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	<title>Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt&#187; Romane</title>
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		<title>Venus &#8211; aus dem Leben einer Göttin</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 17:03:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigh</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<h2><strong><br />
Spannung statt Schaum – Neues von der Liebe </strong></h2>
<div id="attachment_3299" class="wp-caption alignleft" style="width: 186px"><a href="http://www.nornirsaett.de/wp-content/Venus-Cover.jpg" rel="lightbox[3298]"><img class="size-full wp-image-3299  " src="http://www.nornirsaett.de/wp-content/Venus-Cover.jpg" alt="" width="176" height="176" /></a><p class="wp-caption-text">Venus - aus dem Leben einer Göttin</p></div>
<p><img src="/Users/duke/AppData/Local/Temp/moz-screenshot.png" alt="" />Basierend auf dem reichhaltigen antiken Quellenmaterial, erzählt Andrew Dalby mit &#8220;Venus &#8211; aus dem Leben einer Göttin&#8221; eine umfassende &#8220;Lebensgeschichte&#8221; der Liebesgöttin – über ihre klassischen Grenzen weit hinaus. Zum einen werden mythologische Parallelen und Ursprünge recht ausführlich mitbeschrieben, zum anderen beschränkt sich das Material keineswegs auf mythologische Überlieferungen, sondern verfolgt – obwohl der Schwerpunkt auf der griechischen Antike liegt – den weiteren Weg der Göttin durch die Kulturen bis heute.</p>
<p>Dadurch entsteht ein ebenso flüssig wie enorm unterhaltsam zu lesendes Büchlein, das unweigerlich alle in seinen Bann zieht, die durch das Thema überhaupt ansprechbar sind. Ein besonderer Kunstgriff gelingt dem Autor in der Art und Weise, wie er Widersprüchlichkeiten in den Quellen miteinander in Bezug bringt, zumal er sie  gleichberechtigt behandelt. An manchen Stellen spitzt Dalby die bekannten Geschichten durch wörtliche Reden und situative Ausschmückungen so treffend und humorvoll zu, dass man den Eindruck hat, in der ersten Reihe fußfrei dabei zu sein. Der Stoff verliert jegliche Patina, was ihm zweitens guttut und erstens außerordentlich erfrischend wirkt. Das verbreitete Klischee einer hauptberuflich Liebreizenden, die sich ohne nennenswerten intellektuellen Horizont zwischen Schaum und Muschel räkelt, verfliegt rasch – und macht am Ende gar einer Verneigung des Autors vor dem Prinzip der Liebe Platz, die jenseits von Moral, Unmoral oder &#8220;Frivolität&#8221; als Urgewalt erahnbar wird. Bravo: Damit schafft es Dalby, die Essenz des Themas nahtlos in die Gegenwart zu ziehen – und die Frage, ob man etwas als &#8220;göttlich&#8221; bezeichnen soll oder nur als &#8220;umwerfend&#8221;, wird obsolet.</p>
<p>Die Anekdoten und Begebenheiten sind überaus spannend geschildert. Alle Einzelheiten kommen zur Sprache: wie es überhaupt dazu kommt, dass Aphrodite vor Zypern aus dem Meer steigt, wie sie zu den olympischen Göttern stößt, ihre unbefriedigende Ehe mit Hephaistos, ihr in flagranti aufgedecktes Verhältnis mit – ausgerechnet – Ares, dem Kriegsgott, von dem sie ein (götter-)lebtag nicht lassen kann&#8230; Wie sie dem sterblichen Anchises vorgaukelt, seinesgleichen zu sein, und durch den gemeinsamen Sohn (Aeneas) zur Schutzgöttin Roms wird&#8230; um nur einige Beispiele anzureißen. Besonders kunstvoll beleuchtet wird das Spannungsverhältnis zwischen ihr und ihrem Sohn Eros, das weitreichende Folgen hat – wie zum Beispiel den Trojanischen Krieg. Dabei wird jedoch alles frei und neu erzählt, und recht geschickt miteinander verbunden.</p>
<p>Jedes Detail des Buches ist hervorragend recherchiert. Ein besonderes Lob kann man dem akribisch ausgewerteten Quellenteil ausprechen, der schon für sich ein lesenswertes Vergnügen ist. Andrew Dalby hat dabei – als Linguist und Historiker – wirklich aus dem Vollen geschöpft. Das ganze Büchlein lässt sich nur rundum empfehlen – einschränkungslos. Bestenfalls ließe sich noch bemeckern, dass es nach der letzten Seite endet – und die kommt leider viel zu schnell!</p>
<p>Recht hat er, der Klappentext: <em>&#8220;Diese Biografie der Liebesgöttin hält sich eng an die antiken Quellen, verwebt sie aber mit leichter Hand zu einem mitreißend erzählten Roman, an dessen Ende wir eine uralte Gottheit ebensogut zu kennen glauben, wie sie uns schon immer kannte&#8230;&#8221;</em></p>
<p>Brigh &amp; Duke</p>
<p>Andrew Dalby<br />
&#8220;Venus &#8211; aus dem Leben einer Göttin&#8221;<br />
(engl. Originaltitel: &#8220;The Story of Venus&#8221; / London 2005)<br />
Parthas Literaturverlag 2006 / Berlin<br />
ISBN 978-3-86601-121-2</p>
<p><strong>Der Autor </strong><br />
Andrew Dalby ist Linguist und Historiker, lebt in Frankreich &#8211; und wenn er nicht schreibt, baut er Obst an und braut Cidre.</p>
<p><strong>Weitere Werke auf Deutsch</strong><br />
<em>Bacchus &#8211; aus dem Leben eines Gottes (2005)<br />
Essen und Trinken im alten Rom (2002)<br />
Essen und Trinken im antiken Griechenland (2001)<br />
Küchengeheimnisse der Antike (1996)<br />
</em><br />
P.S.: Der Krähe sei innigst gedankt für dieses gehaltvolle Geburtstagsgeschenk zur richtigen Zeit!<br />
Brigh</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Brigh <a href="http://www.nornirsaett.de/venus-aus-dem-leben-einer-gottin/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<h2><strong><br />
Spannung statt Schaum – Neues von der Liebe </strong></h2>
<div id="attachment_3299" class="wp-caption alignleft" style="width: 186px"><a href="http://www.nornirsaett.de/wp-content/Venus-Cover.jpg" rel="lightbox[3298]"><img class="size-full wp-image-3299  " src="http://www.nornirsaett.de/wp-content/Venus-Cover.jpg" alt="" width="176" height="176" /></a><p class="wp-caption-text">Venus - aus dem Leben einer Göttin</p></div>
<p><img src="/Users/duke/AppData/Local/Temp/moz-screenshot.png" alt="" />Basierend auf dem reichhaltigen antiken Quellenmaterial, erzählt Andrew Dalby mit &#8220;Venus &#8211; aus dem Leben einer Göttin&#8221; eine umfassende &#8220;Lebensgeschichte&#8221; der Liebesgöttin – über ihre klassischen Grenzen weit hinaus. Zum einen werden mythologische Parallelen und Ursprünge recht ausführlich mitbeschrieben, zum anderen beschränkt sich das Material keineswegs auf mythologische Überlieferungen, sondern verfolgt – obwohl der Schwerpunkt auf der griechischen Antike liegt – den weiteren Weg der Göttin durch die Kulturen bis heute.</p>
<p>Dadurch entsteht ein ebenso flüssig wie enorm unterhaltsam zu lesendes Büchlein, das unweigerlich alle in seinen Bann zieht, die durch das Thema überhaupt ansprechbar sind. Ein besonderer Kunstgriff gelingt dem Autor in der Art und Weise, wie er Widersprüchlichkeiten in den Quellen miteinander in Bezug bringt, zumal er sie  gleichberechtigt behandelt. An manchen Stellen spitzt Dalby die bekannten Geschichten durch wörtliche Reden und situative Ausschmückungen so treffend und humorvoll zu, dass man den Eindruck hat, in der ersten Reihe fußfrei dabei zu sein. Der Stoff verliert jegliche Patina, was ihm zweitens guttut und erstens außerordentlich erfrischend wirkt. Das verbreitete Klischee einer hauptberuflich Liebreizenden, die sich ohne nennenswerten intellektuellen Horizont zwischen Schaum und Muschel räkelt, verfliegt rasch – und macht am Ende gar einer Verneigung des Autors vor dem Prinzip der Liebe Platz, die jenseits von Moral, Unmoral oder &#8220;Frivolität&#8221; als Urgewalt erahnbar wird. Bravo: Damit schafft es Dalby, die Essenz des Themas nahtlos in die Gegenwart zu ziehen – und die Frage, ob man etwas als &#8220;göttlich&#8221; bezeichnen soll oder nur als &#8220;umwerfend&#8221;, wird obsolet.</p>
<p>Die Anekdoten und Begebenheiten sind überaus spannend geschildert. Alle Einzelheiten kommen zur Sprache: wie es überhaupt dazu kommt, dass Aphrodite vor Zypern aus dem Meer steigt, wie sie zu den olympischen Göttern stößt, ihre unbefriedigende Ehe mit Hephaistos, ihr in flagranti aufgedecktes Verhältnis mit – ausgerechnet – Ares, dem Kriegsgott, von dem sie ein (götter-)lebtag nicht lassen kann&#8230; Wie sie dem sterblichen Anchises vorgaukelt, seinesgleichen zu sein, und durch den gemeinsamen Sohn (Aeneas) zur Schutzgöttin Roms wird&#8230; um nur einige Beispiele anzureißen. Besonders kunstvoll beleuchtet wird das Spannungsverhältnis zwischen ihr und ihrem Sohn Eros, das weitreichende Folgen hat – wie zum Beispiel den Trojanischen Krieg. Dabei wird jedoch alles frei und neu erzählt, und recht geschickt miteinander verbunden.</p>
<p>Jedes Detail des Buches ist hervorragend recherchiert. Ein besonderes Lob kann man dem akribisch ausgewerteten Quellenteil ausprechen, der schon für sich ein lesenswertes Vergnügen ist. Andrew Dalby hat dabei – als Linguist und Historiker – wirklich aus dem Vollen geschöpft. Das ganze Büchlein lässt sich nur rundum empfehlen – einschränkungslos. Bestenfalls ließe sich noch bemeckern, dass es nach der letzten Seite endet – und die kommt leider viel zu schnell!</p>
<p>Recht hat er, der Klappentext: <em>&#8220;Diese Biografie der Liebesgöttin hält sich eng an die antiken Quellen, verwebt sie aber mit leichter Hand zu einem mitreißend erzählten Roman, an dessen Ende wir eine uralte Gottheit ebensogut zu kennen glauben, wie sie uns schon immer kannte&#8230;&#8221;</em></p>
<p>Brigh &amp; Duke</p>
<p>Andrew Dalby<br />
&#8220;Venus &#8211; aus dem Leben einer Göttin&#8221;<br />
(engl. Originaltitel: &#8220;The Story of Venus&#8221; / London 2005)<br />
Parthas Literaturverlag 2006 / Berlin<br />
ISBN 978-3-86601-121-2</p>
<p><strong>Der Autor </strong><br />
Andrew Dalby ist Linguist und Historiker, lebt in Frankreich &#8211; und wenn er nicht schreibt, baut er Obst an und braut Cidre.</p>
<p><strong>Weitere Werke auf Deutsch</strong><br />
<em>Bacchus &#8211; aus dem Leben eines Gottes (2005)<br />
Essen und Trinken im alten Rom (2002)<br />
Essen und Trinken im antiken Griechenland (2001)<br />
Küchengeheimnisse der Antike (1996)<br />
</em><br />
P.S.: Der Krähe sei innigst gedankt für dieses gehaltvolle Geburtstagsgeschenk zur richtigen Zeit!<br />
Brigh</p>
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		<title>Neil Gaiman: American Gods</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 07:53:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><img src="http://u1.ipernity.com/14/75/67/7597567.131300dc.jpg" width="150" height="232" alt="american gods" border="0"/></p>
<p>Was geschieht mit Göttern alter Kulturen, wenn die Träger ihrer Kultur wandern? Manchmal nehmen die Menschen sie mit: in ihren Herzen, in ihren Mythen, im Hintergrund ihrer Kulturen. Doch wenn sie vergessen werden, degenerieren Götter. Das ist die Voraussetzung, von der Neil Gaimans Roman &#8220;American Gods&#8221; ausgeht. -</p>
<p>Shadow hat drei Jahre in Haft gesessen. Nun soll er, kurz vor Weihnachten, wegen guter Führung vorzeitig entlassen werden. Er hat ein Leben, in das er zurückkehren kann, eine Frau, die auf ihn wartet, und einen alten Bekannten, der einen Job für ihn hat. Noch bevor er zu Hause ankommt, durchkreuzt jedoch ein Unglück Shadows Vorhaben, fortan ein rechtschaffenes bürgerliches Leben zu führen, und der zwielichtige Mr. Wednesday heuert ihn als Chauffeur, Leibwächter und Komplizen an. Fortan reisen die beiden kreuz und quer durch die USA, in einer Mission, deren wahrer Charakter sich erst ganz am Ende des Buches zeigt. <span id="more-2508"></span>Sie begegnen Gottheiten aus Europa, Afrika und Asien, indianischen Legendenfiguren, irischen Kobolden und Geistern aus dem Schwarzwald, aber auch modernen &#8220;Göttern&#8221; des Fernsehens, der Technik und der Städte. Die alten und die neuen Götter &#8211; sie ringen um die Vorherrschaft in einem Land, das ohnehin (das wird schnell klar) kein gutes Land für Götter ist.</p>
<p>Gaiman schöpft aus allen Mythen, die je in die amerikanische Kultur eingeflossen sind, und baut auf ihnen eine Geschichte auf, die zwischen surreal-traumhaften Fantasy-Elementen, Roadmovie, Mystery und Horror pendelt. Das Erhabene liegt in diesem Buch nur eine Haaresbreite vom Trivialen, das Urkomische neben dem abgrundtief Traurigen.<br />
In Zwischenspielen beleuchtet Gaiman, wie die Götter nach Amerika gekommen sind. Hier wird man auch mit Teilen der US-amerikanischen Geschichte konfrontiert, die man als gewöhnlicher Westeuropäer in dieser Form nicht präsent hatte (etwa die Deportation von Sträflingen aus England in die damaligen englischen Kolonien in Nordamerika, wo sie als Dienstboten eingesetzt wurden), sowie mit Fiktionalisierungen altbekannter Fakten, die unter die Haut gehen. Einige dieser Geschichten sind leicht erkennbar Fiktion, andere erscheinen historisch wahrscheinlich.<br />
Ich wünschte mir beim Lesen manchmal eine Karte der USA: Denn Gaimans Roman bewegt sich kreuz und quer durch die Staaten, von den Südstaaten bis nach San Francisco, und es sind die hinterwäldlerischen, provinziellen Gegenden, in denen der größere Teil der Handlung stattfindet.<br />
Shadow ist über weite Strecken eher ein Antiheld, ein Spielball der Auseinandersetzung zwischen alten und neuen Göttern und der rätselhaften Ränke von Mr. Wednesday. Erst am Ende wächst er über sich hinaus, wird erwachsen, erlangt echte Handlungsfähigkeit &#8211; und damit Freiheit und Lebendigkeit.</p>
<p>Reaktionären Geistern wird Gaimans amerikanische Anverwandlung der europäischen Mythologie schwerlich gefallen. Sein Mr. Wednesday ist nämlich ein abgehalfterter alter Gauner, der nur gelegentlich die Würde und Größe eines Allvaters, über die er auch verfügt, durchscheinen läßt &#8211; wenig besser sind die anderen Götter. Sie sind allesamt keine strahlenden Gestalten, sondern sterblich, fehlbar, egoistisch, ja sogar zum Bösen fähig und ziemlich heruntergekommen. Und ein wenig Sex, Blut und Untote sollte man auch vertragen können. Das vorausgesetzt, ist &#8220;American Gods&#8221; ein Lesevergnügen, das meine Nächte etwa zwei Wochen lang deutlich kürzer als gewohnt ausfallen ließ.</p>
<p>Das Blog des Autoren: <a href="http://journal.neilgaiman.com/" target="_blank">Niel Gaiman&#8217;s Journal</a></p>
<p>Originalausgabe, gebunden:<br />
New YorK: William Morrow, 2001<br />
ISBN-10: 0060093641<br />
ISBN-13: 978-006009364</p>
<p>Taschenbuch:<br />
New York: Harper Perennial, 2003<br />
ISBN-10: 0060558121<br />
ISBN-13: 978-0060558123</p>
<p>Deutsche Ausgabe, gebunden:<br />
München: Heyne, 2003<br />
ISBN-10: 3453874226<br />
ISBN-13: 978-3453874220</p>
<p>Deutsche Ausgabe, Taschenbuch:<br />
München; Heyne, 2005)<br />
ISBN-10: 3453400372<br />
ISBN-13: 978-3453400375</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Thursa <a href="http://www.nornirsaett.de/neil-gaiman-american-gods/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://u1.ipernity.com/14/75/67/7597567.131300dc.jpg" width="150" height="232" alt="american gods" border="0"/></p>
<p>Was geschieht mit Göttern alter Kulturen, wenn die Träger ihrer Kultur wandern? Manchmal nehmen die Menschen sie mit: in ihren Herzen, in ihren Mythen, im Hintergrund ihrer Kulturen. Doch wenn sie vergessen werden, degenerieren Götter. Das ist die Voraussetzung, von der Neil Gaimans Roman &#8220;American Gods&#8221; ausgeht. -</p>
<p>Shadow hat drei Jahre in Haft gesessen. Nun soll er, kurz vor Weihnachten, wegen guter Führung vorzeitig entlassen werden. Er hat ein Leben, in das er zurückkehren kann, eine Frau, die auf ihn wartet, und einen alten Bekannten, der einen Job für ihn hat. Noch bevor er zu Hause ankommt, durchkreuzt jedoch ein Unglück Shadows Vorhaben, fortan ein rechtschaffenes bürgerliches Leben zu führen, und der zwielichtige Mr. Wednesday heuert ihn als Chauffeur, Leibwächter und Komplizen an. Fortan reisen die beiden kreuz und quer durch die USA, in einer Mission, deren wahrer Charakter sich erst ganz am Ende des Buches zeigt. <span id="more-2508"></span>Sie begegnen Gottheiten aus Europa, Afrika und Asien, indianischen Legendenfiguren, irischen Kobolden und Geistern aus dem Schwarzwald, aber auch modernen &#8220;Göttern&#8221; des Fernsehens, der Technik und der Städte. Die alten und die neuen Götter &#8211; sie ringen um die Vorherrschaft in einem Land, das ohnehin (das wird schnell klar) kein gutes Land für Götter ist.</p>
<p>Gaiman schöpft aus allen Mythen, die je in die amerikanische Kultur eingeflossen sind, und baut auf ihnen eine Geschichte auf, die zwischen surreal-traumhaften Fantasy-Elementen, Roadmovie, Mystery und Horror pendelt. Das Erhabene liegt in diesem Buch nur eine Haaresbreite vom Trivialen, das Urkomische neben dem abgrundtief Traurigen.<br />
In Zwischenspielen beleuchtet Gaiman, wie die Götter nach Amerika gekommen sind. Hier wird man auch mit Teilen der US-amerikanischen Geschichte konfrontiert, die man als gewöhnlicher Westeuropäer in dieser Form nicht präsent hatte (etwa die Deportation von Sträflingen aus England in die damaligen englischen Kolonien in Nordamerika, wo sie als Dienstboten eingesetzt wurden), sowie mit Fiktionalisierungen altbekannter Fakten, die unter die Haut gehen. Einige dieser Geschichten sind leicht erkennbar Fiktion, andere erscheinen historisch wahrscheinlich.<br />
Ich wünschte mir beim Lesen manchmal eine Karte der USA: Denn Gaimans Roman bewegt sich kreuz und quer durch die Staaten, von den Südstaaten bis nach San Francisco, und es sind die hinterwäldlerischen, provinziellen Gegenden, in denen der größere Teil der Handlung stattfindet.<br />
Shadow ist über weite Strecken eher ein Antiheld, ein Spielball der Auseinandersetzung zwischen alten und neuen Göttern und der rätselhaften Ränke von Mr. Wednesday. Erst am Ende wächst er über sich hinaus, wird erwachsen, erlangt echte Handlungsfähigkeit &#8211; und damit Freiheit und Lebendigkeit.</p>
<p>Reaktionären Geistern wird Gaimans amerikanische Anverwandlung der europäischen Mythologie schwerlich gefallen. Sein Mr. Wednesday ist nämlich ein abgehalfterter alter Gauner, der nur gelegentlich die Würde und Größe eines Allvaters, über die er auch verfügt, durchscheinen läßt &#8211; wenig besser sind die anderen Götter. Sie sind allesamt keine strahlenden Gestalten, sondern sterblich, fehlbar, egoistisch, ja sogar zum Bösen fähig und ziemlich heruntergekommen. Und ein wenig Sex, Blut und Untote sollte man auch vertragen können. Das vorausgesetzt, ist &#8220;American Gods&#8221; ein Lesevergnügen, das meine Nächte etwa zwei Wochen lang deutlich kürzer als gewohnt ausfallen ließ.</p>
<p>Das Blog des Autoren: <a href="http://journal.neilgaiman.com/" target="_blank">Niel Gaiman&#8217;s Journal</a></p>
<p>Originalausgabe, gebunden:<br />
New YorK: William Morrow, 2001<br />
ISBN-10: 0060093641<br />
ISBN-13: 978-006009364</p>
<p>Taschenbuch:<br />
New York: Harper Perennial, 2003<br />
ISBN-10: 0060558121<br />
ISBN-13: 978-0060558123</p>
<p>Deutsche Ausgabe, gebunden:<br />
München: Heyne, 2003<br />
ISBN-10: 3453874226<br />
ISBN-13: 978-3453874220</p>
<p>Deutsche Ausgabe, Taschenbuch:<br />
München; Heyne, 2005)<br />
ISBN-10: 3453400372<br />
ISBN-13: 978-3453400375</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Stellt euch vor &#8230;&#8221; Geschichte machen (Roman von Stephen Fry)</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/stellt-euch-vor-geschichte-machen-roman-von-stephen-fry/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/stellt-euch-vor-geschichte-machen-roman-von-stephen-fry/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 21:30:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lebowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek und Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Alternativgeschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Nazi]]></category>
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		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7057831"><img src="http://u1.ipernity.com/13/78/31/7057831.e1e67fb4.jpg" width="156" height="240" alt="GeschichteMachen" border="0"/></a></p>
<blockquote><p>Stell euch vor, Ihr wäret kurz vor dem Abschluss eurer Doktorarbeit, ihr führt das Leben eines Stubenhockers, errötet mit euren 24 Jahren immer noch in Gegenwart eurer Mutter wenn sie euch vor ihren Freundinnen<br />
lobt, dann wisst ihr wie mein Leben, das Leben von Michael D. Young aussieht.<br />
Meine Freundin Jane hat beschlossen mit mir Langweiler am Abgabetag meiner Dissertation Schluss zu machen. In einem Anfall von Rachsucht beschmiere ich unser Auto, welches die dumme Pute mitgehen ließ. Dabei verteilt sich der Inhalt meiner Tasche über den Parkplatz, 400 Seiten fein gelocht, die Arbeit von 4 Jahren Recherche, Analyse und Studienaufenthalt im Ausland fliegt unter geparkten Autos, den Gehweg und der Rasenfläche des Campusgeländes umher. Der Wind und mein angeschlagener Zustand lässt mich nicht gut aussehen beim Einsammeln der verloren gegangenen Blätter. Ein älterer Herr ist mir behilflich, gemeinsam bändigen wir die toll geworden Blätter. Interessiert überfliegt er einige Seiten, und lädt mich ein zu sich &#8230;</p></blockquote>
<p>So beginnt Stephen Frys Roman &#8220;Geschichte machen&#8221;, eine knapp fünfhundert Seiten lange<br />
Geschichte über:</p>
<blockquote><p>Was wäre wenn … der ältere Herr eine Möglichkeit gefunden hätte, in der Zeit etwas zurück zu schicken, um so die Geburt von Adolf Hitler zu verhindern?<br />
Meine Doktorarbeit sich genau über den Zeitraum seiner Kindheit und Jugend erstreckte, das Leben seiner Eltern eingeschlossen?<br />
Meine Freundin Jane, ihres Zeichens Genetikerin, in einer Forschungsabteilung beschäftigt ist mit der Entwicklung eines Medikament für die Sterilisation eines Mannes?<br />
<i>Imagine all the people Sharing all the world &#8230; </i>(yuhuuuh)<i><br />
You may say I am a dreamer But I&#8217;m not the only one I hope someday you&#8217;ll join us And the world will be as one </i><br />
John Lennon</p></blockquote>
<p>Stephen Fry, der sich ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, lässt seinen Protagonisten im ersten Teil seines Romans Hitlers Geburt verhindern, nur um in einer veränderten Geschichtslinie zu erkennen,<br />
dass das Böse nicht an eine bestimmte Person gebunden ist, es gibt immer noch Himmler, Goebbels, Heydrich und all die anderen Nazigrößen und einen andern Führer …<br />
Fyr macht deutlich, das es noch viele andere Täter und Mitläufer bedarf, wie es der Historiker Christopher R. Browning in seiner Studie „Ordinary Men“ <a href="#1">(1)</a> aufzeigt. In erst vor kurzem veröffentlichten Dokumenten sind 50 % der inhaftieren deutschen Kriegsgefangenen loyal gegenüber Hitler, für die Jahre 1944/45 ein erstaunlich hoher Rückhalt innerhalb der Wehrmacht. (<a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5681/das_geheimnis_von_p_o_box_1142.html" target="_blank">Einestages: &#8220;Das Geheimnis von P. O. Box 1142&#8243;</a>.)<br />
Für &#8220;Geschichte machen&#8221; hat er von Alan Bullocks Hitler-Biografie, &#8220;Eine Studie über Tyrannei&#8221; <a href="#2">(2)</a> ausgiebig Gebrauch gemacht, ebenso wie von dem Band &#8220;Schöne Zeiten &#8211; Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer&#8221; <a href="#3">(3)</a> wo Auszüge des Tagebuches des historischen Dr. Johan Paul Kremers als Vorlage für den Sturmarzt Bauer dienten, &#8220;dessen Dokumente Hannah Arendts These der Banalität des Bösen auf das Entsetzlichste illustrieren.&#8221; <a href="#4">(4)</a> </p>
<p>Das Wunschdenken des Protagonisten Michael, durch die Verhinderung Hitlers Geburt den Holocaust und den zweiten Weltkrieg zu vermeiden, scheitert. Die Welt, die Michael neu mit geschaffen hat und in der sich wiederfindet, ist ein Amerika der McCarthy-Ära, in der die Rassentrennung nie abgeschafft wurde und Homosexualität kriminell ist. &#8220;Casablanca&#8221; wurde nie gedreht, keine Chance für Humphrey, Isabell noch einmal in die Augen zu schauen. Rock´n Roll hat es niemals gegeben. In Europa gibt es herrscht ein großdeutsches Reich, in dem keine Juden mehr leben, Moskau und Leningrad sind atomar eingeäschert worden.</p>
<p>Fry setzt das in einen bitterbösen Albtraum um, der mit dem schwärzesten britischen Humor gewürzt ist.</p>
<p>Fry, Schriftsteller, Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur, geboren 1957, verurteilt in jungen Jahren wegen Kreditkartenbetruges, Autor zahlreicher Theaterstücke, Schauspieler in einem Dutzend Spielfilme und Fernsehserien (u.a. Black Adder), schafft es in diesem Roman einen zu fesseln, gleichzeitig Utopien aufzuzeigen und gerade auch an die eigene Verantwortung zu appellieren. Ein Lesevergnügen eines doppelten Superlativs oder mit den Worten Michaels:<br />
<i>Obercool.</i> </p>
<p>Stephen Fry<br />
<b>&#8220;Geschichte machen&#8221;</b> <i>(Making History)</i><br />
Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 7. Auflage (1999)<br />
ISBN-13: 978-3499224102</p>
<p><a NAME="1">(1)</a><i> Deutsche Ausgabe: Christopher R. Browning: &#8220;Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die „Endlösung“ in Polen&#8221;, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1993, ISBN 3-498-00569-3</i></p>
<p><a NAME="2">(2)</a> <i>Alan Bullock: &#8220;HITLER &#8211; Eine Studie über Tyrannei&#8221;<br />
TB – Droste-Verlag, Düsseldorf – 1989 – ISBN 3770009150 – 886 Seiten </i></p>
<p><a NAME="3">(3)</a> <i>Ernst Klee (Herausgeber), Willi Dreßen (Herausgeber), Volker Rieß (Herausgeber): &#8220;Schöne Zeiten, Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer&#8221;  Verlag: S. Fischer, Frankfurt a. M; Auflage: N.-A. (1997) ISBN-10: 310039304 X</i></p>
<p><a NAME="4">(4)</a><i>Fry, Stephen, &#8220;Geschichte machen&#8221; S.496 </i></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Lebowski <a href="http://www.nornirsaett.de/stellt-euch-vor-geschichte-machen-roman-von-stephen-fry/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7057831"><img src="http://u1.ipernity.com/13/78/31/7057831.e1e67fb4.jpg" width="156" height="240" alt="GeschichteMachen" border="0"/></a></p>
<blockquote><p>Stell euch vor, Ihr wäret kurz vor dem Abschluss eurer Doktorarbeit, ihr führt das Leben eines Stubenhockers, errötet mit euren 24 Jahren immer noch in Gegenwart eurer Mutter wenn sie euch vor ihren Freundinnen<br />
lobt, dann wisst ihr wie mein Leben, das Leben von Michael D. Young aussieht.<br />
Meine Freundin Jane hat beschlossen mit mir Langweiler am Abgabetag meiner Dissertation Schluss zu machen. In einem Anfall von Rachsucht beschmiere ich unser Auto, welches die dumme Pute mitgehen ließ. Dabei verteilt sich der Inhalt meiner Tasche über den Parkplatz, 400 Seiten fein gelocht, die Arbeit von 4 Jahren Recherche, Analyse und Studienaufenthalt im Ausland fliegt unter geparkten Autos, den Gehweg und der Rasenfläche des Campusgeländes umher. Der Wind und mein angeschlagener Zustand lässt mich nicht gut aussehen beim Einsammeln der verloren gegangenen Blätter. Ein älterer Herr ist mir behilflich, gemeinsam bändigen wir die toll geworden Blätter. Interessiert überfliegt er einige Seiten, und lädt mich ein zu sich &#8230;</p></blockquote>
<p>So beginnt Stephen Frys Roman &#8220;Geschichte machen&#8221;, eine knapp fünfhundert Seiten lange<br />
Geschichte über:</p>
<blockquote><p>Was wäre wenn … der ältere Herr eine Möglichkeit gefunden hätte, in der Zeit etwas zurück zu schicken, um so die Geburt von Adolf Hitler zu verhindern?<br />
Meine Doktorarbeit sich genau über den Zeitraum seiner Kindheit und Jugend erstreckte, das Leben seiner Eltern eingeschlossen?<br />
Meine Freundin Jane, ihres Zeichens Genetikerin, in einer Forschungsabteilung beschäftigt ist mit der Entwicklung eines Medikament für die Sterilisation eines Mannes?<br />
<i>Imagine all the people Sharing all the world &#8230; </i>(yuhuuuh)<i><br />
You may say I am a dreamer But I&#8217;m not the only one I hope someday you&#8217;ll join us And the world will be as one </i><br />
John Lennon</p></blockquote>
<p>Stephen Fry, der sich ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, lässt seinen Protagonisten im ersten Teil seines Romans Hitlers Geburt verhindern, nur um in einer veränderten Geschichtslinie zu erkennen,<br />
dass das Böse nicht an eine bestimmte Person gebunden ist, es gibt immer noch Himmler, Goebbels, Heydrich und all die anderen Nazigrößen und einen andern Führer …<br />
Fyr macht deutlich, das es noch viele andere Täter und Mitläufer bedarf, wie es der Historiker Christopher R. Browning in seiner Studie „Ordinary Men“ <a href="#1">(1)</a> aufzeigt. In erst vor kurzem veröffentlichten Dokumenten sind 50 % der inhaftieren deutschen Kriegsgefangenen loyal gegenüber Hitler, für die Jahre 1944/45 ein erstaunlich hoher Rückhalt innerhalb der Wehrmacht. (<a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5681/das_geheimnis_von_p_o_box_1142.html" target="_blank">Einestages: &#8220;Das Geheimnis von P. O. Box 1142&#8243;</a>.)<br />
Für &#8220;Geschichte machen&#8221; hat er von Alan Bullocks Hitler-Biografie, &#8220;Eine Studie über Tyrannei&#8221; <a href="#2">(2)</a> ausgiebig Gebrauch gemacht, ebenso wie von dem Band &#8220;Schöne Zeiten &#8211; Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer&#8221; <a href="#3">(3)</a> wo Auszüge des Tagebuches des historischen Dr. Johan Paul Kremers als Vorlage für den Sturmarzt Bauer dienten, &#8220;dessen Dokumente Hannah Arendts These der Banalität des Bösen auf das Entsetzlichste illustrieren.&#8221; <a href="#4">(4)</a> </p>
<p>Das Wunschdenken des Protagonisten Michael, durch die Verhinderung Hitlers Geburt den Holocaust und den zweiten Weltkrieg zu vermeiden, scheitert. Die Welt, die Michael neu mit geschaffen hat und in der sich wiederfindet, ist ein Amerika der McCarthy-Ära, in der die Rassentrennung nie abgeschafft wurde und Homosexualität kriminell ist. &#8220;Casablanca&#8221; wurde nie gedreht, keine Chance für Humphrey, Isabell noch einmal in die Augen zu schauen. Rock´n Roll hat es niemals gegeben. In Europa gibt es herrscht ein großdeutsches Reich, in dem keine Juden mehr leben, Moskau und Leningrad sind atomar eingeäschert worden.</p>
<p>Fry setzt das in einen bitterbösen Albtraum um, der mit dem schwärzesten britischen Humor gewürzt ist.</p>
<p>Fry, Schriftsteller, Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur, geboren 1957, verurteilt in jungen Jahren wegen Kreditkartenbetruges, Autor zahlreicher Theaterstücke, Schauspieler in einem Dutzend Spielfilme und Fernsehserien (u.a. Black Adder), schafft es in diesem Roman einen zu fesseln, gleichzeitig Utopien aufzuzeigen und gerade auch an die eigene Verantwortung zu appellieren. Ein Lesevergnügen eines doppelten Superlativs oder mit den Worten Michaels:<br />
<i>Obercool.</i> </p>
<p>Stephen Fry<br />
<b>&#8220;Geschichte machen&#8221;</b> <i>(Making History)</i><br />
Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 7. Auflage (1999)<br />
ISBN-13: 978-3499224102</p>
<p><a NAME="1">(1)</a><i> Deutsche Ausgabe: Christopher R. Browning: &#8220;Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die „Endlösung“ in Polen&#8221;, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1993, ISBN 3-498-00569-3</i></p>
<p><a NAME="2">(2)</a> <i>Alan Bullock: &#8220;HITLER &#8211; Eine Studie über Tyrannei&#8221;<br />
TB – Droste-Verlag, Düsseldorf – 1989 – ISBN 3770009150 – 886 Seiten </i></p>
<p><a NAME="3">(3)</a> <i>Ernst Klee (Herausgeber), Willi Dreßen (Herausgeber), Volker Rieß (Herausgeber): &#8220;Schöne Zeiten, Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer&#8221;  Verlag: S. Fischer, Frankfurt a. M; Auflage: N.-A. (1997) ISBN-10: 310039304 X</i></p>
<p><a NAME="4">(4)</a><i>Fry, Stephen, &#8220;Geschichte machen&#8221; S.496 </i></p>
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		<title>Dion Fortune: Die Seepriesterin</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/dion-fortune-die-seepriesterin/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/dion-fortune-die-seepriesterin/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Oct 2009 16:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Esoterik]]></category>
		<category><![CDATA[götter]]></category>
		<category><![CDATA[ritual]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nornirsaett.de/?p=2027</guid>
		<description><![CDATA[<p>Dion Fortune<br />
Die Seepriesterin<br />
Erstaufl. 1938 / Smaragd Verlag<br />
Dritte Aufl. 2003 / Smaragd Verlag ISBN: 3926374128</p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6350953"><img src="http://u1.ipernity.com/13/09/53/6350953.5a61f8c1.jpg" width="152" height="216" alt="fortune02" border="0"/></a><br />
Titelbild der deutschen Ausgabe<br />
<a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6350951"><img src="http://u1.ipernity.com/13/09/51/6350951.616db77d.jpg" width="138" height="216" alt="fortune01" border="0"/></a><br />
Titelbild der englischen Ausgabe</p>
<blockquote><p><i>”In jener Nacht war See nicht See und Land nicht Land, sie schienen ein und dasselbe zu sein, so wie es gewesen war, als der Geist Gottes über den Wassern schwebte.”</i></p></blockquote>
<p><b>Über die Autorin</b><br />
Dion Fortune wurde 1890 als Violet Mary Firth in Nord Wales geboren. Schon früh interessierte sie sich für Psychoanalyse und das Okkulte. 1919 tritt sie in den Hermetic Order of the Golden Dawn ein, und zwar in die Alpha und Omega Lodge, später wechselt sie zur Stella Matutina Lodge. In dieser Zeit beginnt Fortune ihre Erfahrungen niederzuschreiben. <i>Machinery of the Mind</i>, <i>The Soya Bean</i>, <i>The Psychology of the Servant Problem</i>, <i>The Problem of Purity</i>, <i>The Esoteric Philosophy of Love and Marriage</i>, <i>Sane Occultism</i>, <i>The Esoteric Orders and their Work</i>, <i>The Training and Work of an Initiate</i>, <i>The Cosmic Doctrine</i>, <i>Psychic Self Defense</i>, <i>The Secrets of Dr. Taverner</i> und <i>The Demon Lover</i> sind das Ergebnis davon. Außerdem tritt Dion Fortune der Theosophischen Gesellschaft bei und wird deren Präsidentin. Bald verwirft sie sich mit einflussreichen Mitgliedern derselben und gründet “The Circle of the Inner Light”. In dieser Periode, zwischen 1930-40, entstehen die wichtigsten Werke Dion Fortunes: <i>Avalon of the Heart</i>, <i>Spiritualism in the Light of Occult Science</i>, <i>Through the Gates of Death</i>, <i>Practical Occultism in Daily Life</i>, <i>Mystical Meditations on the Collects</i>, <i>The Mystical Quabalah</i> sowie die Romane <i>The Winged Bull</i>, <i>The Goat-Foot God</i> und <i>The Sea Priestess</i>.<br />
“The Sea Priestess“ oder auf Deutsch „Die Seepriesterin“ wird erstmals in den 30er Jahren veröffentlicht und wurde auf Grund des etwas brisanten Themas von keinem Verlag angenommen, so dass Dion Fortune das Buch selbst herausbringen musste, was unter Berücksichtigung der damals in England noch geltenden “Witchcraft Laws” eine ausgesprochen delikate und riskante Angelegenheit war. In den letzten Jahren ihres Lebens fügt sie ihrem Schaffen noch <i>Moon Magic</i>, <i>The Magical Battle of Britain</i>, <i>An Introduction to Ritual Magic</i>, <i>The Circuit of Force</i> und <i>Principles of Hermetic Philosophy</i> hinzu. Ihre Texte zu Arthur Tradition sind in <i>Secret Tradition in Arthurian Legend</i> von Gareth Knight zu finden, der auch andere ihrer Schriften editiert hat.<br />
<a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6350954"><img src="http://u1.ipernity.com/13/09/54/6350954.576f6b2b.jpg" width="200" height="238" alt="fortune03" border="0"/></a><br />
Dion Fortune</p>
<p><b>Über das Buch</b><br />
Die Seepriesterin (engl. „The Sea Priestess“) ist Vivian Le Fay Morgan, die das Anima-Animus Prinzip verkörpert, so wie auch die Autorin im Vorwort dazu schreibt:<br />
<blockquote>“All women are Isis, and Isis is all women”</p></blockquote>
<p>Die Seepriesterin ist Dienerin der Isis, sie betet die Gezeiten an und inkarniert das weibliche Prinzip der Erde. Zu ihrer Vollkommenheit benötigt Isis ihren männlichen Part – Wilfred Maxwell, ein rückgradsloser, von seiner Mutter und seiner Schwester verhätschelter Junggeselle, chronisch krank und ohne Vision für sein Leben. Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben. Es beginnt mit Maxwells Schilderung seines farblosen, von Krankheit gezeichneten Lebens, bis Vivian Le Fay Morgan darin auftaucht, in die er sich verliebt.</p>
<p>Vivian ist meines Erachtens nach ein unnahbarer, kühler, ja sogar kalter Priesterinnencharakter in Verkörperung von Le Fay Morgan, der Halbschwester Artus. Sie schlägt Maxwell eine Art von Tauschhandel vor, in dem sie von ihm erhält, was sie braucht und er erhält, was er braucht – nämlich die Vervollständigung seiner farblosen, unbewussten Persönlichkeit. Über die markante Persönlichkeit der Seepriesterin schreibt Fortune selbst in ihrem Vorwort:<br />
<blockquote>„Ein Rezensent eines meiner früheren Bücher hat bedauert, daß ich meine Charaktere so wenig liebenswert gestalte. Dies war für mich eine große Überraschung, denn nie zuvor war ich auf die Idee gekommen, meine Charaktere wären nicht liebenswert. Was für Typen muß man denn bringen, damit die Leser sie mögen? Im wirklichen Leben muß man ja auch mit ihren Fehlern klarkommen, denn schließlich haben sie auch Vorzüge. Warum sollte dies in der Literatur anders sein?“ S. 5</p></blockquote>
<p>Was mit dem Abschluss dieses “Tauschhandels” beginnt, ist eine Reise, die sich der Leser niemals erwartet hätte. Es ähnelt einer Achterbahnfahrt quer durch die Psyche Wilfreds, taucht ab in seine früheren Leben und stößt in Tiefen vor, die für ihn davor nicht existent waren. Die Seepriesterin ist die Reiseleiterin, die darauf bedacht ist, einen Raum zu schaffen, wo sich die Mysterien in ihrer vollen Größe manifestieren können.</p>
<p>Doch das Buch „Die Seepriesterin“ ist sogar noch mehr als nur die von einer Frau geführte Suche eines einzelnen Mannes nach der Erleuchtung. Es reklamiert altes, spirituelles Wissen, ist ein “Reiseführer” zu den alten Mysterien, deren Erfahrung und Erforschung sich die westlichen Geheimgesellschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts widmeten. Dazu ein Beispiel:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der dreimal große Hermes hat in die Smaragdene Tafel eingraviert: &#8216;Wie oben, so unten.&#8217; Auf der Erde sehen wir die Spiegelung der himmlischen Gesetze im Verhalten von Mann und Frau. Alle Götter sind ein Gott, und alle Göttinnen sind eine Göttin, und es gibt nur einen Schöpfer.&#8221; Am Anfang waren Raum und Dunkelheit und Ruhe, älter als die Zeit und von den Göttern vergessen. Die See des unendlichen Weltraums war die Quelle allen Lebens; Leben entstand wie eine Flutwelle in der unergründlichen See. Alles wird dorthin zurückkehren, wenn die Nacht der Götter kommt. Dies ist die große See, Marah, die Bittere, die Große Mutter. Und wegen der Trägheit des Raums entstand zuerst die Bewegung als Ebbe und Flut, die von den Weisen das &#8216;passive Prinzip&#8217; der Natur genannt wird, die dies als kosmisches Wasser oder fließenden Raum verstehen.“ S. 181</p></blockquote>
<p>Ein kleiner Ausschnitt aus den schlichtweg atemberaubenden Schilderungen, die einem ziemlich alten, englischen Schreibstil abgefasst sind und – was meiner Ansicht nach auch keinen Zweifel daran lässt, dass Dion Fortune es selbst so erfahren hat – des großen Rituals, dem Kernpunkt des Buches (S. 176 ff.) Besonders was die Anrufungen anbelangt, ist die englische Version um einiges lebhafter und essenzieller als die deutsche Übersetzung, die leider etwas verwässert ist.<br />
<blockquote>&#8220;I am she who ere the earth was formed<br />
        Was Ea, Binah, Ge<br />
        I am that soundless, boundless, bitter sea,<br />
        Out of whose deeps life wells eternally.</p>
<p>        Astarte, Aphrodite, Ashtoreth<br />
        Giver of life and bringer-in of death;<br />
        Hera in Heven, on earth, Persephone;<br />
        Levanah of the tides and Hecate<br />
        All these am I, and they are seen in me.</p>
<p>        The hour of the high full moon draws near;<br />
        I hear the invoking words, hear and appear<br />
        Isis Unveiled and Ea, Binah, Ge,<br />
        I come unto the priest that calleth me.&#8221;</p>
<p>        &#8220;O thou that wast before the earth was formed<br />
        Ea, Binah, Ge.<br />
        O tideless, soundless, boundless, bitter sea,<br />
        I am thy priestess, answer unto me.</p>
<p>        O arching sky above and earth beneath,<br />
        Giver of life and bringer-in on death,<br />
        Persephone, Astarte, Ashtoreth,<br />
        I am thy priestess, answer unto me.”</p></blockquote>
<p>Sowohl die See als auch die ewige Wiederkehr der Gezeiten stellen ein zentrales Thema dar und sind Metapher für die ewig wiederkehrenden Zyklen der Natur und der Mechanismen, die auch die menschliche Psyche leiten. So, wie auf die reinigende, alles hinweg nehmende Flut die Ebbe folgt, so folgt auf die Krise neues Licht.<br />
Dion Fortune drückt auf der einen Seite ganz klar – und manchmal auch etwas langatmig – aus, was die Priesterin der Isis darstellt, was ihre Aufgaben und Bedürfnisse sind, um ihre Mission zu erfüllen. Maxwell zum Gesang der Isis, als er zu verstehen beginnt:<br />
<blockquote> „Dann sang sie, und ich wußte, es war Isis, entschleiert und voller Energie: &#8220;Ich bin der Stern, der aus der See aufsteigt &#8211; der dämmrigen See. Ich bringe den Menschen Träume, ihr Schicksal weisend. Ich bringe die Träume zu den Seelen der Menschen; den ewigen Wechsel von Ebbe und Flut und wieder Ebbe &#8211; Das ist mein Geheimnis, es ist mein. Ich bin die Ewige Frau, ich bin sie! Geburt und Tod aller menschlichen Seelen sind mein. Der ewige Wechsel von Ebbe und Flut und wieder Ebbe &#8211; Die stillen, inneren Strömungen, die die Menschen regieren, Sie sind mein Geheimnis, sie sind mein. Aus meinen Händen empfängt er sein Schicksal. Die Berührung meiner Hände wird zu Energie. Dies sind die Gezeiten des Mondes, sie sind mein“. S. 179</p></blockquote>
<p>Das Buch wirkt so, wie die Seepriesterin als Isis spricht:<br />
<blockquote>“Ich bin die gezeitenlose, tiefe, rauhe See”.</p></blockquote>
<p><b>Fazit</b><br />
„Die Seepriesterin“ ist in der Tat ein trockenes, graues Buch. Wer sich einen spannenden und fesselnden Esoterikroman erwartet, bei dem er danach erleuchtet, glücklich und zufrieden ist, wird vermutlich vergeblich danach suchen. Doch es ist hervorzuheben, dass das Buch, mehr als 70 Jahre (!) nach seiner Ersterscheinung, ein zeitloser, klassischer Roman über Magie und somit einer der Schönsten dieses Genres ist. Das Buch geht in die Tiefe, wirkt zwischen den Zeilen, wo sich der Sinn des Werkes verbirgt.<br />
Die Seepriesterin lässt sich daher auf viele verschiedene Arten lesen. Da es sich um eines meiner unumstrittenen Lieblingsbücher handelt, muss ich es mindestens einmal pro Jahr lesen. Es wirkt auf mich immer ähnlich, aber niemals gleich. So wie auch Ebbe und Flut niemals gleich sind!<br />
<blockquote>„Wer nicht zurückkehren kann zum Ursprung, hat im Leben keine Wurzeln, sondern vertrocknet wie Gras.“ S. 182</p></blockquote>
<p>Alle, die bei der „Seepriesterin“ Feuer gefangen haben, sollten „Moon Magic“ lesen, eine Fortsetzung dieses Buches, in dem Vivian Le Fay Morgan unter dem Namen Lillith zurückkehrt.</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/romane/">Romane</a> by Brigh <a href="http://www.nornirsaett.de/dion-fortune-die-seepriesterin/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dion Fortune<br />
Die Seepriesterin<br />
Erstaufl. 1938 / Smaragd Verlag<br />
Dritte Aufl. 2003 / Smaragd Verlag ISBN: 3926374128</p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6350953"><img src="http://u1.ipernity.com/13/09/53/6350953.5a61f8c1.jpg" width="152" height="216" alt="fortune02" border="0"/></a><br />
Titelbild der deutschen Ausgabe<br />
<a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6350951"><img src="http://u1.ipernity.com/13/09/51/6350951.616db77d.jpg" width="138" height="216" alt="fortune01" border="0"/></a><br />
Titelbild der englischen Ausgabe</p>
<blockquote><p><i>”In jener Nacht war See nicht See und Land nicht Land, sie schienen ein und dasselbe zu sein, so wie es gewesen war, als der Geist Gottes über den Wassern schwebte.”</i></p></blockquote>
<p><b>Über die Autorin</b><br />
Dion Fortune wurde 1890 als Violet Mary Firth in Nord Wales geboren. Schon früh interessierte sie sich für Psychoanalyse und das Okkulte. 1919 tritt sie in den Hermetic Order of the Golden Dawn ein, und zwar in die Alpha und Omega Lodge, später wechselt sie zur Stella Matutina Lodge. In dieser Zeit beginnt Fortune ihre Erfahrungen niederzuschreiben. <i>Machinery of the Mind</i>, <i>The Soya Bean</i>, <i>The Psychology of the Servant Problem</i>, <i>The Problem of Purity</i>, <i>The Esoteric Philosophy of Love and Marriage</i>, <i>Sane Occultism</i>, <i>The Esoteric Orders and their Work</i>, <i>The Training and Work of an Initiate</i>, <i>The Cosmic Doctrine</i>, <i>Psychic Self Defense</i>, <i>The Secrets of Dr. Taverner</i> und <i>The Demon Lover</i> sind das Ergebnis davon. Außerdem tritt Dion Fortune der Theosophischen Gesellschaft bei und wird deren Präsidentin. Bald verwirft sie sich mit einflussreichen Mitgliedern derselben und gründet “The Circle of the Inner Light”. In dieser Periode, zwischen 1930-40, entstehen die wichtigsten Werke Dion Fortunes: <i>Avalon of the Heart</i>, <i>Spiritualism in the Light of Occult Science</i>, <i>Through the Gates of Death</i>, <i>Practical Occultism in Daily Life</i>, <i>Mystical Meditations on the Collects</i>, <i>The Mystical Quabalah</i> sowie die Romane <i>The Winged Bull</i>, <i>The Goat-Foot God</i> und <i>The Sea Priestess</i>.<br />
“The Sea Priestess“ oder auf Deutsch „Die Seepriesterin“ wird erstmals in den 30er Jahren veröffentlicht und wurde auf Grund des etwas brisanten Themas von keinem Verlag angenommen, so dass Dion Fortune das Buch selbst herausbringen musste, was unter Berücksichtigung der damals in England noch geltenden “Witchcraft Laws” eine ausgesprochen delikate und riskante Angelegenheit war. In den letzten Jahren ihres Lebens fügt sie ihrem Schaffen noch <i>Moon Magic</i>, <i>The Magical Battle of Britain</i>, <i>An Introduction to Ritual Magic</i>, <i>The Circuit of Force</i> und <i>Principles of Hermetic Philosophy</i> hinzu. Ihre Texte zu Arthur Tradition sind in <i>Secret Tradition in Arthurian Legend</i> von Gareth Knight zu finden, der auch andere ihrer Schriften editiert hat.<br />
<a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6350954"><img src="http://u1.ipernity.com/13/09/54/6350954.576f6b2b.jpg" width="200" height="238" alt="fortune03" border="0"/></a><br />
Dion Fortune</p>
<p><b>Über das Buch</b><br />
Die Seepriesterin (engl. „The Sea Priestess“) ist Vivian Le Fay Morgan, die das Anima-Animus Prinzip verkörpert, so wie auch die Autorin im Vorwort dazu schreibt:<br />
<blockquote>“All women are Isis, and Isis is all women”</p></blockquote>
<p>Die Seepriesterin ist Dienerin der Isis, sie betet die Gezeiten an und inkarniert das weibliche Prinzip der Erde. Zu ihrer Vollkommenheit benötigt Isis ihren männlichen Part – Wilfred Maxwell, ein rückgradsloser, von seiner Mutter und seiner Schwester verhätschelter Junggeselle, chronisch krank und ohne Vision für sein Leben. Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben. Es beginnt mit Maxwells Schilderung seines farblosen, von Krankheit gezeichneten Lebens, bis Vivian Le Fay Morgan darin auftaucht, in die er sich verliebt.</p>
<p>Vivian ist meines Erachtens nach ein unnahbarer, kühler, ja sogar kalter Priesterinnencharakter in Verkörperung von Le Fay Morgan, der Halbschwester Artus. Sie schlägt Maxwell eine Art von Tauschhandel vor, in dem sie von ihm erhält, was sie braucht und er erhält, was er braucht – nämlich die Vervollständigung seiner farblosen, unbewussten Persönlichkeit. Über die markante Persönlichkeit der Seepriesterin schreibt Fortune selbst in ihrem Vorwort:<br />
<blockquote>„Ein Rezensent eines meiner früheren Bücher hat bedauert, daß ich meine Charaktere so wenig liebenswert gestalte. Dies war für mich eine große Überraschung, denn nie zuvor war ich auf die Idee gekommen, meine Charaktere wären nicht liebenswert. Was für Typen muß man denn bringen, damit die Leser sie mögen? Im wirklichen Leben muß man ja auch mit ihren Fehlern klarkommen, denn schließlich haben sie auch Vorzüge. Warum sollte dies in der Literatur anders sein?“ S. 5</p></blockquote>
<p>Was mit dem Abschluss dieses “Tauschhandels” beginnt, ist eine Reise, die sich der Leser niemals erwartet hätte. Es ähnelt einer Achterbahnfahrt quer durch die Psyche Wilfreds, taucht ab in seine früheren Leben und stößt in Tiefen vor, die für ihn davor nicht existent waren. Die Seepriesterin ist die Reiseleiterin, die darauf bedacht ist, einen Raum zu schaffen, wo sich die Mysterien in ihrer vollen Größe manifestieren können.</p>
<p>Doch das Buch „Die Seepriesterin“ ist sogar noch mehr als nur die von einer Frau geführte Suche eines einzelnen Mannes nach der Erleuchtung. Es reklamiert altes, spirituelles Wissen, ist ein “Reiseführer” zu den alten Mysterien, deren Erfahrung und Erforschung sich die westlichen Geheimgesellschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts widmeten. Dazu ein Beispiel:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der dreimal große Hermes hat in die Smaragdene Tafel eingraviert: &#8216;Wie oben, so unten.&#8217; Auf der Erde sehen wir die Spiegelung der himmlischen Gesetze im Verhalten von Mann und Frau. Alle Götter sind ein Gott, und alle Göttinnen sind eine Göttin, und es gibt nur einen Schöpfer.&#8221; Am Anfang waren Raum und Dunkelheit und Ruhe, älter als die Zeit und von den Göttern vergessen. Die See des unendlichen Weltraums war die Quelle allen Lebens; Leben entstand wie eine Flutwelle in der unergründlichen See. Alles wird dorthin zurückkehren, wenn die Nacht der Götter kommt. Dies ist die große See, Marah, die Bittere, die Große Mutter. Und wegen der Trägheit des Raums entstand zuerst die Bewegung als Ebbe und Flut, die von den Weisen das &#8216;passive Prinzip&#8217; der Natur genannt wird, die dies als kosmisches Wasser oder fließenden Raum verstehen.“ S. 181</p></blockquote>
<p>Ein kleiner Ausschnitt aus den schlichtweg atemberaubenden Schilderungen, die einem ziemlich alten, englischen Schreibstil abgefasst sind und – was meiner Ansicht nach auch keinen Zweifel daran lässt, dass Dion Fortune es selbst so erfahren hat – des großen Rituals, dem Kernpunkt des Buches (S. 176 ff.) Besonders was die Anrufungen anbelangt, ist die englische Version um einiges lebhafter und essenzieller als die deutsche Übersetzung, die leider etwas verwässert ist.<br />
<blockquote>&#8220;I am she who ere the earth was formed<br />
        Was Ea, Binah, Ge<br />
        I am that soundless, boundless, bitter sea,<br />
        Out of whose deeps life wells eternally.</p>
<p>        Astarte, Aphrodite, Ashtoreth<br />
        Giver of life and bringer-in of death;<br />
        Hera in Heven, on earth, Persephone;<br />
        Levanah of the tides and Hecate<br />
        All these am I, and they are seen in me.</p>
<p>        The hour of the high full moon draws near;<br />
        I hear the invoking words, hear and appear<br />
        Isis Unveiled and Ea, Binah, Ge,<br />
        I come unto the priest that calleth me.&#8221;</p>
<p>        &#8220;O thou that wast before the earth was formed<br />
        Ea, Binah, Ge.<br />
        O tideless, soundless, boundless, bitter sea,<br />
        I am thy priestess, answer unto me.</p>
<p>        O arching sky above and earth beneath,<br />
        Giver of life and bringer-in on death,<br />
        Persephone, Astarte, Ashtoreth,<br />
        I am thy priestess, answer unto me.”</p></blockquote>
<p>Sowohl die See als auch die ewige Wiederkehr der Gezeiten stellen ein zentrales Thema dar und sind Metapher für die ewig wiederkehrenden Zyklen der Natur und der Mechanismen, die auch die menschliche Psyche leiten. So, wie auf die reinigende, alles hinweg nehmende Flut die Ebbe folgt, so folgt auf die Krise neues Licht.<br />
Dion Fortune drückt auf der einen Seite ganz klar – und manchmal auch etwas langatmig – aus, was die Priesterin der Isis darstellt, was ihre Aufgaben und Bedürfnisse sind, um ihre Mission zu erfüllen. Maxwell zum Gesang der Isis, als er zu verstehen beginnt:<br />
<blockquote> „Dann sang sie, und ich wußte, es war Isis, entschleiert und voller Energie: &#8220;Ich bin der Stern, der aus der See aufsteigt &#8211; der dämmrigen See. Ich bringe den Menschen Träume, ihr Schicksal weisend. Ich bringe die Träume zu den Seelen der Menschen; den ewigen Wechsel von Ebbe und Flut und wieder Ebbe &#8211; Das ist mein Geheimnis, es ist mein. Ich bin die Ewige Frau, ich bin sie! Geburt und Tod aller menschlichen Seelen sind mein. Der ewige Wechsel von Ebbe und Flut und wieder Ebbe &#8211; Die stillen, inneren Strömungen, die die Menschen regieren, Sie sind mein Geheimnis, sie sind mein. Aus meinen Händen empfängt er sein Schicksal. Die Berührung meiner Hände wird zu Energie. Dies sind die Gezeiten des Mondes, sie sind mein“. S. 179</p></blockquote>
<p>Das Buch wirkt so, wie die Seepriesterin als Isis spricht:<br />
<blockquote>“Ich bin die gezeitenlose, tiefe, rauhe See”.</p></blockquote>
<p><b>Fazit</b><br />
„Die Seepriesterin“ ist in der Tat ein trockenes, graues Buch. Wer sich einen spannenden und fesselnden Esoterikroman erwartet, bei dem er danach erleuchtet, glücklich und zufrieden ist, wird vermutlich vergeblich danach suchen. Doch es ist hervorzuheben, dass das Buch, mehr als 70 Jahre (!) nach seiner Ersterscheinung, ein zeitloser, klassischer Roman über Magie und somit einer der Schönsten dieses Genres ist. Das Buch geht in die Tiefe, wirkt zwischen den Zeilen, wo sich der Sinn des Werkes verbirgt.<br />
Die Seepriesterin lässt sich daher auf viele verschiedene Arten lesen. Da es sich um eines meiner unumstrittenen Lieblingsbücher handelt, muss ich es mindestens einmal pro Jahr lesen. Es wirkt auf mich immer ähnlich, aber niemals gleich. So wie auch Ebbe und Flut niemals gleich sind!<br />
<blockquote>„Wer nicht zurückkehren kann zum Ursprung, hat im Leben keine Wurzeln, sondern vertrocknet wie Gras.“ S. 182</p></blockquote>
<p>Alle, die bei der „Seepriesterin“ Feuer gefangen haben, sollten „Moon Magic“ lesen, eine Fortsetzung dieses Buches, in dem Vivian Le Fay Morgan unter dem Namen Lillith zurückkehrt.</p>
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