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Position: Home » Nornirs Ætt Foren » Nornirs Ætt Hain » Weibliche/männliche Spiritualität?
Thema: "Weibliche/männliche Spiritualität?" [ Seite 1 2 3 4 5 ]

Kein neuer Beitrag carola , 18.10.2007, 14:45 Beitrag #46   
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sorry HB

hatte deine letzte nachricht vor meiner antwort noch nicht gelesen....

liebe grüße
carola


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Kein neuer Beitrag Hjalmarr , 19.10.2007, 15:14 Beitrag #47   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 20.08.2007, 19:49
 
 

Hellblazer hat folgendes geschrieben:

Somit würde ich vorschlagen, dass wir uns wieder dem eigentlichen Thema zuwenden :-)


Ist schon interessant. Man müsste halt klären was überhaupt mit weiblicher Spiritualtät gemeint ist.

Sowas wie "feministische Theologie", die sich dann besonders mit Göttinnen, Halbgöttinnen, weiblichen Geistern, Ahninnen, Heldinnen und Seherinnen beschäftigt?

Oder eher eine Spiritualität die sich mit den "weiblichen Kräften" in unserem Leben beschäftigt?

Oder eine besondere "weibliche Energie-Aura" die nur Frauen haben und besonderer Aufmerksamkeit bedarf?


Wie auch immer... :blues:

Grüße, Jari



Außerhalb Midgards leben nur Tiere und Götter.


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Kein neuer Beitrag thursa , 19.10.2007, 22:53 Beitrag #48   
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Hjalmarr hat folgendes geschrieben:
Ist schon interessant. Man müsste halt klären was überhaupt mit weiblicher Spiritualtät gemeint ist.

Sowas wie "feministische Theologie", die sich dann besonders mit Göttinnen, Halbgöttinnen, weiblichen Geistern, Ahninnen, Heldinnen und Seherinnen beschäftigt?

Oder eher eine Spiritualität die sich mit den "weiblichen Kräften" in unserem Leben beschäftigt?

Oder eine besondere "weibliche Energie-Aura" die nur Frauen haben und besonderer Aufmerksamkeit bedarf?


Gute Frage! und mir auch unklar. (Deshalb hab' ich das Thema ja überhaupt erst angeschnitten.)

Vielleicht speist sich die Suche nach einer spezifisch weiblichen Spiritualität aus derselben Quelle wie das Bedürfnis, weibliche Geschichte aufzudecken (Stichwort z.B. Matriarchatsforschung). Nämlich daß Frauen und ihr Leben jahrtausendelang unter der männlichen Dominanz gelitten haben und ihre Geschichte unsichtbar gemacht wurde.

Ich hätte im Moment eher das Bedürfnis, eine Zukunft zu entwerfen, in das Geschlecht nicht maßgeblich dafür ist, wie mensch lebt bzw. leben kann.

Viele Grüße

thursa


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Kein neuer Beitrag thursa , 22.10.2007, 14:46 Beitrag #49   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
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Hm. Jetzt ist mir gestern noch ne Sache eingefallen, angeregt durch Dukes Bemerkung, daß "Männer [...] ihre jeweilige Lage weniger als geschlechtsspezifische" erleben: Ich hab' zwar gesagt, daß meine Identität von ganz vielfältigen Erfahrungen geprägt ist. Aber - und da gerat ich jetzt ins Grübeln - die Gewichtung ist ja doch sehr verschieden.

Ins Unreine gedacht: Zum Beispiel erlebe ich es nicht als Bestandteil meiner Identität, daß ich prekär beschäftigt bin und wenig Geld hab, obwohl das meine Erfahrungen sehr prägt, aber ich erlebe meine sexuelle Präferenz ganz klar als _einen_ Bestandteil meiner Identität und ich grübel' noch drüber, was Marginalisierung damit zu tun hat - marginalisiert hat mich manchmal weniger die Mehrheit der Gesellschaft (im Gegenteil: z.B. in meiner Unikendogruppe weder irgendeine Art von "Mädchen-Sonderbehandlung" zu bekommen noch mehr als Achselzucken für mein beläufiges Outing zu ernten, war extrem wohltuend) als die lesbische Community selbst mit ihren teilweise absurden Verhaltens- und ästhetischen Codes (aber ich will jetzt auch nicht in ein "Szene ist scheiße" verfallen, weil ich andererseits Community ganz wichtig finde) und deshalb ist es für mich auch immer wieder _nicht_ selbstverständlich und darum irgendwie prägender, als wenn's jetzt ganz unproblematisch, unangefochten und selbstverständlich sein könnte. :kratz:

Das Thema Homosexualität und Spiritualität wollt' ich hier eigentlich (noch) gar nicht anschneiden, weil homosexuell zu sein für mich NICHTS damit zu tun hat, irgendwie "wie das andere Geschlecht" zu sein... aber es scheint mir, daß das Thema bei der Frage nach Geschlecht und Identität immer mit aufm Tapet ist.

Nu ja, und zum Thema Wicca: Geschlechterdualismus ist auch mein Problem mit Wicca (so sympathisch ich gerade das weniger "orthodoxe" Wicca sonst fand). Ich find' es sauschwer, so eine Polarität zu haben und nicht in althergebrachte Mann-jagt-Frau-ist-Mutter-Bilder zu verfallen. Dann gibt's da noch den eher dianischen Ansatz, mit dem ich aber auch nicht gut kann.
Letztlich war's die Erkenntnis, daß es die eine Weiblichkeit oder Männlichkeit nicht gibt, die mich auch dazu gebracht hat, viele Götter als selbständige, schon in sich komplexe Wesen zu haben und nicht als Aspekte von einem Gott oder einer Göttin...

Hm. Ozeanisches Thema *grübel*

Übrigens war das eine unheimlich tolle Erfahrung, daß reaktionäres "Natur!"-Geschrei und damit argumentierende Homophobie hier indiskutabel sind. Ihr glaut gar nicht, wie sehr mir das den Rücken stärkt *euch alle :kiss: *

Viele Grüße

thursa


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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 19.08.2008, 13:35 Beitrag #50   
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schade, das das thema so alt ist - mich würde der aspekt einer modernen, männlichen spiritualität interessieren.


Gnothi Seauton

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Kein neuer Beitrag Phoenix , 19.08.2008, 17:20 Beitrag #51   
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Hallo in die ganze Runde!

Ich finds gut, dass das Thema wieder ausgegraben wurde (was nicht immer der Fall ist, manche Uralt-Themen sind ja schon sowas von zu Tode diskutiert), ich sollt eh grad meine Diplomarbeit überarbeiten und einreichen (was ich ab übermorgen aber fix vorhabe *g*)... Da geht's um Männerbilder in der Gesellschaft (und ihre De/Konstruktion), aber das hier vorerst nur mal so am Rande...
Hab mich jetzt mal hier durchgeschmökert (erst sehr penibel, dann eher selektiv) und einige sehr interessante Ansätze gefunden, die mir grad durch den Kopf spuken. (Gut dass ich grad an nem ungewohnten Mac sitze - wer langsam tippt, kann vielleicht besser nachdenken??)
Vieles muß ich erstmal vorsortieren, aber die Klappe halten kann ich deswegen auch nicht. ;))
Für mich nachvollziehbar: Dass man sich mit anderen (möglichen) Strukturen und Themen als patriarchalen beschäftigt, einfach weils die gab und gibt, aber oft nicht viel davon zu sehen ist... Dass unsere Sprache (abseits von Neuschöpfungen wie "frau" statt "man" und Binnen-Is) auch männlich orientiert ist, weil es halt grammatische Geschlechter gibt im Deutschen und das Männliche halt die Grundform ist, auch bei Sammelbegriffen und Verallgemeinerungen jeglicher Art (auf letztere steh ich ohnehin nicht).
Das mit den Hirnhälften ist auch interessant, allerdings gibts da (weiss nicht genau wo, kann aber notfalls kramen) lustige Forschungsergebnisse in die Richtung, dass funktionierende Lernprozesse über Vernetzung von kleinen Zentren im ganzen (!) Gehirn funktionieren - was ich schon sehr super finde. Also wieder nix mit Polarisieren.
Ich persönlich vertrete ja die Einstellung, dass es gar keine "Schubladen" gibt. Zumindest ich hab noch keine gefunden, in die ich passen würd. Alles Konstrukte, und meist kontraproduktiv dazu. Mit "Weiblichkeit" bzw. "weiblicher Spiritualität" hab ich mich deswegen beschäftigt (und vielleicht auch in eher "unkonventionellerem" Rahmen), weil ich aufgrund nicht so lustiger Kindheits-Programmierungen gemerkt habe, dass sich da Probleme in meiner Lebenspraxis auftun. Und da brauchte ich eher einen "weiblichen" Ansatz, weil die ganze Weibliche-Spiridingens-Sache eben aus dieser feministischen Schiene kommt und mit persönlicher Befreiung (von Einschränkungen und Tabus) zu tun hat, und das war genau, was ich brauchte.
Ansonsten seh ich Menschen als Menschen - die halt individuell verschieden verschiedene Eigenschaften und Verhaltensweisen und Einstellungen etc. an den Tag legen - und auch die sind nicht fix und festgeschrieben, sondern veränderlich und immer in Bewegung... Klar hab ich Präferenzen für verschiedene Teilaspekte und find andere nicht so klasse, aber das wars auch schon. Männlich/weiblich? Häh? Und dann noch nur zwei Schubladen? Also entweder ich krieg einen ganzen erweiterbaren Baukasten voll, oder ich schaff die gleich wieder ab. ;)

Ich sag später gern noch was, falls mich wer was fragt, aber erstmal wollte ich nur diese kleine(n) Geschichte(n) loswerden bzw. anbringen.

LG
Phoenix


Hasatru-Piratin

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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 20.08.2008, 08:32 Beitrag #52   
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Zitat:
Ich persönlich vertrete ja die Einstellung, dass es gar keine "Schubladen" gibt. Zumindest ich hab noch keine gefunden, in die ich passen würd. Alles Konstrukte, und meist kontraproduktiv dazu.


tja, das ist wohl das problem, man möchte gerne die schubladen loswerden, und dennoch orientierung haben. mir gehts jedenfalls oft so. aus "männersicht" gibt es keine - oder kaum eine - angemessene spiritualität, jedenfalls nicht für mich.

warum? ich mach es mal am asatru fest:

die ganze "naturspiri"/"hexen" - szene sieht denn mann als jäger, als "manly man", um mel brooks "men in tights" zu zitieren. manchmal kommt es mir so vor, als müsste mann, um ein "echter mann" in der heidenszene zu sein, die keule wieder auspacken und auf den baum zurückklettern. oder mindestens schwer gerüstet auf dem mittelaltermarkt auftreten. das gibts, denke ich, auch bei asatru: nur ists hier die streitaxt und der (inexistente, ich weiss) hörnerhelm. natürlich ists nicht das ganze asatru, und sicher braucht es auch die axtschwinger. mein persönlicher weg wäre das nicht. bin ich deswegen sonderlich unmännlich, nur weil ich so ein "wissenschaftsnerd" bin? nix mit walhalla für die philosophen und so?

das soll keineswegs eine kritik sein. ich weiss, odin, dichtergott, skalden und so weiter. klar ist mir das bekannt. aber das klischee vom asatru ist doch der langhaarige metalhörer mit frank frazetta- poster, oder? der barde ist eine witzfigur (asterix, wicki). und wickie ist, dachte ich zumindest immer, ein feiges mädchen, weil er denken kann.

wie extrahiert asatru daraus ein modernes männerbild? oder, frauenbild, wahlweise?

ich hoffe, ich habe mich mit meinen klischeeanalysen hier nicht zu tief in die nesseln gesetzt. ist schon schwierig, gleich mit so einem thema anzufangen, wenn die meisten hier weder mich kennen, noch ich sie, das kann schon zu fiesen missverständnissen führen.

also: metaanalyse:

weder metal, noch frazetta oder mittelaltermärkte "an sich" sind schlimm. auch nicht äxte, eine axt ist ein werkzeug, ich bin gern auf mittelaltermärkten, frazetta hatte ich früher auch als poster, und meine musik ist auch eher rock als irgendwas anderes. insofern kann man mich gerne zum teil in das von mir so verrissene asatrú - klischee einordnen. (nicht ganz - wie gesagt, eine einzelne schublade ist zu klein und zu unpräzise)

das ist jetzt also der "gnothi-seauton-teil" - in gewisser weise erkenne ich mich auch im asatrú - klischee wieder.



Gnothi Seauton

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Kein neuer Beitrag thursa , 21.08.2008, 21:02 Beitrag #53   
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hmmmm, Wirrlicht - das Klischee hat mich ja auch eher abgeschreckt. Letzten Endes waren es Begegnungen und Erfahrungen weit jenseits aller Klischees, die mich zu Asatrú gebracht haben - und in der Mythologie finde ich auch genug, was nicht unbedingt dem Klischee gerecht wird.

Soviel als ganz kurzer Zwischenruf ;)

thursa


For “unheard of” means only it’s undreamed of yet;
“Impossible” means not yet done.
(Julia Ecklar, "Ladyhawke!" )

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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 21.08.2008, 21:41 Beitrag #54   
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Hi,

was ist "frazetta"?

Liebe Grüße
HB


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Kein neuer Beitrag Hunterlady , 21.08.2008, 22:32 Beitrag #55   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 07:54
 
 
Hey Sven,

gib´s einfach mal in die Google-Bildersuche ein. ;)

Wie Boris Vallejo, nur eben mehr Männchen statt Weibchen als Motive :D

Zu dem Theama Schubladendenken hab ich mich ja in diesem Thread schon geäußert, da halte ich garnix von.
Und Klischees was Asatru betrifft...um die hab ich mich von Anfang an nicht gekümmert.


Zitat:


wie extrahiert asatru daraus ein modernes männerbild? oder, frauenbild, wahlweise?


Warum sollte man das auch?
Wenn ich aus Asatru etwas extrahiere, dann ein modernes Menschenbild. ;-) Aber eigentlich finde ich das bei jedem, ob nun Heide, Christ, Moslem, Atheist, whatever.

Lieben Gruß, Hunty


"Lieber Orangenhaut als gar kein Profil!"

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Kein neuer Beitrag Phoenix , 22.08.2008, 11:00 Beitrag #56   
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Auch nochn Zwischenruf:


Hunterlady hat folgendes geschrieben:

Und Klischees was Asatru betrifft...um die hab ich mich von Anfang an nicht gekümmert.


Hm, die nehm ich ja in der praktischen Durchführung auch gar nicht so wahr.
Es gibt da einfach (zumindest unter denen, die ich schon getroffen hab) ein breites Spektrum an verschiedenen Leuts, die verschiedene Sachen machen und sich evt. auch selbst als Asatru bezeichnen.
Nur denke ich (in Anlehnung an "es gibt keine Schubladen, manche machen sich aber künstlich welche, in die sich sich dann glücklich reinsetzen"): Es ist nicht überall "Asatru" drin, wo "Asatru" draufsteht.
Wer laut schreit, Asatru zu sein, und dabei z.B. mit LARP-Waffen rumwedelt, aber sonst kommt einfach nix - spricht wohl für sich selbst...
Zum Glück gibt's auch andere - die nicht so laut schreien (müssen). ;)

Liebe Grüße
Phoenix


Hasatru-Piratin

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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 22.08.2008, 15:37 Beitrag #57   
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demnach gibt es nur menschliche, jedoch keine "männlichen/weiblichen" ansätze im asatrú?

auch wieder schade, eigentlich. ich kenne die frauenspirituellen ansätze durch meine freundin ja ganz gut (naja, wahrscheinlich nicht sooooo gut....) und sehe, das sie viel von dieser gruppe profitiert. bei männern gibt es (keine / kaum noch) solchen ansätze mehr, jedenfalls keine, die zu mir passen würden. ich mag´ ja nicht unbedingt freimaurer werden :)





Gnothi Seauton

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Kein neuer Beitrag Phoenix , 22.08.2008, 16:44 Beitrag #58   
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Hallo WirrLicht!

Hm, ich denke mal, es gibt viel mehr als bloß die Pole "harter Kerl" vs. "LuL-Esowaschlappen" (oder wie auch immer man die nennen mag), eben grade weil ich Menschen als mehr wahrnehme als Labels o.Ä. ausdrücken können. Und zeigt mir mal einen, der nur "harter Kerl" (oder wasauchimmer) ist. Gibts IMHO genausowenig wie die "reinen Germanen" (und das sind überhaupt schon zwei erfundene Begriffe in einem).

Klar sind so extreme Schubladen als "Männer-Selbstfindungskram" im Umlauf, und das schon seit Jahrzehnten - und, ja, als Reaktion auf den Feminismus. Aber das heißt nicht automatisch, dass es sich dabei um lebbare Ansätze handelt. V.a. soll der gewählte Weg (oder der, der einem halt so "passiert" - aber dann eben auch angenommen wird) das repräsentieren, was man selber wirklich ist (setzt natürlich schon eine gewisse Selbstkenntnis voraus, und an dieser Stelle ist wohl nicht jede/r). Das betrifft natürlich auch (oder gerade?) spirituelle Wege. Auf der anderen Seite ist die alte Geschichte, ob das, was man da so lebt, auch von der Gesellschaft verstanden und angenommen wird (damit es auch im gesellschaftlichen Gesamtkonext funktioniert). Also muß auch das, was "anders" ist (in diesem Fall: anders als der "Mainstream", bzw. das was grad am meisten Macht hat) zumindest strukturell ähnlich gestrickt sein wie der Mainstream.

Klingt jetzt vielleicht nicht super durchschaubar, aber ich hab mich bemüht, das wissenschaftliche Gefasel draußen zu lassen. Außerdem ist das nur ein kleiner Teil von dem ganzen Zeug, das ich grad überarbeite.

Aber wie gesagt, ich arbeite dran - im Herbst sollt's meine DA endlich vollständig und fertig geben. ;)


Liebe Grüße
Phoenix


Hasatru-Piratin

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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 23.08.2008, 09:13 Beitrag #59   
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Zitat:
Klar sind so extreme Schubladen als "Männer-Selbstfindungskram" im Umlauf, und das schon seit Jahrzehnten - und, ja, als Reaktion auf den Feminismus.


denke ich nicht - der männer-selbstfindungskram ist erheblich älter als der moderne feminismus, hatte nur nicht das selbstfindungslabel. männergruppen, ob du nun die pfadfinder (BOY-Scouts), die freimaurer, oder die katholische kirche nimmst, das ist alles unabhängig vom feminismus. im gegenteil - ich dachte immer, feministische gruppen hätten sich (unter anderem) erst als gegenpol zu diesen frauen-ausschliessenden männerklüngeln gebildet. weswegen es wahrscheinlich sinnvoll ist, die "Mens Only"- veranstaltungen aufzulösen und auch frauen zuzulassen.

naja, ein "harter kerl" bin ich ja nach den test HIER anscheinend ganz bestimmt nicht, aber für allzu mimosenhaft halte ich mich auch nicht. ich bin wowhl "typisch deutsch", um genau zu sein, Vulkanier.

mein amerikanischer cousin dave meine immer: "germans are typically vulcans. you know, like spock"

insofern brauche ich nicht lange suchen, um mich "selbst zu finden".
dafür um so länger um, wie spock oder data, sowas wie emotion hinzukriegen :), aber ich bemühe mich.


_____________

*mod: kaputten Link gefixt *


Gnothi Seauton


Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 23.08.2008, 13:52 von Hellblazer.


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Kein neuer Beitrag Phoenix , 23.08.2008, 13:46 Beitrag #60   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 28.05.2008, 11:09
 
 
Hallo WirrLicht!

Ja, das Eisenhans-Männerbild gabs z.B. schon vor dem Buch und den Workshops usw.
Dieses ganze mythopoetische Dingens (also "klassische Heldentypen" wiederauferstehen lassen und kultivieren) ist sicher erheblich älter als der Feminismus - aber grad da gilt es aufzupassen und zu hinterfragen, wo die Quellen liegen und wie die Durchführung ausschaut, v.a. bei solchen elitären ideologischen Gruppierungen - vgl. KlausTheweleit, "männerphantasien", eine Analyse von exklusiven Männerbünden und den dazugehörigen Ideologien in zwei Teilen, wo z.B. auch Briefe von Nazi-Soldaten aufgeführt und analysiert werden...
Alternative Männerbilder entstehen dann durch Aufnahme oder auch Ablehnung von diesen Ideen (kann man aber auch umdrehen und das "romantische" Ideal als Basis hernehmen - jetzt im literarischen Sinn - kommt aufs gleiche raus).

Wichtig finde ich, eben einerseits nachzuschauen, wie solche Rollenbilder konstruiert und propagiert werden - denn so kann man sie auch auflösen, und andererseits in der persönlichen Praxis eben nicht nur nach Mustern vorzugehen wie "das [Vatervorbild, oder whatever] find ich nicht gut, also mach ich in allem genau das Gegenteil" - da alles eben aus vielen dynamischen Teilen besteht. Wenn eine Sache für dich nicht funktioniert, okay - aber deswegen ist sie nicht weniger "wahr" oder deswegen generell "böse" (hat ja für die die's machen durchaus Sinn)... Und auch anscheinend widersprüchliche Faktoren können eine "ganze" Identität ausmachen.

Weiß nicht, ob das jetzt zusammenhängend und/oder sinnvoll klingt... Notfalls bitte nachhaken.

Liebe Grüße
Phoenix


Hasatru-Piratin

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