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Position: Home » Nornirs Ætt Foren » Nornirs Ætt Hain » "Der Monotheismus und ich" von Yoav Sapir
Thema: ""Der Monotheismus und ich" von Yoav Sapir" [ Seite 1 ]

Kein neuer Beitrag MartinM , 26.09.2009, 21:02 Beitrag #1   
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Moin,

ein Artikel eines jüdischen Religionswissenschaftlers und angehenden Rabbiners, der auch für Polytheisten nicht uninteressant sein dürfte:

Der Monotheismus und ich

Interessant scheint mir seine Antwort auf die Frage, ob der jüdische Monotheismus bedeutet, dass andere Völker aus jüdischer Sicht ihren Gottheiten den Rücken kehren müssen?


Zitat:
Meine Antwort lautet: Nein. Denn der jüdische Diskurs bezieht sich sinngemäß auf das jüdische Volk und auf die jüdische Gottheit, die sich mittels jüdischer Vorstellungen enthüllt. Für die Juden gibt es mithin eben nur diese Gottheit, aber das bedeutet nicht, dass die jüdische Wirklichkeit alles andere "annulliert".


Auch wenn ich berücksichtige, dass Yoav Sapir nur für sich, und nicht für "das liberale Judentum" spricht, geschweige denn für "die Juden", hat mich diese Aussage verblüfft - obwohl: so verstehe ich die Bibel auch ;)

Zitat:
So soll Israel nicht deswegen keine anderen Gottheiten anbeten, weil es sie nicht gibt (in dem Fall hätte das Verbot ja keinen Sinn), sondern gerade deswegen, weil sie bei anderen Völkern, d.h. in deren sehr realen Vorstellungswelten bzw. Diskursen, tatsächlich existieren. Der Sinn der "Ehe" besteht also darin, dass es für das Ehepaar keine anderen Partner mehr gibt, d.h. für Israel keine anderen Gottheiten und für Jahwe kein anderes Völkchen. Über andere Völker und deren Gottheiten besagt die Beziehung zwischen Israel und seiner Gottheit hingegen nichts.


LG,
MM


"Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren." Karl Raimund Popper

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Kein neuer Beitrag Koboldmaki , 28.09.2009, 08:18 Beitrag #2   
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Warum gilt eigentlich Katholizismus als monotheistisch? Die haben mehr Heilige, als wir Götter...


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Kein neuer Beitrag MartinM , 28.09.2009, 09:22 Beitrag #3   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
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Nö, das ist doch gaaaanz was Anderes .... ;)


"Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren." Karl Raimund Popper

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Kein neuer Beitrag thursa , 08.10.2009, 20:48 Beitrag #4   
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Habe den Artikel heute erst gelesen. Ja, interessanter Gedanke! Und gar nicht abwegig.

Ich hatte heute ein Erlebnis, das mit der Monotheismusfrage zusammenhängt.
Und zwar bin ich dieses Wochenende auf Probenfahrt mit einem Chor. Wir proben unter anderem in der Dorfkirche und der Pfarrer bat uns, zum Dank den Gottesdienst am Sonntag ein wenig zu umrahmen. Mein Chor ist ein schwullesbischer (d.h. es finden sich da ganz überwiegend Schwule und Lesben zusammen), darum ist prinzipiell zu erwarten, daß es da einige gibt, die da Empfindlichkeiten haben.
Jetzt wies einer, der die Fahrt mit organisiert, mit der Anfrage, ob alle einverstanden sind, darauf hin, daß die uns doch mit offenen Armen empfangen hätten, es wäre doch undankbar, diese Bitte auszuschlagen... Tja, und mein Puls war auf einmal auf 180.

Nun respektiere ich Christen, die das aus Überzeugung und möglicherweise noch freier Entscheidung leben und dabei Nicht- oder Anders-Gläubigen ihren (Un)Glauben lassen können.
Ich möchte mich sogar mit lesbischen und schwulen ChristInnen solidarisieren, weil es in weiten Teilen der lesbisch-schwulen Szene, so nehme ich das wahr, immer noch ein Unding ist, in irgendeiner Form religiös zu sein, und ich habe bei diversen Veranstaltungen auch schon sehr sympathische schwule Pfarrer getroffen (evangelische, versteht sich).

Aber diese "unam veram"-Denke und vor allem das christliche Erste Gebot machen es mir, wenn ich Respekt vor Christen habe, unmöglich, mich an einem Gottesdienst zu beteiligen. Und so habe ich dann mit genau dieser Argumentation mal drauf hingewiesen, daß es nicht zwingend intolerant sein muß, wenn ich nicht mitmachen will, sondern genau darin begründet ist, daß meine Götter eben ganz andere sind.

Ich habe tatsächlich, wenn ich christliche Bücher lese (mußte ich wegen der Recherche zu einem Projekt die letzten Monate 2 Stück lese) oder christliche Reden höre, ein ganz unbehagliches Gefühl und bestehe praktisch aus Widerstand - kein angenehmer Zustand, um zu singen.
Ich bin, und das erleichtert mich, auch nicht die einzige, die ein Problem mit Gottesdienstbeteiligung hat...

Grübel-Grüße

thursa


Once again, Nature surprises us beyond our wildest imagination. - Dr. Joe Liske


Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 13.10.2009, 22:30 von thursa.


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Kein neuer Beitrag thursa , 15.10.2009, 12:35 Beitrag #5   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 03.09.2007, 22:03
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Nachtrag: Wir probten übrigens doch keinen Ton in der Dorfkirche. Winzig wie sie ist, wäre sie für uns (50 Mann hoch) zu klein.


Once again, Nature surprises us beyond our wildest imagination. - Dr. Joe Liske

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Kein neuer Beitrag Koboldmaki , 15.10.2009, 17:12 Beitrag #6   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 31.08.2009, 16:55
 
 
Mir geht es so wenn ich christliche Predigten höre (Radio, familiäre Verpflichtungen), dann werde ich immer ganz hibbelig und möchte am liebsten Zwischenfragen stellen.


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Kein neuer Beitrag carola , 15.10.2009, 17:42 Beitrag #7   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 04.08.2007, 09:39
 
 
Hi,

so musste ich eben doch mal das erste Gebot googeln (was auf dem beifahrersitz auf der Autobahn nicht mal so einfach ist:)). Wunderte mich, warum das:du sollst nicht töten-so auf grundsätzliche Ablehnung stößt...Nun ja, world wide web hilft, die christlichen lücken zu füllen, und was ich fand zu dem einen Gott, den du mehr lieben und fürchten sollst als alles andere .........tja, das möchte ich nun auch nicht mehr singen müssen ´, nicht mal anhören. Und letztlich - egal wie "angenehm" die christliche Kirche sich heute geben mag -sogar ganz ehrlich gemeint: am Ende stehen die Gebote und sind auch Pfeiler des Glaubens. Das ist nun mal so. Insofern...


Liebe Grüße
Carola


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