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	<title>Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt&#187; Hain &amp; Trommel: Schamanisches und Rituelles</title>
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			<item>
		<title>Der magische Kreis &#8211; Quadratur des Kreises!?</title>
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		<comments>http://www.nornirsaett.de/der-magische-kreis-quadratur-des-kreises/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 14:40:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hain & Trommel]]></category>
		<category><![CDATA[elemente]]></category>
		<category><![CDATA[Kreis]]></category>
		<category><![CDATA[ritual]]></category>
		<category><![CDATA[rituale]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><em>Viel wurde über die (Un)Sinnigkeit der Verwendung von energetischen Kreisen geschrieben und diskutiert.<br />
</em></p>
<p><em>Sollte man Lust auf noch eine Diskussion und noch eine Abhandlung dazu haben, dann könnte dieser Artikel &#8211; vorausgesetzt man kann an diesem Ritualelement selbst irgendeinen Nutzen und/oder Gefallen finden &#8211; vielleicht von Interesse sein.Für mich persönlich ist das Ziehen des Kreises aus unterschiedlichen Gründen von Nutzen und zwar bei jeglicher magischen oder schamanischen Arbeit.Warum das so ist, möchte ich in den folgenden Zeilen, die ausschließlich meine persönliche Auffassung wiedergeben, erörtern.</em></p>
<p><em> </em></p>
<h3><em>Warum Kreise?<br />
</em></h3>
<p>Gerne vergleiche ich das Ziehen eines Kreises in einem Ritual mit einem Kuchen im Backrohr: Für das Gelingen eines Kuchens ist es schließlich auch notwendig, dass ich das Backrohr schließe und nicht offen lasse. So entkommt mir keine Hitze und der Kuchen kann drinnen, unter konstanter Temperatur und geschützten Verhältnissen (es kommt kein Luftzug dazu, kein Staub, kein umgeschüttetes Glas Wasser kann dem Kuchen etwas anhaben&#8230;) gut aufgehen. Das hat also, laut praktischem Hausverstand, nichts mit Paranoia zu tun, sondern mit ganz normalen und einfachen Gegebenheiten. So verhält es sich aus meiner Sicht auch mit einem magischen Kreis, der eine äußerst praktische und effektive Technik ist, um magisch gut arbeiten zu können.</p>
<p>Ich ziehe einen energetischen Kreis, wie bereits erwähnt, um drinnen ungestört, unter gleich bleibenden Verhältnissen arbeiten zu können. Durch den Kreis ist es mir möglich, störende Faktoren von außen abzuschirmen. Die angesammelte Energie im Kreis entspricht der Hitze im Backofen und ist meinem Dafürhalten nach notwendig für die Durchführung jeder magischen Arbeit. Ein magischer Kreis hat also in erster Linie die Funktion eines geschützten Raumes, in dem ich alleine oder mit einer Gruppe arbeiten kann.</p>
<p>Erst in zweiter Linie kommt dem Kreis die Bedeutung als Schutz gegen negative Fremdenergien zu. Ich bin keine große Freundin der weit verbreiteten Paranoia, dass ein Kreis böse Geister und Dämonen fernhalten sollte &#8211; zumindest ist dies nicht seine vorrangige Bedeutung, auch wenn sie nicht außer Acht gelassen werden sollte. Ein Kreis ist sehr wohl auch als Schutz gegen ungebetene Gäste (die bei magischen Arbeiten ganz gerne mal &#8220;schauen&#8221; kommen) gedacht, sollte aber nicht ausschließlich mit dieser Intention gezogen werden. Um wieder zum Beispiel des Backofens zurückzukehren: Ich schiebe den Kuchen ja auch in den Backofen, damit er mir gut gelingt und schön aufgeht und nicht, um ihn gegen den Luftzug in der Küche zu schützen. So sollte auch die Intention eines Kreises verstanden werden.</p>
<h3>Die Quadratur des Kreises !?</h3>
<p>Das Wort &#8220;Kreis&#8221; birgt ein großes Missverständnis in sich. Denn eigentlich sollten wir von einem &#8220;Ei&#8221; oder einer &#8220;Kugel&#8221; sprechen &#8211; ein energetischer Kreis sollte nämlich nicht nur als Linie am Boden gezogen werden, sondern auch den Raum oberhalb und unterhalb des Bodens mit einschließen und ergibt daher ein Ei, ein seifenblasenartiges Gebilde, das die Ritualteilnehmer in eine besondere Raum-/Zeitebene mitnimmt. Die in Hexenkreisen vielbenutzte Phrase &#8220;so above as below&#8221; oder &#8220;wie oben, so auch unten&#8221;, entspricht genau dieser Struktur.</p>
<h3>Wann wird der Kreis gezogen?</h3>
<p>Der Kreis sollte grundsätzlich zu Beginn eines Rituals gezogen werden. Dies beinhaltet auch die Möglichkeit, dass der Kreis gezogen wird, bevor alle Teilnehmer eintreten. So zieht eine dafür bestimmte Person den Kreis ziehen und dann nach und nach die Teilnehmer mit Reinigung und Segnung in den Kreis lassen.<br />
In manchen Kreisen kann es sein, dass einem immer noch ein Messer, Schwert oder sonst irgendeine Keule unter die Nase gehalten wird, als Zeichen und Warnung davor, dass nichts, aber auch gar nichts, was in diesem Kreis passiert, in die Außenwelt vorzudringen hat. Was früher vielleicht einmal andere Konsequenzen zur Folge hatte (spekuliere ich mal), verletzt heute die Intimsphäre der Beteiligten. Und darüber hinaus verliert die Arbeit an Kraft und Energie.<br />
Je nachdem, wo der Kreis errichtet wird, kann eventuell ein Reinigen und Segnen des Platzes notwendig sein. Arbeitet man an einem Platz, den man kennt und um seine Energie weiß, dann ist das Reinigen nicht so notwendig, in einem Ritualraum/Tempel schon gar nicht. Sollte man an einem Platz arbeiten, den man nicht kennt, ist es sinnvoll, sich zuerst an seine Energie annähern, um überhaupt den Entschluss zu fassen, dort ein Ritual zu machen. Auch hier gilt im Zweifelsfalle  &#8211; Finger davon lassen und einen anderen Platz suchen!</p>
<p>Kreise an sich müssen nicht gereinigt werden. Werden sie aus sauberer Intention heraus gezogen, führt das jegliche Reinigung ad absurdum &#8211; zumindest meiner persönlichen Erfahrung nach. Die Reinigung eines Kreises darf allerdings nicht mit der Reinigung des Platzes, so wie vorhin beschrieben, verwechselt werden!!! Nun gut, wir haben also einen Platz gefunden, an dem ein Kreis, ein geheiligter Raum gebaut werden kann.</p>
<h3>Wie wird der Kreis gezogen?</h3>
<p>Ein Kreis ist ein geheiligter Raum, jenseits der uns geläufigen Zeit und jenseits des uns geläufigen Raumes. Gezogen wird er nicht mit unserer eigenen Energie, sondern stets mit universaler Energie, die wir, zu Beginn zumindest, aus der Erde ziehen können. Als Kanal und Leitung dient uns unser Körper und als Ventil benutzen wir in der Regel die Hand, ein Athame, einen Stab oder ein anderes Werkzeug, das sich für diesen Zweck eignet.</p>
<h5>Eine von vielen Möglichkeiten</h5>
<p>Stelle dich mit beiden Beinen fest hin, leichte Grätschhaltung, Knie leicht abgewinkelt (durch starre Beine fließt keine Energie!).<br />
Spüre die Erde unter dir und lass dich mit deinem Bewusstsein in die Erde absinken. Visualisiere eine rote Kugel unter deinen Fußsohlen. Mit tiefer Bauchatmung ziehe die Energie langsam nach oben&#8230;mach das so lange, bis du wirklich spürst, dass du die Energie nach außen bringen kannst und den Kreis aufbauen kannst! Wenn du an diesem Punkt angekommen bist, projiziere die Energie durch deine Finger, dein Athame, deinen Stab nach außen und visualisiere den Kreis &#8211; auch nach oben und nach unten, bis du wirklich einen RAUM kreiert hast!</p>
<p>Man kann auch durch die Füße Energie von unten und durch den Scheitel Energie von oben ziehen und anschließend, wenn beide Ströme gut fließen, durch die Arme nach außen gleiten lassen.</p>
<p>Ich beginne mit dem Kreisziehen  im Osten, der Himmelsrichtung des Sonnenaufganges.<br />
Für gewöhnlich (es gibt aber eine Reihe von Ausnahmen!) wird der Kreis im Uhrzeigersinn gelegt.</p>
<p>Ich mache das immer in drei Runden, eine für Segnung, eine für Schutz und eine für die Inkorporation des heiligen Raumes. Sprich dabei einige Worte aus, die dein Verständnis und deine Intention verkörpern.<br />
Beispielsweise:</p>
<p><em>Ich baue einen Kreis, einen Tempel zwischen den Welten.<br />
Ein Ort wo sich Menschen und Götter treffen&#8230;</em></p>
<p>Oder</p>
<p><em>Mit dem Wohlwollen der Götter errichte ich den heiligen Raum,<br />
möge er ein Ort sein, an dem Liebe, Vertrauen und Friede herrschen&#8230;</em></p>
<p>Diese Worte sollten immer der Intention des Kreises entsprechen!<br />
Wenn ein Kreis dicht ist, ist er wirklich dicht. Das heißt, dass nichts hinaus, aber auch nichts hinein kommt. Wenn du jemandem Energie schicken willst oder Götter invozieren willst, dann muss dies in deiner Weise, den Kreis zu ziehen, berücksichtig sein! Ansonsten ist eventuell mit energetischen Ungereimtheiten zu rechnen.<br />
Neben den passenden Worten solltest du auch genau auf das Visualisieren des Kreises achten! Baust du einen Kreis aus hellem Licht, aus lodernden Flammen, aus dicken Mauern oder plätscherndem Wasser? Auch das hat Auswirkungen auf die Energetik im Kreis! Wenn mehrere Menschen im Kreis sind, ist es außerdem wichtig, mit präzisen und unmissverständlichen Bildern zu arbeiten, um eine homogene Energie zu erhalten. Wenn sich jeder irgendetwas anderes vorstellt, wird das erfahrungsgemäß nix.</p>
<h3>Zur Arbeit im Kreis</h3>
<h5>Türen</h5>
<p>Ist ein Kreis einmal gezogen, sollte er von niemand mehr betreten und verlassen werden. Sollte es aber dennoch einmal zu dieser Situation kommen, nimm wieder dein Athame, Stab oder deine Hand, je nachdem, mit welchem Werkzeug du den Kreis gezogen hast, und &#8220;schneide&#8221; eine Türe in den Kreis. Setze dabei rechts an und visualisiere, wie du ein Tor in den Kreis schneidest (Geöffnet wird natürlich entgegen die Richtung in der du den Kreis gezogen hast &#8211; in meinem Beispiel wurde der Kreis also im Uhrzeigersinn aufgebaut.)</p>
<p>Schließe den Kreis nach Verlassen oder Eintritt der Person sofort wieder, indem du links ansetzt und die Türe im Uhrzeigersinn wieder schließt. Unterstützte diese Aktion durch den Einsatz deines Atems. Beim Öffnen atme ein, beim Schließen atme bewusst aus.</p>
<h5>Elemente</h5>
<p>Die Elemente sollten grundsätzlich erst nach dem Errichten des Kreises gerufen werden. Solltest du aber an einem von dir viel frequentierten Platz arbeiten an dem der Kreis nur mehr &#8220;aufgefrischt&#8221; werden muss, dann kannst du die Elemente auch vorher rufen. Die Elemente, Wachtürme, Totemtiere etc. helfen mit, den Kreis zu stärken.</p>
<h5>Halbdurchlässige Kreise</h5>
<p>Bei besonderen Anlässen oder Arbeiten kann der Kreis so angelegt werden, dass ganz bestimmte Wesenheiten in den Kreis eintreten dürfen. Wichtig dabei ist die klare Intention, sonst hat man möglicherweise ungebetene Gäste!</p>
<h5>Das Schließen des Kreises</h5>
<p>Der Kreis wird ganz am Schluss eines Rituals wieder aufgelöst. Nimm erneut dein Werkzeug zur Hand, bedanke dich und visualisiere, wie du die Energie durch dein Werkzeug in dich aufsaugst und dann diese in die Erde zurück leitest. Führe diese Aktion in der Regel gegen den Uhrzeigersinn durch! Sprich dabei abschließende segnende Worte. Hier wohl die bekanntesten:</p>
<p><em>The circle is open, but unbroken,<br />
may the peace of god and goddess be forever in our heart.<br />
Merry meet, merry part and merry meet again!</em></p>
<p>Oder</p>
<p><em>&#8220;Der Kreis ist offen, doch ungebrochen. Froh wir kommen, froh wir gehn, froh wir uns wieder sehn!&#8221;</em></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/germanisch-schamanisches-hain-und-trommel/">Hain &amp; Trommel</a> by Brigh <a href="http://www.nornirsaett.de/der-magische-kreis-quadratur-des-kreises/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Viel wurde über die (Un)Sinnigkeit der Verwendung von energetischen Kreisen geschrieben und diskutiert.<br />
</em></p>
<p><em>Sollte man Lust auf noch eine Diskussion und noch eine Abhandlung dazu haben, dann könnte dieser Artikel &#8211; vorausgesetzt man kann an diesem Ritualelement selbst irgendeinen Nutzen und/oder Gefallen finden &#8211; vielleicht von Interesse sein.Für mich persönlich ist das Ziehen des Kreises aus unterschiedlichen Gründen von Nutzen und zwar bei jeglicher magischen oder schamanischen Arbeit.Warum das so ist, möchte ich in den folgenden Zeilen, die ausschließlich meine persönliche Auffassung wiedergeben, erörtern.</em></p>
<p><em> </em></p>
<h3><em>Warum Kreise?<br />
</em></h3>
<p>Gerne vergleiche ich das Ziehen eines Kreises in einem Ritual mit einem Kuchen im Backrohr: Für das Gelingen eines Kuchens ist es schließlich auch notwendig, dass ich das Backrohr schließe und nicht offen lasse. So entkommt mir keine Hitze und der Kuchen kann drinnen, unter konstanter Temperatur und geschützten Verhältnissen (es kommt kein Luftzug dazu, kein Staub, kein umgeschüttetes Glas Wasser kann dem Kuchen etwas anhaben&#8230;) gut aufgehen. Das hat also, laut praktischem Hausverstand, nichts mit Paranoia zu tun, sondern mit ganz normalen und einfachen Gegebenheiten. So verhält es sich aus meiner Sicht auch mit einem magischen Kreis, der eine äußerst praktische und effektive Technik ist, um magisch gut arbeiten zu können.</p>
<p>Ich ziehe einen energetischen Kreis, wie bereits erwähnt, um drinnen ungestört, unter gleich bleibenden Verhältnissen arbeiten zu können. Durch den Kreis ist es mir möglich, störende Faktoren von außen abzuschirmen. Die angesammelte Energie im Kreis entspricht der Hitze im Backofen und ist meinem Dafürhalten nach notwendig für die Durchführung jeder magischen Arbeit. Ein magischer Kreis hat also in erster Linie die Funktion eines geschützten Raumes, in dem ich alleine oder mit einer Gruppe arbeiten kann.</p>
<p>Erst in zweiter Linie kommt dem Kreis die Bedeutung als Schutz gegen negative Fremdenergien zu. Ich bin keine große Freundin der weit verbreiteten Paranoia, dass ein Kreis böse Geister und Dämonen fernhalten sollte &#8211; zumindest ist dies nicht seine vorrangige Bedeutung, auch wenn sie nicht außer Acht gelassen werden sollte. Ein Kreis ist sehr wohl auch als Schutz gegen ungebetene Gäste (die bei magischen Arbeiten ganz gerne mal &#8220;schauen&#8221; kommen) gedacht, sollte aber nicht ausschließlich mit dieser Intention gezogen werden. Um wieder zum Beispiel des Backofens zurückzukehren: Ich schiebe den Kuchen ja auch in den Backofen, damit er mir gut gelingt und schön aufgeht und nicht, um ihn gegen den Luftzug in der Küche zu schützen. So sollte auch die Intention eines Kreises verstanden werden.</p>
<h3>Die Quadratur des Kreises !?</h3>
<p>Das Wort &#8220;Kreis&#8221; birgt ein großes Missverständnis in sich. Denn eigentlich sollten wir von einem &#8220;Ei&#8221; oder einer &#8220;Kugel&#8221; sprechen &#8211; ein energetischer Kreis sollte nämlich nicht nur als Linie am Boden gezogen werden, sondern auch den Raum oberhalb und unterhalb des Bodens mit einschließen und ergibt daher ein Ei, ein seifenblasenartiges Gebilde, das die Ritualteilnehmer in eine besondere Raum-/Zeitebene mitnimmt. Die in Hexenkreisen vielbenutzte Phrase &#8220;so above as below&#8221; oder &#8220;wie oben, so auch unten&#8221;, entspricht genau dieser Struktur.</p>
<h3>Wann wird der Kreis gezogen?</h3>
<p>Der Kreis sollte grundsätzlich zu Beginn eines Rituals gezogen werden. Dies beinhaltet auch die Möglichkeit, dass der Kreis gezogen wird, bevor alle Teilnehmer eintreten. So zieht eine dafür bestimmte Person den Kreis ziehen und dann nach und nach die Teilnehmer mit Reinigung und Segnung in den Kreis lassen.<br />
In manchen Kreisen kann es sein, dass einem immer noch ein Messer, Schwert oder sonst irgendeine Keule unter die Nase gehalten wird, als Zeichen und Warnung davor, dass nichts, aber auch gar nichts, was in diesem Kreis passiert, in die Außenwelt vorzudringen hat. Was früher vielleicht einmal andere Konsequenzen zur Folge hatte (spekuliere ich mal), verletzt heute die Intimsphäre der Beteiligten. Und darüber hinaus verliert die Arbeit an Kraft und Energie.<br />
Je nachdem, wo der Kreis errichtet wird, kann eventuell ein Reinigen und Segnen des Platzes notwendig sein. Arbeitet man an einem Platz, den man kennt und um seine Energie weiß, dann ist das Reinigen nicht so notwendig, in einem Ritualraum/Tempel schon gar nicht. Sollte man an einem Platz arbeiten, den man nicht kennt, ist es sinnvoll, sich zuerst an seine Energie annähern, um überhaupt den Entschluss zu fassen, dort ein Ritual zu machen. Auch hier gilt im Zweifelsfalle  &#8211; Finger davon lassen und einen anderen Platz suchen!</p>
<p>Kreise an sich müssen nicht gereinigt werden. Werden sie aus sauberer Intention heraus gezogen, führt das jegliche Reinigung ad absurdum &#8211; zumindest meiner persönlichen Erfahrung nach. Die Reinigung eines Kreises darf allerdings nicht mit der Reinigung des Platzes, so wie vorhin beschrieben, verwechselt werden!!! Nun gut, wir haben also einen Platz gefunden, an dem ein Kreis, ein geheiligter Raum gebaut werden kann.</p>
<h3>Wie wird der Kreis gezogen?</h3>
<p>Ein Kreis ist ein geheiligter Raum, jenseits der uns geläufigen Zeit und jenseits des uns geläufigen Raumes. Gezogen wird er nicht mit unserer eigenen Energie, sondern stets mit universaler Energie, die wir, zu Beginn zumindest, aus der Erde ziehen können. Als Kanal und Leitung dient uns unser Körper und als Ventil benutzen wir in der Regel die Hand, ein Athame, einen Stab oder ein anderes Werkzeug, das sich für diesen Zweck eignet.</p>
<h5>Eine von vielen Möglichkeiten</h5>
<p>Stelle dich mit beiden Beinen fest hin, leichte Grätschhaltung, Knie leicht abgewinkelt (durch starre Beine fließt keine Energie!).<br />
Spüre die Erde unter dir und lass dich mit deinem Bewusstsein in die Erde absinken. Visualisiere eine rote Kugel unter deinen Fußsohlen. Mit tiefer Bauchatmung ziehe die Energie langsam nach oben&#8230;mach das so lange, bis du wirklich spürst, dass du die Energie nach außen bringen kannst und den Kreis aufbauen kannst! Wenn du an diesem Punkt angekommen bist, projiziere die Energie durch deine Finger, dein Athame, deinen Stab nach außen und visualisiere den Kreis &#8211; auch nach oben und nach unten, bis du wirklich einen RAUM kreiert hast!</p>
<p>Man kann auch durch die Füße Energie von unten und durch den Scheitel Energie von oben ziehen und anschließend, wenn beide Ströme gut fließen, durch die Arme nach außen gleiten lassen.</p>
<p>Ich beginne mit dem Kreisziehen  im Osten, der Himmelsrichtung des Sonnenaufganges.<br />
Für gewöhnlich (es gibt aber eine Reihe von Ausnahmen!) wird der Kreis im Uhrzeigersinn gelegt.</p>
<p>Ich mache das immer in drei Runden, eine für Segnung, eine für Schutz und eine für die Inkorporation des heiligen Raumes. Sprich dabei einige Worte aus, die dein Verständnis und deine Intention verkörpern.<br />
Beispielsweise:</p>
<p><em>Ich baue einen Kreis, einen Tempel zwischen den Welten.<br />
Ein Ort wo sich Menschen und Götter treffen&#8230;</em></p>
<p>Oder</p>
<p><em>Mit dem Wohlwollen der Götter errichte ich den heiligen Raum,<br />
möge er ein Ort sein, an dem Liebe, Vertrauen und Friede herrschen&#8230;</em></p>
<p>Diese Worte sollten immer der Intention des Kreises entsprechen!<br />
Wenn ein Kreis dicht ist, ist er wirklich dicht. Das heißt, dass nichts hinaus, aber auch nichts hinein kommt. Wenn du jemandem Energie schicken willst oder Götter invozieren willst, dann muss dies in deiner Weise, den Kreis zu ziehen, berücksichtig sein! Ansonsten ist eventuell mit energetischen Ungereimtheiten zu rechnen.<br />
Neben den passenden Worten solltest du auch genau auf das Visualisieren des Kreises achten! Baust du einen Kreis aus hellem Licht, aus lodernden Flammen, aus dicken Mauern oder plätscherndem Wasser? Auch das hat Auswirkungen auf die Energetik im Kreis! Wenn mehrere Menschen im Kreis sind, ist es außerdem wichtig, mit präzisen und unmissverständlichen Bildern zu arbeiten, um eine homogene Energie zu erhalten. Wenn sich jeder irgendetwas anderes vorstellt, wird das erfahrungsgemäß nix.</p>
<h3>Zur Arbeit im Kreis</h3>
<h5>Türen</h5>
<p>Ist ein Kreis einmal gezogen, sollte er von niemand mehr betreten und verlassen werden. Sollte es aber dennoch einmal zu dieser Situation kommen, nimm wieder dein Athame, Stab oder deine Hand, je nachdem, mit welchem Werkzeug du den Kreis gezogen hast, und &#8220;schneide&#8221; eine Türe in den Kreis. Setze dabei rechts an und visualisiere, wie du ein Tor in den Kreis schneidest (Geöffnet wird natürlich entgegen die Richtung in der du den Kreis gezogen hast &#8211; in meinem Beispiel wurde der Kreis also im Uhrzeigersinn aufgebaut.)</p>
<p>Schließe den Kreis nach Verlassen oder Eintritt der Person sofort wieder, indem du links ansetzt und die Türe im Uhrzeigersinn wieder schließt. Unterstützte diese Aktion durch den Einsatz deines Atems. Beim Öffnen atme ein, beim Schließen atme bewusst aus.</p>
<h5>Elemente</h5>
<p>Die Elemente sollten grundsätzlich erst nach dem Errichten des Kreises gerufen werden. Solltest du aber an einem von dir viel frequentierten Platz arbeiten an dem der Kreis nur mehr &#8220;aufgefrischt&#8221; werden muss, dann kannst du die Elemente auch vorher rufen. Die Elemente, Wachtürme, Totemtiere etc. helfen mit, den Kreis zu stärken.</p>
<h5>Halbdurchlässige Kreise</h5>
<p>Bei besonderen Anlässen oder Arbeiten kann der Kreis so angelegt werden, dass ganz bestimmte Wesenheiten in den Kreis eintreten dürfen. Wichtig dabei ist die klare Intention, sonst hat man möglicherweise ungebetene Gäste!</p>
<h5>Das Schließen des Kreises</h5>
<p>Der Kreis wird ganz am Schluss eines Rituals wieder aufgelöst. Nimm erneut dein Werkzeug zur Hand, bedanke dich und visualisiere, wie du die Energie durch dein Werkzeug in dich aufsaugst und dann diese in die Erde zurück leitest. Führe diese Aktion in der Regel gegen den Uhrzeigersinn durch! Sprich dabei abschließende segnende Worte. Hier wohl die bekanntesten:</p>
<p><em>The circle is open, but unbroken,<br />
may the peace of god and goddess be forever in our heart.<br />
Merry meet, merry part and merry meet again!</em></p>
<p>Oder</p>
<p><em>&#8220;Der Kreis ist offen, doch ungebrochen. Froh wir kommen, froh wir gehn, froh wir uns wieder sehn!&#8221;</em></p>
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		<title>Die Kunst des Räucherns</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/die-kunst-des-raucherns/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/die-kunst-des-raucherns/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Jan 2009 11:40:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hain & Trommel]]></category>
		<category><![CDATA[botanik]]></category>
		<category><![CDATA[entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Ethnologie]]></category>
		<category><![CDATA[feuer]]></category>
		<category><![CDATA[heilpflanzen]]></category>
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		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nornirsaett.de/?p=940</guid>
		<description><![CDATA[<p>Viel wurde in den letzten Jahren über das Verbrennen duftvollen Räucherwerks geschrieben. Seminare werden angeboten und Esoterik- und Drogeriegeschäfte verkaufen Räuchermischungen und Räucherstäbchen in Hülle und Fülle. Sogar in Ketten wie Libro oder Aktuelle und Preiswert <i>(für Bewohner Deutschlands: Real, Rewe oder Spar)</i> finden wir Räucherkohle, Räucherstäbchen und Weihrauchmischungen.</p>
<p><b>Die Geschichte des Räucherns</b><br />
Wann genau die Menschen die Kraft und Wirksamkeit des Räucherns entdeckten, ist unklar. Vielleicht hat jemand mal einen Zweig ins Feuer geworfen und den duftenden Rauch wahrgenommen? Oder wurden die Feuer in den Höhlen der Steinzeit bereits mit unterschiedlichen Hölzern entfacht, die den Geruch und den Rauch des Feuers veränderten?</p>
<p>Was wir mit Sicherheit sagen können ist, dass das Räuchern in ausgesprochen vielen Kulturen rund um den Erdball verbreitet war, ja ein transkulturelles Phänomen ist. Viele der heute bekannten Räucherstoffe hatten ihre Verwendung bereits in alter Zeit. Diese Stoffe hatten ihre Entsprechungen in Götterfiguren und Mythologien.<br />
So beschreibt Christian Rätsch, ein bekannter Ethnobotaniker und Autor des Buches &#8220;Räucherstoffe &#8211; der Atem des Drachens&#8221; (vgl. Dazu die kommentierte Bibliographie), die Entdeckung dieser Zusammenhänge aus seiner persönlichen Sicht:</p>
<blockquote><p>&#8220;Jetzt sah ich plötzlich, wie es zu den mythologischen Verbindungen zwischen den Räucherstoffen und den Göttern und Göttinnen gekommen war. Während die Menschen ums Feuer saßen und Geschichten von Gottheiten und mythologischen Begebenheiten erzählten, nahmen sie bestimme Gerüche wahr. In ihrer Erinnerung hefteten sich diese Gerüche an die Götterfiguren und Geschichten. Daraus entwickelte sich dann im Laufe der Zeit eine Tradition.&#8221; <em>(Rätsch, S. 10)</em></p></blockquote>
<p>Den verschiedenen Düften wurde im Laufe der Zeit eine Vielfalt an heilenden und harmonisierenden Qualitäten zugeschrieben. Aus archäologischen Quellen ist der Gebrauch von Räucherwerk für viele Kulturen gesichert. In Gefäßen fanden sich Reste von verbrannten Kräutern, in Ägypten finden sich Abbildungen von Räuchergefäßen, beziehungsweise von Gefäßen, aus denen Rauch aufstieg.<br />
Wie wichtig Räucherstoffe in der antiken Welt bereits waren, beweist auch die Existenz ganzer Handelswege, wie die der Weihrauchstraße!</p>
<p><b>Warum Räucherrituale?</b><br />
Der Gebrauch von Räucherwerk deckt religiöse, magische und medizinische Zwecke ab. Christian Rätsch hat die Verwendung von Räucherwerk für die verschiedenen Motive detailliert aufgeschlüsselt (Rätsch, S. 12):<br />
Die in eckigen Klammern gesetzten Kommentare stammen aus eigener Feder.</p>
<ul>
<li>um den Göttern und Göttinnen zu opfern</li>
<li>um den Kontakt zu Gottheiten, Dämonen und Geistwesen herzustellen</li>
<li>um den Kontakt zu den Ahnen zu knüpfen</li>
<li>zum Geleit der Toten in die jenseitige Welt</li>
<li>um negative Geistwesen zu vertreiben oder fernzuhalten</li>
<li>um die Meditation zu unterstützen</li>
<li>um Gebete zu intensivieren</li>
<li>um Liebe und Liebesbereitschaft zu intensivieren</li>
<li>zur Steigerung der eigenen Attraktivität</li>
<li>um Gäste zu ehren</li>
<li>zur Ausführung magischer Rituale</li>
<li>um die hygienischen Verhältnisse zu verbessern</li>
<li>Räume zu desinfizieren [Beifuß wurde im 1.Weltkrieg noch in Lazaretten verräuchert]</li>
<li>Krankheiten zu heilen oder deren Ursache zu vertreiben</li>
<li>um gezielte spirituelle Erfahrungen zu machen</li>
<li>um bewusstseinserweiternd zu wirken</li>
<li>um stimmungsverändernd zu wirken</li>
<li>um bestimmte medizinische oder therapeutische Wirkungen zu erzielen</li>
<li>zur Desinfektion oder als Insektizid</li>
<li>zur Konservierung von Nahrungsmitteln [geharzte Weine]</li>
<li>zum Parfümieren von Kleidung und Haar [lat.:<i>per fumen:</i> durch Rauch]</li>
<li>zur Freude und zur Unterhaltung</li>
</ul>
<p><b>Die Vielfalt der Räucherstoffe</b><br />
Noch vielfältiger als ihre Verwendung sind die Räucherstoffe selbst. Die Grundlage der Räucherstoffe bilden Harze, getrocknete Wurzeln, trockene Hölzer, Blätter, Nadeln, Blüten und Samen. Eine kleine Auswahl daraus wird in einer Fortsetzung dieses Artikels erscheinen. Es gibt eine derartige Vielfalt an Räucherstoffen und immer noch rechnet man mit vielen unbekannten, noch nicht erforschten Substanzen. Andererseits sind viele, in der Antike verwendeten Stoffe heute kaum mehr identifizierbar.</p>
<p><b>Früher und heute &#8230;</b><br />
Das Räuchern hat, wie bereits Eingangs erwähnt, wieder an Popularität gewonnen. Wenn früher der Rauch eine sakrale Botschaft an den Himmel, an die Götter war, was schicken wir heute zum Himmel? Wir sind umgeben von Gestank, beziehungsweise von künstlichen Aromastoffen. Gerüche von Autos, Industrie, Haarspray und Putzmitteln stimmen weder Götter- noch Menschennase glücklich.</p>
<p>Mit dem in Mode kommen der mittlerweile schon altbewährten und beinahe in jedem Haushalt zu findenden Duftlampe kam auch die Rückbesinnung auf unseren Geruchssinn. Das Räuchern ist die archaische Form davon, die Wurzel der Aromatherapie. Für mich persönlich hat das Räuchern, egal was verbrannt wird, etwas Erdiges an sich. Die Kraft der Pflanze entfaltet sich, ihr Geist, ihre Weisheit offenbart sich im Raum. Sich Zeit für diese Wahrnehmung zu nehmen, Zeit für sich und die Verbindung mit der Natur. Räuchern braucht Zeit und Raum.</p>
<p>Ein Räucherstäbchen ist schnell entzündet, eine Duftlampe braucht auch nicht mehr als drei Handgriffe und eine Minute Zeit. Das soll die Wirksamkeit dieser Instrumente nicht in Abrede stellen, es ist eine andere Methode und nicht immer kann ein Räucherritual durchgeführt werden. So kann eine Duftlampe im Büro sicher bessere Dienste leisten und für Autos eigenen sich Räucherstäbchen ganz vorzüglich. Wichtig ist, bei der Auswahl der Räucherstäbchen und Duftöle immer auf Naturreinheit und Unparfümiertheit zu achten! Anderenfalls können die Substanzen Beschwerden, in erster Linie Kopfweh und Übelkeit verursachen!</p>
<p><b>Entzünde die Kohle&#8230; das Räucherritual</b><br />
Im besten Fall bereiten wir unsere Räuchermischungen selber zu. Es gibt Anbieter für fertige Räuchermischungen, dennoch empfehle ich jedem, der sich intensiver mit dem Räuchern beschäftigen will, die Zubereitung seiner eigenen Mischungen. Obwohl ich als Mitbegründerin des Räucherwarenversands &#8220;Breeze of Larimara&#8221; (gemeinsam mit Lady Purple) viel mit Mischungen zu tun habe, besitze ich doch bei mir zu Hause keine einzige fertige Mischung. Denn ich liebe es, passend zur jeweiligen Stimmungen und zum speziellen Verwendungszweck die Zutaten auszuwählen. Es beruhigt mich, die Substanzen zu suchen, die Mengenverhältnisse festzulegen, alles zu zerkleinern und abschließend die Mischung im Mörser das erste Mal zu riechen. Wie sehr dies manchmal täuschen kann, beweist die Erfahrung. Viele Mischungen haben im &#8220;rohen&#8221; Zustand nämlich nicht den gleichen Geruch wie auf der Kohle.</p>
<p>Wir entzünden die Kohle oder Kerze und warten gegebenenfalls bis die Kohle gut durchgeglüht ist.</p>
<p>Wir legen die Mischung auf, sehen den Rauch wie eine Säule nach oben steigen&#8230; und langsam lösen sich Raum und Zeit auf.</p>
<p><b>&#8220;Stinkender&#8221; Rauch und Engelsduft</b><br />
Und wir&#8230; eingehüllt in wunderbaren Geruch oder in Gestank?<br />
Es gibt Räucherstoffe, die nicht unbedingt einen Wohlgeruch verströmen. Damit sind sie in keiner Weise &#8220;schlecht&#8221; oder ausschließlich zum Vertreiben von etwas Schlechtem gedacht. Jede Ingredienz hat ihren eigenen Charakter, im nicht wertenden Sinne. Und genauso wie jemand Spinat mag oder nicht, Fisch liebt oder nicht &#8211; genauso haben wir Vorlieben für bestimmte Gerüche.</p>
<p>So wie die meisten Menschen den Geschmack von Schokolade mögen, ist beispielsweise Sandelholz ein vielgeliebter Räucherstoff. Das heisst aber bei weitem nicht, dass Sandelholz &#8220;gut&#8221; oder &#8220;besser&#8221; ist als manch anderer Stoff sein würde. Wie bereits erwähnt, wird Räuchern auch zu medizinischen Zwecken verwendet, und dass Medizin nicht unbedingt &#8220;gut&#8221; schmecken muss, ist allgemein bekannt.</p>
<p>Räuchern ist für mich Vermischen &#8211; Vermengen von aus der Natur gewonnenen Stoffen &#8211; ein magischer Prozess für mich. Genauso wie das Kochen, und letztendlich ist es auch dasselbe! Ein Geschenk an die Götter, an mich selbst und all jene, mit denen ich diese Augenblicke teile.</p>
<p>Jedes Mal, wenn ich vor meinem Räuchergefäß sitze und in den Rauch blicke, sehe, in welchen Formen er gen Himmel, den Göttern zustrebt und genau dann spüre ich die Grenzenlosigkeit, spüre die Auflösung von Zeit und Raum&#8230;.</p>
<p><b>Nun eine kleine kommentierte Auswahl an bekannten Räucherstoffen</b></p>
<p><b>Benzoe</b><br />
Das dunkle Harz stammt aus Sumatra, Thailand und Siam.<br />
Beim Räuchern entfaltet es seinen süß-balsamischen Duft nach Vanille, da es dieselben Inhaltsstoffe wie Vanille enthält. Benzoe aus Siam duftet in der Regel süßlicher als das etwas herbere Harz aus Sumatra und ist von goldener Farbe, während Sumatra-Benzoe braun-grau ist. Benzoe sollte nicht alleine verräuchert werden, da es einen beißenden Rauch entwickeln kann.Ich verwende Benzoe in Mischungen zur Entspannung, aber auch um Phantasie und Inspiration anzuregen. Benzoe ist einer meiner Lieblingsseelentröster! Der süße Duft des Harzes lässt wieder an die Süße des Lebens erinnern! Mischt sich gut mit Sandelholz, Rosenblüten, Zedernholz.</p>
<p><b>Holunder</b><br />
Zum Räuchern werden die getrockneten Blüten des in Mitteleuropa weit verbreiteten Holunderstrauches verwendet. Holunderblüten sollten, wie die meisten Kräuter nur in Verbindung mit Harzen geräuchert werden, vorallem in geschlossenen Räumen kann die starke Rauchentwicklung als störend empfunden werden. Holunder regt die Traumtätigkeit an, lässt dabei aber nie den Kontakt zur Erde verlieren. Ich verwende Holunder besonders gerne in Verbindung mit Salbei, Nelkenwurzel, Lavendel und allen europäischen Nadelbaumharzen.</p>
<p><b>Lavendel</b><br />
Die hübschen blauen Lavendelblüten, entweder aus dem eigenen Garten oder etwas nobles aus der Provence, sind der Farbtupfer in vielen meiner Räuchermischungen.<br />
Über den dekorativen Effekt hinaus hat der Lavendel einen belebenden, klärenden und reinigend Effekt. Wer den Duft ein wenig verstärken möchte, kann der Mischung auch noch naturreines Lavendelöl beifügen, da die Blüten oft nicht sehr stark riechen&#8230; Ich persönlich mische Lavendel sehr gerne mit Sandelholz, Benzoe, Rosenblüten oder Salbei.</p>
<p><b>Mastix</b><br />
Die transparenten Harztränen des Mastixbaumes stammen vorwiegend von den griechischen Inseln. Dem Mastix ist ein sehr feiner Duft zu eigen. Verräuchert man Mastixharz alleine (das lohnt sich!!!), bemerkt man eine zarte Nebelschicht in der oberen Hälfte des Raumes, die die Atmosphäre des Raumes klärt, lichtet und ausgleicht. Mastix mische ich selten mit anderen Stoffen, da ich seinen feinen balsamischen Duft sehr schätze.Vorsicht beim Kauf von Mastix: Das Harz muss auf jeden Fall transparent sein. Oft wird Weihrauch zu einem teuren Preis als Mastix verkauft!</p>
<p><b>Myrrhe</b><br />
Das Myrrheharz verströmt beim Verräuchern einen schweren, anregenden und sinnlichen Duft. Aufgrund dessen wird es auch häufig für erotische, würzige und anregende Mischungen verwendet. Sofern man davon sprechen kann, ein ausgesprochen weiblicher Räucherstoff.</p>
<p><b>Nelke</b><br />
Neben ihrer bekannten Wirkung als Insektenvertreibungsmittel wird die Nelke auch als anregender und aphrodisierender Räucherstoff verwendet. In Verbindung mit Zimt verleiht sie jeder Mischung eine würzig-warme Note. Verwendet wird die getrocknete Blütenknospe, die, wie alle anderen Stoffe auch, im Mörser fein pulverisiert werden sollte.</p>
<p><b>Rosenblüten</b><br />
Der Duft der Rose entfaltet sich besser im Rosenwasser und im reinen Rosenöl. Aus diesem Grund beträufle ich die getrockneten Rosenblüten immer mit ein bis zwei Tropfen Rosenöl (nur naturreines Öl verwenden! Auch wenn es sehr kostspielig ist &#8211; es zahlt sich aus!) Der Duft der Rose hat eine herzöffnende und zarte Wirkung. In Verbindung mit Styrax ergibt sich eine warme, sinnliche Duftwolke die nicht nur dich selbst schwach macht! Einer meiner Lieblingsräucherstoffe!</p>
<p><b>Salbei</b><br />
Der Salbei ist einer der am weitest verbreiteten Räucherpflanzen überhaupt. Bei uns ist der &#8220;Salvia officinalis&#8221; die am bekannteste Unterart. Er wirkt sehr reinigend und kann auch alleine zum Ausräuchern von Räumen verwendet werden. Salbei ist einer der wenigen Räucherstoffe, die auch ohne Kohletabletten oder Kerzen verbrannt werden kann. Lege dazu einige Salbeiblätter in ein feuerfestes Gefäß, zünde die getrockneten Blätter an und blase vorsichtig, um einen guten Funken zu entwickeln.</p>
<p><b>Sandelholz</b><br />
Sandelholz wird in Splitter- oder Pulverform angeboten. Man unterscheidet im Groben rotes, weißes und braunes Sandelholz, wobei letzteres von höherer Qualität, aber auch teurer ist! Rotes Sandelholz erhältst du meist in Holzsplittern &#8211; es raucht beim Verbrennen manchmal sehr stark und daher bevorzuge ich die Pulverform. Es verströmt einen warmen, würzigen Geruch und hat einen entspannenden Effekt.</p>
<p><b>Styrax</b><br />
Styrax wird in Form von Harzstückchen oder als Balsam angeboten. Sein Duft ist von blumiger, süßer und balsamischer Intensität und verbreitet eine verführerische, sinnliche Atmosphäre. Durch seine dunkle, ja schwarze Farbe gibt er der Räuchermischung auch ein interessantes Aussehen. Fügst du noch ein paar Rosenblüten bei, hast du ein wunderschönes Farbspiel zwischen Schwarz und Rot.</p>
<p><b>Weihrauch</b><br />
Wahrscheinlich der Räucherstoff, um den sich die meisten Geschichte und Legenden ranken. Schon die heiligen drei Könige brachten dem Jesuskind Weihrauch als Geschenk mit und noch heute wird er in Kirchen verräuchert. Ein sehr klärender Duft, mit männlichem Aspekt. Um eine Räuchermischung mit männlicher und weiblicher Energie zu imprägnieren, füge ich immer ein bisschen Weihrauch und Myhrre hinzu, je nachdem, welche Aspektierung ich der Mischung geben möchte. Weihrauch kann auch eingenommen werden. Schlucke jeden Tag ein Weihrauchkügelchen von guter Qualität, das ist nichts anderes als die teuer angebotenen Weihrauchkapseln!</p>
<p><b>Zimt</b><br />
Die getrocknete Rinde des Zimtbaumes gibt der Räuchermischung ein warmes und entspannendes Aroma, das jedes Herz weit werden lässt. Auch die Zimtblüte kann pulverisiert und verräuchert werden. Du kannst auch herkömmliches Zimtpulver verwenden, da das Zermörsern von Zimtrinde nicht so einfach ist. Solltest du allerdings die Rinde vorziehen, achte darauf, sie wirklich gut zu zerkleinern, denn sonst raucht sie sehr stark!</p>
<p><b>Eine einfache Räucherzeremonie</b><br />
Dafür brauchst du:</p>
<ul>
<li>Feuerfestes Räuchergefäß, gefüllt mir Sand, Erde oder Salz.</li>
<li>Kohletabletten</li>
<li>Mörser</li>
<li>Einige Räucherstoffe</li>
</ul>
<p>Nimm dir für die Räucherzeremonie Zeit &#8211; das braucht sie auch. Ein Räucherstäbchen ist schnell entzündet und braucht weder Zeit noch Aufmerksamkeit. Eine selbstgemachte Räuchermischung und ihr Abbrennen sehr wohl.</p>
<p>Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, auf gute Mischungen zu stoßen. Du kannst die Zutaten nach einem Buch auswählen oder nach ihrem Geruch im Rohzustand. Du zermörserst dir einige Zutaten und legst ein Pulver nach dem anderen auf die Kohlen und spürst, was der aromatische Duft für eine Wirkung auf dich hat. Für diese kleine Zeremonie halten wir es so!</p>
<p>Beginne alle von dir ausgewählten Räucherzutaten zu zermörsern. Hier gilt: Je kleiner, desto feiner verbrennt die Mischung! Zuvor kannst du schon die Kohle entzünden, am besten auf nur einer Seite. Eine große Tablette braucht in der Regel 25 Minuten bis sie wirklich gut durchgeglüht ist. Es ist wichtig, die Mischung nicht auf die sehr heiße Kohle aufzulegen, so verbrennen die Stoffe viel zu schnell, rauchen und verbreiten nicht ihr gesamtes Aroma und Heilpotential.</p>
<p>Betrachte jeden Stoff, bevor du ihn in den Mörser legst, welchen Aspekt hat er, wie sieht er aus, wie riecht er im Rohzustand? Bedanke dich bei der Pflanze, dass sie dir ihre heilenden Kräfte, ihre Weisheit zur Verfügung stellt.</p>
<p>Arrangiere anschließend alle zermörserten Zutaten auf ein hübsches Teller oder Tablett und betrachte deine bunte Farbpalette&#8230; Lege nun eine Brise jeder Zutat auf und öffne dich für ihren Duft. Atme ihn so tief ein, wie du möchtest &#8211; lass dich von ihrem Duft tragen und spüre, was er mit deinem Körper, deinem Geist, deinen Emotionen macht.</p>
<p>Wenn du alle Räucherstoffe durchprobiert hat, beginne, die Stoffe miteinander zu kombinieren.</p>
<p>Räuchern ist ein kreativer Prozess. Auch wenn er mit dem Wissen um die Stoffen, ihrer Geschichte und ihrer Wirkung zu tun hat, so kennt er doch keine Grenze der Kreativität. So kann deine Räucherzeremonie so lange dauern, bis du eine Mischung gefunden hast, die dich auf allen Ebenen anspricht &#8230; sei offen fürs Ausprobieren &#8230; der Rauch wird dich leiten!</p>
<p>In diesem Sinne viel Freude mit dem heiligen Rauch und genieße seine Weisheit!</p>
<p><i>Blessed be!</i></p>
<p><b>Kommentierte Bibliographie</b><br />
Calland, Marianne und Patrick: <b>Weihrauch &#038; Räucherwerk.</b> Windpferd: Aitrang 1992<br />
<i>Ein angenehmes Büchlein im Taschenbuchformat. Eignet sich aufgrund seiner Größe gut für Reise und den alltäglichen Gebrauch. Enthält Basisinformationen über das Räuchern und Rezepte zum Selbermischen. Nichts Außergewöhnliches, aber als Anfängerwerk bestens geeignet.</i></p>
<p>Corbin, Alain: <b>Pesthauch und Blütenduft. Eine Geschichte des Geruchs.</b> Wagenbach: Berlin, 1984<br />
<i>Wissenschaftliche Abhandlung über die Geschichte des Geruchs und des Geruchssinn. Im engeren Sinne hat das Buch wenig mit der Kunst des Räucherns zu tun, bietet aber einen ausgezeichneten Überblick. Corbin hat mit diesem Buch ein fundiertes Werk über Geruch und seine Sozialgeschichte vorlegt. Für meinen Geschmack ein immer noch unübertroffener Klassiker.</i></p>
<p>Cunningham, Scott: <b>The complete book of incense, oils and brews.</b> Llewellyn: Minnesota, 1994<br />
<i>Umfangreiches Kompendium, vor allem der Teil über Öle ist sehr empfehlenswert.</i></p>
<p>Fischer-Rizzi, Susanne: <b>Botschaften an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichte von duftendem Räucherwerk.</b> Irisana: Sulzberg 1996<br />
Hardcover &#8211; Einband im A4-Format.<br />
<i>Neben Rätsch mein favorisiertes Werk. Seine ausgezeichnete Struktur erleichtertet den Überblick über die Räucherrituale und -rezepte in den unterschiedlichen Kulturen. Sehr schöne Aufmachung, ein Werk zum Weiterschenken oder als besondere Schatz für das eigene Bücherregal. Nicht ganz so fundiert wie Rätsch, vor allem der geschichtliche Teil lässt profunde Informationen vermissen.</i></p>
<p>Rätsch, Christian: <b>Räucherstoffe &#8211; der Atem des Drachen. 72 Pflanzenporträts &#8211; Ethnobotanik, Rituale und praktische Anwendungen.</b> AT-Verlag: Aarau, 1999<br />
<i>Meines Wissens nach das fundierteste Werk, das derzeit über das Räuchern und seine Geschichte am Markt ist. Rätsch, Ethnopharmakologe und Altamerikanist liefert einen kompletten Überblick über die Geschichte des Räucherns und Zubereitung und Gebrauch von Räuchermischungen. Er beschreibt 72 Räucherstoffe in beeindruckendem Umfang. Ein Buch, dass sich mehr zum Lesen und Informieren eignet. Nicht unbedingt als Anfängerwerk geeignet, es sei den, du willst der Sache wirklich gleich auf den tiefsten Grund gehen&#8230;<br />
Genauso wie Fischer-Rizzi nicht ganz billig, aber wunderschön aufgemacht. Der Preis lohnt sich!</i></p>
<p>Wollner, Fred: <b>Räucherwerk und Ritual: Die vergessene Kunst des Räucherns.</b> Buchverlag Fred Wollner: Kempten, 1994<br />
<i>Ein Buch mit vielen Rezepten. Weder besonders ausgiebig noch finden sich spektakuläre Neuigkeiten darin. Eines der vielen Bücher über das Räuchern, das man meiner Ansicht nicht unbedingt haben muss.</i></p>
<p>Wollner, Fred: <b>Duftender Rauch für die Seele: Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk.</b> Goldmann: München, 1998<br />
<i>Wollner hat in diesem Buch sein Erstlingswerk neu aufbereitet. Das ändert leider nichts an seiner Durchschnittlichkeit.</i></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/germanisch-schamanisches-hain-und-trommel/">Hain &amp; Trommel</a> by Brigh <a href="http://www.nornirsaett.de/die-kunst-des-raucherns/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viel wurde in den letzten Jahren über das Verbrennen duftvollen Räucherwerks geschrieben. Seminare werden angeboten und Esoterik- und Drogeriegeschäfte verkaufen Räuchermischungen und Räucherstäbchen in Hülle und Fülle. Sogar in Ketten wie Libro oder Aktuelle und Preiswert <i>(für Bewohner Deutschlands: Real, Rewe oder Spar)</i> finden wir Räucherkohle, Räucherstäbchen und Weihrauchmischungen.</p>
<p><b>Die Geschichte des Räucherns</b><br />
Wann genau die Menschen die Kraft und Wirksamkeit des Räucherns entdeckten, ist unklar. Vielleicht hat jemand mal einen Zweig ins Feuer geworfen und den duftenden Rauch wahrgenommen? Oder wurden die Feuer in den Höhlen der Steinzeit bereits mit unterschiedlichen Hölzern entfacht, die den Geruch und den Rauch des Feuers veränderten?</p>
<p>Was wir mit Sicherheit sagen können ist, dass das Räuchern in ausgesprochen vielen Kulturen rund um den Erdball verbreitet war, ja ein transkulturelles Phänomen ist. Viele der heute bekannten Räucherstoffe hatten ihre Verwendung bereits in alter Zeit. Diese Stoffe hatten ihre Entsprechungen in Götterfiguren und Mythologien.<br />
So beschreibt Christian Rätsch, ein bekannter Ethnobotaniker und Autor des Buches &#8220;Räucherstoffe &#8211; der Atem des Drachens&#8221; (vgl. Dazu die kommentierte Bibliographie), die Entdeckung dieser Zusammenhänge aus seiner persönlichen Sicht:</p>
<blockquote><p>&#8220;Jetzt sah ich plötzlich, wie es zu den mythologischen Verbindungen zwischen den Räucherstoffen und den Göttern und Göttinnen gekommen war. Während die Menschen ums Feuer saßen und Geschichten von Gottheiten und mythologischen Begebenheiten erzählten, nahmen sie bestimme Gerüche wahr. In ihrer Erinnerung hefteten sich diese Gerüche an die Götterfiguren und Geschichten. Daraus entwickelte sich dann im Laufe der Zeit eine Tradition.&#8221; <em>(Rätsch, S. 10)</em></p></blockquote>
<p>Den verschiedenen Düften wurde im Laufe der Zeit eine Vielfalt an heilenden und harmonisierenden Qualitäten zugeschrieben. Aus archäologischen Quellen ist der Gebrauch von Räucherwerk für viele Kulturen gesichert. In Gefäßen fanden sich Reste von verbrannten Kräutern, in Ägypten finden sich Abbildungen von Räuchergefäßen, beziehungsweise von Gefäßen, aus denen Rauch aufstieg.<br />
Wie wichtig Räucherstoffe in der antiken Welt bereits waren, beweist auch die Existenz ganzer Handelswege, wie die der Weihrauchstraße!</p>
<p><b>Warum Räucherrituale?</b><br />
Der Gebrauch von Räucherwerk deckt religiöse, magische und medizinische Zwecke ab. Christian Rätsch hat die Verwendung von Räucherwerk für die verschiedenen Motive detailliert aufgeschlüsselt (Rätsch, S. 12):<br />
Die in eckigen Klammern gesetzten Kommentare stammen aus eigener Feder.</p>
<ul>
<li>um den Göttern und Göttinnen zu opfern</li>
<li>um den Kontakt zu Gottheiten, Dämonen und Geistwesen herzustellen</li>
<li>um den Kontakt zu den Ahnen zu knüpfen</li>
<li>zum Geleit der Toten in die jenseitige Welt</li>
<li>um negative Geistwesen zu vertreiben oder fernzuhalten</li>
<li>um die Meditation zu unterstützen</li>
<li>um Gebete zu intensivieren</li>
<li>um Liebe und Liebesbereitschaft zu intensivieren</li>
<li>zur Steigerung der eigenen Attraktivität</li>
<li>um Gäste zu ehren</li>
<li>zur Ausführung magischer Rituale</li>
<li>um die hygienischen Verhältnisse zu verbessern</li>
<li>Räume zu desinfizieren [Beifuß wurde im 1.Weltkrieg noch in Lazaretten verräuchert]</li>
<li>Krankheiten zu heilen oder deren Ursache zu vertreiben</li>
<li>um gezielte spirituelle Erfahrungen zu machen</li>
<li>um bewusstseinserweiternd zu wirken</li>
<li>um stimmungsverändernd zu wirken</li>
<li>um bestimmte medizinische oder therapeutische Wirkungen zu erzielen</li>
<li>zur Desinfektion oder als Insektizid</li>
<li>zur Konservierung von Nahrungsmitteln [geharzte Weine]</li>
<li>zum Parfümieren von Kleidung und Haar [lat.:<i>per fumen:</i> durch Rauch]</li>
<li>zur Freude und zur Unterhaltung</li>
</ul>
<p><b>Die Vielfalt der Räucherstoffe</b><br />
Noch vielfältiger als ihre Verwendung sind die Räucherstoffe selbst. Die Grundlage der Räucherstoffe bilden Harze, getrocknete Wurzeln, trockene Hölzer, Blätter, Nadeln, Blüten und Samen. Eine kleine Auswahl daraus wird in einer Fortsetzung dieses Artikels erscheinen. Es gibt eine derartige Vielfalt an Räucherstoffen und immer noch rechnet man mit vielen unbekannten, noch nicht erforschten Substanzen. Andererseits sind viele, in der Antike verwendeten Stoffe heute kaum mehr identifizierbar.</p>
<p><b>Früher und heute &#8230;</b><br />
Das Räuchern hat, wie bereits Eingangs erwähnt, wieder an Popularität gewonnen. Wenn früher der Rauch eine sakrale Botschaft an den Himmel, an die Götter war, was schicken wir heute zum Himmel? Wir sind umgeben von Gestank, beziehungsweise von künstlichen Aromastoffen. Gerüche von Autos, Industrie, Haarspray und Putzmitteln stimmen weder Götter- noch Menschennase glücklich.</p>
<p>Mit dem in Mode kommen der mittlerweile schon altbewährten und beinahe in jedem Haushalt zu findenden Duftlampe kam auch die Rückbesinnung auf unseren Geruchssinn. Das Räuchern ist die archaische Form davon, die Wurzel der Aromatherapie. Für mich persönlich hat das Räuchern, egal was verbrannt wird, etwas Erdiges an sich. Die Kraft der Pflanze entfaltet sich, ihr Geist, ihre Weisheit offenbart sich im Raum. Sich Zeit für diese Wahrnehmung zu nehmen, Zeit für sich und die Verbindung mit der Natur. Räuchern braucht Zeit und Raum.</p>
<p>Ein Räucherstäbchen ist schnell entzündet, eine Duftlampe braucht auch nicht mehr als drei Handgriffe und eine Minute Zeit. Das soll die Wirksamkeit dieser Instrumente nicht in Abrede stellen, es ist eine andere Methode und nicht immer kann ein Räucherritual durchgeführt werden. So kann eine Duftlampe im Büro sicher bessere Dienste leisten und für Autos eigenen sich Räucherstäbchen ganz vorzüglich. Wichtig ist, bei der Auswahl der Räucherstäbchen und Duftöle immer auf Naturreinheit und Unparfümiertheit zu achten! Anderenfalls können die Substanzen Beschwerden, in erster Linie Kopfweh und Übelkeit verursachen!</p>
<p><b>Entzünde die Kohle&#8230; das Räucherritual</b><br />
Im besten Fall bereiten wir unsere Räuchermischungen selber zu. Es gibt Anbieter für fertige Räuchermischungen, dennoch empfehle ich jedem, der sich intensiver mit dem Räuchern beschäftigen will, die Zubereitung seiner eigenen Mischungen. Obwohl ich als Mitbegründerin des Räucherwarenversands &#8220;Breeze of Larimara&#8221; (gemeinsam mit Lady Purple) viel mit Mischungen zu tun habe, besitze ich doch bei mir zu Hause keine einzige fertige Mischung. Denn ich liebe es, passend zur jeweiligen Stimmungen und zum speziellen Verwendungszweck die Zutaten auszuwählen. Es beruhigt mich, die Substanzen zu suchen, die Mengenverhältnisse festzulegen, alles zu zerkleinern und abschließend die Mischung im Mörser das erste Mal zu riechen. Wie sehr dies manchmal täuschen kann, beweist die Erfahrung. Viele Mischungen haben im &#8220;rohen&#8221; Zustand nämlich nicht den gleichen Geruch wie auf der Kohle.</p>
<p>Wir entzünden die Kohle oder Kerze und warten gegebenenfalls bis die Kohle gut durchgeglüht ist.</p>
<p>Wir legen die Mischung auf, sehen den Rauch wie eine Säule nach oben steigen&#8230; und langsam lösen sich Raum und Zeit auf.</p>
<p><b>&#8220;Stinkender&#8221; Rauch und Engelsduft</b><br />
Und wir&#8230; eingehüllt in wunderbaren Geruch oder in Gestank?<br />
Es gibt Räucherstoffe, die nicht unbedingt einen Wohlgeruch verströmen. Damit sind sie in keiner Weise &#8220;schlecht&#8221; oder ausschließlich zum Vertreiben von etwas Schlechtem gedacht. Jede Ingredienz hat ihren eigenen Charakter, im nicht wertenden Sinne. Und genauso wie jemand Spinat mag oder nicht, Fisch liebt oder nicht &#8211; genauso haben wir Vorlieben für bestimmte Gerüche.</p>
<p>So wie die meisten Menschen den Geschmack von Schokolade mögen, ist beispielsweise Sandelholz ein vielgeliebter Räucherstoff. Das heisst aber bei weitem nicht, dass Sandelholz &#8220;gut&#8221; oder &#8220;besser&#8221; ist als manch anderer Stoff sein würde. Wie bereits erwähnt, wird Räuchern auch zu medizinischen Zwecken verwendet, und dass Medizin nicht unbedingt &#8220;gut&#8221; schmecken muss, ist allgemein bekannt.</p>
<p>Räuchern ist für mich Vermischen &#8211; Vermengen von aus der Natur gewonnenen Stoffen &#8211; ein magischer Prozess für mich. Genauso wie das Kochen, und letztendlich ist es auch dasselbe! Ein Geschenk an die Götter, an mich selbst und all jene, mit denen ich diese Augenblicke teile.</p>
<p>Jedes Mal, wenn ich vor meinem Räuchergefäß sitze und in den Rauch blicke, sehe, in welchen Formen er gen Himmel, den Göttern zustrebt und genau dann spüre ich die Grenzenlosigkeit, spüre die Auflösung von Zeit und Raum&#8230;.</p>
<p><b>Nun eine kleine kommentierte Auswahl an bekannten Räucherstoffen</b></p>
<p><b>Benzoe</b><br />
Das dunkle Harz stammt aus Sumatra, Thailand und Siam.<br />
Beim Räuchern entfaltet es seinen süß-balsamischen Duft nach Vanille, da es dieselben Inhaltsstoffe wie Vanille enthält. Benzoe aus Siam duftet in der Regel süßlicher als das etwas herbere Harz aus Sumatra und ist von goldener Farbe, während Sumatra-Benzoe braun-grau ist. Benzoe sollte nicht alleine verräuchert werden, da es einen beißenden Rauch entwickeln kann.Ich verwende Benzoe in Mischungen zur Entspannung, aber auch um Phantasie und Inspiration anzuregen. Benzoe ist einer meiner Lieblingsseelentröster! Der süße Duft des Harzes lässt wieder an die Süße des Lebens erinnern! Mischt sich gut mit Sandelholz, Rosenblüten, Zedernholz.</p>
<p><b>Holunder</b><br />
Zum Räuchern werden die getrockneten Blüten des in Mitteleuropa weit verbreiteten Holunderstrauches verwendet. Holunderblüten sollten, wie die meisten Kräuter nur in Verbindung mit Harzen geräuchert werden, vorallem in geschlossenen Räumen kann die starke Rauchentwicklung als störend empfunden werden. Holunder regt die Traumtätigkeit an, lässt dabei aber nie den Kontakt zur Erde verlieren. Ich verwende Holunder besonders gerne in Verbindung mit Salbei, Nelkenwurzel, Lavendel und allen europäischen Nadelbaumharzen.</p>
<p><b>Lavendel</b><br />
Die hübschen blauen Lavendelblüten, entweder aus dem eigenen Garten oder etwas nobles aus der Provence, sind der Farbtupfer in vielen meiner Räuchermischungen.<br />
Über den dekorativen Effekt hinaus hat der Lavendel einen belebenden, klärenden und reinigend Effekt. Wer den Duft ein wenig verstärken möchte, kann der Mischung auch noch naturreines Lavendelöl beifügen, da die Blüten oft nicht sehr stark riechen&#8230; Ich persönlich mische Lavendel sehr gerne mit Sandelholz, Benzoe, Rosenblüten oder Salbei.</p>
<p><b>Mastix</b><br />
Die transparenten Harztränen des Mastixbaumes stammen vorwiegend von den griechischen Inseln. Dem Mastix ist ein sehr feiner Duft zu eigen. Verräuchert man Mastixharz alleine (das lohnt sich!!!), bemerkt man eine zarte Nebelschicht in der oberen Hälfte des Raumes, die die Atmosphäre des Raumes klärt, lichtet und ausgleicht. Mastix mische ich selten mit anderen Stoffen, da ich seinen feinen balsamischen Duft sehr schätze.Vorsicht beim Kauf von Mastix: Das Harz muss auf jeden Fall transparent sein. Oft wird Weihrauch zu einem teuren Preis als Mastix verkauft!</p>
<p><b>Myrrhe</b><br />
Das Myrrheharz verströmt beim Verräuchern einen schweren, anregenden und sinnlichen Duft. Aufgrund dessen wird es auch häufig für erotische, würzige und anregende Mischungen verwendet. Sofern man davon sprechen kann, ein ausgesprochen weiblicher Räucherstoff.</p>
<p><b>Nelke</b><br />
Neben ihrer bekannten Wirkung als Insektenvertreibungsmittel wird die Nelke auch als anregender und aphrodisierender Räucherstoff verwendet. In Verbindung mit Zimt verleiht sie jeder Mischung eine würzig-warme Note. Verwendet wird die getrocknete Blütenknospe, die, wie alle anderen Stoffe auch, im Mörser fein pulverisiert werden sollte.</p>
<p><b>Rosenblüten</b><br />
Der Duft der Rose entfaltet sich besser im Rosenwasser und im reinen Rosenöl. Aus diesem Grund beträufle ich die getrockneten Rosenblüten immer mit ein bis zwei Tropfen Rosenöl (nur naturreines Öl verwenden! Auch wenn es sehr kostspielig ist &#8211; es zahlt sich aus!) Der Duft der Rose hat eine herzöffnende und zarte Wirkung. In Verbindung mit Styrax ergibt sich eine warme, sinnliche Duftwolke die nicht nur dich selbst schwach macht! Einer meiner Lieblingsräucherstoffe!</p>
<p><b>Salbei</b><br />
Der Salbei ist einer der am weitest verbreiteten Räucherpflanzen überhaupt. Bei uns ist der &#8220;Salvia officinalis&#8221; die am bekannteste Unterart. Er wirkt sehr reinigend und kann auch alleine zum Ausräuchern von Räumen verwendet werden. Salbei ist einer der wenigen Räucherstoffe, die auch ohne Kohletabletten oder Kerzen verbrannt werden kann. Lege dazu einige Salbeiblätter in ein feuerfestes Gefäß, zünde die getrockneten Blätter an und blase vorsichtig, um einen guten Funken zu entwickeln.</p>
<p><b>Sandelholz</b><br />
Sandelholz wird in Splitter- oder Pulverform angeboten. Man unterscheidet im Groben rotes, weißes und braunes Sandelholz, wobei letzteres von höherer Qualität, aber auch teurer ist! Rotes Sandelholz erhältst du meist in Holzsplittern &#8211; es raucht beim Verbrennen manchmal sehr stark und daher bevorzuge ich die Pulverform. Es verströmt einen warmen, würzigen Geruch und hat einen entspannenden Effekt.</p>
<p><b>Styrax</b><br />
Styrax wird in Form von Harzstückchen oder als Balsam angeboten. Sein Duft ist von blumiger, süßer und balsamischer Intensität und verbreitet eine verführerische, sinnliche Atmosphäre. Durch seine dunkle, ja schwarze Farbe gibt er der Räuchermischung auch ein interessantes Aussehen. Fügst du noch ein paar Rosenblüten bei, hast du ein wunderschönes Farbspiel zwischen Schwarz und Rot.</p>
<p><b>Weihrauch</b><br />
Wahrscheinlich der Räucherstoff, um den sich die meisten Geschichte und Legenden ranken. Schon die heiligen drei Könige brachten dem Jesuskind Weihrauch als Geschenk mit und noch heute wird er in Kirchen verräuchert. Ein sehr klärender Duft, mit männlichem Aspekt. Um eine Räuchermischung mit männlicher und weiblicher Energie zu imprägnieren, füge ich immer ein bisschen Weihrauch und Myhrre hinzu, je nachdem, welche Aspektierung ich der Mischung geben möchte. Weihrauch kann auch eingenommen werden. Schlucke jeden Tag ein Weihrauchkügelchen von guter Qualität, das ist nichts anderes als die teuer angebotenen Weihrauchkapseln!</p>
<p><b>Zimt</b><br />
Die getrocknete Rinde des Zimtbaumes gibt der Räuchermischung ein warmes und entspannendes Aroma, das jedes Herz weit werden lässt. Auch die Zimtblüte kann pulverisiert und verräuchert werden. Du kannst auch herkömmliches Zimtpulver verwenden, da das Zermörsern von Zimtrinde nicht so einfach ist. Solltest du allerdings die Rinde vorziehen, achte darauf, sie wirklich gut zu zerkleinern, denn sonst raucht sie sehr stark!</p>
<p><b>Eine einfache Räucherzeremonie</b><br />
Dafür brauchst du:</p>
<ul>
<li>Feuerfestes Räuchergefäß, gefüllt mir Sand, Erde oder Salz.</li>
<li>Kohletabletten</li>
<li>Mörser</li>
<li>Einige Räucherstoffe</li>
</ul>
<p>Nimm dir für die Räucherzeremonie Zeit &#8211; das braucht sie auch. Ein Räucherstäbchen ist schnell entzündet und braucht weder Zeit noch Aufmerksamkeit. Eine selbstgemachte Räuchermischung und ihr Abbrennen sehr wohl.</p>
<p>Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, auf gute Mischungen zu stoßen. Du kannst die Zutaten nach einem Buch auswählen oder nach ihrem Geruch im Rohzustand. Du zermörserst dir einige Zutaten und legst ein Pulver nach dem anderen auf die Kohlen und spürst, was der aromatische Duft für eine Wirkung auf dich hat. Für diese kleine Zeremonie halten wir es so!</p>
<p>Beginne alle von dir ausgewählten Räucherzutaten zu zermörsern. Hier gilt: Je kleiner, desto feiner verbrennt die Mischung! Zuvor kannst du schon die Kohle entzünden, am besten auf nur einer Seite. Eine große Tablette braucht in der Regel 25 Minuten bis sie wirklich gut durchgeglüht ist. Es ist wichtig, die Mischung nicht auf die sehr heiße Kohle aufzulegen, so verbrennen die Stoffe viel zu schnell, rauchen und verbreiten nicht ihr gesamtes Aroma und Heilpotential.</p>
<p>Betrachte jeden Stoff, bevor du ihn in den Mörser legst, welchen Aspekt hat er, wie sieht er aus, wie riecht er im Rohzustand? Bedanke dich bei der Pflanze, dass sie dir ihre heilenden Kräfte, ihre Weisheit zur Verfügung stellt.</p>
<p>Arrangiere anschließend alle zermörserten Zutaten auf ein hübsches Teller oder Tablett und betrachte deine bunte Farbpalette&#8230; Lege nun eine Brise jeder Zutat auf und öffne dich für ihren Duft. Atme ihn so tief ein, wie du möchtest &#8211; lass dich von ihrem Duft tragen und spüre, was er mit deinem Körper, deinem Geist, deinen Emotionen macht.</p>
<p>Wenn du alle Räucherstoffe durchprobiert hat, beginne, die Stoffe miteinander zu kombinieren.</p>
<p>Räuchern ist ein kreativer Prozess. Auch wenn er mit dem Wissen um die Stoffen, ihrer Geschichte und ihrer Wirkung zu tun hat, so kennt er doch keine Grenze der Kreativität. So kann deine Räucherzeremonie so lange dauern, bis du eine Mischung gefunden hast, die dich auf allen Ebenen anspricht &#8230; sei offen fürs Ausprobieren &#8230; der Rauch wird dich leiten!</p>
<p>In diesem Sinne viel Freude mit dem heiligen Rauch und genieße seine Weisheit!</p>
<p><i>Blessed be!</i></p>
<p><b>Kommentierte Bibliographie</b><br />
Calland, Marianne und Patrick: <b>Weihrauch &#038; Räucherwerk.</b> Windpferd: Aitrang 1992<br />
<i>Ein angenehmes Büchlein im Taschenbuchformat. Eignet sich aufgrund seiner Größe gut für Reise und den alltäglichen Gebrauch. Enthält Basisinformationen über das Räuchern und Rezepte zum Selbermischen. Nichts Außergewöhnliches, aber als Anfängerwerk bestens geeignet.</i></p>
<p>Corbin, Alain: <b>Pesthauch und Blütenduft. Eine Geschichte des Geruchs.</b> Wagenbach: Berlin, 1984<br />
<i>Wissenschaftliche Abhandlung über die Geschichte des Geruchs und des Geruchssinn. Im engeren Sinne hat das Buch wenig mit der Kunst des Räucherns zu tun, bietet aber einen ausgezeichneten Überblick. Corbin hat mit diesem Buch ein fundiertes Werk über Geruch und seine Sozialgeschichte vorlegt. Für meinen Geschmack ein immer noch unübertroffener Klassiker.</i></p>
<p>Cunningham, Scott: <b>The complete book of incense, oils and brews.</b> Llewellyn: Minnesota, 1994<br />
<i>Umfangreiches Kompendium, vor allem der Teil über Öle ist sehr empfehlenswert.</i></p>
<p>Fischer-Rizzi, Susanne: <b>Botschaften an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichte von duftendem Räucherwerk.</b> Irisana: Sulzberg 1996<br />
Hardcover &#8211; Einband im A4-Format.<br />
<i>Neben Rätsch mein favorisiertes Werk. Seine ausgezeichnete Struktur erleichtertet den Überblick über die Räucherrituale und -rezepte in den unterschiedlichen Kulturen. Sehr schöne Aufmachung, ein Werk zum Weiterschenken oder als besondere Schatz für das eigene Bücherregal. Nicht ganz so fundiert wie Rätsch, vor allem der geschichtliche Teil lässt profunde Informationen vermissen.</i></p>
<p>Rätsch, Christian: <b>Räucherstoffe &#8211; der Atem des Drachen. 72 Pflanzenporträts &#8211; Ethnobotanik, Rituale und praktische Anwendungen.</b> AT-Verlag: Aarau, 1999<br />
<i>Meines Wissens nach das fundierteste Werk, das derzeit über das Räuchern und seine Geschichte am Markt ist. Rätsch, Ethnopharmakologe und Altamerikanist liefert einen kompletten Überblick über die Geschichte des Räucherns und Zubereitung und Gebrauch von Räuchermischungen. Er beschreibt 72 Räucherstoffe in beeindruckendem Umfang. Ein Buch, dass sich mehr zum Lesen und Informieren eignet. Nicht unbedingt als Anfängerwerk geeignet, es sei den, du willst der Sache wirklich gleich auf den tiefsten Grund gehen&#8230;<br />
Genauso wie Fischer-Rizzi nicht ganz billig, aber wunderschön aufgemacht. Der Preis lohnt sich!</i></p>
<p>Wollner, Fred: <b>Räucherwerk und Ritual: Die vergessene Kunst des Räucherns.</b> Buchverlag Fred Wollner: Kempten, 1994<br />
<i>Ein Buch mit vielen Rezepten. Weder besonders ausgiebig noch finden sich spektakuläre Neuigkeiten darin. Eines der vielen Bücher über das Räuchern, das man meiner Ansicht nicht unbedingt haben muss.</i></p>
<p>Wollner, Fred: <b>Duftender Rauch für die Seele: Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk.</b> Goldmann: München, 1998<br />
<i>Wollner hat in diesem Buch sein Erstlingswerk neu aufbereitet. Das ändert leider nichts an seiner Durchschnittlichkeit.</i></p>
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		<title>Initiationsrituale</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/initiationsrituale/</link>
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		<pubDate>Fri, 31 Oct 2008 22:11:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Venayra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hain & Trommel]]></category>
		<category><![CDATA[feste]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hexen]]></category>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><strong>Warum im Schamanismus Initiationsrituale praktiziert werden – und wozu sie dienen.</strong><br />
von Venarya</p>
<p>Initiationsrituale wie z. B. eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Visionssuche" target="_blank">Visionssuche</a> bringen einen Menschen dazu, dass er auf sich selbst zurückgeworfen wird. Rituell &#8220;gepflanzt&#8221; auf einen dafür vorbereiteten, einsamen Platz in freier Natur (der für die Dauer des mehrtägigen Rituals nicht mehr verlassen wird), sind die alltäglichen Ablenkungen fern: Man wird konfrontiert mit den eigenen Ängsten. Bereits die Tatsache, über Tage und Nächte völlig allein zu sein, zwingt einen dazu, diese Ängste zu durchleben – und zu überwinden.</p>
<p>Anstelle der sonst wie selbstverständlichen Gewohnheiten, Hilfe grundsätzlich von außen zu suchen (Tabletten, Arztbesuch o. Ä.), müssen Schmerzen und sonstige Probleme nun anders überwunden werden: Gebete, meditative Praktiken, Vertrauen in helfende spirituelle Kräfte u.Ä. ermöglichen dabei, etwas aus sich selbst heraus zu lernen und zu entwickeln.</p>
<p>Hat man keine solche &#8220;inneren Werkzeuge&#8221; oder Methoden, kann die Zeit selbst zu einem großen Problem werden. Doch auch dies kann zur heilenden Erfahrung werden: Geht es doch immer darum, die eigene (zuweilen: tief in einem selbst verborgene) Kraft zu finden und zu spüren, anstatt sich auf äußere Hilfen zu verlassen (oder solche erwarten zu können). Bestimmte Methoden gibt die Visionssuche nicht vor, individuelle Praktiken legt sie nicht fest.</p>
<p>Ziel ist, jeden Menschen seine eigenen Techniken finden zu lassen, die ganz persönlich zu ihm passen. Immer wieder Vertrauen zu sich selbst – wie auch zu den spirituell helfenden Kräften der Natur – zu wagen, führt letztlich dazu, das eigene Leben kraftvoll meistern zu können. Man spricht auch davon, den &#8220;eigenen Auftrag&#8221; wahrnehmen und leben zu können.</p>
<p>Anders als z. B. im Buddhismus, wo dem Menschen genaue Angaben gegeben werden, über meditative Praktiken und vorgegebene Gebete am Ende &#8220;Erleuchtung&#8221; zu erlangen, lässt die Visionssuche dem Probanden zur Entwicklung und/oder Ausübung seiner persönlichen Methoden (fast) völlig freien Raum.</p>
<p>Herkömmliche Schulen, Ausbildungswege und andere typische &#8220;Lebensstationen&#8221; unserer Zivilisation brachten uns vor allem bei, Wissen nach streng vorgegebenen Rezepten zu erlangen, Energie wie Heilung grundsätzlich von außen zu erwarten – und Autoritäten zu vertrauen, die uns (z.B. im Rahmen jedweder Lernerfahrung) den jeweils nächsten Schritt genau vorgeben. Das Lob des Lehrers ersetzt die eigene Erfahrung (die sich allzuoft aufs &#8220;Nachturnen&#8221; einer Methodik und das messbare Meistern bestimmter Prüfstationen beschränkt). Die eigene Urteilskraft verkümmert. (Im Fall des überwiegenden Tadels seitens der Autorität verkümmert zudem das Selbstvertrauen überhaupt.)</p>
<p>Kennzeichen für die Verinnerlichung solcher Verhaltensmuster ist z.B. das mehr oder minder minutiöse Nachbeten und Nachbilden von allerlei Rezepten und Ritualen, die wir z.B. in beliebigen Büchern finden. Selbst, wenn manche dieser Rezepte fürs eine oder andere Detail taugen mögen, ersetzt ihr stumpfer Nachbau doch nie und nimmer die – zugegeben: schwierigere und langwierigere – Erfahrung, welche Methoden und Praktiken wirklich der eigenen, persönlichen Natur dienen und gemäß sind. Zudem können Bücher nur Theoretisches vermitteln: Nichts ersetzt den direkten Kontakt mit den Kräften der Natur – und nichts bringt einen der eigenen Natur näher als dieser!</p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/karan/1936265"><img src="http://u1.ipernity.com/5/62/65/1936265.aaa62257.500.jpg" border="0" alt="Wasserfall" width="375" height="500" /></a><br />
<em>Foto: Karan</em></p>
<p><strong>Das Wagnis</strong><br />
Initiationsrituale wie die Visionssuche werfen den Menschen &#8220;ins kalte Wasser&#8221;: um die eigenen Kräfte zu entwickeln. Dieser Weg setzt eine gewisse Bereitschaft voraus, an sich selbst zu arbeiten: negative Grundeinstellungen zu hinterfragen, &#8220;Schuld&#8221; für erfahrenes Leid nicht mehr außen zu suchen, sondern sich selbst zu ermächtigen, das eigene Schicksal (kraft der persönlichen, im Grunde wertfreien Erfahrungen) zu gestalten: immer wieder aufs Neue. Neue Erfahrungen wagen!</p>
<p>Dazu kommt eine gewisse Opferbereitschaft: Man sollte bereit sein, &#8220;etwas aushalten&#8221; zu wollen, um weiterzukommen. Der Erfolg von Visionssuchen (aber auch anderer Rituale, wie z.B. Schwitzhütten) lässt sich nicht erkaufen. Hier gilt nur die Währung der jeweiligen persönlichen Einsatzbereitschaft – und was man von sich selber gibt, gibt man den Göttern, Kräften oder dem Inneren Selbst (je nach Weltsicht); nicht dem oder der Zeremonienleiterin. (Die oder der mag einen Obolus verdienen bzw. einen Unkostenbeitrag verlangen: das ist ein völlig anderes Thema auf der materiellen bzw. der Sachebene und hängt nicht mit dem zusammen, was das Ganze einem persönlich bringen kann und soll: weit über das Ritual selbst hinaus. Sinn und Erfolg einer Visionssuche u. Ä. hängen ganz von der inneren Bereitschaft ab, sich einem solchen Prozess vertrauensvoll hinzugeben – und die dabei auftauchenden Schwierigkeiten zu durchleben, zu erfahren. Am eigenen Leib.)</p>
<p>Anstatt also, z.B. in einer Schwitzhütte, beim ersten &#8220;Brennen&#8221; auf der Haut sofort die Hütte zu verlassen, gilt es vielmehr zu erkennen, dass die spontan als &#8220;zuviel&#8221; empfundene Hitze auch nur ein Werkzeug ist, das dazu dient, die eigenen Grenzen zu erweitern – und letztlich: Heilung zu erzeugen.</p>
<p>Allerdings: zum &#8220;Schuss nach hinten&#8221; kann es werden, sich selber nur als &#8220;Opfer&#8221; wahrzunehmen, das nun willig allerlei Unbill oder Unannehmlichkeiten &#8220;halt aushalten&#8221; oder &#8220;durchhalten&#8221; müsse. Wer allzuleicht (z.B. aus persönlicher Erlebens-Gewohnheit) die &#8220;Opferrolle&#8221; wählt – für den oder die kann es durchaus eine Bereicherung darstellen, die Visionssuche oder Schwitzhütte früh- oder vorzeitig zu verlassen. Nochmal: Es gilt nicht, hier vorgefertigte Wege zu durchlaufen, um Lob irgendeiner Autorität (oder einen Titel, ein Diplom oder sowas) einzuheimsen, sondern tatsächlich eigene Kraft zu erfahren und zu entwickeln. Niemand wird beurteilt außer durch sich selbst.</p>
<p>Initiationsrituale dienen also dazu, den eigenen Kraftquellen näher zu kommen, eine eigene Praxis zu finden und ins tägliche Leben einzubauen, Vertrauen zu finden und den eigenen Auftrag verantwortungsvoll zu leben.</p>
<p>Was ich noch hinzufügen möchte, ist, dass wir (als Kinder unserer Zeit), sehr geprägt sind von der &#8220;Zivilisation&#8221; – jedoch jeder von uns in sich selbst den Wunsch entwickeln kann, an sich selbst zu arbeiten, um das oben Beschriebene zu erreichen. Wenn wir jedoch wirklich nachhaltige Veränderungen erreichen möchten, ist es notwendig, sich z. B. für freie Schulen einzusetzen, damit unsere Nachkommen es leichter haben, dem allgegenwärtigen Prinzip des Folgens etwas Kreatives gegenüberstellen zu lernen, und etwas Eigenes aus sich selbst heraus zu entwickeln.</p>
<p><strong>Nachgeahmte Rituale und lebendige Traditionen</strong><br />
Gerade in unseren Breitengraden werden gerne Rituale (aus welchen Quellen auch immer) nachgeahmt und als wirksam empfunden. Nicht selten trifft man selbsternannte Hexen, die ein Buch neben sich liegen haben und, oft mithilfe darin aufgezählter &#8220;unverzichtbarer&#8221; Gegenstände, kleinlaut die &#8220;Göttin der Unterwelt&#8221; anrufen &#8230; Bei sowas denke ich mir unwillkürlich: &#8220;Eigentlich gut, dass es nicht funktioniert – denn wenn so eine Göttin tatsächlich erschiene, würde es das kleinlaute Hexchen höchstwahrscheinlich umhauen.“<br />
Warum funktioniert das nicht? Mal abgesehen davon, dass unser &#8220;Beispielshexchen&#8221; selten eine nennenswerte Ahnung hat von der jeweilig gerufenen Gottheit (deren kultureller Kontext ja allzuoft ignoriert bzw. überhaupt nicht als relevant wahrgenommen wird): Wo haben wir denn gelernt, eine wirkliche (eine wirk-mächtige!) Verbindung herzustellen mit den Kräften der Natur?</p>
<p>Wie und welche eigenen Methoden sind denn entwickelt, die Naturkräfte zu spüren, womöglich mit deren Geistern Kontakt aufzunehmen? Nicht nur, dass Initiationserfahrungen meist fehlen: Die allermeisten von uns haben doch nichtmal einen eigenen Garten, wo sie ein wenig Verantwortung und Kontakt zu Pflanzen, Mond, Wetter und Wachstum erlernen können. Wer hat sich überhaupt mal öfter alleine in die Natur begeben? Sich getraut, eigene Formen zu finden, Kontakt mit Naturgeistern herzustellen? Wer wagt wenigstens das Vertrauen, diesbezügliche eigene &#8220;Einbildungen&#8221; als wahrhaftig anzuerkennen?<br />
Die Rituale, die wir in Büchern finden, mögen wirksame Rituale sein: bestenfalls aber von Menschen entwickelt, denen diese Fähigkeiten (Kontakt zur Natur herstellen zu können) vertraut sind oder waren.</p>
<p>Lebendige Traditionen (wie z.B. die indianischen, die ich lernte), hingegen bringen Folgendes hervor:</p>
<ul>
<li>Schwitzhütten, die dazu dienen, sich regelmäßig zu reinigen, für eigene Grenzerweiterung und ebenfalls zur Heilung verwendet werden.</li>
<li>Medizinzeremonien, die dem Menschen dienen, mittels bestimmter halluzinogener Pflanzen (die zudem wohldosiert verabreicht werden), Verbindung zu spirituellen Kräften herzustellen: Es kommt zu Visionen und außergewöhnliche Erfahrungen. Zudem werden die eigenen Heilungskräfte aktiviert, das eigene Herz öffnet sich, das &#8220;wahre Selbst&#8221; kommt zum Vorschein.</li>
<li>Visionssuchen, die als Initiationsrituale den Menschen dazu zu bringen, eigene innere Kraft zu entwickeln, Vertrauen zu finden, Kontakt herzustellen zur eigenen inneren wie der großen äußeren Natur (nicht wundern, wenn die sich plötzlich verwandt oder gleich anfühlen!): Hier schlummern die Möglichkeiten, kraftvoll das Leben zu meistern, ja: den persönlichen &#8220;inneren Auftrag&#8221; in diesem Leben zu erkennen.</li>
<li> sowie z.B. der sog. &#8220;Sonnentanz&#8221;, der dazu dient, die &#8220;Trennung von der Nabelschnur&#8221; (stellvertretend: für tiefverwurzelte Gewohnheiten und Bindungen) selbsttätig auszuführen, dabei sehr schmerzvolle Zustände auszuhalten. Man gibt viel von sich, um sich bereit zu machen für den eigenen Weg. Das Leben ist fortan in eigener Hand – die vordem so selbstverständlich gefühlte Abhängigkeit von äußerlichen Bedingungen endet im Schmerz dieser Erfahrung. Wie kein anderes ist der Sonnentanz ein Ritual, das zur inneren Reife führt.</li>
</ul>
<p>Alle diese Rituale lassen jedoch Platz für den eigenen individuellen Weg, die eigenen Methoden (inklusive der praktischen Gelegenheit, solche zu entwickeln). Und selbstredend erfährt man die anwesende Gemeinschaft (von Helfern und Mit-Probanden) rundherum als eine, die den eigenen, ganz persönlich erfahrenen Weg damit unterstützt!<br />
Wichtig ist, dass alle diese Traditionen bzw. Rituale mit einer eigenen und persönlichen Absicht verbunden werden müssen: Verlauf und Ergebnis sind von dieser Vorarbeit abhängig.</p>
<p>Damit diese traditionellen Rituale erhalten bleiben, sind Menschen wichtig, die ich &#8220;Traditionsreiter&#8221; nenne: Jene Kundigen, die darauf achten, dass man sich genau an die vorgegebenen Regeln hält, damit das Wissen über die einzelnen Traditionen erhalten bleibt (nicht zuletzt: damit sie überhaupt weitergegeben werden können).</p>
<p>Ziel ist jedoch immer ein persönlicher Weg, der über das bloße Befolgen von Regelwerken hinausreicht. Nur so führt dieser Weg hin zum eigenen Herzen – und lässt sich mit dessen ungeahnter Ur-Energie auch die der &#8220;großen Natur&#8221; erfahren und vice versa (unabhängig davon, mit welchen Kräften, Geistern oder Gottheiten die Welt jeweils individuell gesehen, empfunden, verstanden und erlebt wird).</p>
<p>Doch gerade auch in derzeit gelebten Naturreligionen und ihren Traditionen gibt es keine Lehren darüber, was man in sich selbst finden wird. Wie sollen die Rituale aussehen? Es sind lediglich Werkzeuge, die einem helfen, dies alles in sich zu finden: Sie lassen den Raum offen für den persönlichen Weg, das ureigene Werden und Gestalten.<br />
Mit dem Nachahmen vorgefertigter Ritualrezepte sind die Erfahrungs-Pfade lebendiger Traditionen nicht zu vergleichen: weder in ihrem Verlauf, noch in ihrer Wirkung.</p>
<p><strong>Die Essenz</strong><br />
Natürlich gilt es, kulturspezifische Eigenheiten jeweils behutsam ins Erfahrbarkeits- und Möglichkeits-Feld tatsächlich und aktuell vorhandener Umgebungs-Voraussetzungen zu übersetzen oder zu übertragen: Eine in den Tropen entwickelte Tradition, für die Sonnenhitze und Wassermangel tagtägliche Selbstverständlichkeiten darstellen, bringt formell andere Ritualdetails hervor als eine, die sich über wechselnde Jahreszeiten definiert, von denen Winterkälte oder zumindest nasskaltes Übergangsgrau die längsten sind. Von den Unterschieden in Fauna und Flora (samt deren spezifischen &#8220;Spirits&#8221;) ganz zu schweigen. Im Kern aber ist Schamanismus eine uralte Praxis, ersonnen, tradiert und (immer wieder weiter-) entwickelt: von Menschen für Menschen, im Einklang mit der natürlichen Welt, in der – und aus der – sie leben. Älter als unsere sogenannte &#8220;Zivilisation&#8221; (an deren Grenzen und Überformungen wir doch gerade so leiden – nicht nur, aber auch)!<br />
Darum rede ich von &#8220;lebendigen Traditionen&#8221;. Vielfältige Entwicklungen in der europäischen Geschichte sorgten hierzulande für Abbrüche, Entfremdungen, Vergessenheit. Anderswo in der Welt wurden und werden noch lebendige Reste bewahrt bis heute: Die Kulturen mögen sich unterscheiden, aber die Herzen der Menschen tun es nicht. Heilung ist ein Anliegen, wir alle bedürfen ihrer.</p>
<p>Lasst uns aus dem überlieferten Wissen, den praktischen Erfahrungen jener schöpfen, deren Kulturen von der Industrie- und Kommerzgesellschaft überrannt wurden – oder gerade zermantscht werden. Ich lernte nicht aus der Kultur eines einzelnen Stammes – längst schlossen sich unterschiedlichste Medizinkundige letztüberlebender Tradtionsvielfalt zusammen, um in diesen schwierigen Zeiten zu bewahren – und weiterzugeben, was noch möglich ist. Um kulturelle Eigenarten geht es sowieso nicht: sondern, wie gesagt, um Heilung. Erzählt mir nicht, ausgerechnet unsere Zeit und Welt hätte die nicht nötig.<br />
Ich habe nur ein Samenkorn mitgebracht, einen Keim, eine Ur-Methode. In unsere materiell so stein- (oder schein-) reiche, seelisch aber so hungernde Welt. Für unsere verwilderten Herzens-Äcker. Für unsere konkreten Heil-Bedürfnisse. Für uns alle, in allen globalen Hemisphären, Kulturen, Nöten. Für unser aller Leben – und Überleben. Miteinander! Für dich und mich. Für alle, die wir lieben. Ich nenne es: die Essenz.<br />
<strong>Venayra</strong><br />
(verbal assistiert von Eibensang)</p>
<p><em>Venayra gibt in Deutschland regelmäßige Schwitzhüttenzeremonien und hat 2007 erstmals eine Visionssuche initiiert, die im Saarland stattfand. Ihr Anliegen dabei ist es, die indianische Essenz der Visionssuche zu adaptieren und dementsprechende Elemente und Inhalte der germanischen Kultur und heimischen Natur mit einfließen zu lassen. </em></p>
<p>Kontakt: venayra (at) gmx.de</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/germanisch-schamanisches-hain-und-trommel/">Hain &amp; Trommel</a> by Venayra <a href="http://www.nornirsaett.de/initiationsrituale/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warum im Schamanismus Initiationsrituale praktiziert werden – und wozu sie dienen.</strong><br />
von Venarya</p>
<p>Initiationsrituale wie z. B. eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Visionssuche" target="_blank">Visionssuche</a> bringen einen Menschen dazu, dass er auf sich selbst zurückgeworfen wird. Rituell &#8220;gepflanzt&#8221; auf einen dafür vorbereiteten, einsamen Platz in freier Natur (der für die Dauer des mehrtägigen Rituals nicht mehr verlassen wird), sind die alltäglichen Ablenkungen fern: Man wird konfrontiert mit den eigenen Ängsten. Bereits die Tatsache, über Tage und Nächte völlig allein zu sein, zwingt einen dazu, diese Ängste zu durchleben – und zu überwinden.</p>
<p>Anstelle der sonst wie selbstverständlichen Gewohnheiten, Hilfe grundsätzlich von außen zu suchen (Tabletten, Arztbesuch o. Ä.), müssen Schmerzen und sonstige Probleme nun anders überwunden werden: Gebete, meditative Praktiken, Vertrauen in helfende spirituelle Kräfte u.Ä. ermöglichen dabei, etwas aus sich selbst heraus zu lernen und zu entwickeln.</p>
<p>Hat man keine solche &#8220;inneren Werkzeuge&#8221; oder Methoden, kann die Zeit selbst zu einem großen Problem werden. Doch auch dies kann zur heilenden Erfahrung werden: Geht es doch immer darum, die eigene (zuweilen: tief in einem selbst verborgene) Kraft zu finden und zu spüren, anstatt sich auf äußere Hilfen zu verlassen (oder solche erwarten zu können). Bestimmte Methoden gibt die Visionssuche nicht vor, individuelle Praktiken legt sie nicht fest.</p>
<p>Ziel ist, jeden Menschen seine eigenen Techniken finden zu lassen, die ganz persönlich zu ihm passen. Immer wieder Vertrauen zu sich selbst – wie auch zu den spirituell helfenden Kräften der Natur – zu wagen, führt letztlich dazu, das eigene Leben kraftvoll meistern zu können. Man spricht auch davon, den &#8220;eigenen Auftrag&#8221; wahrnehmen und leben zu können.</p>
<p>Anders als z. B. im Buddhismus, wo dem Menschen genaue Angaben gegeben werden, über meditative Praktiken und vorgegebene Gebete am Ende &#8220;Erleuchtung&#8221; zu erlangen, lässt die Visionssuche dem Probanden zur Entwicklung und/oder Ausübung seiner persönlichen Methoden (fast) völlig freien Raum.</p>
<p>Herkömmliche Schulen, Ausbildungswege und andere typische &#8220;Lebensstationen&#8221; unserer Zivilisation brachten uns vor allem bei, Wissen nach streng vorgegebenen Rezepten zu erlangen, Energie wie Heilung grundsätzlich von außen zu erwarten – und Autoritäten zu vertrauen, die uns (z.B. im Rahmen jedweder Lernerfahrung) den jeweils nächsten Schritt genau vorgeben. Das Lob des Lehrers ersetzt die eigene Erfahrung (die sich allzuoft aufs &#8220;Nachturnen&#8221; einer Methodik und das messbare Meistern bestimmter Prüfstationen beschränkt). Die eigene Urteilskraft verkümmert. (Im Fall des überwiegenden Tadels seitens der Autorität verkümmert zudem das Selbstvertrauen überhaupt.)</p>
<p>Kennzeichen für die Verinnerlichung solcher Verhaltensmuster ist z.B. das mehr oder minder minutiöse Nachbeten und Nachbilden von allerlei Rezepten und Ritualen, die wir z.B. in beliebigen Büchern finden. Selbst, wenn manche dieser Rezepte fürs eine oder andere Detail taugen mögen, ersetzt ihr stumpfer Nachbau doch nie und nimmer die – zugegeben: schwierigere und langwierigere – Erfahrung, welche Methoden und Praktiken wirklich der eigenen, persönlichen Natur dienen und gemäß sind. Zudem können Bücher nur Theoretisches vermitteln: Nichts ersetzt den direkten Kontakt mit den Kräften der Natur – und nichts bringt einen der eigenen Natur näher als dieser!</p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/karan/1936265"><img src="http://u1.ipernity.com/5/62/65/1936265.aaa62257.500.jpg" border="0" alt="Wasserfall" width="375" height="500" /></a><br />
<em>Foto: Karan</em></p>
<p><strong>Das Wagnis</strong><br />
Initiationsrituale wie die Visionssuche werfen den Menschen &#8220;ins kalte Wasser&#8221;: um die eigenen Kräfte zu entwickeln. Dieser Weg setzt eine gewisse Bereitschaft voraus, an sich selbst zu arbeiten: negative Grundeinstellungen zu hinterfragen, &#8220;Schuld&#8221; für erfahrenes Leid nicht mehr außen zu suchen, sondern sich selbst zu ermächtigen, das eigene Schicksal (kraft der persönlichen, im Grunde wertfreien Erfahrungen) zu gestalten: immer wieder aufs Neue. Neue Erfahrungen wagen!</p>
<p>Dazu kommt eine gewisse Opferbereitschaft: Man sollte bereit sein, &#8220;etwas aushalten&#8221; zu wollen, um weiterzukommen. Der Erfolg von Visionssuchen (aber auch anderer Rituale, wie z.B. Schwitzhütten) lässt sich nicht erkaufen. Hier gilt nur die Währung der jeweiligen persönlichen Einsatzbereitschaft – und was man von sich selber gibt, gibt man den Göttern, Kräften oder dem Inneren Selbst (je nach Weltsicht); nicht dem oder der Zeremonienleiterin. (Die oder der mag einen Obolus verdienen bzw. einen Unkostenbeitrag verlangen: das ist ein völlig anderes Thema auf der materiellen bzw. der Sachebene und hängt nicht mit dem zusammen, was das Ganze einem persönlich bringen kann und soll: weit über das Ritual selbst hinaus. Sinn und Erfolg einer Visionssuche u. Ä. hängen ganz von der inneren Bereitschaft ab, sich einem solchen Prozess vertrauensvoll hinzugeben – und die dabei auftauchenden Schwierigkeiten zu durchleben, zu erfahren. Am eigenen Leib.)</p>
<p>Anstatt also, z.B. in einer Schwitzhütte, beim ersten &#8220;Brennen&#8221; auf der Haut sofort die Hütte zu verlassen, gilt es vielmehr zu erkennen, dass die spontan als &#8220;zuviel&#8221; empfundene Hitze auch nur ein Werkzeug ist, das dazu dient, die eigenen Grenzen zu erweitern – und letztlich: Heilung zu erzeugen.</p>
<p>Allerdings: zum &#8220;Schuss nach hinten&#8221; kann es werden, sich selber nur als &#8220;Opfer&#8221; wahrzunehmen, das nun willig allerlei Unbill oder Unannehmlichkeiten &#8220;halt aushalten&#8221; oder &#8220;durchhalten&#8221; müsse. Wer allzuleicht (z.B. aus persönlicher Erlebens-Gewohnheit) die &#8220;Opferrolle&#8221; wählt – für den oder die kann es durchaus eine Bereicherung darstellen, die Visionssuche oder Schwitzhütte früh- oder vorzeitig zu verlassen. Nochmal: Es gilt nicht, hier vorgefertigte Wege zu durchlaufen, um Lob irgendeiner Autorität (oder einen Titel, ein Diplom oder sowas) einzuheimsen, sondern tatsächlich eigene Kraft zu erfahren und zu entwickeln. Niemand wird beurteilt außer durch sich selbst.</p>
<p>Initiationsrituale dienen also dazu, den eigenen Kraftquellen näher zu kommen, eine eigene Praxis zu finden und ins tägliche Leben einzubauen, Vertrauen zu finden und den eigenen Auftrag verantwortungsvoll zu leben.</p>
<p>Was ich noch hinzufügen möchte, ist, dass wir (als Kinder unserer Zeit), sehr geprägt sind von der &#8220;Zivilisation&#8221; – jedoch jeder von uns in sich selbst den Wunsch entwickeln kann, an sich selbst zu arbeiten, um das oben Beschriebene zu erreichen. Wenn wir jedoch wirklich nachhaltige Veränderungen erreichen möchten, ist es notwendig, sich z. B. für freie Schulen einzusetzen, damit unsere Nachkommen es leichter haben, dem allgegenwärtigen Prinzip des Folgens etwas Kreatives gegenüberstellen zu lernen, und etwas Eigenes aus sich selbst heraus zu entwickeln.</p>
<p><strong>Nachgeahmte Rituale und lebendige Traditionen</strong><br />
Gerade in unseren Breitengraden werden gerne Rituale (aus welchen Quellen auch immer) nachgeahmt und als wirksam empfunden. Nicht selten trifft man selbsternannte Hexen, die ein Buch neben sich liegen haben und, oft mithilfe darin aufgezählter &#8220;unverzichtbarer&#8221; Gegenstände, kleinlaut die &#8220;Göttin der Unterwelt&#8221; anrufen &#8230; Bei sowas denke ich mir unwillkürlich: &#8220;Eigentlich gut, dass es nicht funktioniert – denn wenn so eine Göttin tatsächlich erschiene, würde es das kleinlaute Hexchen höchstwahrscheinlich umhauen.“<br />
Warum funktioniert das nicht? Mal abgesehen davon, dass unser &#8220;Beispielshexchen&#8221; selten eine nennenswerte Ahnung hat von der jeweilig gerufenen Gottheit (deren kultureller Kontext ja allzuoft ignoriert bzw. überhaupt nicht als relevant wahrgenommen wird): Wo haben wir denn gelernt, eine wirkliche (eine wirk-mächtige!) Verbindung herzustellen mit den Kräften der Natur?</p>
<p>Wie und welche eigenen Methoden sind denn entwickelt, die Naturkräfte zu spüren, womöglich mit deren Geistern Kontakt aufzunehmen? Nicht nur, dass Initiationserfahrungen meist fehlen: Die allermeisten von uns haben doch nichtmal einen eigenen Garten, wo sie ein wenig Verantwortung und Kontakt zu Pflanzen, Mond, Wetter und Wachstum erlernen können. Wer hat sich überhaupt mal öfter alleine in die Natur begeben? Sich getraut, eigene Formen zu finden, Kontakt mit Naturgeistern herzustellen? Wer wagt wenigstens das Vertrauen, diesbezügliche eigene &#8220;Einbildungen&#8221; als wahrhaftig anzuerkennen?<br />
Die Rituale, die wir in Büchern finden, mögen wirksame Rituale sein: bestenfalls aber von Menschen entwickelt, denen diese Fähigkeiten (Kontakt zur Natur herstellen zu können) vertraut sind oder waren.</p>
<p>Lebendige Traditionen (wie z.B. die indianischen, die ich lernte), hingegen bringen Folgendes hervor:</p>
<ul>
<li>Schwitzhütten, die dazu dienen, sich regelmäßig zu reinigen, für eigene Grenzerweiterung und ebenfalls zur Heilung verwendet werden.</li>
<li>Medizinzeremonien, die dem Menschen dienen, mittels bestimmter halluzinogener Pflanzen (die zudem wohldosiert verabreicht werden), Verbindung zu spirituellen Kräften herzustellen: Es kommt zu Visionen und außergewöhnliche Erfahrungen. Zudem werden die eigenen Heilungskräfte aktiviert, das eigene Herz öffnet sich, das &#8220;wahre Selbst&#8221; kommt zum Vorschein.</li>
<li>Visionssuchen, die als Initiationsrituale den Menschen dazu zu bringen, eigene innere Kraft zu entwickeln, Vertrauen zu finden, Kontakt herzustellen zur eigenen inneren wie der großen äußeren Natur (nicht wundern, wenn die sich plötzlich verwandt oder gleich anfühlen!): Hier schlummern die Möglichkeiten, kraftvoll das Leben zu meistern, ja: den persönlichen &#8220;inneren Auftrag&#8221; in diesem Leben zu erkennen.</li>
<li> sowie z.B. der sog. &#8220;Sonnentanz&#8221;, der dazu dient, die &#8220;Trennung von der Nabelschnur&#8221; (stellvertretend: für tiefverwurzelte Gewohnheiten und Bindungen) selbsttätig auszuführen, dabei sehr schmerzvolle Zustände auszuhalten. Man gibt viel von sich, um sich bereit zu machen für den eigenen Weg. Das Leben ist fortan in eigener Hand – die vordem so selbstverständlich gefühlte Abhängigkeit von äußerlichen Bedingungen endet im Schmerz dieser Erfahrung. Wie kein anderes ist der Sonnentanz ein Ritual, das zur inneren Reife führt.</li>
</ul>
<p>Alle diese Rituale lassen jedoch Platz für den eigenen individuellen Weg, die eigenen Methoden (inklusive der praktischen Gelegenheit, solche zu entwickeln). Und selbstredend erfährt man die anwesende Gemeinschaft (von Helfern und Mit-Probanden) rundherum als eine, die den eigenen, ganz persönlich erfahrenen Weg damit unterstützt!<br />
Wichtig ist, dass alle diese Traditionen bzw. Rituale mit einer eigenen und persönlichen Absicht verbunden werden müssen: Verlauf und Ergebnis sind von dieser Vorarbeit abhängig.</p>
<p>Damit diese traditionellen Rituale erhalten bleiben, sind Menschen wichtig, die ich &#8220;Traditionsreiter&#8221; nenne: Jene Kundigen, die darauf achten, dass man sich genau an die vorgegebenen Regeln hält, damit das Wissen über die einzelnen Traditionen erhalten bleibt (nicht zuletzt: damit sie überhaupt weitergegeben werden können).</p>
<p>Ziel ist jedoch immer ein persönlicher Weg, der über das bloße Befolgen von Regelwerken hinausreicht. Nur so führt dieser Weg hin zum eigenen Herzen – und lässt sich mit dessen ungeahnter Ur-Energie auch die der &#8220;großen Natur&#8221; erfahren und vice versa (unabhängig davon, mit welchen Kräften, Geistern oder Gottheiten die Welt jeweils individuell gesehen, empfunden, verstanden und erlebt wird).</p>
<p>Doch gerade auch in derzeit gelebten Naturreligionen und ihren Traditionen gibt es keine Lehren darüber, was man in sich selbst finden wird. Wie sollen die Rituale aussehen? Es sind lediglich Werkzeuge, die einem helfen, dies alles in sich zu finden: Sie lassen den Raum offen für den persönlichen Weg, das ureigene Werden und Gestalten.<br />
Mit dem Nachahmen vorgefertigter Ritualrezepte sind die Erfahrungs-Pfade lebendiger Traditionen nicht zu vergleichen: weder in ihrem Verlauf, noch in ihrer Wirkung.</p>
<p><strong>Die Essenz</strong><br />
Natürlich gilt es, kulturspezifische Eigenheiten jeweils behutsam ins Erfahrbarkeits- und Möglichkeits-Feld tatsächlich und aktuell vorhandener Umgebungs-Voraussetzungen zu übersetzen oder zu übertragen: Eine in den Tropen entwickelte Tradition, für die Sonnenhitze und Wassermangel tagtägliche Selbstverständlichkeiten darstellen, bringt formell andere Ritualdetails hervor als eine, die sich über wechselnde Jahreszeiten definiert, von denen Winterkälte oder zumindest nasskaltes Übergangsgrau die längsten sind. Von den Unterschieden in Fauna und Flora (samt deren spezifischen &#8220;Spirits&#8221;) ganz zu schweigen. Im Kern aber ist Schamanismus eine uralte Praxis, ersonnen, tradiert und (immer wieder weiter-) entwickelt: von Menschen für Menschen, im Einklang mit der natürlichen Welt, in der – und aus der – sie leben. Älter als unsere sogenannte &#8220;Zivilisation&#8221; (an deren Grenzen und Überformungen wir doch gerade so leiden – nicht nur, aber auch)!<br />
Darum rede ich von &#8220;lebendigen Traditionen&#8221;. Vielfältige Entwicklungen in der europäischen Geschichte sorgten hierzulande für Abbrüche, Entfremdungen, Vergessenheit. Anderswo in der Welt wurden und werden noch lebendige Reste bewahrt bis heute: Die Kulturen mögen sich unterscheiden, aber die Herzen der Menschen tun es nicht. Heilung ist ein Anliegen, wir alle bedürfen ihrer.</p>
<p>Lasst uns aus dem überlieferten Wissen, den praktischen Erfahrungen jener schöpfen, deren Kulturen von der Industrie- und Kommerzgesellschaft überrannt wurden – oder gerade zermantscht werden. Ich lernte nicht aus der Kultur eines einzelnen Stammes – längst schlossen sich unterschiedlichste Medizinkundige letztüberlebender Tradtionsvielfalt zusammen, um in diesen schwierigen Zeiten zu bewahren – und weiterzugeben, was noch möglich ist. Um kulturelle Eigenarten geht es sowieso nicht: sondern, wie gesagt, um Heilung. Erzählt mir nicht, ausgerechnet unsere Zeit und Welt hätte die nicht nötig.<br />
Ich habe nur ein Samenkorn mitgebracht, einen Keim, eine Ur-Methode. In unsere materiell so stein- (oder schein-) reiche, seelisch aber so hungernde Welt. Für unsere verwilderten Herzens-Äcker. Für unsere konkreten Heil-Bedürfnisse. Für uns alle, in allen globalen Hemisphären, Kulturen, Nöten. Für unser aller Leben – und Überleben. Miteinander! Für dich und mich. Für alle, die wir lieben. Ich nenne es: die Essenz.<br />
<strong>Venayra</strong><br />
(verbal assistiert von Eibensang)</p>
<p><em>Venayra gibt in Deutschland regelmäßige Schwitzhüttenzeremonien und hat 2007 erstmals eine Visionssuche initiiert, die im Saarland stattfand. Ihr Anliegen dabei ist es, die indianische Essenz der Visionssuche zu adaptieren und dementsprechende Elemente und Inhalte der germanischen Kultur und heimischen Natur mit einfließen zu lassen. </em></p>
<p>Kontakt: venayra (at) gmx.de</p>
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		<title>Reinigung</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 23:37:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hain & Trommel]]></category>
		<category><![CDATA[entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[feste]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><b>Reinigung beginnt beim einfachen Waschen und Putzen und kann manchmal – sofern man es bewusst tut – auch bereits auf dieser Ebene ein Gefühl von Sauberkeit, Reinigung und Erleichterung verschaffen. Doch betrifft das Thema weit mehr als nur die grobstoffliche Ebene und nur allzu oft tragen wir auch feinstoffliche und emotionale Altlasten mit uns herum.</b></p>
<p>So wie manchmal eine Reinigung im Nachhinein notwendig sein kann, so geht Ritualen im besten Fall immer eine Reinigungsphase voraus, wo die TeilnehmerInnen Sorgen, Ängste und Alltag ablegen können, die die konzentrierte und fokussierte Arbeit stören.<br />
Es gibt vielerlei Möglichkeiten, diese Reinigung durchzuführen, hier seien einige genannt, die sowohl in der Gruppe als auch alleine anwendbar sind. In einem fortführenden Teil möchte ich auf das Reinigen von Räumen und Plätzen eingehen. Hier in diesem ersten Teil ist nur die Reinigung von Personen behandelt.<br />
Reinigung, Erdung und Zentrierung sind meiner Ansicht nach genau diejenigen Punkte, die oftmals in Ritualen vernachlässigt werden und schon mal zu einem geringerem Ergebnis, gereizter Stimmung oder latschem Ritualverlauf führen (im besten Fall&#8230;). Alle stehen rum, rauchen, tratschen, tragen ihre unbewussten &#8220;schwarzen Wolken&#8221; mit sich herum und denken an sonst was – das ist ein energetisches Bild das meiner Ansicht nicht zu Ritualarbeit passt und das vermieden werden sollte. Ein Ritual sollte Ritualcharakter haben und darf nicht mit einem Haufen Leute verwechselt werden können, die sich an der Kinokasse anstellen.<br />
Wie dem entgegen gewirkt werden kann, auch davon sollen dieser Artikel und die folgenden handeln.</p>
<p><b>Einfache Tricks zur &#8220;Reinigung – instant&#8221;</b><br />
Gerade unterwegs und irgendwo eine ungute Energie abbekommen? Man bemerkt dies gut an plötzlichen Stimmungsschwankungen, Wechsel der Körpertemperatur, akute und unversehens auftretende Schmerzen oder Verspannungen oder dem Gefühl, dass da etwas &#8220;nicht zu einem gehört&#8221;. Natürlich gibt es Möglichkeiten, es gar nicht so weit kommen zu lassen, aber es passiert natürlich immer wieder, dass man sich fremde Energien einfängt, obwohl man das gar nicht möchte. Hier ein paar Methoden für unterwegs, wie man sich derer relativ leicht wieder entledigen kann.</p>
<ul>
<li>
Hände waschen</li>
</ul>
<p>So einfach, dass man vielleicht gar nicht dran denkt. Aber es hilft! Hände mit kaltem (warmes Wasser bindet Energien) Wasser waschen. Dabei hilft auch zu visualisieren, wie die unliebsamen Energien durch die Arme in die Hände und von dort von den Fingerspitzen tropfen und im Abfluss landen.</p>
<ul>
<li>
Springen</li>
</ul>
<p>Ein paar energische Sprünge helfen mir persönlich sehr, irgendeinen unguten Frust loszuwerden. Ich mache das auch sehr gerne vor Ritualen, da ich dabei das Gefühl habe, so richtig gut in meinen Körper hineingeschüttelt  zu werden und gleichzeitig stelle ich mir vor, wie alles, was ich jetzt nicht ins Ritual mitnehmen möchte, von mir abfällt. Dasselbe klappt auch mit sich Abschütteln.</p>
<ul>
<li>
Atmen</li>
</ul>
<p>Zuerst einige Male entspannt ein- und ausatmen und darauf achten, dass die Atmung so gut als möglich aus dem Bauchraum raus agieren kann. Beim Einatmen visualisiere ich, dass ich frische Energie einatme (kann man auch in einer sich angenehmen Farbe vorstellen) und die mir unangenehme Energie bei Ausatmen abgebe. Dass muss nicht nur über die Atmungsorgane geschehen, sondern man kann diese Visualisierung auf den ganzen Körper ausdehnen. Das heißt, ich visualisiere dann, wie ich mit all meinen Poren frische Energie in mich einatme und beim Ausatmen die ungute Energie über den ganzen Körper abgebe. Den Visualisierungen sind keine Grenzen gesetzt: Man kann sich die neue Energie als frischen Frühlingswind vorstellen, der durch den eigenen Körper fegt oder dass aus jeder frei atmenden Pore Blumen wachsen. Wichtig ist, dass einen die Bilder selbst ansprechen.</p>
<p><b>Reinigungen individuell und für Gruppen</b><br />
Bei größeren Gruppen ist es natürlich schwierig, intensivere Reinigungen durchzuführen, dabei beschränkt man sich besser auf eine Reinigungsräucherung oder eine Reinigung mit Salzwasser. Bei vielen Ritualen moderner Hexen werden die TeilnehmerInnen sowohl mit Räucherung als auch mit Salzwasser gereinigt, noch bevor sie den bereits gezogenen Kreis betreten. Bevor ich dazu komme, aber noch ein paar andere Techniken, wie man sich auch alleine eine schöne Reinigung bereiten kann.</p>
<ul>
<li>
<p>    Waschen</li>
</ul>
<p>So logisch es klingen mag, so hilfreich ist es aber. Und auch eine profane Dusche oder Session in der Badewanne können zu einer richtigen Zeremonie umgestaltet werden. Besonders zu den Jahreskreisfesten Imbolc und Ostara mag ich es sehr gerne, dem Thema Reinigung etwas mehr Raum zu widmen.</p>
<p>Für die Dusche empfehle ich: 2 Esslöffel grobes Salz mit ebenfalls 2 Esslöffel gutem Honig verrühren und sich von Kopf bis Fuß ordentlich damit abrubbeln. Lasst euch Zeit dabei und macht es wirklich gründlich – so ist auch das Ergebnis auch ein besseres. Anschließend abspülen – dabei stelle ich mir vor, wie die ganze alte Schlacke durch den Abguss weggeschwemmt wird und mein Körper in neuem Licht erstrahlt.</p>
<p>Für die Badewanne verwende ich gerne folgenden Zusatz: Einen Sud aus zwei Handvoll Rosmarin (am besten frisch), 1 Handvoll Rosenblätter, 1 Handvoll Beifuß mit 1 Handvoll Meersalz mischen.<br />
Gerne stelle ich um die Wanne Kerzen auf. Außerhalb des &#8220;Wohlfühlbereichs&#8221; kann man auch noch eine schwarze Kerze positionieren, die unterstützend die negativen Energien aufnehmen kann. Mein Badewasser weihe ich gerne mit ein paar Worten und lade die eine oder andere mir nahe stehende Gottheit ein, die mit Heilung, Reinigung und Wasser zu tun hat. Dann male ich gerne noch ein paar mir wichtige Symbole ins Wasser, gieße den Sud mit dem Salz hinein. Erst dann steige ich in die Wanne. Die vorhin genannte Atemübung kann man im Übrigen auch unterstützend machen, wenn man sich in der Wanne aalt! Es erscheint mir auch wichtig, solange sitzen zu bleiben, bis am Ende des Reinigungsbades alles Wasser abgeflossen ist. Dabei visualisiere ich, wie alles, was sich gelöst hat, nun abfließt.</p>
<ul>
<li>
Schlamm</li>
</ul>
<p>Eine sehr sinnliche Methode, sich zu reinigen, ist mit Schlamm. Am schönsten ist es natürlich, sich mit ein paar Freunden an einem warmen Sommertag gegenseitig mit Schlamm zu beschmieren, diesen dann gründlich trocknen zu lassen und anschließend abzuspülen.</p>
<ul>
<li>
Salz-Wasser Meditation
</li>
</ul>
<p>Eine Reinigungstechnik anderer Art ist die der Salz-Wasser Meditation. Dazu fülle Wasser in ein dir heiliges Gefäß und füge, z. B. mit deinem Athame (<i>zeremonielles Hexenmesser, wer keins hat, braucht sich nicht unbedingt eines anzuschaffen</i>), Salz hinzu. Ich verwende im rituellen Kontext im Übrigen immer ein wirklich gutes Salz, z. B. ein gutes Meersalz oder ein grobes Salz aus z. B. Hallstatt.<br />
Ich setze mich mit dem Gefäß in den Händen aufrecht hin und visualisiere in das Salzwasser die Sorgen, Zweifel, Ängste oder trüben Gedanken hinein, die ich loswerden möchte. Ich lasse sie hineinfließen und spüre, wie sie dort, von der reinigen Kraft des Salzwassers aufgelöst werden. Je länger man sich dazu Zeit nimmt, desto gründlicher wird so ein kleines Ritual natürlich. Anschließend beginne ich durch meine Wirbelsäule Energie aus der Erde zu ziehen, indem ich die Energie aus der Erde nach oben atme. Ich lasse sie durch meine Wirbelsäule hindurch in meine Arme strömen und von dort in das Gefäß hinein, bis das Salzwasser dort aufs Neue energetisiert wird. Dieses Ritual hat für mich auch viel mit Transformation zu tun und ich lege großen Wert auch auf den zweiten Teil, nämlich dass nach dem Loswerden etwas Neues nachkommt.</p>
<ul>
<li>
Reinigungsräucherung</li>
</ul>
<p>Rezepte für Reinigungsräucherungen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer   &#8211; im Grunde tut es aber ein ganz gewöhnlicher Salbei oder Beifuß auch. Räucherzutaten mit reinigender Wirkung sind unter anderem auch Rosmarin, schwarzer Pfeffer, Salz usw. Auch Drachenblut hat eine äußerst reinigende Wirkung, man sollte sich dabei aber bewusst sein, dass Drachenblut a l l e Energien „entfernt“ – die negativen genauso wie die positiven! Wenn ich ein bisschen Zeit dafür habe, genieße ich es sehr, mich über die Räucherschale zu stellen, die Beine zu grätschen, die Arme auszubreiten und den Rauch an mir hochziehen zu lassen.</p>
<p>I Bei Räucherungen für mehrere Menschen, bzw. bevor man ein Ritual beginnt, kann sich an mehreren Punkten im Körper konzentrieren. Beispielsweise kann der Rauch speziell an Bauch, Herz und Stirn gefächelt werden um die Reinigung von Körper, Seele und Geist zu symbolisieren.<br />
Eine andere Möglichkeit ist es, mit dem Rauch seine Aura zu reinigen, indem man ihn von unten nach oben in die Aura einfächelt. Vor einem allzu wilden Herumfuchteln in der Aura würde ich abraten, da dies mehr durcheinander bringt als reinigt oder erdet.<br />
Mit Räucherungen ist viel kreative Arbeit möglich und auch hier können viele selbst gestaltete Reinigungsrituale entworfen werden. Gut finde ich es, wenn man sich dann auf etwas – entweder mit sich selbst oder auch mit der Gruppe – einigt und diese Form dann beibehält und immer wieder dasselbe macht, damit es auch tatsächlichen Ritualcharakter erhält. </p>
<p>Nicht nur in Menschen, sondern auch in Räumen und Gegenständen können sich ungute Energien ablagern und störend wirken. Aber auch das muss gar nicht der Fall sein, denn manchmal ist es einfach nur gut, Räume oder Gegenstände auf energetischer Ebene durchzuputzen und sie mit neuer Energie zu laden.</p>
<p>Wenn ich von energetischer Reinigung spreche, dann setze ich voraus, dass die materielle Ebene bereits gereinigt wurde. Tolle Reinigungszeremonien in verdreckten Buden oder für verrostete und stumpfe Athame halte ich für durchschnittlich paradox, aber natürlich mag dies jeder handhaben wie er will…<br />
Bei geplanten Reinigungszeremonien versuche ich immer, die Phase des abnehmenden Mondes zu nutzen, am besten noch Schwarzmond.</p>
<p><b>Reinigung von Räumen</b><br />
Wie bereits erwähnt, ist es sinnvoll, ein Reinigungsritual auf materieller Ebene zu beginnen – das heißt: Zusammenräumen!<br />
Bevor man mit dem Ritual beginnt, sollte man sich – wie immer vor Ritualen – über den genauen Sinn bewusst sein. Und auch bei so banal erscheinenden Dingen wie &#8220;Reinigen&#8221; ist das durchaus sinnvoll. Es ist ein Unterschied, ob ich alle meine Energien aus einem Raum raus haben will, oder einfach nur die Stimmung klären und die guten Energien belassen, wo sie sind. Es ist sowohl das eine oder das andere möglich, aber es werden andere Räucherzutaten dazu verwendet und auch die Intention ist nicht dieselbe.</p>
<p><b>Alles raus!</b><br />
Will man wirklich alle Energien draußen haben, z.B. wenn man in eine neue Bleibe zieht, dann würde ich einfach pures Drachenblut verwenden. Gutes Drachenblut ist nicht billig, die Anschaffung lohnt sich aber, da die Wirkung dann auch wirklich stimmt. Ansonsten kann man auch Kampfer nehmen, wenngleich ich selbst Drachenblut für wirkungsvoller halte.<br />
Beginnen würde ich dieses Ritual damit, die Bude Raum für Raum mit Drachenblut auszuräuchern, anschließend den gesamten Boden mit Salz bedecken, Fenster zulassen, alle Türen innerhalb der Wohnung, bzw. des Hauses aufmachen, Eingangstüre verschließen und raus an die frische Luft. Am besten alles über Nacht &#8220;einwirken&#8221; lassen.<br />
Am nächsten Tag den Boden kehren und das Salz entsorgen, am besten dem Wasser übergeben. In den meisten Fällen wird das der Abfluss sein, aber gut. Das Reinigen eines Bodens mit Salz funktioniert meinem Wissen nach sehr gut auf Fliesen, Terrakotta, PVC- und Laminatböden, da habe ich das auch schon überall ausprobiert. Wie es um die Salztoleranz von Parkettböden bestellt ist, ist mir nicht bekannt. Autorin übernimmt keine Haftung <img src="http://i46.photobucket.com/albums/f125/MMarheinecke/blinzel.gif" border="0" alt="Blinzeln"></p>
<p>Nun den Boden mit heißen Wasser und einem sehr stark zubereiteten Rosmarinsud aufwaschen. Für den Sud gibst du 3, nicht zu kleine, Rosmarinzweige in einen kleinen Topf mit kochendem Wasser und lässt ihn 15 Minuten auf kleiner Flamme weiter köcheln.<br />
Alternativ dazu kannst du auch ätherisches Rosmarinöl mit einem EL Salz vermischen (ca. 20-25 Tropfen) und die Mischung anschließend in den Aufwaschkübel kippen. Das Öl direkt ins Wasser zu geben ist nicht sinnvoll, da Öl und Wasser sich bekanntlich nicht verbinden <img src="http://i46.photobucket.com/albums/f125/MMarheinecke/blinzel.gif" border="0" alt="Blinzeln"></p>
<p><b>Eine einfache Wohnungsreinigung</b><br />
Die zweite Variante ist – das mache ich eigentlich so alle 2-3 Monde mal oder wenn ich krank war oder sonst eine zu heftige energetische Unruhe in meiner Bude war und die ich gerne hinauskomplimentieren möchte – eine einfache Reinigungszeremonie.</p>
<p>Zuerst bereite eine Räuchermischung aus reinigenden Kräutern vor. Es gibt derer wirklich viele, die klassischsten davon sind Salbei und Beifuß. Diese beiden Kräuter können wunderbar auch alleine verräuchert werden. Man kann sie dazu während ihrer Trockenzeit in ellenlange Bündel binden und hat damit wunderbare Incense Sticks gewonnen. Und wenn wir schon bei Kräuterbündel sind: ein selbst gebundenes Johannis-Kräuterbündel eignet sich auch sehr gut für eine solche Zeremonie.<br />
Andere reinigende Zutaten wären Rosmarin, Ginster, Himbeerblätter, schwarzer Pfeffer, Lavendel oder Kampfer. Auf die Mischung kann man auch noch ein paar Tropfen Lavendel- oder Rosmarinöl träufeln. Die Liste ließe sich lange fortführen, ich habe mich hier auf Zutaten beschränkt, die vielleicht sogar schon bei dir zu Hause in der Küche liegen …</p>
<p>Dann stelle ich mich in den gefühlten Mittelpunkt des Hauses oder der Wohnung, strecke die Räucherschale mit der schon entzündeten Kohle gen Himmel und rufe Gottheiten an, die mich bei dieser Reinigungszeremonie begleiten sollen. Nachdem es jetzt per se keine Gottheiten gibt, die ausschließlich dem Räuchern zugeordnet werden, sind es bei mir meist Gottheiten mit einem heilenden, schützenden Aspekt, mit einer Verbindung zur häuslichen Sphäre und auch zum Herdfeuer. Danach erkläre ich die Absicht – z.B., dass ich um Reinigung, Segen etc. für Haus und Hof und Bewohner, Haustiere, Vieh etc. bitte.<br />
Dann gehe ich gegen den Uhrzeigersinn alle Ecken ab, fächle ihnen den Rauch zu und stelle mir dabei vor, wie alle Ablagerung, dunklere Schlieren und Schlacken beginnen, abzubröseln und die Wände hinunter zu fließen. Ich tue das, weil ich der Ansicht bin, dass sich energetischer Dreck und Müll besonders gerne in Ecken ansammelt und eher ein Platzflüchter ist.<br />
Wenn ich mit dem Rundgang fertig bin, kehre ich wieder ins Zentrum zurück, hebe die Schale nochmals gen Himmel und senke sie gen Erde, spreche ein kleines Dankeswort, stelle die Räucherschale auf eine feuerfeste Unterlage und verlasse die Wohnung für 2-3 Stunden. Erst danach lüften!</p>
<p>Wichtig erscheint mir dabei, sich vorher gut zu erden, die Reinigung konzentriert und fokussiert durchzuziehen und die Gehrichtung gegen den Uhrzeigersinn einzuhalten!</p>
<p><b>Neue Energie aufbauen</b><br />
Bei beiden Varianten ist folgende Draufgabe noch sehr schön: Eine weitere Räucherung, und zwar mit purem Mastix oder purem Bernstein. Das bringt eine sehr feine, leuchtende Energie in die Räume.<br />
Die transparenten Harztränen des Mastixbaumes stammen vorwiegend von den griechischen Inseln. Dem Mastix ist ein sehr feiner Duft zu Eigen. Verräuchert man Mastixharz alleine (das lohnt sich!), bemerkt man eine zarte Nebelschicht in der oberen Hälfte des Raumes, die die Atmosphäre des Raumes klärt, lichtet und ausgleicht.<br />
Mastix mische ich selten mit anderen Stoffen, da ich seinen feinen balsamischen Duft sehr schätze. Vorsicht beim Kauf von Mastix: Das Harz muss auf jeden Fall transparent sein. Oft wird Weihrauch zu einem teuren Preis für Mastix verkauft! Bernstein ist ebenfalls ein recht luxuriöser Räucherstoff, aber auch das lohnt sich. Bernstein riecht verräuchert leider nicht so gut wie Mastix, taucht Räume aber in eine satte, goldene Atmosphäre, die ein wunderbares Gefühl von Behaglichkeit vermittelt.<br />
Beide Räucherstoffe bauen die guten Energien in Räumen wieder auf und laden ein, sich (wieder) wohl und daheim zu fühlen.</p>
<p>Andere Möglichkeiten, um seine Bleibe zu reinigen ist lautes Bimmeln mit einer Glocke, dem Auskehren mit einem Besen und das Besprengen aller Ecken und Öffnungen (dazu zählen auch Spüle, Klo und Spiegel!!!) mit Salzwasser. Insbesonders Lärm und Tanz klären meiner Erfahrung nach &#8220;dicke Luft&#8221; ungemein gut!<br />
Der Vorteil dabei ist, dass man schnell mal, auch zwischendurch im Büro, ein paar Mal mit der richtigen Intention in die Hände klatschen kann und schon zerstreut sich manch dunkle Wolke.</p>
<p>Es ließen sich noch unzählige andere Möglichkeiten für Reinigung aufzählen, doch hoffe ich, hier zumindest einmal Anregungen zur Entwicklung eigener Rituale gegeben zu haben.</p>
<p>In dem Sinne – viel Spaß beim Ausprobieren und Weiterentwickeln!</p>
<p>Brigh</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/germanisch-schamanisches-hain-und-trommel/">Hain &amp; Trommel</a> by Brigh <a href="http://www.nornirsaett.de/reinigung/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Reinigung beginnt beim einfachen Waschen und Putzen und kann manchmal – sofern man es bewusst tut – auch bereits auf dieser Ebene ein Gefühl von Sauberkeit, Reinigung und Erleichterung verschaffen. Doch betrifft das Thema weit mehr als nur die grobstoffliche Ebene und nur allzu oft tragen wir auch feinstoffliche und emotionale Altlasten mit uns herum.</b></p>
<p>So wie manchmal eine Reinigung im Nachhinein notwendig sein kann, so geht Ritualen im besten Fall immer eine Reinigungsphase voraus, wo die TeilnehmerInnen Sorgen, Ängste und Alltag ablegen können, die die konzentrierte und fokussierte Arbeit stören.<br />
Es gibt vielerlei Möglichkeiten, diese Reinigung durchzuführen, hier seien einige genannt, die sowohl in der Gruppe als auch alleine anwendbar sind. In einem fortführenden Teil möchte ich auf das Reinigen von Räumen und Plätzen eingehen. Hier in diesem ersten Teil ist nur die Reinigung von Personen behandelt.<br />
Reinigung, Erdung und Zentrierung sind meiner Ansicht nach genau diejenigen Punkte, die oftmals in Ritualen vernachlässigt werden und schon mal zu einem geringerem Ergebnis, gereizter Stimmung oder latschem Ritualverlauf führen (im besten Fall&#8230;). Alle stehen rum, rauchen, tratschen, tragen ihre unbewussten &#8220;schwarzen Wolken&#8221; mit sich herum und denken an sonst was – das ist ein energetisches Bild das meiner Ansicht nicht zu Ritualarbeit passt und das vermieden werden sollte. Ein Ritual sollte Ritualcharakter haben und darf nicht mit einem Haufen Leute verwechselt werden können, die sich an der Kinokasse anstellen.<br />
Wie dem entgegen gewirkt werden kann, auch davon sollen dieser Artikel und die folgenden handeln.</p>
<p><b>Einfache Tricks zur &#8220;Reinigung – instant&#8221;</b><br />
Gerade unterwegs und irgendwo eine ungute Energie abbekommen? Man bemerkt dies gut an plötzlichen Stimmungsschwankungen, Wechsel der Körpertemperatur, akute und unversehens auftretende Schmerzen oder Verspannungen oder dem Gefühl, dass da etwas &#8220;nicht zu einem gehört&#8221;. Natürlich gibt es Möglichkeiten, es gar nicht so weit kommen zu lassen, aber es passiert natürlich immer wieder, dass man sich fremde Energien einfängt, obwohl man das gar nicht möchte. Hier ein paar Methoden für unterwegs, wie man sich derer relativ leicht wieder entledigen kann.</p>
<ul>
<li>
Hände waschen</li>
</ul>
<p>So einfach, dass man vielleicht gar nicht dran denkt. Aber es hilft! Hände mit kaltem (warmes Wasser bindet Energien) Wasser waschen. Dabei hilft auch zu visualisieren, wie die unliebsamen Energien durch die Arme in die Hände und von dort von den Fingerspitzen tropfen und im Abfluss landen.</p>
<ul>
<li>
Springen</li>
</ul>
<p>Ein paar energische Sprünge helfen mir persönlich sehr, irgendeinen unguten Frust loszuwerden. Ich mache das auch sehr gerne vor Ritualen, da ich dabei das Gefühl habe, so richtig gut in meinen Körper hineingeschüttelt  zu werden und gleichzeitig stelle ich mir vor, wie alles, was ich jetzt nicht ins Ritual mitnehmen möchte, von mir abfällt. Dasselbe klappt auch mit sich Abschütteln.</p>
<ul>
<li>
Atmen</li>
</ul>
<p>Zuerst einige Male entspannt ein- und ausatmen und darauf achten, dass die Atmung so gut als möglich aus dem Bauchraum raus agieren kann. Beim Einatmen visualisiere ich, dass ich frische Energie einatme (kann man auch in einer sich angenehmen Farbe vorstellen) und die mir unangenehme Energie bei Ausatmen abgebe. Dass muss nicht nur über die Atmungsorgane geschehen, sondern man kann diese Visualisierung auf den ganzen Körper ausdehnen. Das heißt, ich visualisiere dann, wie ich mit all meinen Poren frische Energie in mich einatme und beim Ausatmen die ungute Energie über den ganzen Körper abgebe. Den Visualisierungen sind keine Grenzen gesetzt: Man kann sich die neue Energie als frischen Frühlingswind vorstellen, der durch den eigenen Körper fegt oder dass aus jeder frei atmenden Pore Blumen wachsen. Wichtig ist, dass einen die Bilder selbst ansprechen.</p>
<p><b>Reinigungen individuell und für Gruppen</b><br />
Bei größeren Gruppen ist es natürlich schwierig, intensivere Reinigungen durchzuführen, dabei beschränkt man sich besser auf eine Reinigungsräucherung oder eine Reinigung mit Salzwasser. Bei vielen Ritualen moderner Hexen werden die TeilnehmerInnen sowohl mit Räucherung als auch mit Salzwasser gereinigt, noch bevor sie den bereits gezogenen Kreis betreten. Bevor ich dazu komme, aber noch ein paar andere Techniken, wie man sich auch alleine eine schöne Reinigung bereiten kann.</p>
<ul>
<li>
<p>    Waschen</li>
</ul>
<p>So logisch es klingen mag, so hilfreich ist es aber. Und auch eine profane Dusche oder Session in der Badewanne können zu einer richtigen Zeremonie umgestaltet werden. Besonders zu den Jahreskreisfesten Imbolc und Ostara mag ich es sehr gerne, dem Thema Reinigung etwas mehr Raum zu widmen.</p>
<p>Für die Dusche empfehle ich: 2 Esslöffel grobes Salz mit ebenfalls 2 Esslöffel gutem Honig verrühren und sich von Kopf bis Fuß ordentlich damit abrubbeln. Lasst euch Zeit dabei und macht es wirklich gründlich – so ist auch das Ergebnis auch ein besseres. Anschließend abspülen – dabei stelle ich mir vor, wie die ganze alte Schlacke durch den Abguss weggeschwemmt wird und mein Körper in neuem Licht erstrahlt.</p>
<p>Für die Badewanne verwende ich gerne folgenden Zusatz: Einen Sud aus zwei Handvoll Rosmarin (am besten frisch), 1 Handvoll Rosenblätter, 1 Handvoll Beifuß mit 1 Handvoll Meersalz mischen.<br />
Gerne stelle ich um die Wanne Kerzen auf. Außerhalb des &#8220;Wohlfühlbereichs&#8221; kann man auch noch eine schwarze Kerze positionieren, die unterstützend die negativen Energien aufnehmen kann. Mein Badewasser weihe ich gerne mit ein paar Worten und lade die eine oder andere mir nahe stehende Gottheit ein, die mit Heilung, Reinigung und Wasser zu tun hat. Dann male ich gerne noch ein paar mir wichtige Symbole ins Wasser, gieße den Sud mit dem Salz hinein. Erst dann steige ich in die Wanne. Die vorhin genannte Atemübung kann man im Übrigen auch unterstützend machen, wenn man sich in der Wanne aalt! Es erscheint mir auch wichtig, solange sitzen zu bleiben, bis am Ende des Reinigungsbades alles Wasser abgeflossen ist. Dabei visualisiere ich, wie alles, was sich gelöst hat, nun abfließt.</p>
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Schlamm</li>
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<p>Eine sehr sinnliche Methode, sich zu reinigen, ist mit Schlamm. Am schönsten ist es natürlich, sich mit ein paar Freunden an einem warmen Sommertag gegenseitig mit Schlamm zu beschmieren, diesen dann gründlich trocknen zu lassen und anschließend abzuspülen.</p>
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Salz-Wasser Meditation
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<p>Eine Reinigungstechnik anderer Art ist die der Salz-Wasser Meditation. Dazu fülle Wasser in ein dir heiliges Gefäß und füge, z. B. mit deinem Athame (<i>zeremonielles Hexenmesser, wer keins hat, braucht sich nicht unbedingt eines anzuschaffen</i>), Salz hinzu. Ich verwende im rituellen Kontext im Übrigen immer ein wirklich gutes Salz, z. B. ein gutes Meersalz oder ein grobes Salz aus z. B. Hallstatt.<br />
Ich setze mich mit dem Gefäß in den Händen aufrecht hin und visualisiere in das Salzwasser die Sorgen, Zweifel, Ängste oder trüben Gedanken hinein, die ich loswerden möchte. Ich lasse sie hineinfließen und spüre, wie sie dort, von der reinigen Kraft des Salzwassers aufgelöst werden. Je länger man sich dazu Zeit nimmt, desto gründlicher wird so ein kleines Ritual natürlich. Anschließend beginne ich durch meine Wirbelsäule Energie aus der Erde zu ziehen, indem ich die Energie aus der Erde nach oben atme. Ich lasse sie durch meine Wirbelsäule hindurch in meine Arme strömen und von dort in das Gefäß hinein, bis das Salzwasser dort aufs Neue energetisiert wird. Dieses Ritual hat für mich auch viel mit Transformation zu tun und ich lege großen Wert auch auf den zweiten Teil, nämlich dass nach dem Loswerden etwas Neues nachkommt.</p>
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Reinigungsräucherung</li>
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<p>Rezepte für Reinigungsräucherungen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer   &#8211; im Grunde tut es aber ein ganz gewöhnlicher Salbei oder Beifuß auch. Räucherzutaten mit reinigender Wirkung sind unter anderem auch Rosmarin, schwarzer Pfeffer, Salz usw. Auch Drachenblut hat eine äußerst reinigende Wirkung, man sollte sich dabei aber bewusst sein, dass Drachenblut a l l e Energien „entfernt“ – die negativen genauso wie die positiven! Wenn ich ein bisschen Zeit dafür habe, genieße ich es sehr, mich über die Räucherschale zu stellen, die Beine zu grätschen, die Arme auszubreiten und den Rauch an mir hochziehen zu lassen.</p>
<p>I Bei Räucherungen für mehrere Menschen, bzw. bevor man ein Ritual beginnt, kann sich an mehreren Punkten im Körper konzentrieren. Beispielsweise kann der Rauch speziell an Bauch, Herz und Stirn gefächelt werden um die Reinigung von Körper, Seele und Geist zu symbolisieren.<br />
Eine andere Möglichkeit ist es, mit dem Rauch seine Aura zu reinigen, indem man ihn von unten nach oben in die Aura einfächelt. Vor einem allzu wilden Herumfuchteln in der Aura würde ich abraten, da dies mehr durcheinander bringt als reinigt oder erdet.<br />
Mit Räucherungen ist viel kreative Arbeit möglich und auch hier können viele selbst gestaltete Reinigungsrituale entworfen werden. Gut finde ich es, wenn man sich dann auf etwas – entweder mit sich selbst oder auch mit der Gruppe – einigt und diese Form dann beibehält und immer wieder dasselbe macht, damit es auch tatsächlichen Ritualcharakter erhält. </p>
<p>Nicht nur in Menschen, sondern auch in Räumen und Gegenständen können sich ungute Energien ablagern und störend wirken. Aber auch das muss gar nicht der Fall sein, denn manchmal ist es einfach nur gut, Räume oder Gegenstände auf energetischer Ebene durchzuputzen und sie mit neuer Energie zu laden.</p>
<p>Wenn ich von energetischer Reinigung spreche, dann setze ich voraus, dass die materielle Ebene bereits gereinigt wurde. Tolle Reinigungszeremonien in verdreckten Buden oder für verrostete und stumpfe Athame halte ich für durchschnittlich paradox, aber natürlich mag dies jeder handhaben wie er will…<br />
Bei geplanten Reinigungszeremonien versuche ich immer, die Phase des abnehmenden Mondes zu nutzen, am besten noch Schwarzmond.</p>
<p><b>Reinigung von Räumen</b><br />
Wie bereits erwähnt, ist es sinnvoll, ein Reinigungsritual auf materieller Ebene zu beginnen – das heißt: Zusammenräumen!<br />
Bevor man mit dem Ritual beginnt, sollte man sich – wie immer vor Ritualen – über den genauen Sinn bewusst sein. Und auch bei so banal erscheinenden Dingen wie &#8220;Reinigen&#8221; ist das durchaus sinnvoll. Es ist ein Unterschied, ob ich alle meine Energien aus einem Raum raus haben will, oder einfach nur die Stimmung klären und die guten Energien belassen, wo sie sind. Es ist sowohl das eine oder das andere möglich, aber es werden andere Räucherzutaten dazu verwendet und auch die Intention ist nicht dieselbe.</p>
<p><b>Alles raus!</b><br />
Will man wirklich alle Energien draußen haben, z.B. wenn man in eine neue Bleibe zieht, dann würde ich einfach pures Drachenblut verwenden. Gutes Drachenblut ist nicht billig, die Anschaffung lohnt sich aber, da die Wirkung dann auch wirklich stimmt. Ansonsten kann man auch Kampfer nehmen, wenngleich ich selbst Drachenblut für wirkungsvoller halte.<br />
Beginnen würde ich dieses Ritual damit, die Bude Raum für Raum mit Drachenblut auszuräuchern, anschließend den gesamten Boden mit Salz bedecken, Fenster zulassen, alle Türen innerhalb der Wohnung, bzw. des Hauses aufmachen, Eingangstüre verschließen und raus an die frische Luft. Am besten alles über Nacht &#8220;einwirken&#8221; lassen.<br />
Am nächsten Tag den Boden kehren und das Salz entsorgen, am besten dem Wasser übergeben. In den meisten Fällen wird das der Abfluss sein, aber gut. Das Reinigen eines Bodens mit Salz funktioniert meinem Wissen nach sehr gut auf Fliesen, Terrakotta, PVC- und Laminatböden, da habe ich das auch schon überall ausprobiert. Wie es um die Salztoleranz von Parkettböden bestellt ist, ist mir nicht bekannt. Autorin übernimmt keine Haftung <img src="http://i46.photobucket.com/albums/f125/MMarheinecke/blinzel.gif" border="0" alt="Blinzeln"></p>
<p>Nun den Boden mit heißen Wasser und einem sehr stark zubereiteten Rosmarinsud aufwaschen. Für den Sud gibst du 3, nicht zu kleine, Rosmarinzweige in einen kleinen Topf mit kochendem Wasser und lässt ihn 15 Minuten auf kleiner Flamme weiter köcheln.<br />
Alternativ dazu kannst du auch ätherisches Rosmarinöl mit einem EL Salz vermischen (ca. 20-25 Tropfen) und die Mischung anschließend in den Aufwaschkübel kippen. Das Öl direkt ins Wasser zu geben ist nicht sinnvoll, da Öl und Wasser sich bekanntlich nicht verbinden <img src="http://i46.photobucket.com/albums/f125/MMarheinecke/blinzel.gif" border="0" alt="Blinzeln"></p>
<p><b>Eine einfache Wohnungsreinigung</b><br />
Die zweite Variante ist – das mache ich eigentlich so alle 2-3 Monde mal oder wenn ich krank war oder sonst eine zu heftige energetische Unruhe in meiner Bude war und die ich gerne hinauskomplimentieren möchte – eine einfache Reinigungszeremonie.</p>
<p>Zuerst bereite eine Räuchermischung aus reinigenden Kräutern vor. Es gibt derer wirklich viele, die klassischsten davon sind Salbei und Beifuß. Diese beiden Kräuter können wunderbar auch alleine verräuchert werden. Man kann sie dazu während ihrer Trockenzeit in ellenlange Bündel binden und hat damit wunderbare Incense Sticks gewonnen. Und wenn wir schon bei Kräuterbündel sind: ein selbst gebundenes Johannis-Kräuterbündel eignet sich auch sehr gut für eine solche Zeremonie.<br />
Andere reinigende Zutaten wären Rosmarin, Ginster, Himbeerblätter, schwarzer Pfeffer, Lavendel oder Kampfer. Auf die Mischung kann man auch noch ein paar Tropfen Lavendel- oder Rosmarinöl träufeln. Die Liste ließe sich lange fortführen, ich habe mich hier auf Zutaten beschränkt, die vielleicht sogar schon bei dir zu Hause in der Küche liegen …</p>
<p>Dann stelle ich mich in den gefühlten Mittelpunkt des Hauses oder der Wohnung, strecke die Räucherschale mit der schon entzündeten Kohle gen Himmel und rufe Gottheiten an, die mich bei dieser Reinigungszeremonie begleiten sollen. Nachdem es jetzt per se keine Gottheiten gibt, die ausschließlich dem Räuchern zugeordnet werden, sind es bei mir meist Gottheiten mit einem heilenden, schützenden Aspekt, mit einer Verbindung zur häuslichen Sphäre und auch zum Herdfeuer. Danach erkläre ich die Absicht – z.B., dass ich um Reinigung, Segen etc. für Haus und Hof und Bewohner, Haustiere, Vieh etc. bitte.<br />
Dann gehe ich gegen den Uhrzeigersinn alle Ecken ab, fächle ihnen den Rauch zu und stelle mir dabei vor, wie alle Ablagerung, dunklere Schlieren und Schlacken beginnen, abzubröseln und die Wände hinunter zu fließen. Ich tue das, weil ich der Ansicht bin, dass sich energetischer Dreck und Müll besonders gerne in Ecken ansammelt und eher ein Platzflüchter ist.<br />
Wenn ich mit dem Rundgang fertig bin, kehre ich wieder ins Zentrum zurück, hebe die Schale nochmals gen Himmel und senke sie gen Erde, spreche ein kleines Dankeswort, stelle die Räucherschale auf eine feuerfeste Unterlage und verlasse die Wohnung für 2-3 Stunden. Erst danach lüften!</p>
<p>Wichtig erscheint mir dabei, sich vorher gut zu erden, die Reinigung konzentriert und fokussiert durchzuziehen und die Gehrichtung gegen den Uhrzeigersinn einzuhalten!</p>
<p><b>Neue Energie aufbauen</b><br />
Bei beiden Varianten ist folgende Draufgabe noch sehr schön: Eine weitere Räucherung, und zwar mit purem Mastix oder purem Bernstein. Das bringt eine sehr feine, leuchtende Energie in die Räume.<br />
Die transparenten Harztränen des Mastixbaumes stammen vorwiegend von den griechischen Inseln. Dem Mastix ist ein sehr feiner Duft zu Eigen. Verräuchert man Mastixharz alleine (das lohnt sich!), bemerkt man eine zarte Nebelschicht in der oberen Hälfte des Raumes, die die Atmosphäre des Raumes klärt, lichtet und ausgleicht.<br />
Mastix mische ich selten mit anderen Stoffen, da ich seinen feinen balsamischen Duft sehr schätze. Vorsicht beim Kauf von Mastix: Das Harz muss auf jeden Fall transparent sein. Oft wird Weihrauch zu einem teuren Preis für Mastix verkauft! Bernstein ist ebenfalls ein recht luxuriöser Räucherstoff, aber auch das lohnt sich. Bernstein riecht verräuchert leider nicht so gut wie Mastix, taucht Räume aber in eine satte, goldene Atmosphäre, die ein wunderbares Gefühl von Behaglichkeit vermittelt.<br />
Beide Räucherstoffe bauen die guten Energien in Räumen wieder auf und laden ein, sich (wieder) wohl und daheim zu fühlen.</p>
<p>Andere Möglichkeiten, um seine Bleibe zu reinigen ist lautes Bimmeln mit einer Glocke, dem Auskehren mit einem Besen und das Besprengen aller Ecken und Öffnungen (dazu zählen auch Spüle, Klo und Spiegel!!!) mit Salzwasser. Insbesonders Lärm und Tanz klären meiner Erfahrung nach &#8220;dicke Luft&#8221; ungemein gut!<br />
Der Vorteil dabei ist, dass man schnell mal, auch zwischendurch im Büro, ein paar Mal mit der richtigen Intention in die Hände klatschen kann und schon zerstreut sich manch dunkle Wolke.</p>
<p>Es ließen sich noch unzählige andere Möglichkeiten für Reinigung aufzählen, doch hoffe ich, hier zumindest einmal Anregungen zur Entwicklung eigener Rituale gegeben zu haben.</p>
<p>In dem Sinne – viel Spaß beim Ausprobieren und Weiterentwickeln!</p>
<p>Brigh</p>
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