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	<title>Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt&#187; Gjallarhorn Weblog</title>
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		<title>Nazis ziehen Anmeldung ihres &#8220;Fest der Völker&#8221; zurück</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 18:14:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Eine erfreuliche Nachricht aus Poßneck: Marco teilte mit, dass die Nazis die Anmeldung zum FdV zurückgezogen haben!</p>
<blockquote><p>
Heute Vormittag [31. August 2010 MM] teilten die Ordnungsbehörden mit, dass die Anmeldung des so genannten &#8220;Fest der Völker&#8221; 2010 vom Anmelder zurückgezogen wurde! Das Aktionsbündnis hält dennoch an ALLEN geplanten Aktivitäten fest! Das Ausfallen des FdV bedeutete für die NPD einen herben Rückschlag. Seit Jahren dient dieses Fest dem Image und dem Aufbessern der NPD Kassen. Während die einen schon den Sieg feiern, sind viele andere eher skeptisch und atmen erst auf, wenn der 11.September vorüber ist. Denn es gibt mehrere Szenarien, wie uns die Nazis noch immer übel mitspielen könnten. Deshalb bleibt für uns trotz der scheinbar frohen Botschaft zunächst alles beim alten!!! Morgen nach dem nächsten Vorbereitungstreffen kann ich euch vielleicht mehr sagen.</p>
<p>Herzliche Grüße, Marco</p></blockquote>
<p>Eine erfreuliche Nachricht. Aber allenfalls ein Etappensieg.</p>
<p>Ergänzung:<br />
Weitere Informationen auf dem NPD-Watchblog: <a href="http://npd-blog.info/2010/08/31/das-fest-der-volker-findet-nicht-statt/" target="_blank">Das “Fest der Völker” findet nicht statt</a></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/nazis-ziehen-anmeldung-ihres-fest-der-volker-zuruck/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine erfreuliche Nachricht aus Poßneck: Marco teilte mit, dass die Nazis die Anmeldung zum FdV zurückgezogen haben!</p>
<blockquote><p>
Heute Vormittag [31. August 2010 MM] teilten die Ordnungsbehörden mit, dass die Anmeldung des so genannten &#8220;Fest der Völker&#8221; 2010 vom Anmelder zurückgezogen wurde! Das Aktionsbündnis hält dennoch an ALLEN geplanten Aktivitäten fest! Das Ausfallen des FdV bedeutete für die NPD einen herben Rückschlag. Seit Jahren dient dieses Fest dem Image und dem Aufbessern der NPD Kassen. Während die einen schon den Sieg feiern, sind viele andere eher skeptisch und atmen erst auf, wenn der 11.September vorüber ist. Denn es gibt mehrere Szenarien, wie uns die Nazis noch immer übel mitspielen könnten. Deshalb bleibt für uns trotz der scheinbar frohen Botschaft zunächst alles beim alten!!! Morgen nach dem nächsten Vorbereitungstreffen kann ich euch vielleicht mehr sagen.</p>
<p>Herzliche Grüße, Marco</p></blockquote>
<p>Eine erfreuliche Nachricht. Aber allenfalls ein Etappensieg.</p>
<p>Ergänzung:<br />
Weitere Informationen auf dem NPD-Watchblog: <a href="http://npd-blog.info/2010/08/31/das-fest-der-volker-findet-nicht-statt/" target="_blank">Das “Fest der Völker” findet nicht statt</a></p>
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		<title>Das Ende der Scientology-Beratungsstelle in Hamburg</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/das-ende-der-scientology-beratungsstelle-in-hamburg/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:51:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Hamburg schließt seine <a href="http://www.hamburg.de/ag-scientology/" target="_blank">Arbeitsgruppe Scientology</a> &#8211; und deren Leiterin, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_Caberta" target="_blank">Ursula Caberta</a> verliert zum 1. September 2010 ihre Aufgabe bei der einzigen &#8220;amtlichen&#8221; Scientology-Aufklärungsstelle in Deutschland. Caberta soll als Ministerialreferentin weiterhin Aufklärungsarbeit leisten, die Einzelberatung würde fortan ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes übernehmen. Dies sei etwa bei den Themen Islamismus und Rechtsextremismus bereits üblich. Mit dem Umzug Cabertas in die Innenbehörde sollen insgesamt 140 000 Euro eingespart werden. <a href="http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/scientology114.html" target="_blank">NDR online: Stadt spart bei Scientology-Arbeit</a></p>
<p>Die ebenfalls von Frau Caberta geleitete <a href="http://www.hamburg.de/landesjugendbehoerde-bfi/wir-ueber-uns/109348/wir-ueber-uns.html" target="_blank">&#8220;Oberste Landesjugendbehörde für den Jugendschutz bezüglich neuer und ideologischer Gemeinschaften und Psychogruppen&#8221;</a> ist meines Wissens nicht von dieser Entscheidung betroffen.</p>
<p>Im <a href=http://www.hamburg.de/ag-scientology/" target="_blank">Deutschlandradio</a>, im <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/177787.hamburg-spart-sektentante-ein.html" target="_blank">Neues Deutschland</a>, in der <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article9064632/Deutschlands-Scientology-Jaegerin-muss-aufgeben.html" target="_blank">Welt</a>, in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/ursula-caberta-und-scientology-sparen-bei-der-aufklaerung-1.989430" target="_blank">Süddeutschen Zeitung</a> und in vielen anderen Medien wird die Entscheidung der &#8220;schwarz-grünen&#8221; Hamburger Landesregierung z. T. heftig kritisiert. Denn schließlich wäre damit das erklärte Ziel der Scientologen, die Schließung der Aufklärungsstelle, erreicht.</p>
<p>Ich halte diesen Schritt der Hamburger Landesregierung für im Großen und Ganzen richtig. Warum?</p>
<p>Bestimmt nicht aus Sympathie, Verständnis oder auch nur religiöser Toleranz für <a href=2http://de.wikipedia.org/wiki/Scientology" target="_blank">Scientology</a> heraus. Dass ich seit einigen Jahren nicht mehr im Telefonbuch stehe, liegt daran, dass die freundlichen Mitarbeiter der Scientology-Org mir tatkräftig bewiesen, wie nervenschädigend Telefonterror sein kann &#8211; vor allem, wenn man aus beruflichen Gründe telefonisch erreichbar sein muss und nicht die einfache Möglichkeit &#8220;Abschalten&#8221; hat. Ja, übrigens, der Grund war mein Artikel in einem auflagenschwachen Science-Fiction-Fanmagazin über Unterwanderungsversuche der &#8220;Scienties&#8221; in der Science-Fiction-Szene. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie dann erst der &#8220;Psycho-Kleinkrieg&#8221; der Scientologen gegen ernsthafte Gegner aussehen muss.<br />
Was ich von Scientology halte? Es ist meiner Ansicht nach eine Vereinigung mit den Zielen Geld und Macht, wobei sie auch vor z. T.  kriminellen Mittel nicht zurück schreckt. Außerdem habe ich den Eindruck, dass sie im großen Umfang gefährliche Quacksalberei auf psychotherapeutischem Gebiet und Scharlatanerie auf dem Gebiet der Unternehmensberatung betreibt. Ich bin außerdem der Meinung, dass für die &#8220;Org&#8221; die Begriffe &#8220;Kirche&#8221;, &#8220;Spiritualität&#8221; oder &#8220;Religion&#8221; nichts als Tarnung sind. &#8220;Scientology&#8221; ist daher für meine Begriffe auch keine &#8220;Sekte&#8221;. </p>
<p>Aus diesem Grunde hatte ich lange Zeit auch großen Respekt vor der Arbeit der &#8220;Arbeitsgruppe Scientology&#8221; und besonders vom Engagement Frau Cabertas. </p>
<p>Dass Frau Caberta als Person und die vor ihr geprägte Stelle auch eine fragwürdige Seite hat, bringt ein Kommentar auf taz-online zur Sprache: <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-abservierte-sektenjaegerin/" target="_blank">Die abservierte Sektenjägerin</a>.<br />
<blockquote>Der Ton, in dem Caberta dieses Wissen <i>[über Scientology. MM]</i> vortrug, wurde jedoch immer schriller, ihre Auskünfte gingen mehr und mehr in Scientology-Beschimpfungen über. Ihre Mitarbeiter, ist zu hören, sollen sich schon vor der jetzt verkündeten Auflösung der Arbeitsgruppe &#8220;anderweitig orientiert&#8221; haben.</p></blockquote>
<p>Nun mag man der Ansicht sein, dass der Fanatismus Frau Cabertas hinsichtlich Scientology vielleicht nicht die feine Art, aber berechtigt sei &#8211; nach dem Motto, dass auf einen groben Klotz ein grober Keil gehört. Auch wenn man das zugesteht, bleibt das Problem, dass ihr Aufgabenbereich eben nicht nur Scientology und vergleichbare gefährliche &#8220;Psychosekten&#8221; betrifft.</p>
<p>Frau Cabertas Haltung ist nicht erst seit Kurzem problematisch.<br />
Vom Mai 2001 bis zum April 2002 fand im Völkerkundemuseum Hamburg die große Ausstellung &#8220;Hexenwelten&#8221; statt. Sie widmete sich der historischen Hexenverfolgung, den Hexen im Volksglauben und in den Massenmedien wie auch den &#8220;neuen Hexen&#8221;, und schlug außerdem eine Brücke zu den magischen und schamanischen Religionen in aller Welt.</p>
<p>Am 11. Februar 2002 erschien im &#8220;Hamburger Abendblatt&#8221;, einer auflagenstarken Regionalzeitung, ein längerer Artikel mit dem Titel &#8220;Fauler Zauber im Museum&#8221; über die bereits seit über neun Monate laufende Ausstellung. Der Verfasser des Artikels, Per Hinrichs, stützte sich auf die Angaben eines namentlich nicht genannten Mitarbeiters der Museums, der sich besorgt über &#8220;okkultistische Praktiken&#8221; in einem öffentlichen Museum äußerte, und auf eine Broschüre der &#8220;Arbeitgruppe Scientology&#8221; des Hamburger Senats zum Thema &#8220;Gefahren durch Satanismus und Okkultismus&#8221;.<br />
Ursula Caberta nahm den Artikel zum Anlass für öffentliche Kritik: Es sei Aufgabe der Museumspädagogik, aufzuklären und Gefahren durch &#8220;Sekten&#8221; und okkulte Praktiken abzuwenden. Sie bemängelt vor allem, dass das Museum im Rahmen seiner Veranstaltungen auch &#8220;modernen Hexen&#8221; erlaubte, sich in Vorträgen und öffentlichen Ritualen selbst darzustellen, ohne dass die Museumsleitung diese Selbstdarstellung kritisch-hinterfragend kommentierte. Dass dort, in städtisch subventioniertem Raum, schamanistische Rituale und Tarot-Abende statt fanden, fand Frau Caberta schlichtweg &#8220;empörend&#8221;. </p>
<p>Ich bin zwar, anders als die österreichische Historikerin und Germanistin Birgit Neger in ihrem lesenswerten Buch &#8220;Moderne Hexen und Wicca&#8221;, nicht der Ansicht, dass Frau Caberta &#8220;tobte&#8221;. Wer, wie ich, ihre temparamentvollen Auslassung über die Scientologen &#8220;live&#8221; miterlebt hat, wird zugestehen: &#8220;toben&#8221; sieht bei ihr ganz anders aus als die in der Wortwahl drastische,  inhaltlich aber durchaus nachvollziehbaren Kritik an der Hexenausstellung. Das zeigt aber meiner Ansicht die nicht nur in der Persönlichkeit Frau Cabertas liegende Problematik.</p>
<p>Was Frau Caberta persönlich betrifft, so habe ich den Eindruck, dass sie bereits im Fall &#8220;Hexenausstellung&#8221;, also vor mehr als acht Jahren, das nötige Augenmaß in ihrer Arbeit verloren hatte. Einmal, weil die Hexen, Schamanen und Ritualfrauen, die im Rahmen der Begleitveranstaltungen auftraten, selbst bei übelwollender Betrachtung nicht annähernd so gefährlich sind wie Scientologen. Es gab im Museum keinen kriminellen, insbesondere betrügerischen, verfassungsfeindliche, die Menschenwürde missachtenden oder jugendgefährdenden Aktivitäten.<br />
Sie schoss also, jedenfalls was die Wortwahl anging, mit Kanonen auf Spatzen.<br />
Zum Anderen: Mochte ihre Kritik auch nachvollziehbar und eventuell teilweise berechtigt sein, so war es nicht ihre Aufgabe als Vertreterin einer staatlichen Behörde, einem größtenteils öffentlich finanzierten Museum, das aber ausdrücklich nicht der Regierung untersteht, vorschreiben zu wollen, wie dessen Arbeit auszusehen hätte. Sie verlor hier also ihr Augenmaß hinsichtlich ihres Aufgabenbereichs.<br />
Da sie nicht zwischen ihrer persönlichen Ansicht und der offiziellen der Arbeitsgruppe differenzierte, roch das unangenehm nach Zensur im besonders heiklen Gebiet der Wissenschaftsfreiheit und Religionsfreiheit.</p>
<p>Im Laufe der letzten Jahre gewann ich den Eindruck, dass sie so ziemlich gegen alle spirituellen Gruppen &#8211; sogar solche innerhalb der etablierten Religionen &#8211; mit drastischen Worten zu Felde zog. Religionsfreiheit ist jedoch &#8220;Sektenfreiheit&#8221; und solange eine &#8220;Sekte&#8221; weder gegen geltende Gesetze noch gegen die Bürger- und Menschenrechte ihrer Anhänger verstößt, hat der Staat sich aus solchen Fragen herauszuhalten.<br />
Jeder Bürger hat das Recht an Blödsinn zu glauben oder abergläubisch zu sein. Es ist auch nicht Aufgabe des Staates, zu bestimmen, was sittlich gefährlich ist.<br />
Deshalb ist eine staatliche (!) Stelle wie die Arbeitsgruppe Scientology sogar dann fragwürdig, wenn es um eine meiner Ansicht nach kriminelle Organisation wie Scientology geht. Erst recht natürlich, wenn sich die Leiterin dieser staatlichen Stelle durch einen wachsenden Fanatismus auszeichnet.</p>
<p>Bei einer Nichtregierungsorganisation ist die Aufklärung über gefährliche (pseudo-)religiöse Gruppen jedenfalls besser aufgehoben.</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/das-ende-der-scientology-beratungsstelle-in-hamburg/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hamburg schließt seine <a href="http://www.hamburg.de/ag-scientology/" target="_blank">Arbeitsgruppe Scientology</a> &#8211; und deren Leiterin, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_Caberta" target="_blank">Ursula Caberta</a> verliert zum 1. September 2010 ihre Aufgabe bei der einzigen &#8220;amtlichen&#8221; Scientology-Aufklärungsstelle in Deutschland. Caberta soll als Ministerialreferentin weiterhin Aufklärungsarbeit leisten, die Einzelberatung würde fortan ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes übernehmen. Dies sei etwa bei den Themen Islamismus und Rechtsextremismus bereits üblich. Mit dem Umzug Cabertas in die Innenbehörde sollen insgesamt 140 000 Euro eingespart werden. <a href="http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/scientology114.html" target="_blank">NDR online: Stadt spart bei Scientology-Arbeit</a></p>
<p>Die ebenfalls von Frau Caberta geleitete <a href="http://www.hamburg.de/landesjugendbehoerde-bfi/wir-ueber-uns/109348/wir-ueber-uns.html" target="_blank">&#8220;Oberste Landesjugendbehörde für den Jugendschutz bezüglich neuer und ideologischer Gemeinschaften und Psychogruppen&#8221;</a> ist meines Wissens nicht von dieser Entscheidung betroffen.</p>
<p>Im <a href=http://www.hamburg.de/ag-scientology/" target="_blank">Deutschlandradio</a>, im <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/177787.hamburg-spart-sektentante-ein.html" target="_blank">Neues Deutschland</a>, in der <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article9064632/Deutschlands-Scientology-Jaegerin-muss-aufgeben.html" target="_blank">Welt</a>, in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/ursula-caberta-und-scientology-sparen-bei-der-aufklaerung-1.989430" target="_blank">Süddeutschen Zeitung</a> und in vielen anderen Medien wird die Entscheidung der &#8220;schwarz-grünen&#8221; Hamburger Landesregierung z. T. heftig kritisiert. Denn schließlich wäre damit das erklärte Ziel der Scientologen, die Schließung der Aufklärungsstelle, erreicht.</p>
<p>Ich halte diesen Schritt der Hamburger Landesregierung für im Großen und Ganzen richtig. Warum?</p>
<p>Bestimmt nicht aus Sympathie, Verständnis oder auch nur religiöser Toleranz für <a href=2http://de.wikipedia.org/wiki/Scientology" target="_blank">Scientology</a> heraus. Dass ich seit einigen Jahren nicht mehr im Telefonbuch stehe, liegt daran, dass die freundlichen Mitarbeiter der Scientology-Org mir tatkräftig bewiesen, wie nervenschädigend Telefonterror sein kann &#8211; vor allem, wenn man aus beruflichen Gründe telefonisch erreichbar sein muss und nicht die einfache Möglichkeit &#8220;Abschalten&#8221; hat. Ja, übrigens, der Grund war mein Artikel in einem auflagenschwachen Science-Fiction-Fanmagazin über Unterwanderungsversuche der &#8220;Scienties&#8221; in der Science-Fiction-Szene. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie dann erst der &#8220;Psycho-Kleinkrieg&#8221; der Scientologen gegen ernsthafte Gegner aussehen muss.<br />
Was ich von Scientology halte? Es ist meiner Ansicht nach eine Vereinigung mit den Zielen Geld und Macht, wobei sie auch vor z. T.  kriminellen Mittel nicht zurück schreckt. Außerdem habe ich den Eindruck, dass sie im großen Umfang gefährliche Quacksalberei auf psychotherapeutischem Gebiet und Scharlatanerie auf dem Gebiet der Unternehmensberatung betreibt. Ich bin außerdem der Meinung, dass für die &#8220;Org&#8221; die Begriffe &#8220;Kirche&#8221;, &#8220;Spiritualität&#8221; oder &#8220;Religion&#8221; nichts als Tarnung sind. &#8220;Scientology&#8221; ist daher für meine Begriffe auch keine &#8220;Sekte&#8221;. </p>
<p>Aus diesem Grunde hatte ich lange Zeit auch großen Respekt vor der Arbeit der &#8220;Arbeitsgruppe Scientology&#8221; und besonders vom Engagement Frau Cabertas. </p>
<p>Dass Frau Caberta als Person und die vor ihr geprägte Stelle auch eine fragwürdige Seite hat, bringt ein Kommentar auf taz-online zur Sprache: <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-abservierte-sektenjaegerin/" target="_blank">Die abservierte Sektenjägerin</a>.<br />
<blockquote>Der Ton, in dem Caberta dieses Wissen <i>[über Scientology. MM]</i> vortrug, wurde jedoch immer schriller, ihre Auskünfte gingen mehr und mehr in Scientology-Beschimpfungen über. Ihre Mitarbeiter, ist zu hören, sollen sich schon vor der jetzt verkündeten Auflösung der Arbeitsgruppe &#8220;anderweitig orientiert&#8221; haben.</p></blockquote>
<p>Nun mag man der Ansicht sein, dass der Fanatismus Frau Cabertas hinsichtlich Scientology vielleicht nicht die feine Art, aber berechtigt sei &#8211; nach dem Motto, dass auf einen groben Klotz ein grober Keil gehört. Auch wenn man das zugesteht, bleibt das Problem, dass ihr Aufgabenbereich eben nicht nur Scientology und vergleichbare gefährliche &#8220;Psychosekten&#8221; betrifft.</p>
<p>Frau Cabertas Haltung ist nicht erst seit Kurzem problematisch.<br />
Vom Mai 2001 bis zum April 2002 fand im Völkerkundemuseum Hamburg die große Ausstellung &#8220;Hexenwelten&#8221; statt. Sie widmete sich der historischen Hexenverfolgung, den Hexen im Volksglauben und in den Massenmedien wie auch den &#8220;neuen Hexen&#8221;, und schlug außerdem eine Brücke zu den magischen und schamanischen Religionen in aller Welt.</p>
<p>Am 11. Februar 2002 erschien im &#8220;Hamburger Abendblatt&#8221;, einer auflagenstarken Regionalzeitung, ein längerer Artikel mit dem Titel &#8220;Fauler Zauber im Museum&#8221; über die bereits seit über neun Monate laufende Ausstellung. Der Verfasser des Artikels, Per Hinrichs, stützte sich auf die Angaben eines namentlich nicht genannten Mitarbeiters der Museums, der sich besorgt über &#8220;okkultistische Praktiken&#8221; in einem öffentlichen Museum äußerte, und auf eine Broschüre der &#8220;Arbeitgruppe Scientology&#8221; des Hamburger Senats zum Thema &#8220;Gefahren durch Satanismus und Okkultismus&#8221;.<br />
Ursula Caberta nahm den Artikel zum Anlass für öffentliche Kritik: Es sei Aufgabe der Museumspädagogik, aufzuklären und Gefahren durch &#8220;Sekten&#8221; und okkulte Praktiken abzuwenden. Sie bemängelt vor allem, dass das Museum im Rahmen seiner Veranstaltungen auch &#8220;modernen Hexen&#8221; erlaubte, sich in Vorträgen und öffentlichen Ritualen selbst darzustellen, ohne dass die Museumsleitung diese Selbstdarstellung kritisch-hinterfragend kommentierte. Dass dort, in städtisch subventioniertem Raum, schamanistische Rituale und Tarot-Abende statt fanden, fand Frau Caberta schlichtweg &#8220;empörend&#8221;. </p>
<p>Ich bin zwar, anders als die österreichische Historikerin und Germanistin Birgit Neger in ihrem lesenswerten Buch &#8220;Moderne Hexen und Wicca&#8221;, nicht der Ansicht, dass Frau Caberta &#8220;tobte&#8221;. Wer, wie ich, ihre temparamentvollen Auslassung über die Scientologen &#8220;live&#8221; miterlebt hat, wird zugestehen: &#8220;toben&#8221; sieht bei ihr ganz anders aus als die in der Wortwahl drastische,  inhaltlich aber durchaus nachvollziehbaren Kritik an der Hexenausstellung. Das zeigt aber meiner Ansicht die nicht nur in der Persönlichkeit Frau Cabertas liegende Problematik.</p>
<p>Was Frau Caberta persönlich betrifft, so habe ich den Eindruck, dass sie bereits im Fall &#8220;Hexenausstellung&#8221;, also vor mehr als acht Jahren, das nötige Augenmaß in ihrer Arbeit verloren hatte. Einmal, weil die Hexen, Schamanen und Ritualfrauen, die im Rahmen der Begleitveranstaltungen auftraten, selbst bei übelwollender Betrachtung nicht annähernd so gefährlich sind wie Scientologen. Es gab im Museum keinen kriminellen, insbesondere betrügerischen, verfassungsfeindliche, die Menschenwürde missachtenden oder jugendgefährdenden Aktivitäten.<br />
Sie schoss also, jedenfalls was die Wortwahl anging, mit Kanonen auf Spatzen.<br />
Zum Anderen: Mochte ihre Kritik auch nachvollziehbar und eventuell teilweise berechtigt sein, so war es nicht ihre Aufgabe als Vertreterin einer staatlichen Behörde, einem größtenteils öffentlich finanzierten Museum, das aber ausdrücklich nicht der Regierung untersteht, vorschreiben zu wollen, wie dessen Arbeit auszusehen hätte. Sie verlor hier also ihr Augenmaß hinsichtlich ihres Aufgabenbereichs.<br />
Da sie nicht zwischen ihrer persönlichen Ansicht und der offiziellen der Arbeitsgruppe differenzierte, roch das unangenehm nach Zensur im besonders heiklen Gebiet der Wissenschaftsfreiheit und Religionsfreiheit.</p>
<p>Im Laufe der letzten Jahre gewann ich den Eindruck, dass sie so ziemlich gegen alle spirituellen Gruppen &#8211; sogar solche innerhalb der etablierten Religionen &#8211; mit drastischen Worten zu Felde zog. Religionsfreiheit ist jedoch &#8220;Sektenfreiheit&#8221; und solange eine &#8220;Sekte&#8221; weder gegen geltende Gesetze noch gegen die Bürger- und Menschenrechte ihrer Anhänger verstößt, hat der Staat sich aus solchen Fragen herauszuhalten.<br />
Jeder Bürger hat das Recht an Blödsinn zu glauben oder abergläubisch zu sein. Es ist auch nicht Aufgabe des Staates, zu bestimmen, was sittlich gefährlich ist.<br />
Deshalb ist eine staatliche (!) Stelle wie die Arbeitsgruppe Scientology sogar dann fragwürdig, wenn es um eine meiner Ansicht nach kriminelle Organisation wie Scientology geht. Erst recht natürlich, wenn sich die Leiterin dieser staatlichen Stelle durch einen wachsenden Fanatismus auszeichnet.</p>
<p>Bei einer Nichtregierungsorganisation ist die Aufklärung über gefährliche (pseudo-)religiöse Gruppen jedenfalls besser aufgehoben.</p>
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		<title>Großbritannien: Kinder als Hexen gebrandmarkt und misshandelt</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/grosbritannien-kinder-als-hexen-gebrandmarkt-und-misshandelt/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 16:31:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gjallarhorn Weblog]]></category>
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		<category><![CDATA[Vereinigtes Königreich]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die &#8220;afrikanische Hexenverfolgung&#8221;, die schon einige Male hier Thema war, greift offensichtlich auch auf afrikanische Einwanderer im Vereinigten Königreich über. </p>
<p>Kinder werden in Kirchen im Vereinigten Königreich als &#8220;Hexen&#8221; gebranntmarkt, von denen viele bei sogenannten Exorzismen missbraucht, gefesselt und angeschrien werden.<br />
Aber diese Kinder haben noch Glück. Denn der bloße Vorwurf der Hexerei kann dazu führen, dass Kindern ausgehungert, gefoltert, geschlagen, gestochen oder gar, wie im Falle von Victoria Climbié, ermordet werden. Es ist ein zunehmendes Problem im ganzen Land, sagen Aktivisten. Die Polizei räumt ein, dass die Fälle, mit denen sie zu tun bekommt, nur die Spitze des Eisbergs sind, da aus Angst vor Stigmatisierung geschwiegen wird.</p>
<p>Debbie Ariyo, Gründerin  von &#8220;Africans Unite against Child Abuse&#8221; (Afruca), sagte: &#8220;Dies ist ein wachsendes Problem, und es wird immer sichtbarer. Wir sprechen über Dutzende von Fällen pro Jahr.&#8221;</p>
<p>Es gibt mehr als 4.000 afrikanische Kirchen in Großbritannien, die von etwa einer halbe Million Menschen besucht werden.</p>
<p>Ganze Meldung: <a href="http://www.independent.co.uk/news/uk/crime/rogue-preachers-use-witch-scares-to-abuse-children-2034998.html" target="_blank">Rogue preachers use &#8216;witch&#8217; scares to abuse children (The Independent)</a></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/grosbritannien-kinder-als-hexen-gebrandmarkt-und-misshandelt/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die &#8220;afrikanische Hexenverfolgung&#8221;, die schon einige Male hier Thema war, greift offensichtlich auch auf afrikanische Einwanderer im Vereinigten Königreich über. </p>
<p>Kinder werden in Kirchen im Vereinigten Königreich als &#8220;Hexen&#8221; gebranntmarkt, von denen viele bei sogenannten Exorzismen missbraucht, gefesselt und angeschrien werden.<br />
Aber diese Kinder haben noch Glück. Denn der bloße Vorwurf der Hexerei kann dazu führen, dass Kindern ausgehungert, gefoltert, geschlagen, gestochen oder gar, wie im Falle von Victoria Climbié, ermordet werden. Es ist ein zunehmendes Problem im ganzen Land, sagen Aktivisten. Die Polizei räumt ein, dass die Fälle, mit denen sie zu tun bekommt, nur die Spitze des Eisbergs sind, da aus Angst vor Stigmatisierung geschwiegen wird.</p>
<p>Debbie Ariyo, Gründerin  von &#8220;Africans Unite against Child Abuse&#8221; (Afruca), sagte: &#8220;Dies ist ein wachsendes Problem, und es wird immer sichtbarer. Wir sprechen über Dutzende von Fällen pro Jahr.&#8221;</p>
<p>Es gibt mehr als 4.000 afrikanische Kirchen in Großbritannien, die von etwa einer halbe Million Menschen besucht werden.</p>
<p>Ganze Meldung: <a href="http://www.independent.co.uk/news/uk/crime/rogue-preachers-use-witch-scares-to-abuse-children-2034998.html" target="_blank">Rogue preachers use &#8216;witch&#8217; scares to abuse children (The Independent)</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum &#8220;Heidentum ist kein Faschismus&#8221;?</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/warum-heidentum-ist-kein-faschismus/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/warum-heidentum-ist-kein-faschismus/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 18:05:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gjallarhorn Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Ætt Feature]]></category>
		<category><![CDATA["Fest der Völker"]]></category>
		<category><![CDATA[antifa]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[germanen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Heiden]]></category>
		<category><![CDATA[Heidentum]]></category>
		<category><![CDATA[heidnisch]]></category>
		<category><![CDATA[Hexen]]></category>
		<category><![CDATA[Kelten]]></category>
		<category><![CDATA[menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Nazis]]></category>
		<category><![CDATA[neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Pößneck]]></category>
		<category><![CDATA[Thürigen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nornirsaett.de/?p=3145</guid>
		<description><![CDATA[<p><b>Viele Heiden – Hexen, Wiccas, Neokelten, Hellenisten, Neoslawen, Asatruar usw. – distanzieren sich zwar von Rassisten, Nazis und “Völkischen”, bezeichnen sich selbst aber als “unpolitisch”.<br />
Das reicht nicht aus!</b></p>
<p>Es ist falsch, zwar “kein Nazi” zu sein, aber aus falscher Toleranz die Rechtsextremen gewähren zu lassen – denn das stärkt die Position der Rechtsextremen.<br />
Schon allein weil germanische und keltische Symbole, Plätze und Feste für den Transport der völkisch-rassistischen Ideologie missbraucht werden, bleibt modernen Heiden, denen Freiheit, Gleichheit, Menschenrechte, Sozialstaat und Demokratie etwas wert sind, nicht anderes übrig als Farbe zu bekennen.</p>
<p>Es gibt zwei gute, verdammt gute, Gründe für Initiativen wie “Heidentum ist kein Faschismus”:</p>
<p>Der erste ist, dass die Nazis (und andere Rechtsextremisten, die ähnlich denken und handeln, auch wenn sie nichts mit der NPD, den “freien Kameradschaften” oder anderen NS-Nostalgikern am Hut haben) erneut erstarken, und zwar nicht von ungefähr: Undemokratische “Rezepte” haben auch bei (theoretisch) demokratischen Politikern Konjunktur.</p>
<p>Der zweite Grund ist, dass die Übergriffe durch Antifaschisten auf Anhänger heidnischer Religionen oder auch nur Trägern heidnischer Symbole zunahmen. Meistens aus Unkenntnis, manchmal leider auch aus schlechter Erfahrung mit vorgeblich “unpoltischen”, aber rechtsoffenen Heiden.<br />
Nicht jede Triskele oder jeder Thorshammer weist auf einen Nazi hin!<span id="more-3145"></span></p>
<p>Schon vor der Kampagne <a href="http://heidentum-ist-kein-faschismus.jimdo.com/" target="_blank">&#8220;Heidentum ist kein Faschismus&#8221;</a> gab es im Internet viele Seiten zum Thema Heidentum, die Banner und Statements &#8220;gegen Rechts&#8221; enthalten.<br />
Allerdings sind solche eher symbolische Aktionen eher das Gegenstück zu Lichterketten oder den vielen anderen gut gemeinten, aber wenig effektiven Aktionen nach dem Motto &#8220;(irgendetwas / irgendwer) gegen (Rechts / Nazis / Faschos)&#8221;.<br />
Wie Marco von &#8220;Heidentum ist kein Faschismus&#8221; schreibt:<br />
<blockquote>Manchmal bleibt es bei Diskussionen und der klaren Absage an Nazis und manchmal werden sogar Ideen und Protestformen entwickelt, wie eigens eingerichtete Webseiten, ein Wicki, eine Videoaktion und dergleichen mehr. Leider scheiterten bislang diese Aktionen an mangelndem Bewusstsein oder an ganz praktischen Problemen wie ein Mangel an Freizeit oder finanzieller Mittel.</p></blockquote>
<p>Deshalb begann &#8220;Heidentum ist kein Faschismus&#8221; parallel dazu auf rein privater Ebene selbst  Sticker, Flyer, T-Shirts und Transparente zu produzieren. Sie schreiben in Internetforen, sind mit ihrem Material auf Demonstrationen, versuchen einerseits die Menschen aufzuklären und andererseits eben damit den Nazis &#8220;unsere&#8221; heidnischen Symbole zu entreißen. Mit anderen Worten: es blieb nicht bei Absichtserklärungen und moralischen Appellen, es wird gehandelt!</p>
<p><a href="http://heidentum-ist-kein-faschismus.jimdo.com/"><img src="http://u1.ipernity.com/15/50/60/8595060.2c7dd0cd.240.jpg" width="240" height="232" alt="Heiden Sticker 1" border="0"/></a></p>
<p>Die Nornirs Ætt ist in dieser Beziehung ähnlich gestrickt, obwohl wir selbstverständlich keine &#8220;Kampagne&#8221; sind &#8211; und wir sind auch nicht die &#8220;heidnische Antifa&#8221;, obwohl wir in braunstichigen Internetforen gern so genannt werden &#8211; die politische Arbeit ist nur ein Teil von dem, was uns ausmacht und was wir tun. (Was wir sind, ist <a href="http://www.nornirsaett.de/asatru-was-ist-nornirs-aett/">hier</a> zu lesen). Moralische Appelle und symbolische Aktionen sind schön und gut, aber waren uns von Anfang an zu wenig.<br />
Angesichts des gemeingefährlichen Germanenbildes, das – propagiert von Nationalromantikern über die Nazis bis zu heutigen Rassequasslern – mehrheitlich absurde Klischees bedient (und bedenkliche aktuelle Strömungen stützt: über “Heiden-” und “Esoterik”-Umfelder hinaus tief in die Alltagswelt des “Normalbürgers” hinein), sehen wir uns in aktiver Verantwortung: theoretisch zugunsten einer historisch sachlicheren Germanenrezeption, praktisch für Erhalt und Weiterentwicklung der demokratisch-pluralistischen Ausrichtung der Gesellschaft.</p>
<p>Das Projekt <a href="http://www.nornirsaett.de/ueber-odins-auge-ariosophieprojekt/">Odins Auge</a> der Nornirs Ætt (ehemals &#8220;Ariosophieprojekt&#8221;) hat sich der Aufklärung über Rechtsextremismus in der &#8220;Heidenszene&#8221;, über &#8220;braune Esoterik&#8221; und ganz allgemein über Hierarchiedenken, emanzipationfeindliche Tendenzen und Rassismus verschrieben. Unser Konzept bestand dabei nie darin, in ersten Linie einzelne Personen oder Gruppen zu brandmarken oder zu beschreiben – denn Personen verschwinden, die Problematik bleibt bestehen.<br />
Wir versuchen deshalb vielmehr, das Problem von einer strukturellen und gesamtgesellschaftlichen Seite her zu umreißen. Nazis, Faschisten, &#8220;Neue Rechte&#8221;, aber auch religiöse Fanatiker stehen ja nicht irgendwo draußen am Rande der Gesellschaft, wo man sich bequem von ihnen Distanzieren kann. </p>
<p><a href="http://www.nornirsaett.de"><img src="http://u1.ipernity.com/15/50/59/8595059.ffb1d32e.240.jpg" width="223" height="240" alt="odinstattnazis" border="0"/></a></p>
<p>Das wäre der eher theoretische Teil. In der Praxis sind &#8220;Ættlinge&#8221;, einzeln oder im Rudel, oft auf Demos und in politischen und gesellschaftlichen Initiativen zu finden. Einige von uns sind auch parteipolitisch engagiert.<br />
Besonders auffällig ist das musikalische Engagement dreier &#8220;Ættlingen&#8221; (davon zwei Gründungsmitgliedern) in Form der Band <a href="http://www.singvoegel.com/" target="_blank">Singvøgel</a>. Wobei die Band und die Nornirs Ætt unabhängig voneinander bestehen &#8211; die Singvøgel sind nicht etwa das offizielle Sprachrohr der Nornirs Ætt, sondern allein das Sprachrohr der Singvøgel!</p>
<p>Es gibt, wie gesagt, zwei verdammt gute Gründe für Initiativen wie “Heidentum ist kein Faschismus”:</p>
<p>Der erste ist, dass die Nazis erneut erstarken. </p>
<p>Der Einfluss der Nazis drückt sich weniger in den Wahlergebnissen von NPD und DVU aus als im Alltag. Wie der in einigen deutschen Orten aussieht, zeigt ein bedrückender Artikel im ZEIT-Blog &#8220;Störungsmelder&#8221;: <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010/07/24/ein-ort-in-angst-%E2%80%9Ewenn-wir-das-haus-wegfliegen-konnten-waren-wir-schon-lange-weg%E2%80%9C_4074" target="_blank">Ein Ort in Angst – „Wenn wir das Haus wegfliegen könnten, wären wir schon lange weg“</a> </p>
<blockquote><p>Was bedeutet das Schlagwort der “national befreiten Zonen” praktisch? Wie lebt es sich, wenn man Grundstücksnachbar einer führenden Nazi-Familie im Ort wird? Oder wenn eine Familie zum Ziel rechtsextremer Angriffe wird, weil ein Sohn Musik in einer Band macht? Wenn man sich nachts nicht mehr auf die Straße traut, weil dort die Rechtsextremen Streife fahren?</p></blockquote>
<p>Das Schlimme: Die Macht der Gewalt reicht weit. Bis tief in die öffentlichen Ämter hinein, deren Inhaber sich ihr ohne Widerstand beugen. Indirekt und unfreiwillig sogar bis in die Redaktion der ZEIT, die &#8211; zum notwendigen Schutz ihrer Informanten &#8211; den Namen des betroffenen Ortes geheimhalten muss.</p>
<p>Der zweite Grund ist, dass die Übergriffe durch Antifaschisten auf Anhänger heidnischer Religionen oder auch nur Trägern heidnischer Symbole zunahmen. </p>
<p>Dagegen helfen Aufklärung und praktische, sichtbare und deutliche Aktionen von bekennenden Neuheiden gegen Nazis und für Demokratie und Menschenrechte!</p>
<h3>“Fest der Völker” der Nazis verhindern!</h3>
<p>Die Kampagne &#8220;Heidentum ist kein Faschismus&#8221; bringt sich im <a href="http://www.poessneck-nazifrei.de/" target="_blank">Bürgerbündnis gegen Rechts</a> im thüringischen Pößneck ein und organisiert eigene Gegena(tra)ktivitäten zum Nazifest&#8221;.<br />
<a href="http://heidentum-ist-kein-faschismus.jimdo.com/aktuell/fdv-2010/" target="_blank">Heidentum ist kein Faschismus &#8211; So genanntes &#8220;Fest der Völker&#8221; verhindern!</a><br />
Erfreulich ist, dass das Konzept von &#8220;Heidentum ist kein Faschismus&#8221; einstimmig in das Programm des Bündnisses aufgenommen wurde.</p>
<p>Damit hat Marco es wesentlich leichter logistische und finanzielle Probleme zu lösen.  Allerdings gibt es zahlreiche offene Fragen. Insbesondere das geplante Konzert mit den Singvøgeln in die flexible Planung einzubinden ist nicht leicht.</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/warum-heidentum-ist-kein-faschismus/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Viele Heiden – Hexen, Wiccas, Neokelten, Hellenisten, Neoslawen, Asatruar usw. – distanzieren sich zwar von Rassisten, Nazis und “Völkischen”, bezeichnen sich selbst aber als “unpolitisch”.<br />
Das reicht nicht aus!</b></p>
<p>Es ist falsch, zwar “kein Nazi” zu sein, aber aus falscher Toleranz die Rechtsextremen gewähren zu lassen – denn das stärkt die Position der Rechtsextremen.<br />
Schon allein weil germanische und keltische Symbole, Plätze und Feste für den Transport der völkisch-rassistischen Ideologie missbraucht werden, bleibt modernen Heiden, denen Freiheit, Gleichheit, Menschenrechte, Sozialstaat und Demokratie etwas wert sind, nicht anderes übrig als Farbe zu bekennen.</p>
<p>Es gibt zwei gute, verdammt gute, Gründe für Initiativen wie “Heidentum ist kein Faschismus”:</p>
<p>Der erste ist, dass die Nazis (und andere Rechtsextremisten, die ähnlich denken und handeln, auch wenn sie nichts mit der NPD, den “freien Kameradschaften” oder anderen NS-Nostalgikern am Hut haben) erneut erstarken, und zwar nicht von ungefähr: Undemokratische “Rezepte” haben auch bei (theoretisch) demokratischen Politikern Konjunktur.</p>
<p>Der zweite Grund ist, dass die Übergriffe durch Antifaschisten auf Anhänger heidnischer Religionen oder auch nur Trägern heidnischer Symbole zunahmen. Meistens aus Unkenntnis, manchmal leider auch aus schlechter Erfahrung mit vorgeblich “unpoltischen”, aber rechtsoffenen Heiden.<br />
Nicht jede Triskele oder jeder Thorshammer weist auf einen Nazi hin!<span id="more-3145"></span></p>
<p>Schon vor der Kampagne <a href="http://heidentum-ist-kein-faschismus.jimdo.com/" target="_blank">&#8220;Heidentum ist kein Faschismus&#8221;</a> gab es im Internet viele Seiten zum Thema Heidentum, die Banner und Statements &#8220;gegen Rechts&#8221; enthalten.<br />
Allerdings sind solche eher symbolische Aktionen eher das Gegenstück zu Lichterketten oder den vielen anderen gut gemeinten, aber wenig effektiven Aktionen nach dem Motto &#8220;(irgendetwas / irgendwer) gegen (Rechts / Nazis / Faschos)&#8221;.<br />
Wie Marco von &#8220;Heidentum ist kein Faschismus&#8221; schreibt:<br />
<blockquote>Manchmal bleibt es bei Diskussionen und der klaren Absage an Nazis und manchmal werden sogar Ideen und Protestformen entwickelt, wie eigens eingerichtete Webseiten, ein Wicki, eine Videoaktion und dergleichen mehr. Leider scheiterten bislang diese Aktionen an mangelndem Bewusstsein oder an ganz praktischen Problemen wie ein Mangel an Freizeit oder finanzieller Mittel.</p></blockquote>
<p>Deshalb begann &#8220;Heidentum ist kein Faschismus&#8221; parallel dazu auf rein privater Ebene selbst  Sticker, Flyer, T-Shirts und Transparente zu produzieren. Sie schreiben in Internetforen, sind mit ihrem Material auf Demonstrationen, versuchen einerseits die Menschen aufzuklären und andererseits eben damit den Nazis &#8220;unsere&#8221; heidnischen Symbole zu entreißen. Mit anderen Worten: es blieb nicht bei Absichtserklärungen und moralischen Appellen, es wird gehandelt!</p>
<p><a href="http://heidentum-ist-kein-faschismus.jimdo.com/"><img src="http://u1.ipernity.com/15/50/60/8595060.2c7dd0cd.240.jpg" width="240" height="232" alt="Heiden Sticker 1" border="0"/></a></p>
<p>Die Nornirs Ætt ist in dieser Beziehung ähnlich gestrickt, obwohl wir selbstverständlich keine &#8220;Kampagne&#8221; sind &#8211; und wir sind auch nicht die &#8220;heidnische Antifa&#8221;, obwohl wir in braunstichigen Internetforen gern so genannt werden &#8211; die politische Arbeit ist nur ein Teil von dem, was uns ausmacht und was wir tun. (Was wir sind, ist <a href="http://www.nornirsaett.de/asatru-was-ist-nornirs-aett/">hier</a> zu lesen). Moralische Appelle und symbolische Aktionen sind schön und gut, aber waren uns von Anfang an zu wenig.<br />
Angesichts des gemeingefährlichen Germanenbildes, das – propagiert von Nationalromantikern über die Nazis bis zu heutigen Rassequasslern – mehrheitlich absurde Klischees bedient (und bedenkliche aktuelle Strömungen stützt: über “Heiden-” und “Esoterik”-Umfelder hinaus tief in die Alltagswelt des “Normalbürgers” hinein), sehen wir uns in aktiver Verantwortung: theoretisch zugunsten einer historisch sachlicheren Germanenrezeption, praktisch für Erhalt und Weiterentwicklung der demokratisch-pluralistischen Ausrichtung der Gesellschaft.</p>
<p>Das Projekt <a href="http://www.nornirsaett.de/ueber-odins-auge-ariosophieprojekt/">Odins Auge</a> der Nornirs Ætt (ehemals &#8220;Ariosophieprojekt&#8221;) hat sich der Aufklärung über Rechtsextremismus in der &#8220;Heidenszene&#8221;, über &#8220;braune Esoterik&#8221; und ganz allgemein über Hierarchiedenken, emanzipationfeindliche Tendenzen und Rassismus verschrieben. Unser Konzept bestand dabei nie darin, in ersten Linie einzelne Personen oder Gruppen zu brandmarken oder zu beschreiben – denn Personen verschwinden, die Problematik bleibt bestehen.<br />
Wir versuchen deshalb vielmehr, das Problem von einer strukturellen und gesamtgesellschaftlichen Seite her zu umreißen. Nazis, Faschisten, &#8220;Neue Rechte&#8221;, aber auch religiöse Fanatiker stehen ja nicht irgendwo draußen am Rande der Gesellschaft, wo man sich bequem von ihnen Distanzieren kann. </p>
<p><a href="http://www.nornirsaett.de"><img src="http://u1.ipernity.com/15/50/59/8595059.ffb1d32e.240.jpg" width="223" height="240" alt="odinstattnazis" border="0"/></a></p>
<p>Das wäre der eher theoretische Teil. In der Praxis sind &#8220;Ættlinge&#8221;, einzeln oder im Rudel, oft auf Demos und in politischen und gesellschaftlichen Initiativen zu finden. Einige von uns sind auch parteipolitisch engagiert.<br />
Besonders auffällig ist das musikalische Engagement dreier &#8220;Ættlingen&#8221; (davon zwei Gründungsmitgliedern) in Form der Band <a href="http://www.singvoegel.com/" target="_blank">Singvøgel</a>. Wobei die Band und die Nornirs Ætt unabhängig voneinander bestehen &#8211; die Singvøgel sind nicht etwa das offizielle Sprachrohr der Nornirs Ætt, sondern allein das Sprachrohr der Singvøgel!</p>
<p>Es gibt, wie gesagt, zwei verdammt gute Gründe für Initiativen wie “Heidentum ist kein Faschismus”:</p>
<p>Der erste ist, dass die Nazis erneut erstarken. </p>
<p>Der Einfluss der Nazis drückt sich weniger in den Wahlergebnissen von NPD und DVU aus als im Alltag. Wie der in einigen deutschen Orten aussieht, zeigt ein bedrückender Artikel im ZEIT-Blog &#8220;Störungsmelder&#8221;: <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010/07/24/ein-ort-in-angst-%E2%80%9Ewenn-wir-das-haus-wegfliegen-konnten-waren-wir-schon-lange-weg%E2%80%9C_4074" target="_blank">Ein Ort in Angst – „Wenn wir das Haus wegfliegen könnten, wären wir schon lange weg“</a> </p>
<blockquote><p>Was bedeutet das Schlagwort der “national befreiten Zonen” praktisch? Wie lebt es sich, wenn man Grundstücksnachbar einer führenden Nazi-Familie im Ort wird? Oder wenn eine Familie zum Ziel rechtsextremer Angriffe wird, weil ein Sohn Musik in einer Band macht? Wenn man sich nachts nicht mehr auf die Straße traut, weil dort die Rechtsextremen Streife fahren?</p></blockquote>
<p>Das Schlimme: Die Macht der Gewalt reicht weit. Bis tief in die öffentlichen Ämter hinein, deren Inhaber sich ihr ohne Widerstand beugen. Indirekt und unfreiwillig sogar bis in die Redaktion der ZEIT, die &#8211; zum notwendigen Schutz ihrer Informanten &#8211; den Namen des betroffenen Ortes geheimhalten muss.</p>
<p>Der zweite Grund ist, dass die Übergriffe durch Antifaschisten auf Anhänger heidnischer Religionen oder auch nur Trägern heidnischer Symbole zunahmen. </p>
<p>Dagegen helfen Aufklärung und praktische, sichtbare und deutliche Aktionen von bekennenden Neuheiden gegen Nazis und für Demokratie und Menschenrechte!</p>
<h3>“Fest der Völker” der Nazis verhindern!</h3>
<p>Die Kampagne &#8220;Heidentum ist kein Faschismus&#8221; bringt sich im <a href="http://www.poessneck-nazifrei.de/" target="_blank">Bürgerbündnis gegen Rechts</a> im thüringischen Pößneck ein und organisiert eigene Gegena(tra)ktivitäten zum Nazifest&#8221;.<br />
<a href="http://heidentum-ist-kein-faschismus.jimdo.com/aktuell/fdv-2010/" target="_blank">Heidentum ist kein Faschismus &#8211; So genanntes &#8220;Fest der Völker&#8221; verhindern!</a><br />
Erfreulich ist, dass das Konzept von &#8220;Heidentum ist kein Faschismus&#8221; einstimmig in das Programm des Bündnisses aufgenommen wurde.</p>
<p>Damit hat Marco es wesentlich leichter logistische und finanzielle Probleme zu lösen.  Allerdings gibt es zahlreiche offene Fragen. Insbesondere das geplante Konzert mit den Singvøgeln in die flexible Planung einzubinden ist nicht leicht.</p>
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		<item>
		<title>Warum &#8220;Thor Steinar&#8221; keinen Spaß versteht</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/thorssteinar/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/thorssteinar/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 10:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gjallarhorn Weblog]]></category>
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		<category><![CDATA[Nazi]]></category>
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		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wikinger]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nornirsaett.de/?p=3136</guid>
		<description><![CDATA[<p>Es ist beinahe Realsatire: das Unternehmen Mediatex (&#8220;Thor Steinar&#8221;) klagt gegen die Initiative <a href="http://endstation-rechts.de/" target="_blank">&#8220;Endstation Rechts&#8221;</a> (&#8220;Storch Heinar&#8221;).<br />
Schon am ersten Prozesstag um den &#8220;Führerstorch&#8221; &#8220;Storch Heinar&#8221; scheint eine Entscheidung gefallen.<br />
Der Richter Horst Rottmann machte schon am ersten Verhandlungstag klar, dass er nicht, wie der Kläger, in Optik oder Namen eine Verwechslungsgefahr sehe. Trotz der Empfehlung des Richters, die Klage zurückzuziehen, besteht Mediatex aber auf einem Urteil.<br />
<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,707797,00.html" target="_blank">Prozess um &#8220;Thor Steinar&#8221;-Persiflage (Spon)</a>.</p>
<p>Die Initiative &#8220;Endstation Rechts&#8221; aus Mecklenburg-Vorpommern vertreibt über das Internet Kleidungsstücke mit dem <a href="http://www.storchheinar.de/" target="_blank">&#8220;Storch Heinar&#8221;</a>-Motiv, die Erlöse aus dem Versandhandel fließen in ihre Aufklärungsarbeit über Rechtsextremismus.<br />
Das Mediatex-Modelabel &#8220;Thor Steinar&#8221; ist wegen seiner zynischen Geschäftsidee, Kleidung mit an die NS-Propaganda angelehnte Symbolik in ihr Sortiment aufzunehmen, seit langem umstritten. Daher ist es wahrscheinlich kein Zufall, sondern Kalkül, dass diese Mode häufig von Anhängern der rechtsextremen Szene getragen wird. Der Brandenburger Verfassungsschutz warnte 2009 in einer Broschüre, dass &#8220;Thor Steinar&#8221; im &#8220;aktionsorientierten Rechtsextremismus&#8221; &#8211; sprich: von Nazi-Hools und anderen inwändig braunen Schlägern &#8211; getragen werde. </p>
<p>Mediatex hat eine Verwechslungsgefahr zwischen &#8220;Thor Steinar&#8221;-Mode und Bekleidung mit &#8220;Storch Heinar&#8221;-Motiven moniert. Dabei ginge es sowohl um den Namen als auch um die Körperhaltung des Vogels, die nach Auffassung von Mediatex stark dem Andreaskreuz (tatsächlich wohl der Rune &#8220;Gebo&#8221;) ähnele, das auf &#8220;Thor Steinar&#8221;-Kleidungsstücken zu finden sei. Nach Angaben des Gerichtssprechers sieht sich die Firma außerdem durch die Satire &#8220;in unsachlicher Weise herabgesetzt und verunglimpft&#8221;. Außerdem redete sich Mediatex darauf hinaus, dass sie ja nichts für die politische Gesinnung ihre Kunde könne.</p>
<blockquote><p>Richter Rottmann äußerte sich schon vor der Urteilsverkündung außergewöhnlich deutlich zu seiner juristischen Einschätzung der Lage:
<ul>
<li>Zum Vorwurf der Verwechslung: &#8220;Es besteht keine Gefahr, dass mit dem Storch eine Nähe zur Marke der Klägerin vermutet wird&#8221;, sagte Rottmann. Wer den Vogel betrachte, assoziiere damit nicht das Andreaskreuz. Dieses, versehen mit zwei Punkten, verwendet Thor Steinar. In der Persiflage streckt Storch Heinar die Flügel links und rechts in die Höhe, in der Mitte liegt ein Ei.</li>
<li>Zum Klang der Namen: &#8220;Thor und Storch sind nicht verwechselbar&#8221;, sagte der Richter. Zwar wiesen beide die gleiche Anzahl an Silben und die gleichen Vokale auf, aber es bestehe dennoch ein Unterschied.</li>
<li>Zur einer möglichen Verunglimpfung: Eine Verunglimpfung der Marke Thor Steinar zum Zweck der Gewinnerzielung könne er ebenfalls nicht erkennen, sondern vielmehr eine Persiflage als kritische Gegenüberstellung, sagte Rottmann. Diese satirische Verfremdung falle unter die Kunstfreiheit.</li>
</ul>
</blockquote>
<p>(aus: <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,707797,00.html" target="_blank">Spiegel online)</a>.</p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/3385017"><img src="http://u1.ipernity.com/9/50/17/3385017.e4b5c9cf.560.jpg" width="371" height="400" alt="Armee-T-Shirt" border="0"/></a></p>
<p>Mediatex versteht keinen Spaß und strengt einen Prozess an, bei dem von vornherein nur wenig Aussicht auf Erfolg bestand, und bei dem ein erheblicher Imageschaden abzusehen ist. </p>
<p>Warum? Ich vermute, dass &#8220;Endstation Rechts&#8221; einen wunden Punkt bei &#8220;Thor Steinar&#8221; getroffen hat &#8211; nämlich, dass &#8220;aktionsorientierte Rechtsextremisten&#8221; tatsächlich eine wichtige Zielgruppe dieses Modelabels sein dürften &#8211; und dass es daher Mediatex wichtiger sein könnte, den &#8220;blöden Antifas&#8221; eines auszuwischen, als einen weiteren Imageschaden zu riskieren. Dass Mediatex die Klage nicht einfach zurückzieht, sondern stur und kostenträchtig auf einem Urteil beharrt, passt zu dieser Vermutung: es ist abzusehen, dass anschließend in rechtsextremen Foren wieder einmal wehleidig von &#8220;Zensur&#8221;, &#8220;Unrechtsurteilen&#8221; und &#8220;politischer Verfolgung&#8221; die Rede sein wird. Bei ihren mutmaßlich treuesten Kunden wird &#8220;Thor Steinar&#8221; das zugute kommen. (&#8220;Unpolitische&#8221; Kunden, die einfach nur die Klamotten cool finden, sind offensichtlich nicht so wichtig &#8211; oder Mediatex baut weiterhin auf die bisher schier grenzenlose Naivität und Wegsehbereitschaft dieses Kundenkreises.)</p>
<p>Noch etwas:<br />
Ich rate wegen der zynischen Geschäftsidee, der mutmaßlichen Verbindungen zwischen &#8220;Thor Steinar&#8221; / Mediatex und der rechtsextremen Szene und der nicht ganz unberechtigten Gefahr, als TS-Träger für einen gewaltbereiten Neonazi gehalten zu werden, vom Kauf dieser nicht ganz billigen Klamotten dringend ab!</p>
<p>Es ist unverkennbar, dass &#8220;Thor Steinar&#8221; sich streckenweise wirklich eng an die &#8220;NS-Propagandaästhetik&#8221; anlehnt. Aber an und für sich und ohne den Kontext, den die Marke &#8220;Thor Steinar&#8221; gibt, taugen Runen, Wikingerschiff, nordische Götter, aber auch &#8220;Heia Safari&#8221; oder &#8220;Ultima-Thule&#8221; noch nicht einmal als <i>Indizien</i> für eine &#8220;rechtsextreme Gesinnung&#8221;.  </p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/3383919"><img src="http://u1.ipernity.com/9/39/19/3383919.eb9e3eaf.jpg" width="400" height="438" alt="Kapuzenshirt" border="0"/></a></p>
<p>Es stimmt einfach nicht, dass diese Symbole nur den &#8220;Eingeweihten&#8221; verständliche &#8220;Nazi-Codes&#8221; seien.<br />
Trotz des Faibles vieler Nazis für alles &#8220;Nordische&#8221; sind Runen an sich keine Nazissymbole, Wikingerschiffe erst recht nicht.  &#8220;Heia Safari&#8221; wurde bestimmt auch im Afrika-Corps der Wehrmacht gesungen, stammt aber aus der Kolonialzeit, womit der Begriff zwar problematisch, aber eben nicht &#8220;NS-belastet&#8221; ist.<br />
Er wird noch heute gern in der Afrika-Touristik verwendet.<br />
<i>Als erheblich zynischer empfinde ich übrigens ein &#8220;TS&#8221;-Shirt mit der Aufschrift &#8220;Südseekreuzfahrt&#8221; und einer Graphik mit einem Schiff hinter Palmen. Beim näheren Hinsehen entpuppt sich das Schiff als Kriegsschiff, genauer gesagt als waffenstarrender Kreuzer der Kaiserlich Deutschen Marine.</i><br />
&#8220;Ultima Thule&#8221; ist u. A. der Name einer schwedischen Vikingrock-Band, die zwar wegen ihrer (ehemaligen) Geschäftsbeziehungen zu Bert Karlsson, einem rechtsgerichteten Politiker und Eigentümer eines Musiklabels vielen schwedischen Antifaschisten suspekt ist, aber von den Texten und der Symbolik her nicht als &#8220;Neonazi-Band&#8221; bezeichnet werden kann. &#8220;Ultima Thule&#8221;  , das &#8220;äußerste Thule&#8221;, ist eine Allegorie für den &#8220;hohen Norden&#8221;, ein Bezug zur rechtsextremen &#8220;Thule-Gesellschaft&#8221; oder dem &#8220;neurechten&#8221; &#8220;Thule-Seminar&#8221; ist keineswegs zwingend.</p>
<p>Es wird Zeit, den Nazis nicht widerstandslos Symbole zu überlassen, die ihnen einfach nicht gehören!</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/thorssteinar/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist beinahe Realsatire: das Unternehmen Mediatex (&#8220;Thor Steinar&#8221;) klagt gegen die Initiative <a href="http://endstation-rechts.de/" target="_blank">&#8220;Endstation Rechts&#8221;</a> (&#8220;Storch Heinar&#8221;).<br />
Schon am ersten Prozesstag um den &#8220;Führerstorch&#8221; &#8220;Storch Heinar&#8221; scheint eine Entscheidung gefallen.<br />
Der Richter Horst Rottmann machte schon am ersten Verhandlungstag klar, dass er nicht, wie der Kläger, in Optik oder Namen eine Verwechslungsgefahr sehe. Trotz der Empfehlung des Richters, die Klage zurückzuziehen, besteht Mediatex aber auf einem Urteil.<br />
<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,707797,00.html" target="_blank">Prozess um &#8220;Thor Steinar&#8221;-Persiflage (Spon)</a>.</p>
<p>Die Initiative &#8220;Endstation Rechts&#8221; aus Mecklenburg-Vorpommern vertreibt über das Internet Kleidungsstücke mit dem <a href="http://www.storchheinar.de/" target="_blank">&#8220;Storch Heinar&#8221;</a>-Motiv, die Erlöse aus dem Versandhandel fließen in ihre Aufklärungsarbeit über Rechtsextremismus.<br />
Das Mediatex-Modelabel &#8220;Thor Steinar&#8221; ist wegen seiner zynischen Geschäftsidee, Kleidung mit an die NS-Propaganda angelehnte Symbolik in ihr Sortiment aufzunehmen, seit langem umstritten. Daher ist es wahrscheinlich kein Zufall, sondern Kalkül, dass diese Mode häufig von Anhängern der rechtsextremen Szene getragen wird. Der Brandenburger Verfassungsschutz warnte 2009 in einer Broschüre, dass &#8220;Thor Steinar&#8221; im &#8220;aktionsorientierten Rechtsextremismus&#8221; &#8211; sprich: von Nazi-Hools und anderen inwändig braunen Schlägern &#8211; getragen werde. </p>
<p>Mediatex hat eine Verwechslungsgefahr zwischen &#8220;Thor Steinar&#8221;-Mode und Bekleidung mit &#8220;Storch Heinar&#8221;-Motiven moniert. Dabei ginge es sowohl um den Namen als auch um die Körperhaltung des Vogels, die nach Auffassung von Mediatex stark dem Andreaskreuz (tatsächlich wohl der Rune &#8220;Gebo&#8221;) ähnele, das auf &#8220;Thor Steinar&#8221;-Kleidungsstücken zu finden sei. Nach Angaben des Gerichtssprechers sieht sich die Firma außerdem durch die Satire &#8220;in unsachlicher Weise herabgesetzt und verunglimpft&#8221;. Außerdem redete sich Mediatex darauf hinaus, dass sie ja nichts für die politische Gesinnung ihre Kunde könne.</p>
<blockquote><p>Richter Rottmann äußerte sich schon vor der Urteilsverkündung außergewöhnlich deutlich zu seiner juristischen Einschätzung der Lage:
<ul>
<li>Zum Vorwurf der Verwechslung: &#8220;Es besteht keine Gefahr, dass mit dem Storch eine Nähe zur Marke der Klägerin vermutet wird&#8221;, sagte Rottmann. Wer den Vogel betrachte, assoziiere damit nicht das Andreaskreuz. Dieses, versehen mit zwei Punkten, verwendet Thor Steinar. In der Persiflage streckt Storch Heinar die Flügel links und rechts in die Höhe, in der Mitte liegt ein Ei.</li>
<li>Zum Klang der Namen: &#8220;Thor und Storch sind nicht verwechselbar&#8221;, sagte der Richter. Zwar wiesen beide die gleiche Anzahl an Silben und die gleichen Vokale auf, aber es bestehe dennoch ein Unterschied.</li>
<li>Zur einer möglichen Verunglimpfung: Eine Verunglimpfung der Marke Thor Steinar zum Zweck der Gewinnerzielung könne er ebenfalls nicht erkennen, sondern vielmehr eine Persiflage als kritische Gegenüberstellung, sagte Rottmann. Diese satirische Verfremdung falle unter die Kunstfreiheit.</li>
</ul>
</blockquote>
<p>(aus: <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,707797,00.html" target="_blank">Spiegel online)</a>.</p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/3385017"><img src="http://u1.ipernity.com/9/50/17/3385017.e4b5c9cf.560.jpg" width="371" height="400" alt="Armee-T-Shirt" border="0"/></a></p>
<p>Mediatex versteht keinen Spaß und strengt einen Prozess an, bei dem von vornherein nur wenig Aussicht auf Erfolg bestand, und bei dem ein erheblicher Imageschaden abzusehen ist. </p>
<p>Warum? Ich vermute, dass &#8220;Endstation Rechts&#8221; einen wunden Punkt bei &#8220;Thor Steinar&#8221; getroffen hat &#8211; nämlich, dass &#8220;aktionsorientierte Rechtsextremisten&#8221; tatsächlich eine wichtige Zielgruppe dieses Modelabels sein dürften &#8211; und dass es daher Mediatex wichtiger sein könnte, den &#8220;blöden Antifas&#8221; eines auszuwischen, als einen weiteren Imageschaden zu riskieren. Dass Mediatex die Klage nicht einfach zurückzieht, sondern stur und kostenträchtig auf einem Urteil beharrt, passt zu dieser Vermutung: es ist abzusehen, dass anschließend in rechtsextremen Foren wieder einmal wehleidig von &#8220;Zensur&#8221;, &#8220;Unrechtsurteilen&#8221; und &#8220;politischer Verfolgung&#8221; die Rede sein wird. Bei ihren mutmaßlich treuesten Kunden wird &#8220;Thor Steinar&#8221; das zugute kommen. (&#8220;Unpolitische&#8221; Kunden, die einfach nur die Klamotten cool finden, sind offensichtlich nicht so wichtig &#8211; oder Mediatex baut weiterhin auf die bisher schier grenzenlose Naivität und Wegsehbereitschaft dieses Kundenkreises.)</p>
<p>Noch etwas:<br />
Ich rate wegen der zynischen Geschäftsidee, der mutmaßlichen Verbindungen zwischen &#8220;Thor Steinar&#8221; / Mediatex und der rechtsextremen Szene und der nicht ganz unberechtigten Gefahr, als TS-Träger für einen gewaltbereiten Neonazi gehalten zu werden, vom Kauf dieser nicht ganz billigen Klamotten dringend ab!</p>
<p>Es ist unverkennbar, dass &#8220;Thor Steinar&#8221; sich streckenweise wirklich eng an die &#8220;NS-Propagandaästhetik&#8221; anlehnt. Aber an und für sich und ohne den Kontext, den die Marke &#8220;Thor Steinar&#8221; gibt, taugen Runen, Wikingerschiff, nordische Götter, aber auch &#8220;Heia Safari&#8221; oder &#8220;Ultima-Thule&#8221; noch nicht einmal als <i>Indizien</i> für eine &#8220;rechtsextreme Gesinnung&#8221;.  </p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/3383919"><img src="http://u1.ipernity.com/9/39/19/3383919.eb9e3eaf.jpg" width="400" height="438" alt="Kapuzenshirt" border="0"/></a></p>
<p>Es stimmt einfach nicht, dass diese Symbole nur den &#8220;Eingeweihten&#8221; verständliche &#8220;Nazi-Codes&#8221; seien.<br />
Trotz des Faibles vieler Nazis für alles &#8220;Nordische&#8221; sind Runen an sich keine Nazissymbole, Wikingerschiffe erst recht nicht.  &#8220;Heia Safari&#8221; wurde bestimmt auch im Afrika-Corps der Wehrmacht gesungen, stammt aber aus der Kolonialzeit, womit der Begriff zwar problematisch, aber eben nicht &#8220;NS-belastet&#8221; ist.<br />
Er wird noch heute gern in der Afrika-Touristik verwendet.<br />
<i>Als erheblich zynischer empfinde ich übrigens ein &#8220;TS&#8221;-Shirt mit der Aufschrift &#8220;Südseekreuzfahrt&#8221; und einer Graphik mit einem Schiff hinter Palmen. Beim näheren Hinsehen entpuppt sich das Schiff als Kriegsschiff, genauer gesagt als waffenstarrender Kreuzer der Kaiserlich Deutschen Marine.</i><br />
&#8220;Ultima Thule&#8221; ist u. A. der Name einer schwedischen Vikingrock-Band, die zwar wegen ihrer (ehemaligen) Geschäftsbeziehungen zu Bert Karlsson, einem rechtsgerichteten Politiker und Eigentümer eines Musiklabels vielen schwedischen Antifaschisten suspekt ist, aber von den Texten und der Symbolik her nicht als &#8220;Neonazi-Band&#8221; bezeichnet werden kann. &#8220;Ultima Thule&#8221;  , das &#8220;äußerste Thule&#8221;, ist eine Allegorie für den &#8220;hohen Norden&#8221;, ein Bezug zur rechtsextremen &#8220;Thule-Gesellschaft&#8221; oder dem &#8220;neurechten&#8221; &#8220;Thule-Seminar&#8221; ist keineswegs zwingend.</p>
<p>Es wird Zeit, den Nazis nicht widerstandslos Symbole zu überlassen, die ihnen einfach nicht gehören!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Alltagsrassismus &#8211; Eine Frage der Hautfarbe</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/alltagsrassismus-eine-frage-der-hautfarbe/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/alltagsrassismus-eine-frage-der-hautfarbe/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 23:35:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gjallarhorn Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Hautfarbe]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nornirsaett.de/?p=3065</guid>
		<description><![CDATA[<p>Rassismus ist leider ein Dauerthema. Das Hauptproblem in Deutschland und Österreich ist dabei jener Rassismus, der nach der Ansicht der Rassisten <a href="http://www.nornirsaett.de/menschenrassen-gibt-es-nicht/" target="_blank">gar kein Rassismus sei</a> &#8211; zum Beispiel der &#8220;Ethnopluralismus&#8221;. Ein anderes Problem ist, dass Rassismus in Deutschland oft mit rechtsextremer Ideologie und Gewalt gleichgesetzt und dadurch zu eng verstanden wird: <a href="http://npd-blog.info/2010/06/22/un-rassismusbegriff-200/" target="_blank">UN-Kritik an zu engem Rassismusbegriff in Deutschland</a>.</p>
<p>Aber es gibt ihn noch &#8211; den schlechten alten Rassismus, der den Wert eines Menschen nach einem einzigen äußeren Merkmal, nämlich der Hauptpigmentierung, bemisst. Weil so offener  Rassismus &#8220;nicht gesellschaftsfähig&#8221; ist, zeigt er sich vor allem als unreflektierter, dummer und spontaner Alltagsrassismus. Der für dunkelhäutige Menschen lebensgefährlich sein kann.</p>
<p>Ein böser Witz behauptet, es gäbe in Deutschland Gegenden, in denen die Leute so rassistisch seinen, dass man da nicht nach einem längeren Strandurlaub hingehen sollte. </p>
<p>Leider ist dieser Witz nicht völlig absurd.</p>
<p>Ich lernte vor einigen Jahren eine Frau kennen, die geradezu panisch der Sonne aus dem Weg ging, und die grundsätzlich dick Sonnenblock auftrug, wenn sie sich im Freien aufhielt. Sie tat das nicht, wie ich zuerst vermutete, aus Panik vor Hautschäden, und auch nicht, um eine &#8220;vornehme Blässe&#8221; zu kultivieren. Ich musste trocken schlucken, als ich den Grund erfuhr. Ihr Vater war Inder. Das sah man ihr normalerweise nicht an, aber wenn sie in die Sonne ging, wurde sie sehr schnell so dunkel braun, dass sie offensichtlich aus dem Schema &#8220;normale Deutsche&#8221; heraus fiel &#8211; womit leider mehr als der eine oder andere &#8220;dumme Spruch&#8221; verbunden war.<br />
Bei außen &#8220;arisch-weißen&#8221;, innen kackbraune Rassisten gibt es diese Denke in verschärfter Form:</p>
<blockquote><p>Wat, auch noch Geld dafür bezahlen um wie´n Molukke auszusehen?!</p></blockquote>
<p><i>Durchaus typischer Post in einen Nazi-Forum zum Thema &#8220;Solarium&#8221;.</i></p>
<p>Angesichts dieser brutalen und primitiven Denke muten Diskussionen über Rassismus oft weltfremd an. </p>
<p>Es ist sicher zu begrüßen, dass das Wort &#8220;Neger&#8221; zumindest aus dem gehobenen Sprachgebrauch verschwunden ist. Mit &#8220;Neger&#8221; sind Konnotationen aus Kolonialgeschichte, Sklaverei, Rassismus, Exotismus, aber auch &#8220;gut gemeinter&#8221; Bevormundung verbunden, die sich nicht vom Wort trennen lassen.</p>
<p>Wie brisant das &#8220;N-Wort&#8221; tatsächlich ist, zeigt der Fall einer bestimmt nicht rassistisch gemeinten Satire in der &#8220;taz&#8221;, die aber dennoch diskriminierend und strukturell rassistisch ist, wie Afrika Wissen Schaft aufzeigt: <a href="http://afrikawissenschaft.wordpress.com/2010/06/24/satire-darf-alles-uber-rassissmus-political-corrcectness-und-humor/" target="_blank">Satire darf alles? – Über Rassismus, political correctness und Humor</a>.</p>
<p>Es gibt, wie <a href="http://metalust.wordpress.com/2010/06/28/die-erben-der-kolonisatoren/#comments" target="_blank">momorulez</a> schrieb, ja mittlerweile so was wie einen identitären Antirassismus, Antisexismus und Anti-Homophobiekampf, der sich fast schon dadurch belästigt fühlt, dass es Schwarze, Frauen und Schwule in der Realhistorie überhaupt gab, weil ja seine eigene Güte dem gegenüber prioritär ist und die Beschäftigung mit sich selbst viel wichtiger.</p>
<p>Die &#8220;richtige&#8221; Gesinnung zu haben ist eben wichtig, und wichtig ist es auch, sich zu vergewissern, zu den &#8220;Guten&#8221; zu gehören. Daher ist, von klar diskriminierenden Ausnahmen wie dem Wort &#8220;Neger&#8221; (oder noch eindeutiger: &#8220;Nigger&#8221;) abgesehen, &#8220;politisch korrekte&#8221; Sprachregelung nicht für die &#8220;Opfer&#8221; da.<br />
Mal in einen nicht rassistischen Kontext übersetzt: es sei jedem Österreicher unbenommen, mich als Piefke zu bezeichnen. Der Anstand gebietet es mir, das mit Humor zu nehmen. Denn Österreicher haben niemals Deutsche versklavt oder ihrer Kultur beraubt.</p>
<p>Es geht, wenn man rassistische Sprache vermeidet, nicht um eine meist formelhafte, oft euphemistische &#8220;political correctness&#8221;, sondern um Respekt und um Verantwortung!</p>
<p>Darum halte ich überhaupt nichts von scheinbar &#8220;politisch korrekten&#8221; Ausdrücken wie &#8220;Afrikaner&#8221;<br />
(es gibt auch hellhäutige Afrikaner) oder auch &#8220;Schwarzafrikaner&#8221; (weil da wieder Klischees dran hängen &#8211; und weil nicht jeder Schwarze Afrikaner ist). Außerdem verschleiern solche Ausdrücke etwa im Journalismus oder einem Polizeibericht unter Umständen den Rassismus, wenn ein Mensch wegen seiner Hautfarbe verletzt oder getötet wird.<br />
&#8220;Farbiger&#8221; wäre nur dann brauchbar, wenn es farblose Menschen gäbe. (Gut, im übertragenen Sinne gibt es die schon.) Außerdem wird  &#8220;Farbiger&#8221; oft als Euphemismus verwendet &#8211; von Menschen, die sich um den Begriff &#8220;Schwarzer&#8221; herumdrücken.</p>
<p>Wie sollten man also einen sehr dunkelhäutigen Menschen nennen, wenn tatsächlich die Hautfarbe von Belang sein sollte? Ganz einfach: einen Schwarzen!<br />
So wie ich einen hellhäutigen Menschen, auch wenn kaum jemand bleich wie ein Stück Kreide ist, als &#8220;Weißen&#8221; bezeichne. </p>
<p>Außerdem gibt es es noch die, wenn es <i>wirklich</i> um die Farbe der Haut (nicht das Konstrukt &#8220;Hautfarbe&#8221;) geht, ganz praktischen Ausdrücke &#8220;hellhäutig&#8221; und &#8220;dunkelhäutig&#8221;.<br />
Mehr braucht man wirklich nicht.</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/alltagsrassismus-eine-frage-der-hautfarbe/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rassismus ist leider ein Dauerthema. Das Hauptproblem in Deutschland und Österreich ist dabei jener Rassismus, der nach der Ansicht der Rassisten <a href="http://www.nornirsaett.de/menschenrassen-gibt-es-nicht/" target="_blank">gar kein Rassismus sei</a> &#8211; zum Beispiel der &#8220;Ethnopluralismus&#8221;. Ein anderes Problem ist, dass Rassismus in Deutschland oft mit rechtsextremer Ideologie und Gewalt gleichgesetzt und dadurch zu eng verstanden wird: <a href="http://npd-blog.info/2010/06/22/un-rassismusbegriff-200/" target="_blank">UN-Kritik an zu engem Rassismusbegriff in Deutschland</a>.</p>
<p>Aber es gibt ihn noch &#8211; den schlechten alten Rassismus, der den Wert eines Menschen nach einem einzigen äußeren Merkmal, nämlich der Hauptpigmentierung, bemisst. Weil so offener  Rassismus &#8220;nicht gesellschaftsfähig&#8221; ist, zeigt er sich vor allem als unreflektierter, dummer und spontaner Alltagsrassismus. Der für dunkelhäutige Menschen lebensgefährlich sein kann.</p>
<p>Ein böser Witz behauptet, es gäbe in Deutschland Gegenden, in denen die Leute so rassistisch seinen, dass man da nicht nach einem längeren Strandurlaub hingehen sollte. </p>
<p>Leider ist dieser Witz nicht völlig absurd.</p>
<p>Ich lernte vor einigen Jahren eine Frau kennen, die geradezu panisch der Sonne aus dem Weg ging, und die grundsätzlich dick Sonnenblock auftrug, wenn sie sich im Freien aufhielt. Sie tat das nicht, wie ich zuerst vermutete, aus Panik vor Hautschäden, und auch nicht, um eine &#8220;vornehme Blässe&#8221; zu kultivieren. Ich musste trocken schlucken, als ich den Grund erfuhr. Ihr Vater war Inder. Das sah man ihr normalerweise nicht an, aber wenn sie in die Sonne ging, wurde sie sehr schnell so dunkel braun, dass sie offensichtlich aus dem Schema &#8220;normale Deutsche&#8221; heraus fiel &#8211; womit leider mehr als der eine oder andere &#8220;dumme Spruch&#8221; verbunden war.<br />
Bei außen &#8220;arisch-weißen&#8221;, innen kackbraune Rassisten gibt es diese Denke in verschärfter Form:</p>
<blockquote><p>Wat, auch noch Geld dafür bezahlen um wie´n Molukke auszusehen?!</p></blockquote>
<p><i>Durchaus typischer Post in einen Nazi-Forum zum Thema &#8220;Solarium&#8221;.</i></p>
<p>Angesichts dieser brutalen und primitiven Denke muten Diskussionen über Rassismus oft weltfremd an. </p>
<p>Es ist sicher zu begrüßen, dass das Wort &#8220;Neger&#8221; zumindest aus dem gehobenen Sprachgebrauch verschwunden ist. Mit &#8220;Neger&#8221; sind Konnotationen aus Kolonialgeschichte, Sklaverei, Rassismus, Exotismus, aber auch &#8220;gut gemeinter&#8221; Bevormundung verbunden, die sich nicht vom Wort trennen lassen.</p>
<p>Wie brisant das &#8220;N-Wort&#8221; tatsächlich ist, zeigt der Fall einer bestimmt nicht rassistisch gemeinten Satire in der &#8220;taz&#8221;, die aber dennoch diskriminierend und strukturell rassistisch ist, wie Afrika Wissen Schaft aufzeigt: <a href="http://afrikawissenschaft.wordpress.com/2010/06/24/satire-darf-alles-uber-rassissmus-political-corrcectness-und-humor/" target="_blank">Satire darf alles? – Über Rassismus, political correctness und Humor</a>.</p>
<p>Es gibt, wie <a href="http://metalust.wordpress.com/2010/06/28/die-erben-der-kolonisatoren/#comments" target="_blank">momorulez</a> schrieb, ja mittlerweile so was wie einen identitären Antirassismus, Antisexismus und Anti-Homophobiekampf, der sich fast schon dadurch belästigt fühlt, dass es Schwarze, Frauen und Schwule in der Realhistorie überhaupt gab, weil ja seine eigene Güte dem gegenüber prioritär ist und die Beschäftigung mit sich selbst viel wichtiger.</p>
<p>Die &#8220;richtige&#8221; Gesinnung zu haben ist eben wichtig, und wichtig ist es auch, sich zu vergewissern, zu den &#8220;Guten&#8221; zu gehören. Daher ist, von klar diskriminierenden Ausnahmen wie dem Wort &#8220;Neger&#8221; (oder noch eindeutiger: &#8220;Nigger&#8221;) abgesehen, &#8220;politisch korrekte&#8221; Sprachregelung nicht für die &#8220;Opfer&#8221; da.<br />
Mal in einen nicht rassistischen Kontext übersetzt: es sei jedem Österreicher unbenommen, mich als Piefke zu bezeichnen. Der Anstand gebietet es mir, das mit Humor zu nehmen. Denn Österreicher haben niemals Deutsche versklavt oder ihrer Kultur beraubt.</p>
<p>Es geht, wenn man rassistische Sprache vermeidet, nicht um eine meist formelhafte, oft euphemistische &#8220;political correctness&#8221;, sondern um Respekt und um Verantwortung!</p>
<p>Darum halte ich überhaupt nichts von scheinbar &#8220;politisch korrekten&#8221; Ausdrücken wie &#8220;Afrikaner&#8221;<br />
(es gibt auch hellhäutige Afrikaner) oder auch &#8220;Schwarzafrikaner&#8221; (weil da wieder Klischees dran hängen &#8211; und weil nicht jeder Schwarze Afrikaner ist). Außerdem verschleiern solche Ausdrücke etwa im Journalismus oder einem Polizeibericht unter Umständen den Rassismus, wenn ein Mensch wegen seiner Hautfarbe verletzt oder getötet wird.<br />
&#8220;Farbiger&#8221; wäre nur dann brauchbar, wenn es farblose Menschen gäbe. (Gut, im übertragenen Sinne gibt es die schon.) Außerdem wird  &#8220;Farbiger&#8221; oft als Euphemismus verwendet &#8211; von Menschen, die sich um den Begriff &#8220;Schwarzer&#8221; herumdrücken.</p>
<p>Wie sollten man also einen sehr dunkelhäutigen Menschen nennen, wenn tatsächlich die Hautfarbe von Belang sein sollte? Ganz einfach: einen Schwarzen!<br />
So wie ich einen hellhäutigen Menschen, auch wenn kaum jemand bleich wie ein Stück Kreide ist, als &#8220;Weißen&#8221; bezeichne. </p>
<p>Außerdem gibt es es noch die, wenn es <i>wirklich</i> um die Farbe der Haut (nicht das Konstrukt &#8220;Hautfarbe&#8221;) geht, ganz praktischen Ausdrücke &#8220;hellhäutig&#8221; und &#8220;dunkelhäutig&#8221;.<br />
Mehr braucht man wirklich nicht.</p>
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		<title>&#8220;Freier Markt&#8221; der Religionen</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/freier-markt-der-religionen/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/freier-markt-der-religionen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 10:27:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Es gibt &#8220;wissenschaftliche&#8221; Denkschulen, die eher an religiöse Dogmatik erinnern. (Und die daher nach meinem Verständnis daher auch nicht wirklich wissenschaftlich sind.) Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zum Beispiel Richtungen, die man nur &#8220;marktgläubig&#8221; nennen kann, so groß ist ihr Vertrauen in die segensreichen Selbstregulierungskräfte des freien Marktes &#8211; eines freien Marktes, der in der von Kartellen, marktbeherrschenden Oligopolisten  und der engen Verfilzung von Staat und Großkonzernen geprägten Praxis des real existierenden Kapitalismus eher der Ausnahmefall sein dürfte. Dass es auch eine vergleichbar dogmatische &#8220;regulierungsgläubige&#8221; Richtung gibt, sei der Vollständigkeit halber erwähnt, allerdings ist die &#8220;Marktgläubigkeit&#8221; seit etwa 20 Jahren so etwas wie eine &#8220;ökonomische Staatsreligion&#8221;.<br />
Trotzdem: ein &#8220;freier Markt&#8221; hat Einiges für sich &#8211; ein unübersehbarer Vorteil ist z. B., dass es auf einem funktionierenden Markt ein vielfältiges Angebot gibt. Umgekehrt sind ununterscheidbare Produkte, die zu einheitlichen Konditionen zu Einheitspreisen angeboten werden, ein sicheres Zeichen, dass der Markt nicht funktioniert &#8211; auch wenn es scheinbar eine große, freie Auswahl gibt. </p>
<p>Religionsökonomen sind Wissenschaftler, die sich mit den Wechselwirkungen von Ökonomie und Religion beschäftigen. Ein wichtiger Ansatz ist der &#8220;religiöse Markt&#8221;. Auf einem &#8220;freien Markt&#8221; der Religionen (wie es ihn in den USA gibt) stünden die Religionen im &#8220;freien Wettbewerb&#8221;, während in Staaten wie Deutschland der &#8220;Religionsmarkt&#8221; sozusagen reguliert ist und bestimmte Kirchen bevorzugt. Und dann gibt es noch Länder mit Staatsreligion, in denen konkurrierende Religionsgemeinschaften nur im Untergrund, auf dem &#8220;Schwarzmarkt&#8221;, tätig sind. </p>
<p>Auf dem Blog &#8220;Religionspolitik in Deutschland&#8221; vertritt der Politikwissenschaftler Sven Speer den weit verbreiteten Ansatz, dass ein &#8220;freier Markt&#8221; der Religionen zu einer verstärkten Religiosität führt. <a href="http://religionspolitik.blogspot.com/2010/06/der-eingang-ins-himmelreich-die.html" target="_blank">Warum die Plätze im Himmelreich knapp sind, Jehovas Zeugen keinen Geburtstag feiern und Religionskritiker die politische Unterstützung von Religion fordern</a> </p>
<p>Seine Übertragung zweckrationalen ökonomischen Denkens auf die Religion ist wahrscheinlich leicht ironisch gemeint (sicher sein kann man sich da nie), zeigt aber einige typische Denkfehler.</p>
<blockquote><p>[...] Es ist leicht nachzuvollziehen, dass Religionsgemeinschaften das Heil knapp halten, um höhere Renditen zu erzielen. Aber warum führt der Wettbewerb auf dem Markt nicht dazu, dass die Konsumenten Religion zum Nulltarif (oder zumindest eine Flatrate) erzwingen können? Die Antwort ist die gleiche wie auch auf die Frage, warum Jehovas Zeugen keinen Geburtstag feiern. Investitionen in Religionen sind äußerst unsicher: Zwar lockt eine enorme Rendite (das Jenseits), aber es ist vollkommen unklar, welche der vielen Religionsgemeinschaften die Rendite nach dem Tode tatsächlich ausschütten kann. Anstatt darauf zu hoffen, zufällig in die richtige Religion zu investieren, könnten Menschen sich auch ein schönes Leben (im Diesseits) machen.[...]</p></blockquote>
<p>Speer geht offensichtlich von zwei weitgehend falschen Annahmen aus.<br />
Die erste unzutreffende Annahme oder zu starke Verallgemeinerung ist die, dass die Attraktivität einer Religion (oder einer spirituellen Richtung) eng mit der &#8220;Jenseitserwartung&#8221; verbunden ist. Zwar dürfte der z. B. der Erfolg des Christentums gegenüber den heidnischen Religionen der Antike zum Teil auf die Furcht erregende Doktrin der &#8220;ewigen Verdammnis&#8221; in Verbindung mit der Aussicht auf ewige Glücksseligkeit im &#8220;Himmel&#8221; zurückzuführen sein. Aber der &#8220;Markterfolg&#8221; einer Religion, und das, was Menschen dazu bringt, religiös zu sein, hängt eben nur zum Teil von der &#8220;Rendite im Jenseits&#8221; ab. Sonst müssten &#8220;Endzeitsekten&#8221; den &#8220;Religionsmarkt&#8221; dominieren. Auch hätten protestantische Kirchen gegenüber den Katholiken mit ihren detaillierten Vorstellungen über die Ordnung im Himmel, das Fegefeuer und die Höllenstrafen und ihrem ausgefeilten Entsündigungssystem (Beichte und Ablass) einen erheblichen &#8220;Wettbewerbsnachteil&#8221;. Es gibt sogar erfolgreiche Religionen / spirituelle Systeme, die ohne Belohnung und Strafe im Jenseits auskommen &#8211; aber dafür Orientierung, Lebenshilfe und eine zuverlässige Gemeinschaft im Diesseits bieten. </p>
<p>Die zweite falsche Annahme liegt darin, dass die Idee eines von ökonomischer Rationalität bestimmten Marktes der Religion an sich fehlerhaft ist. Menschen wählen in aller Regel  ihre Religion / spirituelle Richtung / metaphysische Weltsicht nicht so aus wie Gemüse auf dem Markt, Autos oder Geldanlagen.<br />
Im Normalfall bleiben Gläubige der Religion ihrer Eltern treu &#8211; oft sogar über einen  Kirchenaustritt hinaus. Sogar auf dem &#8220;freien Religionsmarkt&#8221; USA sind Konvertiten selten. Relativ häufig wird dort die Konfession gewechselt, aber ein Christ bleibt in der Regel beim Christentum.<br />
Das Marktmodell kann durchaus für Einzelfragen sinnvoll sein. Und es spricht tatsächlich einiges dafür, dass sich &#8220;harte&#8221; Religiosität, etwa von Fundamentalisten, in direkter Konkurrenz zu &#8220;lauen&#8221; Religionsgemeinschaften durchsetzt.</p>
<p>Der Schlusssatz von Speer Aufsatz gilt daher wahrscheinlich nur für Religionsökonomen:</p>
<blockquote><p>Unter Religionsökonomen sind es daher die Religionsaffinen, die sich für eine Trennung von Staat und Religion einsetzen, während die Religionskritiker unter ihnen die politische Unterstützung von Religion fordern – um langfristig die Religiosität in der Bevölkerung zu verringern.</p></blockquote>
<p>Die auch von Speer vertretene Meinung, dass ein freier Religionsmarkt die Religionen bzw. die gesamtgesellschaftliche Religiosität fördere, dürfte falsch sein. Überhaupt nicht zutreffen dürfte die Behauptung, dass staatlich privilegierte Kirchen &#8211; die in Deutschland die verfassungsmäßig gebotene Trennung von Staat und Kirche unterlaufen &#8211; die Religiosität in der Bevölkerung vermindern.</p>
<p>Eher scheint es so zu sein, dass je stärker sich die Regierung in religiöse Belange einmischt, desto weniger zufrieden die Gläubigen mit ihrer Religionsgemeinschaft sind. Nun verwechseln sich die deutschen Großkirchen gern mit &#8220;dem Christentum&#8221; und sehen in einem Kirchenaustritt eine &#8220;Abwendung von der Religion&#8221;.<br />
In einem Artikel des religionskritischen hpd (<a href="http://hpd.de/node/7469" target="_blank">Religion: Die neuesten Erkenntnisse (2)</a>) wird eine Studie angeführt, nach der die staatliche Regulierung der Religionsgemeinschaften für nur 10 % und der geringere Pluralismus der religiöseren Länder für nur 8 % der Gesamtreligiosität verantwortlich ist. Wichtigere Faktoren sind größere Ungleichheit des Einkommens (21 %), geringeres Bruttoinlandprodukt (13 %) und geringere Urbanisierung (11 %) der stärker religiösen Länder.</p>
<p>Daher bin ich für einen &#8220;freien Mark&#8221; der Religionen und Weltanschauungen, auch wenn unter den &#8220;Marktbedingungen&#8221; der USA das die Position der Fundamentalisten und der mehr oder weniger verdeckt kommerziellen TV-Evangelisten und &#8220;Mega-Churches&#8221; stärkt. </p>
<p>In einer freien Gesellschaft sind die Gläubigen zufriedener, denn sie können sich genau die Religion aussuchen, die ihren Bedürfnissen am ehesten entspricht. Und die Ungläubigen sind ebenfalls zufriedener, denn niemand diskriminiert sie. Einen Gesellschaft mit staatlich gefördertem Atheismus ist übrigens auch nicht frei.  </p>
<p>Ich bin (anders als die Autoren des hpd-Artikels) nicht an einer generellen Reduzierung der Religion interessiert. Aber ich habe etwas gegen Religionen (bzw. Ideologien), die mit absolutem Wahrheitsanspruch auftreten. So ein Wahrheitsanspruch lässt sich am Leichtesten in einer Gesellschaft aufrechterhalten, in der es keine Alternativen zur allein seligmachenden Staatsreligion gibt. </p>
<blockquote><p>Eine andere Studie hat gezeigt, dass Sektiererei (der Glaube, dass die eigene Religion die einzige auf dem Weg zu Gott ist) negativ mit der Intelligenz korreliert. Je sektiererischer jemand ist, desto geringer ist seine Intelligenz. Derweil korreliert eine skeptische Haltung gegenüber dem eigenen Glauben positiv mit der Intelligenz. Wer seinen Glauben also in Frage stellt, ist schlauer.</p></blockquote>
<p> (<a href="http://hpd.de/node/7469" target="_blank">hpd</a>)</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/freier-markt-der-religionen/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt &#8220;wissenschaftliche&#8221; Denkschulen, die eher an religiöse Dogmatik erinnern. (Und die daher nach meinem Verständnis daher auch nicht wirklich wissenschaftlich sind.) Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zum Beispiel Richtungen, die man nur &#8220;marktgläubig&#8221; nennen kann, so groß ist ihr Vertrauen in die segensreichen Selbstregulierungskräfte des freien Marktes &#8211; eines freien Marktes, der in der von Kartellen, marktbeherrschenden Oligopolisten  und der engen Verfilzung von Staat und Großkonzernen geprägten Praxis des real existierenden Kapitalismus eher der Ausnahmefall sein dürfte. Dass es auch eine vergleichbar dogmatische &#8220;regulierungsgläubige&#8221; Richtung gibt, sei der Vollständigkeit halber erwähnt, allerdings ist die &#8220;Marktgläubigkeit&#8221; seit etwa 20 Jahren so etwas wie eine &#8220;ökonomische Staatsreligion&#8221;.<br />
Trotzdem: ein &#8220;freier Markt&#8221; hat Einiges für sich &#8211; ein unübersehbarer Vorteil ist z. B., dass es auf einem funktionierenden Markt ein vielfältiges Angebot gibt. Umgekehrt sind ununterscheidbare Produkte, die zu einheitlichen Konditionen zu Einheitspreisen angeboten werden, ein sicheres Zeichen, dass der Markt nicht funktioniert &#8211; auch wenn es scheinbar eine große, freie Auswahl gibt. </p>
<p>Religionsökonomen sind Wissenschaftler, die sich mit den Wechselwirkungen von Ökonomie und Religion beschäftigen. Ein wichtiger Ansatz ist der &#8220;religiöse Markt&#8221;. Auf einem &#8220;freien Markt&#8221; der Religionen (wie es ihn in den USA gibt) stünden die Religionen im &#8220;freien Wettbewerb&#8221;, während in Staaten wie Deutschland der &#8220;Religionsmarkt&#8221; sozusagen reguliert ist und bestimmte Kirchen bevorzugt. Und dann gibt es noch Länder mit Staatsreligion, in denen konkurrierende Religionsgemeinschaften nur im Untergrund, auf dem &#8220;Schwarzmarkt&#8221;, tätig sind. </p>
<p>Auf dem Blog &#8220;Religionspolitik in Deutschland&#8221; vertritt der Politikwissenschaftler Sven Speer den weit verbreiteten Ansatz, dass ein &#8220;freier Markt&#8221; der Religionen zu einer verstärkten Religiosität führt. <a href="http://religionspolitik.blogspot.com/2010/06/der-eingang-ins-himmelreich-die.html" target="_blank">Warum die Plätze im Himmelreich knapp sind, Jehovas Zeugen keinen Geburtstag feiern und Religionskritiker die politische Unterstützung von Religion fordern</a> </p>
<p>Seine Übertragung zweckrationalen ökonomischen Denkens auf die Religion ist wahrscheinlich leicht ironisch gemeint (sicher sein kann man sich da nie), zeigt aber einige typische Denkfehler.</p>
<blockquote><p>[...] Es ist leicht nachzuvollziehen, dass Religionsgemeinschaften das Heil knapp halten, um höhere Renditen zu erzielen. Aber warum führt der Wettbewerb auf dem Markt nicht dazu, dass die Konsumenten Religion zum Nulltarif (oder zumindest eine Flatrate) erzwingen können? Die Antwort ist die gleiche wie auch auf die Frage, warum Jehovas Zeugen keinen Geburtstag feiern. Investitionen in Religionen sind äußerst unsicher: Zwar lockt eine enorme Rendite (das Jenseits), aber es ist vollkommen unklar, welche der vielen Religionsgemeinschaften die Rendite nach dem Tode tatsächlich ausschütten kann. Anstatt darauf zu hoffen, zufällig in die richtige Religion zu investieren, könnten Menschen sich auch ein schönes Leben (im Diesseits) machen.[...]</p></blockquote>
<p>Speer geht offensichtlich von zwei weitgehend falschen Annahmen aus.<br />
Die erste unzutreffende Annahme oder zu starke Verallgemeinerung ist die, dass die Attraktivität einer Religion (oder einer spirituellen Richtung) eng mit der &#8220;Jenseitserwartung&#8221; verbunden ist. Zwar dürfte der z. B. der Erfolg des Christentums gegenüber den heidnischen Religionen der Antike zum Teil auf die Furcht erregende Doktrin der &#8220;ewigen Verdammnis&#8221; in Verbindung mit der Aussicht auf ewige Glücksseligkeit im &#8220;Himmel&#8221; zurückzuführen sein. Aber der &#8220;Markterfolg&#8221; einer Religion, und das, was Menschen dazu bringt, religiös zu sein, hängt eben nur zum Teil von der &#8220;Rendite im Jenseits&#8221; ab. Sonst müssten &#8220;Endzeitsekten&#8221; den &#8220;Religionsmarkt&#8221; dominieren. Auch hätten protestantische Kirchen gegenüber den Katholiken mit ihren detaillierten Vorstellungen über die Ordnung im Himmel, das Fegefeuer und die Höllenstrafen und ihrem ausgefeilten Entsündigungssystem (Beichte und Ablass) einen erheblichen &#8220;Wettbewerbsnachteil&#8221;. Es gibt sogar erfolgreiche Religionen / spirituelle Systeme, die ohne Belohnung und Strafe im Jenseits auskommen &#8211; aber dafür Orientierung, Lebenshilfe und eine zuverlässige Gemeinschaft im Diesseits bieten. </p>
<p>Die zweite falsche Annahme liegt darin, dass die Idee eines von ökonomischer Rationalität bestimmten Marktes der Religion an sich fehlerhaft ist. Menschen wählen in aller Regel  ihre Religion / spirituelle Richtung / metaphysische Weltsicht nicht so aus wie Gemüse auf dem Markt, Autos oder Geldanlagen.<br />
Im Normalfall bleiben Gläubige der Religion ihrer Eltern treu &#8211; oft sogar über einen  Kirchenaustritt hinaus. Sogar auf dem &#8220;freien Religionsmarkt&#8221; USA sind Konvertiten selten. Relativ häufig wird dort die Konfession gewechselt, aber ein Christ bleibt in der Regel beim Christentum.<br />
Das Marktmodell kann durchaus für Einzelfragen sinnvoll sein. Und es spricht tatsächlich einiges dafür, dass sich &#8220;harte&#8221; Religiosität, etwa von Fundamentalisten, in direkter Konkurrenz zu &#8220;lauen&#8221; Religionsgemeinschaften durchsetzt.</p>
<p>Der Schlusssatz von Speer Aufsatz gilt daher wahrscheinlich nur für Religionsökonomen:</p>
<blockquote><p>Unter Religionsökonomen sind es daher die Religionsaffinen, die sich für eine Trennung von Staat und Religion einsetzen, während die Religionskritiker unter ihnen die politische Unterstützung von Religion fordern – um langfristig die Religiosität in der Bevölkerung zu verringern.</p></blockquote>
<p>Die auch von Speer vertretene Meinung, dass ein freier Religionsmarkt die Religionen bzw. die gesamtgesellschaftliche Religiosität fördere, dürfte falsch sein. Überhaupt nicht zutreffen dürfte die Behauptung, dass staatlich privilegierte Kirchen &#8211; die in Deutschland die verfassungsmäßig gebotene Trennung von Staat und Kirche unterlaufen &#8211; die Religiosität in der Bevölkerung vermindern.</p>
<p>Eher scheint es so zu sein, dass je stärker sich die Regierung in religiöse Belange einmischt, desto weniger zufrieden die Gläubigen mit ihrer Religionsgemeinschaft sind. Nun verwechseln sich die deutschen Großkirchen gern mit &#8220;dem Christentum&#8221; und sehen in einem Kirchenaustritt eine &#8220;Abwendung von der Religion&#8221;.<br />
In einem Artikel des religionskritischen hpd (<a href="http://hpd.de/node/7469" target="_blank">Religion: Die neuesten Erkenntnisse (2)</a>) wird eine Studie angeführt, nach der die staatliche Regulierung der Religionsgemeinschaften für nur 10 % und der geringere Pluralismus der religiöseren Länder für nur 8 % der Gesamtreligiosität verantwortlich ist. Wichtigere Faktoren sind größere Ungleichheit des Einkommens (21 %), geringeres Bruttoinlandprodukt (13 %) und geringere Urbanisierung (11 %) der stärker religiösen Länder.</p>
<p>Daher bin ich für einen &#8220;freien Mark&#8221; der Religionen und Weltanschauungen, auch wenn unter den &#8220;Marktbedingungen&#8221; der USA das die Position der Fundamentalisten und der mehr oder weniger verdeckt kommerziellen TV-Evangelisten und &#8220;Mega-Churches&#8221; stärkt. </p>
<p>In einer freien Gesellschaft sind die Gläubigen zufriedener, denn sie können sich genau die Religion aussuchen, die ihren Bedürfnissen am ehesten entspricht. Und die Ungläubigen sind ebenfalls zufriedener, denn niemand diskriminiert sie. Einen Gesellschaft mit staatlich gefördertem Atheismus ist übrigens auch nicht frei.  </p>
<p>Ich bin (anders als die Autoren des hpd-Artikels) nicht an einer generellen Reduzierung der Religion interessiert. Aber ich habe etwas gegen Religionen (bzw. Ideologien), die mit absolutem Wahrheitsanspruch auftreten. So ein Wahrheitsanspruch lässt sich am Leichtesten in einer Gesellschaft aufrechterhalten, in der es keine Alternativen zur allein seligmachenden Staatsreligion gibt. </p>
<blockquote><p>Eine andere Studie hat gezeigt, dass Sektiererei (der Glaube, dass die eigene Religion die einzige auf dem Weg zu Gott ist) negativ mit der Intelligenz korreliert. Je sektiererischer jemand ist, desto geringer ist seine Intelligenz. Derweil korreliert eine skeptische Haltung gegenüber dem eigenen Glauben positiv mit der Intelligenz. Wer seinen Glauben also in Frage stellt, ist schlauer.</p></blockquote>
<p> (<a href="http://hpd.de/node/7469" target="_blank">hpd</a>)</p>
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		<title>Sonnenwende: schöner feiern ohne Nazis</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/sonnenwende-schoner-feiern-ohne-nazis/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 12:46:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Mal wieder, wie zweimal im Jahr. Erneut wollen Neonazis an diesem Sonnabend in Eschede bei Celle ihre &#8220;Sonnenwendfeier&#8221; abhalten und wieder einmal auf dem Gehöft des Landwirtes und NPD-Mitgliedes Joachim Nahtz.<br />
 <a href="http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&#038;view=item&#038;id=5032:eschede-neonazis-bereiten-sich-auf-%E2%80%9Esonnenwendfeier%E2%80%9C-vor" target="_blank">Eschede: Neonazis bereiten sich auf „Sonnenwendfeier“ vor </a>.</p>
<p>Wer in der Südheide wohnt oder gut dort hin kommt, sollte sich an der Gegendemonstration beteiligen &#8211; und sich nicht davon stören lassen, dass sie von Pastor Wilfried Manneke und der Evangelischen Landeskirche Hannover organisiert wird.<br />
An der Gegendemonstration beteiligten sich Vertreter von Gewerkschaften, Kirchen, Politik, Sozialverbänden und antifaschistischen Initiativen.</p>
<p><a href="http://www.evlka.de/content.php?contentTypeID=4&#038;id=13648" target="_blank">Bündnis will gegen Sonnenwendfeier von Neonazis protestieren</a></p>
<p>Ist eine Gegendemonstration wirklich nötig? Wertet sie nicht &#8220;ein paar braunstichige Spinner&#8221; unnötig auf? (Wobei die &#8220;Sonnenwendfeier&#8221; und die Gegenaktion in Eschede auch für zahlreiche andere Veranstaltungen stehen könnte.)</p>
<p>Ja, sie ist nötig, denn wie David Janzen von der Braunschweiger Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt sagt: &#8220;Diese Aktivitäten strahlen aus&#8221;. In der Vergangenheit hätten die Sonnenwendfeiern auch solche Jugendlichen aus der Region angelockt, die nur &#8220;lose Kontakte zur Szene haben&#8221;.<br />
Anders gesagt: auf solchen Feiern rekrutieren unsere inwändig kackbraunen &#8220;Freunde&#8221; ihren Nachwuchs.</p>
<p>Woraus sich, neben Gegendemostrationen, eine weitere Strategie gegen &#8220;Braunheiden&#8221; und mit germanischer Symbolik (oder dem, was sie dafür halten) agitierende Rechtsextremisten ergibt: Sonnenwendfeiern ohne Nazis!</p>
<p><i>Nachtrag, 21. Juni:</i> Neues von unseren &#8220;Freunden&#8221;, den Nazitrus und Ideologielieferanten von der &#8220;Artgemeinschaft&#8221; bei NPD-BLOG.INFO: <a href="http://npd-blog.info/2010/06/21/artgemeinschaft-200/" target="_blank">Sonnenwenfeier zur “artgemäßen Lebensführung”</a>.</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/sonnenwende-schoner-feiern-ohne-nazis/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mal wieder, wie zweimal im Jahr. Erneut wollen Neonazis an diesem Sonnabend in Eschede bei Celle ihre &#8220;Sonnenwendfeier&#8221; abhalten und wieder einmal auf dem Gehöft des Landwirtes und NPD-Mitgliedes Joachim Nahtz.<br />
 <a href="http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&#038;view=item&#038;id=5032:eschede-neonazis-bereiten-sich-auf-%E2%80%9Esonnenwendfeier%E2%80%9C-vor" target="_blank">Eschede: Neonazis bereiten sich auf „Sonnenwendfeier“ vor </a>.</p>
<p>Wer in der Südheide wohnt oder gut dort hin kommt, sollte sich an der Gegendemonstration beteiligen &#8211; und sich nicht davon stören lassen, dass sie von Pastor Wilfried Manneke und der Evangelischen Landeskirche Hannover organisiert wird.<br />
An der Gegendemonstration beteiligten sich Vertreter von Gewerkschaften, Kirchen, Politik, Sozialverbänden und antifaschistischen Initiativen.</p>
<p><a href="http://www.evlka.de/content.php?contentTypeID=4&#038;id=13648" target="_blank">Bündnis will gegen Sonnenwendfeier von Neonazis protestieren</a></p>
<p>Ist eine Gegendemonstration wirklich nötig? Wertet sie nicht &#8220;ein paar braunstichige Spinner&#8221; unnötig auf? (Wobei die &#8220;Sonnenwendfeier&#8221; und die Gegenaktion in Eschede auch für zahlreiche andere Veranstaltungen stehen könnte.)</p>
<p>Ja, sie ist nötig, denn wie David Janzen von der Braunschweiger Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt sagt: &#8220;Diese Aktivitäten strahlen aus&#8221;. In der Vergangenheit hätten die Sonnenwendfeiern auch solche Jugendlichen aus der Region angelockt, die nur &#8220;lose Kontakte zur Szene haben&#8221;.<br />
Anders gesagt: auf solchen Feiern rekrutieren unsere inwändig kackbraunen &#8220;Freunde&#8221; ihren Nachwuchs.</p>
<p>Woraus sich, neben Gegendemostrationen, eine weitere Strategie gegen &#8220;Braunheiden&#8221; und mit germanischer Symbolik (oder dem, was sie dafür halten) agitierende Rechtsextremisten ergibt: Sonnenwendfeiern ohne Nazis!</p>
<p><i>Nachtrag, 21. Juni:</i> Neues von unseren &#8220;Freunden&#8221;, den Nazitrus und Ideologielieferanten von der &#8220;Artgemeinschaft&#8221; bei NPD-BLOG.INFO: <a href="http://npd-blog.info/2010/06/21/artgemeinschaft-200/" target="_blank">Sonnenwenfeier zur “artgemäßen Lebensführung”</a>.</p>
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		<title>Gunnar Heinsohn legt nach &#8230;</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/gunnar-heinsohn-legt-nach/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/gunnar-heinsohn-legt-nach/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 10:26:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Wie kommt ein SPD-Mitglied und Bundesbank-Vorstand wie Thilo Sararazin auf solche Ideen? <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,700031,00.html" target="_blank">Einwanderer-Schelte: Sarrazin erklärt die Verdummung der Deutschen</a>. Manches erklärt sich aus der Persönlichkeit und der ideologischen Grundeinstellung Sarrazins und seinem Hang zur etwas, was man &#8220;Populismus im Bierzeltstil&#8221; nennen könnte.<br />
Es macht, denke ich, durchaus einen Unterschied, ob jemand das Vorurteil hat, die &#8220;Unterschichtler&#8221; seien gewissenlose und faule Schmarotzer und sich dabei auf nichts als Klischees oder verallgemeinertete Einzelfälle berufen kann &#8211; oder darauf, dass das doch wissenschaftlich erhärtete Tatsachen seien. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sarrazin nicht so selbstbewußt und selbstgerecht sozialdarwinistische und kulturalistische/quasi-rassistische Thesen in die Welt setzen würde, wenn er nicht das Gefühl hätte, sich dabei auf das Urteil von Experten stützen zu können. </p>
<p>Einer dieser &#8220;Experten&#8221; ist der emeritierter Professor für Sozialpädagogik an der Universität Bremen. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn, über den ich schon einiges schrieb: <a href="http://www.nornirsaett.de/heinsohn1/">Heinsohn – vom “Entfant terrible” der Hexenforschung zum “Klassenkämpfer von oben”</a></p>
<p>Nach seinem massiv sozialdarwinistischen Gastbetrag in der FAZ („Sozialhilfe auf fünf Jahre begrenzen“) legt Heinsohn nun die einem Kommentar in  &#8220;Welt.online&#8221; noch einmal nach:<br />
<a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article8041792/Stoppt-die-Vermehrungspraemie-fuer-Sozialhilfemuetter.html" target="_blank">Stoppt die Vermehrungsprämie für Sozialhilfemütter</a>.</p>
<blockquote><p>[...]Den ohnehin schon staatlich versorgten Müttern versprechen die Mitbürger seit 2007 eine Zusatzprämie, wenn sie ihrem prekären Leben weitere Kinder hinzufügen. Es gibt dann zur Kindersozialhilfe einen Extrabetrag von 300 Euro über zwölf Monate hinweg als Elterngeld. Eingeführt wurde dieser Anreiz in erster Linie für Steuerzahlerinnen, die zwar für die Sozialhilfemütter das Geld aufbringen, selbst aber aus Zeitmangel kinderlos bleiben.</p>
<p><b>Anreize nur für Sozialhilfemütter</b></p>
<p>Gleichwohl wurden von den ersten 200.000 Elterngeld-Babys nur neun Prozent von Karrierefrauen geboren, aber bundesweit 54 Prozent von Hilfsempfängerinnen. Damit ist der Anreiz für eine Sozialhilfemutter aber keineswegs ausgeschöpft. Gebiert sie innerhalb von 24 Monaten nämlich zwei Kinder, bekommt sie noch einen „Geschwisterbonus“ von 150 Euro auf die 300 Euro Elterngeld obendrauf. [...]</p></blockquote>
<p>Diesem zutiefst ökonomistischen Menschenbild, dass sowohl Heinsohn wie Sarrazin vertreten, setzt Antje Schrupp in <a href="http://antjeschrupp.com/2010/06/13/einige-anmerkungen-zu-sarrazins-%e2%80%9everdummungsthese%e2%80%9c-und-der-demografie-generell/" target="_blank">&#8220;Einige Anmerkungen zu Sarrazins „Verdummungsthese“ und der Demografie generell&#8221;</a> entgegen:</p>
<blockquote><p>[...]Erst als das Statistische Bundesamt 2003 eine Prognose veröffentlichte, wonach die Bevölkerung in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten deutlich veraltern wird, flammten plötzlich aufgeregte Demografiedebatten auf, und zwar unter dem Fokus: Woher kriegen wir mehr Kinder?</p>
<p>Die Antwort ist einfach: Nirgendwoher. Die Fertilitätsrate in Deutschland liegt seit etwa 35 Jahren (seit dem „Pillenknick“ Mitte der 1970er) ziemlich stabil bei ungefähr 1,5 Kindern pro Frau. Was sinkt, das ist die Geburtenrate, also die Zahl der pro tausend Einwohner_innen geborenen Kinder. Der Grund dafür ist aber nicht, dass Frauen plötzlich weniger Kinder bekämen, sondern dass der Anteil der Frauen im gebärfähigen Alter kleiner wird: Wenn der Altersdurchschnitt der Bevölkerung ansteigt, sinkt die Geburtenrate zwangsläufig.</p>
<p>Alle gut gemeinten Maßnahmen für „mehr Kinder“ wie etwa das Elterngeld können dagegen nichts ausrichten. Die wenigsten Menschen machen nämlich so eine weit reichende und existenzielle Frage wie die, ob (und wie viele) Kinder sie haben wollen, von ein paar hundert Euro abhängig oder davon, ob es einen Krippenplatz gibt. Das soll nicht heißen, dass solche Maßnahmen nicht wünschenswert wären, das sind sie aus hunderterlei Gründen. Man sollte sich nur nicht der Illusion hingeben, damit die Zahl der Geburten nennenswert steigern zu können. [...]</p></blockquote>
<p> <i>(Ich empfehle dringend, den ganzen Aufsatz Antje Schrupps zu lesen.)</i> </p>
<p>Ich finde es übrigens nicht wirklich schlimm, dass solche sozialdarwinistischen und zynischen Beiträge wie die Heinsohns in &#8220;Qualitätszeitungen&#8221; als Diskussionbeiträge veröffentlicht werden. Schlimm finde ich, dass anschließend kein Aufschrei durch die Medien geht. Denn es sind die &#8220;Heinsohns&#8221;, die den &#8220;Sarrazins&#8221; die Stichworte liefern. Und nicht nur den &#8220;Sarrazins&#8221;: Heinsohn ist, da bin ich mir ziemlich sicher, selber kein Rechtsextremist. Aber seine Thesen sind Steilvorlagen: für halbwegs intelligent agitierende Neonazis, für die &#8220;Neue Rechte&#8221;,  und vor allem für &#8220;Rechtspopulisten&#8221; wie die offen islamfeindlichen und heimlich rassistischen &#8220;PRO&#8221;-Parteien in Deutschland oder die FPÖ und BZÖ in Österreich.</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/gunnar-heinsohn-legt-nach/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kommt ein SPD-Mitglied und Bundesbank-Vorstand wie Thilo Sararazin auf solche Ideen? <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,700031,00.html" target="_blank">Einwanderer-Schelte: Sarrazin erklärt die Verdummung der Deutschen</a>. Manches erklärt sich aus der Persönlichkeit und der ideologischen Grundeinstellung Sarrazins und seinem Hang zur etwas, was man &#8220;Populismus im Bierzeltstil&#8221; nennen könnte.<br />
Es macht, denke ich, durchaus einen Unterschied, ob jemand das Vorurteil hat, die &#8220;Unterschichtler&#8221; seien gewissenlose und faule Schmarotzer und sich dabei auf nichts als Klischees oder verallgemeinertete Einzelfälle berufen kann &#8211; oder darauf, dass das doch wissenschaftlich erhärtete Tatsachen seien. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sarrazin nicht so selbstbewußt und selbstgerecht sozialdarwinistische und kulturalistische/quasi-rassistische Thesen in die Welt setzen würde, wenn er nicht das Gefühl hätte, sich dabei auf das Urteil von Experten stützen zu können. </p>
<p>Einer dieser &#8220;Experten&#8221; ist der emeritierter Professor für Sozialpädagogik an der Universität Bremen. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn, über den ich schon einiges schrieb: <a href="http://www.nornirsaett.de/heinsohn1/">Heinsohn – vom “Entfant terrible” der Hexenforschung zum “Klassenkämpfer von oben”</a></p>
<p>Nach seinem massiv sozialdarwinistischen Gastbetrag in der FAZ („Sozialhilfe auf fünf Jahre begrenzen“) legt Heinsohn nun die einem Kommentar in  &#8220;Welt.online&#8221; noch einmal nach:<br />
<a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article8041792/Stoppt-die-Vermehrungspraemie-fuer-Sozialhilfemuetter.html" target="_blank">Stoppt die Vermehrungsprämie für Sozialhilfemütter</a>.</p>
<blockquote><p>[...]Den ohnehin schon staatlich versorgten Müttern versprechen die Mitbürger seit 2007 eine Zusatzprämie, wenn sie ihrem prekären Leben weitere Kinder hinzufügen. Es gibt dann zur Kindersozialhilfe einen Extrabetrag von 300 Euro über zwölf Monate hinweg als Elterngeld. Eingeführt wurde dieser Anreiz in erster Linie für Steuerzahlerinnen, die zwar für die Sozialhilfemütter das Geld aufbringen, selbst aber aus Zeitmangel kinderlos bleiben.</p>
<p><b>Anreize nur für Sozialhilfemütter</b></p>
<p>Gleichwohl wurden von den ersten 200.000 Elterngeld-Babys nur neun Prozent von Karrierefrauen geboren, aber bundesweit 54 Prozent von Hilfsempfängerinnen. Damit ist der Anreiz für eine Sozialhilfemutter aber keineswegs ausgeschöpft. Gebiert sie innerhalb von 24 Monaten nämlich zwei Kinder, bekommt sie noch einen „Geschwisterbonus“ von 150 Euro auf die 300 Euro Elterngeld obendrauf. [...]</p></blockquote>
<p>Diesem zutiefst ökonomistischen Menschenbild, dass sowohl Heinsohn wie Sarrazin vertreten, setzt Antje Schrupp in <a href="http://antjeschrupp.com/2010/06/13/einige-anmerkungen-zu-sarrazins-%e2%80%9everdummungsthese%e2%80%9c-und-der-demografie-generell/" target="_blank">&#8220;Einige Anmerkungen zu Sarrazins „Verdummungsthese“ und der Demografie generell&#8221;</a> entgegen:</p>
<blockquote><p>[...]Erst als das Statistische Bundesamt 2003 eine Prognose veröffentlichte, wonach die Bevölkerung in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten deutlich veraltern wird, flammten plötzlich aufgeregte Demografiedebatten auf, und zwar unter dem Fokus: Woher kriegen wir mehr Kinder?</p>
<p>Die Antwort ist einfach: Nirgendwoher. Die Fertilitätsrate in Deutschland liegt seit etwa 35 Jahren (seit dem „Pillenknick“ Mitte der 1970er) ziemlich stabil bei ungefähr 1,5 Kindern pro Frau. Was sinkt, das ist die Geburtenrate, also die Zahl der pro tausend Einwohner_innen geborenen Kinder. Der Grund dafür ist aber nicht, dass Frauen plötzlich weniger Kinder bekämen, sondern dass der Anteil der Frauen im gebärfähigen Alter kleiner wird: Wenn der Altersdurchschnitt der Bevölkerung ansteigt, sinkt die Geburtenrate zwangsläufig.</p>
<p>Alle gut gemeinten Maßnahmen für „mehr Kinder“ wie etwa das Elterngeld können dagegen nichts ausrichten. Die wenigsten Menschen machen nämlich so eine weit reichende und existenzielle Frage wie die, ob (und wie viele) Kinder sie haben wollen, von ein paar hundert Euro abhängig oder davon, ob es einen Krippenplatz gibt. Das soll nicht heißen, dass solche Maßnahmen nicht wünschenswert wären, das sind sie aus hunderterlei Gründen. Man sollte sich nur nicht der Illusion hingeben, damit die Zahl der Geburten nennenswert steigern zu können. [...]</p></blockquote>
<p> <i>(Ich empfehle dringend, den ganzen Aufsatz Antje Schrupps zu lesen.)</i> </p>
<p>Ich finde es übrigens nicht wirklich schlimm, dass solche sozialdarwinistischen und zynischen Beiträge wie die Heinsohns in &#8220;Qualitätszeitungen&#8221; als Diskussionbeiträge veröffentlicht werden. Schlimm finde ich, dass anschließend kein Aufschrei durch die Medien geht. Denn es sind die &#8220;Heinsohns&#8221;, die den &#8220;Sarrazins&#8221; die Stichworte liefern. Und nicht nur den &#8220;Sarrazins&#8221;: Heinsohn ist, da bin ich mir ziemlich sicher, selber kein Rechtsextremist. Aber seine Thesen sind Steilvorlagen: für halbwegs intelligent agitierende Neonazis, für die &#8220;Neue Rechte&#8221;,  und vor allem für &#8220;Rechtspopulisten&#8221; wie die offen islamfeindlichen und heimlich rassistischen &#8220;PRO&#8221;-Parteien in Deutschland oder die FPÖ und BZÖ in Österreich.</p>
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		<title>Neuer &#8220;Jugendmedienschutz-Staatsvertrag&#8221;: untauglich und riskant</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/neuer-jugendmedienschutz-staatsvertrag-untauglich-und-riskant/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 08:48:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gjallarhorn Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Heute (Donnerstag, 10. Juni 2010) soll auf der Ministerpräsidentenkonferenz der Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) unterzeichnet werden. Dieser regelt den Jugendschutz im Internet. Ein Kernpunkt in der jetzt diskutierten Überarbeitung des bereits seit 2003 geltenden Regelwerks ist die Verpflichtung, Inhalte in fünf Altersgruppen einzustufen.</p>
<p>„In einem ersten Praxistest haben sich die neuen Regelungen als im Internet untaugliches und nicht anwendbares Konstrukt herausgestellt; netzpolitisch und medienpädagogisch sind sie verfehlt sowie wirtschaftspolitisch bedenklich“, meint Alvar Freude, Mitgründer des AK Zensur. Der Jugendschutz werde zu einem Risiko für jeden, der Inhalte im Netz veröffentlicht, sei es auch nur in einem sozialen Netzwerk. Das Schutzniveau für Minderjährige im Internet werde dagegen nicht verbessert.</p>
<p>Mehr: Pressemeldung des Arbeitskreises gegen Internet-Sperren und Zensur zur geplanten Unterzeichnung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags durch die Ministerpräsidenten der Länder: <a href="http://ak-zensur.de/2010/06/jmstv-ungeeignet.html#more" target="_blank">Neuer Jugendmedienschutz-Staatsvertrag: Prädikat ungeeignet für alle Alterstufen</a></p>
<p><i>Nachtrag, 11. Juni:</i> Stellungnahme des AK Zensur zur Unterzeichnung des JMStV: <a href="http://ak-zensur.de/2010/06/jmstv-unterzeichnung.html#more" target="_blank">„Ungeeignete Maßnahmen zum Jugendschutz im Internet“</a></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/odins-auge-ariosophieprojekt/gjallarhorn-asatru-weblog/">Gjallarhorn Weblog</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/neuer-jugendmedienschutz-staatsvertrag-untauglich-und-riskant/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2010 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute (Donnerstag, 10. Juni 2010) soll auf der Ministerpräsidentenkonferenz der Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) unterzeichnet werden. Dieser regelt den Jugendschutz im Internet. Ein Kernpunkt in der jetzt diskutierten Überarbeitung des bereits seit 2003 geltenden Regelwerks ist die Verpflichtung, Inhalte in fünf Altersgruppen einzustufen.</p>
<p>„In einem ersten Praxistest haben sich die neuen Regelungen als im Internet untaugliches und nicht anwendbares Konstrukt herausgestellt; netzpolitisch und medienpädagogisch sind sie verfehlt sowie wirtschaftspolitisch bedenklich“, meint Alvar Freude, Mitgründer des AK Zensur. Der Jugendschutz werde zu einem Risiko für jeden, der Inhalte im Netz veröffentlicht, sei es auch nur in einem sozialen Netzwerk. Das Schutzniveau für Minderjährige im Internet werde dagegen nicht verbessert.</p>
<p>Mehr: Pressemeldung des Arbeitskreises gegen Internet-Sperren und Zensur zur geplanten Unterzeichnung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags durch die Ministerpräsidenten der Länder: <a href="http://ak-zensur.de/2010/06/jmstv-ungeeignet.html#more" target="_blank">Neuer Jugendmedienschutz-Staatsvertrag: Prädikat ungeeignet für alle Alterstufen</a></p>
<p><i>Nachtrag, 11. Juni:</i> Stellungnahme des AK Zensur zur Unterzeichnung des JMStV: <a href="http://ak-zensur.de/2010/06/jmstv-unterzeichnung.html#more" target="_blank">„Ungeeignete Maßnahmen zum Jugendschutz im Internet“</a></p>
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