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	<title>Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt&#187; Gjallarhorn Weblog</title>
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		<title>Anmerkungen zum &#8220;Exorzismus-Rivival&#8221;</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/exorzismus/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/exorzismus/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 12:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Die meisten Menschen kennen Exorzismus zum Glück nur aus Gruselfilmen. Allenfalls in &#8220;unterentwickelten&#8221; Ländern oder in weltfremden Sekten scheint es noch solche &#8220;voraufgeklärten &#8221; Praktiken, so nach &#8220;Mittelalter&#8221; klingenden Riten zu geben. Allerdings ist Exorzismus durchaus kein &#8220;exotisches&#8221; Phänomen: es gibt ihn auch heute, auch in Deutschland und auch und vor allem in der römisch-katholischen Amtskirche.</p>
<p>Es geht im Folgenden nicht um den &#8220;kleinen Exorzismus&#8221; oder, im Sprachgebrauch der katholischen Kirche &#8220;einfachen Exorzismus&#8221;, also bannende oder &#8220;dem Bösen entsagende&#8221; Rituale. Gemeint ist der &#8220;große Exorzismus&#8221;, das, was gemeinhin &#8220;Teufelsaustreibung&#8221; genannt wird. Da ich kein Psychologe oder Psychiater bin, mag ich mich zum Phänomen der &#8220;Bessenheit&#8221; &#8211; ob es real ist, inwiefern es eine Form der Psychose darstellt, was es mit den &#8220;Dämonen&#8221; auf sich hat usw. &#8211; an dieser Stelle nicht äußern, obwohl ich darüber sehr wohl eine Ansicht habe.<br />
Der &#8220;große Exorzismus&#8221; ist weiterhin Bestandteil der römisch-katholischer Lehre und jener der orthodoxen Kirchen. Außerdem sind z. T. recht heftige exorzistische Praktiken in evangelikalen Kirchen weit verbreitet. </p>
<p>Wichtiger als die Frage nach der Natur der &#8220;Besessenheit&#8221; ist, dass ein Exorzismus für den &#8220;Bessesenen&#8221;, denen die &#8220;Dämonen&#8221; ausgetrieben werden, selbst bei einfühlsamer, verständnisvoller und psychologisch sachkundiger Ausführung eine enorme Belastung ist.</p>
<p>Nach katholischer Praxis besteht ein &#8220;großer Exorzismus&#8221; darin, dass zunächst der Dämon &#8220;bedroht&#8221; wird. Dann wird der &#8220;Name&#8221; des Dämonen erfragt &#8211; gemäß der Vorstellung, dass die Kenntnis des Namens magische Macht über den Namensträger verleiht. Anschließend wird der Dämon mit einem &#8220;Ausfahrwort&#8221; bedacht, und zwar kraft der geistigen Autorität, die Jesus &#8220;seiner&#8221; Kirche verliehen hat. (Das Prinzip ist also: Jesus ist stärker als der Teufel bzw. dessen Dämonen, ein Priester in der Nachfolge Jesus kann sich auf dessen Autorität berufen und den Dämonen in seinem Namen vertreiben.) Dem schließt sich ein Rückkehrverbot für den oder die ausgetrieben Dämonen an.</p>
<p>Der &#8220;große Exorzismus&#8221; setzt also ein streng dualistisches Weltbild, in denen die Mächte des Guten und die des Bösen um die Seele der Menschen kämpfen, voraus. Der Teufel ist darin eine reale, intelligente, mit eigenem Willen ausgestattete Wesenheit, eine Art Antigott, nicht etwa &#8220;nur&#8221; ein Symbol für &#8220;das Böse im Menschen&#8221;, ein Archetypus oder gar nur eine &#8220;Allegorie des Bösen&#8221;. Die Dämonen sind grundsätzlich &#8220;böse&#8221; &#8211; so etwas wie ein wohlwollender, hilfreicher oder neutraler &#8220;Daimon&#8221;, von dem etwa Sokrates sprach, ist in diesem Weltbild nicht vorgesehen.<br />
Tatsächlich kommt der christlichen Exorzismus nicht aus der jüdischen, sondern der hellenistischen Tradition &#8211; Jesus lebte nun einmal in einer teilweise hellenistisch geprägten Umwelt, und die Evangelisten dachten mehr oder weniger hellenistisch. Im heidnischen Griechenland unterschied man aber zwischen hilfreichen Eudaimonen und schädliche Kakodaimonen. Wenn es diese Unterscheidung im frühen Christentum noch gegeben haben sollte, verschwand sie spätestens durch die Einflüsse des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manich%C3%A4ismus" target="_blank">Manichäismus</a>. In der manichäistischen Weltsicht stehen sich das göttliche Lichtreich und das Reich der Finsternis als Gegner gegenüber &#8211; anders als im jüdischen Denken, dem der Satan (&#8220;Ankläger&#8221;) &#8220;Beauftragter&#8221; der einzigen Gottes ist, also nicht dessen eigene Ziele verfolgender Gegenspieler.<br />
Das quasi-manichäistische &#8220;schwarz-weiß&#8221; Denken in den christlichen Kirchen ab der Spätantike dürfte sehr stark vom Philosophen und &#8220;Kirchenvater&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Augustinus_von_Hippo" target="_blank">Augustinus von Hippo</a> geprägt worden sein. Augustinus war Manichäer, bevor er zum Christentum konvertierte und die Manichäer wortmächtig angriff. Wahrscheinlich war Augustinus auch als Christ noch vom Manichäismus beeinflusst gewesen. Dafür spricht der Dualismus zwischen den Reichen der Guten und des Bösen in seinem Werk <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/De_civitate_Dei" target="_blank">De civitate Dei</a>, &#8220;der Gottesstaat&#8221;, die Fegefeuerlehre, die Höllenlehre, die Erbsündenlehre und vor allem die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4destination" target="_blank">Prädestinationslehre </a>. Ohne all dies hätte der &#8220;große Exorzismus&#8221; der Kirchen &#8211; wenn es ihn überhaupt noch gäbe &#8211; sicher einen völlig anderen Charakter. </p>
<p>Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass allein der &#8220;christliche Exorzismus&#8221; problematisch sei. Immerhin geht er auf heidnische Vorstellungen zurück, und immerhin spielen exorzistische Praktiken in vielen traditionellen Schamanismen und im Neo-Schamanismus eine große Rolle. Vor allem die atemberaubend dilettantischen Praktiken mancher Esoteriker und vieler &#8220;Auchmal-Okkultisten&#8221; dürften ziemlich heftige psychische Schäden hinterlassen.<br />
Allerdings ist die Frage nach der Verantwortung bei großen Amtskirchen mit beachtlichen gesellschaftlichem, politischen und persönlichen Einfluss, die sogar von Nichtmitgliedern als moralische Autoritäten wahrgenommen werden, sehr viel wichtiger.</p>
<p>Nun spielt sich, zum Glück für die &#8220;Besessenen&#8221;, nicht jeder &#8220;große Exorzismus&#8221; ähnlich ab wie im Film. Dennoch gibt es immer wieder Fälle, die aus einem Horrorfilm der heftigen Sorte stammen könnten. Schlagzeilen machte im Jahr 2005 der Fall der jungen Nonne Maricica Cornici, die im rumänischen Kloster Tanacu bei einem exorzistischen Rituals an ein Kreuz gebunden wurde und an den Folgen starb.</p>
<p>In Deutschland wirkt der &#8220;Fall Michel&#8221; bis heute nach. m 1. Juli 1976 starbt im unterfränkischen Klingenberg die Studentin Anneliese Michel bei einem vom damaligen Würzburger Bischof Josef Stangl genehmigten Exorzismus an Entkräftung. Die junge Frau, die die ärztliche Behandlung abgebrochen hatte, wog nur noch 31 Kilogramm. Anneliese Michel litt an Temporallappenepilepsie, einer Krankheit, die oft mit depressiven und paranoiden Phasen einhergeht &#8211; und das war ihren Exorzisten bekannt. (Wikipedia-Artikel: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anneliese_Michel" target="_blank">Anneliese Michel</a>.) Auch die katholische Lehre unterscheidet schon lange zwischen psychisch Kranken und &#8220;Besessenen&#8221;, wobei Kranke nicht exorziert werden dürfen.<br />
Es ist bemerkenswert, wie viele Entwicklungen in der katholischen Kirche direkt oder indirekt vom &#8220;Fall Michel&#8221; beeinflusst wurden. Erst durch diesen Skandal kam ein lange Jahre geduldeter und unter den Teppich gekehrter Missstand ans Licht der breiten Öffentlichkeit. </p>
<p>Die 1999 beschlossenen neuen Exorzismusrituale der katholische Kirche, die solche tödlichen Zwischenfälle wie in Klingenberg verhindern sollen, geht dann auch auf eine Anregung der deutschen Bischofskonferenz zurück. Allerdings halten viele Exorzisten das geänderte Ritual für völlig unbrauchbar. Fast alle als Exorzist ausgebildeten Priester verwenden weiterhin das alte &#8220;Rituale Romanum&#8221; von 1614, das durch das Eingreifen von Kardinal Joseph Ratzinger (damals Leiter der Glaubenskongregation) weiterhin erlaubt ist.<br />
Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass unter Ratziger (Papst Benedikt XVI.) wie schon unter seinem Vorgänger Karol Wojtyła (Johannes Paul II.), weiterhin Exorzisten ausgebildet werden. Im Jahre 2003 wurden laut &#8220;Spiegel TV&#8221; in Italien circa 200 Priester als Exorzisten bestellt. Ratzinger äußerte mittlerweile die Absicht, 3.000 neue Exorzisten ausbilden zu lassen. Der Exozismus gewann in der römisch-katholischen Kirche in den letzten Jahren an Bedeutung, möglicherweise angeregt durch die &#8220;Konkurrenz&#8221; der fundamentalistischen evangelikalen Kirchen, die den Teufel und dämonische Besessenheit schon lange erfolgreich &#8220;anbieten&#8221;. Jedenfalls bietet der Vatikan seit den 1990er Jahre verstärkt Exorzismuskurse. 2004 fand die erste internationale Exorzismuskonferenz in Mexiko statt, auf der <i>(für einen Nicht-Christen: paradoxerweise)</i> beschlossen wurde, verstärkt gegen den Okkultismus vorzugehen.<br />
Während einer Generalaudienz auf dem Petersplatz am 15. September 2005 wandte sich der deutsche Papst an die Teilnehmer des Nationalkongresses der italienischen Exorzisten und ermutigte sie dazu, &#8220;mit ihrem wertvollen Dienst an der Kirche fortzufahren&#8221;.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund verwundert es dann auch nicht, wenn in Polen katholisch Kirchfunktionäre zu viel Böses in der Welt am Werke sehe &#8211; und deshalb mehr Exorzisten fordern.<br />
<a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/165169.gesteigerter-bedarf-an-teufelsaustreibern.html" target="_blank">Gesteigerter Bedarf an Teufelsaustreibern (neues deutschland)</a>.<br />
Erstmals wurden dieses Jahr vertrauenswürdige Journalisten aus den Religionsressorts elektronischer und gedruckter Medien zur halbjährlich stattfindenden Exorzistenkonferenz eingeladen. Der von der polnischen Bischofskonferenz benannte Koordinator der Exorzisten, Pfarrer Marian Piatkowski, gab bekannt, dass die mehr als 80 in den 48 Diözesen zum &#8220;besonders wertvollen Dienst an der Kirche&#8221; berufenen Geistlichen bereits zum 22. Mal über die &#8220;Vertiefung des Wissens von den Dämonen&#8221; berieten.<br />
Offensichtlich wird das von Teilen der &#8220;katholische Basis&#8221;, von den einfachen Frommen, begrüßt und verlangt &#8211; als Kampf gegen das Böse, das sie sich, durchaus in Übereinstimmung mit den Katechismus, als Wirken eines verführenden, quälenden und von der Seele des Menschen Besitz ergreifenden Teufels und seiner Dämonen vorstellen. Beängstigend dabei ist, dass als Zeichen einer beginnenden &#8220;Besessenheit&#8221; auch Depressionen und Hoffnungslosigkeit gelten &#8211;  oder aber mit anhaltenden Bauch-, Rücken und Halsschmerzen. <i>Dem entsprechend dürfte es sehr viele &#8220;Verdachtsfälle&#8221; geben &#8211; und die Schwelle zur religösen Hysterie ziemlich niedrig liegen.</i><br />
Jedenfalls braucht die römisch-katholische Kirche dringend neue &#8220;qualifizierte Kräfte&#8221;, um der Nachfrage der Kirchengemeinden nachzukommen. </p>
<p>Auch in Deutschland ist das &#8220;Exorzismus-Revival&#8221; unübersehbar &#8211; wobei es letzten Endes egal ist, ob das auf zunehmend auf &#8220;Kampf der Zivilisationen&#8221; gebürstete Theologen und auf &#8220;christliche Werte&#8221; der autoritären Art einfordernde Politiker zurückzuführen ist &#8211; oder doch eher auf das Kalkül, dass &#8220;harte Religiosität&#8221; gefragt ist und der drohenden Abwanderung fundamentalistisch gesonnener Christen aus der römisch-katholischen Kirche vorbeugt. Jedenfalls spielt es eine Rolle, dass der &#8220;Fall Michel&#8221; nicht mehr so sehr im öffentlichen Bewusstsein präsent ist wie noch vor wenigen Jahren, und dass die katholische Kirche als ethisch-moralische Instanz in Medien und Politik bemerkenswert wenig hinterfragt fragt.</p>
<p>Man muss fairerweise erwähnen, dass die deutsche katholische Bischofskonferenz, die ja auch beim &#8220;entschärften&#8221; Exorzismus-Ritual von 1999 federführend war, sich dem Wunsch des Vatikan, jedes Bistum möge einen Exorzisten ausweisen, widersetzt. Es sei kein Bedarf da. Doch wird nach Aussagen verschiedener Beteiligter in Deutschland beinahe täglich ein Exorzismus vollzogen, meist inoffiziell und ohne Wissen der Diözesen.</p>
<p>Es existiert also offensichtlich ein &#8220;ritueller Schwarzmarkt&#8221;. Der Schluss liegt nahe, dass es grundliegende spirituelle Bedürfnisse gibt, die ein Exorzismus bedient. Bedürfnisse, die innerhalb der Denkstrukturen des &#8220;volksfrömmigen&#8221; katholischen Christentums am &#8220;systemkonformsten&#8221; in Form des &#8220;großen Exorzismus&#8221; befriedigt werden können.<br />
Damit ist keineswegs gesagt, dass diese &#8220;Schwarzmarkt-Exorzisten&#8221; nicht doch mit dem Segen und der Unterstürzung eher fundamentalistisch gesonnener Bischöfe handeln. Vor zwei Jahre machte ein WDR-Hörfunkfeature Furore: Die Rundfunkautoren waren nach eigenen Angaben in zwei Jahren bei acht Exorzismen zugegen gewesen sein. Drei Exorzismusfälle bestätigt die Erzdiözese Paderborn.<br />
Pikant ist, dass der &#8220;Teufelsaustreiber aus Bayern&#8221;, der auch in außerbayerischen Bistümern, darunter Paderborn, tätig geworden sein soll, angeblich durch den Augsburger Bischof Walter Mixa beauftragt wurde. Mixa äußerte sich dazu nicht. Allerdings ist es vielsagend, dass der Sprecher des Augsburger Bischof, Goldt, den Exorzimus verteidigte und dabei den &#8220;kleinen&#8221; und den &#8220;großen&#8221; Exorzismus in meiner Ansicht nach verharmlosenden Weise durcheinanderbrachte: Bei der Austreibung von Dämonen und bösen Mächten handele es sich heute im kirchlichen Rahmen um Gebete mit der Bitte um Befreiung vom Bösen, wie dies zum Beispiel auch im Vater Unser enthalten sei. Bei jeder Taufe werde ein Exorzismus-Gebet gesprochen, das den Täufling den Mächten des Bösen entziehe. Der (von Ratzinger erlaubte!) Exorzismus nach dem alten &#8220;Rituale Romanum&#8221; geht da doch ganz anders zur Sache!</p>
<p>Hierzu:<br />
<a href="http://www.br-online.de/aktuell/exorzismus-kirche-bayern-ID1211195412707.xml" target="_blank">Exorzismus in Deutschland  Bistum Eichstätt untersagt Teufelsaustreibungen (br-online)</a></p>
<p><a href="http://www.welt.de/vermischtes/article2015668/Die_dunkle_Macht_des_Exorzismus_greift_um_sich.html" target="_blank">Die dunkle Macht des Exorzismus greift um sich (welt.de)</a></p>
<p>Marcus Wegner (2009): <a href="http://www.amazon.de/Exorzismus-heute-Teufel-spricht-deutsch/dp/3579064762" target="_blank">Exorzismus heute. Der Teufel spricht deutsch.</a> Gütersloher Verlagshaus, München.</p>
<p>Besprechung des Buches: <a href="http://blog.gwup.net/2010/02/17/exorzismus-in-deutschland/" target="_blank">Exorzismus in Deutschland (GWUP)</a></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/">Das Odins Auge Projekt</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/exorzismus/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Menschen kennen Exorzismus zum Glück nur aus Gruselfilmen. Allenfalls in &#8220;unterentwickelten&#8221; Ländern oder in weltfremden Sekten scheint es noch solche &#8220;voraufgeklärten &#8221; Praktiken, so nach &#8220;Mittelalter&#8221; klingenden Riten zu geben. Allerdings ist Exorzismus durchaus kein &#8220;exotisches&#8221; Phänomen: es gibt ihn auch heute, auch in Deutschland und auch und vor allem in der römisch-katholischen Amtskirche.</p>
<p>Es geht im Folgenden nicht um den &#8220;kleinen Exorzismus&#8221; oder, im Sprachgebrauch der katholischen Kirche &#8220;einfachen Exorzismus&#8221;, also bannende oder &#8220;dem Bösen entsagende&#8221; Rituale. Gemeint ist der &#8220;große Exorzismus&#8221;, das, was gemeinhin &#8220;Teufelsaustreibung&#8221; genannt wird. Da ich kein Psychologe oder Psychiater bin, mag ich mich zum Phänomen der &#8220;Bessenheit&#8221; &#8211; ob es real ist, inwiefern es eine Form der Psychose darstellt, was es mit den &#8220;Dämonen&#8221; auf sich hat usw. &#8211; an dieser Stelle nicht äußern, obwohl ich darüber sehr wohl eine Ansicht habe.<br />
Der &#8220;große Exorzismus&#8221; ist weiterhin Bestandteil der römisch-katholischer Lehre und jener der orthodoxen Kirchen. Außerdem sind z. T. recht heftige exorzistische Praktiken in evangelikalen Kirchen weit verbreitet. </p>
<p>Wichtiger als die Frage nach der Natur der &#8220;Besessenheit&#8221; ist, dass ein Exorzismus für den &#8220;Bessesenen&#8221;, denen die &#8220;Dämonen&#8221; ausgetrieben werden, selbst bei einfühlsamer, verständnisvoller und psychologisch sachkundiger Ausführung eine enorme Belastung ist.</p>
<p>Nach katholischer Praxis besteht ein &#8220;großer Exorzismus&#8221; darin, dass zunächst der Dämon &#8220;bedroht&#8221; wird. Dann wird der &#8220;Name&#8221; des Dämonen erfragt &#8211; gemäß der Vorstellung, dass die Kenntnis des Namens magische Macht über den Namensträger verleiht. Anschließend wird der Dämon mit einem &#8220;Ausfahrwort&#8221; bedacht, und zwar kraft der geistigen Autorität, die Jesus &#8220;seiner&#8221; Kirche verliehen hat. (Das Prinzip ist also: Jesus ist stärker als der Teufel bzw. dessen Dämonen, ein Priester in der Nachfolge Jesus kann sich auf dessen Autorität berufen und den Dämonen in seinem Namen vertreiben.) Dem schließt sich ein Rückkehrverbot für den oder die ausgetrieben Dämonen an.</p>
<p>Der &#8220;große Exorzismus&#8221; setzt also ein streng dualistisches Weltbild, in denen die Mächte des Guten und die des Bösen um die Seele der Menschen kämpfen, voraus. Der Teufel ist darin eine reale, intelligente, mit eigenem Willen ausgestattete Wesenheit, eine Art Antigott, nicht etwa &#8220;nur&#8221; ein Symbol für &#8220;das Böse im Menschen&#8221;, ein Archetypus oder gar nur eine &#8220;Allegorie des Bösen&#8221;. Die Dämonen sind grundsätzlich &#8220;böse&#8221; &#8211; so etwas wie ein wohlwollender, hilfreicher oder neutraler &#8220;Daimon&#8221;, von dem etwa Sokrates sprach, ist in diesem Weltbild nicht vorgesehen.<br />
Tatsächlich kommt der christlichen Exorzismus nicht aus der jüdischen, sondern der hellenistischen Tradition &#8211; Jesus lebte nun einmal in einer teilweise hellenistisch geprägten Umwelt, und die Evangelisten dachten mehr oder weniger hellenistisch. Im heidnischen Griechenland unterschied man aber zwischen hilfreichen Eudaimonen und schädliche Kakodaimonen. Wenn es diese Unterscheidung im frühen Christentum noch gegeben haben sollte, verschwand sie spätestens durch die Einflüsse des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manich%C3%A4ismus" target="_blank">Manichäismus</a>. In der manichäistischen Weltsicht stehen sich das göttliche Lichtreich und das Reich der Finsternis als Gegner gegenüber &#8211; anders als im jüdischen Denken, dem der Satan (&#8220;Ankläger&#8221;) &#8220;Beauftragter&#8221; der einzigen Gottes ist, also nicht dessen eigene Ziele verfolgender Gegenspieler.<br />
Das quasi-manichäistische &#8220;schwarz-weiß&#8221; Denken in den christlichen Kirchen ab der Spätantike dürfte sehr stark vom Philosophen und &#8220;Kirchenvater&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Augustinus_von_Hippo" target="_blank">Augustinus von Hippo</a> geprägt worden sein. Augustinus war Manichäer, bevor er zum Christentum konvertierte und die Manichäer wortmächtig angriff. Wahrscheinlich war Augustinus auch als Christ noch vom Manichäismus beeinflusst gewesen. Dafür spricht der Dualismus zwischen den Reichen der Guten und des Bösen in seinem Werk <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/De_civitate_Dei" target="_blank">De civitate Dei</a>, &#8220;der Gottesstaat&#8221;, die Fegefeuerlehre, die Höllenlehre, die Erbsündenlehre und vor allem die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4destination" target="_blank">Prädestinationslehre </a>. Ohne all dies hätte der &#8220;große Exorzismus&#8221; der Kirchen &#8211; wenn es ihn überhaupt noch gäbe &#8211; sicher einen völlig anderen Charakter. </p>
<p>Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass allein der &#8220;christliche Exorzismus&#8221; problematisch sei. Immerhin geht er auf heidnische Vorstellungen zurück, und immerhin spielen exorzistische Praktiken in vielen traditionellen Schamanismen und im Neo-Schamanismus eine große Rolle. Vor allem die atemberaubend dilettantischen Praktiken mancher Esoteriker und vieler &#8220;Auchmal-Okkultisten&#8221; dürften ziemlich heftige psychische Schäden hinterlassen.<br />
Allerdings ist die Frage nach der Verantwortung bei großen Amtskirchen mit beachtlichen gesellschaftlichem, politischen und persönlichen Einfluss, die sogar von Nichtmitgliedern als moralische Autoritäten wahrgenommen werden, sehr viel wichtiger.</p>
<p>Nun spielt sich, zum Glück für die &#8220;Besessenen&#8221;, nicht jeder &#8220;große Exorzismus&#8221; ähnlich ab wie im Film. Dennoch gibt es immer wieder Fälle, die aus einem Horrorfilm der heftigen Sorte stammen könnten. Schlagzeilen machte im Jahr 2005 der Fall der jungen Nonne Maricica Cornici, die im rumänischen Kloster Tanacu bei einem exorzistischen Rituals an ein Kreuz gebunden wurde und an den Folgen starb.</p>
<p>In Deutschland wirkt der &#8220;Fall Michel&#8221; bis heute nach. m 1. Juli 1976 starbt im unterfränkischen Klingenberg die Studentin Anneliese Michel bei einem vom damaligen Würzburger Bischof Josef Stangl genehmigten Exorzismus an Entkräftung. Die junge Frau, die die ärztliche Behandlung abgebrochen hatte, wog nur noch 31 Kilogramm. Anneliese Michel litt an Temporallappenepilepsie, einer Krankheit, die oft mit depressiven und paranoiden Phasen einhergeht &#8211; und das war ihren Exorzisten bekannt. (Wikipedia-Artikel: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anneliese_Michel" target="_blank">Anneliese Michel</a>.) Auch die katholische Lehre unterscheidet schon lange zwischen psychisch Kranken und &#8220;Besessenen&#8221;, wobei Kranke nicht exorziert werden dürfen.<br />
Es ist bemerkenswert, wie viele Entwicklungen in der katholischen Kirche direkt oder indirekt vom &#8220;Fall Michel&#8221; beeinflusst wurden. Erst durch diesen Skandal kam ein lange Jahre geduldeter und unter den Teppich gekehrter Missstand ans Licht der breiten Öffentlichkeit. </p>
<p>Die 1999 beschlossenen neuen Exorzismusrituale der katholische Kirche, die solche tödlichen Zwischenfälle wie in Klingenberg verhindern sollen, geht dann auch auf eine Anregung der deutschen Bischofskonferenz zurück. Allerdings halten viele Exorzisten das geänderte Ritual für völlig unbrauchbar. Fast alle als Exorzist ausgebildeten Priester verwenden weiterhin das alte &#8220;Rituale Romanum&#8221; von 1614, das durch das Eingreifen von Kardinal Joseph Ratzinger (damals Leiter der Glaubenskongregation) weiterhin erlaubt ist.<br />
Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass unter Ratziger (Papst Benedikt XVI.) wie schon unter seinem Vorgänger Karol Wojtyła (Johannes Paul II.), weiterhin Exorzisten ausgebildet werden. Im Jahre 2003 wurden laut &#8220;Spiegel TV&#8221; in Italien circa 200 Priester als Exorzisten bestellt. Ratzinger äußerte mittlerweile die Absicht, 3.000 neue Exorzisten ausbilden zu lassen. Der Exozismus gewann in der römisch-katholischen Kirche in den letzten Jahren an Bedeutung, möglicherweise angeregt durch die &#8220;Konkurrenz&#8221; der fundamentalistischen evangelikalen Kirchen, die den Teufel und dämonische Besessenheit schon lange erfolgreich &#8220;anbieten&#8221;. Jedenfalls bietet der Vatikan seit den 1990er Jahre verstärkt Exorzismuskurse. 2004 fand die erste internationale Exorzismuskonferenz in Mexiko statt, auf der <i>(für einen Nicht-Christen: paradoxerweise)</i> beschlossen wurde, verstärkt gegen den Okkultismus vorzugehen.<br />
Während einer Generalaudienz auf dem Petersplatz am 15. September 2005 wandte sich der deutsche Papst an die Teilnehmer des Nationalkongresses der italienischen Exorzisten und ermutigte sie dazu, &#8220;mit ihrem wertvollen Dienst an der Kirche fortzufahren&#8221;.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund verwundert es dann auch nicht, wenn in Polen katholisch Kirchfunktionäre zu viel Böses in der Welt am Werke sehe &#8211; und deshalb mehr Exorzisten fordern.<br />
<a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/165169.gesteigerter-bedarf-an-teufelsaustreibern.html" target="_blank">Gesteigerter Bedarf an Teufelsaustreibern (neues deutschland)</a>.<br />
Erstmals wurden dieses Jahr vertrauenswürdige Journalisten aus den Religionsressorts elektronischer und gedruckter Medien zur halbjährlich stattfindenden Exorzistenkonferenz eingeladen. Der von der polnischen Bischofskonferenz benannte Koordinator der Exorzisten, Pfarrer Marian Piatkowski, gab bekannt, dass die mehr als 80 in den 48 Diözesen zum &#8220;besonders wertvollen Dienst an der Kirche&#8221; berufenen Geistlichen bereits zum 22. Mal über die &#8220;Vertiefung des Wissens von den Dämonen&#8221; berieten.<br />
Offensichtlich wird das von Teilen der &#8220;katholische Basis&#8221;, von den einfachen Frommen, begrüßt und verlangt &#8211; als Kampf gegen das Böse, das sie sich, durchaus in Übereinstimmung mit den Katechismus, als Wirken eines verführenden, quälenden und von der Seele des Menschen Besitz ergreifenden Teufels und seiner Dämonen vorstellen. Beängstigend dabei ist, dass als Zeichen einer beginnenden &#8220;Besessenheit&#8221; auch Depressionen und Hoffnungslosigkeit gelten &#8211;  oder aber mit anhaltenden Bauch-, Rücken und Halsschmerzen. <i>Dem entsprechend dürfte es sehr viele &#8220;Verdachtsfälle&#8221; geben &#8211; und die Schwelle zur religösen Hysterie ziemlich niedrig liegen.</i><br />
Jedenfalls braucht die römisch-katholische Kirche dringend neue &#8220;qualifizierte Kräfte&#8221;, um der Nachfrage der Kirchengemeinden nachzukommen. </p>
<p>Auch in Deutschland ist das &#8220;Exorzismus-Revival&#8221; unübersehbar &#8211; wobei es letzten Endes egal ist, ob das auf zunehmend auf &#8220;Kampf der Zivilisationen&#8221; gebürstete Theologen und auf &#8220;christliche Werte&#8221; der autoritären Art einfordernde Politiker zurückzuführen ist &#8211; oder doch eher auf das Kalkül, dass &#8220;harte Religiosität&#8221; gefragt ist und der drohenden Abwanderung fundamentalistisch gesonnener Christen aus der römisch-katholischen Kirche vorbeugt. Jedenfalls spielt es eine Rolle, dass der &#8220;Fall Michel&#8221; nicht mehr so sehr im öffentlichen Bewusstsein präsent ist wie noch vor wenigen Jahren, und dass die katholische Kirche als ethisch-moralische Instanz in Medien und Politik bemerkenswert wenig hinterfragt fragt.</p>
<p>Man muss fairerweise erwähnen, dass die deutsche katholische Bischofskonferenz, die ja auch beim &#8220;entschärften&#8221; Exorzismus-Ritual von 1999 federführend war, sich dem Wunsch des Vatikan, jedes Bistum möge einen Exorzisten ausweisen, widersetzt. Es sei kein Bedarf da. Doch wird nach Aussagen verschiedener Beteiligter in Deutschland beinahe täglich ein Exorzismus vollzogen, meist inoffiziell und ohne Wissen der Diözesen.</p>
<p>Es existiert also offensichtlich ein &#8220;ritueller Schwarzmarkt&#8221;. Der Schluss liegt nahe, dass es grundliegende spirituelle Bedürfnisse gibt, die ein Exorzismus bedient. Bedürfnisse, die innerhalb der Denkstrukturen des &#8220;volksfrömmigen&#8221; katholischen Christentums am &#8220;systemkonformsten&#8221; in Form des &#8220;großen Exorzismus&#8221; befriedigt werden können.<br />
Damit ist keineswegs gesagt, dass diese &#8220;Schwarzmarkt-Exorzisten&#8221; nicht doch mit dem Segen und der Unterstürzung eher fundamentalistisch gesonnener Bischöfe handeln. Vor zwei Jahre machte ein WDR-Hörfunkfeature Furore: Die Rundfunkautoren waren nach eigenen Angaben in zwei Jahren bei acht Exorzismen zugegen gewesen sein. Drei Exorzismusfälle bestätigt die Erzdiözese Paderborn.<br />
Pikant ist, dass der &#8220;Teufelsaustreiber aus Bayern&#8221;, der auch in außerbayerischen Bistümern, darunter Paderborn, tätig geworden sein soll, angeblich durch den Augsburger Bischof Walter Mixa beauftragt wurde. Mixa äußerte sich dazu nicht. Allerdings ist es vielsagend, dass der Sprecher des Augsburger Bischof, Goldt, den Exorzimus verteidigte und dabei den &#8220;kleinen&#8221; und den &#8220;großen&#8221; Exorzismus in meiner Ansicht nach verharmlosenden Weise durcheinanderbrachte: Bei der Austreibung von Dämonen und bösen Mächten handele es sich heute im kirchlichen Rahmen um Gebete mit der Bitte um Befreiung vom Bösen, wie dies zum Beispiel auch im Vater Unser enthalten sei. Bei jeder Taufe werde ein Exorzismus-Gebet gesprochen, das den Täufling den Mächten des Bösen entziehe. Der (von Ratzinger erlaubte!) Exorzismus nach dem alten &#8220;Rituale Romanum&#8221; geht da doch ganz anders zur Sache!</p>
<p>Hierzu:<br />
<a href="http://www.br-online.de/aktuell/exorzismus-kirche-bayern-ID1211195412707.xml" target="_blank">Exorzismus in Deutschland  Bistum Eichstätt untersagt Teufelsaustreibungen (br-online)</a></p>
<p><a href="http://www.welt.de/vermischtes/article2015668/Die_dunkle_Macht_des_Exorzismus_greift_um_sich.html" target="_blank">Die dunkle Macht des Exorzismus greift um sich (welt.de)</a></p>
<p>Marcus Wegner (2009): <a href="http://www.amazon.de/Exorzismus-heute-Teufel-spricht-deutsch/dp/3579064762" target="_blank">Exorzismus heute. Der Teufel spricht deutsch.</a> Gütersloher Verlagshaus, München.</p>
<p>Besprechung des Buches: <a href="http://blog.gwup.net/2010/02/17/exorzismus-in-deutschland/" target="_blank">Exorzismus in Deutschland (GWUP)</a></p>
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		<title>Haiti, das Erdbeben und Voodoo</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 17:03:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Am 12. Januar ereignete sich im Karibikstaat Haiti ein verheerendes Erdbeben, das nach Regierungsangaben über 200.000 Menschenleben forderte und die ohnehin schwache Infrastruktur des Landes weitgehend zerstörte. Der auch politisch einflußreiche fundamentalistische US-Televangelist Pat Robertson ist bekanntlich der Meinung, dass die Haitaner mit ihrem Voodoo selbst Schuld an der Erdbebenkatastrophe seien: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=59NCduEhkBM" target="_blank">Pat Robertson &#8211; Haiti&#8217;s Pact w/ Devil Created Earthquake</a> (video). Auch Al Mohler, Leiter des theologischen Seminars der SBC in Nashville ist der Ansicht, dass das Erdbeben der Wille Gottes und das Erdbeben eine Strafe für Synkretismus sei, also die Vermischung von christlichen Glauben und Voodoo: <a href="http://www.albertmohler.com/2010/01/14/does-god-hate-haiti/" target="_blank">Does God hate Haiti?</a>.<br />
Eine mit dem Prinzip der christlichen Nächstenliebe nicht verträgliche Haltung, die nicht nur im Bible Belt, sonder auch unter einigen mitteleuropäischen Katholiken auf Zustimmung stößt: <a href="http://www.nornirsaett.de/osterreichischer-pfarrer-halt-haiti-beben-fur-strafe-gottes/" target="_blank">Österreichischer Pfarrer hält Haiti-Beben für Strafe Gottes</a>.</p>
<p>Demnach hätten 1791 die aufständischen Sklaven einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, um sich von der französischen Kolonialmacht und dem Sklavendasein zu befreien. In der Konsequenz würde auf Haiti ein Fluch lasten, der so lange anhält, wie dort der satanistische Zauberkult des Voodoo praktiziert würde.<br />
Nun mag man über religiöse Fanatiker lächeln, auch wenn ich über Hassprediger &#8211; und dafür halte ich Fundamentalisten vom Kaliber Robertsons &#8211; nur bitter Lachen kann. </p>
<p>Wenn auch außerhalb religiös-extremistischer Kreise die Vorstellung, dass das am 14. August 1791 tatsächlich abgehaltene Opferritual vom <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bois_Ca%C3%AFman" target="_blank">Bois Caïman</a> einen bis heute nachwirkenden &#8220;Teufelspakt&#8221; bewirkt hätte, nur Kopfschütteln auslöst, gibt es durchaus ernstzunehmende Kommentatoren, die im Voodoo eine wesentliche Ursache der haitianischen Misere sehen.<br />
So machte sich Marko Martin in einen Gastkommentar auf Welt.de <a href="<br />
http://www.welt.de/die-welt/debatte/article5950712/Im-Schatten-des-Voodoo.html" target="_blank">Unkorrekte Gedanken über Haiti &#8211; Im Schatten des Voodoo</a>. Darin heißt es:</p>
<blockquote><p>Ist es herzlos, jetzt im Augenblick der größtmöglichen Katastrophe die Frage zu wagen, weshalb ausgerechnet Haiti, immerhin bereits 1804 unabhängig geworden, zu einer Art Vorhölle werden konnte? Experten sagen, dass erdbebentaugliche Bauweise (wie etwa im rationalen Costa Rica seit den Fünfzigerjahren Usus) ein Massensterben verhindert hätte. Auch weisen sie darauf hin, dass ein Land, welches seine Bodenschätze nicht nutzt und stattdessen Wälder abholzt, zur perfekten Einflugschneise für Hurrikans wird. Weshalb jedoch dieser empörende Mangel an Vorausschau?</p></blockquote>
<p>Die naheliegenste Anwort ist: 1957 begann ein jahrzehntelanges brutales Regime unter dem &#8220;Papa Doc&#8221; genannten Diktator Francois Duvalier. Seine Tyrannei trieb die Verarmung der Bevölkerung voran. Daran änderte sich mit Duvaliers Tod im Jahr 1971 nichts, als sein Sohn Jean-Claude (&#8220;Bebé Doc&#8221;) die Macht übernahm und das Terrorregime fortsetzte, bis er 1986 nach Hungerrevolten gestürzt würde. Unter den Duvaliers waren Zehntausende getötet worden. Die Duvaliers hatten insofern etwas mit Voodoo zu tun, da sie die damit verbundene Mythen propagandistisch ausnutzten &#8211; so stillisierte sich &#8220;Papa Doc&#8221; zum &#8220;Baron Samedi&#8221;, einem Totengott des Voodoo. Wegen der allgegenwärtigen Korruption und des Fehlens jeder Perspektive verließen gebildete Haitianer während der Duvalier-Diktatur massenweise ihr Heimatland &#8211; ein verheerender &#8220;Braindrain&#8221;.</p>
<p>Aber weiter in Marko Martins Kommentar:</p>
<blockquote><p>Kolonialismuskritiker führen gern die Vokabel von der &#8220;Entfremdung&#8221; beziehungsweise der &#8220;Zerstörung organisch gewachsener Kultur&#8221; im Mund, um jede Dritte-Welt-Abstrusität zu erklären. Was aber, wenn die Haitianer, zu 90 Prozent homogene Nachfahren afrikanischer Sklaven, auf furchterregende Weise &#8220;authentisch&#8221; geblieben sind, Täteropfer ihres obskurantistischen Voodoo-Kultes, der jedes abgewogene Moralsystem vitalistisch unterminiert? Von Mario Vargas Llosa stammt der strenge, im Grunde jedoch mitfühlende Satz: &#8220;Wichtige Elemente einer sogenannt autochthonen Kultur müssen verschwinden, will man die Existenz der in ihr Lebenden retten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mario Vargas Llosas Ausspruch mag berechtigt sein &#8211; aber das Bild, dass Martin mit wenigen Worten vom Voodoo malt, ist ein Popanz. Haitianisches Voodoo ist durchaus verschieden von seinem westafrikanischen Gegenstück, es ist stärker magieorientiert, im Alltag stärker vom Wunschdenken und von Rachephantasien geprägt und im allgemeinen fatalistischer und angstgeprägter als etwa das in Benin praktizierte Vodoun oder auch das brasilianische Candomblé. Sieht man sich die haitianische Geschichte und die haitianischen Verhältnissse an, versteht man, wieso.<br />
Haitianisches Voodoo enthält auch zahlreiche von der katholischen Kirche (der vier Fünftel der Haitianer angehören) übernommene Elemente &#8211; z. B. werden die Loas (Götter) mit katholischen Heiligen gleichgesetzt. Die berühmte &#8220;Voodoopuppe&#8221;, in die der Rachezauberer Nadeln sticht, die dem durch die Puppe repräsentierten Menschen schaden sollen, stammt nicht aus Afrika, sondern aus der europäischen Volksmagie. (Für Magieexperten: von den Atzelmänner oder Rachepuppen.) Die nach Hispaniola als Sklaven verschleppten Afrikaner stammten aus höchst unterschiedlichen Kulturen und sprachen unterschiedliche Sprachen. Außerdem dürfte praktisch kein schwarzer Haitianer &#8220;reinrassiger&#8221; Afrikaner sein.<br />
Voodoo, wie es auf heute Haiti praktiziert wird, ist ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Elends &#8211; wer nicht mehr an höhere Gerechtigkeit glauben kann, und sich auch nicht gegen Gewalt und Korruption wehren kann, hält sich eben an Rachezauber.<br />
<i>(Ein Artikel über haitianisches Voodoo ist in Vorbereitung.)</i><br />
Gern wird darauf hingewiesen, dass die im Ostteil der Insel Hispaniola gelegene Dominikanische Republik ein grünes, vergleichsweise wohlhabendes Land sei &#8211; allerdings war bis etwa 1960 das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der beiden Nachbarstaaten in etwa gleich hoch. Vor &#8220;Papa Doc&#8221; war Haiti ein &#8220;ganz normaler&#8221; Karibikstaat &#8211; mit allen damit verbundenen Problemen, arm, aber ohne allgemeines Elend. (Siehe: <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politreport/erdbeben_in_haiti/hintergrundartikel/haiti_schleppt_sich_von_krise_zu_krise_1.4512734.html" target="_blank">Haiti schleppt sich von Krise zu Krise (NZZ)</a>.)<br />
Zu Beginn wurde &#8220;Papa Docs&#8221; brutale Kleptokratie übrigens aus antikommunistischer Motivation von den USA unterstützt. Die Nutzung von Bodenschätzen, oder der Ausbau des Tourismus, oder überhaupt irgend ein ökonomischer Fortschritt war nicht mehr möglich. Für eine erdbebensichere Infrastruktur fehlten nach einigen Jahren Kleptokratie schlicht die Mittel. Aus purer Verzweiflung, um nicht zu verhungern, betriebt die Landbevölkerung Raubbau, bis es nicht mehr ging &#8211; die Wälder sind längst abgeholzt, die Böden ausgelaugt.</p>
<p>ef-Kolumnist Edgar Gärtner (&#8220;eigentümlich frei&#8221; ist ein nach eigenen Angaben libertäres Magazin) ging in seinem Artikel <a href="http://ef-magazin.de/2010/01/31/1830-haiti--der-fluch-der-blasphemie" target="_blank">Haiti &#8211; der Fluch der Blasphemie</a> noch weiter. Er vertritt eine konsequente Schuldzuschreibung für das haitianische Elend an die Haitianer aus Kolonialherrensicht. Hauptursache zwar nicht des Erdbebens, aber der haitianischen Dauerkrise ist laut Gärtner Voodoo:<br />
<blockquote>Dabei erwies es sich als fatal, dass in Haiti der Voodoo-Kult von Anfang an als dem Christentum zumindest ebenbürtig, wenn nicht überlegen angesehen wurde. Die infantile Gleichsetzung des demütigen Betens um göttliche Gnade mit obskurantistischen Beschwörungen und Zaubereien begünstigte die Machtübernahme durch Dynastien kleptokratischer Diktatoren und die damit einhergehende Vernachlässigung von Vorsorge-Investitionen gegen Hurrikane und Erdbeben. Davon hat sich Haiti nicht mehr erholt. </p></blockquote>
<p> Wären also alle Haitianer fromme brave Christen gewesen (was die meisten von ihnen ohnehin sein dürften), dann wäre Papa Doc nie an die Macht gekommen. Wer&#8217;s glaubt .. </p>
<p>Jo@chim vom &#8220;A-Team&#8221; glaubt es jedenfalls nicht und gibt der eigentümlichen, aber nicht gerade freiheitsliebenden Kolumne aus (durchaus wirtschaftliberaler) Sicht Kontra: <a href="http://www.antibuerokratieteam.net/2010/02/04/grevenbroich-der-fluch-der-salbadernden-froemmler/" target="_blank">Grevenbroich: der Fluch der salbadernden Frömmler</a>. Jo@chim schreibt als Fazit:</p>
<blockquote><p>There’s the beef: In Haiti wurden Marktbeziehungen und Zivilgesellschaft – soweit vorhanden – durch eine korrupte Pseudo-Monarchie zerstört. Ökonomischer Fortschritt war so nicht möglich. Anzahl, Art und Vorlieben der jeweiligen Götter sind vielleicht für salbadernde Frömmler interessant, taugen aber nichts als Erklärungsmodell für die Entwicklung einer Gesellschaft (zumindest solange sich die Erweckten nicht gegenseitig an die Kehle gehen). Lassen Sie sich’s vielleicht gelegentlich einmal von einem indischen Software-Ingenieur erklären. Ganesha sei mit Ihnen!</p></blockquote>
<p>Da bin ich völlig einer Meinung mit Jo@chim!</p>
<p>Weitere interessante Artikel zum Thema:<br />
<a href="http://www.stern.de/wissen/mensch/2-kopfwelten-haiti-und-die-gefaehrliche-frage-nach-dem-warum-1536904.html" target="_blank">Haiti und die gefährliche Frage nach dem Warum (Stern.de)</a></p>
<p><a href="http://www.faz.net/s/RubB08CD9E6B08746679EDCF370F87A4512/Doc~ED161FD5AED2F41DF811A02812589FD9C~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Hilflose Perle der Karibik (FAZ.net)</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1105767/" target="_blank">&#8220;Ich fürchte, es wird noch schlimmer kommen&#8221; Der Haiti-Kenner Hans Christoph Buch über die Lage im Katastrophengebiet (D-Radio)</a></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/haiti-das-erdbeben-und-voodoo/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 12. Januar ereignete sich im Karibikstaat Haiti ein verheerendes Erdbeben, das nach Regierungsangaben über 200.000 Menschenleben forderte und die ohnehin schwache Infrastruktur des Landes weitgehend zerstörte. Der auch politisch einflußreiche fundamentalistische US-Televangelist Pat Robertson ist bekanntlich der Meinung, dass die Haitaner mit ihrem Voodoo selbst Schuld an der Erdbebenkatastrophe seien: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=59NCduEhkBM" target="_blank">Pat Robertson &#8211; Haiti&#8217;s Pact w/ Devil Created Earthquake</a> (video). Auch Al Mohler, Leiter des theologischen Seminars der SBC in Nashville ist der Ansicht, dass das Erdbeben der Wille Gottes und das Erdbeben eine Strafe für Synkretismus sei, also die Vermischung von christlichen Glauben und Voodoo: <a href="http://www.albertmohler.com/2010/01/14/does-god-hate-haiti/" target="_blank">Does God hate Haiti?</a>.<br />
Eine mit dem Prinzip der christlichen Nächstenliebe nicht verträgliche Haltung, die nicht nur im Bible Belt, sonder auch unter einigen mitteleuropäischen Katholiken auf Zustimmung stößt: <a href="http://www.nornirsaett.de/osterreichischer-pfarrer-halt-haiti-beben-fur-strafe-gottes/" target="_blank">Österreichischer Pfarrer hält Haiti-Beben für Strafe Gottes</a>.</p>
<p>Demnach hätten 1791 die aufständischen Sklaven einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, um sich von der französischen Kolonialmacht und dem Sklavendasein zu befreien. In der Konsequenz würde auf Haiti ein Fluch lasten, der so lange anhält, wie dort der satanistische Zauberkult des Voodoo praktiziert würde.<br />
Nun mag man über religiöse Fanatiker lächeln, auch wenn ich über Hassprediger &#8211; und dafür halte ich Fundamentalisten vom Kaliber Robertsons &#8211; nur bitter Lachen kann. </p>
<p>Wenn auch außerhalb religiös-extremistischer Kreise die Vorstellung, dass das am 14. August 1791 tatsächlich abgehaltene Opferritual vom <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bois_Ca%C3%AFman" target="_blank">Bois Caïman</a> einen bis heute nachwirkenden &#8220;Teufelspakt&#8221; bewirkt hätte, nur Kopfschütteln auslöst, gibt es durchaus ernstzunehmende Kommentatoren, die im Voodoo eine wesentliche Ursache der haitianischen Misere sehen.<br />
So machte sich Marko Martin in einen Gastkommentar auf Welt.de <a href="<br />
http://www.welt.de/die-welt/debatte/article5950712/Im-Schatten-des-Voodoo.html" target="_blank">Unkorrekte Gedanken über Haiti &#8211; Im Schatten des Voodoo</a>. Darin heißt es:</p>
<blockquote><p>Ist es herzlos, jetzt im Augenblick der größtmöglichen Katastrophe die Frage zu wagen, weshalb ausgerechnet Haiti, immerhin bereits 1804 unabhängig geworden, zu einer Art Vorhölle werden konnte? Experten sagen, dass erdbebentaugliche Bauweise (wie etwa im rationalen Costa Rica seit den Fünfzigerjahren Usus) ein Massensterben verhindert hätte. Auch weisen sie darauf hin, dass ein Land, welches seine Bodenschätze nicht nutzt und stattdessen Wälder abholzt, zur perfekten Einflugschneise für Hurrikans wird. Weshalb jedoch dieser empörende Mangel an Vorausschau?</p></blockquote>
<p>Die naheliegenste Anwort ist: 1957 begann ein jahrzehntelanges brutales Regime unter dem &#8220;Papa Doc&#8221; genannten Diktator Francois Duvalier. Seine Tyrannei trieb die Verarmung der Bevölkerung voran. Daran änderte sich mit Duvaliers Tod im Jahr 1971 nichts, als sein Sohn Jean-Claude (&#8220;Bebé Doc&#8221;) die Macht übernahm und das Terrorregime fortsetzte, bis er 1986 nach Hungerrevolten gestürzt würde. Unter den Duvaliers waren Zehntausende getötet worden. Die Duvaliers hatten insofern etwas mit Voodoo zu tun, da sie die damit verbundene Mythen propagandistisch ausnutzten &#8211; so stillisierte sich &#8220;Papa Doc&#8221; zum &#8220;Baron Samedi&#8221;, einem Totengott des Voodoo. Wegen der allgegenwärtigen Korruption und des Fehlens jeder Perspektive verließen gebildete Haitianer während der Duvalier-Diktatur massenweise ihr Heimatland &#8211; ein verheerender &#8220;Braindrain&#8221;.</p>
<p>Aber weiter in Marko Martins Kommentar:</p>
<blockquote><p>Kolonialismuskritiker führen gern die Vokabel von der &#8220;Entfremdung&#8221; beziehungsweise der &#8220;Zerstörung organisch gewachsener Kultur&#8221; im Mund, um jede Dritte-Welt-Abstrusität zu erklären. Was aber, wenn die Haitianer, zu 90 Prozent homogene Nachfahren afrikanischer Sklaven, auf furchterregende Weise &#8220;authentisch&#8221; geblieben sind, Täteropfer ihres obskurantistischen Voodoo-Kultes, der jedes abgewogene Moralsystem vitalistisch unterminiert? Von Mario Vargas Llosa stammt der strenge, im Grunde jedoch mitfühlende Satz: &#8220;Wichtige Elemente einer sogenannt autochthonen Kultur müssen verschwinden, will man die Existenz der in ihr Lebenden retten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mario Vargas Llosas Ausspruch mag berechtigt sein &#8211; aber das Bild, dass Martin mit wenigen Worten vom Voodoo malt, ist ein Popanz. Haitianisches Voodoo ist durchaus verschieden von seinem westafrikanischen Gegenstück, es ist stärker magieorientiert, im Alltag stärker vom Wunschdenken und von Rachephantasien geprägt und im allgemeinen fatalistischer und angstgeprägter als etwa das in Benin praktizierte Vodoun oder auch das brasilianische Candomblé. Sieht man sich die haitianische Geschichte und die haitianischen Verhältnissse an, versteht man, wieso.<br />
Haitianisches Voodoo enthält auch zahlreiche von der katholischen Kirche (der vier Fünftel der Haitianer angehören) übernommene Elemente &#8211; z. B. werden die Loas (Götter) mit katholischen Heiligen gleichgesetzt. Die berühmte &#8220;Voodoopuppe&#8221;, in die der Rachezauberer Nadeln sticht, die dem durch die Puppe repräsentierten Menschen schaden sollen, stammt nicht aus Afrika, sondern aus der europäischen Volksmagie. (Für Magieexperten: von den Atzelmänner oder Rachepuppen.) Die nach Hispaniola als Sklaven verschleppten Afrikaner stammten aus höchst unterschiedlichen Kulturen und sprachen unterschiedliche Sprachen. Außerdem dürfte praktisch kein schwarzer Haitianer &#8220;reinrassiger&#8221; Afrikaner sein.<br />
Voodoo, wie es auf heute Haiti praktiziert wird, ist ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Elends &#8211; wer nicht mehr an höhere Gerechtigkeit glauben kann, und sich auch nicht gegen Gewalt und Korruption wehren kann, hält sich eben an Rachezauber.<br />
<i>(Ein Artikel über haitianisches Voodoo ist in Vorbereitung.)</i><br />
Gern wird darauf hingewiesen, dass die im Ostteil der Insel Hispaniola gelegene Dominikanische Republik ein grünes, vergleichsweise wohlhabendes Land sei &#8211; allerdings war bis etwa 1960 das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der beiden Nachbarstaaten in etwa gleich hoch. Vor &#8220;Papa Doc&#8221; war Haiti ein &#8220;ganz normaler&#8221; Karibikstaat &#8211; mit allen damit verbundenen Problemen, arm, aber ohne allgemeines Elend. (Siehe: <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politreport/erdbeben_in_haiti/hintergrundartikel/haiti_schleppt_sich_von_krise_zu_krise_1.4512734.html" target="_blank">Haiti schleppt sich von Krise zu Krise (NZZ)</a>.)<br />
Zu Beginn wurde &#8220;Papa Docs&#8221; brutale Kleptokratie übrigens aus antikommunistischer Motivation von den USA unterstützt. Die Nutzung von Bodenschätzen, oder der Ausbau des Tourismus, oder überhaupt irgend ein ökonomischer Fortschritt war nicht mehr möglich. Für eine erdbebensichere Infrastruktur fehlten nach einigen Jahren Kleptokratie schlicht die Mittel. Aus purer Verzweiflung, um nicht zu verhungern, betriebt die Landbevölkerung Raubbau, bis es nicht mehr ging &#8211; die Wälder sind längst abgeholzt, die Böden ausgelaugt.</p>
<p>ef-Kolumnist Edgar Gärtner (&#8220;eigentümlich frei&#8221; ist ein nach eigenen Angaben libertäres Magazin) ging in seinem Artikel <a href="http://ef-magazin.de/2010/01/31/1830-haiti--der-fluch-der-blasphemie" target="_blank">Haiti &#8211; der Fluch der Blasphemie</a> noch weiter. Er vertritt eine konsequente Schuldzuschreibung für das haitianische Elend an die Haitianer aus Kolonialherrensicht. Hauptursache zwar nicht des Erdbebens, aber der haitianischen Dauerkrise ist laut Gärtner Voodoo:<br />
<blockquote>Dabei erwies es sich als fatal, dass in Haiti der Voodoo-Kult von Anfang an als dem Christentum zumindest ebenbürtig, wenn nicht überlegen angesehen wurde. Die infantile Gleichsetzung des demütigen Betens um göttliche Gnade mit obskurantistischen Beschwörungen und Zaubereien begünstigte die Machtübernahme durch Dynastien kleptokratischer Diktatoren und die damit einhergehende Vernachlässigung von Vorsorge-Investitionen gegen Hurrikane und Erdbeben. Davon hat sich Haiti nicht mehr erholt. </p></blockquote>
<p> Wären also alle Haitianer fromme brave Christen gewesen (was die meisten von ihnen ohnehin sein dürften), dann wäre Papa Doc nie an die Macht gekommen. Wer&#8217;s glaubt .. </p>
<p>Jo@chim vom &#8220;A-Team&#8221; glaubt es jedenfalls nicht und gibt der eigentümlichen, aber nicht gerade freiheitsliebenden Kolumne aus (durchaus wirtschaftliberaler) Sicht Kontra: <a href="http://www.antibuerokratieteam.net/2010/02/04/grevenbroich-der-fluch-der-salbadernden-froemmler/" target="_blank">Grevenbroich: der Fluch der salbadernden Frömmler</a>. Jo@chim schreibt als Fazit:</p>
<blockquote><p>There’s the beef: In Haiti wurden Marktbeziehungen und Zivilgesellschaft – soweit vorhanden – durch eine korrupte Pseudo-Monarchie zerstört. Ökonomischer Fortschritt war so nicht möglich. Anzahl, Art und Vorlieben der jeweiligen Götter sind vielleicht für salbadernde Frömmler interessant, taugen aber nichts als Erklärungsmodell für die Entwicklung einer Gesellschaft (zumindest solange sich die Erweckten nicht gegenseitig an die Kehle gehen). Lassen Sie sich’s vielleicht gelegentlich einmal von einem indischen Software-Ingenieur erklären. Ganesha sei mit Ihnen!</p></blockquote>
<p>Da bin ich völlig einer Meinung mit Jo@chim!</p>
<p>Weitere interessante Artikel zum Thema:<br />
<a href="http://www.stern.de/wissen/mensch/2-kopfwelten-haiti-und-die-gefaehrliche-frage-nach-dem-warum-1536904.html" target="_blank">Haiti und die gefährliche Frage nach dem Warum (Stern.de)</a></p>
<p><a href="http://www.faz.net/s/RubB08CD9E6B08746679EDCF370F87A4512/Doc~ED161FD5AED2F41DF811A02812589FD9C~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Hilflose Perle der Karibik (FAZ.net)</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1105767/" target="_blank">&#8220;Ich fürchte, es wird noch schlimmer kommen&#8221; Der Haiti-Kenner Hans Christoph Buch über die Lage im Katastrophengebiet (D-Radio)</a></p>
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		<title>Österreichischer Pfarrer hält Haiti-Beben für &#8220;Strafe Gottes&#8221;</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/osterreichischer-pfarrer-halt-haiti-beben-fur-strafe-gottes/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/osterreichischer-pfarrer-halt-haiti-beben-fur-strafe-gottes/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 19:57:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gjallarhorn Weblog]]></category>
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		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Voodoo]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Nicht nur evangelikale Fundamentalisten wie der einflussreiche US-Fernsehprediger Pat Robertson sehen <a href="http://www.nornirsaett.de/kathastrophe-in-haiti/" target="_blank">im Voodoo</a> bzw. in einem Teufelspakt die mögliche Ursache für die Erdbebenkatastrophe in Haiti, sondern auch der katholische österreichische Pfarrer Gerhard Maria Wagner: <a href="http://ooe.orf.at/stories/419836/" target="_blank">Haiti-Beben: Wagner verweist auf Voodoo (orf)</a>.<br />
Wagner gab für die Sonntag-Ausgabe des &#8220;Kurier&#8221; ein Interview (<a href="http://kurier.at/nachrichten/1973866.php" target="_blank">Wagner: &#8220;Muslime sind Problem der Christen&#8221;</a>), in dem er gefragt wurde, ob die Erdbeben-Katastrophe das Werk eines strafenden Gottes sei.<br />
Wagners Antwort: &#8220;Das weiß ich nicht (&#8230;). Aber es ist schon interessant, dass in Haiti 90 Prozent Anhänger von Voodoo-Kulten sind.&#8221;<br />
Übrigens sind 80 Prozent der Haitianer römisch-katholisch &#8211; der Anteil der Voodoo-Anhänger kann nur geschätzt werden, dürfte aber deutlich geringer sein.<br />
Das Interview ist auch im Übrigen aufschlussreich und zeigt, dass die übliche Umschreibung, Wagner sei &#8220;nationalkonservativ&#8221;, ein Euphemismus sein dürfte.<br />
Wagner sorgte bereits 2005 mit Aussagen zum Hurrikan &#8220;Katrina&#8221; in New Orleans für Aufregung: &#8220;Es ist wohl kein Zufall, dass in New Orleans alle fünf Abtreibungskliniken sowie Nachtklubs zerstört wurden.&#8221;<br />
Er sieht auch z. B. die Harry-Potter-Romane als mögliches Einfallstor für Okkultismus und Satanismus. Außerdem hält er Homosexualität für eine Krankheit<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Wagner_%28Priester%29" target="_blank">Gerhard Maria Wagner</a> ist keineswegs, wie man vielleicht vermuten  könnte, ein hinterwäldlerischer Dorfpfarrer, sondern war zeitweilig von Papst Benedikt XVI. ernannter Titularbischof und wäre beinahe Weihbischof der Diözese Linz geworden. Wegen seiner konservativen (eigene Einschätzung) bzw. erzreaktionären und fundamentalistischen (Einschätzung seiner innerkirchlichen Gegner) Gesinnung brachen Proteststürme aus, worauf Wagner seine Kandidatur zurückzog.</p>
<p>Als Person ist Wagner nur ein politisch weit rechts stehender fundamentalistischer Provinzpriester &#8211; und insofern im Vergleich etwa zu Pat Robertson eher unwichtig. Er und seine nicht eben wenigen Anhänger sind aber meiner Ansicht nach aber Symptom einer antimodernen Tendenz nicht nur in der katholischen Kirche und eines politischen Rechtsdralls nicht nur in Österreich.</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/osterreichischer-pfarrer-halt-haiti-beben-fur-strafe-gottes/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur evangelikale Fundamentalisten wie der einflussreiche US-Fernsehprediger Pat Robertson sehen <a href="http://www.nornirsaett.de/kathastrophe-in-haiti/" target="_blank">im Voodoo</a> bzw. in einem Teufelspakt die mögliche Ursache für die Erdbebenkatastrophe in Haiti, sondern auch der katholische österreichische Pfarrer Gerhard Maria Wagner: <a href="http://ooe.orf.at/stories/419836/" target="_blank">Haiti-Beben: Wagner verweist auf Voodoo (orf)</a>.<br />
Wagner gab für die Sonntag-Ausgabe des &#8220;Kurier&#8221; ein Interview (<a href="http://kurier.at/nachrichten/1973866.php" target="_blank">Wagner: &#8220;Muslime sind Problem der Christen&#8221;</a>), in dem er gefragt wurde, ob die Erdbeben-Katastrophe das Werk eines strafenden Gottes sei.<br />
Wagners Antwort: &#8220;Das weiß ich nicht (&#8230;). Aber es ist schon interessant, dass in Haiti 90 Prozent Anhänger von Voodoo-Kulten sind.&#8221;<br />
Übrigens sind 80 Prozent der Haitianer römisch-katholisch &#8211; der Anteil der Voodoo-Anhänger kann nur geschätzt werden, dürfte aber deutlich geringer sein.<br />
Das Interview ist auch im Übrigen aufschlussreich und zeigt, dass die übliche Umschreibung, Wagner sei &#8220;nationalkonservativ&#8221;, ein Euphemismus sein dürfte.<br />
Wagner sorgte bereits 2005 mit Aussagen zum Hurrikan &#8220;Katrina&#8221; in New Orleans für Aufregung: &#8220;Es ist wohl kein Zufall, dass in New Orleans alle fünf Abtreibungskliniken sowie Nachtklubs zerstört wurden.&#8221;<br />
Er sieht auch z. B. die Harry-Potter-Romane als mögliches Einfallstor für Okkultismus und Satanismus. Außerdem hält er Homosexualität für eine Krankheit<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Wagner_%28Priester%29" target="_blank">Gerhard Maria Wagner</a> ist keineswegs, wie man vielleicht vermuten  könnte, ein hinterwäldlerischer Dorfpfarrer, sondern war zeitweilig von Papst Benedikt XVI. ernannter Titularbischof und wäre beinahe Weihbischof der Diözese Linz geworden. Wegen seiner konservativen (eigene Einschätzung) bzw. erzreaktionären und fundamentalistischen (Einschätzung seiner innerkirchlichen Gegner) Gesinnung brachen Proteststürme aus, worauf Wagner seine Kandidatur zurückzog.</p>
<p>Als Person ist Wagner nur ein politisch weit rechts stehender fundamentalistischer Provinzpriester &#8211; und insofern im Vergleich etwa zu Pat Robertson eher unwichtig. Er und seine nicht eben wenigen Anhänger sind aber meiner Ansicht nach aber Symptom einer antimodernen Tendenz nicht nur in der katholischen Kirche und eines politischen Rechtsdralls nicht nur in Österreich.</p>
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		<title>Extremisten, Extremismus und die Totalitarismus-Doktrin</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/extremisten-extremismus-und-die-totalitarismus-doktrine/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/extremisten-extremismus-und-die-totalitarismus-doktrine/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 15:44:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Odins Auge Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Gjallarhorn Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismustheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nornirsaett.de/?p=2224</guid>
		<description><![CDATA[<p><b>Ein Kommentar von MartinM</b><br />
Was ist Extremismus? Nach nach der üblichen und quasi offiziellen Definition ist das jemand, der außerhalb der &#8220;freiheitlich-demokratischen Grundordnung&#8221; steht. Diese Definition ist meiner Ansicht nach unbefriedigend, weil sie die Totalitarismusdoktrin wiederbelebt: Extremisten von &#8220;rechts&#8221; und &#8220;links&#8221; werden gleichgestellt &#8211; und diese wiederum mit religiös motivierten &#8220;Extremisten&#8221;. <span id="more-2224"></span></p>
<p>Die Totalitarismusdoktrin ist besser als Totalitarismustheorie bekannt &#8211; was meiner Ansicht nach missverständlich ist und Theorien zum Totalitarismus, wie sie etwa Hannah Arendt in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elemente_und_Urspr%C3%BCnge_totaler_Herrschaft" target="_blank">Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft</a> vertritt, in ein falsches Licht rückt.<br />
Die Totalitarismusdoktrin setzt die (ihrerseits untereinander verschiedenen) Systeme des Faschismus mit den &#8220;kommunistischen Diktaturen&#8221; gleich &#8211; wobei zwischen der UdSSR unter Stalin, China unter Mao oder dem heutigen Nordkorea durchaus Unterschiede bestehen, und die &#8220;realsozialistischen&#8221; Staaten vor 1989 zwar durchaus Diktaturen, aber nicht totalitär etwa im Sinne von Arendts Theorie waren.<br />
Es stimmt zwar, dass Faschismus und Kasernenhof-Kommunismus eine Reihe auffälliger formaler und inhaltlicher Ähnlichkeiten haben, und insofern vergleichbar sind. Allerdings vernachlässigt die Totalitarismusdokrin die Ziele politischer Systeme und fragt auch nicht nach der Motivation der politisch Handelnden, sondern beschränkt sich nur auf die äußeren Formen und Methoden der ansonsten sehr unterschiedlichen &#8220;totalen Diktaturen&#8221;.</p>
<p>Analog zur Totalitarismusdoktrin, die zur Zeit des &#8220;Kalten Krieges&#8221; unter anderem dazu benutzt wurde, &#8220;realsozialistische&#8221; Staaten zu dämonisieren, hat sich eine Extremismusdoktrin bzw. Extremismustheorie herausgebildet, die auf dem antifaschistischen NPD-Blog ausführlich erläutert wird: <a href="http://npd-blog.info/2009/06/16/extremismustheorie/" target="_blank">Extremismustheorie</a>.<br />
Problematisch am Extremismusbegriff, wie er seit den 1970er Jahren etabliert wurde, ist, dass er, ähnlich der Totalitarismusdoktrin, vollkommen unterschiedlicher Ideologien und Strömungen unter einem Begriff zusammenfasst. Zwischen der NPD und Linkspartei liegen Welten, auch und gerade hinsichtlich ihrem Verhältnis zur Demokratie und Menschenrechten. Dennoch gibt es Extremismustheoretiker, wie etwa Jessen, die beide Parteien in einem Satz aufführen, nur durch die Adjektive getrennt. (Im Übrigen ist die &#8220;Linke&#8221; auch nach der Definition des Verfassungsschutzes keine extremistische Partei &#8211; denn der VS definiert &#8220;extremistisch&#8221; als &#8220;auf Abschaffung der Demokratie gerichtet&#8221;. Die NPD ist es schon, und steht deshalb auch im Verfassungsschutzbericht.)</p>
<p>Allerdings ist die Extremismusdoktrin nach dem Motto &#8220;alles eine Soße&#8221; herrlich bequem, vor allem, wenn man sich in der Mitte der Gesellschaft wähnt: Extremisten stehen da draußen am Rand der Gesellschaft, und in der kuscheligen &#8220;demokratischen Mitte&#8221; ist alles in Ordnung. Das dem nicht so ist, thematisierte ich bereits unter <a href="http://www.nornirsaett.de/gute-mitte-bose-rander/" target="_blank">Gute Mitte &#8211; böse Ränder</a>, auch in meinem Aufsatz <a href="http://www.nornirsaett.de/antimonotheismus-%E2%80%93-schlussel-zum-verstandnis-des-rechtsextremismus/" target="_blank">Antimonotheismus &#8211; Schlüssel zum Verständnis des Rechtsextremismus?</a> ging ich darauf ein.</p>
<p>Zuerst ist es sinnvoll, entgegen dem eindimensionalen Modell &#8220;gute Mitte &#8211; böser Rand&#8221; zwischen den verschiedenen Formen des &#8220;Extremismus&#8221; zu differenzieren &#8211; &#8220;autonome&#8221; Neonazis und &#8220;(testosteron-)autonome Linke&#8221; haben nun einmal trotz gewisser äußerlicher Ähnlichkeit unterschiedliche Ziele und unterschiedliche Feindbilder, und müssen deshalb auch unterschiedlich bekämpft werden. Abgesehen davon gibt es noch die gern verdrängten Tatsache, dass durch &#8220;linke Gewalt&#8221; in den letzten 10 Jahren in Deutschland meines Wissens kein einziger Mensch zu Tode kam, während die Blutspur &#8220;rechter Gewalt&#8221; unübersehbar ist.</p>
<p>Wer &#8220;rechte&#8221; und &#8220;linke Gewalt&#8221; in einem Satz nennt und als &#8220;gleich gefährlich&#8221; darstellt, dem geht es meiner Ansicht nicht darum, Gewalt zu bekämpfen, sondern &#8211; ganz in der Tradition der Totalitarismusdoktrin im Kalten Krieg &#8211; darum,  (linke) politische Gegner zu dämonisieren und zu kriminalisieren &#8211; auch um den Preis, &#8220;rechte&#8221; Gewalt zu verniedlichen. Für etablierte Politiker und sonstige politische Entscheider ist die eindimensionale Extremismusdoktrin ein interessantes &#8220;Werkzeug&#8221;: Kritiker und Gegner der bestehenden Verhältnisse können bequem zu Extremisten gemacht werden, womit die inhaltliche Auseinandersetzung unterbleibt. (Selbst im Falle der Rechtsextemisten, denen es ja tatsächlich um die Abschaffung der Demokratie geht. drückt man sich so z. B. um die gesellschaftlichen Ursachen, die Strukturen, die etwa hinter &#8220;gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit&#8221; stehen: &#8220;Nazis sind böse &#8211; und damit basta!&#8221;)<br />
Verlockend ist die Möglichkeit, Kritiker etwa der Flüchtlingspolitik oder Kritiker staatlicher Überwachungsmaßnahmen als “extremistisch” abzustempeln.<br />
Außerdem übersieht diese Auffassung des Extremismus den &#8220;Extremismus der Mitte&#8221;. Mitglieder von demokratischen Parteien sind damit (beinahe jedenfalls) über jeden Verdacht erhaben, menschenfeindliche oder demokratiefeindliche Einstellungen zu vertreten. <i>(Sonst wäre meines Erachtens zum Beispiel der hessische Ministerpräsident Koch schon längst weg vom Fenster.)</i></p>
<p>Ebenso fragwürdig ist es, zum Beispiel islamistische Gruppen einfach in die bestehende, eindimensionale Extremismusdoktrin einzupassen &#8211; einmal abgesehen davon, dass viele &#8220;Islamismuskritiker&#8221; einfach &#8220;den Islam&#8221; (den es so, als einheitlichen Block, ebenso wenig gibt wie &#8220;das Christentum&#8221;) als Religion mit dem &#8220;Islamismus&#8221; als politischer Doktrin gleichsetzen. Ein &#8220;Alltags-Islamist&#8221;, der die (vermeintlichen) überkommenen Werte einer extrem patriarchalischen Gesellschaft hochhält, und deshalb meint, das &#8220;Recht&#8221; zu haben, Frauen zu unterdrücken und im Fall, dass sie sich wehren, zu Schlagen und gegebenenfalls umzubringen, ist mit aller Härte des Gesetzes zu bekämpfen. Für den demokratischen Staat ist er allerdings eher ungefährlich. Ganz anders als jene, die ich einmal &#8220;Islamofaschisten&#8221; nennen möchte, also Anhänger einer militant antiliberalen, antiwestlichen, antidemokratischen und (beinahe selbstverständlich) antisemitischen Diktatur mit islamischer Verbrämung und einigen je nach politischem Bedarf ausgelegten bzw. zurechtinterpretierten Koranversen. Es gibt dabei Islamisten, die religiöse Fundamentalisten sind, aber auch solche, die nicht dazu neigen, jedes Wort im Koran wörtlich zu nehmen. So, wie es islamische Fundamentalisten gibt, die nichts mit dem politischen Islam am Hut bzw. der Qeleshe oder der Kufiya haben.<br />
Und selbstverständllich gibt es auch &#8220;linke&#8221; wie &#8220;rechte&#8221; Islamisten &#8211; was die eindimensionale und verführerisch &#8220;einfache&#8221; Extremismusdoktrin doch <i>etwas</i> kompliziert.</p>
<p>Beim Stichwort &#8220;religiöser Extremismus&#8221; ist die Definition &#8211; und die Frage der Definitionsmacht &#8211; besonders heikel. Einigermaßen handhabbar ist der Extremismusbegriff im Sinne des Verfassungsschutzes nur bei Religionsgemeinschaften und als Religionsgemeinschaften getarnten Organisationen, die erkennbar antidemokratischen Ziele haben. Im Sinne der Extremismusdoktrin wäre aber jede weltanschauliche Gemeinschaft, die weit von der &#8220;Mitte&#8221; der etablierten Kirchen und ihren Lesart des Christentums angesiedelt ist, &#8220;religiös extremistisch&#8221;. Einschließlich übrigens ausdrücklich religionskritischer oder anti-religiöser Organisationen. Überspitzt gesagt: &#8220;Jede Sekte ist extremistisch. Und wer Sekte ist, bestimmen wir!&#8221;<br />
Die &#8220;Katholische Arbeitsstelle für Missionarische Pastoral&#8221; (KAMP), die am 15. Januar 2010 in Erfurt eingerichtet wurde, dehnt den Oberbegriff der &#8220;Sekte&#8221;, wenn man der Darstellung des hpd folgt, auch auf die laut Grundgesetz den Kirchen gleichgestellten Weltanschauungsgemeinschaften wie den HVD und andere säkulare Organisationen, wie die &#8220;Interessenvereinigung Jugendweihe&#8221;, aus.<br />
<a href="http://hpd.de/node/8604" target="_blank">Neue Missionierungs-Offensive im Osten (hpd)</a>.<br />
In diesem Sinne ist &#8220;selbstverständlich&#8221; auch die Nornirs Ætt eine &#8220;extremistische Sekte&#8221;, eine ganz üble sogar, denn wir sind nicht nur Neuheiden, sondern auch auf eine Art und Weise organisiert, die überhaupt nicht dem Schema einer Kirche entspricht. Was wir wirklich wollen, spielt bei dieser Art Betrachtung keine Rolle, wie wir zu Demokratie und Menschenrechten stehen, ist beim Begriff einer &#8220;extremistischen Sekte&#8221; allenfalls nebensächlich.</p>
<p>Ich halte es für extrem bedenklich, dass die eindimensionale Extremismusdoktrin mit ihrem &#8220;gute Mitte, böse Ränder&#8221;-Schema, die repressive Mittel gegen jede Art von Systemkritik legitimiert, auch offen von der Bundesregierung vertreten wird.</p>
<p>Einen anderen, meiner Ansicht nach besseren, Ansatz als die eindimensionale &#8220;Extremismustheorie&#8221;, vertritt Patrick Gensing in einem Kommentar auf NPD-Blog vor: <a href="http://npd-blog.info/2010/01/19/kommentar-extremismus122/" target="_blank">Mutwillige Vereinfachung (npd-Blog)</a><br />
Gensing schlägt vor, die Haltung zu den Menschenrechten in den Fokus zu rücken. Wer die Würde von Menschen für antastbar bzw. verhandelbar hält oder diese negiert <i>(Verstoß gegen Artikel 1, Grundgesetz)</i>, erkennt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nicht an – und stellt sich somit gegen die UN-Menschenrechtscharta. Diese sollte den Fixpunkt darstellen.</p>
<p>Das ist ein meiner Ansicht nach wirklich vernünftiger und dabei angenehm pragmatischer Ansatz.</p>
<p><i>Nachtrag:</i> Aus <a href="http://npd-blog.info/2010/01/30/extremismus-100/" target="_blank">Gibt es Extremismus? Anmerkungen aus politischer Perspektive.</a>:<br />
<blockquote>Mit der Kritik des Extremismusbegriffs wird oft – nahe liegender weise – die Forderung verbunden, auch auf den Begriff des „Rechtsextremismus“ zu verzichten. Gleichwohl verwenden auch ich alltagssprachlich dieses Wort, ohne im gleichen Atemzug die „Extremisten von links“ nennen zu müssen. „Rechtsextremismus“ fungiert dann als Sammelbegriff für<br />
- autoritäre, antidemokratische Einstellungen<br />
- einen völkischen Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus<br />
- weitere menschenfeindliche Einstellungen, die auf Ungleichwertigkeitsvorstellungen beruhen, wie Sexismus und Homophobie<br />
- Antiindividualismus und Ablehnung des gesellschaftlichen und politischen Pluralismus.</p>
<p>Nicht alle, die diesen Einstellungen ganz oder teilweise anhängen, sind Nazis. Der Begriff „Nazismus“ ist als Sammelbegriff also ungeeignet. Der Begriff „Faschismus“ erst recht!</p></blockquote>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/">Das Odins Auge Projekt</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/extremisten-extremismus-und-die-totalitarismus-doktrine/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ein Kommentar von MartinM</b><br />
Was ist Extremismus? Nach nach der üblichen und quasi offiziellen Definition ist das jemand, der außerhalb der &#8220;freiheitlich-demokratischen Grundordnung&#8221; steht. Diese Definition ist meiner Ansicht nach unbefriedigend, weil sie die Totalitarismusdoktrin wiederbelebt: Extremisten von &#8220;rechts&#8221; und &#8220;links&#8221; werden gleichgestellt &#8211; und diese wiederum mit religiös motivierten &#8220;Extremisten&#8221;. <span id="more-2224"></span></p>
<p>Die Totalitarismusdoktrin ist besser als Totalitarismustheorie bekannt &#8211; was meiner Ansicht nach missverständlich ist und Theorien zum Totalitarismus, wie sie etwa Hannah Arendt in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elemente_und_Urspr%C3%BCnge_totaler_Herrschaft" target="_blank">Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft</a> vertritt, in ein falsches Licht rückt.<br />
Die Totalitarismusdoktrin setzt die (ihrerseits untereinander verschiedenen) Systeme des Faschismus mit den &#8220;kommunistischen Diktaturen&#8221; gleich &#8211; wobei zwischen der UdSSR unter Stalin, China unter Mao oder dem heutigen Nordkorea durchaus Unterschiede bestehen, und die &#8220;realsozialistischen&#8221; Staaten vor 1989 zwar durchaus Diktaturen, aber nicht totalitär etwa im Sinne von Arendts Theorie waren.<br />
Es stimmt zwar, dass Faschismus und Kasernenhof-Kommunismus eine Reihe auffälliger formaler und inhaltlicher Ähnlichkeiten haben, und insofern vergleichbar sind. Allerdings vernachlässigt die Totalitarismusdokrin die Ziele politischer Systeme und fragt auch nicht nach der Motivation der politisch Handelnden, sondern beschränkt sich nur auf die äußeren Formen und Methoden der ansonsten sehr unterschiedlichen &#8220;totalen Diktaturen&#8221;.</p>
<p>Analog zur Totalitarismusdoktrin, die zur Zeit des &#8220;Kalten Krieges&#8221; unter anderem dazu benutzt wurde, &#8220;realsozialistische&#8221; Staaten zu dämonisieren, hat sich eine Extremismusdoktrin bzw. Extremismustheorie herausgebildet, die auf dem antifaschistischen NPD-Blog ausführlich erläutert wird: <a href="http://npd-blog.info/2009/06/16/extremismustheorie/" target="_blank">Extremismustheorie</a>.<br />
Problematisch am Extremismusbegriff, wie er seit den 1970er Jahren etabliert wurde, ist, dass er, ähnlich der Totalitarismusdoktrin, vollkommen unterschiedlicher Ideologien und Strömungen unter einem Begriff zusammenfasst. Zwischen der NPD und Linkspartei liegen Welten, auch und gerade hinsichtlich ihrem Verhältnis zur Demokratie und Menschenrechten. Dennoch gibt es Extremismustheoretiker, wie etwa Jessen, die beide Parteien in einem Satz aufführen, nur durch die Adjektive getrennt. (Im Übrigen ist die &#8220;Linke&#8221; auch nach der Definition des Verfassungsschutzes keine extremistische Partei &#8211; denn der VS definiert &#8220;extremistisch&#8221; als &#8220;auf Abschaffung der Demokratie gerichtet&#8221;. Die NPD ist es schon, und steht deshalb auch im Verfassungsschutzbericht.)</p>
<p>Allerdings ist die Extremismusdoktrin nach dem Motto &#8220;alles eine Soße&#8221; herrlich bequem, vor allem, wenn man sich in der Mitte der Gesellschaft wähnt: Extremisten stehen da draußen am Rand der Gesellschaft, und in der kuscheligen &#8220;demokratischen Mitte&#8221; ist alles in Ordnung. Das dem nicht so ist, thematisierte ich bereits unter <a href="http://www.nornirsaett.de/gute-mitte-bose-rander/" target="_blank">Gute Mitte &#8211; böse Ränder</a>, auch in meinem Aufsatz <a href="http://www.nornirsaett.de/antimonotheismus-%E2%80%93-schlussel-zum-verstandnis-des-rechtsextremismus/" target="_blank">Antimonotheismus &#8211; Schlüssel zum Verständnis des Rechtsextremismus?</a> ging ich darauf ein.</p>
<p>Zuerst ist es sinnvoll, entgegen dem eindimensionalen Modell &#8220;gute Mitte &#8211; böser Rand&#8221; zwischen den verschiedenen Formen des &#8220;Extremismus&#8221; zu differenzieren &#8211; &#8220;autonome&#8221; Neonazis und &#8220;(testosteron-)autonome Linke&#8221; haben nun einmal trotz gewisser äußerlicher Ähnlichkeit unterschiedliche Ziele und unterschiedliche Feindbilder, und müssen deshalb auch unterschiedlich bekämpft werden. Abgesehen davon gibt es noch die gern verdrängten Tatsache, dass durch &#8220;linke Gewalt&#8221; in den letzten 10 Jahren in Deutschland meines Wissens kein einziger Mensch zu Tode kam, während die Blutspur &#8220;rechter Gewalt&#8221; unübersehbar ist.</p>
<p>Wer &#8220;rechte&#8221; und &#8220;linke Gewalt&#8221; in einem Satz nennt und als &#8220;gleich gefährlich&#8221; darstellt, dem geht es meiner Ansicht nicht darum, Gewalt zu bekämpfen, sondern &#8211; ganz in der Tradition der Totalitarismusdoktrin im Kalten Krieg &#8211; darum,  (linke) politische Gegner zu dämonisieren und zu kriminalisieren &#8211; auch um den Preis, &#8220;rechte&#8221; Gewalt zu verniedlichen. Für etablierte Politiker und sonstige politische Entscheider ist die eindimensionale Extremismusdoktrin ein interessantes &#8220;Werkzeug&#8221;: Kritiker und Gegner der bestehenden Verhältnisse können bequem zu Extremisten gemacht werden, womit die inhaltliche Auseinandersetzung unterbleibt. (Selbst im Falle der Rechtsextemisten, denen es ja tatsächlich um die Abschaffung der Demokratie geht. drückt man sich so z. B. um die gesellschaftlichen Ursachen, die Strukturen, die etwa hinter &#8220;gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit&#8221; stehen: &#8220;Nazis sind böse &#8211; und damit basta!&#8221;)<br />
Verlockend ist die Möglichkeit, Kritiker etwa der Flüchtlingspolitik oder Kritiker staatlicher Überwachungsmaßnahmen als “extremistisch” abzustempeln.<br />
Außerdem übersieht diese Auffassung des Extremismus den &#8220;Extremismus der Mitte&#8221;. Mitglieder von demokratischen Parteien sind damit (beinahe jedenfalls) über jeden Verdacht erhaben, menschenfeindliche oder demokratiefeindliche Einstellungen zu vertreten. <i>(Sonst wäre meines Erachtens zum Beispiel der hessische Ministerpräsident Koch schon längst weg vom Fenster.)</i></p>
<p>Ebenso fragwürdig ist es, zum Beispiel islamistische Gruppen einfach in die bestehende, eindimensionale Extremismusdoktrin einzupassen &#8211; einmal abgesehen davon, dass viele &#8220;Islamismuskritiker&#8221; einfach &#8220;den Islam&#8221; (den es so, als einheitlichen Block, ebenso wenig gibt wie &#8220;das Christentum&#8221;) als Religion mit dem &#8220;Islamismus&#8221; als politischer Doktrin gleichsetzen. Ein &#8220;Alltags-Islamist&#8221;, der die (vermeintlichen) überkommenen Werte einer extrem patriarchalischen Gesellschaft hochhält, und deshalb meint, das &#8220;Recht&#8221; zu haben, Frauen zu unterdrücken und im Fall, dass sie sich wehren, zu Schlagen und gegebenenfalls umzubringen, ist mit aller Härte des Gesetzes zu bekämpfen. Für den demokratischen Staat ist er allerdings eher ungefährlich. Ganz anders als jene, die ich einmal &#8220;Islamofaschisten&#8221; nennen möchte, also Anhänger einer militant antiliberalen, antiwestlichen, antidemokratischen und (beinahe selbstverständlich) antisemitischen Diktatur mit islamischer Verbrämung und einigen je nach politischem Bedarf ausgelegten bzw. zurechtinterpretierten Koranversen. Es gibt dabei Islamisten, die religiöse Fundamentalisten sind, aber auch solche, die nicht dazu neigen, jedes Wort im Koran wörtlich zu nehmen. So, wie es islamische Fundamentalisten gibt, die nichts mit dem politischen Islam am Hut bzw. der Qeleshe oder der Kufiya haben.<br />
Und selbstverständllich gibt es auch &#8220;linke&#8221; wie &#8220;rechte&#8221; Islamisten &#8211; was die eindimensionale und verführerisch &#8220;einfache&#8221; Extremismusdoktrin doch <i>etwas</i> kompliziert.</p>
<p>Beim Stichwort &#8220;religiöser Extremismus&#8221; ist die Definition &#8211; und die Frage der Definitionsmacht &#8211; besonders heikel. Einigermaßen handhabbar ist der Extremismusbegriff im Sinne des Verfassungsschutzes nur bei Religionsgemeinschaften und als Religionsgemeinschaften getarnten Organisationen, die erkennbar antidemokratischen Ziele haben. Im Sinne der Extremismusdoktrin wäre aber jede weltanschauliche Gemeinschaft, die weit von der &#8220;Mitte&#8221; der etablierten Kirchen und ihren Lesart des Christentums angesiedelt ist, &#8220;religiös extremistisch&#8221;. Einschließlich übrigens ausdrücklich religionskritischer oder anti-religiöser Organisationen. Überspitzt gesagt: &#8220;Jede Sekte ist extremistisch. Und wer Sekte ist, bestimmen wir!&#8221;<br />
Die &#8220;Katholische Arbeitsstelle für Missionarische Pastoral&#8221; (KAMP), die am 15. Januar 2010 in Erfurt eingerichtet wurde, dehnt den Oberbegriff der &#8220;Sekte&#8221;, wenn man der Darstellung des hpd folgt, auch auf die laut Grundgesetz den Kirchen gleichgestellten Weltanschauungsgemeinschaften wie den HVD und andere säkulare Organisationen, wie die &#8220;Interessenvereinigung Jugendweihe&#8221;, aus.<br />
<a href="http://hpd.de/node/8604" target="_blank">Neue Missionierungs-Offensive im Osten (hpd)</a>.<br />
In diesem Sinne ist &#8220;selbstverständlich&#8221; auch die Nornirs Ætt eine &#8220;extremistische Sekte&#8221;, eine ganz üble sogar, denn wir sind nicht nur Neuheiden, sondern auch auf eine Art und Weise organisiert, die überhaupt nicht dem Schema einer Kirche entspricht. Was wir wirklich wollen, spielt bei dieser Art Betrachtung keine Rolle, wie wir zu Demokratie und Menschenrechten stehen, ist beim Begriff einer &#8220;extremistischen Sekte&#8221; allenfalls nebensächlich.</p>
<p>Ich halte es für extrem bedenklich, dass die eindimensionale Extremismusdoktrin mit ihrem &#8220;gute Mitte, böse Ränder&#8221;-Schema, die repressive Mittel gegen jede Art von Systemkritik legitimiert, auch offen von der Bundesregierung vertreten wird.</p>
<p>Einen anderen, meiner Ansicht nach besseren, Ansatz als die eindimensionale &#8220;Extremismustheorie&#8221;, vertritt Patrick Gensing in einem Kommentar auf NPD-Blog vor: <a href="http://npd-blog.info/2010/01/19/kommentar-extremismus122/" target="_blank">Mutwillige Vereinfachung (npd-Blog)</a><br />
Gensing schlägt vor, die Haltung zu den Menschenrechten in den Fokus zu rücken. Wer die Würde von Menschen für antastbar bzw. verhandelbar hält oder diese negiert <i>(Verstoß gegen Artikel 1, Grundgesetz)</i>, erkennt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nicht an – und stellt sich somit gegen die UN-Menschenrechtscharta. Diese sollte den Fixpunkt darstellen.</p>
<p>Das ist ein meiner Ansicht nach wirklich vernünftiger und dabei angenehm pragmatischer Ansatz.</p>
<p><i>Nachtrag:</i> Aus <a href="http://npd-blog.info/2010/01/30/extremismus-100/" target="_blank">Gibt es Extremismus? Anmerkungen aus politischer Perspektive.</a>:<br />
<blockquote>Mit der Kritik des Extremismusbegriffs wird oft – nahe liegender weise – die Forderung verbunden, auch auf den Begriff des „Rechtsextremismus“ zu verzichten. Gleichwohl verwenden auch ich alltagssprachlich dieses Wort, ohne im gleichen Atemzug die „Extremisten von links“ nennen zu müssen. „Rechtsextremismus“ fungiert dann als Sammelbegriff für<br />
- autoritäre, antidemokratische Einstellungen<br />
- einen völkischen Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus<br />
- weitere menschenfeindliche Einstellungen, die auf Ungleichwertigkeitsvorstellungen beruhen, wie Sexismus und Homophobie<br />
- Antiindividualismus und Ablehnung des gesellschaftlichen und politischen Pluralismus.</p>
<p>Nicht alle, die diesen Einstellungen ganz oder teilweise anhängen, sind Nazis. Der Begriff „Nazismus“ ist als Sammelbegriff also ungeeignet. Der Begriff „Faschismus“ erst recht!</p></blockquote>
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		<title>Protest und Ethik</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/protest-und-ethik/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 11:05:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Odins Auge Projekt]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Zu diesen Überlegungen gehört unbedingt ein Beitrag in Sven Scholz Blog: <a href="http://www.svenscholz.de/index.php/nazis-und-die-meinungsfreiheit/" target="_blank">Nazis und die Meinungfreiheit</a>.</p>
<p>Es stimmt, dass in Dresden und anderswo das Demonstrationsrecht mit Blick auf die &#8220;kackbraunen Kameraden&#8221; eingeschränkt wurde &#8211; z. B. sind bestimmte symbolträchtige Orte jetzt als Kundgebungsort um das sensible Datum 13. Februar herum nicht mehr zulässig. Es stimmt auch, dass es keine gute Idee ist, Fans einer stramm obrigkeitshörigen Gesellschaftsordnung mit obrigkeitsstaatlichen Mitteln bekämpfen zu wollen.<br />
Im konkreten Fall &#8220;Dresdner Nazikundgebungen&#8221; ist die Situation aber so, dass es im Interesse der Demokratie (die die Neonazis bekanntlich bekämpfen) und der Gewaltabwehr (denn die &#8220;Kackbraunen&#8221; &#8220;argumentieren&#8221; lieber mit dem Kantholz als mit Kant) geboten sein kann, die Demonstrationsfreiheit für eine Gruppierung, von der klar ist, dass ihnen an der Demonstrationfreiheit für andere nichts liegt, einzuschränken. Der sächsische Justizminister Jürgen Martens (FDP) sagte in der Landtagsdebatte:<br />
<blockquote>Die Rechtsextremisten wollen nicht trauern, sie wollen nicht gedenken, sie wollen provozieren, hetzen und Geschichtsfälschung unter die Leute bringen.</p></blockquote>
<p> Womit er völlig recht hat.</p>
<p>Nun gibt es die absurde Situation, dass ein breites <a href="http://www.dresden-nazifrei.com/" target="_blank">Bündnis</a>, das zu einer Sitzblockade gegen die Nazi-Demo aufruft, kriminalisiert wird &#8211; wobei auch das Mittel der Zensur eingesetzt wird. <a href="http://npd-blog.info/2010/01/24/dresden-nazifrei-104/" target="_blank">Staatsanwaltschaft legt Seite von Dresden-nazifrei still (npd-blog)</a>.</p>
<p>In den großen Friedensdemos der 1980er Jahre galten selbst unter überzeugten Pazifisten Sitzblockaden als gewaltfreies Mittel. Die einzigen, die damals von &#8220;Nötigung des Staates&#8221; redeten, standen auf der Seite der staatlichen Autoritäten und gingen dabei von einem ausgesprochen autoritären Staatsverständnis aus: &#8220;Wir bestimmen, und keiner muckt gegen unsere Entscheidungen auf&#8221;.<br />
Noch drastischer war die Situation in der DDR &#8211; nach DDR-Rechtsverständnis waren Demonstranten, die sich ohne Gegenwehr wegtragen ließen, Verbrecher. &#8220;Keine Gewalt&#8221; hieß eben nicht &#8220;Wir halten uns an alle Vorgaben der Behörden&#8221; &#8211; in der DDR-Situation wäre das auch offenkundig absurd gewesen.</p>
<p>Radikaler Pazifismus erhebt völlige Gewaltlosigkeit zur obersten moralischen Maxime. Das mag ehrenwert sein, aber aus pragmatischer, freiheitsliebender Sicht ist das eine ähnliche Dummheit wie Gesetzestreue um jeden Preis.<br />
Radikaler Pazifismus, der seinerzeit in der Friedensbewegung bei aller Friedfertigkeit nur die Position einer als weltfremd belächelten Minderheit war, ist eine moralische Position, die sich praktisch nicht lange einhalten lässt.<br />
Unter normalen Umständen kann die Feder wirklich mächtiger sein als das Schwert. Allerdings wüsste ich nicht, wie man sich mit einer Feder (beziehungsweise mit Worten) gegen eine Horde gewaltgeiler Neonazis wehren könnte.<br />
Es ist leider nun einmal so, dass man zur Verteidigung von Menschenrechten in bestimmten Situationen möglicherweise Gewalt anwenden muss. Wobei eine Sitzblockade gegen Neonazis nicht einmal Gewalt wäre. Selbst Mahatma Gandhi hatte keine Probleme damit, dieses Mittel des passiven Widerstandes einzusetzen.</p>
<p>Was jene, die von &#8220;unbedingter Gewaltlosigkeit&#8221; und &#8220;auf keinen Fall Verbotenes tun&#8221; reden, ignorieren, ist, dass einem Freiheiten eben nicht geschenkt werden!</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/">Das Odins Auge Projekt</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/protest-und-ethik/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu diesen Überlegungen gehört unbedingt ein Beitrag in Sven Scholz Blog: <a href="http://www.svenscholz.de/index.php/nazis-und-die-meinungsfreiheit/" target="_blank">Nazis und die Meinungfreiheit</a>.</p>
<p>Es stimmt, dass in Dresden und anderswo das Demonstrationsrecht mit Blick auf die &#8220;kackbraunen Kameraden&#8221; eingeschränkt wurde &#8211; z. B. sind bestimmte symbolträchtige Orte jetzt als Kundgebungsort um das sensible Datum 13. Februar herum nicht mehr zulässig. Es stimmt auch, dass es keine gute Idee ist, Fans einer stramm obrigkeitshörigen Gesellschaftsordnung mit obrigkeitsstaatlichen Mitteln bekämpfen zu wollen.<br />
Im konkreten Fall &#8220;Dresdner Nazikundgebungen&#8221; ist die Situation aber so, dass es im Interesse der Demokratie (die die Neonazis bekanntlich bekämpfen) und der Gewaltabwehr (denn die &#8220;Kackbraunen&#8221; &#8220;argumentieren&#8221; lieber mit dem Kantholz als mit Kant) geboten sein kann, die Demonstrationsfreiheit für eine Gruppierung, von der klar ist, dass ihnen an der Demonstrationfreiheit für andere nichts liegt, einzuschränken. Der sächsische Justizminister Jürgen Martens (FDP) sagte in der Landtagsdebatte:<br />
<blockquote>Die Rechtsextremisten wollen nicht trauern, sie wollen nicht gedenken, sie wollen provozieren, hetzen und Geschichtsfälschung unter die Leute bringen.</p></blockquote>
<p> Womit er völlig recht hat.</p>
<p>Nun gibt es die absurde Situation, dass ein breites <a href="http://www.dresden-nazifrei.com/" target="_blank">Bündnis</a>, das zu einer Sitzblockade gegen die Nazi-Demo aufruft, kriminalisiert wird &#8211; wobei auch das Mittel der Zensur eingesetzt wird. <a href="http://npd-blog.info/2010/01/24/dresden-nazifrei-104/" target="_blank">Staatsanwaltschaft legt Seite von Dresden-nazifrei still (npd-blog)</a>.</p>
<p>In den großen Friedensdemos der 1980er Jahre galten selbst unter überzeugten Pazifisten Sitzblockaden als gewaltfreies Mittel. Die einzigen, die damals von &#8220;Nötigung des Staates&#8221; redeten, standen auf der Seite der staatlichen Autoritäten und gingen dabei von einem ausgesprochen autoritären Staatsverständnis aus: &#8220;Wir bestimmen, und keiner muckt gegen unsere Entscheidungen auf&#8221;.<br />
Noch drastischer war die Situation in der DDR &#8211; nach DDR-Rechtsverständnis waren Demonstranten, die sich ohne Gegenwehr wegtragen ließen, Verbrecher. &#8220;Keine Gewalt&#8221; hieß eben nicht &#8220;Wir halten uns an alle Vorgaben der Behörden&#8221; &#8211; in der DDR-Situation wäre das auch offenkundig absurd gewesen.</p>
<p>Radikaler Pazifismus erhebt völlige Gewaltlosigkeit zur obersten moralischen Maxime. Das mag ehrenwert sein, aber aus pragmatischer, freiheitsliebender Sicht ist das eine ähnliche Dummheit wie Gesetzestreue um jeden Preis.<br />
Radikaler Pazifismus, der seinerzeit in der Friedensbewegung bei aller Friedfertigkeit nur die Position einer als weltfremd belächelten Minderheit war, ist eine moralische Position, die sich praktisch nicht lange einhalten lässt.<br />
Unter normalen Umständen kann die Feder wirklich mächtiger sein als das Schwert. Allerdings wüsste ich nicht, wie man sich mit einer Feder (beziehungsweise mit Worten) gegen eine Horde gewaltgeiler Neonazis wehren könnte.<br />
Es ist leider nun einmal so, dass man zur Verteidigung von Menschenrechten in bestimmten Situationen möglicherweise Gewalt anwenden muss. Wobei eine Sitzblockade gegen Neonazis nicht einmal Gewalt wäre. Selbst Mahatma Gandhi hatte keine Probleme damit, dieses Mittel des passiven Widerstandes einzusetzen.</p>
<p>Was jene, die von &#8220;unbedingter Gewaltlosigkeit&#8221; und &#8220;auf keinen Fall Verbotenes tun&#8221; reden, ignorieren, ist, dass einem Freiheiten eben nicht geschenkt werden!</p>
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		<title>Katastrophe in Haiti &#8211; laut Pat Robertson lag es am Voodoo</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/kathastrophe-in-haiti/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/kathastrophe-in-haiti/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 18:03:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
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		<category><![CDATA[Evangelikale]]></category>
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		<category><![CDATA[Hassprediger]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Katastrophe traf ein Land, in dem schon zu normalen Zeiten katastrophale Lebensverhältnisse herrschen: Haiti ist eines der ärmsten Länder der Erde. Nach dem schweren Erdbeben muss mit zehntausenden Todesopfern gerechnet werden. Hunderttausende sind obdachlos und die Lage wird sich in den nächsten Tagen noch verschlimmern. <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1105767/" target="_blank">Der Haiti-Kenner Hans Christoph Buch über die Lage im Katastrophengebiet (D-Radio Kultur)</a></p>
<p>Die normale, ethisch gebotene, Reaktion auf so ein Unglück ist Hilfsbreitschaft &#8211; egal, ob man nun Heide, Moslem, Atheist, Christ usw. ist. (Ich bitte an dieser Stelle um Spenden. Eine der in Haiti tätigen Hilfsorganisation ist <a href="http://www.help-ev.de/" target="_blank">Help e. v.</a> Sie gilt, nach der Auskunft von Menschen, deren Rat ich traue, als zuverlässig.) <i>Ergänzung: Weitere vertrauenswürdige Spendenorganisation führe ich am Ende des Artikels auf.</i></p>
<p>Der prominente und politisch einflußreiche US-Fernsehprediger Pat Robertson sieht (wieder einmal) höhere Mächte hinter einer Katastrophe: Das Land habe seine Befreiung von Frankreich einem &#8220;Pakt mit dem Teufel&#8221; zu verdanken <a href="http://www.20min.ch/news/dossier/haiti/story/-Pakt-mit-dem-Teufel--hat-Haiti--verflucht--21360075" target="_blank">&#8220;Pakt mit dem Teufel&#8221; hat Haiti &#8220;verflucht&#8221; (20 Minuten Online)</a>.<br />
Wieder einmal, denn Robertson bezeichnete auch die Terroranschläge vom 11. September 2001 und den Hurrikan &#8220;Katrina&#8221;, der 2005 New Orleans verwüstete, als Strafe Gottes für die &#8220;Sünden Amerikas&#8221; wie Abtreibung und Homosexualität. Als der israelische Ministerpräsidenten Ariel Scharon einen schweren Schlaganfall erlitt, redete Robertson von einer göttliche Vergeltung für den Rückzug aus dem Gazastreifen.<br />
Hier ein kritischer Video-Beitrag über Robertsons Äußerungen (auf Englisch): <a href="http://www.youtube.com/watch?v=59NCduEhkBM" target="_blank">Pat Robertson &#8211; Haiti&#8217;s Pact w/ Devil Created Earthquake (TYT)</a></p>
<p>Ein Sprecher Robertsons erklärte der Agentur AP, der evangelikale Prediger habe nicht behauptet, der Zorn Gottes habe das Erdbeben verursacht. Er habe sich auf die Voodoo-Rituale bezogen, die vor dem Aufstand gegen Frankreich praktiziert worden seien. Immerhin wolle Robertsons Organisation Hilfsgüter im Wert von mehreren Millionen Dollar und Rettungskräfte auf die Insel schicken werde &#8211; so ganz scheint das Gebot der &#8220;christlichen Nächstenliebe&#8221; also nicht vergessen zu sein.<br />
<i>Nachtrag:</i> Es gibt auch unerträgliche Fundi-Christen, die unter &#8220;Hilfsbereitschaft&#8221; so etwas verstehen: <a href="http://hpd.de/node/8620" target="_blank">Haiti: Audio-Bibeln als Soforthilfe (hpd)</a></p>
<p>Nun ist Robertson leider nicht irgendein Fundi-Prediger: das &#8220;Maschinengewehr Gottes&#8221; ist der &#8220;große alte Mann&#8221; der &#8220;Christian Right&#8221;, er kontrolliert ein ausgedehntes Medienimperium, Millionen fundamentalistischer Christen nicht nur im &#8220;Bible Belt&#8221; der USA hören auf ihn, er war 1988 sogar Präsidentschaftskanditat der Republikaner und galt als einer der wichtigsten Vertrauten und als spritueller Ratgeber des früheren US-Präsidenten George W.  Bush.</p>
<p>Ärzte ohne Grenzen<br />
Stichwort: Haiti und andere<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Konto 97 0 97<br />
BLZ 370 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.aerzte-ohne-grenzen.de" target="_blank"> www.aerzte-ohne-grenzen.de</a></p>
<p>Aktion Deutschland Hilft<br />
(Bündnis von deutschen Hilfsorganisationen)<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Konto 10 20 30<br />
BLZ 370 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.aktion-deutschland-hilft.de" target="_blank">www.aktion-deutschland-hilft.de</a></p>
<p>Caritas international<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe<br />
Konto 202<br />
BLZ 660 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.caritas-international.de" target="_blank2>www.caritas-international.de</a></p>
<p>Diakonie Katastrophenhilfe<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
Postbank Stuttgart<br />
Konto 502 707<br />
BLZ 600 100 70<br />
Internet: <a href="http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de" target="_blank">www.diakonie-katastrophenhilfe.de</a></p>
<p>DRK<br />
Stichwort: Haiti<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Konto 41 41 41<br />
BLZ 370 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.drk.de" target="_blank">www.drk.de</a></p>
<p>humedica e.V.<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
Sparkasse Kaufbeuren<br />
Konto 4747<br />
BLZ 734 500 00<br />
Internet: <a href="http://www.humedica.org" target="_blank">www.humedica.org</a></p>
<p>Kindernothilfe<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
KD-Bank eG<br />
Konto: 45 45 40<br />
BLZ 350 601 90<br />
Internet: <a href="http://www.kindernothilfe.de" target="_blank">www.kindernothilfe.de</a></p>
<p>Malteser Hilfsdienst e.V.<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Konto 120 120 120<br />
BLZ 370 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.malteser.de" target="_blank">www.malteser.de</a></p>
<p>SOS-Kinderdorf e.V.<br />
Stichwort: Nothilfe Haiti<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Konto 780 800 5<br />
BLZ 700 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.sos-kinderdorf.de" target="_blank">www.sos-kinderdorf.de</a></p>
<p>Welthungerhilfe<br />
Stichwort: Nothilfe Haiti<br />
Sparkasse KölnBonn<br />
Konto 11 15<br />
BLZ 370 501 98<br />
Internet: <a href="http://www.welthungerhilfe.de" target="_blank">www.welthungerhilfe.de</a></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/kathastrophe-in-haiti/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Katastrophe traf ein Land, in dem schon zu normalen Zeiten katastrophale Lebensverhältnisse herrschen: Haiti ist eines der ärmsten Länder der Erde. Nach dem schweren Erdbeben muss mit zehntausenden Todesopfern gerechnet werden. Hunderttausende sind obdachlos und die Lage wird sich in den nächsten Tagen noch verschlimmern. <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1105767/" target="_blank">Der Haiti-Kenner Hans Christoph Buch über die Lage im Katastrophengebiet (D-Radio Kultur)</a></p>
<p>Die normale, ethisch gebotene, Reaktion auf so ein Unglück ist Hilfsbreitschaft &#8211; egal, ob man nun Heide, Moslem, Atheist, Christ usw. ist. (Ich bitte an dieser Stelle um Spenden. Eine der in Haiti tätigen Hilfsorganisation ist <a href="http://www.help-ev.de/" target="_blank">Help e. v.</a> Sie gilt, nach der Auskunft von Menschen, deren Rat ich traue, als zuverlässig.) <i>Ergänzung: Weitere vertrauenswürdige Spendenorganisation führe ich am Ende des Artikels auf.</i></p>
<p>Der prominente und politisch einflußreiche US-Fernsehprediger Pat Robertson sieht (wieder einmal) höhere Mächte hinter einer Katastrophe: Das Land habe seine Befreiung von Frankreich einem &#8220;Pakt mit dem Teufel&#8221; zu verdanken <a href="http://www.20min.ch/news/dossier/haiti/story/-Pakt-mit-dem-Teufel--hat-Haiti--verflucht--21360075" target="_blank">&#8220;Pakt mit dem Teufel&#8221; hat Haiti &#8220;verflucht&#8221; (20 Minuten Online)</a>.<br />
Wieder einmal, denn Robertson bezeichnete auch die Terroranschläge vom 11. September 2001 und den Hurrikan &#8220;Katrina&#8221;, der 2005 New Orleans verwüstete, als Strafe Gottes für die &#8220;Sünden Amerikas&#8221; wie Abtreibung und Homosexualität. Als der israelische Ministerpräsidenten Ariel Scharon einen schweren Schlaganfall erlitt, redete Robertson von einer göttliche Vergeltung für den Rückzug aus dem Gazastreifen.<br />
Hier ein kritischer Video-Beitrag über Robertsons Äußerungen (auf Englisch): <a href="http://www.youtube.com/watch?v=59NCduEhkBM" target="_blank">Pat Robertson &#8211; Haiti&#8217;s Pact w/ Devil Created Earthquake (TYT)</a></p>
<p>Ein Sprecher Robertsons erklärte der Agentur AP, der evangelikale Prediger habe nicht behauptet, der Zorn Gottes habe das Erdbeben verursacht. Er habe sich auf die Voodoo-Rituale bezogen, die vor dem Aufstand gegen Frankreich praktiziert worden seien. Immerhin wolle Robertsons Organisation Hilfsgüter im Wert von mehreren Millionen Dollar und Rettungskräfte auf die Insel schicken werde &#8211; so ganz scheint das Gebot der &#8220;christlichen Nächstenliebe&#8221; also nicht vergessen zu sein.<br />
<i>Nachtrag:</i> Es gibt auch unerträgliche Fundi-Christen, die unter &#8220;Hilfsbereitschaft&#8221; so etwas verstehen: <a href="http://hpd.de/node/8620" target="_blank">Haiti: Audio-Bibeln als Soforthilfe (hpd)</a></p>
<p>Nun ist Robertson leider nicht irgendein Fundi-Prediger: das &#8220;Maschinengewehr Gottes&#8221; ist der &#8220;große alte Mann&#8221; der &#8220;Christian Right&#8221;, er kontrolliert ein ausgedehntes Medienimperium, Millionen fundamentalistischer Christen nicht nur im &#8220;Bible Belt&#8221; der USA hören auf ihn, er war 1988 sogar Präsidentschaftskanditat der Republikaner und galt als einer der wichtigsten Vertrauten und als spritueller Ratgeber des früheren US-Präsidenten George W.  Bush.</p>
<p>Ärzte ohne Grenzen<br />
Stichwort: Haiti und andere<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Konto 97 0 97<br />
BLZ 370 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.aerzte-ohne-grenzen.de" target="_blank"> www.aerzte-ohne-grenzen.de</a></p>
<p>Aktion Deutschland Hilft<br />
(Bündnis von deutschen Hilfsorganisationen)<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Konto 10 20 30<br />
BLZ 370 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.aktion-deutschland-hilft.de" target="_blank">www.aktion-deutschland-hilft.de</a></p>
<p>Caritas international<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe<br />
Konto 202<br />
BLZ 660 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.caritas-international.de" target="_blank2>www.caritas-international.de</a></p>
<p>Diakonie Katastrophenhilfe<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
Postbank Stuttgart<br />
Konto 502 707<br />
BLZ 600 100 70<br />
Internet: <a href="http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de" target="_blank">www.diakonie-katastrophenhilfe.de</a></p>
<p>DRK<br />
Stichwort: Haiti<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Konto 41 41 41<br />
BLZ 370 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.drk.de" target="_blank">www.drk.de</a></p>
<p>humedica e.V.<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
Sparkasse Kaufbeuren<br />
Konto 4747<br />
BLZ 734 500 00<br />
Internet: <a href="http://www.humedica.org" target="_blank">www.humedica.org</a></p>
<p>Kindernothilfe<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
KD-Bank eG<br />
Konto: 45 45 40<br />
BLZ 350 601 90<br />
Internet: <a href="http://www.kindernothilfe.de" target="_blank">www.kindernothilfe.de</a></p>
<p>Malteser Hilfsdienst e.V.<br />
Stichwort: Erdbeben Haiti<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Konto 120 120 120<br />
BLZ 370 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.malteser.de" target="_blank">www.malteser.de</a></p>
<p>SOS-Kinderdorf e.V.<br />
Stichwort: Nothilfe Haiti<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
Konto 780 800 5<br />
BLZ 700 205 00<br />
Internet: <a href="http://www.sos-kinderdorf.de" target="_blank">www.sos-kinderdorf.de</a></p>
<p>Welthungerhilfe<br />
Stichwort: Nothilfe Haiti<br />
Sparkasse KölnBonn<br />
Konto 11 15<br />
BLZ 370 501 98<br />
Internet: <a href="http://www.welthungerhilfe.de" target="_blank">www.welthungerhilfe.de</a></p>
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		<title>Uganda: &#8220;Hexendoktoren&#8221; und Kindermorde</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/uganda-hexendoktoren-und-kindermorde/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/uganda-hexendoktoren-und-kindermorde/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 09:14:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gjallarhorn Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hexen]]></category>
		<category><![CDATA[Hexenjagd]]></category>
		<category><![CDATA[Hexenverfolgung]]></category>
		<category><![CDATA[Hexerei]]></category>
		<category><![CDATA[menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Uganda]]></category>
		<category><![CDATA[Witchdoctors]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nornirsaett.de/?p=2177</guid>
		<description><![CDATA[<p>Tim Whewell untersucht in seinem halbstündigen BBC-Radiobeitrag die Ursachen einer entsetzlichen Flut ritueller Opferungen von Kindern in Uganda und folgt einem ehemaligen Hexendoktor, der sich inzwischen der Ausrottung dieser Praxis verschrieben hat.<span id="more-2177"></span><br />
Ein ostafrikanischer &#8220;Hexendoktor&#8221; (&#8220;witch-doctor&#8221;) ist nicht etwa, wie oft irrtümlich angenommen wird, ein Art mit magischen Praktiken arbeitender traditioneller Heiler, sondern ein Hexenjäger. Es geht also nicht etwa darum, dass &#8220;Hexen&#8221; Kinder rituell opfern würden, sondern dass Hexenjäger vermeindliche Hexenkinder umbringen. Die Parallelen zur frühneuzeitliche Hexenverfolgung in Europa sind bedrückend.</p>
<p>Tim Whewell investigates the causes of a horrific spate of child sacrifices in Uganda and follows a former witch doctor who is now committed to stamping out the practice.</p>
<p>Hier zum BBC podcast: <a href="http://www.bbc.co.uk/iplayer/episode/b00pkxy2/Crossing_Continents_Uganda_Battling_the_WitchDoctors/" target="_blank">Uganda: Battling the Witch-Doctors</a></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/uganda-hexendoktoren-und-kindermorde/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tim Whewell untersucht in seinem halbstündigen BBC-Radiobeitrag die Ursachen einer entsetzlichen Flut ritueller Opferungen von Kindern in Uganda und folgt einem ehemaligen Hexendoktor, der sich inzwischen der Ausrottung dieser Praxis verschrieben hat.<span id="more-2177"></span><br />
Ein ostafrikanischer &#8220;Hexendoktor&#8221; (&#8220;witch-doctor&#8221;) ist nicht etwa, wie oft irrtümlich angenommen wird, ein Art mit magischen Praktiken arbeitender traditioneller Heiler, sondern ein Hexenjäger. Es geht also nicht etwa darum, dass &#8220;Hexen&#8221; Kinder rituell opfern würden, sondern dass Hexenjäger vermeindliche Hexenkinder umbringen. Die Parallelen zur frühneuzeitliche Hexenverfolgung in Europa sind bedrückend.</p>
<p>Tim Whewell investigates the causes of a horrific spate of child sacrifices in Uganda and follows a former witch doctor who is now committed to stamping out the practice.</p>
<p>Hier zum BBC podcast: <a href="http://www.bbc.co.uk/iplayer/episode/b00pkxy2/Crossing_Continents_Uganda_Battling_the_WitchDoctors/" target="_blank">Uganda: Battling the Witch-Doctors</a></p>
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		<item>
		<title>Deix-Karrikaturen: Österreichische Katholiken auf den Spuren radikaler Moslems</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/deix-karrikaturen-osterreichische-katholiken-auf-den-spuren-radikaler-moslems/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/deix-karrikaturen-osterreichische-katholiken-auf-den-spuren-radikaler-moslems/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 12:06:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gjallarhorn Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Karikaturen]]></category>
		<category><![CDATA[katholisch]]></category>
		<category><![CDATA[Katholizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Konkordat]]></category>
		<category><![CDATA[Nazi]]></category>
		<category><![CDATA[Nazis]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Reichskonkordat]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nornirsaett.de/?p=2115</guid>
		<description><![CDATA[<p>Der österreichische Karikaturist Manfred Deix ist nicht dafür bekannt, sich um Tabus zu kümmern &#8211; oft zum Missvergnügen der Karikierten.<br />
Über zwei seiner Karikaturen haben sich drei katholische Diakone derart empört, dass sie die Staatsanwaltschaft einschalteten.<br />
Anlass für diesen ungute Erinnerungen an den Streit um die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Gesicht_Mohammeds" target="_blank">Mohammed-Karikaturen</a> weckenden Vorfall war ein aus Symbolen von Religionen und politischen Ideologien (darunter dem Hakenkreuz)  zusammenmontiertes &#8220;multikulturelles Kompromisskreuz&#8221; und eine Karikatur zum Thema &#8220;wie sieht Gott aus&#8221;, die im November im österreichischen Magazin &#8220;News&#8221; erschienen.<br />
(Die Karikaturen auf News.at: <a href="http://www.news.at/nw1/gen/slideshows/slide/show;spezial/deix/2009/;template;nn/specials/spezial/deix/;pos;44" traget="_blank">Umgehen des Kruzifixverbotes im Klassenzimmer</a> und <a href="http://www.news.at/nw1/gen/slideshows/slide/show;spezial/deix/2009/;template;nn/specials/spezial/deix/;pos;43" target="_blank">Wer ist eigentlich Gott?</a>.)<br />
<a href="http://derstandard.at/1259281679650/Bilderstreit-Deix-Karikaturen-Kirche-schaltet-Justiz-ein" target="_blank">Bilderstreit Deix Karikaturen: Kirche schaltet Justiz ein (Der Standard)</a><br />
<a href="http://wien.orf.at/stories/409059/" target="_blank">Wiener Diakone gegen Deix-Karikaturen (ORF)</a><br />
<a href="http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Kirche-empoert-sich-ueber-Deix-Bilder-0595626.ece" target="_blank">Kirche empört sich über Deix-Bilder (Ö 24)</a></p>
<p>Eine besonders pikante Note erhält diese Posse durch eine Stellungnahme der Erzdiözese Wien:</p>
<blockquote><p>In einer Aussendung wird darauf hingewiesen, dass &#8220;viele Christen, angefangen von einem Franz Jägerstätter oder einem Dietrich Bonhoeffer&#8221; ihr Leben hingegeben hätten, &#8220;weil es mit menschenverachtenden Ideologien wie dem Nationalsozialismus nie einen Kompromiss geben kann&#8221;. Die Deix-Karikatur &#8220;Entwurf für ein multikulturelles Kompromiss-Kruzifix&#8221; vom 19. November stelle daher auch eine &#8220;unglaubliche Verhöhnung&#8221; zigtausender Opfer von Nationalsozialismus und Kommunismus dar.</p></blockquote>
<p>Nun, das ist wahr. Wahr ist allerdings auch, dass die katholische Kirche 1933 einen folgenschweren Kompromiss mit dem Nationalsozialismus schloss: das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reichskonkordat" target="_blank">Reichskonkordart</a> mit Nazi-Deutschland. Durch das Konkordat mit dem Vatikan gelang es den Nazis, das Misstrauen von Teilen der katholischen Bevölkerung gegen den Nationalsozialismus abzuschwächen. Außerdem wurde das Hitler-Regime durch den Abschluss des Konkordats international sozusagen hoffähig gemacht.<br />
Den beherzten Widerstandskämpfern aus kirchlichen Kreisen stand leider eine erheblich größere Anzahl von opportunistischen oder sogar offen NS-freundlichen Priestern und Kirchenfunktionären gegenüber &#8211; auch in Österreich. Die fragwürdige Haltung des Papstes <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pius_XII." target="_blank">Pius XII.</a> zu Nazideutschland und seinen beispiellosen Verbrechen, und die aktiven Beteiligung hochrangiger Vertreter der katholischen Kirche (z. B. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Hudal" target="_blank">Alois Hudal</a>) bei der Flucht führender Vertreter des NS-Regimes, Angehöriger der SS und der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ustascha" target="_blank">Ustascha</a> nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rattenlinien" target="_blank">&#8220;Rattenlinien&#8221;</a>) sollten auch nicht unterschlagen werden.</p>
<p>Auch wenn die Vorfälle vom Ausmaß her nicht zu vergleichen sind, habe ich den Eindruck, dass die hysterisch-beleidigte und selbstgerechte Reaktion einzelner Mitglieder der katholischen Kirche tätsächlich auf der einer ähnlichen Denkstruktur wie die der radikalen Moslems gegen die dänischen Karikaturisten beruht: der Idee, dass &#8220;göttliche Geboten&#8221; grundsätzlich Vorrang vor &#8220;weltlichen Gesetzen&#8221; gebüre, die Vorstellung, im Alleinbesitz der göttlichen Offenbarung (und damit der religösen Wahrheit) zu sein und die Unfähigkeit, Spott und Kritik anders als als &#8220;Blasphemie&#8221; oder als Angriff auf heilige Werte zu sehen.</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/deix-karrikaturen-osterreichische-katholiken-auf-den-spuren-radikaler-moslems/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der österreichische Karikaturist Manfred Deix ist nicht dafür bekannt, sich um Tabus zu kümmern &#8211; oft zum Missvergnügen der Karikierten.<br />
Über zwei seiner Karikaturen haben sich drei katholische Diakone derart empört, dass sie die Staatsanwaltschaft einschalteten.<br />
Anlass für diesen ungute Erinnerungen an den Streit um die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Gesicht_Mohammeds" target="_blank">Mohammed-Karikaturen</a> weckenden Vorfall war ein aus Symbolen von Religionen und politischen Ideologien (darunter dem Hakenkreuz)  zusammenmontiertes &#8220;multikulturelles Kompromisskreuz&#8221; und eine Karikatur zum Thema &#8220;wie sieht Gott aus&#8221;, die im November im österreichischen Magazin &#8220;News&#8221; erschienen.<br />
(Die Karikaturen auf News.at: <a href="http://www.news.at/nw1/gen/slideshows/slide/show;spezial/deix/2009/;template;nn/specials/spezial/deix/;pos;44" traget="_blank">Umgehen des Kruzifixverbotes im Klassenzimmer</a> und <a href="http://www.news.at/nw1/gen/slideshows/slide/show;spezial/deix/2009/;template;nn/specials/spezial/deix/;pos;43" target="_blank">Wer ist eigentlich Gott?</a>.)<br />
<a href="http://derstandard.at/1259281679650/Bilderstreit-Deix-Karikaturen-Kirche-schaltet-Justiz-ein" target="_blank">Bilderstreit Deix Karikaturen: Kirche schaltet Justiz ein (Der Standard)</a><br />
<a href="http://wien.orf.at/stories/409059/" target="_blank">Wiener Diakone gegen Deix-Karikaturen (ORF)</a><br />
<a href="http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Kirche-empoert-sich-ueber-Deix-Bilder-0595626.ece" target="_blank">Kirche empört sich über Deix-Bilder (Ö 24)</a></p>
<p>Eine besonders pikante Note erhält diese Posse durch eine Stellungnahme der Erzdiözese Wien:</p>
<blockquote><p>In einer Aussendung wird darauf hingewiesen, dass &#8220;viele Christen, angefangen von einem Franz Jägerstätter oder einem Dietrich Bonhoeffer&#8221; ihr Leben hingegeben hätten, &#8220;weil es mit menschenverachtenden Ideologien wie dem Nationalsozialismus nie einen Kompromiss geben kann&#8221;. Die Deix-Karikatur &#8220;Entwurf für ein multikulturelles Kompromiss-Kruzifix&#8221; vom 19. November stelle daher auch eine &#8220;unglaubliche Verhöhnung&#8221; zigtausender Opfer von Nationalsozialismus und Kommunismus dar.</p></blockquote>
<p>Nun, das ist wahr. Wahr ist allerdings auch, dass die katholische Kirche 1933 einen folgenschweren Kompromiss mit dem Nationalsozialismus schloss: das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reichskonkordat" target="_blank">Reichskonkordart</a> mit Nazi-Deutschland. Durch das Konkordat mit dem Vatikan gelang es den Nazis, das Misstrauen von Teilen der katholischen Bevölkerung gegen den Nationalsozialismus abzuschwächen. Außerdem wurde das Hitler-Regime durch den Abschluss des Konkordats international sozusagen hoffähig gemacht.<br />
Den beherzten Widerstandskämpfern aus kirchlichen Kreisen stand leider eine erheblich größere Anzahl von opportunistischen oder sogar offen NS-freundlichen Priestern und Kirchenfunktionären gegenüber &#8211; auch in Österreich. Die fragwürdige Haltung des Papstes <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pius_XII." target="_blank">Pius XII.</a> zu Nazideutschland und seinen beispiellosen Verbrechen, und die aktiven Beteiligung hochrangiger Vertreter der katholischen Kirche (z. B. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Hudal" target="_blank">Alois Hudal</a>) bei der Flucht führender Vertreter des NS-Regimes, Angehöriger der SS und der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ustascha" target="_blank">Ustascha</a> nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rattenlinien" target="_blank">&#8220;Rattenlinien&#8221;</a>) sollten auch nicht unterschlagen werden.</p>
<p>Auch wenn die Vorfälle vom Ausmaß her nicht zu vergleichen sind, habe ich den Eindruck, dass die hysterisch-beleidigte und selbstgerechte Reaktion einzelner Mitglieder der katholischen Kirche tätsächlich auf der einer ähnlichen Denkstruktur wie die der radikalen Moslems gegen die dänischen Karikaturisten beruht: der Idee, dass &#8220;göttliche Geboten&#8221; grundsätzlich Vorrang vor &#8220;weltlichen Gesetzen&#8221; gebüre, die Vorstellung, im Alleinbesitz der göttlichen Offenbarung (und damit der religösen Wahrheit) zu sein und die Unfähigkeit, Spott und Kritik anders als als &#8220;Blasphemie&#8221; oder als Angriff auf heilige Werte zu sehen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Antisemiten sind Hohlbratzen &#8211; gilt auch für Linke!</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/antisemiten-sind-hohlbratzen-gilt-auch-fur-linke/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/antisemiten-sind-hohlbratzen-gilt-auch-fur-linke/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 20:42:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gjallarhorn Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antizionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
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		<category><![CDATA[Lanzmann]]></category>
		<category><![CDATA[Links]]></category>
		<category><![CDATA[linksextrem]]></category>

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		<description><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Wir haben es uns damals mit dem Antisemitismusvorwurf sehr einfach gemacht. Die Antisemiten waren für uns nur die Nazis.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das ist ein Zitat einer Hafenstraßenbewohnerin, die damals, bei den Demonstration zur ersten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intifada" target="_blank">Intifada</a> in den 80-ern, dabei war, aus dem digiTAZ-Artikel <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/wie-halten-wirs-mit-israel-genossen/" target="_blank">Wie halten wir´s mit Israel, Genossen?</a>.<br />
Der Anlass für diesen lesenswerten Artikel über linken Antisemitismus in Hamburg (und anderswo) war ein hässlicher Vorfall am  25. Oktober, als die Vorführung des Films &#8220;Warum Israel&#8221; des Regisseurs Claude Lanzmann im Kino &#8220;B-Movie&#8221; gewalttätig von linken &#8220;Antizionisten&#8221; verhindert wurde. Die Aktivisten aus dem &#8220;Internationalen Zentrum B5&#8243; in der Brigittenstraße 5, nur wenige Meter vom Kino im Stadtteil St. Pauli entfernt, benahmen sie so, wie man es sonst eher von Nazis erwarten würde: Kinobesuchern wurde ins Gesicht geschlagen, sie wurden auch als &#8220;Judenschweine&#8221; beschimpft.</p>
<p>Mit berechtigter Israelkritik, Solidarität mit den Palästinensern oder auch nur der &#8220;innerlinken&#8221; Auseinandersetzung mit den &#8220;Antideutschen&#8221; hat diese unangenehme symbolische Aktion meiner Ansicht nur am Rande zu tun. Tatsächlich verhindert diese Sorte &#8220;Krawall-Antizionismus&#8221;, der mit schlecht getarnten antisemitischen Klischees &#8220;argumentiert&#8221;, eine differenzierte Diskussion, die gerade in Deutschland immer noch fehlt.<br />
Das auch in den Massenmedien weit verbreitete Klischee, dass Antisemitismus ein Phänomen der &#8220;extremen Rechte&#8221; sei, und dass die &#8220;Mitte der Gesellschaft&#8221; und erst recht die &#8220;demokratische Linke&#8221; gegen so etwas immun sei, trägt leider dazu bei, dass der &#8220;nicht-braune&#8221; Antisemitismus gern übersehen oder verniedlicht wird. Auch die &#8220;Entschuldigung&#8221;, dass seien doch &#8220;linke Spinner&#8221; außerhalb der braven &#8220;Mehrheitsgesellschaft&#8221;, ist eine meiner Ansicht nach gefährliche Verdrängung.<br />
Übrigens gehen <a href="http://www.nornirsaett.de/vorurteile-gegenuber-juden-und-moslems-nehmen-zu/">antisemitische und anti-islamische Einstellungen</a> oft Hand in Hand. </p>
<p>Es gibt übrigens eine Faustregel, an der sich erkennen lässt, ob es jemandem tatsächlich um die israelische Politik und um konkrete Missstände in Palästina geht &#8211; oder ob der Israelkritiker antisemitische Motive hat. Beginnt jemand sinngemäß mit: &#8220;Man darf in Deutschland nur einmal Israel nicht kritisieren &#8230; &#8221; oder beklagt sich erst mal lang und breit über die &#8220;Antisemtismuskeule&#8221;, die gegen Kritiker des Zionismus geschwungen würde, dann deutet das mit ziemlicher Sicherheit auf einen antisemitschen Drall hin.<br />
Ein echter Israelkritiker kritisiert einfach, ohne sich selbst zum &#8220;armen Opfer&#8221; der bösen, allmächtigen <strike>jüdischen Weltverschwörung</strike> Israel-Lobby zu stilisieren.</p>
<p>Hier die Ansicht des Filmemachers Claude Lanzmann selbst: <a href="http://www.freitag.de/kultur/0950-lanzmann-interview" target="_blank">Spielt nie mehr die Herren (freitag.de)</a></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/antisemiten-sind-hohlbratzen-gilt-auch-fur-linke/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Wir haben es uns damals mit dem Antisemitismusvorwurf sehr einfach gemacht. Die Antisemiten waren für uns nur die Nazis.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das ist ein Zitat einer Hafenstraßenbewohnerin, die damals, bei den Demonstration zur ersten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intifada" target="_blank">Intifada</a> in den 80-ern, dabei war, aus dem digiTAZ-Artikel <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/wie-halten-wirs-mit-israel-genossen/" target="_blank">Wie halten wir´s mit Israel, Genossen?</a>.<br />
Der Anlass für diesen lesenswerten Artikel über linken Antisemitismus in Hamburg (und anderswo) war ein hässlicher Vorfall am  25. Oktober, als die Vorführung des Films &#8220;Warum Israel&#8221; des Regisseurs Claude Lanzmann im Kino &#8220;B-Movie&#8221; gewalttätig von linken &#8220;Antizionisten&#8221; verhindert wurde. Die Aktivisten aus dem &#8220;Internationalen Zentrum B5&#8243; in der Brigittenstraße 5, nur wenige Meter vom Kino im Stadtteil St. Pauli entfernt, benahmen sie so, wie man es sonst eher von Nazis erwarten würde: Kinobesuchern wurde ins Gesicht geschlagen, sie wurden auch als &#8220;Judenschweine&#8221; beschimpft.</p>
<p>Mit berechtigter Israelkritik, Solidarität mit den Palästinensern oder auch nur der &#8220;innerlinken&#8221; Auseinandersetzung mit den &#8220;Antideutschen&#8221; hat diese unangenehme symbolische Aktion meiner Ansicht nur am Rande zu tun. Tatsächlich verhindert diese Sorte &#8220;Krawall-Antizionismus&#8221;, der mit schlecht getarnten antisemitischen Klischees &#8220;argumentiert&#8221;, eine differenzierte Diskussion, die gerade in Deutschland immer noch fehlt.<br />
Das auch in den Massenmedien weit verbreitete Klischee, dass Antisemitismus ein Phänomen der &#8220;extremen Rechte&#8221; sei, und dass die &#8220;Mitte der Gesellschaft&#8221; und erst recht die &#8220;demokratische Linke&#8221; gegen so etwas immun sei, trägt leider dazu bei, dass der &#8220;nicht-braune&#8221; Antisemitismus gern übersehen oder verniedlicht wird. Auch die &#8220;Entschuldigung&#8221;, dass seien doch &#8220;linke Spinner&#8221; außerhalb der braven &#8220;Mehrheitsgesellschaft&#8221;, ist eine meiner Ansicht nach gefährliche Verdrängung.<br />
Übrigens gehen <a href="http://www.nornirsaett.de/vorurteile-gegenuber-juden-und-moslems-nehmen-zu/">antisemitische und anti-islamische Einstellungen</a> oft Hand in Hand. </p>
<p>Es gibt übrigens eine Faustregel, an der sich erkennen lässt, ob es jemandem tatsächlich um die israelische Politik und um konkrete Missstände in Palästina geht &#8211; oder ob der Israelkritiker antisemitische Motive hat. Beginnt jemand sinngemäß mit: &#8220;Man darf in Deutschland nur einmal Israel nicht kritisieren &#8230; &#8221; oder beklagt sich erst mal lang und breit über die &#8220;Antisemtismuskeule&#8221;, die gegen Kritiker des Zionismus geschwungen würde, dann deutet das mit ziemlicher Sicherheit auf einen antisemitschen Drall hin.<br />
Ein echter Israelkritiker kritisiert einfach, ohne sich selbst zum &#8220;armen Opfer&#8221; der bösen, allmächtigen <strike>jüdischen Weltverschwörung</strike> Israel-Lobby zu stilisieren.</p>
<p>Hier die Ansicht des Filmemachers Claude Lanzmann selbst: <a href="http://www.freitag.de/kultur/0950-lanzmann-interview" target="_blank">Spielt nie mehr die Herren (freitag.de)</a></p>
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		<title>Pressemitteilung: Singvøgel unterstützen die Initiative “Rock im Knast” mit einem Konzert in der JVA Stuttgart</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/pressemitteilung-singv%c3%b8gel-unterstutzen-die-initiative-%e2%80%9crock-im-knast%e2%80%9d-mit-einem-konzert-in-der-jva-stuttgart/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 10:34:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gjallarhorn Weblog]]></category>
		<category><![CDATA["Rock im Knast"]]></category>
		<category><![CDATA[menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Singvøgel]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><i>Mörlenbach, 21. November 2009</i></p>
<p>Der 27. November 2009 wird für die Band “Singvøgel” kein Konzert wie jedes andere werden: Es werden nicht wie sonst Fans aus ganz Deutschland und Österreich anreisen, denn sie würden nicht eingelassen werden. Das Konzert findet hinter Mauern und Sicherheitsschleusen statt. Die Singvøgel werden in der JVA Stuttgart in Stammheim auftreten und ihr deutschsprachiges Pop- und Rock-Repertoire vor einem Publikum von Strafgefangenen und Untersuchungshäftlingen zu Gehör bringen. Möglich macht das die Initiative “Rock im Knast”.</p>
<p>Die 2008 gegründete Initiative, die aus dem Engagement der Justizvollzugsbeamten Klaus Boshart und Volker Engels und des Musikers Heiko Zickerow entstand, ist inzwischen zu einem bundesweit agierenden Netzwerk von Musikern, sonstigen Kulturschaffenden und Vollzugsanstalten gewachsen. “Rock im Knast” möchte eine Brückenfunktion zwischen “drinnen und draußen” erreichen und verwirklicht dies mit der Organisation von Konzerten in Strafvollzugsanstalten und durch Vernetzung von Anstalten und Künstlern.</p>
<p>“Dies ist unverzichtbar, denn ihr Wirken eröffnet eine zusätzliche Chance, Vorurteile gegenüber Gefangenen abzubauen und in der Gesellschaft eine von Mitverantwortung geprägte Einstellung zu straffällig gewordenen Menschen zu entwickeln.” betont die Initiative.</p>
<p>Um dieses Ziel zu erreichen werden natürlich Bands benötigt, die bereit sind, Berührungsängste und Vorurteile zu überwinden und auch in verurteilten “Verbrechern” den Menschen zu sehen, der ein Bedürfnis nach Kunst und Kultur hat und für den Musik ein wichtiger Anknüpfungspunkt zur eigenen menschlichen Identität ist.</p>
<p>Die Singvøgel sind überzeugt: “Gerade in der sozialen Isolation des Freiheitsentzuges und der damit verbundenen Entfernung von für uns draußen normalen sozialen menschlichen Umgebungen ist es wichtig, daran erinnert zu werden, dass man trotz Freiheitsentzug Mensch bleibt, und dass das etwas Bedeutsames und Wichtiges ist. Und dass auch die draußen das nicht vergessen. Straftaten haben Konsequenzen und müssen diese auch haben. Mit einer Veurteilung die Freiheit zu verlieren ist für manche Tat eine gerechte und angemessene Konsequenz. Eine Gesellschaft aber, die ihren Häftlingen neben der Freiheit auch das Mensch-Sein abspräche würde die eigene menschliche Identität verraten. Wir sind alle Teil derselben Gesellschaft, wir sind alle Menschen, und es ist uns wichtig, dass sowohl Häftlinge als auch wir selbst uns dessen stets bewusst bleiben. Und deshalb spielen wir auch für Strafgefangene und rufen auch andere Künstler dazu auf, es uns gleich zu tun und diese tolle Initiative “Rock im Knast” tatkräftig zu unterstützen!”</p>
<p>Weiterführende Informationen:<br />
<a href="http://www.rock-im-knast.com/" traget="_blank">http://www.rock-im-knast.com/</a><br />
<a href="http://www.myspace.com/rockimknast/" target="_blank">http://www.myspace.com/rockimknast/</a><br />
<a href="http://www.singvoegel.com" target="_blank">http://www.singvoegel.com</a></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/pressemitteilung-singv%c3%b8gel-unterstutzen-die-initiative-%e2%80%9crock-im-knast%e2%80%9d-mit-einem-konzert-in-der-jva-stuttgart/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><i>Mörlenbach, 21. November 2009</i></p>
<p>Der 27. November 2009 wird für die Band “Singvøgel” kein Konzert wie jedes andere werden: Es werden nicht wie sonst Fans aus ganz Deutschland und Österreich anreisen, denn sie würden nicht eingelassen werden. Das Konzert findet hinter Mauern und Sicherheitsschleusen statt. Die Singvøgel werden in der JVA Stuttgart in Stammheim auftreten und ihr deutschsprachiges Pop- und Rock-Repertoire vor einem Publikum von Strafgefangenen und Untersuchungshäftlingen zu Gehör bringen. Möglich macht das die Initiative “Rock im Knast”.</p>
<p>Die 2008 gegründete Initiative, die aus dem Engagement der Justizvollzugsbeamten Klaus Boshart und Volker Engels und des Musikers Heiko Zickerow entstand, ist inzwischen zu einem bundesweit agierenden Netzwerk von Musikern, sonstigen Kulturschaffenden und Vollzugsanstalten gewachsen. “Rock im Knast” möchte eine Brückenfunktion zwischen “drinnen und draußen” erreichen und verwirklicht dies mit der Organisation von Konzerten in Strafvollzugsanstalten und durch Vernetzung von Anstalten und Künstlern.</p>
<p>“Dies ist unverzichtbar, denn ihr Wirken eröffnet eine zusätzliche Chance, Vorurteile gegenüber Gefangenen abzubauen und in der Gesellschaft eine von Mitverantwortung geprägte Einstellung zu straffällig gewordenen Menschen zu entwickeln.” betont die Initiative.</p>
<p>Um dieses Ziel zu erreichen werden natürlich Bands benötigt, die bereit sind, Berührungsängste und Vorurteile zu überwinden und auch in verurteilten “Verbrechern” den Menschen zu sehen, der ein Bedürfnis nach Kunst und Kultur hat und für den Musik ein wichtiger Anknüpfungspunkt zur eigenen menschlichen Identität ist.</p>
<p>Die Singvøgel sind überzeugt: “Gerade in der sozialen Isolation des Freiheitsentzuges und der damit verbundenen Entfernung von für uns draußen normalen sozialen menschlichen Umgebungen ist es wichtig, daran erinnert zu werden, dass man trotz Freiheitsentzug Mensch bleibt, und dass das etwas Bedeutsames und Wichtiges ist. Und dass auch die draußen das nicht vergessen. Straftaten haben Konsequenzen und müssen diese auch haben. Mit einer Veurteilung die Freiheit zu verlieren ist für manche Tat eine gerechte und angemessene Konsequenz. Eine Gesellschaft aber, die ihren Häftlingen neben der Freiheit auch das Mensch-Sein abspräche würde die eigene menschliche Identität verraten. Wir sind alle Teil derselben Gesellschaft, wir sind alle Menschen, und es ist uns wichtig, dass sowohl Häftlinge als auch wir selbst uns dessen stets bewusst bleiben. Und deshalb spielen wir auch für Strafgefangene und rufen auch andere Künstler dazu auf, es uns gleich zu tun und diese tolle Initiative “Rock im Knast” tatkräftig zu unterstützen!”</p>
<p>Weiterführende Informationen:<br />
<a href="http://www.rock-im-knast.com/" traget="_blank">http://www.rock-im-knast.com/</a><br />
<a href="http://www.myspace.com/rockimknast/" target="_blank">http://www.myspace.com/rockimknast/</a><br />
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