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Position: Home » Nornirs Ætt Foren » Nornirs Ætt Hof » Der alamannische Widerstand gegen das Museumssterben
Thema: "Der alamannische Widerstand gegen das Museumssterben" [ Seite 1 ]

Kein neuer Beitrag Hjalmarr , 12.09.2011, 23:31 Beitrag #1   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 20.08.2007, 19:49
 
 
Überall sterben Museen - und so soll auch das Alamannenmuseum Ellwangen verschwinden. Der größte Teil der Ausstellung wäre der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Neben der -derzeit geschlossenen- Ausstellung in Stuttgart die größte Ausstellung zu den Bewohnern Südwestdeutschlands zur Merowingerzeit.

Man könnte sagen. Ok, blöd, aber es gibt Schlimmeres. Ja es gibt viel größere Übel zu bekämpfen, als die Schließung eines Museums und das gab's ja schon früher, wäre das nicht nur das Symptom dessen was uns in allen Bereichen der Gesellschaft entgegenschlägt: leere öffentliche Kassen, Sparzwang, Stresstests, Schuldenbremsen, Entstaatlichung, Liberalisierung, Privatisierung usw. Die Ökonomisierung des Kulturellen in Zeiten des Neoliberalismus. Die Kommunen werden systematisch kaputtgespart und die Museen sollen sich selbst finanzieren.

"Meldungen wie diese mehren sich seit einiger Zeit. Dass die Stadt Ellwangen nun Wege aus der Krise sucht und unter anderem über Einsparungen vor allem im Kultursektor nachdenkt, auch das ist keine neue Strategie. Vom Hallenbad ist die Rede oder von der Stadtbibliothek. Eine neue Qualität erreicht diese Entwicklung aber im Falle des Alamannenmuseums. Für das Haus ist nicht nur von Einsparungen die Rede. Auch ein völliger Verzicht auf das in kommunalem Besitz befindliche Museum wird diskutiert. Das wäre ein radikaler Schritt, dessen Folgen für die Museumslandschaft, aber auch letztlich für den Tourismus im Ostalbkreis kaum abzusehen sind."

http://chronico.de/magazin/geschichtsszene/schluss-fuer-alamannenmuseum/


Jetzt gibt es einen Apell von der Forscherseite für den Erhalt:

http://www.schwaebische-post.de/573283

facebook:

http://de-de.facebook.com/pages/Solidarit%C3%A4t-mit-dem-Alamannen-Museum-Ellwangen/124340860925765


LINKS:

Alamannenmuseum droht Schließung:

http://www.schwaebische.de/home_artikel,-Ellwangen-in-Geldnot-Alamannenmuseum-droht-die-Schliessung-_arid,4100087.html

http://chronico.de/magazin/geschichtsszene/schluss-fuer-alamannenmuseum/

Museum:

http://de.wikipedia.org/wiki/Alamannenmuseum_Ellwangen

http://www.ellwangen.de/2406_DEU_WWW.php



Außerhalb Midgards leben nur Tiere und Götter.


Offline
 
Kein neuer Beitrag thursa , 13.09.2011, 10:51 Beitrag #2   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 03.09.2007, 22:03
Homepage: http://riesenheim.net
 
 
Och nääää. Aber typisch für deutschen Umgang mit "den Germanen".


For “unheard of” means only it’s undreamed of yet;
“Impossible” means not yet done.
(Julia Ecklar, "Ladyhawke!" )

Offline
 
Kein neuer Beitrag Die Krähe , 13.09.2011, 13:03 Beitrag #3   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 04.08.2007, 07:34
 
 
Und typisch für den Umgang mit Kultur, auch das Gegeneinander-Ausspielen kultureller und sozialer Projekte. Eine Gesellschaft, die alles nur noch nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet, bekommt die Kultur, die dann noch übrigbleibt...
:-(




"Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus, proportional zum eigenen Mut."
Anaïs Nin


Offline
 
Kein neuer Beitrag MartinM , 13.09.2011, 13:20 Beitrag #4   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 19:16
Homepage: http://martinm.twoday.net
 
 
Das kommt mit sehr bekannt vor. :(

Aber: Widerstand wirkt! Siehe die geplante Schließung des Altonaer Museums für Kunst und Kulturgeschichte

Ich zitiere mal aus der Wikipedia:

Zitat:
Der Hamburger Senat beschloss im September 2010 aus Kostengründen die Schließung des Museums im folgenden Jahr, wobei die Standorte Jenisch- und Rieck-Haus erhalten bleiben sollen.

Die Exponate des Altonaer Museums sollen auf andere Standorte verteilt werden.[1] Details darüber, wie die 640.000 Exponate umfassende Sammlung unter konservatorischen Bedingungen eingelagert werden soll, sind nicht bekannt.

Am 1. Oktober 2010 wurde als Schließungs-Termin der 31. Dezember 2010 genannt. [2] Dagegen wurden zahlreiche Protestaktionen durchgeführt. Bis zum 8. Oktober 2010 hatten bereits mehr als 20.000 Hamburger mit ihrer Unterschrift gegen die Schließung protestiert.[3]

Auf einem sogenannten Kulturgipfel am 27. Oktober 2010 wurde beschlossen, für das Museum eine neue Konzeption zu erarbeiten, die die Schließung verhindern könnte.


Was nicht dabei steht ist, wie hartnäckig der von zahlreichen Demos begleitete Widerstand war - und als wie brüchig sich die Argumente der (damals) schwarz-grünen Regierung bei näherem Hinsehen erwiesen.
(So zeigte sich, dass bei sachgemäßer Einlagerung der Exponate die Schließung teurer als ein eine Fortführung wäre - was sofort die Frage aufwarf, warum das Museum geschlossen werden sollte. Die naheliegendste Lösung: die günstig gelegene, und daher potenziell teure Immobilie sollte an Privatinvestoren verkauft werden, um den "Rest" - sprich, dass nicht alle Exponate auf die vorhandenen Museen einfach verteilt werden - hatte man sich, mit Eurozeichen in der Pupille, erst mal nicht gekümmert. Vielleicht planten einige der Kulturbehördler sogar, Exponate auf dem Kunstmark zu verhöckern.)

Das "Hamburger Modell" des Widerstands gegen Museumsschließungen ist sicher nicht 1 zu 1 auf die alemanischen Verhältnisse übertragbar. Aber ich rate dazu, die Konzepte der "Museumsschließer", z. B. die Frage, was mit den Exponaten geschehen soll, ganz genau unter die Lupe zu nehmen.

MartinM


"Ein Spießer ist jemand, der seine Unzulänglichkeit erkennt und sich darin wohlfühlt." Thomas Mann

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