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Position: Home » Nornirs Ætt Foren » Nornirs Ætt Hain » Asatrú in der Straßenbahn - Anwendungen und Asichten - eine Facharbeit
Thema: "Asatrú in der Straßenbahn - Anwendungen und Asichten - eine Facharbeit" [ Seite 1 2 ]

Kein neuer Beitrag ILE , 29.12.2011, 22:58 Beitrag #1   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 23.12.2011, 00:08
 
 
Hallihallo!

Nachdem eine Freundin und ich uns über Skandinavien, Wikinger, Odin und Co. unterhalten haben, (was wir beide einfach spannend finden,) wieß sie mich auf das Thema Asatrú hin. Und nachdem es an unserer Schule Brauch ist in der elften Klasse eine Art Facharbeit im Religionsunterricht zu schreiben, habe ich mich spontan für dieses Thema entschieden. Oder, um es spezielle zu sagen: Ansichten, Weltsichten, Anwendungen usw. eures Asatrú-Daseins, denn darüber geben kurze Informationsartikel und Bucheinträge eher wenig Informationen. Wirklich schade. Aber immerhin gibt es fleißige Schülerlein wie mich, die das beheben! ;)

Die Arbeit im ganzen soll sowohl viele Informationen enthalten, als auch interessant geschrieben sein. Populärwissenschaftlich verfasst, sozusagen.

Der Umfang ist dabei nicht eingegrenzt, ich darf so viel schreiben, wie ich bis zum nächsten Schuljahr schaffe. Und ich würde gern so viele verschiedene Ansichten wie möglich dafür verwenden, denn jeder Mensch hat meiner Ansicht ja seine eigenen Vorstellungen.

Ich würde mich also sehr freuen, wenn ihr mir dabei helfen könntet.

Und dazu gleich mal meine erste Frage: Was macht für euch Asatrú aus? Schon klar, man kann das ganze googeln und findet als erstes mal "germanisches Neuheidentum". Nett soweit, aber was genau 8oder auch grob) bedeutet das jetzt für euch Asatrú?

Im Allgemeinen bin ich für jede Antwort (oder auch Frage, sollte es welche geben) offen und werde, sollte irgendetwas unklar für mich sein, einfach direkt nachfragen!

Ich bedanke mich schon mal für eure Mithilfe!!!

Gruß
ILE


den som tiger han samtycker

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Kein neuer Beitrag MartinM , 30.12.2011, 00:01 Beitrag #2   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 19:16
Homepage: http://martinm.twoday.net
 
 
Hallo,

Was macht für uns Asatrú aus?
Keine einfache Frage ... die auch jeder von uns wahrscheinlich ein klein wenig anders beantworten würde.

Auf die Schnelle verweise ich erst mal auf unsere Website: http://www.nornirsaett.de

Vor allem unter http://www.nornirsaett.de/category/asatru-germanisches-kulturelles/ findest Du einige Texte, die sich, denke ich, ganz gut als Grundlage für eine Arbeit im Fach "Religion" eignen könnten.

Viel Erfolg!

MartinM


"Ein Spießer ist jemand, der seine Unzulänglichkeit erkennt und sich darin wohlfühlt." Thomas Mann

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Kein neuer Beitrag Grenzgängerin , 30.12.2011, 11:03 Beitrag #3   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 09:41
 
 
hallo ile,

herzlichst willkommen erst einmal hier ;)

die von martin genannten seiten sind wirklich schon einmal sehr aufschlußreich, was asatru überhaupt ist, sein soll und etc....

doch du fragtest auch, was macht es für euch aus......
da muss ich sagen, wir sind zwar konsensdemokratisch, aber für jeden einzelnen macht es was anderes aus, was gemeinsam wiederum uns als nornirs aett ausmacht ;)

es gibt daher keine einheitliche antwort mach schema F: "das und das macht uns aus!"

ich kann nur sagen, was michbewogen hat, wie ich zu asatru gekommen bin:

ich suchte nach meinen wurzeln, denn von dem morgenländisch stammenden glauben bin ich sehr enttäuscht und erschüttert wordern....predigen sie von nächstenliebe, von miteinander teilen, gebt den armen, schadet nicht deinem nächsten, etc.....bin ich einem anderen belehrt worden......es wurde mehr in die eigene klerikalen taschen gewirtschaftet.....golddurchwebte stoffe für sich gekauft, bestes blattgold fürs tabernakel besorgt......ettliche Mio. DM (deutsche mark) in eine christiliche Sekte investiert, auf der gegenseite einige sozialprojekte in den boden gestampft.....

zudem das veraltete weltbild:
nur sex in der ehe.....keine kondome benutzen dürfen.....priester dürfen nicht heiraten und machen es mit der haushälterin oder kindern rum......die kirche als den einzig wahren glauben zu benennen.....etc....

von meiner person kann ich sagen, dass ich christlich erzogen worden bin,
auf christliche schulen gegangen bin,
kurze zeit auch überlegt habe in einen nonnenorden einzutreten.....
und die "christlichen werte" auch in mir trage.....

aber überall gibt es ein "DAVOR"
so stellte ich mir die frage:
was war davor?
vor den kreuzzügen?
hier bei uns?
warum glauben die isländer an feen und kobolde?
warum fühle ich mich im wald wohler, als in einer kirche?
was lag denn hier und liegt hier für eine wurzel?
keimt sie noch irgendwo?

ich machte mich auf die suche.....stöberte durch verschiedene religionen und naturglauben.....
suchte in der keltischen ecke (was noch vage nicht in vergessenheit getreten ist)
stöberte durch die nordische mythologie.....
befasste mich mit runen......mit dem auf des jahreskreises......fing an jahreskreisfeste zu feiern......(die sonnenfeste: Jul, Mitsommer, Ostara und Mabon) feierte auch die mondfeste: Imbolc, Beltane, Lughnasadh und samhain....

lernte in meiner umgebung leute kennen, die auch dem feiern der jahreskreisfeste zugeneigt waren.....auch mir schlich sich das wort "asatru" in den kopf - von einem damaligen freund erzählt.....ich wollte leute kennenlernen....doch gerade in diesem bereich ist es sehr schwer normaldenkende menschen kennenzulernen, die nicht braun und rechts orientiert sind, .....die durchs 3. reich runen, zeichen und worte befleckt und anektiert haben.....

ich stiess durch eine glückliche gegebenheit hier auf die nornirs aett.....und fühlte mich "zu hause angekommen" navigationssystem: "sie haben ihr ziel erreicht!"


was bedeutet also asatru für mich?
- leben im einklang mit der natur (und: respektvollen umgang)
- jeden menschen und jedes tier zu respekteren egal welcher herkunft, hautfarbe, nationalität und
oder Glauben
- ursprung - familie und zu hause
- füreinander einstehen und da sein
- spiritualität
- Wurzel


zudem sprechen noch gefühle, die ich nicht genau benennen kann, die für mich aber auch asatru ausmachen.....und ist.

ich finde es wichtig, dass jeder einen glauben frei wählen kann - in dem er glückich ist......
und nicht hineingezwungen wird, weil er sonst aus seiner familie geworfen wird oder seine arbeit zu befürchten hat......oder es einfach tradition ist.....etc...

lg, Grenzgängerin



:kratz:

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Kein neuer Beitrag Hunterlady , 30.12.2011, 11:51 Beitrag #4   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 07:54
 
 
Auch von mir erstmal ein herzliches Willkomme Ile ;)

Vieles ist für mich schwer in Worte zu fassen, doch ich will es mal versuchen:

Erst einmal gibt es sowas wie 2 Ebenen für mich, was Asatru betrifft, und doch sind diese Ebenen miteinander verflochten.
Einmal mein "persönliches" Asatru, und dann das Asatru wie ich es in der Nornirs Aett empfinde, was sich wundervoll ergänzt.

Das Heidentum an sich interessiert mich schon lange, und nach einem Abstecher in Wicca-Kreise gelangte ich irgendwann (Was seltsamerweise niemanden meiner Wicca-Freunde verwunderte ;) ) zum Asatru.
Warum?
Kann ich nicht genau sagen, ich fühlte mich schon immer zum "Norden" hingezogen, und die alten nordischen Götter riefen mich einfach, genau wie die Runen.

Doch es sind nicht nur die Götter, nicht nur der "Glaube" an sich was für mich Asatru ausmacht.
Das Weltbild spielt eine entscheidende Rolle.
Und hierbei sind für mich Respekt, Toleranz, Ehrlichkeit anderen und sich selbst gegenüber, und ja, auch "Ehre" wesentlich.
Und dann geht´s auch schon in die Nornirs Aett über---meine "Heilsgemeinschaft" die für mich inzwischen eine zentrale Rolle in meinem Leben spielt, bedingungsloses gegenseitiges Vertrauen, Hilfe wo Hilfe gebraucht wird, Zusammenhalt.
So wie eine Familie sein sollte.
Und auch gemeinsamer Kampf, für Menschenrechte und für all das, was für mich Asatru ausmacht.

Wichtig finde ich auch, nicht in der "Vergangenheit" zu leben, nicht zu versuchen "Altes" zu leben, ganz abgesehen davon daß viel zu wenig überliefert ist, um Asatru heute so zu leben wie damals.
Warum auch?
Wir leben in anderen Zeiten, und ich denke Asatru ist flexibel genug, um sich darauf einstellen zu lassen.
Wir müssen heute nicht auf einem Feld stehen, und den Göttern für eine gute Ernte opfern.
Doch wir können bei einem leckeren Wildgulasch dem Hirsch dafür danken, daß er sein Leben ließ um uns zu sättigen (Mal so als Beispiel).
Ein weiterer wichtiger Aspekt im Asatru sind für mich die Ahnen, sowohl körperliche als auch geistige Vorfahren (denn nicht immer muß man mit jemanden verwandt sein um ihn als Ahn zu sehen).
Ich glaube daran daß das was wir sind zum Teil aus unseren Vorfahren entstanden ist, und jeder von uns einen Teil seiner Ahnen mit sich trägt.
Und dafür gebührt ihnen Dank (ja, selbst für die weniger guten Eigenschaften, denn auch die gehören zu uns), und sie sollten nicht in Vergessenheit geraten.

Soweit mal was mir spontan einfällt. :-)

Lieben Gruß, Hunty


"Lieber Orangenhaut als gar kein Profil!"

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Kein neuer Beitrag ILE , 30.12.2011, 19:41 Beitrag #5   
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Erst einmal euch allen dreien danke für die schnelle Antwort.

Eine wirklich spannende Sache, und ich freue mich jetzt schon letzendlich darüber zu schreiben! ;)

Manche Dinge kommen mir für mich schon sehr bekannt vor.
@Grenzgängerin: Ich bin Christin und sehe ähnliche Probleme wie du...
@Hunty: Meine schon genannte Freundin ist auch Wicca, aber bei ihr würde es mich auch nicht wundern, wenn sie schließlich mal bei euch landet ... zumindest soweit ich das bis jetzt als Außenstehnde sagen kann.

und @MartinM: Dass jeder anders antwortet, macht die Sache ja so spannend! Auf eurer Seite war ich schon ein paar mal, aber ich forste mich mal durch die Artikel! ;) Aber hey, das alles muss nicht für das Fach Religion ausgelegt sein, wirklich nicht! das Fach ist nur der Auslöser für die Arbeit... es gibt Themen wie letztes Jahr zB. Corps, die auf den ersten Blick auch nicht unbedingt was mit Religion zu tun haben...

Also noch mal: Danke! auch dafür, dass ihr mir gegenüber so offen damit seid!

Gruß
ILE


den som tiger han samtycker

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Kein neuer Beitrag Luftakrobat , 01.01.2012, 18:36 Beitrag #6   
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Halli Hallo

Für mich bedeutet Asatru Heimat. Asatru ist der Mittel- und Nordeuropäische Heidentum, und meine Heimat ist nun mal diese.
Versteht mich nicht falsch ich bin in keinster Weise Nationalist!
Für mich hat einfach nur jeder Flecken der Erde sein eigenen Geist, Aura oder wie man es nennen mag.
Und dieser Geist spiegelt sich in der Natur des Landes und in den Menschen wieder. Also ist Asatru für mich das Leben des europäischen Geistes.
Natürlich darf man hier nicht eingeschränkt sein. Es gibt keine vorgeschriebene Lebensweise an die ich mich halte. Jeder hat die seine. Dennoch glaube ich, dass man zwangsläufig, den Geist des Landes aufnimmt und weiter Lebt in welchem man geboren wurde und aufgewachsen ist.
Asatur ist für mich also die Erkennung der Geister unserer Wälder, Berge, Flüsse usw. Und ist nicht streng fixiert darauf abstrakte Götter zu verehren, was die Germanen meines denkens auch nicht taten, sondern die Göttlichkeit in der Natur zu sehen und diese Natur zu wahren.

Externe Anmerkung: Daraus resultierent bin ich stark für die Erweiterung von Rechten von heimatlichen Glaubensauslebungen wie zum Beispiel die von den Indianern usw.



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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 02.01.2012, 10:10 Beitrag #7   
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Blöd nur dass ausgerechnet die Stämme germanisch genannter Kultur so wenig mit "Regionen" anzufangen wussten, dass sie im Vergleich zu anderen im europäischen Raum angesiedelten Kulturen die am wenigsten an einem Ort "festklebendsten" waren ;-)

"Heimat" geht auch ohne konkreten Ort. Insoweit stimme ich dir in der Aussage, Asatrú "Heimat" nennen zu können, durchaus zu. Aber mit einer geographischen Position hat das wenig zu tun....

Grüße
HB


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Kein neuer Beitrag Felicitas , 02.01.2012, 10:55 Beitrag #8   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
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Jepp.

Ich wollte eh auch nochwas dazu schreiben.
Ich kann Deinen Gedankengängen bis zu einem bestimmten Punkt gut folgen, bzw. mir geht es da ähnlich. In meiner "spirituellen Praxis" - wenn man das mal so nennen will ;) - hat "das Land" - die Region in der ich lebe auf jeden Fall eine Bedeutung, bis dahingehend, dass mir manche, von mir "entdeckten" lokalen Wesenheiten näher stehen als einige Asen - die ich selbstverfreilich dennoch achte und ehre. ;)
NUR - der Punkt ist genau: Das Land auf und mit dem ich l(i)ebe - NICHT das, auf dem ich geboren wurde! Das ist - in meiner spirituellen Wahrnehmung - ein anderes, hat andere Ausdünstungen. UND - ich könnte, wenn auch Scheiden immer etwas weh tut - dennoch jederzeit meine Koffer packen und gen neue Ufer ziehen. Denn sicher werde ich auch dort meinen Kontext finden und neue Wurzeln schlagen. Egal wo auf diesem, unserem Heimatplaneten! Wir sind nunmal Menschen, und keine Pflanzen. (Und selbst die können u.U. gut "umziehen", bzw. umgezogen werden.) ;)

Und genau deshalb hab ich mit diesen zweien Deiner Sätze:


Luftakrobat hat folgendes geschrieben:

Und dieser Geist spiegelt sich in der Natur des Landes und in den Menschen wieder. Also ist Asatru für mich das Leben des europäischen Geistes.


ein Problem. Konsequent zuende gedacht führen solche Überlegungen zu Ideologiekonstrukten, die man als "Biologismus" und "Ethnopluralismus" bezeichnet - Strömungen, die mit der, ebenso zumindest in meiner Version von Heidentum zugrundeliegenden Achtung und Respekt allen Lebens und den daraus folgernden Rechten auf individuelle Entwicklung, komplett inkompatibel sind.

Soweit erstmal von mir.
Gruß
Felis


Mut ist, zu kämpfen. Auch wenn der Gegner übermächtig ist. (aktuelle Miserior-Kampagne)
---
Ganz unglücklich ist niemand, ist er gleich nicht gesund:
Einer hat an Söhnen Segen,
Einer an Freunden, einer an vielem Gut,
Einer an trefflichem Tun. (Havamal)


Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 02.01.2012, 10:55 von Felicitas.


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Kein neuer Beitrag Luftakrobat , 02.01.2012, 12:04 Beitrag #9   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 01.01.2012, 18:11
 
 
Da habt ihr beiden ja prinzipiell komplett Recht narürlich sind wir nicht an einen Ort gebunden. Das wollte ich auch garnicht behaubten.
Aber ich denke es ist doch etwas schwieriger sich dauernt sich an einen neuen Platz der Erde anzusiedeln und sich dort mit den heimischen Wurzeln zu verbinden.
Grund dafür ist wohl unsere Zivilisationsgesellschaft.
Beispiel USA: Die meisten Amerikaner (abgesehen von den Indianern und nur soweit ich das beurteilen kann) tragen noch immer den europäischen bzw. den afrikanischen Geist in sich, weil sich die die mit Columbus kamen gleich ihre Gesellschaft nach dem Vorbild von ihrer Heimat aufbauten und ihre Werte harsch verteidigt haben. Prinzipiell ist da ja auch nichts gegen zu sagen.
Was ich nur sagen will ist, dass das Land in dem man Lebt einen Formt. Und davor können sich im Endefeckt auch die Amerikaner nicht wehren. Man sieht es ja. Die Amerikaner haben einen eigenen Charakter entwickelt, was allerdings sehr schleppend vorrang geht.
Ich wollte nicht sagen dass wir als europäer uns nicht in anderen Teile der Welt niederlassen dürfen, sondern, wenn wir das tun, uns mit dem Land beschäftigen und ihre Wesenheit ergründen.
Um zum Thema zurück zu kehren find ich nur das Asatru halt den Geist europas wiederspiegelt, welcher ja auch sehr vielfältig ist zum Beispiel wenn man Island und Deutschland vergleicht gibt es dort auch massive Unterschiede. Und dort finden sich dann acuh andere Wesenheiten wieder.
Und liebe Felicitas natürlich kommt es darauf an was man im Herzen trägt ich schreibe ja keinem europäer vor europäisch zu denken und ebenso kann es als Beispiel Chinesen geben die europäisch denken.

Also ich bin für den Weltfrieden und für die Individualität :-) ich finde dass das mit meiner Ansicht nicht im Wiederspruch steht.
Wenn doch belehrt mich. :-)

Lg Luftakrobat


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Kein neuer Beitrag Felicitas , 02.01.2012, 12:48 Beitrag #10   
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Registrierung: 07.09.2007, 09:42
 
 
So, und jetzt mal Antwort Richtung ILE.

Ein bisschen was kannste sicher schon aus meinem vorherigen Beitrag ziehen. Aber mal von Anfang an.
Mir ist Asatru vor einigen Jahren zugestoßen, als ich mich spirituell stärker auf den Kontext konzentriert habe, in dem ich nunmal lebe.
Das ging so: Eigentlich war ich, wiederum seit einigen Jahren, eher der Göttinnenspiritualität starhawkscher Prägung zugeneigt, nur, dass sich von Göttinnenseite - mal abgesehen von einer empfundenen Verbundenheit mit der pantheistisch-animistisch wahrgenommenen Allmutter und der phönizisch-hebräischen Astarte (was sich im Nachhinein für mich gut erklärt - bin in einer evangelikalen Gruppierung aufgewachsen und von daher war der Draht gut gelegt) - wenig Resonanz zeigte. So sehr mich gerade die dunkleren Göttinnen des graeco-romanischen Kulturkreises - Diana, Hekate oder die Bona Dea faszinieren (und auf Hekate hab ich gerade letztens noch getrunken!) - das Interesse war halt eher einseitiger Natur. Irgendwann kam ich durch einen meiner Streifzüge durch's Netz auf die Idee, mich doch mal auf die Suche nach den Wesenheiten meiner direkten Umgebung zu begeben, vielleicht fühlen die sich ja eher mal angesprochen. Ich muss dabei betonen, dass ich mit Asatru zu dem Zeitpunkt nicht nur absolut nix am Hut hatte, sondern es sogar leicht abgelehnt habe, vor allem, weil ich außer der vielen Anknüpfungspunkte Richtung braune Ideologien, wenig bis gar nichts darüber wusste. So verwundert es mich denn auch nicht, dass ich lange nicht begriff, dass dieses dominate Wesen, das ab einem Zeitpunkt anfing, mich zu verfolgen und sich als Herr der Geister und der Winde outete (so in etwa jedenfalls, wirklich Worte sind dabei nie gefallen, eher Bilder und intuitive Eindrücke), auf den Namen Odin sehr gut anspricht. Bis - und da traf mich der Schlag - in einem meiner Träume in Verbindung mit diesem Wesen Runen auftauchten. Da hatte ich auf einmal kein Bock mehr, doch nun ließ dieser Jemand einfach nicht mehr locker! Kurz: Ich hab mich länger gewehrt und dann doch doch langsam und zögerlich, aber zunehmend in den Bann gerissen, dem Thema geöffnet und angefangen, mich damit auseinanderzusetzen. Und, als ich mich mit den überlieferten Mythen und Sagen näher beschäftigte, staunte ich nicht schlecht, wie gut die in mir Resonanz fanden und "hängenblieben". Passende Schnittstelle gefunden - so könnte man's auch ausdrücken.
Bin dann zwangsläufig recht schnell auf die Nornirs Ætt und die damalige Version dieses Textes gestoßen, welcher mir enorm half, innere Spannungen und Vorbehalte zu lösen und einen Weg zu finden beides - die Antwort der Suche und meinen klar antifaschistischen Background - in mir in Frieden zu vereinbaren. Diese Entwicklung fand nach knapp zwei Jahren so grob ihren Abschluss. Seitdem kann ich mich mit dem Begriff "Asatru" identifizieren, auch wenn ich - zumindest im RL - nach außen hin immer noch sehr zurückhaltend bin, es nicht an die große Glocke hängen mag. Abgesehen davon, dass ich viel davon halte, dass Religion/Spiritualität/Kult Privatsache ist und niemandem wider Willen auf die Nase gebunden gehört, würden es doch viele meiner alten Freunde nicht verstehen. Wobei ich letztens auf mein recht dezent gewähltes Hämnmerchen angesprochen wurde und angenehm erfahren habe, dass mein Handeln und Sein dann doch mehr wiegt als "das Symbol".

Nach all dem Geschreibsel wird Dich vielleicht überraschen, dass meine "spirituelle Praxis" im Alltag sich gar nicht in großartigem Brimborium, wie man sich das allgemein so vorstellt, äußert. Eine Geste hier, ein Innehalten da, viel mehr eine Haltung zum Leben und zu dem, was unserereins gernemal "Wyrd" nennt, aber weit mehr als das bedeutet, was Mensch Meier allgemein so unter "Schicksal" versteht - vor allem: Ein in Beziehung treten, innerer Austausch, seinen Platz finden (nicht räumlich zu verstehen!) und, dass wer "A" sagt, auch "B" sagen muss. Ich ritualisiere - gerade in letzter Zeit - nicht jeden Tag. Oder doch, weil Ritual sich nicht auf das beschränkt, was Mensch Meier darunter versteht. Muss ich auch nicht. Weil ALLES in mein Leben hineingewirkt ist, genauso wie die Tasse Gwürztee neben mir und die gerade laufende Exodus-Mucke mit btw. furchtbar religionsfeindlichen Texten.

Apropos Religion: Ich habe keine. Asatru ist Kultur, nicht nur etymologisch resultierend aus Kult. Ebenso Glauben: Glauben ist nicht Wissen. Was ich erfahren habe weiß ich. Und an die Sonne, die Erde und den Blechkatzen und Tannenzweige über den Hof fegenden Sturm brauch ich nicht zu glauben. Meine Götter sind dieselben. Wenn auch auf anderen, nichtalltäglichen Ebenen anders zu erfahren als eben als Sonne, Erde und Sturmwind (und so viele andere). Dass ihnen eben nicht nur materielle Gewalten zueigen sind, ist eine Sache der Wahrnehmung.

Und, wo ich gerade eine Metalband erwähnt habe. Zwar ist die Zuneigung zu heftigeren Klängen unabstreitbar ebenso Teil meines Lebens, aber ich werd nicht müde, darauf hinzuweisen, dass beides nicht zusammengehört, zumindest nicht mehr als Asatru und die Vorliebe für jede andere Musik oder meinetwegen Sauerbraten.
Der Paganmetalszene gehöre ich nicht an und das Heidengepose mancher, in Felle und Leder gewickelten Zeitgenossen find ich eher peinlich als heidnisch.

Da ich vorhin Runen erwähnt habe: Ja, die spielen eine große Rolle. Aber viel mehr in der ihnen innewohnende Kosmologie denn ihrer Verwendbarkeit als Orakel (was dennoch durchaus gelegentlich der Fall ist). Jedes Zeichen erschließt eine Welt dahinter, voller Kontexte, Bedeutungen, Bilder, Handlungsmaximen. Gebo - die Verbundenheit und der Austausch im Wyrd - ist mir wichtig, Uruz - die unbändige, tierische Wildheit, ebenso Mannaz - die Menschlichkeit und das Bewusstsein, dass wir einander brauchen, Oðala will auch immer wieder was von mir - vor allem, mich mehr auf mich zu besinnen als irgendwelchen Zielen hinterherzujagen - aber sie alle sind wichtig, nur indiuviduell und nach Bedarf gibt's Gewichtungen.

Und noch einer: Mythen. Nicht wörtlich zu verstehen, aber auf vielen Ebenen rezipierbar. Soll heißen: Es geht, man kann sie rational-kritisch, mit sich bewusstmachendem Verständnis des historischen Kontextes (z.B. ihrer Niederschrift) lesen und gleichzeitig sich auf intuitiven Ebenen viele Geschichten und Lehren daraus ziehen und wahr-nehmen. Ich kann Dir das schlecht beschreiben, aber auch Widersprüche müssen keine sein.

Willste nochwas wissen? - Frag! Aber erwarte immer nur subjektive Antworten! ;)


Gruß
Felis


Mut ist, zu kämpfen. Auch wenn der Gegner übermächtig ist. (aktuelle Miserior-Kampagne)
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Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 02.01.2012, 12:55 von Felicitas.


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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 02.01.2012, 13:12 Beitrag #11   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 04.08.2007, 01:00
Homepage: http://www.svenscholz.de
 
 

Zitat:
Aber ich denke es ist doch etwas schwieriger sich dauernt sich an einen neuen Platz der Erde anzusiedeln und sich dort mit den heimischen Wurzeln zu verbinden.


Gerade und speziell sogar die "germanischen" Stämme haben gerade zu diesem Punkt das Gegenteil bewiesen, auch und gerade im Vergleich mit so manch anderer, sehr viel "Ortsfixierter" Kultur damaliger Zeit (Die europäischen Kolonisten Amerikas waren kulturell christlich, und das seit Jahrhunderten, da kannst du kulturell lange nach germanischen Kulturbestandteilen suchen, gerade bei diesen, die sind zum Teil aus Europa ausgewandert, weil sie mit der dortigen beginnenden Aufklärung/weltoffeneren Ansätzen der Zeit nicht viel anfangen konnten, als Fundamentalisten die viele waren).

So dass ich sogar mal behaupten würde, dass das sogar als integraler Bestandteil germanischer Kultur(en) gelten kann: sehr unabhängig vom geographischen Ort zu sein und sehr flexibel in den Möglichkeiten, sowohl sich anzupassen und "woanders" zu integrieren, als auch andere bei sich zu integrieren (beschäftige dich mal ein bissl mit der Völkerwanderung, dann wirst du sehen, was ich meine.... (Tipp dazu: http://www.nornirsaett.de/wie-antisemitisch-ist-asatru/ )

Richtung ILE:

exakt deshalb sehe ich "Asatrú auch nicht als "Religion" im heutigen Sinne, (vgl. Martins schönen Aufsatz dazu:
-> http://www.nornirsaett.de/die-alten-germanen-hatten-keine-religion/ )

sondern eher als eine Kultur an. Die freilich auch, wie jede "gute" Kultur, spirituelle Inhalte hat. Aber sich nicht auf diese beschränkt oder über diese definiert. Sondern auch andersrum: manche spirituellen Inhalte sind Ursache, manche aber auch Folge der kulturellen Merkmale. Und manchmal auch beides gleichzeitig.

-> http://www.nornirsaett.de/als-die-sau-noch-gottin-war-wer-waren-%E2%80%9Cdie-germanen%E2%80%9D/
-> http://www.nornirsaett.de/als-die-sau-noch-gottin-war-mythos-religion/

Kultureller Inhalt sind dabei für mich prägend das sogenannte "Weltbild", also die Interpretation z.B. von Wahrnehmungsfaktoren wie Raum und Zeit, denn die haben Konsequenzen auf mein alltägliches Tun und Denken.

Ich habe dazu vor einigen Jahren zum Thema Zeit mal was geschrieben
-> http://www.nornirsaett.de/nornen-urd-werdandi-skuldim-zeitstrom-des-lebens/

Von Duke wurde das dann weitergesponnen:
-> http://www.nornirsaett.de/die-alten-germanen-hatten-keine-religion/


Oder auch zu solchen Normengebäuden, die unsere heutige Umgebungs-Kultur prägen wie die "Schuld":
http://www.nornirsaett.de/norm-schuld-die-rueckkehr-ins-paradies/ , denn manchmal braucht man den Kontrast eines Vergleiches, um die Unterschiede wahrzunehmen

Viele Grüße
HB



Dieser Beitrag wurde insgesamt 2 mal editiert. Das letzte mal 02.01.2012, 20:52 von Hellblazer.


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Kein neuer Beitrag Felicitas , 02.01.2012, 13:21 Beitrag #12   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 07.09.2007, 09:42
 
 
Okay, nochmal zu Dir.


Luftakrobat hat folgendes geschrieben:

Aber ich denke es ist doch etwas schwieriger sich dauernt sich an einen neuen Platz der Erde anzusiedeln und sich dort mit den heimischen Wurzeln zu verbinden.


Kommt auf die Perspektive an. Für uns Sesshaften ist das sicher nicht leicht, für Nomaden sehr wohl. Und die sind ihren Göttern, Geistern & Co. sicher nicht grundsätzlich weniger verbunden.

Mal abgesehen davon, dass es zwischen den Extremen eine Menge Zwischenformen geben dürfte. Und ich mich sicher auch nicht an einem Ende der Skala verorten würde.

Außerdem halte ich es für falsch, dass alles auf diesen einen Aspekt zu erengen. Da spielen auch noch andere Faktoren eine gewichtige Rolle, nur mal z.B. das neu aufzubauende soziokulturelle Umfeld.


Luftakrobat hat folgendes geschrieben:

Beispiel USA: Die meisten Amerikaner (abgesehen von den Indianern und nur soweit ich das beurteilen kann) tragen noch immer den europäischen bzw. den afrikanischen Geist in sich, weil sich die die mit Columbus kamen gleich ihre Gesellschaft nach dem Vorbild von ihrer Heimat aufbauten und ihre Werte harsch verteidigt haben. Prinzipiell ist da ja auch nichts gegen zu sagen.

Was ich nur sagen will ist, dass das Land in dem man Lebt einen Formt. Und davor können sich im Endefeckt auch die Amerikaner nicht wehren. Man sieht es ja. Die Amerikaner haben einen eigenen Charakter entwickelt, was allerdings sehr schleppend vorrang geht.


Ja mei. Und, was lernen wir jetzt draus? - Dass Kultur ein stetiger Wandlungsprozess ist? Etwas, was so (Bio-)Regionalisten btw. erwähnt, gerne mal unterschlagen.
Im Übrigen gehe ich davon aus, dass die US-Amis genauso ihr Land geprägt haben. Und auch die "Eingeborenen" irgendwann mal vor ein paar tausend Jahren erst eingewandert sind. So wie überall alle Menschen. Ausnahme: Ostafrika.


Luftakrobat hat folgendes geschrieben:

Ich wollte nicht sagen dass wir als europäer uns nicht in anderen Teile der Welt niederlassen dürfen, sondern, wenn wir das tun, uns mit dem Land beschäftigen und ihre Wesenheit ergründen.


Auf jeden Fall!

Edit: Und hier muss ich nochwas ergänzen., weil ich die Formulierung "dürfen" in dieser Absolutheit vorhin überlesen habe. Von "dürfen" und "müssen" (außer aus innerem Drang heraus ;) ) kann einfach nicht die Rede sein! Oder, welche Instanz verordnet Dir das?


Luftakrobat hat folgendes geschrieben:
Um zum Thema zurück zu kehren find ich nur das Asatru halt den Geist europas wiederspiegelt, welcher ja auch sehr vielfältig ist zum Beispiel wenn man Island und Deutschland vergleicht gibt es dort auch massive Unterschiede. Und dort finden sich dann acuh andere Wesenheiten wieder.


Ou ja! Volltreffer!
Ich find's immer wieder witzig, wie sich manche Leuts hierzulande auf die ach so "heimatliche" Asatru-Kultur berufen. Island ist bekanntlicherweise auch ein paar tausend Kilometer weit weg, hat ein etwas anderes Klima, eine andere Natur, mit Sicherheit andere Landgeister, aber wir sind ja so heimatverbunden, weil wir das eins zu eins übernehmen.
Ja sicher, kulturelle Verbindungen gibt's en masse - das will ich gar nicht negieren - aber von A auf B zu schließen und sich das dann "voll trve" auf die Brust zu peppen, nuja, wer's braucht...


Luftakrobat hat folgendes geschrieben:
Und liebe Felicitas natürlich kommt es darauf an was man im Herzen trägt ich schreibe ja keinem europäer vor europäisch zu denken und ebenso kann es als Beispiel Chinesen geben die europäisch denken.


Tja, wennde mir jetzt mal noch definierst, was denn genau "europäisch" (und was nicht) ist. Und, was es gestern, vorgestern, vor 500 Jahren oder so war. Und warum nicht jeder einen Beitrag leistet, etwas Neues hinzutut und es daraufhin wieder anders erscheinen lässt. Alles wechselwirkt.
Was ist das "europäische Denken" des Chinesen oder wahlweise das "chinesische Denken" eines Europäers? Was macht es denn genau aus, dieses "Denken"?
Kurz: Warum nimmste das alle für so statisch?


Gruß
Felis


Mut ist, zu kämpfen. Auch wenn der Gegner übermächtig ist. (aktuelle Miserior-Kampagne)
---
Ganz unglücklich ist niemand, ist er gleich nicht gesund:
Einer hat an Söhnen Segen,
Einer an Freunden, einer an vielem Gut,
Einer an trefflichem Tun. (Havamal)


Dieser Beitrag wurde insgesamt 2 mal editiert. Das letzte mal 02.01.2012, 13:45 von Felicitas.


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Kein neuer Beitrag Luftakrobat , 02.01.2012, 14:24 Beitrag #13   
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Tja, wennde mir jetzt mal noch definierst, was denn genau "europäisch" (und was nicht) ist. Und, was es gestern, vorgestern, vor 500 Jahren oder so war. Und warum nicht jeder einen Beitrag leistet, etwas Neues hinzutut und es daraufhin wieder anders erscheinen lässt. Alles wechselwirkt.
Was ist das "europäische Denken" des Chinesen oder wahlweise das "chinesische Denken" eines Europäers? Was macht es denn genau aus, dieses "Denken"?
Kurz: Warum nimmste das alle für so statisch?

hab ich richtig Zitiert? ich bin neu hier.

Ja ich kann dir keine Definition geben von europäischen Denken im gegensatz zu chinesischem. Ich wollte ja eigentlich auch ganau mit dem satz, dass Chinesen auch europäisch denken können, dieses statische entkräften. Es kann sein, dass meine Schreibweise einwenig statisch ist, das tut mir leid :-) .
Wie gesagt die Gedanken sind frei und wir Menschen sind auch kein Sklave unserer Region sondern wir nehmen sie auf und gestallten sie in unserer Menschlichkeit.

Kommt auf die Perspektive an. Für uns Sesshaften ist das sicher nicht leicht, für Nomaden sehr wohl. Und die sind ihren Göttern, Geistern & Co. sicher nicht grundsätzlich weniger verbunden.

Da hast du auch vollkommen recht. Wie gesagt unsere Zivilisationsgesellschaft macht es uns schwieriger der Natur nahe zu kommen und somit begründet es auch, lieber Hellblazer, warum die Germanen so anpassungsfähig wahren.
Ich will jetzt auch nicht mehr allzuviel hier schreiben unsere arme ILE muss sonst zu viel wiederholungen lesen. ;-)

Ich würde mich noch über viele andere Ansichten freuen

Gruß: Luftakrobat


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Kein neuer Beitrag Felicitas , 02.01.2012, 14:38 Beitrag #14   
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Luftakrobat hat folgendes geschrieben:

hab ich richtig Zitiert? ich bin neu hier.


Entweder unter dem jeweiligen Beitrag das Zitat-Kästel klicken oder als Quelltext - Achtung! Leerzeichen raus! -

[ quote=Name ]Zitat[ / quote ]


Luftakrobat hat folgendes geschrieben:

Ich wollte ja eigentlich auch ganau mit dem satz, dass Chinesen auch europäisch denken können, dieses statische entkräften.


Und ich wollte darauf hinaus, dass wir gar nicht so genau wissen (können) was denn nun europäisch ist. ;)


Gruß
Felis


Mut ist, zu kämpfen. Auch wenn der Gegner übermächtig ist. (aktuelle Miserior-Kampagne)
---
Ganz unglücklich ist niemand, ist er gleich nicht gesund:
Einer hat an Söhnen Segen,
Einer an Freunden, einer an vielem Gut,
Einer an trefflichem Tun. (Havamal)


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Kein neuer Beitrag MartinM , 02.01.2012, 15:29 Beitrag #15   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
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Homepage: http://martinm.twoday.net
 
 
Hi,

an Sven: danke für das Lob für meinen Aufsatz. Der Link funktioniert aber nicht.

Dieser müsste gehen: http://www.nornirsaett.de/wie-antisemitisch-ist-asatru/

Richtung ILE: Was Asatrú für mich ist?
Mit der Religion im landläufigen Sinne hatte ich es noch nie. Als Junge nahm ich brav am Religionsunterricht teil, aber es war schon klar: Konfirmieren lassen würde ich mich nicht. Der Gott der Kinderbibel wurde für mich kurz nach dem Osterhasen und kurz vor dem Weihnachtsmann unglaubwürdig. Die "Erwachsenenbibel" fand ich aber teilweise ganz spannend. Ich mochte nämlich schon damals mythologische Texte. In der heidnischen Mythologie (anfangs vor allem in den griechischen Götter- und Heldensagen und auch schon den "nordischen" Sagen) fand ich dann auch einige Götter, die mir sympathischer waren, als der Gott der Bibel.
Allerdings waren diese Götter für meinen Eindruck, jedenfalls in den Nacherzählungen, die ich als Jugendlicher kannte, zu "menschlich" geschildert wurden. Auch wenn sie menschliche Gestalt annehmen können, wollte ich sie nicht als bloße "Superhelden" wie etwa "der mächtige Thor" in den Marvel-Comics sehen. (Nebenbei: über die Comic-Verfilmung kann ich mich nicht beklagen.)
Anderseits wurde ich, obwohl ich lange Zeit "atheistisch" mit "vernünftig" gleich setzte, auch nie mit dem Atheismus warm.
Dann hatte ich, mit 14 etwas, dass ich vielleicht als Äquivalent einer "Marienerscheinung" bezeichnen könnte. Eine sehr real wirkende, aber zugleich "überirdische" Erscheinung. Nur war das bei mir nicht die Jungfrau Maria, sondern eine andere "Jungfrau", eine Göttin. Sie stellte sich als Pallas Athena vor.
Duke meint, dass die jeweilige Kultur, die einen prägt, sehr selbstverständlich und wie von selbst die Visionen und sonstigen Eindrücke vorformt. Ich bin mir deshalb ziemlich sicher, dass ich, wäre ich in einem streng katholischen Rahmen aufgewachsen, die Göttin als "Jungfrau Maria" gedeutet hätte. Warum keine germanische Göttin? Vielleicht, weil Athena genau die Göttin ist, die ich brauchte - und die mich, in gewisser Weise, braucht.
Warum ich dennoch nicht beim Hellenismos, dem griechischen "Neuheidentum", sondern bei Asatrú gelandet bin? Ich bin Polytheist, auf den einen oder anderen Gott oder die eine oder andere Göttin mehr oder weniger kommt es mir nicht an. Zumal ich nicht sagen könnte, was Götter eigentlich sind und in welchem Sinne sie für mich existieren.
Abgesehen davon landete ich erst Jahrzehnte später, als "reifer" (*kicher*) Mann, bei Asatrú.
Nach außen hin machte ich bis 1997 auf "Agnostiker", manchmal sogar auf "Atheist" - innen war ich auf der Suche. Ich haderte die ganze Zeit übrigens sehr mit der "Esoterik", vor allem dem damals gern so genannten "New Age" - einerseits gibt es da sehr interessante spirituelle Ansätze, andererseits sehr viel haarsträubenden Blödsinn, viel autoritäres Gehabe und noch mehr Geschäftemacherei.

Irgendwann "bastelte" ich mir, als Science-Fiction und Fantasy-Fan, eine "eigene" Patchwork-Religion. Ich merkte, dass ich mich immer stärker selbst "bekehrte", das heißt, meiner "Religion" für plausibel hielt. Irgendwann stolperte ich dann über Vivian Crowleys "Wicca: Die alte Religion im neuen Zeitalter" - und merkte, dass es "meine" Religion es längst gab: Sie nannte sich "Wicca". (Weniger mysteriös als es klingt, ich hatte mich bei zahlreichen Fantasy-Autoren bedient - und gerade die besseren greifen sehr stark auf mythologische Texte zurück, auch wenn sie, wie z. B. Tolkien, entschieden christlich waren oder sind. Marion Zimmer Bradleys "Nebel von Avalon" spielten dabei, obwohl das, was MZB da als "keltische" Religion darstellte, ziemlich modernes Wicca ist, übrigens keine große Rolle.)
Um ein Haar wäre ich schon 1992 auf Asatrú gestoßen - genauer gesagt, stieß ich auf einem Science Fiction-Stammtisch auf zwei Asatrúar. Ich wusste aber im Groben und Ganzen über die deutsche "Heidenszene" der damaligen Zeit Bescheid. Sie war stark vom Armanen-Orden und seinem Umfeld geprägt, also deutlich "völkisch" bis braunstichig. Es gab zahlreiche "Möchtegern-Gurus", "Heidenfürsten" und ganz doll magische "Druiden", "Goden" oder "Hohepriesterinnen". Also begegnete ich den beiden Freunden der alten Göttern mit Misstrauen.

Als bekennender Neuheide und "moderne Hexe, männlich, nordisch-freifliegend", wie ich mich zuweilen ironisch nannte, lernte ich dann auch irgendwann Heiden und Hexen kennen, die nichts, aber auch gar nichts, mit "völkischem" und rassistischem Gedankenschrott, aber auch mit dem Wunschdenken, den Machtphantasien und der Leichtgläubigkeit etwa der "New-Age"-Esoterik und dem hierarchischen und autoritären Denken der Theosophie nichts am Hut hatten.
Hinzu kam mein zunächst rein ethnologisches und theoretisches, dann immer stärker auch praktisches, Interesse am Schamanismus.
Zur Nornirs Ætt kam ich, als ich mit den Ættlingen Freundschaft schloss.

Soweit erst einmal das.

MartinM






"Ein Spießer ist jemand, der seine Unzulänglichkeit erkennt und sich darin wohlfühlt." Thomas Mann

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