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Hallo ihr Lieben!
Ich habe mich heute entschlossen, mich hier im Forum anzumelden, nachdem ich jetzt schon seit einigen Tagen bei euch "heimlich" mitlese. Und deshalb stelle ich mich auch gleich vor.
Ich bin weiblich, komme aus dem Norddeutschen Raum und schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Heidentum. Allerdings würde ich von mir nicht behaupten, daß ich mich großartig in der Materie auskenne. Habe ein wenig Literatur hinter mir und stolpere immer wieder über die gegensätzlichen Aussagen verschiedenster sogenannter Heiden. Sei es in der Literatur wie aus persönlichen Kontakten oder auf den hiesigen Internetplattformen.
Des weiteren interessiere ich mich für kontroverse Themen wie zb Rechtsradikalismus oder rechte Strömungen im Heidentum. Ich bin der Meinung, daß zwar schon viel über das Thema gesagt wurde, aber eben noch nicht genug und wäre bereit, mit OFFENEN Heiden darüber zu reden/diskutieren, hoffe also hier auch nicht auf die gängigen Phrasen zu treffen wie "wir sind demokratisch und unpolitisch".
Grund für dieses besondere Interesse sind eigene Erfahrungen und Beobachtungen bei einem näheren Kontakt mit anderen Heiden.
Natürlich möchte ich mich auch gerne über allgemeine Themen austauschen, sprich o.g. soll nicht meine einzige Motivation sein hier zu schreiben und zu lesen! Ich möchte mehr über das Heidentum erfahren, mich mit gleichgesinnten austauschen und einfach nette Leute kennenlernen.
In diesem Sinne: Grüße aus dem Norden,
Wichtel
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Moin moin, Wichtel!
Ich bin übrigens auch aus dem Norden, oder genauer gesagt aus Hamburg.
Zitat: habe ein wenig Literatur hinter mir und stolpere immer wieder über die gegensätzlichen Aussagen verschiedenster sogenannter Heiden. Sei es in der Literatur wie aus persönlichen Kontakten oder auf den hiesigen Internetplattformen. Das ist völllig normal - drei Heiden, fünf Ansichten.
Etwas anders sieht es natürlich da aus, wo es nicht um persönliche Vorlieben geht - eben das, was sich grob umrissen "Wissenschaft" nennt. Da gibt es tatsächlich Aussagen, von denen sich sagen läßt, dass sie Unsinn sind. Ich denke da z. B. an die "rassereinen Germanen" oder die "uralten, ungebrochenen Hexentradionen" (bis zur Steinzeit und noch drei Steine weiter).
Gängige Phrase wie "wir sind demokratisch und unpolitisch" wirst Du von uns nicht hören. Wir sind demokratisch und politisch. Das gehört nun einmal zusammen, und wer in einer Demokratie schläft, wird in einer Diktatur aufwachen.
Ich denke, dass Du Dich hier wohlfühlen wirst,
Liebe Grüße,
MartinM
»Wer nicht zu sagen wagt, was er denkt, ist ein Sklave.« Sophokles
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Hi,
Viel Spaß dann hier 
Was meinst du mit "offen"? Offenheit für rechtsradikale Positionen oder Vertreter von solchen wirst du hier nicht finden, Offenheit zur Diskussion über das Thema (und wie man damit umgehen könnte und u.U. auch sollte etc.) sehr wohl, denn für "unpolitisch" mögen sich andere halten, wir sehen Asatru mitten in der Gesellschaft und damit stehen auch gesellschaftliche Fragen und Phänomene (Rassismus, Diskriminierung, Xenophobie, etc. pp.) wie auch politische Programme und Ideologien, die solche Phänomene fördern, propagieren oder instrumentalisieren auch für Asatru zur Diskussion. Erst Recht in Hinblick darauf, wenn man sich anschaut, wer so alles ausgerechnet solche Inhalte gern gerade von Asatru "toleriert" oder gar subsummiert sehen möchte.
Viele Grüße HB
Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 24.06.2010, 11:40 von Hellblazer.
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Moin moin auch von mir! 
@MartinM: das klingt doch schon einmal sehr schön. Und danach, daß ich mich tatsächlich hier wohlfühlen könnte. Ich bin übrigens auch aus Hamburg. 
@Hellblazer:
Natürlich meine ich mit "offen" solche Leute, die einer Diksussion gegennüber offen sind und sich auch Gedanken darüber machen, wie man a) mit der Thematik umgehen sollte und b) was man dagegen tun kann. Rechte Strömungen, Rechtsradikalismus und Nationalssozialismus usw heiße ich keineswegs gut! Ich denke, das macht meine Postion dazu deutlich.
Ich bin erst kürzlich mit der Thematik "unpolitisches Asatru" in Berührung gekommen, möchte aber ungerne hier im Forum auf Einzelheiten eingehen. Mir geht es eher um die Frage, wie ihr damit umgeht, wenn fragwürdige Personen unter dem Deckmantel einer unpolitischen Satzung toleriert werden und in meinen Augen deshalb auch einen ebenso fragwürdigen Freifahrtschein in der Heidenszene haben. Mal davon abgesehen was sie von ihren Ideologien tatsächlich (zb in einem Verein) einbringen, oder ob sie ihre Ideologien nur zu Hause ausleben/äußern.
Meines Erachtens ist es eben schwer die Politik gänzlich rauszuhalten und insbesondere dann, wenn sich fragwürdige Persönlichkeiten aus der rechten Szene in der Heiden-Szene tummeln. Die Thematik völlig auszublenden ist für mich nicht nachvollziehbar und läßt mich dann auch die Menschen hinterfragen, die so etwas gutheißen und/oder rechtfertigen.
Mich macht es bestürzt die Blindheit derer zu sehen, die alles vehement mit der "unpolitischen Haltung" verteidigen und somit konstruktive Diskussionen zum Thema gar nicht erst zulassen. Und fragwürdigen Personen damit einen starken Rückhalt geben. Ich möchte hier gerne pauschalisieren und sagen: wer wissentlich nichts tut, ist mitschuldig.
Als Neuling in der Szene ist es erschreckend zu sehen, was "hinter den Kulissen" so los ist und mich persönlich hat es argwöhnischer gemacht, wenn nicht sogar ein stückweit von der Asatru-Szene abgeschreckt. Und genau das finde ich bedauerlich. Wo sich der Kreis jetzt wieder schließt und ich frage: was kann man tun?
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Herzlichst Willkommen! 
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Hey, Wichtel,
Wichtel hat folgendes geschrieben: Meines Erachtens ist es eben schwer die Politik gänzlich rauszuhalten und insbesondere dann, wenn sich fragwürdige Persönlichkeiten aus der rechten Szene in der Heiden-Szene tummeln. Die Thematik völlig auszublenden ist für mich nicht nachvollziehbar und läßt mich dann auch die Menschen hinterfragen, die so etwas gutheißen und/oder rechtfertigen.
Ganz genau - nicht nachvollziehbar und auch nicht wünschenswert .
In dem Sinne, viel Spaß hier!
Grüße aus Wien, Brigh
Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen. (A. de Saint Exupéry)
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Hallo Wichtel,
Zitat: Ich bin erst kürzlich mit der Thematik "unpolitisches Asatru" in Berührung gekommen, möchte aber ungerne hier im Forum auf Einzelheiten eingehen. Mir geht es eher um die Frage, wie ihr damit umgeht, wenn fragwürdige Personen unter dem Deckmantel einer unpolitischen Satzung toleriert werden und in meinen Augen deshalb auch einen ebenso fragwürdigen Freifahrtschein in der Heidenszene haben. Mal davon abgesehen was sie von ihren Ideologien tatsächlich (zb in einem Verein) einbringen, oder ob sie ihre Ideologien nur zu Hause ausleben/äußern.
Meines Erachtens ist es eben schwer die Politik gänzlich rauszuhalten und insbesondere dann, wenn sich fragwürdige Persönlichkeiten aus der rechten Szene in der Heiden-Szene tummeln. Die Thematik völlig auszublenden ist für mich nicht nachvollziehbar und läßt mich dann auch die Menschen hinterfragen, die so etwas gutheißen und/oder rechtfertigen.
Also ich persönlich weigere mich strikt, mich einer Organisation anzuschließen, die Personen mit dieser Gesinnungen zugunsten einer in dem Fall für mich fragwürdigen Demoktatie mitbespasst. Ich bin allerdings einer der Menschen, die das Thema erfolgreich lange ausgeklammert haben. Meine politische Gesinnung ist zwar eindeutig dagegen, nein mein Menschen- und Weltbild, besser gesagt. Aber ich habe mich lange nicht offen an das Thema rangewagt, weil ich mich zu inkompetent gefühlt habe. Irgendwann hatte ich aber den Eindruck- und zwar an dem Punkt, wo ich gemerkt habe, dass Asatru mein Herz schon lang erobert hatte- dass ich mich dem Thema aktiv stellen möchte und muss. Also, du hast recht. Das Thema kann man -zumindest langfristig- nicht ausklammern.
Lieben Gruß Die Wurzelfrau
Der frühe Vogel scheißt den Kern
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Mir geht's ganz ähnlich wie Wurzelfrau! Allerdings mit dem Unterschied, daß ich vor dem Politischen an sich nie eine Scheu hatte. Nur hätte ich lange gern gehabt, daß ich wenigstens in einem so intimen Bereich wie dem 'Spirituellen' nicht diese Arbeit habe, politische Implikationen auseinanderzuklamüsern. Irgendwann, als ich schon angefangen hatte, zu sehen, daß Asatrú eben auch ohne nationalistisches Gedöns geht (das hat mich lange abschreckt!), daß Machismo und reaktionäres Denken eben nicht zwingend dazugehören, ist mir aufgefallen, daß das aber auch in einem so vermeintlich sicheren Bereich wie Göttinnenspiritualität eben nicht der Fall ist, daß auch da z.B. mitunter eine total reaktionäre Weiblichkeit abgefeiert wird.
Was man tun kann? Ich würde sagen, selber denken. Eben nicht in (im esoterischen Bereich so gern anzutreffender) naiver Manier alles zu glauben, was in einem Buch steht, weil's einem gerade mal gefällt, egal, was der Autor für einen Hintergrund hat. Ein freundschaftliches Verhältnis zur Wissenschaft (also gerade der Archäologie und der Geschichtswissenschaft) sehe ich auch als hilfreich an. Mit ein bißchen Einarbeitung "kennt man irgendwann seine Pappenheimer", ist man sensibilisiert dafür, kennt die Argumentationsmuster - was nicht heißt, daß es nicht immer neue Auseinandersetzung braucht. Aber die lohnt sich - finde ich.
LG
thursa
For “unheard of” means only it’s undreamed of yet; “Impossible” means not yet done. (Julia Ecklar, "Ladyhawke!" )
Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 24.06.2010, 18:50 von thursa.
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thursa hat folgendes geschrieben: Nur hätte ich lange gern gehabt, daß ich wenigstens in einem so intimen Bereich wie dem 'Spirituellen' nicht diese Arbeit habe, politische Implikationen auseinanderzuklamüsern.
Genauso geht mir das eigentlich momentan. Ich möchte mich eigentlich mit dem Heidentum befassen und keine Auseinandersetzung mit dem Thema (Rechte-) Politik haben, mußte aber leider sehr schnell sehen, daß es ohne anscheinend nicht geht, zumindest nicht, wenn man selbst nicht in eine bestimmte Ecke gestellt werden will und allgmein ein doch eher hinterfragender Mensch ist.
Ich danke euch für eure bisherigen Beiträge und finde es schön, hier auf Menschen zu treffen die eine ähnliche oder sogar gleiche Meinung teilen wie ich! 
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