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Position: Home » Nornirs Ætt Foren » Nornirs Ætt Moor » vor 70 Jahren Bürgerbraukeller Attentat
Thema: "vor 70 Jahren Bürgerbraukeller Attentat" [ Seite 1 ]

Kein neuer Beitrag lebowski , 06.11.2009, 22:57 Beitrag #1   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 05.05.2009, 18:30
 
 
diese Wochende ,am 8 November vor 70 jahren,versuchte Georg Elser Hitler und co zu liquidieren.
genau um 21:20 tötete die bombe 8 menschen,davon 7 nsdap mitglieder.13 minuten zuvor
hatte hitler den Bürgerbraukeller verlassen.


hier ein nachruf von hans wallow :
"der stille Held"
auf den nachdenkseiten
http://www.nachdenkseiten.de/?p=4318

hier zum nachlesen die Gestapo protokolle
http://www.georg-elser-arbeitskreis.de/texts/protokoll.ht



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Nach den Worten der Ahnen
soll man seine Entscheidung innerhalb von sieben Atemzügen treffen.
Wichtig dabei ist ,das man die Entschlossenheit und die innere Stärke besitzt
zur Anderen Seite durchzubrechen...

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Kein neuer Beitrag MartinM , 09.11.2009, 10:02 Beitrag #2   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 19:16
Homepage: http://martinm.twoday.net
 
 
Ja, danke, dass Du an Elser erinnerst. Das um ein Haar missglückte Attentat am 9. November 1939 steht im Schatten des 9. November 1938 und wird überstrahlt vom 9. November 1989.

der einfache Handwerker Elser wurde von "offizieller" Seite jahrzehntelang nicht als als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus anerkannt bzw. ernst genommen.
Wahrscheinlich auch, weil er auf eigene Faust, nur durch sein Gewissen und seine eigenen politischen Einsichten motiviert, handelte. Ein "richtiger" Widerstandskämpfer hat gefälligst auch zu einer "Widerstandsrorganisation" zu gehören - am Besten einer mit der "richtigen" politischen Ausrichtung! Elser war zwar Kommunist, aber Einzelgänger. Damit war für Antikommunisten unmöglich und für die an Befehl, Gehorsam und dem Vorrang von Organisation und Weltanschauung über den Einzelnen glaubenden Kommunisten unbequem.
Elser wurde (und wird oft immer noch) verkannt, weil es keine politische oder gesellschaftliche Gruppierung gab, die seine Tat nach dem Ende des Nazi-Reichs für sich reklamieren konnte.

Vor zwei Jahren machte ich mir mal auf meinem Blog einige Gedanken dazu:
Georg Elser - ein einsamer Held

MM


»Wer nicht zu sagen wagt, was er denkt, ist ein Sklave.«
Sophokles


Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 09.11.2009, 10:03 von MartinM.


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Kein neuer Beitrag alura , 13.11.2009, 15:25 Beitrag #3   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 29.04.2009, 16:50
 
 

MartinM hat folgendes geschrieben:
Das um ein Haar missglückte Attentat am 9. November 1939 steht im Schatten des 9. November 1938 und wird überstrahlt vom 9. November 1989.

Wobei der 9.November 1938 vielleicht sogar ganz gezielt das Strahlen des 9.November 1918 verdunkeln und austilgen sollte.



Halt mit Müllern und mit Schmitten Friede, dann gibt's kein Ärger in der Frittenschmiede

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Kein neuer Beitrag Hjalmarr , 13.11.2009, 15:43 Beitrag #4   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 20.08.2007, 19:49
 
 
Hei!

Ich finds im Nachhinein echt toll von meinem Geschichtslehrer, dass wir beim Thema Widerstand gegen den Nationalsozialismus Elser und die Geschwister Scholl sehr deutlich behandelt haben und nicht wie z.B. bei meinem kleinen Bruder fast nur das Stauffernberg-Attentat.

Gruß, Jari



Außerhalb Midgards leben nur Tiere und Götter.


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Kein neuer Beitrag Eibensang , 14.11.2009, 13:32 Beitrag #5   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 03.09.2007, 22:06
Homepage: http://www.eibensang.de
 
 

MartinM hat folgendes geschrieben:

Vor zwei Jahren machte ich mir mal auf meinem Blog einige Gedanken dazu: Georg Elser - ein einsamer Held


Ganz großartig: deine bitterböse - und leider zutreffende - "Randbemerkung" zur Sache!

Und ganz nebenbei stellt ein solcher Gedankengang erst eine echte sinnliche Verknüpfung zu Vergangenem her: macht mithin klar, warum Gedenken - welcher Art oder an wen oder was auch immer - überhaupt sinnvoll sind. :pfeif: Klasse!

Liebe Grüße
Duke


Ich bin das eine Blatt, das die Winde stehen gelassen haben

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Kein neuer Beitrag Koboldmaki , 17.11.2009, 15:52 Beitrag #6   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 31.08.2009, 16:55
 
 
Eins der Probleme war auch: Wie kann ein kleiner Handwerker erkannt haben, was millionen Deutsche nicht sahen?
Der schlechte Ruf von Elser kam ja auch von Niemöller, der Elser verunglimpfte ohne ihn zu kennen.


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Kein neuer Beitrag aeternitas , 17.11.2009, 17:10 Beitrag #7   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 07:28
 
 

Hjalmarr hat folgendes geschrieben:
Hei!

Ich finds im Nachhinein echt toll von meinem Geschichtslehrer, dass wir beim Thema Widerstand gegen den Nationalsozialismus Elser und die Geschwister Scholl sehr deutlich behandelt haben und nicht wie z.B. bei meinem kleinen Bruder fast nur das Stauffernberg-Attentat.

Gruß, Jari


Wobei Stauffenberg auch kein wirklicher Widerstandskämpfer war,
der wollte nur das eine Schwein (Hitler) durch ein anderes Schwein (irgend nen Monarchen) ersetzen.
Deshalb verstehe ich auch nicht, wieso der so gefeiert wird...


Jan


Den jungen Menschen sage ich: seht Euch um, dann werdet Ihr die Themen finden, für die Empörung sich lohnt -
Ihr werdet auf konkrete Situationen stossen, die Euch veranlassen, Euch gemeinsam mit anderen zu engagieren.
Suchet, und Ihr werdet finden !
Stéphane Hessel

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Kein neuer Beitrag Koboldmaki , 17.11.2009, 17:56 Beitrag #8   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 31.08.2009, 16:55
 
 
Weil er kein Kommunist war, sondern "teutsche" Werte und Antikommunismus vertrat. Als stockkonservativer Angehöriger des Miltäradels war er doch der ideale Widerständler, den man sorglos feiern kann. Mir wird himmelangst bei dem Gedanken, dass sein Attentat geklappt hätte. Der Krieg wäre sicher nicht vorbei gewesen, nur die Gegner hätten sich verschoben...


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Kein neuer Beitrag MartinM , 17.11.2009, 18:43 Beitrag #9   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 19:16
Homepage: http://martinm.twoday.net
 
 
@koboldmaki: Ich möchte Martin Niemöller ein wenig in Schutz nehmen. Es stimmte, er neigte sehr stark zum Polarisieren - es gab für ihn offensichtlich nur "schwarz und weiß" - und er hatte selbst im hohen Alter noch einen manchmal schwer erträglichen Hang zur Polemik. Anderseits bewahrte ihn sein moralischer Rigorismus und sein Argwohn davor, Opportunist zu sein und auch davor, instrumentalisiert zu werden.
Niemöller hatte meines Wissen als Häftling im KZ Sachsenhausen das (möglicherweise von den SS-Aufsehern absichtlich gestreute) Gerücht, Elser sei SS-Unteroffizier gewesen, aufgeschnappt. Ich kann es ihm nicht wirklich übel nehmen, dass er das geglaubt hat, bzw. dass er die Wahrheit für "unglaubwürdig" hielt.
Das Problem liegt weniger bei Niemöller selbst, sondern bei jenen, die ihn als nicht kritisierbare moralische Instanz betrachteten. (Selbst unter christliche Pazifisten bei den großen Friedensdemos der 80er Jahre galt er als unanzweifelbare Autorität - sogar wenn er ziemlich naiv den (für andere bei besten Willen nicht erkennbaren) Friedenswillen der UdSSR pries.)

Na ja, eine Welt, in der die Verschwörer des 20. Juli Erfolg gehabt hätte, müsste nicht unbedingt eine schlechtere Welt sein (es sei denn, sie hätte sich, wie in Christian von Ditfurths Alternativwelt-Roman "Der 21. Juli" mit Himmler verbündet und Deutschland vor den Alliierten über die Atombombe verfügt).





»Wer nicht zu sagen wagt, was er denkt, ist ein Sklave.«
Sophokles

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Kein neuer Beitrag lebowski , 17.11.2009, 20:17 Beitrag #10   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 05.05.2009, 18:30
 
 
Was mich an Georg Elser am meisten fasziniert ,
ist sein Wunsch nicht nur hitler zu töten,
sonder die gleich die gesamte führungsriege der nsdap,
mit zu tilgen,

"Hätte das Attentat jedoch funktioniert,
wäre das Deutsche Reich Anfang November 1939 u.a. ohne Regierungschef,
ohne Vorsitzenden und Stellvertretenden Vorsitzenden der NSDAP als der einzigen politischen Partei,
ohne Reichsminister des Inneren,
ohne Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und
ohne Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei dagestanden."

und in meinen augen ist das auch die grossartigeste leistung von georg elser,
sein erkennen,das nicht nur hitler,verantwortlich zeichnet,
sondern seine vielen helfershelfer..
abgesehen davon das elser im alleingang,
ohne miltärische oder geheimdienstliche unterstützung mehr erreicht hätte!!!
als der ganze widerstandkreis des 20 juni 1944,
unter den sich befanden:

" ein Generalfeldmarschall (Erwin von Witzleben),
19 Generäle, 26 Oberste,
zwei Botschafter, sieben Diplomaten,
ein Minister, drei Staatssekretäre
sowie der Chef des Reichskriminalpolizeiamts;
des Weiteren mehrere Oberpräsidenten,
Polizeipräsidenten und Regierungspräsidenten."

tja,so betrachtet zehn zu null für elser,
auch wenn es ihm den vorwurf nicht erspart ein
gewaltbereiter terrorist zu sein.

danke,schorsch,für deinen versuch ;-)


quellen:
http://www.georg-elser-arbeitskreis.de/texts/elser-folgen1.htm,
http://de.wikipedia.org/wiki/Attentat_vom_20._Juli_1944#Die_24_Teilnehmer_an_der_Lagebesprechung





Nach den Worten der Ahnen
soll man seine Entscheidung innerhalb von sieben Atemzügen treffen.
Wichtig dabei ist ,das man die Entschlossenheit und die innere Stärke besitzt
zur Anderen Seite durchzubrechen...


Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 17.11.2009, 20:47 von lebowski.


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