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Eggi , 08.12.2008, 21:35
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Beitrag #16
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Ja, stimmt.
Ehre ist meist eine Sache der persönlichen Definition. Und wenn verschiedene Kulturkreise aufeinander treffen (so wie in D), gibts richtig Probleme. Was für den einen normal ist, ist für den anderen absolut unehrenhaft.
Gehe deinen Weg
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ist jetzt nur so spontanes gedankengut, undurchdacht:
ich war gerade eben am überlegen, ob man ehre im sinne einer dualität auch über das gegenteil definieren kann - demnach - was ist also "unehrenhaft"?
der einzige zusammenhang, in dem heute noch das wort "unehrenhaft" verwendet wird, ist, dachte ich, die bundeswehr. aber den begriff gibts da garnicht, wie ich dann auf wikipedia erfahren musste (echt nicht? falls jemand näheres weiss.....)
ok, was halte ich persönlich nun für "unehrenhaft"?
man bekleckert sich bspw. nicht mit ehre, indem man "feige" ist, "verlogen" und so weiter, halt das ganze zeug was man so grob unter "ritterlichkeit", also, dem angenommenen ehrenkodex des mittelalters, versteht. christliche tugenden, eben, gegen die man verstoßen kann, die aber z.B. vergleichbar mit irgendwelchen samurai - oder bushidos sind (nein, nicht der sänger )
naja......
oft, wenn ich philosophiere, falle ich auf die alte griechen zurück, und auch die hatten schon "grundtugenden": das gesamtkonzept hiess bei ihnen halt nicht "ehrenhaft". das WORT ehre ist für mich ein gesellschaftsbedingtes wort, wie duke schon erläutert. nehm´ich also tugendhaft.
Zitat: Aischylos charakterisiert den Seher Amphiaraos als tugendhaften Menschen, indem er ihn als verständig (sóphron), gerecht (díkaios), fromm (eusebés) und tapfer (agathós) bezeichnet; der Begriff agathós ("gut"  ist hier, wie in vielen Inschriften, im Sinne von "tapfer" (andreios) zu verstehen.
das konzept kann ich nachvollziehen, es ist nicht so "von aussen aufgedrückt" (wie bspw. das verleihen bekommen eines ordens, was, obwohl an sich wertlos, doch eine ehre darstellt)
nur - was muss ich unter "fromm" verstehen? ist eine art gläubigkeit voraussetzung?
reicht der glaube an, sagen wir, agnostizismus? oder atheismus?
muss man, bspw. asa-tru (oder irgendwas anderem treu?) sein, um ehrenhaft/tugendhaft zu sein?
oder nur "treu sich selbst"?
fragen über fragen....
Gnothi Seauton
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Eggi , 09.12.2008, 16:43
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Beitrag #18
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Mal ehrlich, dieser Deppen-Rapper singt gar nicht und zudem ist sein Rapper-Namenswahl eine Beleidigung für Japan.
Gehe deinen Weg
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Heya,
ich kapier grad nicht, was diese Deine Meinung mit "Ehre" zu tun hat...
Cheerio, K.
"Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus, proportional zum eigenen Mut." Anaïs Nin
Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 09.12.2008, 16:51 von Die Krähe.
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back to topic:
Ich würde als "unehrenhaft" das bezeichnen was "Schande" und "Verachtung" einbringt. Wobei es für mich einen Unterschied macht, ob man selbst "unehrenhaft" (oder ehrlos) agiert oder ob man "in Unehre fällt", aber das Resultat ist das Gleiche (Verlust an Ansehen und Achtung).
Mich interessiert das Thema ja eigentlich, weil ein germanischer Ehrbegriff heute nicht mehr in damaliger Form funktioniert (und der is ja auch nicht so klar), denn wir leben ja in keiner Stammesgesellschaft mehr (und noch wichtiger: wir haben uns den Menschenrechten verschrieben). In einem Rechtstaat verliert die Blutrache ihre soziale Funktion und wir müssen im Normalfall uns auch nicht mehr unser Recht nach der Vergeltung von der Gemeinschaft bestätigen lassen und hoffen dass die Gemeinschaft diesen Akt nicht gar noch als Mord sieht. Wir haben eine exekutiv-staatliche Gewalt die Gerechtigkeit durch Strafe herzustellen versucht. Und wir leben im Normalfall nicht mehr in Sippen, die Sippen- oder Familienehre scheint nicht mehr so wichtig zu sein und man definiert sich auch nicht mehr über die Familie/Sippe.
Aber irgendwie haben viele von uns ja doch irgendwie eine Vorstellung von "Ehre"...
Jari
Außerhalb Midgards leben nur Tiere und Götter.
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(Was nicht heißt, dass man vom germanischen Ehrverständnis nix lernen kann, nur ist dieses ja nur in groben Umrissen überliefert und es ist wohl unklar ob es nicht vielleicht viele verschiedene germanische Ehrbegriffe gab. Ich hab für mich zum Beispiel übernommen, dass es unehrenhaft/schändlich ist, nicht zu seinem Handeln und dessen Konsequenzen zu stehen und ehrbar ist also die Verantwortung dafür zu übernehmen. In unserer Gesellschaft muss die Intention und die "Schuld" nachgewiesen werden, bevor man sich für die Konsequenzen verantworten muss - aber auch wenn ich mit meinem Tun nix schlechtes bewirken wollte, hab ich halt trotzdem schlechtes bewirkt und rückgängig machen, kann ich es halt auch nicht. Oder dass die Menschen die einem Familie sind (egal ob biologisch verwandt...) erwarten können, dass ich zu ihnen stehe ("treu" bin) und auch ich erwarten kann, dass diese Menschen zu mir stehen. )Jari
Außerhalb Midgards leben nur Tiere und Götter.
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Eggi , 09.12.2008, 20:47
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Beitrag #22
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Die Krähe hat folgendes geschrieben: Heya, ich kapier grad nicht, was diese Deine Meinung mit "Ehre" zu tun hat... Cheerio, K.
Weils grad offtopic war.
Gehe deinen Weg
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Ehre. *denks*
Lange lebte ich die Einstellung des "Achtung und Ehre"-Prinzips. Das heißt, das ich anderen Achtung entgegenbringe für das was sie sind und sie damit Ehre erhalten durch mich. Umgekehrt findet da das Selbe statt. Wer mir Achtung für mein Sein entgegenbringt ehrt mich damit und je mehr Leute mich Achten um so größer meine Ehre.
Durch einen Lernprozess, der gänzlich anderer Natur ist, dem ich mich aber gestellt habe hat sich meine Einstellung aber vollständig geändert:
Ehre ist für mich rein persönlicher Natur. Das heißt: Ich muss vor mir gerade stehen können. Nichts und Niemand ist für mich und meine Beweggründe relevant. Schuld, Unschuld, Moral, Unmoral. Wen interessiert denn das wirklich? Der Begriff Ehre wird in meinen Augen heute viel zu häufig missbraucht um verbrämte Gruppendynamische Schulterklopfereien zu rechtfertigen, die streng genommen lediglich implizite Erwartungshaltungen und Abhängigkeiten generieren sollen. Beliebtes Spiel in Form von "ich sag zwar nicht, was ich von dir erwarte, aber Du hast das von Kindesbeinen an mit der Muttermilch inhaliert, daß Du Dich auf bestimmte Arten und Weisen zu verhalten hast, dann wirst Du auch Ehre und Anerkennung/Achtung bekommen."
Wenn überhaupt ist das Prinzip der Ehre doch nur für einen selbst, also vor sich selbst, relevant. Solange man also nach seinen Prinzipien und seinem Moralempfinden, aber auch nach seinem Sein handelt, genügt man sich selbst und seiner Ehre. Wen interessiert da die gesellschaftliche Achtung? Nun kommen wir in den Bereich des Urteils und der Wertung: Will man denn überhaupt von Leuten die sich emotionale oder geistige Scheuklappen auferlegen, indem sie sich an Verhaltensnormen, die sie niemals wirklich ehrlich hinterfragten, in Form von Achtung und Ehre messen lassen? Macht das Sinn? Wenn ja: Für wen?
Martin würde meine persönliche Ansicht wieder zerfetzen a la: der Etri zündet emotionale Nebelkerzen (weil es seinem Ehrbegriff in Gänze gelebt widerspricht). Na und? Ist mir egal.
So weit in aller Kürze und sehr ungenau von meiner Seite aus zum Thema Ehre:
Scheiss auf die Ehre in klassischer Form.
Liebe Grüße
Etrigan
Die Liebe ist eine vorrübergehende Geisteskrankheit, die entweder durch Heirat heilbar ist oder durch die Entfernung des Patienten von den Einflüssen, unter denen er sich die Krankheit zugezogen hat. (Ambrose Bierce)
Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 16.12.2008, 19:03 von Hellblazer.
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Hrafnsgaldr |
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Hi,
erst wollte ich nix dazu schreiben...einfach weil ich den Begriff "Ehre" an sich nicht so sehr mag, warscheinlich weil er von vielen -meiner Meinung nach- ganz falsch verstanden wird. Mein erster Gedanke war dazu das Verhalten diverser Männer ich ich kannte/kenne, die ganz gern mal die "Ehre" vorschoben um in ner Kneipe Stress anzufangen mit jemandem, der sie angeblich "in ihrer Ehre gekränkt" hatte. Haha... Übrigens: Ich kenn sehrwohl auch Frauen die sowas tun...
Sowas hat für mich nichts mit Ehre zu tun...
Das was ich persönlich unter Ehre verstehe kann niemand mit Worten zunichte machen...ich weiß schließlich wie ich bin.
Für mich bedeutet Ehre vor allem jeden Tag aufs neue in den Spiegel schauen zu können. Und das hat sehr viel mit Ehrlichkeit zu tun.Meine Ehre macht aus das ich (zumindest meißtens, denn hey: Niemand is unfehlbar!) ehrlich zu den Menschen bin die mir was bedeuten, aber auch zu allen anderen. Wie gesagt, da hapert es manchmal sicher etwas... Ehre heißt für mich für das einzustehen woran ich glaube, mich um Menschen zu sorgen ohne mich selbst dabei zu verlieren. Im Großen und Ganzen bedeutet Ehre für mich, so zu sein wie ich bin, mich nicht zu verstellen, niemandem etwas vorzugaukeln, und nicht die Schnauze zu halten und tatenlos dazustehen, wenn neben mir ein Unrecht geschieht auf das ich aber Einfluß nehmen kann.
Jo...soweit...
Grüßli, Hunty
"Lieber Orangenhaut als gar kein Profil!"
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Eggi , 15.12.2008, 07:00
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Beitrag #25
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"Ehre heißt für mich für das einzustehen woran ich glaube, mich um Menschen zu sorgen ohne mich selbst dabei zu verlieren. Im Großen und Ganzen bedeutet Ehre für mich, so zu sein wie ich bin, mich nicht zu verstellen, niemandem etwas vorzugaukeln, und nicht die Schnauze zu halten und tatenlos dazustehen, wenn neben mir ein Unrecht geschieht auf das ich aber Einfluß nehmen kann."
*unterschreib*
Das ieht man mal, wenn man alle Posts durchliest, wie schwierig dieses Thema ist.
Gehe deinen Weg
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