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	<title>Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt&#187; Sach- und Fachbücher</title>
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		<title>Ein Klassiker zum Thema Runen &#8211; Klaus Düwel: Runenkunde</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 17:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sach- und Fachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[germanen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Runen]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="float:left;margin-right:5px"><a href="http://www.nornirsaett.de/wp-content/duewel_medium.png" rel="lightbox[4056]"><img class="alignleft size-full wp-image-4062" title="Klaus Düwel - Runenkunde" src="http://www.nornirsaett.de/wp-content/duewel_medium.png" alt="Klaus Düwel - Runenkunde" width="153" height="250" /></a></div>
<p>Runenforschung bewegt sich zwischen den Disziplinen der Archäologie, Sprachgeschichte, Religions- und Kulturgeschichte hin und her. Sie befaßt sich mit Inschriften vom 1. nachchristlichen Jahrhundert bis ins Mittelalter. Klaus Düwel hat mit seiner &#8220;Runenkunde&#8221;, in den späten Siebzigern erstmals erschienen und mit der neuesten Ausgabe 2008 gründlich aktualisiert, einen gehaltvollen, aber handlichen Überblick vorgelegt. In großer Detailtiefe werden so unterschiedliche Funde wie kontinentalgermanische Schmuckstücke, das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franks_Casket">Franks Casket</a>, wikingerzeitliche Gedenksteine und Runenmanuskripte dargestellt, außerdem ein Überblick über die Problematik des Ursprungs der Runenschrift gegeben sowie literarische Zeugnisse für die Verwendung von Runen vorgestellt. Beispiele für Geheimrunen bzw. Verschlüsselungen und Hinweise auf Runenmagie werden nur kurz erörtert, ein Überblick über die Geschichte der Runenforschung fehlt gleichfalls nicht. <span id="more-4056"></span><br />
Düwels Buch ist eher an ein akademisches Publikum gerichtet und darum keine leichte Lektüre, es wirkt auf Leser, die diesen Stil nicht gewohnt sind, wahrscheinlich recht trocken. Zu exemplarischen Funden werden jeweils unterschiedliche Forschungsmeinungen dargelegt, insbesondere zu frühgermanischen Funden ergeben sich aus unterschiedlichen Lesarten teilweise drastisch verschiedene Deutungen. Es gehört zur wissenschaftlichen Natur dieses Buches, daß nur mit großer Vorsicht definitive Aussagen gemacht werden.</p>
<p>Ich möchte dieses Buch, obwohl es nicht ganz anspruchslos ist, jeder und jedem ans Herz legen, die oder der sich mit Runen befassen möchte. Denn: Es schärft den Blick für das historisch Gewesene und damit die Fähigkeit, auch in esoterischer Literatur Sinnvolles von Zweifelhaftem zu unterscheiden; wer sich im spirituellen Zusammenhang mit Runen befaßt, kann aus diesem Buch bereits wertvolle Anregungen zum Gebrauch der alten Zeichen mitnehmen, wenn auch die wissenschaftliche Darlegung naturgemäß als &#8216;Ritualrezeptbuch&#8217; nicht taugt. Darüber hinaus: was die historischen RunenmeisterInnen (es gibt deutliche Hinweise, daß die Runenkunde nicht immer in Männerhänden lag) alles mit den Runen angefangen haben, ist teilweise überraschend, spannend und läßt Elemente von Denken und Leben erahnen, die aus sonstigen Quellen nicht zugänglich sind. Dem 278-Seiten-Band fehlt lediglich ein Stichwortverzeichnis, er gehört zu den Büchern, die ich immer griffbereit haben will.</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/sach-und-fachbucher/">Sach- und Fachbücher</a> by Thursa <a href="http://www.nornirsaett.de/ein-klassiker-zum-thema-runen-klaus-duwel-runenkunde/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
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<p>Runenforschung bewegt sich zwischen den Disziplinen der Archäologie, Sprachgeschichte, Religions- und Kulturgeschichte hin und her. Sie befaßt sich mit Inschriften vom 1. nachchristlichen Jahrhundert bis ins Mittelalter. Klaus Düwel hat mit seiner &#8220;Runenkunde&#8221;, in den späten Siebzigern erstmals erschienen und mit der neuesten Ausgabe 2008 gründlich aktualisiert, einen gehaltvollen, aber handlichen Überblick vorgelegt. In großer Detailtiefe werden so unterschiedliche Funde wie kontinentalgermanische Schmuckstücke, das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franks_Casket">Franks Casket</a>, wikingerzeitliche Gedenksteine und Runenmanuskripte dargestellt, außerdem ein Überblick über die Problematik des Ursprungs der Runenschrift gegeben sowie literarische Zeugnisse für die Verwendung von Runen vorgestellt. Beispiele für Geheimrunen bzw. Verschlüsselungen und Hinweise auf Runenmagie werden nur kurz erörtert, ein Überblick über die Geschichte der Runenforschung fehlt gleichfalls nicht. <span id="more-4056"></span><br />
Düwels Buch ist eher an ein akademisches Publikum gerichtet und darum keine leichte Lektüre, es wirkt auf Leser, die diesen Stil nicht gewohnt sind, wahrscheinlich recht trocken. Zu exemplarischen Funden werden jeweils unterschiedliche Forschungsmeinungen dargelegt, insbesondere zu frühgermanischen Funden ergeben sich aus unterschiedlichen Lesarten teilweise drastisch verschiedene Deutungen. Es gehört zur wissenschaftlichen Natur dieses Buches, daß nur mit großer Vorsicht definitive Aussagen gemacht werden.</p>
<p>Ich möchte dieses Buch, obwohl es nicht ganz anspruchslos ist, jeder und jedem ans Herz legen, die oder der sich mit Runen befassen möchte. Denn: Es schärft den Blick für das historisch Gewesene und damit die Fähigkeit, auch in esoterischer Literatur Sinnvolles von Zweifelhaftem zu unterscheiden; wer sich im spirituellen Zusammenhang mit Runen befaßt, kann aus diesem Buch bereits wertvolle Anregungen zum Gebrauch der alten Zeichen mitnehmen, wenn auch die wissenschaftliche Darlegung naturgemäß als &#8216;Ritualrezeptbuch&#8217; nicht taugt. Darüber hinaus: was die historischen RunenmeisterInnen (es gibt deutliche Hinweise, daß die Runenkunde nicht immer in Männerhänden lag) alles mit den Runen angefangen haben, ist teilweise überraschend, spannend und läßt Elemente von Denken und Leben erahnen, die aus sonstigen Quellen nicht zugänglich sind. Dem 278-Seiten-Band fehlt lediglich ein Stichwortverzeichnis, er gehört zu den Büchern, die ich immer griffbereit haben will.</p>
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		<title>Hexen, Schamanen und Priesterinnen im Wandel der Zeit</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/hexen-schamanen-und-priesterinnen-im-wandel-der-zeit/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/hexen-schamanen-und-priesterinnen-im-wandel-der-zeit/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 16:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sach- und Fachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Hexen]]></category>
		<category><![CDATA[Hexenverfolgung]]></category>
		<category><![CDATA[Neoschamanismus]]></category>
		<category><![CDATA[Priester]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Schamanen]]></category>
		<category><![CDATA[Schamanismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Carola Seeler<br />
<b>Hexen, Schamanen und Priesterinnen im Wandel der Zeit</b><br />
Traditionelle und moderne Formen in Vergangenheit und Gegenwart<br />
Bohmeier Verlag, Leipzig, 2010, ISBN 978-3-89094-642-9</p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/9946365"><img src="http://u1.ipernity.com/17/63/65/9946365.45852b12.240.jpg" width="170" height="240" alt="HexenSchamanen" border="0"/></a></p>
<p>In „Hexen, Schamanen und PriesterInnen im Wandel der Zeit“ will die Verfasserin, wie sie im Vorwort schreibt, Informationen geben, aber nicht ein bereits definiertes Ergebnis erzielen, schon gar nicht will sie es durch Bildung von Tendenzen vorwegnehmen.<br />
Das deutet auf ein Buch zwischen Nachschlagewerk und Sachbuch hin. In der Tat würde es eine Lücke füllen, zwischen Bücher, deren Autoren ständig Antworten geben (auch wenn es ihnen selbst an Wissen und Einsicht fehlen sollte, auch wenn sie gar nicht gefragt wurden), und solchen, die den Leser oder die Leserin mit Fakten zuschütten, ohne Hinweise, was sie oder er mit diesen Wissen anfangen kann oder was das alles mit dem „normalen Leben“ zu tun hat.</p>
<p>Schon beim flüchtigen Durchblättern fallen die vielen, ausführlichen Fußnoten und das lexikon-ähnliche Glossar auf, was dem Anspruch, dass „Hexen, Schamanen und PriesterInnen“ auch ein „Wissensspeicher“ zum Nachlesen sein soll, entspricht.</p>
<p>Der erste Abschnitt des Buches, mit der Überschrift „Die Hexe und der europäische „Sonderweg““<br />
skizziert in groben Zügen die historische Entwicklung des Hexereibegriffs: Vor dem ausgehenden Mittelalter hätte es zwar, wie überall in der Welt, den Glauben an Schadenzauber gegeben, aber keinen Hexereibegriff: Zum (europäischen) Begriff der Hexerei gehöre untrennbar die Vorstellung eines Teufelspaktes. Ein Abriss über die Hexenverfolgung, in dem auch einige populäre, aber falsche Vorstellung, z. B. hinsichtlich der Opferzahl, richtig gestellt werden, rundet diesen Abschnitt ab.</p>
<p>Der zweite Abschnitt: „Zurück in die Zukunft – Teil 1“, lenkt, nach einer kurzen historischen Einordnung, den Blick auf die heutige Zeit, auf die „Hexe in uns“, auf die „Hexe als Symbol“ und auf die „moderne Hexen“ und die Zusammenhänge zwischen Hexen und Schamanismus. Damit geht die Verfasserin zum zweiten Hauptthema des Buches, dem „Schamanismus“, über: es folgt ein Abriss über den traditionellen Schamanismus, der auch auf die umstrittene Frage eingeht, ob es einen traditionellen europäischen Schamanismus gäbe..</p>
<p>Der dritte Abschnitt: „Zurück in die Zukunft – Teil 2“ widmet sich zunächst dem modernen Schamanismus und geht insbesondere auf den Kernschamanismus (Core Shamanism) ein. Hauptsächlich geht es in diesem Abschnitt aber um Seher, Orakel und Prophezeiungen. Der abschließende Teil diesen Abschnitts ist den Priestern gewidmet, und zeigt auf, wie unterschiedlich die Funktionen eines „Priesters“ (oder einer Priesterin) im Altertum, bei den Kelten, Germanen und Slawen, im frühen und im modernen Christentum waren. Die Verfasserin arbeitet die großen Unterschiede im Priesterbegriff, auch zwischen den christlichen Konfessionen – auf die protestantische Vorstellung eines „allgemeinen Priestertums“, in den es keinen Priester im katholischen Sinne gibt, geht sie ausdrücklich ein.</p>
<p>„Schmelztiegel Europa“ ist Fazit und Nachwort der Verfasserin.Es folgt der schon erwähnte ausführliche Lexikonteil.</p>
<p>Dieser schmale, schlicht gestaltete und mit einem eher sperrigen Titel versehene Band steht rein äußerlich im Kontrast zu den bunten, aber inhaltlich dünnen, Büchern über Schamanen oder Hexen im „Esoterik“-Regal der Buchhandlungen. Offen heraus gesagt, halte ich die meisten dieser Bücher schlicht für überflüssig.<br />
Das Buch ist, durchaus im Gegensatz zu vielen der von mir erwähnten „esoterischen“ Bücher über Hexen und Schamanen, gut recherchiert. Obwohl bei Bohmeier, bekannt als „Esoterik-Verlag“ („Fachbücher für Magie und alternative Weltsichten“) erschienen, ist es eindeutig kein „Eso-Buch“ und ist im Grunde in der „Esoterik-Ecke“, zwischen „Hexe Thea“ und „Das Geheimnis der Dualseelen“, fehl am Platze. Überflüssig ist &#8220;Hexen, Schamanen, PriesterInnen&#8221; gewiss nicht.<br />
Die Zielgruppe sind offensichtlich interessierte Laien. Dieses Sachbuch verlangt kein Vorwissen, aber ernsthaftes Interesse und die Bereitschaft, selbst weiterzudenken. Es auch kein Buch zum unterhaltsamen Nebenherschmökern.</p>
<p>Im Großen und Ganzen erfüllt „Hexen, Schamanen und PriesterInnen“ den von der Verfasserin erhobenen Anspruch, Informationen zu geben, ohne einen zu festen Deutungsrahmen vorzugeben.<br />
Allerdings hat das Buch leider auch einige Schwächen. Es ist, jedenfalls aus meiner Sicht, etwa konfus geraten. Eine klare, logische Gliederung, etwa nach dem Prinzip: „historische Hexen – modernen Hexen“, „traditionelle Schamanen – moderne Schamanen“ usw. hätte die Nutzbarkeit als  Nachschlagewerk sicher verbessert. Konfus ist manchmal auch die Sprache Carola Seelers, es gibt einige Stellen, bei denen ich auch beim dritten Lesen nicht wusste, worauf die Verfasserin hinaus will. Vielleicht hätte ein engagiertes Lektoriat dem Buch gut getan.</p>
<p>Damit bin ich bei etwas, was ich ziemlich schade finde: der, ich kann es leider nicht anders nennen, lieblose Umgang des Verlags mit dem Buch. Das fängt beim Titel an – er sollte, nach Angaben Carola Seelers, ursprünglich „der blinde Fleck“ heißen, denn es geht ja tatsächlich um einen „blinden Fleck“ in der üblichen Wahrnehmung der „christlich-abendländischen“ (neuerdings: jüdisch-christlichen) Kultur. Auch dass das „Binnen-I“ in „PriesterInnnen“ in der Typographie des Titels wegfiel, ist meiner Ansicht nach keine Nebensächlichkeit. Im Inneren setzt sich der Eindruck einen lieblosen Edition leider fort.</p>
<p>MartinM, Januar 2011</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/sach-und-fachbucher/">Sach- und Fachbücher</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/hexen-schamanen-und-priesterinnen-im-wandel-der-zeit/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Carola Seeler<br />
<b>Hexen, Schamanen und Priesterinnen im Wandel der Zeit</b><br />
Traditionelle und moderne Formen in Vergangenheit und Gegenwart<br />
Bohmeier Verlag, Leipzig, 2010, ISBN 978-3-89094-642-9</p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/9946365"><img src="http://u1.ipernity.com/17/63/65/9946365.45852b12.240.jpg" width="170" height="240" alt="HexenSchamanen" border="0"/></a></p>
<p>In „Hexen, Schamanen und PriesterInnen im Wandel der Zeit“ will die Verfasserin, wie sie im Vorwort schreibt, Informationen geben, aber nicht ein bereits definiertes Ergebnis erzielen, schon gar nicht will sie es durch Bildung von Tendenzen vorwegnehmen.<br />
Das deutet auf ein Buch zwischen Nachschlagewerk und Sachbuch hin. In der Tat würde es eine Lücke füllen, zwischen Bücher, deren Autoren ständig Antworten geben (auch wenn es ihnen selbst an Wissen und Einsicht fehlen sollte, auch wenn sie gar nicht gefragt wurden), und solchen, die den Leser oder die Leserin mit Fakten zuschütten, ohne Hinweise, was sie oder er mit diesen Wissen anfangen kann oder was das alles mit dem „normalen Leben“ zu tun hat.</p>
<p>Schon beim flüchtigen Durchblättern fallen die vielen, ausführlichen Fußnoten und das lexikon-ähnliche Glossar auf, was dem Anspruch, dass „Hexen, Schamanen und PriesterInnen“ auch ein „Wissensspeicher“ zum Nachlesen sein soll, entspricht.</p>
<p>Der erste Abschnitt des Buches, mit der Überschrift „Die Hexe und der europäische „Sonderweg““<br />
skizziert in groben Zügen die historische Entwicklung des Hexereibegriffs: Vor dem ausgehenden Mittelalter hätte es zwar, wie überall in der Welt, den Glauben an Schadenzauber gegeben, aber keinen Hexereibegriff: Zum (europäischen) Begriff der Hexerei gehöre untrennbar die Vorstellung eines Teufelspaktes. Ein Abriss über die Hexenverfolgung, in dem auch einige populäre, aber falsche Vorstellung, z. B. hinsichtlich der Opferzahl, richtig gestellt werden, rundet diesen Abschnitt ab.</p>
<p>Der zweite Abschnitt: „Zurück in die Zukunft – Teil 1“, lenkt, nach einer kurzen historischen Einordnung, den Blick auf die heutige Zeit, auf die „Hexe in uns“, auf die „Hexe als Symbol“ und auf die „moderne Hexen“ und die Zusammenhänge zwischen Hexen und Schamanismus. Damit geht die Verfasserin zum zweiten Hauptthema des Buches, dem „Schamanismus“, über: es folgt ein Abriss über den traditionellen Schamanismus, der auch auf die umstrittene Frage eingeht, ob es einen traditionellen europäischen Schamanismus gäbe..</p>
<p>Der dritte Abschnitt: „Zurück in die Zukunft – Teil 2“ widmet sich zunächst dem modernen Schamanismus und geht insbesondere auf den Kernschamanismus (Core Shamanism) ein. Hauptsächlich geht es in diesem Abschnitt aber um Seher, Orakel und Prophezeiungen. Der abschließende Teil diesen Abschnitts ist den Priestern gewidmet, und zeigt auf, wie unterschiedlich die Funktionen eines „Priesters“ (oder einer Priesterin) im Altertum, bei den Kelten, Germanen und Slawen, im frühen und im modernen Christentum waren. Die Verfasserin arbeitet die großen Unterschiede im Priesterbegriff, auch zwischen den christlichen Konfessionen – auf die protestantische Vorstellung eines „allgemeinen Priestertums“, in den es keinen Priester im katholischen Sinne gibt, geht sie ausdrücklich ein.</p>
<p>„Schmelztiegel Europa“ ist Fazit und Nachwort der Verfasserin.Es folgt der schon erwähnte ausführliche Lexikonteil.</p>
<p>Dieser schmale, schlicht gestaltete und mit einem eher sperrigen Titel versehene Band steht rein äußerlich im Kontrast zu den bunten, aber inhaltlich dünnen, Büchern über Schamanen oder Hexen im „Esoterik“-Regal der Buchhandlungen. Offen heraus gesagt, halte ich die meisten dieser Bücher schlicht für überflüssig.<br />
Das Buch ist, durchaus im Gegensatz zu vielen der von mir erwähnten „esoterischen“ Bücher über Hexen und Schamanen, gut recherchiert. Obwohl bei Bohmeier, bekannt als „Esoterik-Verlag“ („Fachbücher für Magie und alternative Weltsichten“) erschienen, ist es eindeutig kein „Eso-Buch“ und ist im Grunde in der „Esoterik-Ecke“, zwischen „Hexe Thea“ und „Das Geheimnis der Dualseelen“, fehl am Platze. Überflüssig ist &#8220;Hexen, Schamanen, PriesterInnen&#8221; gewiss nicht.<br />
Die Zielgruppe sind offensichtlich interessierte Laien. Dieses Sachbuch verlangt kein Vorwissen, aber ernsthaftes Interesse und die Bereitschaft, selbst weiterzudenken. Es auch kein Buch zum unterhaltsamen Nebenherschmökern.</p>
<p>Im Großen und Ganzen erfüllt „Hexen, Schamanen und PriesterInnen“ den von der Verfasserin erhobenen Anspruch, Informationen zu geben, ohne einen zu festen Deutungsrahmen vorzugeben.<br />
Allerdings hat das Buch leider auch einige Schwächen. Es ist, jedenfalls aus meiner Sicht, etwa konfus geraten. Eine klare, logische Gliederung, etwa nach dem Prinzip: „historische Hexen – modernen Hexen“, „traditionelle Schamanen – moderne Schamanen“ usw. hätte die Nutzbarkeit als  Nachschlagewerk sicher verbessert. Konfus ist manchmal auch die Sprache Carola Seelers, es gibt einige Stellen, bei denen ich auch beim dritten Lesen nicht wusste, worauf die Verfasserin hinaus will. Vielleicht hätte ein engagiertes Lektoriat dem Buch gut getan.</p>
<p>Damit bin ich bei etwas, was ich ziemlich schade finde: der, ich kann es leider nicht anders nennen, lieblose Umgang des Verlags mit dem Buch. Das fängt beim Titel an – er sollte, nach Angaben Carola Seelers, ursprünglich „der blinde Fleck“ heißen, denn es geht ja tatsächlich um einen „blinden Fleck“ in der üblichen Wahrnehmung der „christlich-abendländischen“ (neuerdings: jüdisch-christlichen) Kultur. Auch dass das „Binnen-I“ in „PriesterInnnen“ in der Typographie des Titels wegfiel, ist meiner Ansicht nach keine Nebensächlichkeit. Im Inneren setzt sich der Eindruck einen lieblosen Edition leider fort.</p>
<p>MartinM, Januar 2011</p>
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		<title>Hans Stucken: Das Seidhr Handbuch</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/hans-stucken-das-seidhr-handbuch/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/hans-stucken-das-seidhr-handbuch/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 10:47:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek und Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sach- und Fachbücher]]></category>
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		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7346542"><img src="http://u1.ipernity.com/14/65/42/7346542.577601e7.240.jpg" width="166" height="240" alt="stuken" border="0"/></a><br />
Hans Stucken: Das Seidhr Handbuch. Eine Einführung<br />
<i>Hamburg: Daniel Junker Verlag, 2006; ISBN: 3938432047</i></p>
<p>Hans Stucken will mit seinem Seidhr Handbuch einen Beitrag zu einer “gemeinschaftlichen kulturellen Entwicklung” auf dem Gebiet des Seidhr leisten. (1) Er hat eine angenehm und flüssig lesbare Überblicksarbeit geschrieben und leistet dabei eine relativ systematische und konsistente Begriffsklärung, die sich über das nordische Modell der Seele und die Kosmologie der Neun Welten erstreckt. Positiv fällt mir auch der Mangel an Synkretismus auf, der fast schon Purismus zu nennen ist; die Leserin wird hier nicht mit der so oft anzutreffenden Kreuzung mit anderen spirituellen Systemen (z.B. der Kabbala) behelligt.</p>
<p>Das Buch bleibt kurz und knackig – für meinen Geschmack allerdings zu kurz. Für den doch nicht ganz so kleinen Preis hätte ich mir etwas mehr als ein doch recht schmales Bändchen gewünscht. Vieles wird nur angerissen, mehr Ausführlichkeit hätte dem Buch gut getan, insbesondere hätte man aus den doch reichlich vorhandenen Quellen mehr machen können. Auch die Ritual- und Übungsanregungen sind für ein Handbuch, das erklärtermaßen in die Praxis einführen will, etwas knapp geraten.</p>
<p>Das Buch wirkt teilweise etwas unstrukturiert, z.B. steht “Die Trommel” etwas verloren zwischen “Selbsterkenntnis” und “Zahlensymbolik”; eine deutlichere Gliederung wäre nicht verschwendet gewesen.</p>
<p>Bisweilen wirken die häufigen Warnungen und Ermahnungen nervig und abschreckend – trotz der Annahme Stuckens, daß nur solche Leute Seidhr praktizieren sollten, die sich davon nicht abschrecken lassen. Auch die Übungsanleitungen wirkten (ganz den ständigen Ermahnungen zur Disziplin entsprechend) beim Lesen etwas “trocken” auf mich, sie machten wenig Lust, mich einfach hinzusetzen und sie auszuprobieren. Zur Schulung der Imagination gibt es definitiv lustvollere Anleitungen, die mit weniger erhobenem Zeigefinger daherkommen, z.B. Jan Fries’ “Visual Magick”.</p>
<p>Eine sprachliche Kleinigkeit am Rande: es ist immer nur vom Seidhmann die Rede – gibt es keine Seidhfrauen? Allgemein hätte dem Buch ein liebevolleres Lektorat gut getan, der eine oder andere grobe Zeichensetzungsschnitzer trübt das Lesevergnügen und wäre mit einem Blick mehr vermeidbar gewesen.</p>
<p>Alles in allem jedoch ein Überblick, der trotz seiner Schwächen lesenswert ist. Es bleibt zu wünschen, daß diesem Buch Arbeiten nachfolgen, die die angeschnittenen Themen vertiefen, die Quellen ausführlicher diskutieren und noch mehr Übungs- und Ritualanregungen geben. Es bleibt der Eindruck, daß auf dem Gebiet des Seidhr noch viel spannende Arbeit wartet – als “standalone-Anleitung” erscheint dieses Buch jedenfalls etwas dünn.</p>
<p><i>Fußnoten</i></p>
<p>   1. Zur Definition von Seidhr: „Seidhr ist die Ausübung okkulter Praktiken vor dem Hintergrund der nordisch-germanischen Mythologie“ (Stucken, S. 9). Mit „okkulten Praktiken“ meint Stucken die gesamte Bandbreite von Runenmagie über Galdr (magische Arbeit mit der Stimme) und quasi-schamanische Praktiken bis zur Spá-Reise. Kurt Oertels Begriffsklärung zufolge dient Seidhr „im Altnordischen ganz eindeutig [als] Oberbegriff für Magie insgesamt und faßt genau all jene […] Praktiken zusammen, die wir auch heute unter dem Begriff ‚Magie’ verstehen.“ (zitiert nach: Stucken, S. 11, die Passage dürfte aber auch in Oertels Aufsatz <a href="http://www.seidhfeuer.de/offen/files/oertel1.pdf" target="_blank">“Seidhr und Völventum”</a> (pdf) zu finden sein.)</p>
<p><a href="http://riesenheim.net/" target="_blank">thursa</a></p>
<p><a href="http://riesenheim.net/2008/10/hans-stucken-das-seidhr-handbuch-eine-einfuhrung/" target="_blank">Hans Stücken &#8211; Das Seidhr-Handbuch (auf Riesenheim.net).</a></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Thursa <a href="http://www.nornirsaett.de/hans-stucken-das-seidhr-handbuch/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7346542"><img src="http://u1.ipernity.com/14/65/42/7346542.577601e7.240.jpg" width="166" height="240" alt="stuken" border="0"/></a><br />
Hans Stucken: Das Seidhr Handbuch. Eine Einführung<br />
<i>Hamburg: Daniel Junker Verlag, 2006; ISBN: 3938432047</i></p>
<p>Hans Stucken will mit seinem Seidhr Handbuch einen Beitrag zu einer “gemeinschaftlichen kulturellen Entwicklung” auf dem Gebiet des Seidhr leisten. (1) Er hat eine angenehm und flüssig lesbare Überblicksarbeit geschrieben und leistet dabei eine relativ systematische und konsistente Begriffsklärung, die sich über das nordische Modell der Seele und die Kosmologie der Neun Welten erstreckt. Positiv fällt mir auch der Mangel an Synkretismus auf, der fast schon Purismus zu nennen ist; die Leserin wird hier nicht mit der so oft anzutreffenden Kreuzung mit anderen spirituellen Systemen (z.B. der Kabbala) behelligt.</p>
<p>Das Buch bleibt kurz und knackig – für meinen Geschmack allerdings zu kurz. Für den doch nicht ganz so kleinen Preis hätte ich mir etwas mehr als ein doch recht schmales Bändchen gewünscht. Vieles wird nur angerissen, mehr Ausführlichkeit hätte dem Buch gut getan, insbesondere hätte man aus den doch reichlich vorhandenen Quellen mehr machen können. Auch die Ritual- und Übungsanregungen sind für ein Handbuch, das erklärtermaßen in die Praxis einführen will, etwas knapp geraten.</p>
<p>Das Buch wirkt teilweise etwas unstrukturiert, z.B. steht “Die Trommel” etwas verloren zwischen “Selbsterkenntnis” und “Zahlensymbolik”; eine deutlichere Gliederung wäre nicht verschwendet gewesen.</p>
<p>Bisweilen wirken die häufigen Warnungen und Ermahnungen nervig und abschreckend – trotz der Annahme Stuckens, daß nur solche Leute Seidhr praktizieren sollten, die sich davon nicht abschrecken lassen. Auch die Übungsanleitungen wirkten (ganz den ständigen Ermahnungen zur Disziplin entsprechend) beim Lesen etwas “trocken” auf mich, sie machten wenig Lust, mich einfach hinzusetzen und sie auszuprobieren. Zur Schulung der Imagination gibt es definitiv lustvollere Anleitungen, die mit weniger erhobenem Zeigefinger daherkommen, z.B. Jan Fries’ “Visual Magick”.</p>
<p>Eine sprachliche Kleinigkeit am Rande: es ist immer nur vom Seidhmann die Rede – gibt es keine Seidhfrauen? Allgemein hätte dem Buch ein liebevolleres Lektorat gut getan, der eine oder andere grobe Zeichensetzungsschnitzer trübt das Lesevergnügen und wäre mit einem Blick mehr vermeidbar gewesen.</p>
<p>Alles in allem jedoch ein Überblick, der trotz seiner Schwächen lesenswert ist. Es bleibt zu wünschen, daß diesem Buch Arbeiten nachfolgen, die die angeschnittenen Themen vertiefen, die Quellen ausführlicher diskutieren und noch mehr Übungs- und Ritualanregungen geben. Es bleibt der Eindruck, daß auf dem Gebiet des Seidhr noch viel spannende Arbeit wartet – als “standalone-Anleitung” erscheint dieses Buch jedenfalls etwas dünn.</p>
<p><i>Fußnoten</i></p>
<p>   1. Zur Definition von Seidhr: „Seidhr ist die Ausübung okkulter Praktiken vor dem Hintergrund der nordisch-germanischen Mythologie“ (Stucken, S. 9). Mit „okkulten Praktiken“ meint Stucken die gesamte Bandbreite von Runenmagie über Galdr (magische Arbeit mit der Stimme) und quasi-schamanische Praktiken bis zur Spá-Reise. Kurt Oertels Begriffsklärung zufolge dient Seidhr „im Altnordischen ganz eindeutig [als] Oberbegriff für Magie insgesamt und faßt genau all jene […] Praktiken zusammen, die wir auch heute unter dem Begriff ‚Magie’ verstehen.“ (zitiert nach: Stucken, S. 11, die Passage dürfte aber auch in Oertels Aufsatz <a href="http://www.seidhfeuer.de/offen/files/oertel1.pdf" target="_blank">“Seidhr und Völventum”</a> (pdf) zu finden sein.)</p>
<p><a href="http://riesenheim.net/" target="_blank">thursa</a></p>
<p><a href="http://riesenheim.net/2008/10/hans-stucken-das-seidhr-handbuch-eine-einfuhrung/" target="_blank">Hans Stücken &#8211; Das Seidhr-Handbuch (auf Riesenheim.net).</a></p>
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		<title>Kate West: The Real Witches Kitchen</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 11:25:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek und Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sach- und Fachbücher]]></category>
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		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[rituale]]></category>
		<category><![CDATA[The real witches kitchen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7040258"><img src="http://u1.ipernity.com/13/02/58/7040258.30955c2f.jpg" width="159" height="205" alt="realwitchkitchen" border="0"/></a><br />
<b>Kate West: The Real Witches Kitchen<br />
Spells, recipes, oils, lotions and potions from the Witches&#8217; hearth</b></p>
<h5>(London: HarperCollins, 2002)</h5>
<p>Als begeisterte Küchenmagierin sind die vielen Bücher, die sich mit magischen Rezepten, Öl- und Gewürzmischungen befassen, natürlich ein &#8220;gefundenes Fressen&#8221; für mich. Doch nicht alle halten was sie versprechen, da sie zumeist unzulängliches Hintergrundwissen bieten.</p>
<p>Kate West bemüht sich mit diesem Buch, genau dieses, sonst tatsächlich häufig fehlende Hintergrundwissen, zu vermitteln. Neben einer großen Zahl an Sprüchen, Ritualen und Übungen schreibt sie auch sehr ausführlich über die Bedeutung dahinter. WARUM gibt es zu Jul dieses Gericht und warum zu Ostara ein anderes&#8230; Die Zyklen der Natur auch im eigenen Inneren wahrnehmen, dies ist eines der Anliegen dieses Buches. Da dies meiner Ansicht nach eine der Grundlagen überhaupt ist, um küchenmagisch gut arbeiten zu können, steht dieses Buch auch ganz oben auf meiner persönlichen Hitliste &#8211; immer gut um nachzulesen, Ideen aufzuschnappen und die Gedanken den Kochlöffel zu beflügeln!</p>
<p><em><strong>&#8220;Merry meet! And welcome to THE Real Witches&#8217; Kitchen. The image of a Witch as a ragged woman, dressed all in black, throwing strange ingredients into a bubbling cauldron in the dead of night is somewhat outdated!&#8221; (S. VII)</strong></em><br />
Mit diesen Worten beginnt die Autorin ihre Einleitung des Buches, das ein buntes Sammelsurium der unterschiedlichsten Rezepte darstellt. Seifen finden darin genauso ihren Platz wie Kerzen, Kuchen zu Ehren der Götter, Tees und Hauptgerichte. Dies alles darf auch in der hauseigenen Küche, ganz normal angezogen hergestellt werden, hier nochmals auf das Eingangszitat Stellung beziehend.<br />
Wer Kate West einmal sprechen gehört hat, weiß, dass sie auch ganz authentisch das zu leben scheint, was sie in ihrem Buch niederschreibt. Einfach, klar, Dinge nicht unnötig ausschmückend und gerade dadurch in dieser Klar- und Bescheidenheit so bereichernd.<br />
Sie möchte ihr Werk weder als Koch- noch als exklusives Hexenbuch verstanden wissen, sondern als Buch für jedermann, der von der großen grünen Naturapotheke Gebrauch machen möchte.</p>
<p>Nun ein kleiner Streifzug durch dieses &#8220;Natur-Apotheken-Arbeitsbuch&#8221;&#8230; nicht nur als Rezension sondern auch als Anregung zum kulinarisch-magisch Aktivwerden gedacht!</p>
<p>Dem eigentlichen Arbeitsteil des Buches stellt West das Kapitel <em><strong>&#8220;Witchcraft and Empowering your Herbal Work&#8221; </strong></em>(S. 1-11) voran, um all denjenigen, die keine Vorkenntnisse dessen besitzen, womit Kate West arbeitet – Witchcraft.<br />
Das ist nur insofern relevant, als dass man Bescheid weiß, auf welchem Weltbild West ihre Arbeit aufbaut.<br />
Das Buch selbst aber ist für Wiccas, Hexen, Asatrús etc. gleichermaßen anwendbar. Folglich sollte man sich auch nicht gleich vom einschlägigen Titel abschrecken lassen.</p>
<p>Der Rezeptteil beginnt mit den verschiedensten Arten und Mitteln, die zur Reinigung dienen. Sie erklärt die Zubereitung von Seifen, Badeschaum, Kräutersuden und anderen Badezusätzen. Gestern abends saß ich mit einer beginnenden Verkühlung und schon fürchtend, diesen Artikel nicht zu Ende schreiben zu können, im &#8220;Cold and Flu Bath&#8221; (Vgl. S. 26). Heute geht es mir zumindest nicht schlechter als gestern. Die Verkühlung scheint fürs Erste gestoppt zu sein, also hat die Ölmischung gehalten, was sie versprochen hatte.</p>
<p>Das darauf folgende Kapitel über <em><strong>Öle</strong></em> enthält auch einen Abschnitt über deren magische Anwendung. Über &#8220;Selfblessings&#8221;, &#8220;Candle Dressings&#8221; bis hin zur Anwendung von Ölen an anderen Personen gibt Kate West einige einfache, aber wirkungsvolle Anregungen, um mit Ölen zu experimentieren. Nachdem schon das Öl für die Kerze erläutert wurde, folgt nun auch die Anweisung, wie die dazu passende Kerze gefertigt werden kann.</p>
<p>Dies wird im Kapitel <em><strong>&#8220;Candles and Incences&#8221;</strong></em> erklärt. West über ihre magische Verwendung:<em>&#8220;Candles and incense are integral parts of Magical work. Candles are lit to create the Sacred Space and are burned to set Magic in motion. Incense also creates the ritual mood, as well as mentally preparing you for work you intend to do.&#8221;</em> (S. 47)</p>
<p>Über in Formen gegossene Kerzen, Tropf- und Sandkerzen und gerollte Kerzen ist in diesem Buch wohl so ziemlich alles zu finden, wie Kerzen für den Haus- und Hexengebrauch einfach hergestellt werden können. Darüber hinaus wird auch erklärt, welche Farbe wie wirkt und wie die Kerzen dekoriert werden können – ob man mit solchen Details etwas anzufangen weiß oder nicht, ist natürlich wie immer jedem selbst überlassen.</p>
<p>Das nächste große Kapitel ist den acht <strong>Jahresfesten</strong> gewidmet, welche Speisen und Getränke für das jeweilige Fest passend sind und warum. Den Rezepten ist immer Einiges an Basisinformation über den Sabbat vorangestellt.<br />
Danach geht sie im speziellen auf die Zubereitung von Brot und Kuchen zu Ehren der Götter ein; Speisen, die aus dem Elementarsten hergestellt werden, das die Erde uns schenkt: Dem Getreide. West gibt dazu auch historische, wenn auch sehr oberflächliche Informationen an:</p>
<p><em>&#8220;Grain and certain forms of bread have been found in tombs dating back to the ancient Egyptians and before. The importance of this basic food is reflected in the numerous Gods and Goddesses of grain and harvest from all parts of the world and almost all stages of humanity &#8211; Attis, Ceres, Ceridwyn, Chrom Cruaich, Demeter, Dionysus, Osiris, Persephone and Robigus to name just a few &#8211; not to mention all the Gods and Goddesses of fertility whose compass includes the harvest. Bread itself has always been called the staff of life and to share bread was considered to produce social obligations on both host and guest.&#8221;</em> (S. 103)</p>
<p>Nach einem durchaus interessanten, wenn auch nicht außergewöhnlichen Kapitel über Tee geht West auf Kosmetik, Ernährung und körperliches Wohlbefinden ein. Im Kapitel <em><strong>&#8220;Looking Good, Feeling Fine</strong></em>&#8221; wird es dann wirklich sehr vielfältig um nicht zu sagen chaotisch, manchmal könnte man meinen, man läse in einer Schönheitszeitschrift nach, manchmal fühlt man sich wie während einer Diät. Gerade diese Abwechslung macht dieses Buch für mich aber so liebens-, lesens- und ausprobierenswert, weil es auch dieses kreative, latente Chaos darstellt, die eine Küche zum Tempel werden lässt.</p>
<p>Das letzte Kapitel war lange Zeit mein Lieblingskapitel &#8211; <em><strong>&#8220;Herb Sachets and Gifts&#8221;</strong></em> &#8211; alles zum selber Basteln. Vielleicht lag daran, dass ich dieses Buch vor vielen Jahren das erste Mal in der Zeit vor Jul gelesen habe. Die Kräutersäckchen werden unter anderem für ein ruhiges Zuhause, Schutz, deinen heiligen Raum etc. beschrieben (Vgl. S. 186-193).</p>
<p>Damit sind wir auch schon am Ende der Reise durch Kate Wests Hexenküche.<br />
In den letzten Jahren wurden, wie bereits Eingangs erwähnt, eine Reihe von Büchern publiziert, die als Verpackung &#8220;Hexe&#8221; und als Inhalt &#8220;Kochbuch&#8221; haben. Innerhalb des Esoterikbooms der letzten 15 Jahre erschienen viele zu diesem Thema.</p>
<p>Für mich persönlich kann ich auf jeden Fall behaupten, dass die Arbeit einer Hexe, einer seidhkona, bei mir sehr oft in der Küche stattfindet, am Herdfeuer, das für mich das Zentrum des Lebensraumes, der Fokus der Familie ist.</p>
<p>Die Magie ist Teil der Küche und die Küche Teil der Magie. Dies kommt in diesem Buch sehr schön zur Geltung und hebt es von anderen Büchern zu diesem Thema ab.</p>
<p><em><strong>Über die Autorin:</strong></em><br />
Kate West, geboren 1957 in Kent, England, lebt und arbeitet selbst seit wohl 40 Jahren als Hexe.</p>
<p>Sie ist außerdem Autorin vieler Bücher, u.a. &#8220;The Real Witches&#8217; Handbook&#8221;, &#8220;The Real Witches&#8217; Craft: Magical Techniques and Guidance for a Full Year of Practicing the Craft&#8221; etc.</p>
<p>PS: Wer sich jetzt wundert, warum alle Bücher von West mit &#8220;The real….&#8221; Beginnen: Hier ist die Auflösung dazu – ein Auszug aus einem Interview von LadyPurple von <a href="http://www.hagazussa.tv/">www.hagazussa.tv</a> mit Kate West am Witchfest 2003:</p>
<p><strong>Lady Purple:</strong><em> Alle Deine Bücher heißen “The real witches handbook”, “The real …..”. Warum denkst Du, dass das das Wirkliche ist?<br />
</em><strong>Kate:</strong><em> Es gibt ziemlich viele Einflüsse auf den Titel eines Buches, das hat mich am Anfang, als ich zu schreiben begann ganz schön schockiert. Verleger haben ein großes Mitspracherecht, was den Titel eines Buches betrifft. Wir haben sehr lange diskutiert und sie hatten viele eigenartige Ideen, wir haben uns dann auf „The real witches“ geeinigt, weil es das Hexentum von wirklichen Leuten beschreibt. Es geht nicht um Leute, die finanziell unabhängig sind, die all ihre Zeit damit verbringen sich verwöhnen zu lassen und die einen Tempel im Gästezimmer haben. Hier geht es um das Hexentum von Leuten, die einkaufen müssen und abwaschen, ihren Kindern die Nasen putzen und das Katzenklo säubern. Das ist das Hexentum von wirklichen Leuten, die im wirklichen Leben stehen, mit stressigen Leben und echten Problemen. Das heißt nicht, dass diese Art von Hexentum besser ist als andere. Der „real Witch“ Titel ist hängen geblieben und der Verleger bleibt dabei und ich finde es auch gut, deswegen.</em></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Brigh <a href="http://www.nornirsaett.de/kate-west-the-real-witches-kitchen/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7040258"><img src="http://u1.ipernity.com/13/02/58/7040258.30955c2f.jpg" width="159" height="205" alt="realwitchkitchen" border="0"/></a><br />
<b>Kate West: The Real Witches Kitchen<br />
Spells, recipes, oils, lotions and potions from the Witches&#8217; hearth</b></p>
<h5>(London: HarperCollins, 2002)</h5>
<p>Als begeisterte Küchenmagierin sind die vielen Bücher, die sich mit magischen Rezepten, Öl- und Gewürzmischungen befassen, natürlich ein &#8220;gefundenes Fressen&#8221; für mich. Doch nicht alle halten was sie versprechen, da sie zumeist unzulängliches Hintergrundwissen bieten.</p>
<p>Kate West bemüht sich mit diesem Buch, genau dieses, sonst tatsächlich häufig fehlende Hintergrundwissen, zu vermitteln. Neben einer großen Zahl an Sprüchen, Ritualen und Übungen schreibt sie auch sehr ausführlich über die Bedeutung dahinter. WARUM gibt es zu Jul dieses Gericht und warum zu Ostara ein anderes&#8230; Die Zyklen der Natur auch im eigenen Inneren wahrnehmen, dies ist eines der Anliegen dieses Buches. Da dies meiner Ansicht nach eine der Grundlagen überhaupt ist, um küchenmagisch gut arbeiten zu können, steht dieses Buch auch ganz oben auf meiner persönlichen Hitliste &#8211; immer gut um nachzulesen, Ideen aufzuschnappen und die Gedanken den Kochlöffel zu beflügeln!</p>
<p><em><strong>&#8220;Merry meet! And welcome to THE Real Witches&#8217; Kitchen. The image of a Witch as a ragged woman, dressed all in black, throwing strange ingredients into a bubbling cauldron in the dead of night is somewhat outdated!&#8221; (S. VII)</strong></em><br />
Mit diesen Worten beginnt die Autorin ihre Einleitung des Buches, das ein buntes Sammelsurium der unterschiedlichsten Rezepte darstellt. Seifen finden darin genauso ihren Platz wie Kerzen, Kuchen zu Ehren der Götter, Tees und Hauptgerichte. Dies alles darf auch in der hauseigenen Küche, ganz normal angezogen hergestellt werden, hier nochmals auf das Eingangszitat Stellung beziehend.<br />
Wer Kate West einmal sprechen gehört hat, weiß, dass sie auch ganz authentisch das zu leben scheint, was sie in ihrem Buch niederschreibt. Einfach, klar, Dinge nicht unnötig ausschmückend und gerade dadurch in dieser Klar- und Bescheidenheit so bereichernd.<br />
Sie möchte ihr Werk weder als Koch- noch als exklusives Hexenbuch verstanden wissen, sondern als Buch für jedermann, der von der großen grünen Naturapotheke Gebrauch machen möchte.</p>
<p>Nun ein kleiner Streifzug durch dieses &#8220;Natur-Apotheken-Arbeitsbuch&#8221;&#8230; nicht nur als Rezension sondern auch als Anregung zum kulinarisch-magisch Aktivwerden gedacht!</p>
<p>Dem eigentlichen Arbeitsteil des Buches stellt West das Kapitel <em><strong>&#8220;Witchcraft and Empowering your Herbal Work&#8221; </strong></em>(S. 1-11) voran, um all denjenigen, die keine Vorkenntnisse dessen besitzen, womit Kate West arbeitet – Witchcraft.<br />
Das ist nur insofern relevant, als dass man Bescheid weiß, auf welchem Weltbild West ihre Arbeit aufbaut.<br />
Das Buch selbst aber ist für Wiccas, Hexen, Asatrús etc. gleichermaßen anwendbar. Folglich sollte man sich auch nicht gleich vom einschlägigen Titel abschrecken lassen.</p>
<p>Der Rezeptteil beginnt mit den verschiedensten Arten und Mitteln, die zur Reinigung dienen. Sie erklärt die Zubereitung von Seifen, Badeschaum, Kräutersuden und anderen Badezusätzen. Gestern abends saß ich mit einer beginnenden Verkühlung und schon fürchtend, diesen Artikel nicht zu Ende schreiben zu können, im &#8220;Cold and Flu Bath&#8221; (Vgl. S. 26). Heute geht es mir zumindest nicht schlechter als gestern. Die Verkühlung scheint fürs Erste gestoppt zu sein, also hat die Ölmischung gehalten, was sie versprochen hatte.</p>
<p>Das darauf folgende Kapitel über <em><strong>Öle</strong></em> enthält auch einen Abschnitt über deren magische Anwendung. Über &#8220;Selfblessings&#8221;, &#8220;Candle Dressings&#8221; bis hin zur Anwendung von Ölen an anderen Personen gibt Kate West einige einfache, aber wirkungsvolle Anregungen, um mit Ölen zu experimentieren. Nachdem schon das Öl für die Kerze erläutert wurde, folgt nun auch die Anweisung, wie die dazu passende Kerze gefertigt werden kann.</p>
<p>Dies wird im Kapitel <em><strong>&#8220;Candles and Incences&#8221;</strong></em> erklärt. West über ihre magische Verwendung:<em>&#8220;Candles and incense are integral parts of Magical work. Candles are lit to create the Sacred Space and are burned to set Magic in motion. Incense also creates the ritual mood, as well as mentally preparing you for work you intend to do.&#8221;</em> (S. 47)</p>
<p>Über in Formen gegossene Kerzen, Tropf- und Sandkerzen und gerollte Kerzen ist in diesem Buch wohl so ziemlich alles zu finden, wie Kerzen für den Haus- und Hexengebrauch einfach hergestellt werden können. Darüber hinaus wird auch erklärt, welche Farbe wie wirkt und wie die Kerzen dekoriert werden können – ob man mit solchen Details etwas anzufangen weiß oder nicht, ist natürlich wie immer jedem selbst überlassen.</p>
<p>Das nächste große Kapitel ist den acht <strong>Jahresfesten</strong> gewidmet, welche Speisen und Getränke für das jeweilige Fest passend sind und warum. Den Rezepten ist immer Einiges an Basisinformation über den Sabbat vorangestellt.<br />
Danach geht sie im speziellen auf die Zubereitung von Brot und Kuchen zu Ehren der Götter ein; Speisen, die aus dem Elementarsten hergestellt werden, das die Erde uns schenkt: Dem Getreide. West gibt dazu auch historische, wenn auch sehr oberflächliche Informationen an:</p>
<p><em>&#8220;Grain and certain forms of bread have been found in tombs dating back to the ancient Egyptians and before. The importance of this basic food is reflected in the numerous Gods and Goddesses of grain and harvest from all parts of the world and almost all stages of humanity &#8211; Attis, Ceres, Ceridwyn, Chrom Cruaich, Demeter, Dionysus, Osiris, Persephone and Robigus to name just a few &#8211; not to mention all the Gods and Goddesses of fertility whose compass includes the harvest. Bread itself has always been called the staff of life and to share bread was considered to produce social obligations on both host and guest.&#8221;</em> (S. 103)</p>
<p>Nach einem durchaus interessanten, wenn auch nicht außergewöhnlichen Kapitel über Tee geht West auf Kosmetik, Ernährung und körperliches Wohlbefinden ein. Im Kapitel <em><strong>&#8220;Looking Good, Feeling Fine</strong></em>&#8221; wird es dann wirklich sehr vielfältig um nicht zu sagen chaotisch, manchmal könnte man meinen, man läse in einer Schönheitszeitschrift nach, manchmal fühlt man sich wie während einer Diät. Gerade diese Abwechslung macht dieses Buch für mich aber so liebens-, lesens- und ausprobierenswert, weil es auch dieses kreative, latente Chaos darstellt, die eine Küche zum Tempel werden lässt.</p>
<p>Das letzte Kapitel war lange Zeit mein Lieblingskapitel &#8211; <em><strong>&#8220;Herb Sachets and Gifts&#8221;</strong></em> &#8211; alles zum selber Basteln. Vielleicht lag daran, dass ich dieses Buch vor vielen Jahren das erste Mal in der Zeit vor Jul gelesen habe. Die Kräutersäckchen werden unter anderem für ein ruhiges Zuhause, Schutz, deinen heiligen Raum etc. beschrieben (Vgl. S. 186-193).</p>
<p>Damit sind wir auch schon am Ende der Reise durch Kate Wests Hexenküche.<br />
In den letzten Jahren wurden, wie bereits Eingangs erwähnt, eine Reihe von Büchern publiziert, die als Verpackung &#8220;Hexe&#8221; und als Inhalt &#8220;Kochbuch&#8221; haben. Innerhalb des Esoterikbooms der letzten 15 Jahre erschienen viele zu diesem Thema.</p>
<p>Für mich persönlich kann ich auf jeden Fall behaupten, dass die Arbeit einer Hexe, einer seidhkona, bei mir sehr oft in der Küche stattfindet, am Herdfeuer, das für mich das Zentrum des Lebensraumes, der Fokus der Familie ist.</p>
<p>Die Magie ist Teil der Küche und die Küche Teil der Magie. Dies kommt in diesem Buch sehr schön zur Geltung und hebt es von anderen Büchern zu diesem Thema ab.</p>
<p><em><strong>Über die Autorin:</strong></em><br />
Kate West, geboren 1957 in Kent, England, lebt und arbeitet selbst seit wohl 40 Jahren als Hexe.</p>
<p>Sie ist außerdem Autorin vieler Bücher, u.a. &#8220;The Real Witches&#8217; Handbook&#8221;, &#8220;The Real Witches&#8217; Craft: Magical Techniques and Guidance for a Full Year of Practicing the Craft&#8221; etc.</p>
<p>PS: Wer sich jetzt wundert, warum alle Bücher von West mit &#8220;The real….&#8221; Beginnen: Hier ist die Auflösung dazu – ein Auszug aus einem Interview von LadyPurple von <a href="http://www.hagazussa.tv/">www.hagazussa.tv</a> mit Kate West am Witchfest 2003:</p>
<p><strong>Lady Purple:</strong><em> Alle Deine Bücher heißen “The real witches handbook”, “The real …..”. Warum denkst Du, dass das das Wirkliche ist?<br />
</em><strong>Kate:</strong><em> Es gibt ziemlich viele Einflüsse auf den Titel eines Buches, das hat mich am Anfang, als ich zu schreiben begann ganz schön schockiert. Verleger haben ein großes Mitspracherecht, was den Titel eines Buches betrifft. Wir haben sehr lange diskutiert und sie hatten viele eigenartige Ideen, wir haben uns dann auf „The real witches“ geeinigt, weil es das Hexentum von wirklichen Leuten beschreibt. Es geht nicht um Leute, die finanziell unabhängig sind, die all ihre Zeit damit verbringen sich verwöhnen zu lassen und die einen Tempel im Gästezimmer haben. Hier geht es um das Hexentum von Leuten, die einkaufen müssen und abwaschen, ihren Kindern die Nasen putzen und das Katzenklo säubern. Das ist das Hexentum von wirklichen Leuten, die im wirklichen Leben stehen, mit stressigen Leben und echten Problemen. Das heißt nicht, dass diese Art von Hexentum besser ist als andere. Der „real Witch“ Titel ist hängen geblieben und der Verleger bleibt dabei und ich finde es auch gut, deswegen.</em></p>
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		<title>Sigrid Früh: Herrin der Rauhnächte &#8211; Märchen, Brauchtum, Aberglaube</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/sigrid-fruh-herrin-der-rauhnachte-marchen-brauchtum-aberglaube/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 21:25:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigh</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<blockquote><p>Die Rauhnächte, oder Zwölften, wie die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar auch genannt wird, ist eine Zeit der Geister und Seelen. Vielfältiges Brauchtum, Orakel, Magie und Aberglaube rankt sich um diese Tage und Nächte.</p></blockquote>
<p><b>Über die Autorin:</b><br />
<i>Sigrid Früh (geboren 1935) studierte Germanistik und Volkskunde in Tübingen und Zürich. Heute ist sie eine der bekanntesten Sagen- und Märchenforscherinnen Deutschlands, hält Vorträge und Seminare an Universitäten und Bibliotheken. Außerdem ist sie immer wieder als Märchenerzählerin unterwegs und begeistert ihr Publikum. Sigrid Früh lebt und arbeitet in Kernen im Remstal.</i><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6415253"><img src="http://u1.ipernity.com/13/52/53/6415253.3f50698b.jpg" width="198" height="140" alt="rauhnaechte2" border="0"/></a></p>
<p>Andere Bücher der Autorin:<br />
Sigrid Früh und Roland Kübler: <i>&#8220;Feuerblume &#8211; Märchen von Liebe, Lust und Leidenschaft&#8221;</i><br />
<i>&#8220;Der Mond &#8211; Märchen, Brauchtum, Aberglaube&#8221;</i></p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6415252"><img src="http://u1.ipernity.com/13/52/52/6415252.3e36df5d.jpg" width="131" height="151" alt="rauhnaechte1" border="0"/></a><br />
<b><i>Sigrid Früh</i><br />
Rauhnächte &#8211; Märchen, Brauchtum, Aberglaube</b><br />
Stendel Verlag &#8211; Waiblingen, 1998<br />
ISBN 3926789247</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Rauhnächte, oder Zwölften, wie die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar auch genannt wird, ist eine Zeit der Geister und Seelen. Vielfältiges Brauchtum, Orakel, Magie und Aberglaube rankt sich um diese Tage und Nächte.<br />
Durch die Lüfte braust die Wilde Jagd, geführt vom Wilden Jäger, dem Wode und dringt in die Häuser, wenn Türen und Fenster nicht gut verschlossen sind. Versunkene Schlösser und Schätze steigen empor, Zwerge kommen zu Besuch und müssen bewirtet werden. Fremden Tieren ist in dieser Zeit nicht zu trauen, weil die Hexen oft ihre Gestalt annehmen.<br />
Die Zeit der Sonnwende, des Wechsels, hat die Menschheit schon immer beeindruckt und beschäftigt. Schon in vorchristlicher Zeit wurde die Wintersonnwende als Geburt der Sonne gefeiert.<br />
Diese Tatsache nutzten die christlichen Missionare für ihr Tun. Sie feierten die Geburt Christi (der historische Jesus von Nazareth kam nicht am 24.12. zur Welt) als die auf die Erde gekommene Sonne. Diese Zeit des Wechsels war und ist eine Zeit des Kampfes des Lichts mit der Finsternis, des Guten mit dem Bösen. Und in Märchen und Sagen ist die Erlösung der verwunschenen Prinzessinnen oder das Ende der langen Suche oft nur in einer dieser besonderen Nächte möglich.&#8221; (S. 7)</p></blockquote>
<p>Mit dieser Einleitung beginnt Sigrid Früh ihr Buch über Märchen und Sagen, die wichtigsten Bräuche und allerhand Magie zu den zwölf heiligen Nächten, die uns schon aus altnordischen Quellen bekannt sind. So erzählt die <i>Hervarar saga</i>, wie anlässlich der Raunächte ein Gelübde auf den größten Eber der Herde abgelegt wurde.<br />
Die Geschichten, die Sigrid Früh für ihr Büchlein gesammelt hat, sind Erzählungen über</p>
<ul>
<li>die altnordische Göttin <b>Frigg</b> (Funktion als Fruchtbarkeits- und Ehegöttin. Ihr Name leitet sich vom indogermanischen *prii &#8211; &#8220;lieben&#8221; her. Nicht zu verwechseln mit Freyja! Frigg begegnet uns auch im 2. Merseburger Zauberspruch &#8211; als Frija und als Frea in der &#8220;Origo gentis Langobadorum&#8221; und in der &#8220;Historia Langobadorum&#8221; als Schutzherrin der Langobarden),</li>
<li><b>Frau Holle</b></li>
<li>die <b>Percht</b> oder <b>Berchta</b>, (ursprünglich eine lichte Gestalt, die erst mit der christlichen Umdeutung ins Reich der bösen Mächte verbannt wurde)</li>
<li><b>die magische Pflanze Holunder</b></li>
<li><b>die Wilde Jagd</b> (Wodan braust mit seinem wilden Heer und den Raben Hugin und Munin durch die Lüfte und besucht die diesseitige Welt.) Dieser Glaube ist erst, obwohl es sich um einen nordischen, wenn auch nicht unbedingt omnigermanischen Gott handelt, im Mittelalter und in der frühen Neuzeit als &#8220;Wilde Jagd&#8221; bekannt geworden. Nach Tacitus war Wodan der einzige nordische Gott, der tatsächlich Menschenopfer erhielt. Überzeugend, da Wodan auch als der Führer des Totenheeres gilt. Die Etymologie des Namens &#8220;Wut&#8221; zeugt von ihm als Ekstatiker. Auch er tritt, neben Frigg, im 2. Merseburger Zauberspruch auf (und muss wohl in Verbindung mit schamanistischen, nordasiatischen Religionen in Verbindung gesehen werden).</li>
<li><b>sprechende Tiere</b>: Woher der Glaube stammt, dass Tiere in den Raunächten sprechen können, ist nicht genau geklärt. Hinweise darauf, dass sich Götter oder auch Menschen in Tiere verwandeln können, gibt es allerdings unzählige. So verwandelt sich Odin nach Heimskringla 7 in mehrere Tiere, Loki in der Snorra Edda in eine Stute, einen Lachs etc. Auch im Keltischen ist dies bekannt, so verwandelt sich Gwydion oder auch Merlin im &#8220;Song of Amergin&#8221;. Daneben existieren auch noch das in vielen Kulturen bekannte Shapeshifting (Gestaltwandlung &#8211; auch Lykanthropie fällt darunter!). Oder sollte man doch die berühmte Kirche im Dorf lassen und den Tieren einfach zugestehen, dass sie in diesen Nächten wirklich sprechen können? Oder können die Menschen, durch heiliges Räucherwerk sensibilisiert, die Tiere dadurch besser hören?</li>
</ul>
<p>In vielen dieser Geschichten ist ein naturreligiöser, heidnischer Ansatz bemerkbar, manchmal offensichtlich, manchmal in einem christlichen Kontext verpackt.</p>
<p>Neben diesen reichhaltigen und vielfältigen Erzählungen schreibt Sigrid Früh über Brauchtum und Aberglauben an den Raunächten im Allgemeinen, aber auch über Bräuche zur heiligen Weihnachtsnacht, Sylvester und zum Dreikönigstag.<br />
Hier eine kleine, interessante Auswahl davon &#8211; weit gestreut zwischen skurril und Hinweisen auf vorchristliche Bräuche, die vor allem in den Tälern der Alpenländer häufig überlebt haben.</p>
<p><b>Zu den Raunächten allgemein</b></p>
<blockquote><p>&#8220;In diesen Tagen haben Heilkräuter ihre größte Wirkung&#8221; (S. 19)</p></blockquote>
<p>Dies lässt sich im christlichen Kontext bzw. dem Mithraskult erklären &#8211; die Kräuterräucherung oder Weihrauchräucherung sollte die Gesundheit bewahren bzw. Schadenszauber (Dämonen) abwehren. Im nordischen Kontext ist es vorstellbar, dass es zu diesem Zeitpunkt eingesalzte Kräuter zur Ergänzung der Nahrung zu essen gab. Hinweise auf besondere Bräuche konnte ich aber keine ausfindig machen. </p>
<blockquote><p>Die Träume der zwölf Nächte erfüllen sich in den entsprechenden Monaten des Jahres. Träumt man vor Mitternacht, so erfüllt sich dies in der ersten Hälfte des Monats, Träume nach Mitternacht am Ende des Monats.&#8221; (S. 19)</p></blockquote>
<p>Eine der bekanntesten Aussagen zu den Raunächten. Wie bereits erwähnt, gelten die Raunächte als <b>die</b> Zeit für Orakel und Wahrsagerei. So werden sie auch als Lostage bezeichnet. &#8220;Los&#8221; kommt von &#8220;lösseln&#8221; und meint das Erkunden der Zukunft. Träume werden überdurchschnittlich häufig interpretiert und die Kunst des Kaffeesatz-Lesens oder der Brauch des Blei-Gießens ist immer noch ein beliebter Brauch.</p>
<p><b>Zur Heiligen Nacht</b></p>
<blockquote><p>&#8220;In der Heiligen Nacht sollen Hexen und Geister ganz besondere Macht haben. Deshalb beginnt mit Einbruch der Nacht in regelmäßigen Abständen das Schreckenläuten. Es dauert an bis zur Mitternachtsmesse und vertreibt die bösen Geister.&#8221; (S. 29)</p></blockquote>
<p>Die Weihnachtsnacht ist sehr kurz nach der Wintersonnenwende angesetzt. Die längste Nacht, der kürzeste Tag sind eben erst vorüber. Das Licht hat noch nicht wirklich an neuer Kraft gewonnen, die Dunkelheit ist immer noch sehr präsent. Ein Grund, die dunklen Mächte aus der Welt zu treiben?</p>
<blockquote><p>&#8220;An Weihnachten muß man die Stube wischen um zwölf Uhr in der Nacht und zwar zur Hintertür und nackend. Wenn man dies tut, sieht man den zukünftigen Geliebten oder die Geliebte nackend unter dem Tisch sitzen&#8221; (S. 30)</p></blockquote>
<p>Wohl ein sehr seltsamer Aberglaube, Früh gibt leider, wie bei allen anderen Sprüchen auch, keine genaue Quelle an, wo dies nachgelesen werden könnte!</p>
<blockquote><p>&#8220;Schneidet ein Mädchen in der Heiligen Nacht eine weiße Zwiebel und streut Salz drauf, so werden sich bis am Morgen die Züge des zukünftigen Gatten abbilden.&#8221; (S. 30)</p></blockquote>
<p>Die Raunächte gelten seit jeher als eine Zeit für Weissagungen und Orakel&#8230;<br />
Dennoch finde ich diesen Tipp nicht besonders reizvoll. Aber wer weiß &#8211; die Raunächte nahen und es wäre Zeit, das Zwiebel-Orakel auszuprobieren! Wer will es versuchen?</p>
<p><b>Zu Silvester und Neujahr</b></p>
<blockquote><p>&#8220;Der Hausvater schlägt in der Neujahrsnacht vier Pfähle nach den vier Himmelsrichtungen ums Haus herum in die Erde, damit es vor Feuer behütet werde.&#8221; (S. 48)</p></blockquote>
<p>Schlägt der Hausvater dabei einen Schutzkreis um sein Haus, um es vor allem Übel zu bewahren und zu beschützen?</p>
<blockquote><p>&#8220;Wer in der Neujahrsnacht, ohne ein Wort zu reden, eine Hagebutte ißt, wird gesund.&#8221; (S. 50)</p></blockquote>
<p>Ein Spruch, der beim ersten Hinsehen beinahe so seltsam klingt wie das Zwiebelorakel (siehe weiter oben). Durch Nachfrage erhielt ich von Magister Botanicus und Wolfgang Bauer aber den Hinweis, dass statt der Hagebutte in Wirklichkeit der Fliegenpilz gemeint sein könnte. Das mit der Hagebutte kommt sehr wahrscheinlich direkt vom Mithraskult (Feiertage sind zu den Rauhnächten); es ist damit aber keine Hagebutte, sondern ein getrockneter Fliegenpilz, der hier aus kultischen Gründen verzehrt wird, gemeint. Auf beide, sowohl Fliegenpilz als auch Hagebutte passt die Beschreibung des Männlein im Walde und Zwerg mit roter Mütze! </p>
<p><b>Zum Dreikönigstag, Frau Holle Tag</b></p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn man beim Gebetsläuten am Dreikönigstag einen Zaunstecken aus der Erde zieht, so hört man aus dem Loch die Weissagungen für das kommende Jahr (Heirat, Tod, Gewinn, Verlust etc.).&#8221; (S. 61)</p></blockquote>
<p>Wie mehrmals erwähnt, sind die Raunächte eine Zeit der Weissagungen. Spricht die Unterweltgöttin Hel, auch als Frau Holle bekannt, aus dem Erdloch???</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine Wünschelrute, die am Dreikönigstag geschnitten wird, ist unfehlbar. Sie kann, je nachdem was sie finden soll, auf einen der drei Magier aus dem Morgenland getauft werden. Auf Caspar, dann schlägt sie aus bei Gold, Balthasar findet Silber und Melchior Wasser.&#8221; (S. 61)</p></blockquote>
<p>Die Kunst der Wünschelrute wurde und wird in der Kirche nicht gerne geduldet, entstammt sie doch heidnischem Kulturgut. Dennoch hat sie sich in Sagen, auch zusammen mit den heiligen drei Königen, erhalten. Wie bereits erwähnt, die drei Könige sind als solche erst ab dem 12. Jahrhundert bekannt. Vorher waren es drei Magier, die dem neugeborenen Sonnenkind ihre Gaben überbrachten! Und wer traut einem Magier nicht zu, Gold, Silber oder Wasser zu finden?!</p>
<p>Entlehnt hat Früh diese Sprüche und Aberglauben unter anderem aus dem <i>&#8220;Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens.</i> Berlin, Leipzig, 1927-42&#8243;. Ein Werk, das grundsätzlich nur mit gewissen Erklärungen zitiert werden sollte, wenn man den Zeitraum seines Erscheinens bedenkt. Dies hat Sigrid Früh in ihrem eigentlich sehr gut und interessant zu lesendem Büchlein sicherlich versäumt!<br />
Es würde der Lesbarkeit auch nicht schaden, wenn die Quellenangaben direkt am Ende der Geschichten stünden! Das Nachforschen wird auch noch durch das Fehlen von Seitenzahlen und Verlagsangaben erschwert.<br />
Abgesehen davon ein durchaus lesenswertes Buch, das, neben Informationen zu den Raunächten, wunderschöne, zauberhafte Geschichten enthält, die die langen, kalten Raunächte erträglich werden lassen. Mit Buch, Tee und Keksen am Ofen&#8230; .<br />
Denn wie ein weiser Spruch rät:<br />
<blockquote>&#8220;Wer an Weihnachten viel isst, dem geht es das nächste Jahr gut.&#8221; (S. 31)</p></blockquote>
<p>In dem Sinne &#8211; Mahlzeit und segensreiche Raunächte!</p>
<p><i>Mein herzlicher Dank für all die wertvollen Informationen bezüglich des Mithras-Kultes (vgl. dazu Kommentare zu den Sprüchen) ergeht an Magister Botanicus und Wolfgang Bauer &#8211; DANKESCHÖN!</i></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/sach-und-fachbucher/">Sach- und Fachbücher</a> by Brigh <a href="http://www.nornirsaett.de/sigrid-fruh-herrin-der-rauhnachte-marchen-brauchtum-aberglaube/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Rauhnächte, oder Zwölften, wie die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar auch genannt wird, ist eine Zeit der Geister und Seelen. Vielfältiges Brauchtum, Orakel, Magie und Aberglaube rankt sich um diese Tage und Nächte.</p></blockquote>
<p><b>Über die Autorin:</b><br />
<i>Sigrid Früh (geboren 1935) studierte Germanistik und Volkskunde in Tübingen und Zürich. Heute ist sie eine der bekanntesten Sagen- und Märchenforscherinnen Deutschlands, hält Vorträge und Seminare an Universitäten und Bibliotheken. Außerdem ist sie immer wieder als Märchenerzählerin unterwegs und begeistert ihr Publikum. Sigrid Früh lebt und arbeitet in Kernen im Remstal.</i><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6415253"><img src="http://u1.ipernity.com/13/52/53/6415253.3f50698b.jpg" width="198" height="140" alt="rauhnaechte2" border="0"/></a></p>
<p>Andere Bücher der Autorin:<br />
Sigrid Früh und Roland Kübler: <i>&#8220;Feuerblume &#8211; Märchen von Liebe, Lust und Leidenschaft&#8221;</i><br />
<i>&#8220;Der Mond &#8211; Märchen, Brauchtum, Aberglaube&#8221;</i></p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6415252"><img src="http://u1.ipernity.com/13/52/52/6415252.3e36df5d.jpg" width="131" height="151" alt="rauhnaechte1" border="0"/></a><br />
<b><i>Sigrid Früh</i><br />
Rauhnächte &#8211; Märchen, Brauchtum, Aberglaube</b><br />
Stendel Verlag &#8211; Waiblingen, 1998<br />
ISBN 3926789247</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Rauhnächte, oder Zwölften, wie die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar auch genannt wird, ist eine Zeit der Geister und Seelen. Vielfältiges Brauchtum, Orakel, Magie und Aberglaube rankt sich um diese Tage und Nächte.<br />
Durch die Lüfte braust die Wilde Jagd, geführt vom Wilden Jäger, dem Wode und dringt in die Häuser, wenn Türen und Fenster nicht gut verschlossen sind. Versunkene Schlösser und Schätze steigen empor, Zwerge kommen zu Besuch und müssen bewirtet werden. Fremden Tieren ist in dieser Zeit nicht zu trauen, weil die Hexen oft ihre Gestalt annehmen.<br />
Die Zeit der Sonnwende, des Wechsels, hat die Menschheit schon immer beeindruckt und beschäftigt. Schon in vorchristlicher Zeit wurde die Wintersonnwende als Geburt der Sonne gefeiert.<br />
Diese Tatsache nutzten die christlichen Missionare für ihr Tun. Sie feierten die Geburt Christi (der historische Jesus von Nazareth kam nicht am 24.12. zur Welt) als die auf die Erde gekommene Sonne. Diese Zeit des Wechsels war und ist eine Zeit des Kampfes des Lichts mit der Finsternis, des Guten mit dem Bösen. Und in Märchen und Sagen ist die Erlösung der verwunschenen Prinzessinnen oder das Ende der langen Suche oft nur in einer dieser besonderen Nächte möglich.&#8221; (S. 7)</p></blockquote>
<p>Mit dieser Einleitung beginnt Sigrid Früh ihr Buch über Märchen und Sagen, die wichtigsten Bräuche und allerhand Magie zu den zwölf heiligen Nächten, die uns schon aus altnordischen Quellen bekannt sind. So erzählt die <i>Hervarar saga</i>, wie anlässlich der Raunächte ein Gelübde auf den größten Eber der Herde abgelegt wurde.<br />
Die Geschichten, die Sigrid Früh für ihr Büchlein gesammelt hat, sind Erzählungen über</p>
<ul>
<li>die altnordische Göttin <b>Frigg</b> (Funktion als Fruchtbarkeits- und Ehegöttin. Ihr Name leitet sich vom indogermanischen *prii &#8211; &#8220;lieben&#8221; her. Nicht zu verwechseln mit Freyja! Frigg begegnet uns auch im 2. Merseburger Zauberspruch &#8211; als Frija und als Frea in der &#8220;Origo gentis Langobadorum&#8221; und in der &#8220;Historia Langobadorum&#8221; als Schutzherrin der Langobarden),</li>
<li><b>Frau Holle</b></li>
<li>die <b>Percht</b> oder <b>Berchta</b>, (ursprünglich eine lichte Gestalt, die erst mit der christlichen Umdeutung ins Reich der bösen Mächte verbannt wurde)</li>
<li><b>die magische Pflanze Holunder</b></li>
<li><b>die Wilde Jagd</b> (Wodan braust mit seinem wilden Heer und den Raben Hugin und Munin durch die Lüfte und besucht die diesseitige Welt.) Dieser Glaube ist erst, obwohl es sich um einen nordischen, wenn auch nicht unbedingt omnigermanischen Gott handelt, im Mittelalter und in der frühen Neuzeit als &#8220;Wilde Jagd&#8221; bekannt geworden. Nach Tacitus war Wodan der einzige nordische Gott, der tatsächlich Menschenopfer erhielt. Überzeugend, da Wodan auch als der Führer des Totenheeres gilt. Die Etymologie des Namens &#8220;Wut&#8221; zeugt von ihm als Ekstatiker. Auch er tritt, neben Frigg, im 2. Merseburger Zauberspruch auf (und muss wohl in Verbindung mit schamanistischen, nordasiatischen Religionen in Verbindung gesehen werden).</li>
<li><b>sprechende Tiere</b>: Woher der Glaube stammt, dass Tiere in den Raunächten sprechen können, ist nicht genau geklärt. Hinweise darauf, dass sich Götter oder auch Menschen in Tiere verwandeln können, gibt es allerdings unzählige. So verwandelt sich Odin nach Heimskringla 7 in mehrere Tiere, Loki in der Snorra Edda in eine Stute, einen Lachs etc. Auch im Keltischen ist dies bekannt, so verwandelt sich Gwydion oder auch Merlin im &#8220;Song of Amergin&#8221;. Daneben existieren auch noch das in vielen Kulturen bekannte Shapeshifting (Gestaltwandlung &#8211; auch Lykanthropie fällt darunter!). Oder sollte man doch die berühmte Kirche im Dorf lassen und den Tieren einfach zugestehen, dass sie in diesen Nächten wirklich sprechen können? Oder können die Menschen, durch heiliges Räucherwerk sensibilisiert, die Tiere dadurch besser hören?</li>
</ul>
<p>In vielen dieser Geschichten ist ein naturreligiöser, heidnischer Ansatz bemerkbar, manchmal offensichtlich, manchmal in einem christlichen Kontext verpackt.</p>
<p>Neben diesen reichhaltigen und vielfältigen Erzählungen schreibt Sigrid Früh über Brauchtum und Aberglauben an den Raunächten im Allgemeinen, aber auch über Bräuche zur heiligen Weihnachtsnacht, Sylvester und zum Dreikönigstag.<br />
Hier eine kleine, interessante Auswahl davon &#8211; weit gestreut zwischen skurril und Hinweisen auf vorchristliche Bräuche, die vor allem in den Tälern der Alpenländer häufig überlebt haben.</p>
<p><b>Zu den Raunächten allgemein</b></p>
<blockquote><p>&#8220;In diesen Tagen haben Heilkräuter ihre größte Wirkung&#8221; (S. 19)</p></blockquote>
<p>Dies lässt sich im christlichen Kontext bzw. dem Mithraskult erklären &#8211; die Kräuterräucherung oder Weihrauchräucherung sollte die Gesundheit bewahren bzw. Schadenszauber (Dämonen) abwehren. Im nordischen Kontext ist es vorstellbar, dass es zu diesem Zeitpunkt eingesalzte Kräuter zur Ergänzung der Nahrung zu essen gab. Hinweise auf besondere Bräuche konnte ich aber keine ausfindig machen. </p>
<blockquote><p>Die Träume der zwölf Nächte erfüllen sich in den entsprechenden Monaten des Jahres. Träumt man vor Mitternacht, so erfüllt sich dies in der ersten Hälfte des Monats, Träume nach Mitternacht am Ende des Monats.&#8221; (S. 19)</p></blockquote>
<p>Eine der bekanntesten Aussagen zu den Raunächten. Wie bereits erwähnt, gelten die Raunächte als <b>die</b> Zeit für Orakel und Wahrsagerei. So werden sie auch als Lostage bezeichnet. &#8220;Los&#8221; kommt von &#8220;lösseln&#8221; und meint das Erkunden der Zukunft. Träume werden überdurchschnittlich häufig interpretiert und die Kunst des Kaffeesatz-Lesens oder der Brauch des Blei-Gießens ist immer noch ein beliebter Brauch.</p>
<p><b>Zur Heiligen Nacht</b></p>
<blockquote><p>&#8220;In der Heiligen Nacht sollen Hexen und Geister ganz besondere Macht haben. Deshalb beginnt mit Einbruch der Nacht in regelmäßigen Abständen das Schreckenläuten. Es dauert an bis zur Mitternachtsmesse und vertreibt die bösen Geister.&#8221; (S. 29)</p></blockquote>
<p>Die Weihnachtsnacht ist sehr kurz nach der Wintersonnenwende angesetzt. Die längste Nacht, der kürzeste Tag sind eben erst vorüber. Das Licht hat noch nicht wirklich an neuer Kraft gewonnen, die Dunkelheit ist immer noch sehr präsent. Ein Grund, die dunklen Mächte aus der Welt zu treiben?</p>
<blockquote><p>&#8220;An Weihnachten muß man die Stube wischen um zwölf Uhr in der Nacht und zwar zur Hintertür und nackend. Wenn man dies tut, sieht man den zukünftigen Geliebten oder die Geliebte nackend unter dem Tisch sitzen&#8221; (S. 30)</p></blockquote>
<p>Wohl ein sehr seltsamer Aberglaube, Früh gibt leider, wie bei allen anderen Sprüchen auch, keine genaue Quelle an, wo dies nachgelesen werden könnte!</p>
<blockquote><p>&#8220;Schneidet ein Mädchen in der Heiligen Nacht eine weiße Zwiebel und streut Salz drauf, so werden sich bis am Morgen die Züge des zukünftigen Gatten abbilden.&#8221; (S. 30)</p></blockquote>
<p>Die Raunächte gelten seit jeher als eine Zeit für Weissagungen und Orakel&#8230;<br />
Dennoch finde ich diesen Tipp nicht besonders reizvoll. Aber wer weiß &#8211; die Raunächte nahen und es wäre Zeit, das Zwiebel-Orakel auszuprobieren! Wer will es versuchen?</p>
<p><b>Zu Silvester und Neujahr</b></p>
<blockquote><p>&#8220;Der Hausvater schlägt in der Neujahrsnacht vier Pfähle nach den vier Himmelsrichtungen ums Haus herum in die Erde, damit es vor Feuer behütet werde.&#8221; (S. 48)</p></blockquote>
<p>Schlägt der Hausvater dabei einen Schutzkreis um sein Haus, um es vor allem Übel zu bewahren und zu beschützen?</p>
<blockquote><p>&#8220;Wer in der Neujahrsnacht, ohne ein Wort zu reden, eine Hagebutte ißt, wird gesund.&#8221; (S. 50)</p></blockquote>
<p>Ein Spruch, der beim ersten Hinsehen beinahe so seltsam klingt wie das Zwiebelorakel (siehe weiter oben). Durch Nachfrage erhielt ich von Magister Botanicus und Wolfgang Bauer aber den Hinweis, dass statt der Hagebutte in Wirklichkeit der Fliegenpilz gemeint sein könnte. Das mit der Hagebutte kommt sehr wahrscheinlich direkt vom Mithraskult (Feiertage sind zu den Rauhnächten); es ist damit aber keine Hagebutte, sondern ein getrockneter Fliegenpilz, der hier aus kultischen Gründen verzehrt wird, gemeint. Auf beide, sowohl Fliegenpilz als auch Hagebutte passt die Beschreibung des Männlein im Walde und Zwerg mit roter Mütze! </p>
<p><b>Zum Dreikönigstag, Frau Holle Tag</b></p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn man beim Gebetsläuten am Dreikönigstag einen Zaunstecken aus der Erde zieht, so hört man aus dem Loch die Weissagungen für das kommende Jahr (Heirat, Tod, Gewinn, Verlust etc.).&#8221; (S. 61)</p></blockquote>
<p>Wie mehrmals erwähnt, sind die Raunächte eine Zeit der Weissagungen. Spricht die Unterweltgöttin Hel, auch als Frau Holle bekannt, aus dem Erdloch???</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine Wünschelrute, die am Dreikönigstag geschnitten wird, ist unfehlbar. Sie kann, je nachdem was sie finden soll, auf einen der drei Magier aus dem Morgenland getauft werden. Auf Caspar, dann schlägt sie aus bei Gold, Balthasar findet Silber und Melchior Wasser.&#8221; (S. 61)</p></blockquote>
<p>Die Kunst der Wünschelrute wurde und wird in der Kirche nicht gerne geduldet, entstammt sie doch heidnischem Kulturgut. Dennoch hat sie sich in Sagen, auch zusammen mit den heiligen drei Königen, erhalten. Wie bereits erwähnt, die drei Könige sind als solche erst ab dem 12. Jahrhundert bekannt. Vorher waren es drei Magier, die dem neugeborenen Sonnenkind ihre Gaben überbrachten! Und wer traut einem Magier nicht zu, Gold, Silber oder Wasser zu finden?!</p>
<p>Entlehnt hat Früh diese Sprüche und Aberglauben unter anderem aus dem <i>&#8220;Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens.</i> Berlin, Leipzig, 1927-42&#8243;. Ein Werk, das grundsätzlich nur mit gewissen Erklärungen zitiert werden sollte, wenn man den Zeitraum seines Erscheinens bedenkt. Dies hat Sigrid Früh in ihrem eigentlich sehr gut und interessant zu lesendem Büchlein sicherlich versäumt!<br />
Es würde der Lesbarkeit auch nicht schaden, wenn die Quellenangaben direkt am Ende der Geschichten stünden! Das Nachforschen wird auch noch durch das Fehlen von Seitenzahlen und Verlagsangaben erschwert.<br />
Abgesehen davon ein durchaus lesenswertes Buch, das, neben Informationen zu den Raunächten, wunderschöne, zauberhafte Geschichten enthält, die die langen, kalten Raunächte erträglich werden lassen. Mit Buch, Tee und Keksen am Ofen&#8230; .<br />
Denn wie ein weiser Spruch rät:<br />
<blockquote>&#8220;Wer an Weihnachten viel isst, dem geht es das nächste Jahr gut.&#8221; (S. 31)</p></blockquote>
<p>In dem Sinne &#8211; Mahlzeit und segensreiche Raunächte!</p>
<p><i>Mein herzlicher Dank für all die wertvollen Informationen bezüglich des Mithras-Kultes (vgl. dazu Kommentare zu den Sprüchen) ergeht an Magister Botanicus und Wolfgang Bauer &#8211; DANKESCHÖN!</i></p>
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		<item>
		<title>Ein Buch, das eine Lücke füllt &#8211; Birgit Neger: Moderne Hexen und Wicca</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Oct 2009 16:37:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sach- und Fachbücher]]></category>
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		<category><![CDATA[Wicca]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Birgit Neger<br />
Moderne Hexen und Wicca<br />
Aufzeichnungen über eine magische Lebenswelt von heute</p>
<p>2009, 208 Seiten, Böhlau Verlag, Wien,<br />
ISBN-10: 3205783506<br />
ISBN-13: 9783205783503<br />
<a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/5903251"><img src="http://u1.ipernity.com/12/32/51/5903251.525a29e5.240.jpg" width="171" height="240" alt="titel hexen wicca" border="0"/></a></p>
<p><b>Über die Autorin:</b><br />
Birgit Neger wurde 1977 in Leoben/Steiermark geboren. Sie studierte Geschichte, Ur- und Frühgeschichte sowie Germanistik an der Universität Wien. Nach langjährigem Auslandsaufenthalt in Spanien lebt sie heute in Wien, wo sie als Gymnasiallehrerin arbeitet. Daneben Doktoratsstudium am Wiener Institut für Geschichte. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Neuheidentums- und Esoterikforschung, Rezeption der altgermanischen Religions-, Kulturgeschichte und Runologie. </p>
<p><b>Über das Buch:</b><br />
Das Bild der Hexen wird von Populärmythen geprägt. Das gilt nicht nur für die historischen „Hexen“, die in der frühen Neuzeit verfolgt wurden, sondern auch für „moderne“ Hexen. Sehr viele Artikel, Bücher, Sendungen oder Internetbeiträge über Hexen beruhen auf diesen populären Mythen, auf nicht hinterfragten Klischees und oft auf Vorurteilen. Die Populärmythen sind nicht statisch: In den letzten Jahren wandelte sich der Begriff „Hexe“ im europäischen Kontext massiv.<br />
Das moderne Hexentum und Wicca sind zahlenmäßig relativ kleine Phänomene, vor allem im Vergleich beispielsweise zur großen Zahl buddhistisch inspirierter Esoteriker. Dennoch dringen Ideen der neuen Hexen an ein deutlich breiteres Publikum, das davon manches aufgreift, ohne sich dieser Einflüsse allzu bewusst zu sein. Wicca-Einflüsse finden sich sogar in Fernsehserien wie „Charmed“ und selbst die „Kommerz-Esoterik“ greift, in verzerrter und verflachter Form, auf Gedankengut der mordernen Hexen zurück.</p>
<p>Birgit Neger hat sich den neuen Hexen und Wiccas, was nicht ganz dasselbe ist, Österreichs zugewandt, und ging bei ihrer Untersuchung nach der Methode der „erweiterten teilnehmenden Beobachtung“ vor. Das heißt, sie war nicht nur als Beobachterin dabei, sondern beteiligte sich aktiv an Treffen und Ritualen. </p>
<p>Das Buch beginnt mit den notwendigen Begriffsklärungen, u. A.: „Was ist eine neue Hexe? Was ist Wicca?“. Danach geht es auf die Frage ein, wieso die wissenschaftliche Forschung, zumindest im deutschen Sprachraum, so zurückhaltend gegenüber den „modernen Hexen“ ist, was besonders im Kontrast zur intensiven historisch orientierten Hexenforschung auffällt. In diesem Zusammenhang  geht die Verfasserin auf auf die populären Opfermythen ein: Angeblich sollen neun Millionen Menschen, meist Frauen, den europäischen Hexenverfolgungen anheim gefallen sein, während die seriöse historische Hexenforschung von zwischen 30.000 und vielleicht 60.000 Hexenhinrichtungen ausgehen. Sie stellt klar, dass dieser zeitweilig unter modernen Hexen und Wiccas gern geglaubte Opfermythos nicht stimmt, und dass auch die Vorstellungen von den „jahrtausendealten ungebrochenen Hexentraditionen“ oder die Idee, während der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung seien systematisch &#8220;weise Frauen&#8221; durch die Männer der Kirche ausgerottet worden, nicht stichhaltig sind. <i>(Interessanterweise kommt sie zu dem Ergebnis, dass diese immer noch durch die populäre Hexenliteratur geisternden Opfermythen von heutigen Hexen und Wiccas überwiegend skeptisch gesehen und kaum noch ernst genommen werden.)</i><br />
Anschließend folgt knapper Abriss über die Geschichte des „Modernen“ Hexentums und der Wicca in Mitteleuropa und Großbritannien, worin sie besonders auf Gerald Gardner, dem Gründer des „Wicca-Kultes“ eingeht.<br />
Birgit Negers Darstellung der Kennzeichen und Vorstellungen von Wicca und „modernem“ Hexentum ist angenehm knapp und sachlich – darin unterschiedet sich ihr Buch von vielen Sachbüchern, die sich zum Beispiel lang und breit über Details des Jahreskreises, der Ritualgestaltung, der Hexenregeln oder der Göttinenvorstellung auslassen. Dennoch erfahren die Leser, dank ihres Wissens aus „erster Hand“, vieles, was selbst Hexenliteratur-Kennern neu sein dürfte. Eine ausführliche Schilderung eines Lammas-Rituals, an dem die Verfasserin teilnahm, rundet dieses Kapitel ab.</p>
<p>Die weitere Teile des Buches widmen sich den Hexen und Wicca Österreichs und beruhen vor allem auf der eigenen Forschungsarbeit der Verfasserin. Für manche Leser dürfte es überraschend sein, wie viele „Hexen-Aktivitäten“ es vor allem in Wien gibt, über die kleinen Coven, Stammtische und Vereine hinaus: Zum Beispiel gibt es auf dem Bürgerfernsehkanal „Okto“ das Magazin „Hagazussa“, das seit 2006 eine regelmäßige Sendung für die Hexen-Community ausrichtet und auf „Radio Orange“ die Sendung „Witches on Air“. Im Internet sind die österreichischen Hexen auch sehr aktiv, wobei es gerade hier schwierig ist, das östereichische Internet-Hexentum vom erheblich größerem deutschen „Hexen-Cyberspace“ abzugrenzen.<br />
Folgt man den Aussagen der interviewten Hexen und Wiccas und den Beobachtungen der Verfasserin, dann ist das österreichische Hexentum pragmatisch und unfanatisch. Nicht überraschend ist, dass die Vorstellung einer beseelten Natur und die Verwendung magischer Rituale ebenso weit verbreitet ist, wie eine starke Skepsis gegenüber dem Christentum und vor allem gegenüber der katholischen Kirche. Anders als es manche Mediendarstellungen nahe legen, sind die Hexen und Wiccas Österreichs unauffällig lebende Frauen (und Männer).<br />
Der „Anhang“ mit auf Fragebögen und Interviews beruhende Porträts österreichischer Hexen und Wiccas dürfte für viele Leser der vielleicht interessanteste Teil des Buches sein.</p>
<p>Das Buch beruht auf Birgit Negers Diplomarbeit „Die beiden Seiten des Zaunes. Zur Genese des Modernen Hexentums und Wicca unter besonderer Berücksichtigung Österreichs“. „Moderne Hexen und Wicca“ ist, obwohl es keine besonderen Vorkenntnisse erfordert und &#8211; was leider bei wissenschaftlichen Büchern keine Selbstverständlichkeit ist &#8211; in einen gut lesbaren Stil verfasst wurde, kein weiteres populäres „Hexenbuch“, sondern ein seriöses und durchaus anspruchsvolles Fachbuch.<br />
Meiner Ansicht nach füllt „Moderne Hexen und Wicca“ eine breite Lücke, die zumindest im deutschen Sprachraum bei diesem Thema klafft. Während es im englischen Sprachraum zahlreiche Arbeiten über moderne Hexen und Wiccas gibt, gibt es hierzulande nur wenige Bücher zu diesem Thema, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen können.<br />
Pionierarbeit leistete der Religionswissenschaftler Jörg Wichmann 1984 mit seinem Buch „Wicca – Die magische Kunst der Hexen – Geschichten, Mythen, Rituale“, in dem er nachwies, dass Wicca tatsächlich eine Religion ist. In neuerer Zeit machte der Ethnologe und Religionswissenschaftler Oliver Ohanecian mit seinem 2005 erschienenen Buch: „Wer Hexe ist bestimme ich &#8211; Zur Konstruktion von Wirklichkeit im Wicca-Kult “ von sich reden, einer sorgfältig recherchierten Arbeit, die auf der Philosophie des radikalen Konstruktivismus beruht. Auch aufgrund dieses Ansatzes kommt Ohanecian zu Schlüssen, die Wiccas und neue Hexen, die sein Buch lasen, vorsichtig formuliert, befremdeten – und zwar nicht nur, weil diese Schlüsse unbequem sind.<br />
Gisela Graichens 1986 erstmals erschienenes und 1999 in einer erweiterten Neuauflage herausgebrachtes Buch „Die neuen Hexen“ ist hingegen eine eher journalistische Arbeit. Damit, dass Gisela Graichen Hexen und Neuheiden beiderlei Geschlechts in Interviews zu Wort kommen ließ, trug sie meiner Ansicht nach sehr zum Abbau von Vorurteilen bei. Ihre Pionierarbeit ist nicht hoch genug einzuschätzen. Sehr viele Bücher und Artikel über neue Hexen und neues Heidentum werden meiner bescheidenen Ansicht nach nämlich von Menschen geschrieben, die niemals einer lebendigen modernen Hexe auf „freier Wildbahn“ begegnet sind.<br />
Das gilt leider auch für wissenschaftliche Arbeiten: sie behandeln das Thema ausschließlich aus der „Außensicht“.<br />
Daneben gibt es Bücher von Hexen über Hexen bzw. von Wiccas über Wiccas, die aus der Binnenperspektive geschrieben sind. Sie haben in der Regel keinen wissenschaftlichen Anspruch, sind meistens selbstreferenziell, oft gnadenlos subjektiv, und nicht selten zirkelschlüssig. <i>(Wo der Radikale Konstruktivist Ohanecian recht hat, hat er recht. Ich vermute, dass die meisten Bücher, die Hexen über Hexen schreiben, zurecht im Esoterik-Regal zwischen „Das Universum im Kaffeesatz“ und angeblich gechannelter Botschaften unsichtbarer UFO-Besatzungen stehen.)</i></p>
<p>Die Methode der „erweiterter teilnehmenden Beobachtung“, die Birgit Neger anwendete, kommt im deutschen Sprachraum noch recht selten zur Anwendung, anders als im anglo-amerikanischen Sprachraum, wo sie sich unter Sozialwissenschaftlern seit langen bewährt hat. Der Vorteil ist, dass sie so zu Einsichten kommt, die einem Außenstehenden verborgen bleiben. Allerdings bedeutet „erweiterte teilnehmende Beobachtung“ auch ein ständiges Lavieren zwischen Nähe (Teilnahme) und Distanz (Beobachtung). Da ihr,soweit ich es beurteilen kann, dieser heikle Ritt auf dem Zaun gut gelungen ist, füllt „Moderne Hexen und Wicca“ sowohl eine Lücke zwischen „Innen“ und „Aussensicht“ wie die zwischen populärer Darstellung und sozialwissenschaftlicher Facharbeit.</p>
<p>Martin Marheinecke</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/sach-und-fachbucher/">Sach- und Fachbücher</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/ein-buch-das-eine-lucke-fullt-birgit-neger-moderne-hexen-und-wicca/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Birgit Neger<br />
Moderne Hexen und Wicca<br />
Aufzeichnungen über eine magische Lebenswelt von heute</p>
<p>2009, 208 Seiten, Böhlau Verlag, Wien,<br />
ISBN-10: 3205783506<br />
ISBN-13: 9783205783503<br />
<a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/5903251"><img src="http://u1.ipernity.com/12/32/51/5903251.525a29e5.240.jpg" width="171" height="240" alt="titel hexen wicca" border="0"/></a></p>
<p><b>Über die Autorin:</b><br />
Birgit Neger wurde 1977 in Leoben/Steiermark geboren. Sie studierte Geschichte, Ur- und Frühgeschichte sowie Germanistik an der Universität Wien. Nach langjährigem Auslandsaufenthalt in Spanien lebt sie heute in Wien, wo sie als Gymnasiallehrerin arbeitet. Daneben Doktoratsstudium am Wiener Institut für Geschichte. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Neuheidentums- und Esoterikforschung, Rezeption der altgermanischen Religions-, Kulturgeschichte und Runologie. </p>
<p><b>Über das Buch:</b><br />
Das Bild der Hexen wird von Populärmythen geprägt. Das gilt nicht nur für die historischen „Hexen“, die in der frühen Neuzeit verfolgt wurden, sondern auch für „moderne“ Hexen. Sehr viele Artikel, Bücher, Sendungen oder Internetbeiträge über Hexen beruhen auf diesen populären Mythen, auf nicht hinterfragten Klischees und oft auf Vorurteilen. Die Populärmythen sind nicht statisch: In den letzten Jahren wandelte sich der Begriff „Hexe“ im europäischen Kontext massiv.<br />
Das moderne Hexentum und Wicca sind zahlenmäßig relativ kleine Phänomene, vor allem im Vergleich beispielsweise zur großen Zahl buddhistisch inspirierter Esoteriker. Dennoch dringen Ideen der neuen Hexen an ein deutlich breiteres Publikum, das davon manches aufgreift, ohne sich dieser Einflüsse allzu bewusst zu sein. Wicca-Einflüsse finden sich sogar in Fernsehserien wie „Charmed“ und selbst die „Kommerz-Esoterik“ greift, in verzerrter und verflachter Form, auf Gedankengut der mordernen Hexen zurück.</p>
<p>Birgit Neger hat sich den neuen Hexen und Wiccas, was nicht ganz dasselbe ist, Österreichs zugewandt, und ging bei ihrer Untersuchung nach der Methode der „erweiterten teilnehmenden Beobachtung“ vor. Das heißt, sie war nicht nur als Beobachterin dabei, sondern beteiligte sich aktiv an Treffen und Ritualen. </p>
<p>Das Buch beginnt mit den notwendigen Begriffsklärungen, u. A.: „Was ist eine neue Hexe? Was ist Wicca?“. Danach geht es auf die Frage ein, wieso die wissenschaftliche Forschung, zumindest im deutschen Sprachraum, so zurückhaltend gegenüber den „modernen Hexen“ ist, was besonders im Kontrast zur intensiven historisch orientierten Hexenforschung auffällt. In diesem Zusammenhang  geht die Verfasserin auf auf die populären Opfermythen ein: Angeblich sollen neun Millionen Menschen, meist Frauen, den europäischen Hexenverfolgungen anheim gefallen sein, während die seriöse historische Hexenforschung von zwischen 30.000 und vielleicht 60.000 Hexenhinrichtungen ausgehen. Sie stellt klar, dass dieser zeitweilig unter modernen Hexen und Wiccas gern geglaubte Opfermythos nicht stimmt, und dass auch die Vorstellungen von den „jahrtausendealten ungebrochenen Hexentraditionen“ oder die Idee, während der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung seien systematisch &#8220;weise Frauen&#8221; durch die Männer der Kirche ausgerottet worden, nicht stichhaltig sind. <i>(Interessanterweise kommt sie zu dem Ergebnis, dass diese immer noch durch die populäre Hexenliteratur geisternden Opfermythen von heutigen Hexen und Wiccas überwiegend skeptisch gesehen und kaum noch ernst genommen werden.)</i><br />
Anschließend folgt knapper Abriss über die Geschichte des „Modernen“ Hexentums und der Wicca in Mitteleuropa und Großbritannien, worin sie besonders auf Gerald Gardner, dem Gründer des „Wicca-Kultes“ eingeht.<br />
Birgit Negers Darstellung der Kennzeichen und Vorstellungen von Wicca und „modernem“ Hexentum ist angenehm knapp und sachlich – darin unterschiedet sich ihr Buch von vielen Sachbüchern, die sich zum Beispiel lang und breit über Details des Jahreskreises, der Ritualgestaltung, der Hexenregeln oder der Göttinenvorstellung auslassen. Dennoch erfahren die Leser, dank ihres Wissens aus „erster Hand“, vieles, was selbst Hexenliteratur-Kennern neu sein dürfte. Eine ausführliche Schilderung eines Lammas-Rituals, an dem die Verfasserin teilnahm, rundet dieses Kapitel ab.</p>
<p>Die weitere Teile des Buches widmen sich den Hexen und Wicca Österreichs und beruhen vor allem auf der eigenen Forschungsarbeit der Verfasserin. Für manche Leser dürfte es überraschend sein, wie viele „Hexen-Aktivitäten“ es vor allem in Wien gibt, über die kleinen Coven, Stammtische und Vereine hinaus: Zum Beispiel gibt es auf dem Bürgerfernsehkanal „Okto“ das Magazin „Hagazussa“, das seit 2006 eine regelmäßige Sendung für die Hexen-Community ausrichtet und auf „Radio Orange“ die Sendung „Witches on Air“. Im Internet sind die österreichischen Hexen auch sehr aktiv, wobei es gerade hier schwierig ist, das östereichische Internet-Hexentum vom erheblich größerem deutschen „Hexen-Cyberspace“ abzugrenzen.<br />
Folgt man den Aussagen der interviewten Hexen und Wiccas und den Beobachtungen der Verfasserin, dann ist das österreichische Hexentum pragmatisch und unfanatisch. Nicht überraschend ist, dass die Vorstellung einer beseelten Natur und die Verwendung magischer Rituale ebenso weit verbreitet ist, wie eine starke Skepsis gegenüber dem Christentum und vor allem gegenüber der katholischen Kirche. Anders als es manche Mediendarstellungen nahe legen, sind die Hexen und Wiccas Österreichs unauffällig lebende Frauen (und Männer).<br />
Der „Anhang“ mit auf Fragebögen und Interviews beruhende Porträts österreichischer Hexen und Wiccas dürfte für viele Leser der vielleicht interessanteste Teil des Buches sein.</p>
<p>Das Buch beruht auf Birgit Negers Diplomarbeit „Die beiden Seiten des Zaunes. Zur Genese des Modernen Hexentums und Wicca unter besonderer Berücksichtigung Österreichs“. „Moderne Hexen und Wicca“ ist, obwohl es keine besonderen Vorkenntnisse erfordert und &#8211; was leider bei wissenschaftlichen Büchern keine Selbstverständlichkeit ist &#8211; in einen gut lesbaren Stil verfasst wurde, kein weiteres populäres „Hexenbuch“, sondern ein seriöses und durchaus anspruchsvolles Fachbuch.<br />
Meiner Ansicht nach füllt „Moderne Hexen und Wicca“ eine breite Lücke, die zumindest im deutschen Sprachraum bei diesem Thema klafft. Während es im englischen Sprachraum zahlreiche Arbeiten über moderne Hexen und Wiccas gibt, gibt es hierzulande nur wenige Bücher zu diesem Thema, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen können.<br />
Pionierarbeit leistete der Religionswissenschaftler Jörg Wichmann 1984 mit seinem Buch „Wicca – Die magische Kunst der Hexen – Geschichten, Mythen, Rituale“, in dem er nachwies, dass Wicca tatsächlich eine Religion ist. In neuerer Zeit machte der Ethnologe und Religionswissenschaftler Oliver Ohanecian mit seinem 2005 erschienenen Buch: „Wer Hexe ist bestimme ich &#8211; Zur Konstruktion von Wirklichkeit im Wicca-Kult “ von sich reden, einer sorgfältig recherchierten Arbeit, die auf der Philosophie des radikalen Konstruktivismus beruht. Auch aufgrund dieses Ansatzes kommt Ohanecian zu Schlüssen, die Wiccas und neue Hexen, die sein Buch lasen, vorsichtig formuliert, befremdeten – und zwar nicht nur, weil diese Schlüsse unbequem sind.<br />
Gisela Graichens 1986 erstmals erschienenes und 1999 in einer erweiterten Neuauflage herausgebrachtes Buch „Die neuen Hexen“ ist hingegen eine eher journalistische Arbeit. Damit, dass Gisela Graichen Hexen und Neuheiden beiderlei Geschlechts in Interviews zu Wort kommen ließ, trug sie meiner Ansicht nach sehr zum Abbau von Vorurteilen bei. Ihre Pionierarbeit ist nicht hoch genug einzuschätzen. Sehr viele Bücher und Artikel über neue Hexen und neues Heidentum werden meiner bescheidenen Ansicht nach nämlich von Menschen geschrieben, die niemals einer lebendigen modernen Hexe auf „freier Wildbahn“ begegnet sind.<br />
Das gilt leider auch für wissenschaftliche Arbeiten: sie behandeln das Thema ausschließlich aus der „Außensicht“.<br />
Daneben gibt es Bücher von Hexen über Hexen bzw. von Wiccas über Wiccas, die aus der Binnenperspektive geschrieben sind. Sie haben in der Regel keinen wissenschaftlichen Anspruch, sind meistens selbstreferenziell, oft gnadenlos subjektiv, und nicht selten zirkelschlüssig. <i>(Wo der Radikale Konstruktivist Ohanecian recht hat, hat er recht. Ich vermute, dass die meisten Bücher, die Hexen über Hexen schreiben, zurecht im Esoterik-Regal zwischen „Das Universum im Kaffeesatz“ und angeblich gechannelter Botschaften unsichtbarer UFO-Besatzungen stehen.)</i></p>
<p>Die Methode der „erweiterter teilnehmenden Beobachtung“, die Birgit Neger anwendete, kommt im deutschen Sprachraum noch recht selten zur Anwendung, anders als im anglo-amerikanischen Sprachraum, wo sie sich unter Sozialwissenschaftlern seit langen bewährt hat. Der Vorteil ist, dass sie so zu Einsichten kommt, die einem Außenstehenden verborgen bleiben. Allerdings bedeutet „erweiterte teilnehmende Beobachtung“ auch ein ständiges Lavieren zwischen Nähe (Teilnahme) und Distanz (Beobachtung). Da ihr,soweit ich es beurteilen kann, dieser heikle Ritt auf dem Zaun gut gelungen ist, füllt „Moderne Hexen und Wicca“ sowohl eine Lücke zwischen „Innen“ und „Aussensicht“ wie die zwischen populärer Darstellung und sozialwissenschaftlicher Facharbeit.</p>
<p>Martin Marheinecke</p>
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