Linkliste FAQ Registrieren Suchen
Willkommen, Gast! Samstag, 11. Februar 2012, 07:59:16
Quicklogin:   Portal · Registrieren · Login · Passwort vergessen · Aktivierungslink erneut senden
Position: Home » Nornirs Ætt Foren » Zum tropfenden Methorn » Märchenwald im Neckartal
Thema: "Märchenwald im Neckartal" [ Seite 1 2 3 ]

Kein neuer Beitrag Grenzgängerin , 25.06.2010, 10:12 Beitrag #31   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 09:41
 
 
p.s.: vielleicht haben die 5 Neuankömmlinge ja auch noch andere Fähigkeiten, die sie den anderen 10 beibringen können?


:kratz:

Offline
 
Kein neuer Beitrag Eibensang , 25.06.2010, 13:40 Beitrag #32   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 03.09.2007, 22:06
Homepage: http://www.eibensang.de
 
 
Analpha-was? Die 10 Alteingesessenen erschlagen einfach die 5 Neuankömmlinge, und schon is alles wie gehabt, wa...

(Aus dem Handbuch "Teutsche Lösungen für so gut wie alles", Huberthus von Rübab, Reichsverlag 1934)

oder: Die 10 Alteingesessenen erklären die 5 Neuen zu "Sozialschmarotzern" und werfen ihnen unwirsch ein paar Abfälle zu...

(Aus dem Handbuch "99 neocon instructions oder Westerwellness für Dummies", Kevin Costnix, Effizienzverlag 2011)

Sind die 5 Neuen überhaupt gemeldet? :rule:


Ich bin das eine Blatt, das die Winde stehen gelassen haben

Offline
 
Kein neuer Beitrag Phoenix , 25.06.2010, 13:41 Beitrag #33   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 28.05.2008, 11:09
 
 
Puh, mir schwirrt der Kopf vor exklusiven Kategorien.
Klar gibt's Menschen, die so tun als gäbe es die (und damit noch Machtspielchen anzetteln), aber für mich sieht die Realität nicht aus wie ein Setzkasten.
Da gibt's hauptsächlich Übergange und Werdensprozesse statt reiner Seinszustände. Vor allem wenns um Dinge wie "völkische" Zugehörigkeiten geht.
Das nächste Wort ist dann wohl "Menschenrassen" oder sonst so ein rechtes Märchen.

Sorry, nein.

Phoenix


ETA: Huhu, Eibensang! ;)
(Hast mich knapp überholt!)


Hasatru-Piratin


Dieser Beitrag wurde insgesamt 5 mal editiert. Das letzte mal 25.06.2010, 13:43 von Phoenix.


Offline
 
Kein neuer Beitrag wurzelfrau , 27.06.2010, 11:28 Beitrag #34   
Usergruppe: Nornirs Ætt
Registrierung: 04.05.2010, 14:30
Homepage: http://www.wurzelfrau.de
 
 
Puh, was ein Thread. Eines zeigt er zumindest: Dass ich mich hier gut aufgehoben fühle.

Hallo Märchenwesen. Ich muss sagen, auch beim wiederholten Lesen teile ich deine Meinung nicht und erlebe dich auch als arg "schwimmend". Ich versuche wirklich dich zu verstehen, aber zum Beispiel verstehe ich nicht, wie jemand, der die eigene Nationalität so hochhält und so bemüht darum ist, sie zu erhalten, anderen dieses Recht absprechen will?! Gestaltet sich das dann deiner Meinung nach so, dass jeder seine Kultur praktizieren darf, solange er sich innerhalb der ihr zugehörigen Landesgrenzen befindet? Wie soll das möglich sein, ohne sich selbst untreu zu werden? Darf man sich dann demnach als (nach deiner Idee)"Nationalist" nicht ausserhalb des Landes bewegen? Es gibt heutzutage viele Gründe, in ein anderes Land zu ziehen. Sollte das dann konsequenterweise immer eine kulturelle Verdrängung des ursprünglich "Eigenen" zur Folge haben? Denn nichts anderes würde deine Anpassung ja bedeuten. Was für einen Sinn hätte das?
Es vermeidet doch nicht die Probleme, sondern lediglich die Empathie. Probleme macht das demjenigen, der nicht er selbst sein darf doch auf jeden Fall. Aber die breite Masse muss sich eben nicht einfühlen, nicht auseinandersetzen, nicht bewegen lassen, nicht positionieren, sich nicht bereichern lassen. Wie schade. In so einer Welt will ich jedenfalls nicht leben. Ich kann sehr gut zwischen dem ganzen bunten Menschenvolk hier, meine Ansichten und Lebensweisen und kulturellen Eigenheiten vertreten. Mir geht dabei nix verloren, ich fühle mich nicht bedroht, ich kann andere dadurch bereichern, ich stehe aber in Wechselwirkung. Wie zitierte Martin an einer anderen Stelle grade so treffend:

"Eine andere Studie hat gezeigt, dass Sektiererei (der Glaube, dass die eigene Religion die einzige auf dem Weg zu Gott ist) negativ mit der Intelligenz korreliert. Je sektiererischer jemand ist, desto geringer ist seine Intelligenz. Derweil korreliert eine skeptische Haltung gegenüber dem eigenen Glauben positiv mit der Intelligenz. Wer seinen Glauben also in Frage stellt, ist schlauer."

Ich glaube, das gilt auch für kulturelle Fragen!

Ich bin ein Mensch, der Eltern aus zwei Kulturen hat. Das hat prima funktioniert. Ich fühle mich absolut europäisch, stellenweise sogar etwas zu deutsch. Ich behaupte, nicht ohne Grund hierher inkarniert zu sein. Ich habe eine wahnsinns Liebe für die germanische Götter- und Sagenwelt, sogar meine Musik dreht sich darum und ich behaupte, dass kein Mensch mit rein deutscher Abstammunglinie ein besseres Verständnis für diese Kultur haben kann als ich. Niemand könnte besser von Ran oder den Nornen singen, nur aufgrund seiner Abstammung.

Mah, ich (Achtung!) echauffiere mich zu sehr.
Senf Ende


Der frühe Vogel scheißt den Kern :pfeif:

Offline
 
Kein neuer Beitrag thursa , 27.06.2010, 13:35 Beitrag #35   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 03.09.2007, 22:03
Homepage: http://riesenheim.net
 
 
So, ich muß zum Thema Islam mal wieder ein paar Erfahrungen aus dem Berlin-Neuköllner Alltag loslassen...

"Die Muslime in Deutschland" gibt es nämlich meiner Ansicht nach gar nicht. Wer ist damit gemeint:
Ist das der schwule Sufi, der mir erzählt, wie seine männlichen Amouren in Marokko sich von westlichen gay-Identitäten distanzieren?
Ist das die kopftuchtragende Frau an der Kasse des türkischen Lebensmittelladens um die Ecke, die übrigens akzentfrei Deutsch spricht? (Und ich habe keine Ahnung, welcher Denomination des Islam sie anhängt, noch nicht mal, ob sie gläubig ist.)
Ist das die gleichfalls kopftuchtragende Mediävistikstudentin, die mir bei der Einführungsveranstaltung was über ihr Studium erzählte? Ist es mein Kommilitone mit offensichtlich bildungsnahem bürgerlichem Hintergrund und türkischem Namen im Seminar über "Schwule Literatur deutscher Autoren heute"?
Ist das die lesbische DJane türkischer Herkunft? Sind es die queeren Nachfahren von Migranten in Kreuzberg, für die Kreuzberg ihre Heimat ist?

Ich finde die Gewaltbereitschaft und den Sexismus mancher Spackos (deutscher wie der mit anderen Nationalitäten) hier in meinem Viertel zum Kotzen. Ich finde es jedoch genauso zum Kotzen, wenn meine Freiheit und meine Rechte gegen die Freiheit und die Rechte anderer ausgespielt werden sollen.

Meine erneuten 5 Cent

thursa


For “unheard of” means only it’s undreamed of yet;
“Impossible” means not yet done.
(Julia Ecklar, "Ladyhawke!" )

Offline
 
Kein neuer Beitrag Märchenwesen , 28.06.2010, 14:22 Beitrag #36   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 06.04.2009, 08:27
Homepage: http://www.webmaerchen.blog...
 
 

wurzelfrau hat folgendes geschrieben:

Hallo Märchenwesen. Ich muss sagen, auch beim wiederholten Lesen teile ich deine Meinung nicht und erlebe dich auch als arg "schwimmend". Ich versuche wirklich dich zu verstehen, aber zum Beispiel verstehe ich nicht, wie jemand, der die eigene Nationalität so hochhält und so bemüht darum ist, sie zu erhalten, anderen dieses Recht absprechen will?!

Wo spreche ich anderen dieses Recht denn ab? Aber vielleicht haben wir ja eine unterschiedliche Vorstellung von Nationalität...
Was du jetzt mit "schwimmend" weiß ich nicht, es bezieht sich aber möglicherweise darauf dass du mich manchmal schwer verstehst. Das liegt aber möglicherweise daran dass ich immer eine sehr differenzierte Betrachtung der Dinge habe (die auch öfter variiert), dementsprechend ist es für mich natürlich auch kompliziert mit wenigen Worten zu sagen was ich denke. Besonders hier bin ich mit völlig neuen Sichtweisen konfrontiert worden die ich mir in der Form bisher nicht berücksichtigt hatte. Ich finde das aber insofern gut, weil es mir enorm hilft, meinen eigenen Standpunkt innerhalb dieses Themas zu hinterfragen und damit je nach Fall entweder zu untermauern oder zu verwerfen.


Zitat:

Gestaltet sich das dann deiner Meinung nach so, dass jeder seine Kultur praktizieren darf, solange er sich innerhalb der ihr zugehörigen Landesgrenzen befindet? Wie soll das möglich sein, ohne sich selbst untreu zu werden? Darf man sich dann demnach als (nach deiner Idee)"Nationalist" nicht ausserhalb des Landes bewegen? Es gibt heutzutage viele Gründe, in ein anderes Land zu ziehen. Sollte das dann konsequenterweise immer eine kulturelle Verdrängung des ursprünglich "Eigenen" zur Folge haben? Denn nichts anderes würde deine Anpassung ja bedeuten. Was für einen Sinn hätte das?

Das sind auch genau die Gedanken die ich mir in dem Zuge machen musste.
Früher habe ich das für mich so überlegt: es gibt verschiedene Dinge die uns verbinden:

- Leben innerhalb der deutschen Staatsgrenzen
- eine demokratische Staatsform mit Grundrechten und Sozialprivilegien
- die deutsche Sprache
- eine historische und gegenwärtige Kulturüberlieferung, zB in Form von Dingen wie Volksliedern, Regionalen Trachten und Baustilen, Festbräuchen...mit der sich zwar nicht alle identifizieren, aber es ändert nichts an ihrer Gegenwärtigkeit für uns

Ein Gedanke der sich aus dieser Defintion ableitet:
Mich stört dabei vor allem dass man in Deutschland gerne von sogenannten "Ausländern" redet, genauer auch von "Türken", "Italienern", "Russen"...warum? Die Punkte die ich genannt habe treffen im Regelfall auf diese Leute genauso zu wie auf den "Deutschen" von nebenan. Ich frage also, kann es innerhalb einer Nation verschiedene Nationalitäten geben? Ist das nicht paradox weil wir doch als Staatsbürger alle unabhängig von unserer Abstammung zur Nation "Deutsch" gehören? Kann überhaupt jemand, der in meinem Land lebt, ein Ausländer sein?
Ich denke dass für viele Leute die "richtigen" Deutschen Deutsch als Erst- oder Muttersprache sprechen (-> 3) und sich mit der Kulturüberlieferung (-> 4) auch identifizieren und sich dadurch von den "Ausländern" abheben.
Auf zugewanderte Leute kann man das noch anwenden, aber wenn ich da an einen Bekannten denke, bei dem nichts türkisch ist außer seinem Nachnamen und dem Herkunftsland seiner Eltern (oder rassistische Begründungen kommen wie "sieht türkisch aus" ) dann fällt es mir schwer ihn deswegen als Türken zu betrachten, denn ansonsten unterscheidet er sich überhaupt nicht von den normalen "deutschen" Jugendlichen - und über Zeiten in denen allein die genetische Abstammung ausschlaggebend für ein Volk ist, sind wir hoffentlich seit '45 heraus!
Ich unterscheide da bewusst zwischen solchen integrierten Leuten "mit Migrationshintergrund" und Menschen, die als Gäste nach Deutschland kommen, sei es aus gesellschaftlichen oder touristischen Gründen.

Für mich wäre es selbstverständlich dass ich, wenn ich nach Indien auswandern würde, mich dort auch entsprechend orientieren würde und genau das ist es auch, was man als Deutscher meiner Meinung nach tun sollte, unabhängig von einem möglichen Migrationshintergrund.
Dabei ist nun das Hauptproblem dass es wie du ja richtig sagst, verschiedene Gründe für Migration gibt. Ob ich nämlich nach Indien gehen will weil mir Deutschland stinkt und ich Indien toller finde oder ob ich in Deutschland wegen meiner religiösen Überzeugung oder genetischen Abstammung unerwünscht bis lebensgefährdet bin und deswegen ins Exil gehen muss ist ein gravierender Unterschied. Der erste Fall setzt nämlich meine Intention zu einer dauerhaften Teilhabe an der Gesellschaft voraus, der zweite beschreibt eine Notlösung mit baldigem Verzicht im Idealfall. In dem Fall greift die oben angesprochene Lösung nämlich nicht mehr.

Soviel zu den Gedanken die ich mir damals darüber gemacht habe.

Es waren mitunter Gründe warum ich mich in der letzten Zeit von diesem Denken entfernt habe, da es doch sehr von modernen Konstrukten wie starren Staatsgrenzen und -strukturen geprägt ist. Denn wenn man sich auf die oben genannten Punkte bezieht neige ich inzwischen eher zu der Philosophie dass sich verschiedene Völker auch ein Land teilen können und dabei im buten Miteinander nebeneinander existieren - was für mich sehr nah an der Vorstellung der Zeit ist, in der das heutige Deutschland noch von verschiedenen keltischen, germanischen, römischen und wasweißichwelchen Stämmen besiedelt war, zumal ich mich auch manchmal wie ein Teil einer germanischen Minderheit in Deutschland gefühlt habe. Das wirft zwar einige Schwierigkeiten auf, aber auch nicht weniger als die zuvor bevorzugte "nationale" Lösung. Die Überlegung wie sinnvoll eine Orientierung an landestypischen Traditionen, für Menschen, die dort leben, dennoch ist, steht dabei aber nach wie vor im Raum...


Zitat:
Ich behaupte, nicht ohne Grund hierher inkarniert zu sein. Ich habe eine wahnsinns Liebe für die germanische Götter- und Sagenwelt, sogar meine Musik dreht sich darum und ich behaupte, dass kein Mensch mit rein deutscher Abstammunglinie ein besseres Verständnis für diese Kultur haben kann als ich. Niemand könnte besser von Ran oder den Nornen singen, nur aufgrund seiner Abstammung.

Das kann ich so unterschreiben. Ich praktiziere schon einige Jahre germanische Religion und komme super damit klar. Allerdings muss ich sagen dass ich bisher noch nicht per Gentest überprüft habe ob das überhaupt die richtige Religion für mich ist ;) ich kenne zwar eine Person die noch tiefer mit Asatru-Glaube verwurzelt ist als ich und deren Familie aus Asien stammt, aber jemand wie Rieger wird das wohl sicherlich besser wissen :pfeif:


Hellblazer hat folgendes geschrieben:
Also die Frage nach dieser dubiosen Trennung zwischen "Deutsche" und Juden" steht nach wie vor im Raum und für mich jeglicher weiterführenden Unterhaltung zunächst im Wege...

Eine Trennung zwischen Deutschen und Juden ist von vornherein unsinnig, da das eine die Staats- oder Sprachzugehörigkeit beschreibt, das andere die Religion. Wo soll es sich bitte ausschließen, deutsch und jüdisch zu sein? Man könnte ja genausogut in Deutsche und Heiden trennen oder in Deutsche und Katholiken. Diese spezielle Trennung geht nach meiner Einschätzung auf den völkischen Antisemitismus zurück und hält sich leider bis heute.
Man muss dabei allerdings berücksichtigen, dass die Juden dahingehend einen Sonderfall darstellen, dass ihre Religion sehr stark mit der Volksidentität verknüpft ist (das lässt sich aus der Bibel ableiten). Deswegen kam ja auch damals die Idee des Zionismus auf - in dem Fall bezeichne ich die betreffenden Menschen aber nicht mehr als Juden, sondern Hebräer oder Israeliten, da "Juden" für mich ein religiöser Begriff ist. Wenn ich jetzt zum Judentum konvertieren würde wäre ich ja trotzdem noch Deutscher, oder? :shock:


-

Offline
 
Kein neuer Beitrag Märchenwesen , 28.06.2010, 14:23 Beitrag #37   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 06.04.2009, 08:27
Homepage: http://www.webmaerchen.blog...
 
 

lebowski hat folgendes geschrieben:


dann müsste dir ja klar sein, das es sowas wie eine deutsche nation erst mit den preussischen kaisern,
aufgekommen ist. vorher gab es das Heilige RÖMISCHES Reich Deutscher NATIONEN.
Die kaiser der Gründer zeit waren bemüht, sich in der nachfolge der römischen kaiser zusehen,
ihre eigene kultur war ihnen anscheinend nicht genug gut genug.
das eigentliche "deutsche" wurde abwertend als alt-fränksch bezeichnet.
http://www.textlog.de/38512.html

Sehe ich auch so. Nur das mit der alt-fränkischen Abwertung war mir noch nicht bekannt. Ich bin allerdings der Meinung dass eine wirkliche deutsche Identität nicht durch die preußischen Kaiser hervorgerufen wurde, sondern durch diese sogar eher gebremst. Der entscheidende Auslöser war eher der napoleonische Befreiungsnationalsmus und die nachfolgende Vormärzbewegung. In dieser Zeit kann man auch am ehesten festmachen wo die Geschichte einer Deutschen Nation beginnt und wodurch sie sich auszeichnet.


Zitat:
die zweite aussage die sich sich daraus trefflich ableiten lässt, ist die verschiedenheit, eben viele nationen. ehrlich gesagt glaube ich nicht, das es sowas wie deutsch gibt, nicht im sinne einer nation wie zb england,frankreich.

Die Deutschen setzen sich genaugenommen aus verschiedenen Völkern zusammen: Bayern, Schwaben, Hessen, Sorben usw...die zwar einerseits eine gemeinsame Geschichte, (Schrift-)Sprache, Staatszugehörigkeit verbindet, aber doch erhebliche kulturelle Unterschiede vorhanden sind wie zB Trachten und Dialekte. Man kann das verschieden betrachten.


Zitat:
Am Hofe Friedrich des grossen wurde französich gesprochen.
„Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute,
so sie profesieren [(öffentlich) bekennen], erliche Leute seindt,
und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöbplieren [bevölkern],
so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen“
Aus einen brief Friedrich´s um1740.

Das ist eines meiner Lieblingszitate vom Alten Fritz und ich wünsche mir manchmal es hätte auch noch länger Bedeutung gehabt ;-)


-

Offline
 
Kein neuer Beitrag WirrLicht , 29.06.2010, 08:22 Beitrag #38   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 19.08.2008, 09:21
Homepage: http://wirrlicht.twoday.net/
 
 

Zitat:
gegenwärtige Kulturüberlieferung, zB in Form von Dingen wie Volksliedern, Regionalen Trachten und Baustilen, Festbräuchen...mit


iihhhh....!
trachten! volkslieder!? festbräuche???

vor dieser art kulturüberlieferung bin ich immer fortgelaufen!


Gnothi Seauton

Offline
 
Kein neuer Beitrag wurzelfrau , 29.06.2010, 13:54 Beitrag #39   
Usergruppe: Nornirs Ætt
Registrierung: 04.05.2010, 14:30
Homepage: http://www.wurzelfrau.de
 
 

Zitat:
Wo spreche ich anderen dieses Recht denn ab? Aber vielleicht haben wir ja eine unterschiedliche Vorstellung von Nationalität...

Indem du sagst, in diesem Land sollen sich die, die aus einer anderen Kultur kommen, kulturell anpassen.
Meine Anmerkungen dazu weiter unten.


Zitat:
Was du jetzt mit "schwimmend" weiß ich nicht, es bezieht sich aber möglicherweise darauf dass du mich manchmal schwer verstehst. Das liegt aber möglicherweise daran dass ich immer eine sehr differenzierte Betrachtung der Dinge habe (die auch öfter variiert), dementsprechend ist es für mich natürlich auch kompliziert mit wenigen Worten zu sagen was ich denke.


Ich kann dich beruhigen, Differenziertheit bin ich durchaus gewachsen ;-) Ich meinte damit eher, die Widersprüche, die ich hier und da las. Zum Beispiel, wetterst du gegen Anglizismen, lenkst dann ein, dass du Begriffe wie "Heimseite" als, ich zitiere "künstliche Zwangseindeutschung immer lächerlich fand(est)", schreibst aber in deiner Vorstellung folgendes:


Zitat:
...dass ich mir relativ gerne die Artikel auf der Netzseite wie auch einige...


Aber hey, Netzseite, Heimseite, vielleicht sollte ich nicht so kleinkariert sein. Der Eindruck des "Schwimmens", während deiner Argumentation, entsteht bei mir aufgrund solcher Kleinigkeiten, die ich durchaus aufmerksam lese...


Zitat:
- eine historische und gegenwärtige Kulturüberlieferung, zB in Form von Dingen wie Volksliedern, Regionalen Trachten und Baustilen, Festbräuchen...mit der sich zwar nicht alle identifizieren, aber es ändert nichts an ihrer Gegenwärtigkeit für uns


Würde ich nicht unterschreiben. Die anderen Punkte ja, diesen hier nicht. Frag mal die "deutsche" Jugend, wieviel denen davon geläufig ist. Ich empfinde diesen Punkt als sehr stark im Umbruch begriffen. Einiges davon, zum Beispiel Trachten und Festbräuche ist ja auch sehr stark religionsabhängig. Da ist es mit der Einheitlichkeit schwierig, heute kommt man da nicht mehr so schnell auf einen Nenner und das ist auch gut so :)


Zitat:
Dabei ist nun das Hauptproblem dass es wie du ja richtig sagst, verschiedene Gründe für Migration gibt. Ob ich nämlich nach Indien gehen will weil mir Deutschland stinkt und ich Indien toller finde oder ob ich in Deutschland wegen meiner religiösen Überzeugung oder genetischen Abstammung unerwünscht bis lebensgefährdet bin und deswegen ins Exil gehen muss ist ein gravierender Unterschied. Der erste Fall setzt nämlich meine Intention zu einer dauerhaften Teilhabe an der Gesellschaft voraus, der zweite beschreibt eine Notlösung mit baldigem Verzicht im Idealfall. In dem Fall greift die oben angesprochene Lösung nämlich nicht mehr.


Richtig, allerdings kann ich auch wegen meiner Freundin, die ich übers Internet kennengelernt habe oder wegen der Arbeit oder was weiss ich nach Indien gehen. Ich lebe und liebe deswegen aber trotzdem das, wofür ich stehe, was ich glaube, was meine Kultur ist. Darüber hinaus kann ich mich natürlich für die andere in die ich mich begebe interessieren. Aber sich in ein Rechtssystem integrieren, gesellschaftliche Verhaltensweisen und Vereinbarungen adaptieren, Sprache lernen oder meine kulturellen Eigenheiten ablegen sind verschiedene paar Schuhe (für mich).


Zitat:
...neige ich inzwischen eher zu der Philosophie dass sich verschiedene Völker auch ein Land teilen können und dabei im buten Miteinander nebeneinander existieren - was für mich sehr nah an der Vorstellung der Zeit ist, in der das heutige Deutschland noch von verschiedenen keltischen, germanischen, römischen und wasweißichwelchen Stämmen besiedelt war, zumal ich mich auch manchmal wie ein Teil einer germanischen Minderheit in Deutschland gefühlt habe...


Ich gehe sogar noch weiter und sage: "miteinander existieren, leben, lieben, lachen". Ich verstehe nicht, wo diese Angst herkommt. Also, germanische Minderheit- Na und? Wo ist das Problem, die Frage ist doch immer, wie man gegenüber anderen Menschen eingestellt ist. Ich bin hier auch ne Minderheit, wegen so ziemlich allem, aber ich treffe viele, viele Menschen, denen ich mich äußerst verbunden fühle und für mein eigenes Leben und Handeln ist es nicht unbedingt entscheidend, ob es wer genauso macht, wie ich. In irgendeinem Aspekt schwinge ich immer mit wem zusammen. Eine Freundin von mir sagt immer: "Man muss sich auf das konzentrieren, was mit dem Einzelnen möglich ist und nicht darauf, was nicht möglich ist". Das ist meiner Ansicht nach verschwendete Energie und zeugt von einem nicht genug gestärkten Selbstwert. Es muss die Frage nach Grundwerten, Grundvereinbarungen gestellt werden, auf die sich alle einlassen können. Ob dann jemand ein Minarett auf sein Dach zimmert oder ein Kopftuch hat, oder wild im Wald ums Feuer hüpft oder die Kirchenglocken bimmeln, hey, DAS ist doch kein Diskussionspunkt, dass ist gesunde Vielfalt!


Der frühe Vogel scheißt den Kern :pfeif:

Offline
 
Kein neuer Beitrag Hellblazer , 29.06.2010, 17:35 Beitrag #40   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 04.08.2007, 01:00
Homepage: http://www.svenscholz.de
 
 
"zumal ich mich auch manchmal wie ein Teil einer germanischen Minderheit in Deutschland gefühlt habe"

Das geht nur, wenn man unter "germanisch" etwas versteht was es nicht ist. Oder je war. Genau genommen ist schon das "sich germanisch fühlen" selbst eine IMO höchst dubiose Aussage, speziell wenn sie als Beschreibung für eine Empfindung gegenüber kulturellen Inhalten, die man selbst nicht teilt, auftaucht.

Das mit dem "schwimmenden" Eindruck kann ich sehr bestätigen: erst sprichst du von (deutschen) "Juden" und "Deutschen" als ob das zwei verschiedene Gruppen wären, dann meintest du das freilich andeers, um sogleich wieder von einem "nebeneinander" von "Kulturen" zu reden, das mir wiederum einen abgrenzenden Eindruck macht, was dein geäußertes Gefühl, dich zu einer "Minderheit" gehörig zu fühlen (angesichts was genau eigentlich?) bestärkt - entweder bist du einer dieser Rechten, die Themen zu setzen versuchen und du versuchst dabei relativ glitschig, zu deutliche Positionierungen, von denen du weißt, dass sie hier bei uns zum sofortigen "geh woanders spielen" führen würden, bewusst zu vermeiden, um am Ende doch dubiose Inhalte quasi durch die Hintertür in das Gespräch zu schleusen, oder du bist tatsächlich den bekannt wachsweichen Formulierungen der aktuellen rechten "Intelligenzia" (sofern man da dieses Wort benutzen darf - naja, rein formal halt) auf den Leim gegangen und schwimmst darum (zwangsläufig), denn diese Uneindeutigkeiten führen zu nichts anderem, sobald es plötzlich konkret zur Sache geht und sie einer Reflexion mit Tiefenschärfe ausgesetzt werden, denn "scharf gestellt" wirds plötzlich doch sehr eindeutig. In letzterem Falle rate ich dazu, nochmal ganz genau zu schauen, welche Positionen du da u.U. ungewollt übernommen hast und vetrittst, sobald man mal den Unschärfefilter vom Bild nimmt.

Sollte allerdings die erste Möglichkeit die zutreffende sein brauchst du hier eigentlich nicht weiter machen, das über kurz oder lang einzig erreichbare für solche Leute hier ist nämlich der Rauswurf, da wir für solche Leute keine Infrastruktur bereitstellen.

Gruß
HB


Offline
 
Kein neuer Beitrag WirrLicht , 30.06.2010, 08:27 Beitrag #41   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 19.08.2008, 09:21
Homepage: http://wirrlicht.twoday.net/
 
 

Hellblazer hat folgendes geschrieben:


Das mit dem "schwimmenden" Eindruck kann ich sehr bestätigen: erst sprichst du von (deutschen) "Juden" und "Deutschen" als ob das zwei verschiedene Gruppen wären, dann meintest du das freilich andeers, um sogleich wieder von einem "nebeneinander" von "Kulturen" zu reden, das mir wiederum einen abgrenzenden Eindruck macht, was dein geäußertes Gefühl, dich zu einer "Minderheit" gehörig zu fühlen (angesichts was genau eigentlich?) bestärkt - entweder bist du einer dieser Rechten, die Themen zu setzen versuchen und du versuchst dabei relativ glitschig, zu deutliche Positionierungen, von denen du weißt, dass sie hier bei uns zum sofortigen "geh woanders spielen" führen würden, bewusst zu vermeiden, um am Ende doch dubiose Inhalte quasi durch die Hintertür in das Gespräch zu schleusen, oder du bist tatsächlich den bekannt wachsweichen Formulierungen der aktuellen rechten "Intelligenzia" (sofern man da dieses Wort benutzen darf - naja, rein formal halt) auf den Leim gegangen und schwimmst darum (zwangsläufig), denn diese Uneindeutigkeiten führen zu nichts anderem, sobald es plötzlich konkret zur Sache geht und sie einer Reflexion mit Tiefenschärfe ausgesetzt werden, denn "scharf gestellt" wirds plötzlich doch sehr eindeutig. In letzterem Falle rate ich dazu, nochmal ganz genau zu schauen, welche Positionen du da u.U. ungewollt übernommen hast und vetrittst, sobald man mal den Unschärfefilter vom Bild nimmt.



hab ich einen p.nkt übersehen, oder ist das wirklich EIN satz?

im übrigen finde ich "glitschig" eine passende beschreibung....das ist so wie diese sätze a la "die sind halt nicht so wie wir" oder so, bei denen ich mir auch nie sicher bin, was gemeint sein soll.( soll heissen, ich weiss genau, was gemeint sein könnte.... aber es wird halt nicht gesagt!)

hey, menschen sind ganz allgemein nicht wie andere menschen. ich fühl mich auch anders als alle anderen, ich bin ja nicht der ´blazer oder die wurzelfrau. die sind nämlich ganz anders als wie ich <-absicht.

ich fänd das gruselig, wenn alle deutschen (oder ausländer) - wo auch immer sie herstammen mögen - wären wie ich.



Gnothi Seauton

Offline
 
Kein neuer Beitrag Hellblazer , 30.06.2010, 09:46 Beitrag #42   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 04.08.2007, 01:00
Homepage: http://www.svenscholz.de
 
 
"hab ich einen p.nkt übersehen, oder ist das wirklich EIN satz?"

Neinneinnein, ist nicht nur ein Satz - siehe dritte Zeile von unten ... :pfeif:

Viele Grüße :-)
HB


Offline
 
Kein neuer Beitrag lebowski , 01.07.2010, 20:26 Beitrag #43   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 05.05.2009, 18:30
 
 
@märchenwesen, was willst du eigentlich?

du schreibst du wärst hier mit neuen sichtweisen konfrontiert worden,
äh sorry,wo hast du die letzten jahre verbracht?
das meißte von dem, was du hier von dir gibst sind bestenfalls klischees,
verschärft man ein klischee ist es nicht weit zum vorurteil.
benutz doch mal deinen kopf und hinterfrag das.

ciao,lebowski


Nach den Worten der Ahnen
soll man seine Entscheidung innerhalb von sieben Atemzügen treffen.
Wichtig dabei ist ,das man die Entschlossenheit und die innere Stärke besitzt
zur Anderen Seite durchzubrechen...

Offline
 
Kein neuer Beitrag GlasMost , 26.08.2010, 01:12 Beitrag #44   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 31.05.2009, 00:26
 
 
Naja, das ist ja alles irgendwie im Fluss bei dem Märchenwesen.
Deswegen will ich auch hier mal ausnahmsweise das Wesen in Schutz nehmen. Und das hat einen Grund. Nämlich das Abitur! Ich nehme mal an, das Märchenwesen hat eine Facharbeit im Leistungskurs z.B. Geschichte geschrieben und fühlt sich nun kompetent. Tatsächlich ist es das auch, auf eine gewisse Art und Weise.
Leider ist diese Art und Weise ein typisches Beispiel, wie Bildung bei uns in der Bundesrepublik passiert. Der Schüler, die Schülerin erlebt nach 12 oder 13 Jahren Schule das erste Mal, was es heißt, sich mit einem Thema wirklich intensiv auseinander zusetzen. Man benutzt die verkehrten Quellen, evtl. wurden sie sogar vom Lehrer empfohlen und so entsteht eine Arbeit, die dem persönlichen Empfinden überhaupt nicht entspricht.
Das ist mein persönlicher Eindruck, der leider nicht durch irgendwelche Quellen zu widerlegen ist...


Offline
 
Kein neuer Beitrag MartinM , 26.08.2010, 12:52 Beitrag #45   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 19:16
Homepage: http://martinm.twoday.net
 
 
GlasMost, da ich das Märchenwesen nicht näher kenne, und folglich alles reine Spekulation bleibt, bis es Farbe bekennt, finde ich Deine Überlegungen eher müßig.

Auf der abstrakten Ebene, der der Strukturen des deutschen Bildungssystems und des hierzulande üblichen Bildungsbegriffs, gebe ich Dir recht. (Übrigens habe ich den Eindruck, dass die strukturelle Problematik in Österreich ganz ähnlich zu sein scheint. Das könnte darauf hindeuten, dass die kulturellen Gründe für ein verkorkstes, früh selektierendes Schulsystem und für einen engen und z. T. elitären Bildungsbegriff tiefer liegen, als manch gut meinender Bildungsreformer glaubt. - Vielleicht haben wir ein "großdeutsches Bildungsproblem?" ;) )

Dass Menschen, die mal eine Facharbeit geschrieben haben, anschließend zum arroganten "Experten" mit Tunnelblick und übertriebener Loyalität für die "Lehrmeister" und benutzten Quelle, entwickeln, habe ich auch schon erlebt. Im Arbeitsleben schleift sich in der Regel ab und es stellt sich eine gewisse Kritikfähigkeit ein (auch wenn es natürlich die treuen Gefolgsleute eines bestimmten Profs gibt - hatte neulich mal so jemanden als Kommentator eines von mir verfassten Artikels).

MM


»Wer nicht zu sagen wagt, was er denkt, ist ein Sklave.«
Sophokles

Offline
Thema drucken

1 2 3    ( Anzeige: 31 - 45 , Gesamt: 45 )

User in diesem Thema: 0 Registrierte, 0 Versteckte, 1 Gast, 0 Bots
Keine


Ähnliche Themen zu "Märchenwald im Neckartal"
  Antworten Aufrufe Themeneröffnung Letzter Beitrag
Keine Themen vorhanden
 
0.090129 Sek. 7 DB-Zugriffe
Boardsolution v1.30 Beta | © Nils Asmussen 2003-2007