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Position: Home » Nornirs Ætt Foren » Nornirs Ætt Hof » Wie würdet ihr damit umgehen?
Thema: "Wie würdet ihr damit umgehen? " [ Seite 1 ]

Kein neuer Beitrag Zegge , 14.11.2011, 05:08 Beitrag #1   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 09.11.2011, 06:44
 
 
Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin. Falls nicht bitte verschieben.


Zum Hintergrund: ich habe eine Tochter von 19 Monaten und meine Freundin (ihre Mutter) ist zwar keine Christ im im engeren Sinne aber sehr auf die "Außenwirkung" bedacht und hat mit Asatru nicht im entferntesten was "am Hut".

Zum Wohle des "Kindes" (spätere Kindertageststättenplätze, Schulplätze, Arbeitsstellen...) wurde meine Tochter getauft...
Da die öffentlichen Kitas in Essen mit wenigen Außnahmen nicht besonders gut sind wurde meine Tochter auch in kirchlichen angemeldet und jetzt warten wir auf einen Platz.
Um ihre Chancen in einer sehr guten (aber ev KiTa) zu erhöhen riet uns die Leiterin schon bei der Besichtigung immer wieder zu öffentlichen Veranstaltungen zu kommen.

Also ging meine Freundin zum Martinszug und zeigte sich der Leiterin. Und mich schleifte sie mit. Ich muss sagen ich fühlte mich einigermaßen fehl am Platz...

Noch ist meine Tochter zu klein um wirklich zu realisieren worum es geht aber ich bin unsicher, wie ich in Zukunft mit ähnlichen Situationen umgehen soll?

Fakt ist von der Betreuung her wärte es gut, wenn sie in eine der Kirchlichen KiTas käme, Ideologisch nicht. Soll ich das Kind dann bei St Martin oder ähnlichen Anlässen quasi paralles mit den alten Bräuchen und alten Göttern vertraut machen?
Ihr quasi im alltag meinen Glauben vorleben und sie befähigen selber zu wählen?
Oder sie erst mal nicht verwirren und mich komplett aus der "Religiösen erziehung" in den ersten Jahren raus halten (was mir persönlich sehr schwer fallen würde.....




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Kein neuer Beitrag Phoenix , 14.11.2011, 09:50 Beitrag #2   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 28.05.2008, 11:09
 
 
Hi Zegge,

Ich selber habe keine Kinder, aber meiner Meinung nach ist es für Kinder das Beste, Zugang zu so viel Information wie möglich zu haben - im richtigen Kontext, mit Gelegenheiten zum Nachfragen ect. Was vom Christentum mitzubekommen, ist nicht zwangsläufig was Schlechtes - auch das Christentum vermittelt einige Faktoren, die grade jüngeren Kindern was bringen, ohne mit einem negativ empfundenen Lernfaktor verbunden zu sein (Nächstenliebe etc). Keine Angst, im Kindergartenalter hat sich das Ganze überhaupt nicht wie (alleingültige) Doktrin angefühlt, eher wie eine Mischung aus Ethikunterricht und Märchenstunde. Stress dich nicht zu sehr, du musst nicht alles auf einmal vermitteln oder dein Kind "retten". Auch die/der Religionslehrer/in kommt nicht mit allem auf einmal daher. Aber du kannst, nach und nach, deinen eigenen Glauben als Kontrastprogramm erklären und v.a. im Alltag illustrieren - das muß nicht unbedingt (kann aber auch) an großen Feiertagen festgemacht sein. Auch die Gemeinsamkeiten mit dem Christentum (oder auch anderen Glaubenssystemen) können und werden deiner Tochter so wahrscheinlich auffallen. Immerhin soll sie auch die Chance haben, sich eine eigene Meinung zu bilden, findest du nicht? Nicht nur was ihre eigene Wahl betrifft, sondern auch, wie sie zu "den anderen" steht. Aber das hast du dir anscheinend eh schon überlegt... :)
Was dich selbst betrifft, na ja - ich persönlich finde an sowas wie einem Martinsumzug nix Schlimmes. Wenn es sich für dich aber nicht gut anfühlt, musst du herausfinden, ob es für dich (und deine Familie) besser ist, wenn du wegbleibst - oder (v.a. wenn es deiner Tochter am Herzen liegt, dass du dabei bist), ob sie dir wichtig genug sind, dass du es für sie tust.

...my two cents... (Hoffe, das war jetzt halbwegs schlüssig.)

Grüße,
Phoenix


Hasatru-Piratin


Dieser Beitrag wurde insgesamt 2 mal editiert. Das letzte mal 14.11.2011, 09:51 von Phoenix.


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Kein neuer Beitrag mik , 14.11.2011, 10:45 Beitrag #3   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 11.11.2011, 23:28
 
 
Hallo Zegge,

ich und mein Mann haben unsere Tochter bewusst auf eine Kirchliche Schule geschickt, da die staatliche Grundschule aufgrund des umschließenden Milieus absolut nicht in betracht kam.

Mal von den generellen Problemen freier Schulen abgesehen, ist für unsere Tochter die Entscheidung nicht falsch gewesen.

Klar wirst Du durch Dein Kind mit dem christlichen Kram konfrontiert und Du wirst Dich und Deine Toleranzgrenze neu kennenlernen ;) (so erging es mir). Aber für das Kind wird das zählen, was daheim gelebt wird und sie wird sich das aus der chr. Lehre heraussuchen, was ihr gefällt, wenn Du ihr die Freiheit lässt, selbst zu entscheiden, was sie glauben möchte.

Ist schwer, glaub mir, aber es ist auch das Beste was Du machen kannst, um sie nicht in einen Konflik zu bringen. Nun war mein Kind dem aber erst mit 7 Jahren ausgesetzt und schon immer frei erzogen, da in unserem Haushalt Atheisten, Christen und Asatrus leben. Du kannst nur auf die Sachen eingehen, die sie mitbringt und ihr deutlich machen, das für Dich was anderes gilt, es aber ok ist, wenn sie zum Beispiel Engel toll findet. Das wird kommen. Aber es ist nicht schlimm, bei meinem Kind verlor sich das dann auch wieder.

Allerdings habe ich bei dem Thema Hölle, Strafe und Sünde interveniert und ihr sehr deutlich gemacht, das das nicht stimmen kann. Da die lieben Kleinen ja einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn besitzen, ist dieser ein guter Punkt für die Einflussnahme, die dann doch notwendig ist um die Kinder aufzufangen und zu beschützen.

Für mich ist es eigentlich immer wieder stressig in einem Gottesdienst zu sitzen, aber die Kinderfeste drum herum sind doch eigentlich nicht schlecht, sie vermitteln oft spielerisch Werte, die nicht die Christen erfunden und gepachtet haben.


Einen lieben Gruß Micha

(Wenn Du Fragen hast, kannst Du mich auch gern per PM kontaktieren)



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Kein neuer Beitrag Zegge , 14.11.2011, 21:33 Beitrag #4   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 09.11.2011, 06:44
 
 
Hi,
vielen Dank für eure Antworten.
Die haben mir sehr geholfen


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Kein neuer Beitrag Sturmauge , 15.11.2011, 23:31 Beitrag #5   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 16:55
 
 
Hallo Zegge,

man sollte auch nicht vergessen, dass wir in einer durch und durch christlich geprägten Gesellschaft leben; Insoweit ist jeder von uns, Dein Kind inklusive, ohnehin jeden Tag und an jedem Ort mit christlichen Werten "konfrontiert".

Selbst vater von zwei Kindern lege ich nicht so großen Wert darauf, ob meine Kinder in einen dezidiert christlichen Kindergarten hätten gehen können/müssen - oder am konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen; sondern, dass -ich- ihnen alternative Ansichten in Sachen Religion, Weltanschauung, Spiritualität, "Werte" - gegebenenfalls Hintergründe - auch historische (möglichst kindgerecht verpackt natürlich) aufzuzeigen versuche, Fragen beantworte und ihnen zu vermitteln versuche, Dinge möglichst aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Und sie in da und dort aufkeimendem Interesse unterstütze; Wie meine Tochter etwa, die bereits ihre erste schamanische Reise unternommen hat, weil sie mich darum bat, das mal probieren zu dürfen.

Welchen Weg sie für sich schließlich als gangbar erachten - und sei´s erklärter Atheismus - überlasse ich ihnen; So wie ich mich bewusst für Asatru entschieden habe. ;-)

Grüße
Kai

P.S. Das in Heidenkreisen immer wieder gehörte Argument, man wollen seine Kinder nicht beeinflussen, sondern sie später selbst entscheiden lassen, halte ich persönlich für Humbug; Sie werden von Geburt an von allen Seiten weltanschaulich beeinflusst. Wenn ich also denke, (m)eine heidnische Weltsicht wäre es wert auch an die Kinder weitervermittelt zu werden, halte ich es mit: Wo, wenn nicht hier; wann, wenn nicht jetzt; wer, wenn nicht ich...




Mieleni minun tekevi,
aivoni ajattelevi
lähteäni laulamahan,
saa'ani sanelemahan,
sukuvirttä suoltamahan,
lajivirttä laulamahan.
Sanat suussani sulavat,
puhe'et putoelevat,
kielelleni kerkiävät.

(Kalevala)



Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 15.11.2011, 23:36 von Sturmauge.


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Kein neuer Beitrag wurzelfrau , 16.11.2011, 21:19 Beitrag #6   
Usergruppe: Nornirs Ætt
Registrierung: 04.05.2010, 14:30
Homepage: http://www.wurzelfrau.de
 
 

Sturmauge hat folgendes geschrieben:

P.S. Das in Heidenkreisen immer wieder gehörte Argument, man wollen seine Kinder nicht beeinflussen, sondern sie später selbst entscheiden lassen, halte ich persönlich für Humbug; Sie werden von Geburt an von allen Seiten weltanschaulich beeinflusst. Wenn ich also denke, (m)eine heidnische Weltsicht wäre es wert auch an die Kinder weitervermittelt zu werden, halte ich es mit: Wo, wenn nicht hier; wann, wenn nicht jetzt; wer, wenn nicht ich...


Oh, dafür möchte ich dir spontan mal um den Hals fallen!!!!


Der frühe Vogel scheißt den Kern :pfeif:

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Kein neuer Beitrag thursa , 16.11.2011, 22:31 Beitrag #7   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 03.09.2007, 22:03
Homepage: http://riesenheim.net
 
 
Spontane 5 Cent von mir: Ich bin auch in einen kirchlichen Kindergarten gegangen (glaube ich mich zumindest zu erinnern). In der 3. Klasse kam ich auf die Idee: Ich will nicht mehr in den Religionsunterricht gehen! (Da ich nicht getauft bin, hätte das gehen müssen, rein formal - aber welches Kind ging im kleinstädtischen Hessen in den 80ern nicht in Reli? Mein entschiedenes "ich will das nicht mehr" war aber vor allem durch einen Lehrer veranlaßt, den ich total eklig fand.)

Später entschied ich mich (ich! freiwillig!), auf ein katholisches Mädchengymnasium zu gehen. Die 3 1/2 Jahre, die ich auf dieser Schule verbrachte, waren die besten meiner Schullaufbahn. OK, die (meist ökumenischen) Gottesdienste, die ich da miterlebt habe, sind heute "Negativfolie" für mich, wie ein Ritual nicht sein sollte - bemüht, zahm, unspontan, formalisiert und sterbenslangweilig.

Was aber hat mich geprägt? Meine Eltern (beide, unabhängig voneinander, inzwischen Neo-Sannyasins), die mir eine große Offenheit vorgelebt haben und mich mit vielen anderen religiösen Haltungen in Kontakt brachten.

Ich glaube daher: Das eigene, gelebte Beispiel zählt, und - wie Kai erwähnt - die Möglichkeiten, bei Interesse Sachen kennenzulernen.


For “unheard of” means only it’s undreamed of yet;
“Impossible” means not yet done.
(Julia Ecklar, "Ladyhawke!" )

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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 04.12.2011, 16:29 Beitrag #8   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 19.08.2008, 09:21
Homepage: http://wirrlicht.twoday.net/
 
 
und ich les' saiyajin...

http://www.google.de/imghp?hl=de&tab=wi&q=saiyajin


Gnothi Seauton

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