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	<title>Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt&#187; Bibliothek und Medien</title>
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		<title>Ein Klassiker zum Thema Runen &#8211; Klaus Düwel: Runenkunde</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 17:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sach- und Fachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie]]></category>
		<category><![CDATA[germanen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Runen]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="float:left;margin-right:5px"><a href="http://www.nornirsaett.de/wp-content/duewel_medium.png" rel="lightbox[4056]"><img class="alignleft size-full wp-image-4062" title="Klaus Düwel - Runenkunde" src="http://www.nornirsaett.de/wp-content/duewel_medium.png" alt="Klaus Düwel - Runenkunde" width="153" height="250" /></a></div>
<p>Runenforschung bewegt sich zwischen den Disziplinen der Archäologie, Sprachgeschichte, Religions- und Kulturgeschichte hin und her. Sie befaßt sich mit Inschriften vom 1. nachchristlichen Jahrhundert bis ins Mittelalter. Klaus Düwel hat mit seiner &#8220;Runenkunde&#8221;, in den späten Siebzigern erstmals erschienen und mit der neuesten Ausgabe 2008 gründlich aktualisiert, einen gehaltvollen, aber handlichen Überblick vorgelegt. In großer Detailtiefe werden so unterschiedliche Funde wie kontinentalgermanische Schmuckstücke, das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franks_Casket">Franks Casket</a>, wikingerzeitliche Gedenksteine und Runenmanuskripte dargestellt, außerdem ein Überblick über die Problematik des Ursprungs der Runenschrift gegeben sowie literarische Zeugnisse für die Verwendung von Runen vorgestellt. Beispiele für Geheimrunen bzw. Verschlüsselungen und Hinweise auf Runenmagie werden nur kurz erörtert, ein Überblick über die Geschichte der Runenforschung fehlt gleichfalls nicht. <span id="more-4056"></span><br />
Düwels Buch ist eher an ein akademisches Publikum gerichtet und darum keine leichte Lektüre, es wirkt auf Leser, die diesen Stil nicht gewohnt sind, wahrscheinlich recht trocken. Zu exemplarischen Funden werden jeweils unterschiedliche Forschungsmeinungen dargelegt, insbesondere zu frühgermanischen Funden ergeben sich aus unterschiedlichen Lesarten teilweise drastisch verschiedene Deutungen. Es gehört zur wissenschaftlichen Natur dieses Buches, daß nur mit großer Vorsicht definitive Aussagen gemacht werden.</p>
<p>Ich möchte dieses Buch, obwohl es nicht ganz anspruchslos ist, jeder und jedem ans Herz legen, die oder der sich mit Runen befassen möchte. Denn: Es schärft den Blick für das historisch Gewesene und damit die Fähigkeit, auch in esoterischer Literatur Sinnvolles von Zweifelhaftem zu unterscheiden; wer sich im spirituellen Zusammenhang mit Runen befaßt, kann aus diesem Buch bereits wertvolle Anregungen zum Gebrauch der alten Zeichen mitnehmen, wenn auch die wissenschaftliche Darlegung naturgemäß als &#8216;Ritualrezeptbuch&#8217; nicht taugt. Darüber hinaus: was die historischen RunenmeisterInnen (es gibt deutliche Hinweise, daß die Runenkunde nicht immer in Männerhänden lag) alles mit den Runen angefangen haben, ist teilweise überraschend, spannend und läßt Elemente von Denken und Leben erahnen, die aus sonstigen Quellen nicht zugänglich sind. Dem 278-Seiten-Band fehlt lediglich ein Stichwortverzeichnis, er gehört zu den Büchern, die ich immer griffbereit haben will.</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/sach-und-fachbucher/">Sach- und Fachbücher</a> by Thursa <a href="http://www.nornirsaett.de/ein-klassiker-zum-thema-runen-klaus-duwel-runenkunde/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="float:left;margin-right:5px"><a href="http://www.nornirsaett.de/wp-content/duewel_medium.png" rel="lightbox[4056]"><img class="alignleft size-full wp-image-4062" title="Klaus Düwel - Runenkunde" src="http://www.nornirsaett.de/wp-content/duewel_medium.png" alt="Klaus Düwel - Runenkunde" width="153" height="250" /></a></div>
<p>Runenforschung bewegt sich zwischen den Disziplinen der Archäologie, Sprachgeschichte, Religions- und Kulturgeschichte hin und her. Sie befaßt sich mit Inschriften vom 1. nachchristlichen Jahrhundert bis ins Mittelalter. Klaus Düwel hat mit seiner &#8220;Runenkunde&#8221;, in den späten Siebzigern erstmals erschienen und mit der neuesten Ausgabe 2008 gründlich aktualisiert, einen gehaltvollen, aber handlichen Überblick vorgelegt. In großer Detailtiefe werden so unterschiedliche Funde wie kontinentalgermanische Schmuckstücke, das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franks_Casket">Franks Casket</a>, wikingerzeitliche Gedenksteine und Runenmanuskripte dargestellt, außerdem ein Überblick über die Problematik des Ursprungs der Runenschrift gegeben sowie literarische Zeugnisse für die Verwendung von Runen vorgestellt. Beispiele für Geheimrunen bzw. Verschlüsselungen und Hinweise auf Runenmagie werden nur kurz erörtert, ein Überblick über die Geschichte der Runenforschung fehlt gleichfalls nicht. <span id="more-4056"></span><br />
Düwels Buch ist eher an ein akademisches Publikum gerichtet und darum keine leichte Lektüre, es wirkt auf Leser, die diesen Stil nicht gewohnt sind, wahrscheinlich recht trocken. Zu exemplarischen Funden werden jeweils unterschiedliche Forschungsmeinungen dargelegt, insbesondere zu frühgermanischen Funden ergeben sich aus unterschiedlichen Lesarten teilweise drastisch verschiedene Deutungen. Es gehört zur wissenschaftlichen Natur dieses Buches, daß nur mit großer Vorsicht definitive Aussagen gemacht werden.</p>
<p>Ich möchte dieses Buch, obwohl es nicht ganz anspruchslos ist, jeder und jedem ans Herz legen, die oder der sich mit Runen befassen möchte. Denn: Es schärft den Blick für das historisch Gewesene und damit die Fähigkeit, auch in esoterischer Literatur Sinnvolles von Zweifelhaftem zu unterscheiden; wer sich im spirituellen Zusammenhang mit Runen befaßt, kann aus diesem Buch bereits wertvolle Anregungen zum Gebrauch der alten Zeichen mitnehmen, wenn auch die wissenschaftliche Darlegung naturgemäß als &#8216;Ritualrezeptbuch&#8217; nicht taugt. Darüber hinaus: was die historischen RunenmeisterInnen (es gibt deutliche Hinweise, daß die Runenkunde nicht immer in Männerhänden lag) alles mit den Runen angefangen haben, ist teilweise überraschend, spannend und läßt Elemente von Denken und Leben erahnen, die aus sonstigen Quellen nicht zugänglich sind. Dem 278-Seiten-Band fehlt lediglich ein Stichwortverzeichnis, er gehört zu den Büchern, die ich immer griffbereit haben will.</p>
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		<title>Hexen, Schamanen und Priesterinnen im Wandel der Zeit</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/hexen-schamanen-und-priesterinnen-im-wandel-der-zeit/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/hexen-schamanen-und-priesterinnen-im-wandel-der-zeit/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 16:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MartinM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sach- und Fachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Hexen]]></category>
		<category><![CDATA[Hexenverfolgung]]></category>
		<category><![CDATA[Neoschamanismus]]></category>
		<category><![CDATA[Priester]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Schamanen]]></category>
		<category><![CDATA[Schamanismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Carola Seeler<br />
<b>Hexen, Schamanen und Priesterinnen im Wandel der Zeit</b><br />
Traditionelle und moderne Formen in Vergangenheit und Gegenwart<br />
Bohmeier Verlag, Leipzig, 2010, ISBN 978-3-89094-642-9</p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/9946365"><img src="http://u1.ipernity.com/17/63/65/9946365.45852b12.240.jpg" width="170" height="240" alt="HexenSchamanen" border="0"/></a></p>
<p>In „Hexen, Schamanen und PriesterInnen im Wandel der Zeit“ will die Verfasserin, wie sie im Vorwort schreibt, Informationen geben, aber nicht ein bereits definiertes Ergebnis erzielen, schon gar nicht will sie es durch Bildung von Tendenzen vorwegnehmen.<br />
Das deutet auf ein Buch zwischen Nachschlagewerk und Sachbuch hin. In der Tat würde es eine Lücke füllen, zwischen Bücher, deren Autoren ständig Antworten geben (auch wenn es ihnen selbst an Wissen und Einsicht fehlen sollte, auch wenn sie gar nicht gefragt wurden), und solchen, die den Leser oder die Leserin mit Fakten zuschütten, ohne Hinweise, was sie oder er mit diesen Wissen anfangen kann oder was das alles mit dem „normalen Leben“ zu tun hat.</p>
<p>Schon beim flüchtigen Durchblättern fallen die vielen, ausführlichen Fußnoten und das lexikon-ähnliche Glossar auf, was dem Anspruch, dass „Hexen, Schamanen und PriesterInnen“ auch ein „Wissensspeicher“ zum Nachlesen sein soll, entspricht.</p>
<p>Der erste Abschnitt des Buches, mit der Überschrift „Die Hexe und der europäische „Sonderweg““<br />
skizziert in groben Zügen die historische Entwicklung des Hexereibegriffs: Vor dem ausgehenden Mittelalter hätte es zwar, wie überall in der Welt, den Glauben an Schadenzauber gegeben, aber keinen Hexereibegriff: Zum (europäischen) Begriff der Hexerei gehöre untrennbar die Vorstellung eines Teufelspaktes. Ein Abriss über die Hexenverfolgung, in dem auch einige populäre, aber falsche Vorstellung, z. B. hinsichtlich der Opferzahl, richtig gestellt werden, rundet diesen Abschnitt ab.</p>
<p>Der zweite Abschnitt: „Zurück in die Zukunft – Teil 1“, lenkt, nach einer kurzen historischen Einordnung, den Blick auf die heutige Zeit, auf die „Hexe in uns“, auf die „Hexe als Symbol“ und auf die „moderne Hexen“ und die Zusammenhänge zwischen Hexen und Schamanismus. Damit geht die Verfasserin zum zweiten Hauptthema des Buches, dem „Schamanismus“, über: es folgt ein Abriss über den traditionellen Schamanismus, der auch auf die umstrittene Frage eingeht, ob es einen traditionellen europäischen Schamanismus gäbe..</p>
<p>Der dritte Abschnitt: „Zurück in die Zukunft – Teil 2“ widmet sich zunächst dem modernen Schamanismus und geht insbesondere auf den Kernschamanismus (Core Shamanism) ein. Hauptsächlich geht es in diesem Abschnitt aber um Seher, Orakel und Prophezeiungen. Der abschließende Teil diesen Abschnitts ist den Priestern gewidmet, und zeigt auf, wie unterschiedlich die Funktionen eines „Priesters“ (oder einer Priesterin) im Altertum, bei den Kelten, Germanen und Slawen, im frühen und im modernen Christentum waren. Die Verfasserin arbeitet die großen Unterschiede im Priesterbegriff, auch zwischen den christlichen Konfessionen – auf die protestantische Vorstellung eines „allgemeinen Priestertums“, in den es keinen Priester im katholischen Sinne gibt, geht sie ausdrücklich ein.</p>
<p>„Schmelztiegel Europa“ ist Fazit und Nachwort der Verfasserin.Es folgt der schon erwähnte ausführliche Lexikonteil.</p>
<p>Dieser schmale, schlicht gestaltete und mit einem eher sperrigen Titel versehene Band steht rein äußerlich im Kontrast zu den bunten, aber inhaltlich dünnen, Büchern über Schamanen oder Hexen im „Esoterik“-Regal der Buchhandlungen. Offen heraus gesagt, halte ich die meisten dieser Bücher schlicht für überflüssig.<br />
Das Buch ist, durchaus im Gegensatz zu vielen der von mir erwähnten „esoterischen“ Bücher über Hexen und Schamanen, gut recherchiert. Obwohl bei Bohmeier, bekannt als „Esoterik-Verlag“ („Fachbücher für Magie und alternative Weltsichten“) erschienen, ist es eindeutig kein „Eso-Buch“ und ist im Grunde in der „Esoterik-Ecke“, zwischen „Hexe Thea“ und „Das Geheimnis der Dualseelen“, fehl am Platze. Überflüssig ist &#8220;Hexen, Schamanen, PriesterInnen&#8221; gewiss nicht.<br />
Die Zielgruppe sind offensichtlich interessierte Laien. Dieses Sachbuch verlangt kein Vorwissen, aber ernsthaftes Interesse und die Bereitschaft, selbst weiterzudenken. Es auch kein Buch zum unterhaltsamen Nebenherschmökern.</p>
<p>Im Großen und Ganzen erfüllt „Hexen, Schamanen und PriesterInnen“ den von der Verfasserin erhobenen Anspruch, Informationen zu geben, ohne einen zu festen Deutungsrahmen vorzugeben.<br />
Allerdings hat das Buch leider auch einige Schwächen. Es ist, jedenfalls aus meiner Sicht, etwa konfus geraten. Eine klare, logische Gliederung, etwa nach dem Prinzip: „historische Hexen – modernen Hexen“, „traditionelle Schamanen – moderne Schamanen“ usw. hätte die Nutzbarkeit als  Nachschlagewerk sicher verbessert. Konfus ist manchmal auch die Sprache Carola Seelers, es gibt einige Stellen, bei denen ich auch beim dritten Lesen nicht wusste, worauf die Verfasserin hinaus will. Vielleicht hätte ein engagiertes Lektoriat dem Buch gut getan.</p>
<p>Damit bin ich bei etwas, was ich ziemlich schade finde: der, ich kann es leider nicht anders nennen, lieblose Umgang des Verlags mit dem Buch. Das fängt beim Titel an – er sollte, nach Angaben Carola Seelers, ursprünglich „der blinde Fleck“ heißen, denn es geht ja tatsächlich um einen „blinden Fleck“ in der üblichen Wahrnehmung der „christlich-abendländischen“ (neuerdings: jüdisch-christlichen) Kultur. Auch dass das „Binnen-I“ in „PriesterInnnen“ in der Typographie des Titels wegfiel, ist meiner Ansicht nach keine Nebensächlichkeit. Im Inneren setzt sich der Eindruck einen lieblosen Edition leider fort.</p>
<p>MartinM, Januar 2011</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/sach-und-fachbucher/">Sach- und Fachbücher</a> by MartinM <a href="http://www.nornirsaett.de/hexen-schamanen-und-priesterinnen-im-wandel-der-zeit/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Carola Seeler<br />
<b>Hexen, Schamanen und Priesterinnen im Wandel der Zeit</b><br />
Traditionelle und moderne Formen in Vergangenheit und Gegenwart<br />
Bohmeier Verlag, Leipzig, 2010, ISBN 978-3-89094-642-9</p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/9946365"><img src="http://u1.ipernity.com/17/63/65/9946365.45852b12.240.jpg" width="170" height="240" alt="HexenSchamanen" border="0"/></a></p>
<p>In „Hexen, Schamanen und PriesterInnen im Wandel der Zeit“ will die Verfasserin, wie sie im Vorwort schreibt, Informationen geben, aber nicht ein bereits definiertes Ergebnis erzielen, schon gar nicht will sie es durch Bildung von Tendenzen vorwegnehmen.<br />
Das deutet auf ein Buch zwischen Nachschlagewerk und Sachbuch hin. In der Tat würde es eine Lücke füllen, zwischen Bücher, deren Autoren ständig Antworten geben (auch wenn es ihnen selbst an Wissen und Einsicht fehlen sollte, auch wenn sie gar nicht gefragt wurden), und solchen, die den Leser oder die Leserin mit Fakten zuschütten, ohne Hinweise, was sie oder er mit diesen Wissen anfangen kann oder was das alles mit dem „normalen Leben“ zu tun hat.</p>
<p>Schon beim flüchtigen Durchblättern fallen die vielen, ausführlichen Fußnoten und das lexikon-ähnliche Glossar auf, was dem Anspruch, dass „Hexen, Schamanen und PriesterInnen“ auch ein „Wissensspeicher“ zum Nachlesen sein soll, entspricht.</p>
<p>Der erste Abschnitt des Buches, mit der Überschrift „Die Hexe und der europäische „Sonderweg““<br />
skizziert in groben Zügen die historische Entwicklung des Hexereibegriffs: Vor dem ausgehenden Mittelalter hätte es zwar, wie überall in der Welt, den Glauben an Schadenzauber gegeben, aber keinen Hexereibegriff: Zum (europäischen) Begriff der Hexerei gehöre untrennbar die Vorstellung eines Teufelspaktes. Ein Abriss über die Hexenverfolgung, in dem auch einige populäre, aber falsche Vorstellung, z. B. hinsichtlich der Opferzahl, richtig gestellt werden, rundet diesen Abschnitt ab.</p>
<p>Der zweite Abschnitt: „Zurück in die Zukunft – Teil 1“, lenkt, nach einer kurzen historischen Einordnung, den Blick auf die heutige Zeit, auf die „Hexe in uns“, auf die „Hexe als Symbol“ und auf die „moderne Hexen“ und die Zusammenhänge zwischen Hexen und Schamanismus. Damit geht die Verfasserin zum zweiten Hauptthema des Buches, dem „Schamanismus“, über: es folgt ein Abriss über den traditionellen Schamanismus, der auch auf die umstrittene Frage eingeht, ob es einen traditionellen europäischen Schamanismus gäbe..</p>
<p>Der dritte Abschnitt: „Zurück in die Zukunft – Teil 2“ widmet sich zunächst dem modernen Schamanismus und geht insbesondere auf den Kernschamanismus (Core Shamanism) ein. Hauptsächlich geht es in diesem Abschnitt aber um Seher, Orakel und Prophezeiungen. Der abschließende Teil diesen Abschnitts ist den Priestern gewidmet, und zeigt auf, wie unterschiedlich die Funktionen eines „Priesters“ (oder einer Priesterin) im Altertum, bei den Kelten, Germanen und Slawen, im frühen und im modernen Christentum waren. Die Verfasserin arbeitet die großen Unterschiede im Priesterbegriff, auch zwischen den christlichen Konfessionen – auf die protestantische Vorstellung eines „allgemeinen Priestertums“, in den es keinen Priester im katholischen Sinne gibt, geht sie ausdrücklich ein.</p>
<p>„Schmelztiegel Europa“ ist Fazit und Nachwort der Verfasserin.Es folgt der schon erwähnte ausführliche Lexikonteil.</p>
<p>Dieser schmale, schlicht gestaltete und mit einem eher sperrigen Titel versehene Band steht rein äußerlich im Kontrast zu den bunten, aber inhaltlich dünnen, Büchern über Schamanen oder Hexen im „Esoterik“-Regal der Buchhandlungen. Offen heraus gesagt, halte ich die meisten dieser Bücher schlicht für überflüssig.<br />
Das Buch ist, durchaus im Gegensatz zu vielen der von mir erwähnten „esoterischen“ Bücher über Hexen und Schamanen, gut recherchiert. Obwohl bei Bohmeier, bekannt als „Esoterik-Verlag“ („Fachbücher für Magie und alternative Weltsichten“) erschienen, ist es eindeutig kein „Eso-Buch“ und ist im Grunde in der „Esoterik-Ecke“, zwischen „Hexe Thea“ und „Das Geheimnis der Dualseelen“, fehl am Platze. Überflüssig ist &#8220;Hexen, Schamanen, PriesterInnen&#8221; gewiss nicht.<br />
Die Zielgruppe sind offensichtlich interessierte Laien. Dieses Sachbuch verlangt kein Vorwissen, aber ernsthaftes Interesse und die Bereitschaft, selbst weiterzudenken. Es auch kein Buch zum unterhaltsamen Nebenherschmökern.</p>
<p>Im Großen und Ganzen erfüllt „Hexen, Schamanen und PriesterInnen“ den von der Verfasserin erhobenen Anspruch, Informationen zu geben, ohne einen zu festen Deutungsrahmen vorzugeben.<br />
Allerdings hat das Buch leider auch einige Schwächen. Es ist, jedenfalls aus meiner Sicht, etwa konfus geraten. Eine klare, logische Gliederung, etwa nach dem Prinzip: „historische Hexen – modernen Hexen“, „traditionelle Schamanen – moderne Schamanen“ usw. hätte die Nutzbarkeit als  Nachschlagewerk sicher verbessert. Konfus ist manchmal auch die Sprache Carola Seelers, es gibt einige Stellen, bei denen ich auch beim dritten Lesen nicht wusste, worauf die Verfasserin hinaus will. Vielleicht hätte ein engagiertes Lektoriat dem Buch gut getan.</p>
<p>Damit bin ich bei etwas, was ich ziemlich schade finde: der, ich kann es leider nicht anders nennen, lieblose Umgang des Verlags mit dem Buch. Das fängt beim Titel an – er sollte, nach Angaben Carola Seelers, ursprünglich „der blinde Fleck“ heißen, denn es geht ja tatsächlich um einen „blinden Fleck“ in der üblichen Wahrnehmung der „christlich-abendländischen“ (neuerdings: jüdisch-christlichen) Kultur. Auch dass das „Binnen-I“ in „PriesterInnnen“ in der Typographie des Titels wegfiel, ist meiner Ansicht nach keine Nebensächlichkeit. Im Inneren setzt sich der Eindruck einen lieblosen Edition leider fort.</p>
<p>MartinM, Januar 2011</p>
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		<title>Venus &#8211; aus dem Leben einer Göttin</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/venus-aus-dem-leben-einer-gottin/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/venus-aus-dem-leben-einer-gottin/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 17:03:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek und Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<h2><strong><br />
Spannung statt Schaum – Neues von der Liebe </strong></h2>
<div id="attachment_3299" class="wp-caption alignleft" style="width: 186px"><a href="http://www.nornirsaett.de/wp-content/Venus-Cover.jpg" rel="lightbox[3298]"><img class="size-full wp-image-3299  " src="http://www.nornirsaett.de/wp-content/Venus-Cover.jpg" alt="" width="176" height="176" /></a><p class="wp-caption-text">Venus - aus dem Leben einer Göttin</p></div>
<p><img src="/Users/duke/AppData/Local/Temp/moz-screenshot.png" alt="" />Basierend auf dem reichhaltigen antiken Quellenmaterial, erzählt Andrew Dalby mit &#8220;Venus &#8211; aus dem Leben einer Göttin&#8221; eine umfassende &#8220;Lebensgeschichte&#8221; der Liebesgöttin – über ihre klassischen Grenzen weit hinaus. Zum einen werden mythologische Parallelen und Ursprünge recht ausführlich mitbeschrieben, zum anderen beschränkt sich das Material keineswegs auf mythologische Überlieferungen, sondern verfolgt – obwohl der Schwerpunkt auf der griechischen Antike liegt – den weiteren Weg der Göttin durch die Kulturen bis heute.</p>
<p>Dadurch entsteht ein ebenso flüssig wie enorm unterhaltsam zu lesendes Büchlein, das unweigerlich alle in seinen Bann zieht, die durch das Thema überhaupt ansprechbar sind. Ein besonderer Kunstgriff gelingt dem Autor in der Art und Weise, wie er Widersprüchlichkeiten in den Quellen miteinander in Bezug bringt, zumal er sie  gleichberechtigt behandelt. An manchen Stellen spitzt Dalby die bekannten Geschichten durch wörtliche Reden und situative Ausschmückungen so treffend und humorvoll zu, dass man den Eindruck hat, in der ersten Reihe fußfrei dabei zu sein. Der Stoff verliert jegliche Patina, was ihm zweitens guttut und erstens außerordentlich erfrischend wirkt. Das verbreitete Klischee einer hauptberuflich Liebreizenden, die sich ohne nennenswerten intellektuellen Horizont zwischen Schaum und Muschel räkelt, verfliegt rasch – und macht am Ende gar einer Verneigung des Autors vor dem Prinzip der Liebe Platz, die jenseits von Moral, Unmoral oder &#8220;Frivolität&#8221; als Urgewalt erahnbar wird. Bravo: Damit schafft es Dalby, die Essenz des Themas nahtlos in die Gegenwart zu ziehen – und die Frage, ob man etwas als &#8220;göttlich&#8221; bezeichnen soll oder nur als &#8220;umwerfend&#8221;, wird obsolet.</p>
<p>Die Anekdoten und Begebenheiten sind überaus spannend geschildert. Alle Einzelheiten kommen zur Sprache: wie es überhaupt dazu kommt, dass Aphrodite vor Zypern aus dem Meer steigt, wie sie zu den olympischen Göttern stößt, ihre unbefriedigende Ehe mit Hephaistos, ihr in flagranti aufgedecktes Verhältnis mit – ausgerechnet – Ares, dem Kriegsgott, von dem sie ein (götter-)lebtag nicht lassen kann&#8230; Wie sie dem sterblichen Anchises vorgaukelt, seinesgleichen zu sein, und durch den gemeinsamen Sohn (Aeneas) zur Schutzgöttin Roms wird&#8230; um nur einige Beispiele anzureißen. Besonders kunstvoll beleuchtet wird das Spannungsverhältnis zwischen ihr und ihrem Sohn Eros, das weitreichende Folgen hat – wie zum Beispiel den Trojanischen Krieg. Dabei wird jedoch alles frei und neu erzählt, und recht geschickt miteinander verbunden.</p>
<p>Jedes Detail des Buches ist hervorragend recherchiert. Ein besonderes Lob kann man dem akribisch ausgewerteten Quellenteil ausprechen, der schon für sich ein lesenswertes Vergnügen ist. Andrew Dalby hat dabei – als Linguist und Historiker – wirklich aus dem Vollen geschöpft. Das ganze Büchlein lässt sich nur rundum empfehlen – einschränkungslos. Bestenfalls ließe sich noch bemeckern, dass es nach der letzten Seite endet – und die kommt leider viel zu schnell!</p>
<p>Recht hat er, der Klappentext: <em>&#8220;Diese Biografie der Liebesgöttin hält sich eng an die antiken Quellen, verwebt sie aber mit leichter Hand zu einem mitreißend erzählten Roman, an dessen Ende wir eine uralte Gottheit ebensogut zu kennen glauben, wie sie uns schon immer kannte&#8230;&#8221;</em></p>
<p>Brigh &amp; Duke</p>
<p>Andrew Dalby<br />
&#8220;Venus &#8211; aus dem Leben einer Göttin&#8221;<br />
(engl. Originaltitel: &#8220;The Story of Venus&#8221; / London 2005)<br />
Parthas Literaturverlag 2006 / Berlin<br />
ISBN 978-3-86601-121-2</p>
<p><strong>Der Autor </strong><br />
Andrew Dalby ist Linguist und Historiker, lebt in Frankreich &#8211; und wenn er nicht schreibt, baut er Obst an und braut Cidre.</p>
<p><strong>Weitere Werke auf Deutsch</strong><br />
<em>Bacchus &#8211; aus dem Leben eines Gottes (2005)<br />
Essen und Trinken im alten Rom (2002)<br />
Essen und Trinken im antiken Griechenland (2001)<br />
Küchengeheimnisse der Antike (1996)<br />
</em><br />
P.S.: Der Krähe sei innigst gedankt für dieses gehaltvolle Geburtstagsgeschenk zur richtigen Zeit!<br />
Brigh</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Brigh <a href="http://www.nornirsaett.de/venus-aus-dem-leben-einer-gottin/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<h2><strong><br />
Spannung statt Schaum – Neues von der Liebe </strong></h2>
<div id="attachment_3299" class="wp-caption alignleft" style="width: 186px"><a href="http://www.nornirsaett.de/wp-content/Venus-Cover.jpg" rel="lightbox[3298]"><img class="size-full wp-image-3299  " src="http://www.nornirsaett.de/wp-content/Venus-Cover.jpg" alt="" width="176" height="176" /></a><p class="wp-caption-text">Venus - aus dem Leben einer Göttin</p></div>
<p><img src="/Users/duke/AppData/Local/Temp/moz-screenshot.png" alt="" />Basierend auf dem reichhaltigen antiken Quellenmaterial, erzählt Andrew Dalby mit &#8220;Venus &#8211; aus dem Leben einer Göttin&#8221; eine umfassende &#8220;Lebensgeschichte&#8221; der Liebesgöttin – über ihre klassischen Grenzen weit hinaus. Zum einen werden mythologische Parallelen und Ursprünge recht ausführlich mitbeschrieben, zum anderen beschränkt sich das Material keineswegs auf mythologische Überlieferungen, sondern verfolgt – obwohl der Schwerpunkt auf der griechischen Antike liegt – den weiteren Weg der Göttin durch die Kulturen bis heute.</p>
<p>Dadurch entsteht ein ebenso flüssig wie enorm unterhaltsam zu lesendes Büchlein, das unweigerlich alle in seinen Bann zieht, die durch das Thema überhaupt ansprechbar sind. Ein besonderer Kunstgriff gelingt dem Autor in der Art und Weise, wie er Widersprüchlichkeiten in den Quellen miteinander in Bezug bringt, zumal er sie  gleichberechtigt behandelt. An manchen Stellen spitzt Dalby die bekannten Geschichten durch wörtliche Reden und situative Ausschmückungen so treffend und humorvoll zu, dass man den Eindruck hat, in der ersten Reihe fußfrei dabei zu sein. Der Stoff verliert jegliche Patina, was ihm zweitens guttut und erstens außerordentlich erfrischend wirkt. Das verbreitete Klischee einer hauptberuflich Liebreizenden, die sich ohne nennenswerten intellektuellen Horizont zwischen Schaum und Muschel räkelt, verfliegt rasch – und macht am Ende gar einer Verneigung des Autors vor dem Prinzip der Liebe Platz, die jenseits von Moral, Unmoral oder &#8220;Frivolität&#8221; als Urgewalt erahnbar wird. Bravo: Damit schafft es Dalby, die Essenz des Themas nahtlos in die Gegenwart zu ziehen – und die Frage, ob man etwas als &#8220;göttlich&#8221; bezeichnen soll oder nur als &#8220;umwerfend&#8221;, wird obsolet.</p>
<p>Die Anekdoten und Begebenheiten sind überaus spannend geschildert. Alle Einzelheiten kommen zur Sprache: wie es überhaupt dazu kommt, dass Aphrodite vor Zypern aus dem Meer steigt, wie sie zu den olympischen Göttern stößt, ihre unbefriedigende Ehe mit Hephaistos, ihr in flagranti aufgedecktes Verhältnis mit – ausgerechnet – Ares, dem Kriegsgott, von dem sie ein (götter-)lebtag nicht lassen kann&#8230; Wie sie dem sterblichen Anchises vorgaukelt, seinesgleichen zu sein, und durch den gemeinsamen Sohn (Aeneas) zur Schutzgöttin Roms wird&#8230; um nur einige Beispiele anzureißen. Besonders kunstvoll beleuchtet wird das Spannungsverhältnis zwischen ihr und ihrem Sohn Eros, das weitreichende Folgen hat – wie zum Beispiel den Trojanischen Krieg. Dabei wird jedoch alles frei und neu erzählt, und recht geschickt miteinander verbunden.</p>
<p>Jedes Detail des Buches ist hervorragend recherchiert. Ein besonderes Lob kann man dem akribisch ausgewerteten Quellenteil ausprechen, der schon für sich ein lesenswertes Vergnügen ist. Andrew Dalby hat dabei – als Linguist und Historiker – wirklich aus dem Vollen geschöpft. Das ganze Büchlein lässt sich nur rundum empfehlen – einschränkungslos. Bestenfalls ließe sich noch bemeckern, dass es nach der letzten Seite endet – und die kommt leider viel zu schnell!</p>
<p>Recht hat er, der Klappentext: <em>&#8220;Diese Biografie der Liebesgöttin hält sich eng an die antiken Quellen, verwebt sie aber mit leichter Hand zu einem mitreißend erzählten Roman, an dessen Ende wir eine uralte Gottheit ebensogut zu kennen glauben, wie sie uns schon immer kannte&#8230;&#8221;</em></p>
<p>Brigh &amp; Duke</p>
<p>Andrew Dalby<br />
&#8220;Venus &#8211; aus dem Leben einer Göttin&#8221;<br />
(engl. Originaltitel: &#8220;The Story of Venus&#8221; / London 2005)<br />
Parthas Literaturverlag 2006 / Berlin<br />
ISBN 978-3-86601-121-2</p>
<p><strong>Der Autor </strong><br />
Andrew Dalby ist Linguist und Historiker, lebt in Frankreich &#8211; und wenn er nicht schreibt, baut er Obst an und braut Cidre.</p>
<p><strong>Weitere Werke auf Deutsch</strong><br />
<em>Bacchus &#8211; aus dem Leben eines Gottes (2005)<br />
Essen und Trinken im alten Rom (2002)<br />
Essen und Trinken im antiken Griechenland (2001)<br />
Küchengeheimnisse der Antike (1996)<br />
</em><br />
P.S.: Der Krähe sei innigst gedankt für dieses gehaltvolle Geburtstagsgeschenk zur richtigen Zeit!<br />
Brigh</p>
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		<title>Luisa Francia: Die Göttin im Federkleid. Das weibliche Universum bei Kelten und Germanen</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 12:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek und Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[germanisch]]></category>
		<category><![CDATA[Göttinnen]]></category>
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		<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Luisa Francia]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="float:left; margin-right:10px"><img src="http://www.nornirsaett.de/wp-content/francia_goettin.jpg" alt="Luisa Francia: Die Göttin im Federkleid" /></div>
<p>Wenn eine so altgediente Größe der Hexenbewegung sich mit den Kelten und Germanen befaßt, dann ist das Ergebnis für mich geradezu Pflichtlektüre. Ich nehme nicht viel vorweg, wenn ich sage, daß mich dieses Buch eher enttäuscht hat.<br />
Das liegt vor allem an einem: Kritischer Umgang mit Quellen und Exaktheit, wie sie bei diesem Thema eigentlich angeraten wären, sind Francias Stärke leider nicht. Den GermanInnen etwa Reste einer matriarchalen Gesellschaftsordnung zu unterstellen, ohne dafür Quellen zu nennen, geht mir gegen den Strich, nicht weil ich irgendeinen Vorbehalt gegen matriarchale Zustände an sich habe, sondern weil es abermals eine mythisierende Interpretation ist, die die Informationen, aus denen sie gewonnen ist, verschleiert. Und daß sie den Mythos von der Hexenverfolgung als &#8220;Vernichtung der Weisen Frauen&#8221; weiter kolportiert, obwohl sie es besser wissen könnte, ist regelrecht ärgerlich. Ebenso fällt einem die zutiefst heteronormative Opposition Männer gegen Frauen, wie Francia sie so gerne beschwört &#8211; hie die aggressiven, im Grunde primitiven, machtversessenen, rationalen Männer, dort die kulturschöpfenden, kreativen, friedlichen, mit der Erde in Einklang lebenden Frauen -, eher früher als später auf die Nerven. Die Glorifizierung geschützter Frauenräume macht die Sache nicht besser.  Ihre Skepsis an der Geschichtswissenschaft und der Archäologie, denen sie vorwirft, sich nur für das männliche Leben zu interessieren, wirkt fragwürdig, wo der Verdacht entsteht, daß sie sich die Welt macht, wie sie ihr gefällt und nur die Fakten zur Kenntnis nimmt, die in ihr Weltbild passen. <span id="more-3255"></span>Bitterlich vermisse ich auch Quellenangaben, und wo sie Quellen nennt, wecken die eher noch mehr Zweifel. So kann ich den Eindruck nicht abschütteln, daß sie sich relativ unkritsch auf Tacitus und andere römische Geschichtsschreiber stützt, deren voreingenommene Perspektive ja durchaus bekannt ist.</p>
<p>Trotzdem liest sich das Buch leicht und, wo die beschriebenen Mängel mich nicht gerade verärgert haben, auch spaßig, interessant, ja fesselnd. Francia ist dort stark, wo sie ganz aus sich selbst schöpft, wo sie erzählt. Poetisch, bisweilen komisch, unterhalten ihre Märchen-Neuerzählungen. Auch das Kapitel über Landesmütter habe ich mit Spaß an der Sache gelesen. Ihre Schilderung der keltischen und germanischen Göttinnen macht ebenfalls Freude, hier ist sie in ihrem Element.<br />
Das kurze Jahreskreis-Kapitel hingegen läßt diesen Eindruck des &#8220;in ihrem Element seins&#8221; ein wenig vermissen. Dort drängt sich der Verdacht auf, daß es nur angehängt wurde, weil das Thema bei Kelten und Germanen nun mal auf dem Tisch ist und erwartet wird. Einiges in diesem Kapitel (z.B. die Gleichsetzung von Beltane mit der Sommersonnenwende) wirkt uninformiert und geht an dem vorbei, was ich von anderen Autorinnen und aus der verbreiteten Praxis der heidnischen Bewegung kenne.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
&#8220;Die Göttin im Federkleid&#8221; ist ein Lesebuch, das mit eingeschaltetem Kopf und einer gewissen kritischen Distanz gelesen sein will. Es enthält wenig Neues, und wer irgendeine Art von Anleitung, Ritualanregung oder Information über keltische bzw. germanische Religion und Kulte sucht, sollte zu anderer Literatur greifen.<br />
Die germanischen Stämme hätten es nötig, unter dem Wust von Zerrbildern, historischer Fehlinformation, glorifizierender nationalistischer Aneignung und Tabus hervorgeholt zu werden. Francia erweist ihnen allerdings einen Bärendienst, indem sie ihre Quellen verschweigt und auf eine nachgerade esoterische Weise abermals mythisiert.<br />
Für mich war &#8220;Die Göttin im Federkleid&#8221; ein getrübtes Vergnügen, zum Einstieg in das Thema &#8220;Kelten und Germanen&#8221; würde ich es definitiv nicht empfehlen.</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Thursa <a href="http://www.nornirsaett.de/luisa-francia-die-gottin-im-federkleid-das-weibliche-universum-bei-kelten-und-germanen/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
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<p>Wenn eine so altgediente Größe der Hexenbewegung sich mit den Kelten und Germanen befaßt, dann ist das Ergebnis für mich geradezu Pflichtlektüre. Ich nehme nicht viel vorweg, wenn ich sage, daß mich dieses Buch eher enttäuscht hat.<br />
Das liegt vor allem an einem: Kritischer Umgang mit Quellen und Exaktheit, wie sie bei diesem Thema eigentlich angeraten wären, sind Francias Stärke leider nicht. Den GermanInnen etwa Reste einer matriarchalen Gesellschaftsordnung zu unterstellen, ohne dafür Quellen zu nennen, geht mir gegen den Strich, nicht weil ich irgendeinen Vorbehalt gegen matriarchale Zustände an sich habe, sondern weil es abermals eine mythisierende Interpretation ist, die die Informationen, aus denen sie gewonnen ist, verschleiert. Und daß sie den Mythos von der Hexenverfolgung als &#8220;Vernichtung der Weisen Frauen&#8221; weiter kolportiert, obwohl sie es besser wissen könnte, ist regelrecht ärgerlich. Ebenso fällt einem die zutiefst heteronormative Opposition Männer gegen Frauen, wie Francia sie so gerne beschwört &#8211; hie die aggressiven, im Grunde primitiven, machtversessenen, rationalen Männer, dort die kulturschöpfenden, kreativen, friedlichen, mit der Erde in Einklang lebenden Frauen -, eher früher als später auf die Nerven. Die Glorifizierung geschützter Frauenräume macht die Sache nicht besser.  Ihre Skepsis an der Geschichtswissenschaft und der Archäologie, denen sie vorwirft, sich nur für das männliche Leben zu interessieren, wirkt fragwürdig, wo der Verdacht entsteht, daß sie sich die Welt macht, wie sie ihr gefällt und nur die Fakten zur Kenntnis nimmt, die in ihr Weltbild passen. <span id="more-3255"></span>Bitterlich vermisse ich auch Quellenangaben, und wo sie Quellen nennt, wecken die eher noch mehr Zweifel. So kann ich den Eindruck nicht abschütteln, daß sie sich relativ unkritsch auf Tacitus und andere römische Geschichtsschreiber stützt, deren voreingenommene Perspektive ja durchaus bekannt ist.</p>
<p>Trotzdem liest sich das Buch leicht und, wo die beschriebenen Mängel mich nicht gerade verärgert haben, auch spaßig, interessant, ja fesselnd. Francia ist dort stark, wo sie ganz aus sich selbst schöpft, wo sie erzählt. Poetisch, bisweilen komisch, unterhalten ihre Märchen-Neuerzählungen. Auch das Kapitel über Landesmütter habe ich mit Spaß an der Sache gelesen. Ihre Schilderung der keltischen und germanischen Göttinnen macht ebenfalls Freude, hier ist sie in ihrem Element.<br />
Das kurze Jahreskreis-Kapitel hingegen läßt diesen Eindruck des &#8220;in ihrem Element seins&#8221; ein wenig vermissen. Dort drängt sich der Verdacht auf, daß es nur angehängt wurde, weil das Thema bei Kelten und Germanen nun mal auf dem Tisch ist und erwartet wird. Einiges in diesem Kapitel (z.B. die Gleichsetzung von Beltane mit der Sommersonnenwende) wirkt uninformiert und geht an dem vorbei, was ich von anderen Autorinnen und aus der verbreiteten Praxis der heidnischen Bewegung kenne.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
&#8220;Die Göttin im Federkleid&#8221; ist ein Lesebuch, das mit eingeschaltetem Kopf und einer gewissen kritischen Distanz gelesen sein will. Es enthält wenig Neues, und wer irgendeine Art von Anleitung, Ritualanregung oder Information über keltische bzw. germanische Religion und Kulte sucht, sollte zu anderer Literatur greifen.<br />
Die germanischen Stämme hätten es nötig, unter dem Wust von Zerrbildern, historischer Fehlinformation, glorifizierender nationalistischer Aneignung und Tabus hervorgeholt zu werden. Francia erweist ihnen allerdings einen Bärendienst, indem sie ihre Quellen verschweigt und auf eine nachgerade esoterische Weise abermals mythisiert.<br />
Für mich war &#8220;Die Göttin im Federkleid&#8221; ein getrübtes Vergnügen, zum Einstieg in das Thema &#8220;Kelten und Germanen&#8221; würde ich es definitiv nicht empfehlen.</p>
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		<title>Vera Zingsem: Freya, Iduna und Thor: Vom Charme der germanischen Göttermythen</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 10:14:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigh</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div id="attachment_3209" class="wp-caption alignnone" style="width: 260px"><img class="size-medium wp-image-3209  " src="http://www.nornirsaett.de/wp-content/Iduna-300x300.jpg" alt="" width="250" height="250" /><p class="wp-caption-text">Freya, Iduna &amp; Thor: Vom Charme der germanischen Göttermythen</p></div>
<h3><strong>Alter Sagen  neue Sicht</strong></h3>
<p>Auf Missstände hinzuweisen, sie aufzudecken, wo man sie findet, ist wichtig – schafft sie aber nicht ab, sondern lediglich Voraussetzungen dafür. Das gilt auch für Entzerrungen germanischer Geschichte und den Sonderfall der ja besonders arg besudelten germanischen Mythologie. Es reicht nicht, da nur den Dreck abzuwischen – mal abgesehen davon, dass das gar nicht so einfach ist: Das Thema ist ein verdammt komplexes. Nimmt man die Fälschungen auseinander, hat man erstmal einen Scherbenhaufen, der keinen Altar ergibt und schon gar keinen Kraftort: gerade fürs heidnische Gemüt ein ganz unerquicklicher Zustand.</p>
<p>Umso wichtiger daher, wenn sich Beherzte aufmachen, das Feld nicht nur neu zu erkunden, sondern auch mit eigenen Interpretationen füllen, die sich von altem Schmodder (der ja zudem noch falsch ist und auch bei ständiger Wiederkäuung falsch bleibt) wohltuend abheben.<br />
Zu denen, die zum heiklen Thema neue Perspektiven wagen, gehört sicherlich die Autorin Vera Zingsem mit ihrer Neuerzählung – und Neuverknüpfung – alter Sagen, Märchen und Edda-Mythen. Sie findet &#8220;Charme&#8221; darin – tatsächlich tut sie viel dafür, gerade den ollen Germanengöttern einen solchen zu verleihen. Dabei erweist sie sich eher als charmante Erzählerin, die begeistert auch über manche Ungereimtheit fröhlich drüberkleistert. Es scheint ihr aufs Ergebnis anzukommen. Das ist hübsch und in dem Fall sogar mutig. Aber ein Sachbuch? Will es gar nicht sein&#8230;</p>
<p><span id="more-3210"></span></p>
<h3><strong>&#8220;Freya, Iduna und Thor – vom Charme der germanischen Göttermythen&#8221;</strong></h3>
<p><em> </em></p>
<p><em>&#8220;Freya bringt Strickwaren. Iduna versichert. Weleda und Wala machen schön. Walküren gibt&#8217;s bei Wagner. Nornen bei Droste-Hülshoff. Und Thors Hammer schmückt Frauen und Männer. Aber warum?&#8221;</em></p>
<p>Wenn man zuvorderst einmal Titel und die erste Hälfte der Rückseite des Buches gelesen hat, wird man zugegebenermaßen neugierig.</p>
<p>Liest man zweit Genanntes allerdings weiter, taucht das erste Fragezeichen auf: <em>&#8220;Ein wichtiges Stück Kultur-, Religions- und Seelengeschichte. Ein unbefangener und unverstellter Blick auf unsere Märchen und germanischen Mythen […]&#8220;</em></p>
<h3><strong>Unverstellter Blick?</strong></h3>
<p>Bevor sich der eigene Blick auf das Buch verstellt, ist es zunächst einmal wichtig, das Vorwort mit größter Aufmerksamkeit zu lesen, denn dort legt Zingsem klar, was das Buch ist und was es nicht ist. An diesen Kommentaren stellt sich vielleicht mitunter heraus, was man selbst von dem Buch hält.</p>
<p>Zingsem hat in ihrem Buch konkret versucht, die germanischen Götter von ihrer nationalistischen, rechtslastigen und treu-doofen Konnotation zu lösen.<br />
So weit, so löblich die Intention.</p>
<p>Zingsem dazu in ihrem Vorwort: <em>&#8220;Das Buch ist ein Versuch, die nordisch-germanische Mythologie gegen den Strich zu lesen. Nicht das Heldische, nicht die angebliche Blut -und Bodenmystik stehen im Mittelpunkt, sondern Liebe, Weisheit, Humor und Poesie.&#8221;</em> (S. 159)</p>
<p>Und:<br />
<em>&#8220;Lange Zeit bin ich um die Themen der nordisch-germanischen Mythologie herumgeschlichen wie die berühmte Katze um den heißen Brei. Ich wollte mir die Finger nicht verbrennen an dem, was uns die jüngere deutsche Vergangenheit als allzu heißes Eisen hinterlassen hatte. So kannte ich mich irgendwann mit den Mythen der ganzen Welt besser aus als mit den heimischen. Hier war sozusagen vermintes Gebiet, befanden sich weiße Flecken auf der Landkarte, das quasi politisch verordnete Niemandsland für unsere Gedanken.&#8221;</em> (S. 11)</p>
<p>Und:<br />
<em>&#8220;Es wird Zeit, die nordische Mythologie vom Ritterrüstungswahn falschen Heldentums zu befreien. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, eine (sprach)wissenschaftliche oder eine historische Analyse vorzulegen. Vielmehr soll ein Lesebuch entstehen, dessen Geschichten zum Stauen und Schmökern einladen. So wie hier sind die Geschichten vielleicht schon lange nicht mehr (oder sogar noch nie) erzählt worden.&#8221; </em>(S. 17)</p>
<p><em>&#8220;[…) ein Versuch der Neu-Deutung durch Wiedergewinnung eines unbefangenen Blicks auf Mythen […]&#8221; </em>(S. 17)</p>
<h3><strong>Der Seherin Gesicht</strong></h3>
<p>Doch zuerst ein sehr kurzer Abriss über den Inhalt des Buches, dessen Titelblatt Freya, Iduna und Thor in bunten und sympathischen Bildern zieren.</p>
<p>In 13 Kapiteln inszeniert die Autorin die göttliche germanische Komödie, erzählt ihre Sicht von Frau Holle, Yggdrasil, Gefjon, den Wanen, Walküren, Disen, Odin, Frigg und Freya, Thor, Loki und Anhang, Nott, Sol, Dag, Mani und noch vielen anderen Gestalten der germanischen Mythologie. Auch vom Schöpfungsmythos und dem Ragnarök weiß sie in amüsanter Form zu erzählen.<br />
Weiter ist der Inhalt in dem Sinne nicht auszuführen, weil er schlichtweg die üblichen Geschichten zu Begebenheiten und Figuren bietet, wenngleich ein paar schöne Interpretationen doch neu sind, bzw. bis jetzt so noch nicht aufgeschrieben waren. So werden Begebenheiten der germanischen Mythologie als Naturmythen interpretiert. Hier einige Beispiele:</p>
<p>Sif steht im Hochsommer kahl vor ihrem Gemahl Thor, da Loki ihr die Haare abgeschnitten hat. <em>&#8220;Die Ähren, die reif und glänzend in der Furche stehen, werden als Haar der Erde gedeutet. Ganz wie die &#8216;blonde Demeter&#8217;, die sich im Herbst in die schwarze Persephone verwandelt, so erscheint auch Sif, die &#8216;Erfreuliche&#8217;, hier als Erdgöttin, deren Gesicht und Aussehen sich mit den Jahreszeiten wandelt. Und es sind die Zwerge, die aus dem Inneren der Erde das neue Wachstum vorbereiten. So wie auch Thor seiner Gemahlin hilft, indem er sie im Frühling von Schnee und Eis befreit.&#8221;</em> (S. 209)</p>
<p>Ähnlich erzählt sie auch von Freya und Odur, deren Beziehung sie als die <em>&#8220;allgemeine Mythologie vom Suchen und Finden&#8221;</em>, vom <em>&#8220;Verschwinden und Wiederauferstehen des Vegetations-Gottes im Frühling und im Herbst&#8221;</em> interpretiert (S. 110).</p>
<p>Auch wenn diese Interpretationen nicht jedermanns und jederfraus Sache sind – dies alleine sollte keineswegs ein Grund sein, das Buch sofort wieder aus der Hand zu legen. Ganz im Gegenteil, es wird eine ganz interessante Perspektive auf die ganze Sache.<br />
Zingsem nimmt ihre Interpretationen so vor, wie sie es auch in ihren anderen Büchern gerne tut, nämlich mit Schwerpunkt und Hervorhebung starker und selbstbewusster Frauen und Göttinnen.</p>
<p>Nur halb so ernst nehmen darf man Zingsems Blick auf historische Fakten und die Sprachgeschichte, denn das ist nicht ihr Gebiet.</p>
<p>So ist – um nur ein Beispeil zu nennen – ihre etymologische Herleitung des Namens Freya nicht korrekt, so wie sie es auf S. 108 darstellt:<em>&#8220;Der Name Freya bedeutet einerseits &#8216;Frau Herrin&#8217; (entsprechend dem lat. Domina) und hängt andererseits mit der indogermanischen Wortwurzel priio für lieb, froh und gut, bzw. gothisch frijón für lieben zusammen.&#8221;</em><br />
Richtig ist aber vielmehr, dass Freya  zu indogermanisch *pro-, &#8216;vorne&#8217;, gehört, also &#8216;Herrin&#8217; meint. Nur auf Frigg trifft &#8216;lieben&#8217; zu. Ihr Name stammt vom indogermanischen *prii- altgermanisch *fri. Durch die erste Lautverschiebung wurde &#8216;p&#8217; zu &#8216;f&#8217;, das &#8216;ii&#8217; wurde in der goto-nordischen Verschärfung der Halbvokale zu &#8216;gg&#8217;.<br />
Auch die daraus abgeleitete Interpretation, dass Freyas Bruder Frey hierzulande oft einfach nur &#8216;Froh&#8217; heiße, ist daher falsch, da Frey und Freya dieselbe Wortwurzel miteinander teilen und ihre Namen schlichtweg nur &#8216;Herr&#8217; und &#8216;Herrin&#8217; bedeuten.<br />
Dies zeigt auch deutlich, dass es nicht stimmen kann, wenn Zingsem sagt, dass vom Wesen und Namen her die beiden Göttinnen Freya und Frigg ursprünglich so gut wie gleich gewesen wären (vgl. S. 180).Hinterfragen ist eben leider nicht die Stärke der Autorin.</p>
<p>Als Beispiel dafür sei die auf für meinen Geschmack ganz zauberhafte und eindrucksvolle literarische Schilderung vom Auftritt der Spákona – Seherin –  Thorbjörg in der &#8220;Eriks-Saga&#8221; genannt. Steht dort doch tatsächlich: <em>&#8220;Wie sich so ein Ritual vollzogen hat, erfahren wir aus der Saga Eriks des Roten&#8221; </em>(S. 119).<br />
Auch wenn es archäologische Funde von Beuteln (z.B. Grabfund von Lyngby) gibt, deren Inhalt als von magischer Natur gedeutet werden könne, so ist die Feststellung &#8220;wie es sich vollzogen hat&#8221; doch etwas gewagt, wenn man dem Umstand Rechnung trägt, dass die Niederschrift bereits aus erzchristlicher Zeit stammt.<br />
Dennoch muss man aber auch anmerken, dass die Textstelle sich ob ihres nüchternen Detailreichtums tatsächlich wie eine Schilderung einer Tatsache liest.Ingesamt also eine hakelige Sache, das mit dem Fakten.<br />
Diese Stelle wäre jedenfalls einmal mehr eine Möglichkeit gewesen, der Quellenlage etwas mehr an Bedeutung beizumessen und diese kritisch darzustellen.</p>
<p>Auch die unhinterfragte Existenz einer Göttin Ostara hätte sich dafür ganz wunderbar angeboten (vgl. S. 124).</p>
<h3><strong>Ältliche Quellen, manchmal trüb</strong></h3>
<p>Zur verwendeten Literatur ist zu sagen, dass sie insgesamt nicht sonderlich vertrauenserweckend ist. Zu alt, dh auch überholt, ist zum einen, zu zweifelhaft zum anderen.<br />
So finden wir darunter auch Hans von Wolzogen mit &#8220;Göttersagen der Edda&#8221; aus dem Jahr 1919. Derselbe Wolzogen gehörte 1929 zu den Unterzeichnern des Gründungsmanifestes des &#8220;völkisch&#8221; gesinnten, antisemitischen &#8220;Kampfbunds für deutsche Kultur&#8221;.</p>
<p>Paul Zaunert, in der Bibliographie mit &#8220;Deutsche Märchen seit Grimm&#8221; aus dem Jahr 1922 vertreten, war immerhin seit 1925 Herausgeber der Schriftenreihe &#8220;Deutsche Volkheit&#8221;.</p>
<p>Derartige Werke unkommentiert in ein Buch zu integrieren, das eigentlich gerne gegen die <em>&#8220;überkommene Mythenauslegung der NS-Zeit&#8221;</em> (Klappentext) sprechen möchte, ist natürlich völlig unmöglich. Schade, dass diesem Umstand nirgendwo Rechnung getragen wird.</p>
<p>Harmlos – zumindest relativ gesehen, wenngleich ärgerlich – sind natürlich Bücher zu Themen, zu denen es wesentlich bessere Literatur gibt. Nigel Pennick mit &#8220;Das Runenorakel&#8221; (1990) und Edred Thorsson mit dem &#8220;Handbuch der Runenmagie&#8221; (1992) wären wirklich nicht nötig gewesen.</p>
<h3><strong>Die schönere Geschichte</strong></h3>
<p>Vera Zingsem ist vielleicht die Snorra des 21. Jahrhunderts. Sie erzählt die Geschichten neu, aus ihrer Sicht und mit ihrem kulturellen und philosophischen, spirituellen Hintergrund. Sieht man sie als poetische Neuerzählerin, so kann man ihr das Buch nicht nachtragen.</p>
<p>Bei ihrer Inszenierung legt sie den Figuren das bestmögliche Make Up an, arrangiert die beste Beleuchtung, sie fügt zusammen (auch, was nicht immer zusammen gehört) und füllt Löcher (mit welchen Füllungen auch immer). Schade ist, dass sämtliche Schminke nicht als solche ausgewiesen ist.</p>
<p>Soweit ich ihr Ansinnen durchschaut habe, so möchte sie eine verzerrte Rezeption aufarbeiten. Was dabei allerdings herauskommt, ist eine erneut verzerrte Rezeption.</p>
<p>Dennoch muss man der Autorin zu Gute halten, dass sie ganz klar die schönere Geschichte erzählt.</p>
<p>Wir können Mythen sehen, wie immer wir wollen, das heißt somit in logischer Konsequenz auch, dass die besudeltsten Dinge nicht verloren sein müssen. Und dafür ist Zingsems Buch <em>&#8220;Freya, Iduna und Thor. Vom Charme der germanischen Göttermythen&#8221; </em>der niedergeschriebene Beweis.</p>
<p>Vera Zingsem: Freya, Iduna &amp; Thor<br />
Vom Charme der germanischen Göttermythen.<br />
Tübingen, Klöpfer und Meyer Verlag<br />
Auflage 1, 22. März 2010</p>
<p>263 Seiten, geb. mit Schutzumschlag<br />
€ [D] 22,00 / [A] 22,70</p>
<h3><strong>Über die Autorin</strong></h3>
<p>Vera Zingsem ist Diplomtheologin, Tanzpädagogin, Mythen- und Symbolforscherin, freie Autorin und Dozentin (unter anderem an der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg). Sie lebt und arbeitet heute in Tübingen.</p>
<h3><strong>Weitere publizierte Werke</strong></h3>
<ul>
<li>Die Weisheit der Schöpfungsmythen: Wie uralte Geschichten unser Denken prägen (Stuttgart 2009 )</li>
<li>Der Himmel ist mein, die Erde ist mein: Göttinnen großer Kulturen im Wandel der Zeiten. (Schalksmühle 2008)</li>
<li>Das Geheimnis der Sonne: (Eschbach 2008)</li>
<li>Sind die Weltreligionen friedensfähig? Ein Plädoyer für eine gerechte Religion (2006)</li>
<li>Lilith, Adams erste Frau  (Tübingen 2002, Leipzig 2005))</li>
<li>Klar wie das Wasser  (Freiburg 2002)</li>
<li>Schlangenfrau und Chaosdrache in Märchen, Mythos und Kunst (2001)</li>
<li>Die Einladung nach Jerusalem (Frankfurt am Main 2001)</li>
<li>Im Schatten des Olivenbaums: Erzählungen zu Palästina/Israel (1994)</li>
</ul>
<p><em>Brigh, im Juli 2010</em></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Brigh <a href="http://www.nornirsaett.de/vera-zingsem-freya-iduna-thor-vom-charme-der-germanischen-gottermythen/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3209" class="wp-caption alignnone" style="width: 260px"><img class="size-medium wp-image-3209  " src="http://www.nornirsaett.de/wp-content/Iduna-300x300.jpg" alt="" width="250" height="250" /><p class="wp-caption-text">Freya, Iduna &amp; Thor: Vom Charme der germanischen Göttermythen</p></div>
<h3><strong>Alter Sagen  neue Sicht</strong></h3>
<p>Auf Missstände hinzuweisen, sie aufzudecken, wo man sie findet, ist wichtig – schafft sie aber nicht ab, sondern lediglich Voraussetzungen dafür. Das gilt auch für Entzerrungen germanischer Geschichte und den Sonderfall der ja besonders arg besudelten germanischen Mythologie. Es reicht nicht, da nur den Dreck abzuwischen – mal abgesehen davon, dass das gar nicht so einfach ist: Das Thema ist ein verdammt komplexes. Nimmt man die Fälschungen auseinander, hat man erstmal einen Scherbenhaufen, der keinen Altar ergibt und schon gar keinen Kraftort: gerade fürs heidnische Gemüt ein ganz unerquicklicher Zustand.</p>
<p>Umso wichtiger daher, wenn sich Beherzte aufmachen, das Feld nicht nur neu zu erkunden, sondern auch mit eigenen Interpretationen füllen, die sich von altem Schmodder (der ja zudem noch falsch ist und auch bei ständiger Wiederkäuung falsch bleibt) wohltuend abheben.<br />
Zu denen, die zum heiklen Thema neue Perspektiven wagen, gehört sicherlich die Autorin Vera Zingsem mit ihrer Neuerzählung – und Neuverknüpfung – alter Sagen, Märchen und Edda-Mythen. Sie findet &#8220;Charme&#8221; darin – tatsächlich tut sie viel dafür, gerade den ollen Germanengöttern einen solchen zu verleihen. Dabei erweist sie sich eher als charmante Erzählerin, die begeistert auch über manche Ungereimtheit fröhlich drüberkleistert. Es scheint ihr aufs Ergebnis anzukommen. Das ist hübsch und in dem Fall sogar mutig. Aber ein Sachbuch? Will es gar nicht sein&#8230;</p>
<p><span id="more-3210"></span></p>
<h3><strong>&#8220;Freya, Iduna und Thor – vom Charme der germanischen Göttermythen&#8221;</strong></h3>
<p><em> </em></p>
<p><em>&#8220;Freya bringt Strickwaren. Iduna versichert. Weleda und Wala machen schön. Walküren gibt&#8217;s bei Wagner. Nornen bei Droste-Hülshoff. Und Thors Hammer schmückt Frauen und Männer. Aber warum?&#8221;</em></p>
<p>Wenn man zuvorderst einmal Titel und die erste Hälfte der Rückseite des Buches gelesen hat, wird man zugegebenermaßen neugierig.</p>
<p>Liest man zweit Genanntes allerdings weiter, taucht das erste Fragezeichen auf: <em>&#8220;Ein wichtiges Stück Kultur-, Religions- und Seelengeschichte. Ein unbefangener und unverstellter Blick auf unsere Märchen und germanischen Mythen […]&#8220;</em></p>
<h3><strong>Unverstellter Blick?</strong></h3>
<p>Bevor sich der eigene Blick auf das Buch verstellt, ist es zunächst einmal wichtig, das Vorwort mit größter Aufmerksamkeit zu lesen, denn dort legt Zingsem klar, was das Buch ist und was es nicht ist. An diesen Kommentaren stellt sich vielleicht mitunter heraus, was man selbst von dem Buch hält.</p>
<p>Zingsem hat in ihrem Buch konkret versucht, die germanischen Götter von ihrer nationalistischen, rechtslastigen und treu-doofen Konnotation zu lösen.<br />
So weit, so löblich die Intention.</p>
<p>Zingsem dazu in ihrem Vorwort: <em>&#8220;Das Buch ist ein Versuch, die nordisch-germanische Mythologie gegen den Strich zu lesen. Nicht das Heldische, nicht die angebliche Blut -und Bodenmystik stehen im Mittelpunkt, sondern Liebe, Weisheit, Humor und Poesie.&#8221;</em> (S. 159)</p>
<p>Und:<br />
<em>&#8220;Lange Zeit bin ich um die Themen der nordisch-germanischen Mythologie herumgeschlichen wie die berühmte Katze um den heißen Brei. Ich wollte mir die Finger nicht verbrennen an dem, was uns die jüngere deutsche Vergangenheit als allzu heißes Eisen hinterlassen hatte. So kannte ich mich irgendwann mit den Mythen der ganzen Welt besser aus als mit den heimischen. Hier war sozusagen vermintes Gebiet, befanden sich weiße Flecken auf der Landkarte, das quasi politisch verordnete Niemandsland für unsere Gedanken.&#8221;</em> (S. 11)</p>
<p>Und:<br />
<em>&#8220;Es wird Zeit, die nordische Mythologie vom Ritterrüstungswahn falschen Heldentums zu befreien. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, eine (sprach)wissenschaftliche oder eine historische Analyse vorzulegen. Vielmehr soll ein Lesebuch entstehen, dessen Geschichten zum Stauen und Schmökern einladen. So wie hier sind die Geschichten vielleicht schon lange nicht mehr (oder sogar noch nie) erzählt worden.&#8221; </em>(S. 17)</p>
<p><em>&#8220;[…) ein Versuch der Neu-Deutung durch Wiedergewinnung eines unbefangenen Blicks auf Mythen […]&#8221; </em>(S. 17)</p>
<h3><strong>Der Seherin Gesicht</strong></h3>
<p>Doch zuerst ein sehr kurzer Abriss über den Inhalt des Buches, dessen Titelblatt Freya, Iduna und Thor in bunten und sympathischen Bildern zieren.</p>
<p>In 13 Kapiteln inszeniert die Autorin die göttliche germanische Komödie, erzählt ihre Sicht von Frau Holle, Yggdrasil, Gefjon, den Wanen, Walküren, Disen, Odin, Frigg und Freya, Thor, Loki und Anhang, Nott, Sol, Dag, Mani und noch vielen anderen Gestalten der germanischen Mythologie. Auch vom Schöpfungsmythos und dem Ragnarök weiß sie in amüsanter Form zu erzählen.<br />
Weiter ist der Inhalt in dem Sinne nicht auszuführen, weil er schlichtweg die üblichen Geschichten zu Begebenheiten und Figuren bietet, wenngleich ein paar schöne Interpretationen doch neu sind, bzw. bis jetzt so noch nicht aufgeschrieben waren. So werden Begebenheiten der germanischen Mythologie als Naturmythen interpretiert. Hier einige Beispiele:</p>
<p>Sif steht im Hochsommer kahl vor ihrem Gemahl Thor, da Loki ihr die Haare abgeschnitten hat. <em>&#8220;Die Ähren, die reif und glänzend in der Furche stehen, werden als Haar der Erde gedeutet. Ganz wie die &#8216;blonde Demeter&#8217;, die sich im Herbst in die schwarze Persephone verwandelt, so erscheint auch Sif, die &#8216;Erfreuliche&#8217;, hier als Erdgöttin, deren Gesicht und Aussehen sich mit den Jahreszeiten wandelt. Und es sind die Zwerge, die aus dem Inneren der Erde das neue Wachstum vorbereiten. So wie auch Thor seiner Gemahlin hilft, indem er sie im Frühling von Schnee und Eis befreit.&#8221;</em> (S. 209)</p>
<p>Ähnlich erzählt sie auch von Freya und Odur, deren Beziehung sie als die <em>&#8220;allgemeine Mythologie vom Suchen und Finden&#8221;</em>, vom <em>&#8220;Verschwinden und Wiederauferstehen des Vegetations-Gottes im Frühling und im Herbst&#8221;</em> interpretiert (S. 110).</p>
<p>Auch wenn diese Interpretationen nicht jedermanns und jederfraus Sache sind – dies alleine sollte keineswegs ein Grund sein, das Buch sofort wieder aus der Hand zu legen. Ganz im Gegenteil, es wird eine ganz interessante Perspektive auf die ganze Sache.<br />
Zingsem nimmt ihre Interpretationen so vor, wie sie es auch in ihren anderen Büchern gerne tut, nämlich mit Schwerpunkt und Hervorhebung starker und selbstbewusster Frauen und Göttinnen.</p>
<p>Nur halb so ernst nehmen darf man Zingsems Blick auf historische Fakten und die Sprachgeschichte, denn das ist nicht ihr Gebiet.</p>
<p>So ist – um nur ein Beispeil zu nennen – ihre etymologische Herleitung des Namens Freya nicht korrekt, so wie sie es auf S. 108 darstellt:<em>&#8220;Der Name Freya bedeutet einerseits &#8216;Frau Herrin&#8217; (entsprechend dem lat. Domina) und hängt andererseits mit der indogermanischen Wortwurzel priio für lieb, froh und gut, bzw. gothisch frijón für lieben zusammen.&#8221;</em><br />
Richtig ist aber vielmehr, dass Freya  zu indogermanisch *pro-, &#8216;vorne&#8217;, gehört, also &#8216;Herrin&#8217; meint. Nur auf Frigg trifft &#8216;lieben&#8217; zu. Ihr Name stammt vom indogermanischen *prii- altgermanisch *fri. Durch die erste Lautverschiebung wurde &#8216;p&#8217; zu &#8216;f&#8217;, das &#8216;ii&#8217; wurde in der goto-nordischen Verschärfung der Halbvokale zu &#8216;gg&#8217;.<br />
Auch die daraus abgeleitete Interpretation, dass Freyas Bruder Frey hierzulande oft einfach nur &#8216;Froh&#8217; heiße, ist daher falsch, da Frey und Freya dieselbe Wortwurzel miteinander teilen und ihre Namen schlichtweg nur &#8216;Herr&#8217; und &#8216;Herrin&#8217; bedeuten.<br />
Dies zeigt auch deutlich, dass es nicht stimmen kann, wenn Zingsem sagt, dass vom Wesen und Namen her die beiden Göttinnen Freya und Frigg ursprünglich so gut wie gleich gewesen wären (vgl. S. 180).Hinterfragen ist eben leider nicht die Stärke der Autorin.</p>
<p>Als Beispiel dafür sei die auf für meinen Geschmack ganz zauberhafte und eindrucksvolle literarische Schilderung vom Auftritt der Spákona – Seherin –  Thorbjörg in der &#8220;Eriks-Saga&#8221; genannt. Steht dort doch tatsächlich: <em>&#8220;Wie sich so ein Ritual vollzogen hat, erfahren wir aus der Saga Eriks des Roten&#8221; </em>(S. 119).<br />
Auch wenn es archäologische Funde von Beuteln (z.B. Grabfund von Lyngby) gibt, deren Inhalt als von magischer Natur gedeutet werden könne, so ist die Feststellung &#8220;wie es sich vollzogen hat&#8221; doch etwas gewagt, wenn man dem Umstand Rechnung trägt, dass die Niederschrift bereits aus erzchristlicher Zeit stammt.<br />
Dennoch muss man aber auch anmerken, dass die Textstelle sich ob ihres nüchternen Detailreichtums tatsächlich wie eine Schilderung einer Tatsache liest.Ingesamt also eine hakelige Sache, das mit dem Fakten.<br />
Diese Stelle wäre jedenfalls einmal mehr eine Möglichkeit gewesen, der Quellenlage etwas mehr an Bedeutung beizumessen und diese kritisch darzustellen.</p>
<p>Auch die unhinterfragte Existenz einer Göttin Ostara hätte sich dafür ganz wunderbar angeboten (vgl. S. 124).</p>
<h3><strong>Ältliche Quellen, manchmal trüb</strong></h3>
<p>Zur verwendeten Literatur ist zu sagen, dass sie insgesamt nicht sonderlich vertrauenserweckend ist. Zu alt, dh auch überholt, ist zum einen, zu zweifelhaft zum anderen.<br />
So finden wir darunter auch Hans von Wolzogen mit &#8220;Göttersagen der Edda&#8221; aus dem Jahr 1919. Derselbe Wolzogen gehörte 1929 zu den Unterzeichnern des Gründungsmanifestes des &#8220;völkisch&#8221; gesinnten, antisemitischen &#8220;Kampfbunds für deutsche Kultur&#8221;.</p>
<p>Paul Zaunert, in der Bibliographie mit &#8220;Deutsche Märchen seit Grimm&#8221; aus dem Jahr 1922 vertreten, war immerhin seit 1925 Herausgeber der Schriftenreihe &#8220;Deutsche Volkheit&#8221;.</p>
<p>Derartige Werke unkommentiert in ein Buch zu integrieren, das eigentlich gerne gegen die <em>&#8220;überkommene Mythenauslegung der NS-Zeit&#8221;</em> (Klappentext) sprechen möchte, ist natürlich völlig unmöglich. Schade, dass diesem Umstand nirgendwo Rechnung getragen wird.</p>
<p>Harmlos – zumindest relativ gesehen, wenngleich ärgerlich – sind natürlich Bücher zu Themen, zu denen es wesentlich bessere Literatur gibt. Nigel Pennick mit &#8220;Das Runenorakel&#8221; (1990) und Edred Thorsson mit dem &#8220;Handbuch der Runenmagie&#8221; (1992) wären wirklich nicht nötig gewesen.</p>
<h3><strong>Die schönere Geschichte</strong></h3>
<p>Vera Zingsem ist vielleicht die Snorra des 21. Jahrhunderts. Sie erzählt die Geschichten neu, aus ihrer Sicht und mit ihrem kulturellen und philosophischen, spirituellen Hintergrund. Sieht man sie als poetische Neuerzählerin, so kann man ihr das Buch nicht nachtragen.</p>
<p>Bei ihrer Inszenierung legt sie den Figuren das bestmögliche Make Up an, arrangiert die beste Beleuchtung, sie fügt zusammen (auch, was nicht immer zusammen gehört) und füllt Löcher (mit welchen Füllungen auch immer). Schade ist, dass sämtliche Schminke nicht als solche ausgewiesen ist.</p>
<p>Soweit ich ihr Ansinnen durchschaut habe, so möchte sie eine verzerrte Rezeption aufarbeiten. Was dabei allerdings herauskommt, ist eine erneut verzerrte Rezeption.</p>
<p>Dennoch muss man der Autorin zu Gute halten, dass sie ganz klar die schönere Geschichte erzählt.</p>
<p>Wir können Mythen sehen, wie immer wir wollen, das heißt somit in logischer Konsequenz auch, dass die besudeltsten Dinge nicht verloren sein müssen. Und dafür ist Zingsems Buch <em>&#8220;Freya, Iduna und Thor. Vom Charme der germanischen Göttermythen&#8221; </em>der niedergeschriebene Beweis.</p>
<p>Vera Zingsem: Freya, Iduna &amp; Thor<br />
Vom Charme der germanischen Göttermythen.<br />
Tübingen, Klöpfer und Meyer Verlag<br />
Auflage 1, 22. März 2010</p>
<p>263 Seiten, geb. mit Schutzumschlag<br />
€ [D] 22,00 / [A] 22,70</p>
<h3><strong>Über die Autorin</strong></h3>
<p>Vera Zingsem ist Diplomtheologin, Tanzpädagogin, Mythen- und Symbolforscherin, freie Autorin und Dozentin (unter anderem an der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg). Sie lebt und arbeitet heute in Tübingen.</p>
<h3><strong>Weitere publizierte Werke</strong></h3>
<ul>
<li>Die Weisheit der Schöpfungsmythen: Wie uralte Geschichten unser Denken prägen (Stuttgart 2009 )</li>
<li>Der Himmel ist mein, die Erde ist mein: Göttinnen großer Kulturen im Wandel der Zeiten. (Schalksmühle 2008)</li>
<li>Das Geheimnis der Sonne: (Eschbach 2008)</li>
<li>Sind die Weltreligionen friedensfähig? Ein Plädoyer für eine gerechte Religion (2006)</li>
<li>Lilith, Adams erste Frau  (Tübingen 2002, Leipzig 2005))</li>
<li>Klar wie das Wasser  (Freiburg 2002)</li>
<li>Schlangenfrau und Chaosdrache in Märchen, Mythos und Kunst (2001)</li>
<li>Die Einladung nach Jerusalem (Frankfurt am Main 2001)</li>
<li>Im Schatten des Olivenbaums: Erzählungen zu Palästina/Israel (1994)</li>
</ul>
<p><em>Brigh, im Juli 2010</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Neil Gaiman: American Gods</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/neil-gaiman-american-gods/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/neil-gaiman-american-gods/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 07:53:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek und Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[neil gaiman]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nornirsaett.de/?p=2508</guid>
		<description><![CDATA[<p><img src="http://u1.ipernity.com/14/75/67/7597567.131300dc.jpg" width="150" height="232" alt="american gods" border="0"/></p>
<p>Was geschieht mit Göttern alter Kulturen, wenn die Träger ihrer Kultur wandern? Manchmal nehmen die Menschen sie mit: in ihren Herzen, in ihren Mythen, im Hintergrund ihrer Kulturen. Doch wenn sie vergessen werden, degenerieren Götter. Das ist die Voraussetzung, von der Neil Gaimans Roman &#8220;American Gods&#8221; ausgeht. -</p>
<p>Shadow hat drei Jahre in Haft gesessen. Nun soll er, kurz vor Weihnachten, wegen guter Führung vorzeitig entlassen werden. Er hat ein Leben, in das er zurückkehren kann, eine Frau, die auf ihn wartet, und einen alten Bekannten, der einen Job für ihn hat. Noch bevor er zu Hause ankommt, durchkreuzt jedoch ein Unglück Shadows Vorhaben, fortan ein rechtschaffenes bürgerliches Leben zu führen, und der zwielichtige Mr. Wednesday heuert ihn als Chauffeur, Leibwächter und Komplizen an. Fortan reisen die beiden kreuz und quer durch die USA, in einer Mission, deren wahrer Charakter sich erst ganz am Ende des Buches zeigt. <span id="more-2508"></span>Sie begegnen Gottheiten aus Europa, Afrika und Asien, indianischen Legendenfiguren, irischen Kobolden und Geistern aus dem Schwarzwald, aber auch modernen &#8220;Göttern&#8221; des Fernsehens, der Technik und der Städte. Die alten und die neuen Götter &#8211; sie ringen um die Vorherrschaft in einem Land, das ohnehin (das wird schnell klar) kein gutes Land für Götter ist.</p>
<p>Gaiman schöpft aus allen Mythen, die je in die amerikanische Kultur eingeflossen sind, und baut auf ihnen eine Geschichte auf, die zwischen surreal-traumhaften Fantasy-Elementen, Roadmovie, Mystery und Horror pendelt. Das Erhabene liegt in diesem Buch nur eine Haaresbreite vom Trivialen, das Urkomische neben dem abgrundtief Traurigen.<br />
In Zwischenspielen beleuchtet Gaiman, wie die Götter nach Amerika gekommen sind. Hier wird man auch mit Teilen der US-amerikanischen Geschichte konfrontiert, die man als gewöhnlicher Westeuropäer in dieser Form nicht präsent hatte (etwa die Deportation von Sträflingen aus England in die damaligen englischen Kolonien in Nordamerika, wo sie als Dienstboten eingesetzt wurden), sowie mit Fiktionalisierungen altbekannter Fakten, die unter die Haut gehen. Einige dieser Geschichten sind leicht erkennbar Fiktion, andere erscheinen historisch wahrscheinlich.<br />
Ich wünschte mir beim Lesen manchmal eine Karte der USA: Denn Gaimans Roman bewegt sich kreuz und quer durch die Staaten, von den Südstaaten bis nach San Francisco, und es sind die hinterwäldlerischen, provinziellen Gegenden, in denen der größere Teil der Handlung stattfindet.<br />
Shadow ist über weite Strecken eher ein Antiheld, ein Spielball der Auseinandersetzung zwischen alten und neuen Göttern und der rätselhaften Ränke von Mr. Wednesday. Erst am Ende wächst er über sich hinaus, wird erwachsen, erlangt echte Handlungsfähigkeit &#8211; und damit Freiheit und Lebendigkeit.</p>
<p>Reaktionären Geistern wird Gaimans amerikanische Anverwandlung der europäischen Mythologie schwerlich gefallen. Sein Mr. Wednesday ist nämlich ein abgehalfterter alter Gauner, der nur gelegentlich die Würde und Größe eines Allvaters, über die er auch verfügt, durchscheinen läßt &#8211; wenig besser sind die anderen Götter. Sie sind allesamt keine strahlenden Gestalten, sondern sterblich, fehlbar, egoistisch, ja sogar zum Bösen fähig und ziemlich heruntergekommen. Und ein wenig Sex, Blut und Untote sollte man auch vertragen können. Das vorausgesetzt, ist &#8220;American Gods&#8221; ein Lesevergnügen, das meine Nächte etwa zwei Wochen lang deutlich kürzer als gewohnt ausfallen ließ.</p>
<p>Das Blog des Autoren: <a href="http://journal.neilgaiman.com/" target="_blank">Niel Gaiman&#8217;s Journal</a></p>
<p>Originalausgabe, gebunden:<br />
New YorK: William Morrow, 2001<br />
ISBN-10: 0060093641<br />
ISBN-13: 978-006009364</p>
<p>Taschenbuch:<br />
New York: Harper Perennial, 2003<br />
ISBN-10: 0060558121<br />
ISBN-13: 978-0060558123</p>
<p>Deutsche Ausgabe, gebunden:<br />
München: Heyne, 2003<br />
ISBN-10: 3453874226<br />
ISBN-13: 978-3453874220</p>
<p>Deutsche Ausgabe, Taschenbuch:<br />
München; Heyne, 2005)<br />
ISBN-10: 3453400372<br />
ISBN-13: 978-3453400375</p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Thursa <a href="http://www.nornirsaett.de/neil-gaiman-american-gods/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://u1.ipernity.com/14/75/67/7597567.131300dc.jpg" width="150" height="232" alt="american gods" border="0"/></p>
<p>Was geschieht mit Göttern alter Kulturen, wenn die Träger ihrer Kultur wandern? Manchmal nehmen die Menschen sie mit: in ihren Herzen, in ihren Mythen, im Hintergrund ihrer Kulturen. Doch wenn sie vergessen werden, degenerieren Götter. Das ist die Voraussetzung, von der Neil Gaimans Roman &#8220;American Gods&#8221; ausgeht. -</p>
<p>Shadow hat drei Jahre in Haft gesessen. Nun soll er, kurz vor Weihnachten, wegen guter Führung vorzeitig entlassen werden. Er hat ein Leben, in das er zurückkehren kann, eine Frau, die auf ihn wartet, und einen alten Bekannten, der einen Job für ihn hat. Noch bevor er zu Hause ankommt, durchkreuzt jedoch ein Unglück Shadows Vorhaben, fortan ein rechtschaffenes bürgerliches Leben zu führen, und der zwielichtige Mr. Wednesday heuert ihn als Chauffeur, Leibwächter und Komplizen an. Fortan reisen die beiden kreuz und quer durch die USA, in einer Mission, deren wahrer Charakter sich erst ganz am Ende des Buches zeigt. <span id="more-2508"></span>Sie begegnen Gottheiten aus Europa, Afrika und Asien, indianischen Legendenfiguren, irischen Kobolden und Geistern aus dem Schwarzwald, aber auch modernen &#8220;Göttern&#8221; des Fernsehens, der Technik und der Städte. Die alten und die neuen Götter &#8211; sie ringen um die Vorherrschaft in einem Land, das ohnehin (das wird schnell klar) kein gutes Land für Götter ist.</p>
<p>Gaiman schöpft aus allen Mythen, die je in die amerikanische Kultur eingeflossen sind, und baut auf ihnen eine Geschichte auf, die zwischen surreal-traumhaften Fantasy-Elementen, Roadmovie, Mystery und Horror pendelt. Das Erhabene liegt in diesem Buch nur eine Haaresbreite vom Trivialen, das Urkomische neben dem abgrundtief Traurigen.<br />
In Zwischenspielen beleuchtet Gaiman, wie die Götter nach Amerika gekommen sind. Hier wird man auch mit Teilen der US-amerikanischen Geschichte konfrontiert, die man als gewöhnlicher Westeuropäer in dieser Form nicht präsent hatte (etwa die Deportation von Sträflingen aus England in die damaligen englischen Kolonien in Nordamerika, wo sie als Dienstboten eingesetzt wurden), sowie mit Fiktionalisierungen altbekannter Fakten, die unter die Haut gehen. Einige dieser Geschichten sind leicht erkennbar Fiktion, andere erscheinen historisch wahrscheinlich.<br />
Ich wünschte mir beim Lesen manchmal eine Karte der USA: Denn Gaimans Roman bewegt sich kreuz und quer durch die Staaten, von den Südstaaten bis nach San Francisco, und es sind die hinterwäldlerischen, provinziellen Gegenden, in denen der größere Teil der Handlung stattfindet.<br />
Shadow ist über weite Strecken eher ein Antiheld, ein Spielball der Auseinandersetzung zwischen alten und neuen Göttern und der rätselhaften Ränke von Mr. Wednesday. Erst am Ende wächst er über sich hinaus, wird erwachsen, erlangt echte Handlungsfähigkeit &#8211; und damit Freiheit und Lebendigkeit.</p>
<p>Reaktionären Geistern wird Gaimans amerikanische Anverwandlung der europäischen Mythologie schwerlich gefallen. Sein Mr. Wednesday ist nämlich ein abgehalfterter alter Gauner, der nur gelegentlich die Würde und Größe eines Allvaters, über die er auch verfügt, durchscheinen läßt &#8211; wenig besser sind die anderen Götter. Sie sind allesamt keine strahlenden Gestalten, sondern sterblich, fehlbar, egoistisch, ja sogar zum Bösen fähig und ziemlich heruntergekommen. Und ein wenig Sex, Blut und Untote sollte man auch vertragen können. Das vorausgesetzt, ist &#8220;American Gods&#8221; ein Lesevergnügen, das meine Nächte etwa zwei Wochen lang deutlich kürzer als gewohnt ausfallen ließ.</p>
<p>Das Blog des Autoren: <a href="http://journal.neilgaiman.com/" target="_blank">Niel Gaiman&#8217;s Journal</a></p>
<p>Originalausgabe, gebunden:<br />
New YorK: William Morrow, 2001<br />
ISBN-10: 0060093641<br />
ISBN-13: 978-006009364</p>
<p>Taschenbuch:<br />
New York: Harper Perennial, 2003<br />
ISBN-10: 0060558121<br />
ISBN-13: 978-0060558123</p>
<p>Deutsche Ausgabe, gebunden:<br />
München: Heyne, 2003<br />
ISBN-10: 3453874226<br />
ISBN-13: 978-3453874220</p>
<p>Deutsche Ausgabe, Taschenbuch:<br />
München; Heyne, 2005)<br />
ISBN-10: 3453400372<br />
ISBN-13: 978-3453400375</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Hans Stucken: Das Seidhr Handbuch</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/hans-stucken-das-seidhr-handbuch/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/hans-stucken-das-seidhr-handbuch/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 10:47:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek und Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sach- und Fachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[germanen]]></category>
		<category><![CDATA[germanisch]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[ritual]]></category>
		<category><![CDATA[Schamanismus]]></category>
		<category><![CDATA[Seidr]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nornirsaett.de/?p=2307</guid>
		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7346542"><img src="http://u1.ipernity.com/14/65/42/7346542.577601e7.240.jpg" width="166" height="240" alt="stuken" border="0"/></a><br />
Hans Stucken: Das Seidhr Handbuch. Eine Einführung<br />
<i>Hamburg: Daniel Junker Verlag, 2006; ISBN: 3938432047</i></p>
<p>Hans Stucken will mit seinem Seidhr Handbuch einen Beitrag zu einer “gemeinschaftlichen kulturellen Entwicklung” auf dem Gebiet des Seidhr leisten. (1) Er hat eine angenehm und flüssig lesbare Überblicksarbeit geschrieben und leistet dabei eine relativ systematische und konsistente Begriffsklärung, die sich über das nordische Modell der Seele und die Kosmologie der Neun Welten erstreckt. Positiv fällt mir auch der Mangel an Synkretismus auf, der fast schon Purismus zu nennen ist; die Leserin wird hier nicht mit der so oft anzutreffenden Kreuzung mit anderen spirituellen Systemen (z.B. der Kabbala) behelligt.</p>
<p>Das Buch bleibt kurz und knackig – für meinen Geschmack allerdings zu kurz. Für den doch nicht ganz so kleinen Preis hätte ich mir etwas mehr als ein doch recht schmales Bändchen gewünscht. Vieles wird nur angerissen, mehr Ausführlichkeit hätte dem Buch gut getan, insbesondere hätte man aus den doch reichlich vorhandenen Quellen mehr machen können. Auch die Ritual- und Übungsanregungen sind für ein Handbuch, das erklärtermaßen in die Praxis einführen will, etwas knapp geraten.</p>
<p>Das Buch wirkt teilweise etwas unstrukturiert, z.B. steht “Die Trommel” etwas verloren zwischen “Selbsterkenntnis” und “Zahlensymbolik”; eine deutlichere Gliederung wäre nicht verschwendet gewesen.</p>
<p>Bisweilen wirken die häufigen Warnungen und Ermahnungen nervig und abschreckend – trotz der Annahme Stuckens, daß nur solche Leute Seidhr praktizieren sollten, die sich davon nicht abschrecken lassen. Auch die Übungsanleitungen wirkten (ganz den ständigen Ermahnungen zur Disziplin entsprechend) beim Lesen etwas “trocken” auf mich, sie machten wenig Lust, mich einfach hinzusetzen und sie auszuprobieren. Zur Schulung der Imagination gibt es definitiv lustvollere Anleitungen, die mit weniger erhobenem Zeigefinger daherkommen, z.B. Jan Fries’ “Visual Magick”.</p>
<p>Eine sprachliche Kleinigkeit am Rande: es ist immer nur vom Seidhmann die Rede – gibt es keine Seidhfrauen? Allgemein hätte dem Buch ein liebevolleres Lektorat gut getan, der eine oder andere grobe Zeichensetzungsschnitzer trübt das Lesevergnügen und wäre mit einem Blick mehr vermeidbar gewesen.</p>
<p>Alles in allem jedoch ein Überblick, der trotz seiner Schwächen lesenswert ist. Es bleibt zu wünschen, daß diesem Buch Arbeiten nachfolgen, die die angeschnittenen Themen vertiefen, die Quellen ausführlicher diskutieren und noch mehr Übungs- und Ritualanregungen geben. Es bleibt der Eindruck, daß auf dem Gebiet des Seidhr noch viel spannende Arbeit wartet – als “standalone-Anleitung” erscheint dieses Buch jedenfalls etwas dünn.</p>
<p><i>Fußnoten</i></p>
<p>   1. Zur Definition von Seidhr: „Seidhr ist die Ausübung okkulter Praktiken vor dem Hintergrund der nordisch-germanischen Mythologie“ (Stucken, S. 9). Mit „okkulten Praktiken“ meint Stucken die gesamte Bandbreite von Runenmagie über Galdr (magische Arbeit mit der Stimme) und quasi-schamanische Praktiken bis zur Spá-Reise. Kurt Oertels Begriffsklärung zufolge dient Seidhr „im Altnordischen ganz eindeutig [als] Oberbegriff für Magie insgesamt und faßt genau all jene […] Praktiken zusammen, die wir auch heute unter dem Begriff ‚Magie’ verstehen.“ (zitiert nach: Stucken, S. 11, die Passage dürfte aber auch in Oertels Aufsatz <a href="http://www.seidhfeuer.de/offen/files/oertel1.pdf" target="_blank">“Seidhr und Völventum”</a> (pdf) zu finden sein.)</p>
<p><a href="http://riesenheim.net/" target="_blank">thursa</a></p>
<p><a href="http://riesenheim.net/2008/10/hans-stucken-das-seidhr-handbuch-eine-einfuhrung/" target="_blank">Hans Stücken &#8211; Das Seidhr-Handbuch (auf Riesenheim.net).</a></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Thursa <a href="http://www.nornirsaett.de/hans-stucken-das-seidhr-handbuch/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7346542"><img src="http://u1.ipernity.com/14/65/42/7346542.577601e7.240.jpg" width="166" height="240" alt="stuken" border="0"/></a><br />
Hans Stucken: Das Seidhr Handbuch. Eine Einführung<br />
<i>Hamburg: Daniel Junker Verlag, 2006; ISBN: 3938432047</i></p>
<p>Hans Stucken will mit seinem Seidhr Handbuch einen Beitrag zu einer “gemeinschaftlichen kulturellen Entwicklung” auf dem Gebiet des Seidhr leisten. (1) Er hat eine angenehm und flüssig lesbare Überblicksarbeit geschrieben und leistet dabei eine relativ systematische und konsistente Begriffsklärung, die sich über das nordische Modell der Seele und die Kosmologie der Neun Welten erstreckt. Positiv fällt mir auch der Mangel an Synkretismus auf, der fast schon Purismus zu nennen ist; die Leserin wird hier nicht mit der so oft anzutreffenden Kreuzung mit anderen spirituellen Systemen (z.B. der Kabbala) behelligt.</p>
<p>Das Buch bleibt kurz und knackig – für meinen Geschmack allerdings zu kurz. Für den doch nicht ganz so kleinen Preis hätte ich mir etwas mehr als ein doch recht schmales Bändchen gewünscht. Vieles wird nur angerissen, mehr Ausführlichkeit hätte dem Buch gut getan, insbesondere hätte man aus den doch reichlich vorhandenen Quellen mehr machen können. Auch die Ritual- und Übungsanregungen sind für ein Handbuch, das erklärtermaßen in die Praxis einführen will, etwas knapp geraten.</p>
<p>Das Buch wirkt teilweise etwas unstrukturiert, z.B. steht “Die Trommel” etwas verloren zwischen “Selbsterkenntnis” und “Zahlensymbolik”; eine deutlichere Gliederung wäre nicht verschwendet gewesen.</p>
<p>Bisweilen wirken die häufigen Warnungen und Ermahnungen nervig und abschreckend – trotz der Annahme Stuckens, daß nur solche Leute Seidhr praktizieren sollten, die sich davon nicht abschrecken lassen. Auch die Übungsanleitungen wirkten (ganz den ständigen Ermahnungen zur Disziplin entsprechend) beim Lesen etwas “trocken” auf mich, sie machten wenig Lust, mich einfach hinzusetzen und sie auszuprobieren. Zur Schulung der Imagination gibt es definitiv lustvollere Anleitungen, die mit weniger erhobenem Zeigefinger daherkommen, z.B. Jan Fries’ “Visual Magick”.</p>
<p>Eine sprachliche Kleinigkeit am Rande: es ist immer nur vom Seidhmann die Rede – gibt es keine Seidhfrauen? Allgemein hätte dem Buch ein liebevolleres Lektorat gut getan, der eine oder andere grobe Zeichensetzungsschnitzer trübt das Lesevergnügen und wäre mit einem Blick mehr vermeidbar gewesen.</p>
<p>Alles in allem jedoch ein Überblick, der trotz seiner Schwächen lesenswert ist. Es bleibt zu wünschen, daß diesem Buch Arbeiten nachfolgen, die die angeschnittenen Themen vertiefen, die Quellen ausführlicher diskutieren und noch mehr Übungs- und Ritualanregungen geben. Es bleibt der Eindruck, daß auf dem Gebiet des Seidhr noch viel spannende Arbeit wartet – als “standalone-Anleitung” erscheint dieses Buch jedenfalls etwas dünn.</p>
<p><i>Fußnoten</i></p>
<p>   1. Zur Definition von Seidhr: „Seidhr ist die Ausübung okkulter Praktiken vor dem Hintergrund der nordisch-germanischen Mythologie“ (Stucken, S. 9). Mit „okkulten Praktiken“ meint Stucken die gesamte Bandbreite von Runenmagie über Galdr (magische Arbeit mit der Stimme) und quasi-schamanische Praktiken bis zur Spá-Reise. Kurt Oertels Begriffsklärung zufolge dient Seidhr „im Altnordischen ganz eindeutig [als] Oberbegriff für Magie insgesamt und faßt genau all jene […] Praktiken zusammen, die wir auch heute unter dem Begriff ‚Magie’ verstehen.“ (zitiert nach: Stucken, S. 11, die Passage dürfte aber auch in Oertels Aufsatz <a href="http://www.seidhfeuer.de/offen/files/oertel1.pdf" target="_blank">“Seidhr und Völventum”</a> (pdf) zu finden sein.)</p>
<p><a href="http://riesenheim.net/" target="_blank">thursa</a></p>
<p><a href="http://riesenheim.net/2008/10/hans-stucken-das-seidhr-handbuch-eine-einfuhrung/" target="_blank">Hans Stücken &#8211; Das Seidhr-Handbuch (auf Riesenheim.net).</a></p>
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		<item>
		<title>&#8220;Stellt euch vor &#8230;&#8221; Geschichte machen (Roman von Stephen Fry)</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/stellt-euch-vor-geschichte-machen-roman-von-stephen-fry/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/stellt-euch-vor-geschichte-machen-roman-von-stephen-fry/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 21:30:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lebowski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek und Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA["Science Fiction"]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Nazi]]></category>
		<category><![CDATA[Nazis]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nornirsaett.de/?p=2196</guid>
		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7057831"><img src="http://u1.ipernity.com/13/78/31/7057831.e1e67fb4.jpg" width="156" height="240" alt="GeschichteMachen" border="0"/></a></p>
<blockquote><p>Stell euch vor, Ihr wäret kurz vor dem Abschluss eurer Doktorarbeit, ihr führt das Leben eines Stubenhockers, errötet mit euren 24 Jahren immer noch in Gegenwart eurer Mutter wenn sie euch vor ihren Freundinnen<br />
lobt, dann wisst ihr wie mein Leben, das Leben von Michael D. Young aussieht.<br />
Meine Freundin Jane hat beschlossen mit mir Langweiler am Abgabetag meiner Dissertation Schluss zu machen. In einem Anfall von Rachsucht beschmiere ich unser Auto, welches die dumme Pute mitgehen ließ. Dabei verteilt sich der Inhalt meiner Tasche über den Parkplatz, 400 Seiten fein gelocht, die Arbeit von 4 Jahren Recherche, Analyse und Studienaufenthalt im Ausland fliegt unter geparkten Autos, den Gehweg und der Rasenfläche des Campusgeländes umher. Der Wind und mein angeschlagener Zustand lässt mich nicht gut aussehen beim Einsammeln der verloren gegangenen Blätter. Ein älterer Herr ist mir behilflich, gemeinsam bändigen wir die toll geworden Blätter. Interessiert überfliegt er einige Seiten, und lädt mich ein zu sich &#8230;</p></blockquote>
<p>So beginnt Stephen Frys Roman &#8220;Geschichte machen&#8221;, eine knapp fünfhundert Seiten lange<br />
Geschichte über:</p>
<blockquote><p>Was wäre wenn … der ältere Herr eine Möglichkeit gefunden hätte, in der Zeit etwas zurück zu schicken, um so die Geburt von Adolf Hitler zu verhindern?<br />
Meine Doktorarbeit sich genau über den Zeitraum seiner Kindheit und Jugend erstreckte, das Leben seiner Eltern eingeschlossen?<br />
Meine Freundin Jane, ihres Zeichens Genetikerin, in einer Forschungsabteilung beschäftigt ist mit der Entwicklung eines Medikament für die Sterilisation eines Mannes?<br />
<i>Imagine all the people Sharing all the world &#8230; </i>(yuhuuuh)<i><br />
You may say I am a dreamer But I&#8217;m not the only one I hope someday you&#8217;ll join us And the world will be as one </i><br />
John Lennon</p></blockquote>
<p>Stephen Fry, der sich ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, lässt seinen Protagonisten im ersten Teil seines Romans Hitlers Geburt verhindern, nur um in einer veränderten Geschichtslinie zu erkennen,<br />
dass das Böse nicht an eine bestimmte Person gebunden ist, es gibt immer noch Himmler, Goebbels, Heydrich und all die anderen Nazigrößen und einen andern Führer …<br />
Fyr macht deutlich, das es noch viele andere Täter und Mitläufer bedarf, wie es der Historiker Christopher R. Browning in seiner Studie „Ordinary Men“ <a href="#1">(1)</a> aufzeigt. In erst vor kurzem veröffentlichten Dokumenten sind 50 % der inhaftieren deutschen Kriegsgefangenen loyal gegenüber Hitler, für die Jahre 1944/45 ein erstaunlich hoher Rückhalt innerhalb der Wehrmacht. (<a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5681/das_geheimnis_von_p_o_box_1142.html" target="_blank">Einestages: &#8220;Das Geheimnis von P. O. Box 1142&#8243;</a>.)<br />
Für &#8220;Geschichte machen&#8221; hat er von Alan Bullocks Hitler-Biografie, &#8220;Eine Studie über Tyrannei&#8221; <a href="#2">(2)</a> ausgiebig Gebrauch gemacht, ebenso wie von dem Band &#8220;Schöne Zeiten &#8211; Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer&#8221; <a href="#3">(3)</a> wo Auszüge des Tagebuches des historischen Dr. Johan Paul Kremers als Vorlage für den Sturmarzt Bauer dienten, &#8220;dessen Dokumente Hannah Arendts These der Banalität des Bösen auf das Entsetzlichste illustrieren.&#8221; <a href="#4">(4)</a> </p>
<p>Das Wunschdenken des Protagonisten Michael, durch die Verhinderung Hitlers Geburt den Holocaust und den zweiten Weltkrieg zu vermeiden, scheitert. Die Welt, die Michael neu mit geschaffen hat und in der sich wiederfindet, ist ein Amerika der McCarthy-Ära, in der die Rassentrennung nie abgeschafft wurde und Homosexualität kriminell ist. &#8220;Casablanca&#8221; wurde nie gedreht, keine Chance für Humphrey, Isabell noch einmal in die Augen zu schauen. Rock´n Roll hat es niemals gegeben. In Europa gibt es herrscht ein großdeutsches Reich, in dem keine Juden mehr leben, Moskau und Leningrad sind atomar eingeäschert worden.</p>
<p>Fry setzt das in einen bitterbösen Albtraum um, der mit dem schwärzesten britischen Humor gewürzt ist.</p>
<p>Fry, Schriftsteller, Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur, geboren 1957, verurteilt in jungen Jahren wegen Kreditkartenbetruges, Autor zahlreicher Theaterstücke, Schauspieler in einem Dutzend Spielfilme und Fernsehserien (u.a. Black Adder), schafft es in diesem Roman einen zu fesseln, gleichzeitig Utopien aufzuzeigen und gerade auch an die eigene Verantwortung zu appellieren. Ein Lesevergnügen eines doppelten Superlativs oder mit den Worten Michaels:<br />
<i>Obercool.</i> </p>
<p>Stephen Fry<br />
<b>&#8220;Geschichte machen&#8221;</b> <i>(Making History)</i><br />
Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 7. Auflage (1999)<br />
ISBN-13: 978-3499224102</p>
<p><a NAME="1">(1)</a><i> Deutsche Ausgabe: Christopher R. Browning: &#8220;Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die „Endlösung“ in Polen&#8221;, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1993, ISBN 3-498-00569-3</i></p>
<p><a NAME="2">(2)</a> <i>Alan Bullock: &#8220;HITLER &#8211; Eine Studie über Tyrannei&#8221;<br />
TB – Droste-Verlag, Düsseldorf – 1989 – ISBN 3770009150 – 886 Seiten </i></p>
<p><a NAME="3">(3)</a> <i>Ernst Klee (Herausgeber), Willi Dreßen (Herausgeber), Volker Rieß (Herausgeber): &#8220;Schöne Zeiten, Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer&#8221;  Verlag: S. Fischer, Frankfurt a. M; Auflage: N.-A. (1997) ISBN-10: 310039304 X</i></p>
<p><a NAME="4">(4)</a><i>Fry, Stephen, &#8220;Geschichte machen&#8221; S.496 </i></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Lebowski <a href="http://www.nornirsaett.de/stellt-euch-vor-geschichte-machen-roman-von-stephen-fry/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7057831"><img src="http://u1.ipernity.com/13/78/31/7057831.e1e67fb4.jpg" width="156" height="240" alt="GeschichteMachen" border="0"/></a></p>
<blockquote><p>Stell euch vor, Ihr wäret kurz vor dem Abschluss eurer Doktorarbeit, ihr führt das Leben eines Stubenhockers, errötet mit euren 24 Jahren immer noch in Gegenwart eurer Mutter wenn sie euch vor ihren Freundinnen<br />
lobt, dann wisst ihr wie mein Leben, das Leben von Michael D. Young aussieht.<br />
Meine Freundin Jane hat beschlossen mit mir Langweiler am Abgabetag meiner Dissertation Schluss zu machen. In einem Anfall von Rachsucht beschmiere ich unser Auto, welches die dumme Pute mitgehen ließ. Dabei verteilt sich der Inhalt meiner Tasche über den Parkplatz, 400 Seiten fein gelocht, die Arbeit von 4 Jahren Recherche, Analyse und Studienaufenthalt im Ausland fliegt unter geparkten Autos, den Gehweg und der Rasenfläche des Campusgeländes umher. Der Wind und mein angeschlagener Zustand lässt mich nicht gut aussehen beim Einsammeln der verloren gegangenen Blätter. Ein älterer Herr ist mir behilflich, gemeinsam bändigen wir die toll geworden Blätter. Interessiert überfliegt er einige Seiten, und lädt mich ein zu sich &#8230;</p></blockquote>
<p>So beginnt Stephen Frys Roman &#8220;Geschichte machen&#8221;, eine knapp fünfhundert Seiten lange<br />
Geschichte über:</p>
<blockquote><p>Was wäre wenn … der ältere Herr eine Möglichkeit gefunden hätte, in der Zeit etwas zurück zu schicken, um so die Geburt von Adolf Hitler zu verhindern?<br />
Meine Doktorarbeit sich genau über den Zeitraum seiner Kindheit und Jugend erstreckte, das Leben seiner Eltern eingeschlossen?<br />
Meine Freundin Jane, ihres Zeichens Genetikerin, in einer Forschungsabteilung beschäftigt ist mit der Entwicklung eines Medikament für die Sterilisation eines Mannes?<br />
<i>Imagine all the people Sharing all the world &#8230; </i>(yuhuuuh)<i><br />
You may say I am a dreamer But I&#8217;m not the only one I hope someday you&#8217;ll join us And the world will be as one </i><br />
John Lennon</p></blockquote>
<p>Stephen Fry, der sich ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, lässt seinen Protagonisten im ersten Teil seines Romans Hitlers Geburt verhindern, nur um in einer veränderten Geschichtslinie zu erkennen,<br />
dass das Böse nicht an eine bestimmte Person gebunden ist, es gibt immer noch Himmler, Goebbels, Heydrich und all die anderen Nazigrößen und einen andern Führer …<br />
Fyr macht deutlich, das es noch viele andere Täter und Mitläufer bedarf, wie es der Historiker Christopher R. Browning in seiner Studie „Ordinary Men“ <a href="#1">(1)</a> aufzeigt. In erst vor kurzem veröffentlichten Dokumenten sind 50 % der inhaftieren deutschen Kriegsgefangenen loyal gegenüber Hitler, für die Jahre 1944/45 ein erstaunlich hoher Rückhalt innerhalb der Wehrmacht. (<a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5681/das_geheimnis_von_p_o_box_1142.html" target="_blank">Einestages: &#8220;Das Geheimnis von P. O. Box 1142&#8243;</a>.)<br />
Für &#8220;Geschichte machen&#8221; hat er von Alan Bullocks Hitler-Biografie, &#8220;Eine Studie über Tyrannei&#8221; <a href="#2">(2)</a> ausgiebig Gebrauch gemacht, ebenso wie von dem Band &#8220;Schöne Zeiten &#8211; Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer&#8221; <a href="#3">(3)</a> wo Auszüge des Tagebuches des historischen Dr. Johan Paul Kremers als Vorlage für den Sturmarzt Bauer dienten, &#8220;dessen Dokumente Hannah Arendts These der Banalität des Bösen auf das Entsetzlichste illustrieren.&#8221; <a href="#4">(4)</a> </p>
<p>Das Wunschdenken des Protagonisten Michael, durch die Verhinderung Hitlers Geburt den Holocaust und den zweiten Weltkrieg zu vermeiden, scheitert. Die Welt, die Michael neu mit geschaffen hat und in der sich wiederfindet, ist ein Amerika der McCarthy-Ära, in der die Rassentrennung nie abgeschafft wurde und Homosexualität kriminell ist. &#8220;Casablanca&#8221; wurde nie gedreht, keine Chance für Humphrey, Isabell noch einmal in die Augen zu schauen. Rock´n Roll hat es niemals gegeben. In Europa gibt es herrscht ein großdeutsches Reich, in dem keine Juden mehr leben, Moskau und Leningrad sind atomar eingeäschert worden.</p>
<p>Fry setzt das in einen bitterbösen Albtraum um, der mit dem schwärzesten britischen Humor gewürzt ist.</p>
<p>Fry, Schriftsteller, Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur, geboren 1957, verurteilt in jungen Jahren wegen Kreditkartenbetruges, Autor zahlreicher Theaterstücke, Schauspieler in einem Dutzend Spielfilme und Fernsehserien (u.a. Black Adder), schafft es in diesem Roman einen zu fesseln, gleichzeitig Utopien aufzuzeigen und gerade auch an die eigene Verantwortung zu appellieren. Ein Lesevergnügen eines doppelten Superlativs oder mit den Worten Michaels:<br />
<i>Obercool.</i> </p>
<p>Stephen Fry<br />
<b>&#8220;Geschichte machen&#8221;</b> <i>(Making History)</i><br />
Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 7. Auflage (1999)<br />
ISBN-13: 978-3499224102</p>
<p><a NAME="1">(1)</a><i> Deutsche Ausgabe: Christopher R. Browning: &#8220;Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die „Endlösung“ in Polen&#8221;, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1993, ISBN 3-498-00569-3</i></p>
<p><a NAME="2">(2)</a> <i>Alan Bullock: &#8220;HITLER &#8211; Eine Studie über Tyrannei&#8221;<br />
TB – Droste-Verlag, Düsseldorf – 1989 – ISBN 3770009150 – 886 Seiten </i></p>
<p><a NAME="3">(3)</a> <i>Ernst Klee (Herausgeber), Willi Dreßen (Herausgeber), Volker Rieß (Herausgeber): &#8220;Schöne Zeiten, Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer&#8221;  Verlag: S. Fischer, Frankfurt a. M; Auflage: N.-A. (1997) ISBN-10: 310039304 X</i></p>
<p><a NAME="4">(4)</a><i>Fry, Stephen, &#8220;Geschichte machen&#8221; S.496 </i></p>
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		<title>Kate West: The Real Witches Kitchen</title>
		<link>http://www.nornirsaett.de/kate-west-the-real-witches-kitchen/</link>
		<comments>http://www.nornirsaett.de/kate-west-the-real-witches-kitchen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 11:25:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliothek und Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sach- und Fachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[jahreskreisfeste]]></category>
		<category><![CDATA[Kate West]]></category>
		<category><![CDATA[kerzen]]></category>
		<category><![CDATA[kochbuch]]></category>
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		<category><![CDATA[Küchenmagie]]></category>
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		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[rituale]]></category>
		<category><![CDATA[The real witches kitchen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7040258"><img src="http://u1.ipernity.com/13/02/58/7040258.30955c2f.jpg" width="159" height="205" alt="realwitchkitchen" border="0"/></a><br />
<b>Kate West: The Real Witches Kitchen<br />
Spells, recipes, oils, lotions and potions from the Witches&#8217; hearth</b></p>
<h5>(London: HarperCollins, 2002)</h5>
<p>Als begeisterte Küchenmagierin sind die vielen Bücher, die sich mit magischen Rezepten, Öl- und Gewürzmischungen befassen, natürlich ein &#8220;gefundenes Fressen&#8221; für mich. Doch nicht alle halten was sie versprechen, da sie zumeist unzulängliches Hintergrundwissen bieten.</p>
<p>Kate West bemüht sich mit diesem Buch, genau dieses, sonst tatsächlich häufig fehlende Hintergrundwissen, zu vermitteln. Neben einer großen Zahl an Sprüchen, Ritualen und Übungen schreibt sie auch sehr ausführlich über die Bedeutung dahinter. WARUM gibt es zu Jul dieses Gericht und warum zu Ostara ein anderes&#8230; Die Zyklen der Natur auch im eigenen Inneren wahrnehmen, dies ist eines der Anliegen dieses Buches. Da dies meiner Ansicht nach eine der Grundlagen überhaupt ist, um küchenmagisch gut arbeiten zu können, steht dieses Buch auch ganz oben auf meiner persönlichen Hitliste &#8211; immer gut um nachzulesen, Ideen aufzuschnappen und die Gedanken den Kochlöffel zu beflügeln!</p>
<p><em><strong>&#8220;Merry meet! And welcome to THE Real Witches&#8217; Kitchen. The image of a Witch as a ragged woman, dressed all in black, throwing strange ingredients into a bubbling cauldron in the dead of night is somewhat outdated!&#8221; (S. VII)</strong></em><br />
Mit diesen Worten beginnt die Autorin ihre Einleitung des Buches, das ein buntes Sammelsurium der unterschiedlichsten Rezepte darstellt. Seifen finden darin genauso ihren Platz wie Kerzen, Kuchen zu Ehren der Götter, Tees und Hauptgerichte. Dies alles darf auch in der hauseigenen Küche, ganz normal angezogen hergestellt werden, hier nochmals auf das Eingangszitat Stellung beziehend.<br />
Wer Kate West einmal sprechen gehört hat, weiß, dass sie auch ganz authentisch das zu leben scheint, was sie in ihrem Buch niederschreibt. Einfach, klar, Dinge nicht unnötig ausschmückend und gerade dadurch in dieser Klar- und Bescheidenheit so bereichernd.<br />
Sie möchte ihr Werk weder als Koch- noch als exklusives Hexenbuch verstanden wissen, sondern als Buch für jedermann, der von der großen grünen Naturapotheke Gebrauch machen möchte.</p>
<p>Nun ein kleiner Streifzug durch dieses &#8220;Natur-Apotheken-Arbeitsbuch&#8221;&#8230; nicht nur als Rezension sondern auch als Anregung zum kulinarisch-magisch Aktivwerden gedacht!</p>
<p>Dem eigentlichen Arbeitsteil des Buches stellt West das Kapitel <em><strong>&#8220;Witchcraft and Empowering your Herbal Work&#8221; </strong></em>(S. 1-11) voran, um all denjenigen, die keine Vorkenntnisse dessen besitzen, womit Kate West arbeitet – Witchcraft.<br />
Das ist nur insofern relevant, als dass man Bescheid weiß, auf welchem Weltbild West ihre Arbeit aufbaut.<br />
Das Buch selbst aber ist für Wiccas, Hexen, Asatrús etc. gleichermaßen anwendbar. Folglich sollte man sich auch nicht gleich vom einschlägigen Titel abschrecken lassen.</p>
<p>Der Rezeptteil beginnt mit den verschiedensten Arten und Mitteln, die zur Reinigung dienen. Sie erklärt die Zubereitung von Seifen, Badeschaum, Kräutersuden und anderen Badezusätzen. Gestern abends saß ich mit einer beginnenden Verkühlung und schon fürchtend, diesen Artikel nicht zu Ende schreiben zu können, im &#8220;Cold and Flu Bath&#8221; (Vgl. S. 26). Heute geht es mir zumindest nicht schlechter als gestern. Die Verkühlung scheint fürs Erste gestoppt zu sein, also hat die Ölmischung gehalten, was sie versprochen hatte.</p>
<p>Das darauf folgende Kapitel über <em><strong>Öle</strong></em> enthält auch einen Abschnitt über deren magische Anwendung. Über &#8220;Selfblessings&#8221;, &#8220;Candle Dressings&#8221; bis hin zur Anwendung von Ölen an anderen Personen gibt Kate West einige einfache, aber wirkungsvolle Anregungen, um mit Ölen zu experimentieren. Nachdem schon das Öl für die Kerze erläutert wurde, folgt nun auch die Anweisung, wie die dazu passende Kerze gefertigt werden kann.</p>
<p>Dies wird im Kapitel <em><strong>&#8220;Candles and Incences&#8221;</strong></em> erklärt. West über ihre magische Verwendung:<em>&#8220;Candles and incense are integral parts of Magical work. Candles are lit to create the Sacred Space and are burned to set Magic in motion. Incense also creates the ritual mood, as well as mentally preparing you for work you intend to do.&#8221;</em> (S. 47)</p>
<p>Über in Formen gegossene Kerzen, Tropf- und Sandkerzen und gerollte Kerzen ist in diesem Buch wohl so ziemlich alles zu finden, wie Kerzen für den Haus- und Hexengebrauch einfach hergestellt werden können. Darüber hinaus wird auch erklärt, welche Farbe wie wirkt und wie die Kerzen dekoriert werden können – ob man mit solchen Details etwas anzufangen weiß oder nicht, ist natürlich wie immer jedem selbst überlassen.</p>
<p>Das nächste große Kapitel ist den acht <strong>Jahresfesten</strong> gewidmet, welche Speisen und Getränke für das jeweilige Fest passend sind und warum. Den Rezepten ist immer Einiges an Basisinformation über den Sabbat vorangestellt.<br />
Danach geht sie im speziellen auf die Zubereitung von Brot und Kuchen zu Ehren der Götter ein; Speisen, die aus dem Elementarsten hergestellt werden, das die Erde uns schenkt: Dem Getreide. West gibt dazu auch historische, wenn auch sehr oberflächliche Informationen an:</p>
<p><em>&#8220;Grain and certain forms of bread have been found in tombs dating back to the ancient Egyptians and before. The importance of this basic food is reflected in the numerous Gods and Goddesses of grain and harvest from all parts of the world and almost all stages of humanity &#8211; Attis, Ceres, Ceridwyn, Chrom Cruaich, Demeter, Dionysus, Osiris, Persephone and Robigus to name just a few &#8211; not to mention all the Gods and Goddesses of fertility whose compass includes the harvest. Bread itself has always been called the staff of life and to share bread was considered to produce social obligations on both host and guest.&#8221;</em> (S. 103)</p>
<p>Nach einem durchaus interessanten, wenn auch nicht außergewöhnlichen Kapitel über Tee geht West auf Kosmetik, Ernährung und körperliches Wohlbefinden ein. Im Kapitel <em><strong>&#8220;Looking Good, Feeling Fine</strong></em>&#8221; wird es dann wirklich sehr vielfältig um nicht zu sagen chaotisch, manchmal könnte man meinen, man läse in einer Schönheitszeitschrift nach, manchmal fühlt man sich wie während einer Diät. Gerade diese Abwechslung macht dieses Buch für mich aber so liebens-, lesens- und ausprobierenswert, weil es auch dieses kreative, latente Chaos darstellt, die eine Küche zum Tempel werden lässt.</p>
<p>Das letzte Kapitel war lange Zeit mein Lieblingskapitel &#8211; <em><strong>&#8220;Herb Sachets and Gifts&#8221;</strong></em> &#8211; alles zum selber Basteln. Vielleicht lag daran, dass ich dieses Buch vor vielen Jahren das erste Mal in der Zeit vor Jul gelesen habe. Die Kräutersäckchen werden unter anderem für ein ruhiges Zuhause, Schutz, deinen heiligen Raum etc. beschrieben (Vgl. S. 186-193).</p>
<p>Damit sind wir auch schon am Ende der Reise durch Kate Wests Hexenküche.<br />
In den letzten Jahren wurden, wie bereits Eingangs erwähnt, eine Reihe von Büchern publiziert, die als Verpackung &#8220;Hexe&#8221; und als Inhalt &#8220;Kochbuch&#8221; haben. Innerhalb des Esoterikbooms der letzten 15 Jahre erschienen viele zu diesem Thema.</p>
<p>Für mich persönlich kann ich auf jeden Fall behaupten, dass die Arbeit einer Hexe, einer seidhkona, bei mir sehr oft in der Küche stattfindet, am Herdfeuer, das für mich das Zentrum des Lebensraumes, der Fokus der Familie ist.</p>
<p>Die Magie ist Teil der Küche und die Küche Teil der Magie. Dies kommt in diesem Buch sehr schön zur Geltung und hebt es von anderen Büchern zu diesem Thema ab.</p>
<p><em><strong>Über die Autorin:</strong></em><br />
Kate West, geboren 1957 in Kent, England, lebt und arbeitet selbst seit wohl 40 Jahren als Hexe.</p>
<p>Sie ist außerdem Autorin vieler Bücher, u.a. &#8220;The Real Witches&#8217; Handbook&#8221;, &#8220;The Real Witches&#8217; Craft: Magical Techniques and Guidance for a Full Year of Practicing the Craft&#8221; etc.</p>
<p>PS: Wer sich jetzt wundert, warum alle Bücher von West mit &#8220;The real….&#8221; Beginnen: Hier ist die Auflösung dazu – ein Auszug aus einem Interview von LadyPurple von <a href="http://www.hagazussa.tv/">www.hagazussa.tv</a> mit Kate West am Witchfest 2003:</p>
<p><strong>Lady Purple:</strong><em> Alle Deine Bücher heißen “The real witches handbook”, “The real …..”. Warum denkst Du, dass das das Wirkliche ist?<br />
</em><strong>Kate:</strong><em> Es gibt ziemlich viele Einflüsse auf den Titel eines Buches, das hat mich am Anfang, als ich zu schreiben begann ganz schön schockiert. Verleger haben ein großes Mitspracherecht, was den Titel eines Buches betrifft. Wir haben sehr lange diskutiert und sie hatten viele eigenartige Ideen, wir haben uns dann auf „The real witches“ geeinigt, weil es das Hexentum von wirklichen Leuten beschreibt. Es geht nicht um Leute, die finanziell unabhängig sind, die all ihre Zeit damit verbringen sich verwöhnen zu lassen und die einen Tempel im Gästezimmer haben. Hier geht es um das Hexentum von Leuten, die einkaufen müssen und abwaschen, ihren Kindern die Nasen putzen und das Katzenklo säubern. Das ist das Hexentum von wirklichen Leuten, die im wirklichen Leben stehen, mit stressigen Leben und echten Problemen. Das heißt nicht, dass diese Art von Hexentum besser ist als andere. Der „real Witch“ Titel ist hängen geblieben und der Verleger bleibt dabei und ich finde es auch gut, deswegen.</em></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/">Bibliothek und Medien</a> by Brigh <a href="http://www.nornirsaett.de/kate-west-the-real-witches-kitchen/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7040258"><img src="http://u1.ipernity.com/13/02/58/7040258.30955c2f.jpg" width="159" height="205" alt="realwitchkitchen" border="0"/></a><br />
<b>Kate West: The Real Witches Kitchen<br />
Spells, recipes, oils, lotions and potions from the Witches&#8217; hearth</b></p>
<h5>(London: HarperCollins, 2002)</h5>
<p>Als begeisterte Küchenmagierin sind die vielen Bücher, die sich mit magischen Rezepten, Öl- und Gewürzmischungen befassen, natürlich ein &#8220;gefundenes Fressen&#8221; für mich. Doch nicht alle halten was sie versprechen, da sie zumeist unzulängliches Hintergrundwissen bieten.</p>
<p>Kate West bemüht sich mit diesem Buch, genau dieses, sonst tatsächlich häufig fehlende Hintergrundwissen, zu vermitteln. Neben einer großen Zahl an Sprüchen, Ritualen und Übungen schreibt sie auch sehr ausführlich über die Bedeutung dahinter. WARUM gibt es zu Jul dieses Gericht und warum zu Ostara ein anderes&#8230; Die Zyklen der Natur auch im eigenen Inneren wahrnehmen, dies ist eines der Anliegen dieses Buches. Da dies meiner Ansicht nach eine der Grundlagen überhaupt ist, um küchenmagisch gut arbeiten zu können, steht dieses Buch auch ganz oben auf meiner persönlichen Hitliste &#8211; immer gut um nachzulesen, Ideen aufzuschnappen und die Gedanken den Kochlöffel zu beflügeln!</p>
<p><em><strong>&#8220;Merry meet! And welcome to THE Real Witches&#8217; Kitchen. The image of a Witch as a ragged woman, dressed all in black, throwing strange ingredients into a bubbling cauldron in the dead of night is somewhat outdated!&#8221; (S. VII)</strong></em><br />
Mit diesen Worten beginnt die Autorin ihre Einleitung des Buches, das ein buntes Sammelsurium der unterschiedlichsten Rezepte darstellt. Seifen finden darin genauso ihren Platz wie Kerzen, Kuchen zu Ehren der Götter, Tees und Hauptgerichte. Dies alles darf auch in der hauseigenen Küche, ganz normal angezogen hergestellt werden, hier nochmals auf das Eingangszitat Stellung beziehend.<br />
Wer Kate West einmal sprechen gehört hat, weiß, dass sie auch ganz authentisch das zu leben scheint, was sie in ihrem Buch niederschreibt. Einfach, klar, Dinge nicht unnötig ausschmückend und gerade dadurch in dieser Klar- und Bescheidenheit so bereichernd.<br />
Sie möchte ihr Werk weder als Koch- noch als exklusives Hexenbuch verstanden wissen, sondern als Buch für jedermann, der von der großen grünen Naturapotheke Gebrauch machen möchte.</p>
<p>Nun ein kleiner Streifzug durch dieses &#8220;Natur-Apotheken-Arbeitsbuch&#8221;&#8230; nicht nur als Rezension sondern auch als Anregung zum kulinarisch-magisch Aktivwerden gedacht!</p>
<p>Dem eigentlichen Arbeitsteil des Buches stellt West das Kapitel <em><strong>&#8220;Witchcraft and Empowering your Herbal Work&#8221; </strong></em>(S. 1-11) voran, um all denjenigen, die keine Vorkenntnisse dessen besitzen, womit Kate West arbeitet – Witchcraft.<br />
Das ist nur insofern relevant, als dass man Bescheid weiß, auf welchem Weltbild West ihre Arbeit aufbaut.<br />
Das Buch selbst aber ist für Wiccas, Hexen, Asatrús etc. gleichermaßen anwendbar. Folglich sollte man sich auch nicht gleich vom einschlägigen Titel abschrecken lassen.</p>
<p>Der Rezeptteil beginnt mit den verschiedensten Arten und Mitteln, die zur Reinigung dienen. Sie erklärt die Zubereitung von Seifen, Badeschaum, Kräutersuden und anderen Badezusätzen. Gestern abends saß ich mit einer beginnenden Verkühlung und schon fürchtend, diesen Artikel nicht zu Ende schreiben zu können, im &#8220;Cold and Flu Bath&#8221; (Vgl. S. 26). Heute geht es mir zumindest nicht schlechter als gestern. Die Verkühlung scheint fürs Erste gestoppt zu sein, also hat die Ölmischung gehalten, was sie versprochen hatte.</p>
<p>Das darauf folgende Kapitel über <em><strong>Öle</strong></em> enthält auch einen Abschnitt über deren magische Anwendung. Über &#8220;Selfblessings&#8221;, &#8220;Candle Dressings&#8221; bis hin zur Anwendung von Ölen an anderen Personen gibt Kate West einige einfache, aber wirkungsvolle Anregungen, um mit Ölen zu experimentieren. Nachdem schon das Öl für die Kerze erläutert wurde, folgt nun auch die Anweisung, wie die dazu passende Kerze gefertigt werden kann.</p>
<p>Dies wird im Kapitel <em><strong>&#8220;Candles and Incences&#8221;</strong></em> erklärt. West über ihre magische Verwendung:<em>&#8220;Candles and incense are integral parts of Magical work. Candles are lit to create the Sacred Space and are burned to set Magic in motion. Incense also creates the ritual mood, as well as mentally preparing you for work you intend to do.&#8221;</em> (S. 47)</p>
<p>Über in Formen gegossene Kerzen, Tropf- und Sandkerzen und gerollte Kerzen ist in diesem Buch wohl so ziemlich alles zu finden, wie Kerzen für den Haus- und Hexengebrauch einfach hergestellt werden können. Darüber hinaus wird auch erklärt, welche Farbe wie wirkt und wie die Kerzen dekoriert werden können – ob man mit solchen Details etwas anzufangen weiß oder nicht, ist natürlich wie immer jedem selbst überlassen.</p>
<p>Das nächste große Kapitel ist den acht <strong>Jahresfesten</strong> gewidmet, welche Speisen und Getränke für das jeweilige Fest passend sind und warum. Den Rezepten ist immer Einiges an Basisinformation über den Sabbat vorangestellt.<br />
Danach geht sie im speziellen auf die Zubereitung von Brot und Kuchen zu Ehren der Götter ein; Speisen, die aus dem Elementarsten hergestellt werden, das die Erde uns schenkt: Dem Getreide. West gibt dazu auch historische, wenn auch sehr oberflächliche Informationen an:</p>
<p><em>&#8220;Grain and certain forms of bread have been found in tombs dating back to the ancient Egyptians and before. The importance of this basic food is reflected in the numerous Gods and Goddesses of grain and harvest from all parts of the world and almost all stages of humanity &#8211; Attis, Ceres, Ceridwyn, Chrom Cruaich, Demeter, Dionysus, Osiris, Persephone and Robigus to name just a few &#8211; not to mention all the Gods and Goddesses of fertility whose compass includes the harvest. Bread itself has always been called the staff of life and to share bread was considered to produce social obligations on both host and guest.&#8221;</em> (S. 103)</p>
<p>Nach einem durchaus interessanten, wenn auch nicht außergewöhnlichen Kapitel über Tee geht West auf Kosmetik, Ernährung und körperliches Wohlbefinden ein. Im Kapitel <em><strong>&#8220;Looking Good, Feeling Fine</strong></em>&#8221; wird es dann wirklich sehr vielfältig um nicht zu sagen chaotisch, manchmal könnte man meinen, man läse in einer Schönheitszeitschrift nach, manchmal fühlt man sich wie während einer Diät. Gerade diese Abwechslung macht dieses Buch für mich aber so liebens-, lesens- und ausprobierenswert, weil es auch dieses kreative, latente Chaos darstellt, die eine Küche zum Tempel werden lässt.</p>
<p>Das letzte Kapitel war lange Zeit mein Lieblingskapitel &#8211; <em><strong>&#8220;Herb Sachets and Gifts&#8221;</strong></em> &#8211; alles zum selber Basteln. Vielleicht lag daran, dass ich dieses Buch vor vielen Jahren das erste Mal in der Zeit vor Jul gelesen habe. Die Kräutersäckchen werden unter anderem für ein ruhiges Zuhause, Schutz, deinen heiligen Raum etc. beschrieben (Vgl. S. 186-193).</p>
<p>Damit sind wir auch schon am Ende der Reise durch Kate Wests Hexenküche.<br />
In den letzten Jahren wurden, wie bereits Eingangs erwähnt, eine Reihe von Büchern publiziert, die als Verpackung &#8220;Hexe&#8221; und als Inhalt &#8220;Kochbuch&#8221; haben. Innerhalb des Esoterikbooms der letzten 15 Jahre erschienen viele zu diesem Thema.</p>
<p>Für mich persönlich kann ich auf jeden Fall behaupten, dass die Arbeit einer Hexe, einer seidhkona, bei mir sehr oft in der Küche stattfindet, am Herdfeuer, das für mich das Zentrum des Lebensraumes, der Fokus der Familie ist.</p>
<p>Die Magie ist Teil der Küche und die Küche Teil der Magie. Dies kommt in diesem Buch sehr schön zur Geltung und hebt es von anderen Büchern zu diesem Thema ab.</p>
<p><em><strong>Über die Autorin:</strong></em><br />
Kate West, geboren 1957 in Kent, England, lebt und arbeitet selbst seit wohl 40 Jahren als Hexe.</p>
<p>Sie ist außerdem Autorin vieler Bücher, u.a. &#8220;The Real Witches&#8217; Handbook&#8221;, &#8220;The Real Witches&#8217; Craft: Magical Techniques and Guidance for a Full Year of Practicing the Craft&#8221; etc.</p>
<p>PS: Wer sich jetzt wundert, warum alle Bücher von West mit &#8220;The real….&#8221; Beginnen: Hier ist die Auflösung dazu – ein Auszug aus einem Interview von LadyPurple von <a href="http://www.hagazussa.tv/">www.hagazussa.tv</a> mit Kate West am Witchfest 2003:</p>
<p><strong>Lady Purple:</strong><em> Alle Deine Bücher heißen “The real witches handbook”, “The real …..”. Warum denkst Du, dass das das Wirkliche ist?<br />
</em><strong>Kate:</strong><em> Es gibt ziemlich viele Einflüsse auf den Titel eines Buches, das hat mich am Anfang, als ich zu schreiben begann ganz schön schockiert. Verleger haben ein großes Mitspracherecht, was den Titel eines Buches betrifft. Wir haben sehr lange diskutiert und sie hatten viele eigenartige Ideen, wir haben uns dann auf „The real witches“ geeinigt, weil es das Hexentum von wirklichen Leuten beschreibt. Es geht nicht um Leute, die finanziell unabhängig sind, die all ihre Zeit damit verbringen sich verwöhnen zu lassen und die einen Tempel im Gästezimmer haben. Hier geht es um das Hexentum von Leuten, die einkaufen müssen und abwaschen, ihren Kindern die Nasen putzen und das Katzenklo säubern. Das ist das Hexentum von wirklichen Leuten, die im wirklichen Leben stehen, mit stressigen Leben und echten Problemen. Das heißt nicht, dass diese Art von Hexentum besser ist als andere. Der „real Witch“ Titel ist hängen geblieben und der Verleger bleibt dabei und ich finde es auch gut, deswegen.</em></p>
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		<title>Sigrid Früh: Herrin der Rauhnächte &#8211; Märchen, Brauchtum, Aberglaube</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 21:25:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sach- und Fachbücher]]></category>
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		<description><![CDATA[<blockquote><p>Die Rauhnächte, oder Zwölften, wie die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar auch genannt wird, ist eine Zeit der Geister und Seelen. Vielfältiges Brauchtum, Orakel, Magie und Aberglaube rankt sich um diese Tage und Nächte.</p></blockquote>
<p><b>Über die Autorin:</b><br />
<i>Sigrid Früh (geboren 1935) studierte Germanistik und Volkskunde in Tübingen und Zürich. Heute ist sie eine der bekanntesten Sagen- und Märchenforscherinnen Deutschlands, hält Vorträge und Seminare an Universitäten und Bibliotheken. Außerdem ist sie immer wieder als Märchenerzählerin unterwegs und begeistert ihr Publikum. Sigrid Früh lebt und arbeitet in Kernen im Remstal.</i><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6415253"><img src="http://u1.ipernity.com/13/52/53/6415253.3f50698b.jpg" width="198" height="140" alt="rauhnaechte2" border="0"/></a></p>
<p>Andere Bücher der Autorin:<br />
Sigrid Früh und Roland Kübler: <i>&#8220;Feuerblume &#8211; Märchen von Liebe, Lust und Leidenschaft&#8221;</i><br />
<i>&#8220;Der Mond &#8211; Märchen, Brauchtum, Aberglaube&#8221;</i></p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6415252"><img src="http://u1.ipernity.com/13/52/52/6415252.3e36df5d.jpg" width="131" height="151" alt="rauhnaechte1" border="0"/></a><br />
<b><i>Sigrid Früh</i><br />
Rauhnächte &#8211; Märchen, Brauchtum, Aberglaube</b><br />
Stendel Verlag &#8211; Waiblingen, 1998<br />
ISBN 3926789247</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Rauhnächte, oder Zwölften, wie die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar auch genannt wird, ist eine Zeit der Geister und Seelen. Vielfältiges Brauchtum, Orakel, Magie und Aberglaube rankt sich um diese Tage und Nächte.<br />
Durch die Lüfte braust die Wilde Jagd, geführt vom Wilden Jäger, dem Wode und dringt in die Häuser, wenn Türen und Fenster nicht gut verschlossen sind. Versunkene Schlösser und Schätze steigen empor, Zwerge kommen zu Besuch und müssen bewirtet werden. Fremden Tieren ist in dieser Zeit nicht zu trauen, weil die Hexen oft ihre Gestalt annehmen.<br />
Die Zeit der Sonnwende, des Wechsels, hat die Menschheit schon immer beeindruckt und beschäftigt. Schon in vorchristlicher Zeit wurde die Wintersonnwende als Geburt der Sonne gefeiert.<br />
Diese Tatsache nutzten die christlichen Missionare für ihr Tun. Sie feierten die Geburt Christi (der historische Jesus von Nazareth kam nicht am 24.12. zur Welt) als die auf die Erde gekommene Sonne. Diese Zeit des Wechsels war und ist eine Zeit des Kampfes des Lichts mit der Finsternis, des Guten mit dem Bösen. Und in Märchen und Sagen ist die Erlösung der verwunschenen Prinzessinnen oder das Ende der langen Suche oft nur in einer dieser besonderen Nächte möglich.&#8221; (S. 7)</p></blockquote>
<p>Mit dieser Einleitung beginnt Sigrid Früh ihr Buch über Märchen und Sagen, die wichtigsten Bräuche und allerhand Magie zu den zwölf heiligen Nächten, die uns schon aus altnordischen Quellen bekannt sind. So erzählt die <i>Hervarar saga</i>, wie anlässlich der Raunächte ein Gelübde auf den größten Eber der Herde abgelegt wurde.<br />
Die Geschichten, die Sigrid Früh für ihr Büchlein gesammelt hat, sind Erzählungen über</p>
<ul>
<li>die altnordische Göttin <b>Frigg</b> (Funktion als Fruchtbarkeits- und Ehegöttin. Ihr Name leitet sich vom indogermanischen *prii &#8211; &#8220;lieben&#8221; her. Nicht zu verwechseln mit Freyja! Frigg begegnet uns auch im 2. Merseburger Zauberspruch &#8211; als Frija und als Frea in der &#8220;Origo gentis Langobadorum&#8221; und in der &#8220;Historia Langobadorum&#8221; als Schutzherrin der Langobarden),</li>
<li><b>Frau Holle</b></li>
<li>die <b>Percht</b> oder <b>Berchta</b>, (ursprünglich eine lichte Gestalt, die erst mit der christlichen Umdeutung ins Reich der bösen Mächte verbannt wurde)</li>
<li><b>die magische Pflanze Holunder</b></li>
<li><b>die Wilde Jagd</b> (Wodan braust mit seinem wilden Heer und den Raben Hugin und Munin durch die Lüfte und besucht die diesseitige Welt.) Dieser Glaube ist erst, obwohl es sich um einen nordischen, wenn auch nicht unbedingt omnigermanischen Gott handelt, im Mittelalter und in der frühen Neuzeit als &#8220;Wilde Jagd&#8221; bekannt geworden. Nach Tacitus war Wodan der einzige nordische Gott, der tatsächlich Menschenopfer erhielt. Überzeugend, da Wodan auch als der Führer des Totenheeres gilt. Die Etymologie des Namens &#8220;Wut&#8221; zeugt von ihm als Ekstatiker. Auch er tritt, neben Frigg, im 2. Merseburger Zauberspruch auf (und muss wohl in Verbindung mit schamanistischen, nordasiatischen Religionen in Verbindung gesehen werden).</li>
<li><b>sprechende Tiere</b>: Woher der Glaube stammt, dass Tiere in den Raunächten sprechen können, ist nicht genau geklärt. Hinweise darauf, dass sich Götter oder auch Menschen in Tiere verwandeln können, gibt es allerdings unzählige. So verwandelt sich Odin nach Heimskringla 7 in mehrere Tiere, Loki in der Snorra Edda in eine Stute, einen Lachs etc. Auch im Keltischen ist dies bekannt, so verwandelt sich Gwydion oder auch Merlin im &#8220;Song of Amergin&#8221;. Daneben existieren auch noch das in vielen Kulturen bekannte Shapeshifting (Gestaltwandlung &#8211; auch Lykanthropie fällt darunter!). Oder sollte man doch die berühmte Kirche im Dorf lassen und den Tieren einfach zugestehen, dass sie in diesen Nächten wirklich sprechen können? Oder können die Menschen, durch heiliges Räucherwerk sensibilisiert, die Tiere dadurch besser hören?</li>
</ul>
<p>In vielen dieser Geschichten ist ein naturreligiöser, heidnischer Ansatz bemerkbar, manchmal offensichtlich, manchmal in einem christlichen Kontext verpackt.</p>
<p>Neben diesen reichhaltigen und vielfältigen Erzählungen schreibt Sigrid Früh über Brauchtum und Aberglauben an den Raunächten im Allgemeinen, aber auch über Bräuche zur heiligen Weihnachtsnacht, Sylvester und zum Dreikönigstag.<br />
Hier eine kleine, interessante Auswahl davon &#8211; weit gestreut zwischen skurril und Hinweisen auf vorchristliche Bräuche, die vor allem in den Tälern der Alpenländer häufig überlebt haben.</p>
<p><b>Zu den Raunächten allgemein</b></p>
<blockquote><p>&#8220;In diesen Tagen haben Heilkräuter ihre größte Wirkung&#8221; (S. 19)</p></blockquote>
<p>Dies lässt sich im christlichen Kontext bzw. dem Mithraskult erklären &#8211; die Kräuterräucherung oder Weihrauchräucherung sollte die Gesundheit bewahren bzw. Schadenszauber (Dämonen) abwehren. Im nordischen Kontext ist es vorstellbar, dass es zu diesem Zeitpunkt eingesalzte Kräuter zur Ergänzung der Nahrung zu essen gab. Hinweise auf besondere Bräuche konnte ich aber keine ausfindig machen. </p>
<blockquote><p>Die Träume der zwölf Nächte erfüllen sich in den entsprechenden Monaten des Jahres. Träumt man vor Mitternacht, so erfüllt sich dies in der ersten Hälfte des Monats, Träume nach Mitternacht am Ende des Monats.&#8221; (S. 19)</p></blockquote>
<p>Eine der bekanntesten Aussagen zu den Raunächten. Wie bereits erwähnt, gelten die Raunächte als <b>die</b> Zeit für Orakel und Wahrsagerei. So werden sie auch als Lostage bezeichnet. &#8220;Los&#8221; kommt von &#8220;lösseln&#8221; und meint das Erkunden der Zukunft. Träume werden überdurchschnittlich häufig interpretiert und die Kunst des Kaffeesatz-Lesens oder der Brauch des Blei-Gießens ist immer noch ein beliebter Brauch.</p>
<p><b>Zur Heiligen Nacht</b></p>
<blockquote><p>&#8220;In der Heiligen Nacht sollen Hexen und Geister ganz besondere Macht haben. Deshalb beginnt mit Einbruch der Nacht in regelmäßigen Abständen das Schreckenläuten. Es dauert an bis zur Mitternachtsmesse und vertreibt die bösen Geister.&#8221; (S. 29)</p></blockquote>
<p>Die Weihnachtsnacht ist sehr kurz nach der Wintersonnenwende angesetzt. Die längste Nacht, der kürzeste Tag sind eben erst vorüber. Das Licht hat noch nicht wirklich an neuer Kraft gewonnen, die Dunkelheit ist immer noch sehr präsent. Ein Grund, die dunklen Mächte aus der Welt zu treiben?</p>
<blockquote><p>&#8220;An Weihnachten muß man die Stube wischen um zwölf Uhr in der Nacht und zwar zur Hintertür und nackend. Wenn man dies tut, sieht man den zukünftigen Geliebten oder die Geliebte nackend unter dem Tisch sitzen&#8221; (S. 30)</p></blockquote>
<p>Wohl ein sehr seltsamer Aberglaube, Früh gibt leider, wie bei allen anderen Sprüchen auch, keine genaue Quelle an, wo dies nachgelesen werden könnte!</p>
<blockquote><p>&#8220;Schneidet ein Mädchen in der Heiligen Nacht eine weiße Zwiebel und streut Salz drauf, so werden sich bis am Morgen die Züge des zukünftigen Gatten abbilden.&#8221; (S. 30)</p></blockquote>
<p>Die Raunächte gelten seit jeher als eine Zeit für Weissagungen und Orakel&#8230;<br />
Dennoch finde ich diesen Tipp nicht besonders reizvoll. Aber wer weiß &#8211; die Raunächte nahen und es wäre Zeit, das Zwiebel-Orakel auszuprobieren! Wer will es versuchen?</p>
<p><b>Zu Silvester und Neujahr</b></p>
<blockquote><p>&#8220;Der Hausvater schlägt in der Neujahrsnacht vier Pfähle nach den vier Himmelsrichtungen ums Haus herum in die Erde, damit es vor Feuer behütet werde.&#8221; (S. 48)</p></blockquote>
<p>Schlägt der Hausvater dabei einen Schutzkreis um sein Haus, um es vor allem Übel zu bewahren und zu beschützen?</p>
<blockquote><p>&#8220;Wer in der Neujahrsnacht, ohne ein Wort zu reden, eine Hagebutte ißt, wird gesund.&#8221; (S. 50)</p></blockquote>
<p>Ein Spruch, der beim ersten Hinsehen beinahe so seltsam klingt wie das Zwiebelorakel (siehe weiter oben). Durch Nachfrage erhielt ich von Magister Botanicus und Wolfgang Bauer aber den Hinweis, dass statt der Hagebutte in Wirklichkeit der Fliegenpilz gemeint sein könnte. Das mit der Hagebutte kommt sehr wahrscheinlich direkt vom Mithraskult (Feiertage sind zu den Rauhnächten); es ist damit aber keine Hagebutte, sondern ein getrockneter Fliegenpilz, der hier aus kultischen Gründen verzehrt wird, gemeint. Auf beide, sowohl Fliegenpilz als auch Hagebutte passt die Beschreibung des Männlein im Walde und Zwerg mit roter Mütze! </p>
<p><b>Zum Dreikönigstag, Frau Holle Tag</b></p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn man beim Gebetsläuten am Dreikönigstag einen Zaunstecken aus der Erde zieht, so hört man aus dem Loch die Weissagungen für das kommende Jahr (Heirat, Tod, Gewinn, Verlust etc.).&#8221; (S. 61)</p></blockquote>
<p>Wie mehrmals erwähnt, sind die Raunächte eine Zeit der Weissagungen. Spricht die Unterweltgöttin Hel, auch als Frau Holle bekannt, aus dem Erdloch???</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine Wünschelrute, die am Dreikönigstag geschnitten wird, ist unfehlbar. Sie kann, je nachdem was sie finden soll, auf einen der drei Magier aus dem Morgenland getauft werden. Auf Caspar, dann schlägt sie aus bei Gold, Balthasar findet Silber und Melchior Wasser.&#8221; (S. 61)</p></blockquote>
<p>Die Kunst der Wünschelrute wurde und wird in der Kirche nicht gerne geduldet, entstammt sie doch heidnischem Kulturgut. Dennoch hat sie sich in Sagen, auch zusammen mit den heiligen drei Königen, erhalten. Wie bereits erwähnt, die drei Könige sind als solche erst ab dem 12. Jahrhundert bekannt. Vorher waren es drei Magier, die dem neugeborenen Sonnenkind ihre Gaben überbrachten! Und wer traut einem Magier nicht zu, Gold, Silber oder Wasser zu finden?!</p>
<p>Entlehnt hat Früh diese Sprüche und Aberglauben unter anderem aus dem <i>&#8220;Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens.</i> Berlin, Leipzig, 1927-42&#8243;. Ein Werk, das grundsätzlich nur mit gewissen Erklärungen zitiert werden sollte, wenn man den Zeitraum seines Erscheinens bedenkt. Dies hat Sigrid Früh in ihrem eigentlich sehr gut und interessant zu lesendem Büchlein sicherlich versäumt!<br />
Es würde der Lesbarkeit auch nicht schaden, wenn die Quellenangaben direkt am Ende der Geschichten stünden! Das Nachforschen wird auch noch durch das Fehlen von Seitenzahlen und Verlagsangaben erschwert.<br />
Abgesehen davon ein durchaus lesenswertes Buch, das, neben Informationen zu den Raunächten, wunderschöne, zauberhafte Geschichten enthält, die die langen, kalten Raunächte erträglich werden lassen. Mit Buch, Tee und Keksen am Ofen&#8230; .<br />
Denn wie ein weiser Spruch rät:<br />
<blockquote>&#8220;Wer an Weihnachten viel isst, dem geht es das nächste Jahr gut.&#8221; (S. 31)</p></blockquote>
<p>In dem Sinne &#8211; Mahlzeit und segensreiche Raunächte!</p>
<p><i>Mein herzlicher Dank für all die wertvollen Informationen bezüglich des Mithras-Kultes (vgl. dazu Kommentare zu den Sprüchen) ergeht an Magister Botanicus und Wolfgang Bauer &#8211; DANKESCHÖN!</i></p>
<div style="display:block"><small><em>posted in <a href="http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/bibliothek-und-medien/sach-und-fachbucher/">Sach- und Fachbücher</a> by Brigh <a href="http://www.nornirsaett.de/sigrid-fruh-herrin-der-rauhnachte-marchen-brauchtum-aberglaube/#comments">Leave A Comment</a><br />&copy;2012 <a href="http://www.nornirsaett.de">Asatru zum selber Denken - die Nornirs Ætt</a>. All Rights Reserved.</em></small></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Rauhnächte, oder Zwölften, wie die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar auch genannt wird, ist eine Zeit der Geister und Seelen. Vielfältiges Brauchtum, Orakel, Magie und Aberglaube rankt sich um diese Tage und Nächte.</p></blockquote>
<p><b>Über die Autorin:</b><br />
<i>Sigrid Früh (geboren 1935) studierte Germanistik und Volkskunde in Tübingen und Zürich. Heute ist sie eine der bekanntesten Sagen- und Märchenforscherinnen Deutschlands, hält Vorträge und Seminare an Universitäten und Bibliotheken. Außerdem ist sie immer wieder als Märchenerzählerin unterwegs und begeistert ihr Publikum. Sigrid Früh lebt und arbeitet in Kernen im Remstal.</i><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6415253"><img src="http://u1.ipernity.com/13/52/53/6415253.3f50698b.jpg" width="198" height="140" alt="rauhnaechte2" border="0"/></a></p>
<p>Andere Bücher der Autorin:<br />
Sigrid Früh und Roland Kübler: <i>&#8220;Feuerblume &#8211; Märchen von Liebe, Lust und Leidenschaft&#8221;</i><br />
<i>&#8220;Der Mond &#8211; Märchen, Brauchtum, Aberglaube&#8221;</i></p>
<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6415252"><img src="http://u1.ipernity.com/13/52/52/6415252.3e36df5d.jpg" width="131" height="151" alt="rauhnaechte1" border="0"/></a><br />
<b><i>Sigrid Früh</i><br />
Rauhnächte &#8211; Märchen, Brauchtum, Aberglaube</b><br />
Stendel Verlag &#8211; Waiblingen, 1998<br />
ISBN 3926789247</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Rauhnächte, oder Zwölften, wie die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar auch genannt wird, ist eine Zeit der Geister und Seelen. Vielfältiges Brauchtum, Orakel, Magie und Aberglaube rankt sich um diese Tage und Nächte.<br />
Durch die Lüfte braust die Wilde Jagd, geführt vom Wilden Jäger, dem Wode und dringt in die Häuser, wenn Türen und Fenster nicht gut verschlossen sind. Versunkene Schlösser und Schätze steigen empor, Zwerge kommen zu Besuch und müssen bewirtet werden. Fremden Tieren ist in dieser Zeit nicht zu trauen, weil die Hexen oft ihre Gestalt annehmen.<br />
Die Zeit der Sonnwende, des Wechsels, hat die Menschheit schon immer beeindruckt und beschäftigt. Schon in vorchristlicher Zeit wurde die Wintersonnwende als Geburt der Sonne gefeiert.<br />
Diese Tatsache nutzten die christlichen Missionare für ihr Tun. Sie feierten die Geburt Christi (der historische Jesus von Nazareth kam nicht am 24.12. zur Welt) als die auf die Erde gekommene Sonne. Diese Zeit des Wechsels war und ist eine Zeit des Kampfes des Lichts mit der Finsternis, des Guten mit dem Bösen. Und in Märchen und Sagen ist die Erlösung der verwunschenen Prinzessinnen oder das Ende der langen Suche oft nur in einer dieser besonderen Nächte möglich.&#8221; (S. 7)</p></blockquote>
<p>Mit dieser Einleitung beginnt Sigrid Früh ihr Buch über Märchen und Sagen, die wichtigsten Bräuche und allerhand Magie zu den zwölf heiligen Nächten, die uns schon aus altnordischen Quellen bekannt sind. So erzählt die <i>Hervarar saga</i>, wie anlässlich der Raunächte ein Gelübde auf den größten Eber der Herde abgelegt wurde.<br />
Die Geschichten, die Sigrid Früh für ihr Büchlein gesammelt hat, sind Erzählungen über</p>
<ul>
<li>die altnordische Göttin <b>Frigg</b> (Funktion als Fruchtbarkeits- und Ehegöttin. Ihr Name leitet sich vom indogermanischen *prii &#8211; &#8220;lieben&#8221; her. Nicht zu verwechseln mit Freyja! Frigg begegnet uns auch im 2. Merseburger Zauberspruch &#8211; als Frija und als Frea in der &#8220;Origo gentis Langobadorum&#8221; und in der &#8220;Historia Langobadorum&#8221; als Schutzherrin der Langobarden),</li>
<li><b>Frau Holle</b></li>
<li>die <b>Percht</b> oder <b>Berchta</b>, (ursprünglich eine lichte Gestalt, die erst mit der christlichen Umdeutung ins Reich der bösen Mächte verbannt wurde)</li>
<li><b>die magische Pflanze Holunder</b></li>
<li><b>die Wilde Jagd</b> (Wodan braust mit seinem wilden Heer und den Raben Hugin und Munin durch die Lüfte und besucht die diesseitige Welt.) Dieser Glaube ist erst, obwohl es sich um einen nordischen, wenn auch nicht unbedingt omnigermanischen Gott handelt, im Mittelalter und in der frühen Neuzeit als &#8220;Wilde Jagd&#8221; bekannt geworden. Nach Tacitus war Wodan der einzige nordische Gott, der tatsächlich Menschenopfer erhielt. Überzeugend, da Wodan auch als der Führer des Totenheeres gilt. Die Etymologie des Namens &#8220;Wut&#8221; zeugt von ihm als Ekstatiker. Auch er tritt, neben Frigg, im 2. Merseburger Zauberspruch auf (und muss wohl in Verbindung mit schamanistischen, nordasiatischen Religionen in Verbindung gesehen werden).</li>
<li><b>sprechende Tiere</b>: Woher der Glaube stammt, dass Tiere in den Raunächten sprechen können, ist nicht genau geklärt. Hinweise darauf, dass sich Götter oder auch Menschen in Tiere verwandeln können, gibt es allerdings unzählige. So verwandelt sich Odin nach Heimskringla 7 in mehrere Tiere, Loki in der Snorra Edda in eine Stute, einen Lachs etc. Auch im Keltischen ist dies bekannt, so verwandelt sich Gwydion oder auch Merlin im &#8220;Song of Amergin&#8221;. Daneben existieren auch noch das in vielen Kulturen bekannte Shapeshifting (Gestaltwandlung &#8211; auch Lykanthropie fällt darunter!). Oder sollte man doch die berühmte Kirche im Dorf lassen und den Tieren einfach zugestehen, dass sie in diesen Nächten wirklich sprechen können? Oder können die Menschen, durch heiliges Räucherwerk sensibilisiert, die Tiere dadurch besser hören?</li>
</ul>
<p>In vielen dieser Geschichten ist ein naturreligiöser, heidnischer Ansatz bemerkbar, manchmal offensichtlich, manchmal in einem christlichen Kontext verpackt.</p>
<p>Neben diesen reichhaltigen und vielfältigen Erzählungen schreibt Sigrid Früh über Brauchtum und Aberglauben an den Raunächten im Allgemeinen, aber auch über Bräuche zur heiligen Weihnachtsnacht, Sylvester und zum Dreikönigstag.<br />
Hier eine kleine, interessante Auswahl davon &#8211; weit gestreut zwischen skurril und Hinweisen auf vorchristliche Bräuche, die vor allem in den Tälern der Alpenländer häufig überlebt haben.</p>
<p><b>Zu den Raunächten allgemein</b></p>
<blockquote><p>&#8220;In diesen Tagen haben Heilkräuter ihre größte Wirkung&#8221; (S. 19)</p></blockquote>
<p>Dies lässt sich im christlichen Kontext bzw. dem Mithraskult erklären &#8211; die Kräuterräucherung oder Weihrauchräucherung sollte die Gesundheit bewahren bzw. Schadenszauber (Dämonen) abwehren. Im nordischen Kontext ist es vorstellbar, dass es zu diesem Zeitpunkt eingesalzte Kräuter zur Ergänzung der Nahrung zu essen gab. Hinweise auf besondere Bräuche konnte ich aber keine ausfindig machen. </p>
<blockquote><p>Die Träume der zwölf Nächte erfüllen sich in den entsprechenden Monaten des Jahres. Träumt man vor Mitternacht, so erfüllt sich dies in der ersten Hälfte des Monats, Träume nach Mitternacht am Ende des Monats.&#8221; (S. 19)</p></blockquote>
<p>Eine der bekanntesten Aussagen zu den Raunächten. Wie bereits erwähnt, gelten die Raunächte als <b>die</b> Zeit für Orakel und Wahrsagerei. So werden sie auch als Lostage bezeichnet. &#8220;Los&#8221; kommt von &#8220;lösseln&#8221; und meint das Erkunden der Zukunft. Träume werden überdurchschnittlich häufig interpretiert und die Kunst des Kaffeesatz-Lesens oder der Brauch des Blei-Gießens ist immer noch ein beliebter Brauch.</p>
<p><b>Zur Heiligen Nacht</b></p>
<blockquote><p>&#8220;In der Heiligen Nacht sollen Hexen und Geister ganz besondere Macht haben. Deshalb beginnt mit Einbruch der Nacht in regelmäßigen Abständen das Schreckenläuten. Es dauert an bis zur Mitternachtsmesse und vertreibt die bösen Geister.&#8221; (S. 29)</p></blockquote>
<p>Die Weihnachtsnacht ist sehr kurz nach der Wintersonnenwende angesetzt. Die längste Nacht, der kürzeste Tag sind eben erst vorüber. Das Licht hat noch nicht wirklich an neuer Kraft gewonnen, die Dunkelheit ist immer noch sehr präsent. Ein Grund, die dunklen Mächte aus der Welt zu treiben?</p>
<blockquote><p>&#8220;An Weihnachten muß man die Stube wischen um zwölf Uhr in der Nacht und zwar zur Hintertür und nackend. Wenn man dies tut, sieht man den zukünftigen Geliebten oder die Geliebte nackend unter dem Tisch sitzen&#8221; (S. 30)</p></blockquote>
<p>Wohl ein sehr seltsamer Aberglaube, Früh gibt leider, wie bei allen anderen Sprüchen auch, keine genaue Quelle an, wo dies nachgelesen werden könnte!</p>
<blockquote><p>&#8220;Schneidet ein Mädchen in der Heiligen Nacht eine weiße Zwiebel und streut Salz drauf, so werden sich bis am Morgen die Züge des zukünftigen Gatten abbilden.&#8221; (S. 30)</p></blockquote>
<p>Die Raunächte gelten seit jeher als eine Zeit für Weissagungen und Orakel&#8230;<br />
Dennoch finde ich diesen Tipp nicht besonders reizvoll. Aber wer weiß &#8211; die Raunächte nahen und es wäre Zeit, das Zwiebel-Orakel auszuprobieren! Wer will es versuchen?</p>
<p><b>Zu Silvester und Neujahr</b></p>
<blockquote><p>&#8220;Der Hausvater schlägt in der Neujahrsnacht vier Pfähle nach den vier Himmelsrichtungen ums Haus herum in die Erde, damit es vor Feuer behütet werde.&#8221; (S. 48)</p></blockquote>
<p>Schlägt der Hausvater dabei einen Schutzkreis um sein Haus, um es vor allem Übel zu bewahren und zu beschützen?</p>
<blockquote><p>&#8220;Wer in der Neujahrsnacht, ohne ein Wort zu reden, eine Hagebutte ißt, wird gesund.&#8221; (S. 50)</p></blockquote>
<p>Ein Spruch, der beim ersten Hinsehen beinahe so seltsam klingt wie das Zwiebelorakel (siehe weiter oben). Durch Nachfrage erhielt ich von Magister Botanicus und Wolfgang Bauer aber den Hinweis, dass statt der Hagebutte in Wirklichkeit der Fliegenpilz gemeint sein könnte. Das mit der Hagebutte kommt sehr wahrscheinlich direkt vom Mithraskult (Feiertage sind zu den Rauhnächten); es ist damit aber keine Hagebutte, sondern ein getrockneter Fliegenpilz, der hier aus kultischen Gründen verzehrt wird, gemeint. Auf beide, sowohl Fliegenpilz als auch Hagebutte passt die Beschreibung des Männlein im Walde und Zwerg mit roter Mütze! </p>
<p><b>Zum Dreikönigstag, Frau Holle Tag</b></p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn man beim Gebetsläuten am Dreikönigstag einen Zaunstecken aus der Erde zieht, so hört man aus dem Loch die Weissagungen für das kommende Jahr (Heirat, Tod, Gewinn, Verlust etc.).&#8221; (S. 61)</p></blockquote>
<p>Wie mehrmals erwähnt, sind die Raunächte eine Zeit der Weissagungen. Spricht die Unterweltgöttin Hel, auch als Frau Holle bekannt, aus dem Erdloch???</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine Wünschelrute, die am Dreikönigstag geschnitten wird, ist unfehlbar. Sie kann, je nachdem was sie finden soll, auf einen der drei Magier aus dem Morgenland getauft werden. Auf Caspar, dann schlägt sie aus bei Gold, Balthasar findet Silber und Melchior Wasser.&#8221; (S. 61)</p></blockquote>
<p>Die Kunst der Wünschelrute wurde und wird in der Kirche nicht gerne geduldet, entstammt sie doch heidnischem Kulturgut. Dennoch hat sie sich in Sagen, auch zusammen mit den heiligen drei Königen, erhalten. Wie bereits erwähnt, die drei Könige sind als solche erst ab dem 12. Jahrhundert bekannt. Vorher waren es drei Magier, die dem neugeborenen Sonnenkind ihre Gaben überbrachten! Und wer traut einem Magier nicht zu, Gold, Silber oder Wasser zu finden?!</p>
<p>Entlehnt hat Früh diese Sprüche und Aberglauben unter anderem aus dem <i>&#8220;Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens.</i> Berlin, Leipzig, 1927-42&#8243;. Ein Werk, das grundsätzlich nur mit gewissen Erklärungen zitiert werden sollte, wenn man den Zeitraum seines Erscheinens bedenkt. Dies hat Sigrid Früh in ihrem eigentlich sehr gut und interessant zu lesendem Büchlein sicherlich versäumt!<br />
Es würde der Lesbarkeit auch nicht schaden, wenn die Quellenangaben direkt am Ende der Geschichten stünden! Das Nachforschen wird auch noch durch das Fehlen von Seitenzahlen und Verlagsangaben erschwert.<br />
Abgesehen davon ein durchaus lesenswertes Buch, das, neben Informationen zu den Raunächten, wunderschöne, zauberhafte Geschichten enthält, die die langen, kalten Raunächte erträglich werden lassen. Mit Buch, Tee und Keksen am Ofen&#8230; .<br />
Denn wie ein weiser Spruch rät:<br />
<blockquote>&#8220;Wer an Weihnachten viel isst, dem geht es das nächste Jahr gut.&#8221; (S. 31)</p></blockquote>
<p>In dem Sinne &#8211; Mahlzeit und segensreiche Raunächte!</p>
<p><i>Mein herzlicher Dank für all die wertvollen Informationen bezüglich des Mithras-Kultes (vgl. dazu Kommentare zu den Sprüchen) ergeht an Magister Botanicus und Wolfgang Bauer &#8211; DANKESCHÖN!</i></p>
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