit ernsthaften Symptomen zum guten alten Onkel Doktor.

  2. Die Problematik ist das viele Menschen zu einer homöopathischen „Behandlung“ wenden und an diese auch glauben. Wenn wir jetzt diese finanzieren, erzeugen wir eine Kultur der Ignoranz da wir mit unserem Geld die Wirkung dessen anerkennen. Weil sonst wieso würde der Stadt diese auch finanzieren. Wenn wir sie verbieten, werden Leute die conspiracy’s lieben sagen das wir „Medikamente“ die Wirkung zeigen unterdrücken. Ich denke da, hilft nur reine Bildung und das Verständnis der Wissenschaft. Es ist wie Religion, man ist rational, bis man es nicht mehr aus persönlichen Interesse sein will.

  3. Und so geht die Vernunft (die Realität mit vernünftigem und logischen Denken zu ergründen) den Bach runter.
    Das als ersten Beitrag hier zu lesen reicht mir schon wieder.
    Als nächstes gibt es wahrscheinlich Einhörner und ich muss mich bei meinen Schuhen entschuldigen, weil die da drin wohnen.
    kopfschüttel

  4. Mir ist klar, dass ich mich mit meinem Beitrag sowohl bei Homöoopathen wie Homöopathiegegnern unbeliebt mache. Allerdings legte ich beim Abfassen meines Artikels durchaus Wert darauf, nicht irrational oder unlogisch zu argumentieren. Vielleicht ist mir das nicht immer zu Ihrer Zufriedenheit gelungen; ich habe durchaus Erfahrungen mit Skeptikern – die ich respektiere; ich bin nicht von ungefährt „Hoaxilla“-Fan – wie mit „Skeptikern“. Im Übrigen ist nornirsaett.de, auch wenn hier öfter einmal „esoterische“ Behauptungen kritisch beleuchtet werden, die Website einer paganen Gemeinschaft. Daher gibt es hier auch Artikel über Rituale, Magie, Göttinnen usw. – und warum nicht über Einhörner? 😉

  5. Homöopathie ist ein nettes Hobby, das doch jeder machen soll, der gerne Geld aus dem Fenster schmeißt. Das eigentliche Problem ist doch, dass homöopathische Präparate in Apotheken verkauft und sogar noch von den Kassen übernommen werden. Ein echtes Medikament unterliegt vor der Zulassung einem umfangreichen Zulassungsprozess mit Studien, die die Wirkung nachweisen müssen. Man darf einem Lifestyleprodukt wie homöopathischen Kügelchen nicht den Anschein erwecken lassen, es handele sich dabei um ein Medikament. Das ist eine Täuschung der Konsumenten nichts anderes. Die Studien, die nahelegen, dass Placebos auch nach vollständiger Aufklärung noch wirken, sind verdammt neu und geben der Idee kaum einen Freifahrtschein. Selbst wenn: Homöopathie spielt nicht mit offen Karten. Solange man die Zuckerkügelchen von einem Arzt verschrieben bekommt, in einer Apotheke kaufen kann oder sie von der Krankenkasse übernommen werden, werden Konsumenten nach Strich und Faden betrogen.

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