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Position: Home » Nornirs Ætt Foren » Nornirs Ætt Hof » FDP fordert Burka Verbot
Thema: "FDP fordert Burka Verbot" [ Seite 1 2 3 ]

Kein neuer Beitrag aeternitas , 02.05.2010, 10:39 Beitrag #1   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
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Ich fass es nicht:
http://www.heise.de/tp/blogs/6/147533

Die Koch Merin :depp: hat sie ja nicht mehr alle! :frust:

Was wollen die denn dann machen, wenn ne Frau mit Burka über die Straße geht?
Soll die Polizei der dann die Burka runterreißen?

Überhaupt, Bekleidungsvorschriften für Minderheiten?
Erinnert mich an eher unschöne Dinge aus den 30ern, vielleicht nochn Halbmond auf die Jacke?
:dagegen:

kotzende Grüße
Jan


Den jungen Menschen sage ich: seht Euch um, dann werdet Ihr die Themen finden, für die Empörung sich lohnt -
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Suchet, und Ihr werdet finden !
Stéphane Hessel

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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 02.05.2010, 12:37 Beitrag #2   
Usergruppe: DagansVidhri
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dass die sogenannten "Liberalen" nicht mehr so recht wissen, wie das mal mit Bürger- und Menschenrechten (hier: freie Religionsausübung, Meinungsfreiheit, Freiheit zur Entfaltung der Persönlichkeit) gedacht war ist ja schon eine Weile bekannt. Freiheit anderer einzuschränken ist nur dort berechtigt, wo eine solche Freiheit die anderer / übergeordnete allgemeine Freiheiten einschränkt oder bedroht. Ich wüsste keine meiner Freiheiten bedroht oder eingeschränkt, nur weil jemand sich ein Tuch vors Gesicht tun will. Und ich wüsste auch nicht, warum ich jemandem verbieten sollte dies zu tun - da habe ich keinerlei Gewinn von, nur der andere Verlust.

Komisch, man verbietet Schotten ja auch nicht, Röcke ohne Unterhose drunter zu tragen, obwohl das wohl ganz offensichtlich auch nicht "den in Europa allgemein üblichen Wertvorstellungen" entspricht...

Die FDP fischt mit diesem Populismus - mal wieder - an jenem gutbürgerlich-rechten Rand, dessen Xeno- und Islamophobe Gesinnungen ihn zwar als potentiellen Wähler von rechtsradikalen Parteien prädestinieren würden, die aber keine "Nazis" sein wollen. Und dies im Bekenntnis auch nicht sind, aber in der Gesinnung diesen weit näher stehen als sie es selbst wahrhaben möchten. Schon seit Möllemann werden diese Leute, die ja nicht wenige sind (20% latenter Rassismus in Deutschland ist ein großes Potential) grade von der FDP systematisch umworben. Nach dem Motto "Hier könnt ihr eure Fremdenfeindlichkeit ausleben ohne euch als Rassisten oder gar Nazis outen zu müssen".

Das Burka-Verbot (europaweit ja schon ausgemacht als prima Ablenkungsmanöver von den echten Problemen und Skandalen) passt da prima rein in diese Strategie.

Viele Grüße
HB



Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 02.05.2010, 12:38 von Hellblazer.


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Kein neuer Beitrag MartinM , 02.05.2010, 12:43 Beitrag #3   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
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An sich wäre ich dafür, die Burka aus der Welt verschwinden zu lassen - die tatsächlich augenfälliger Ausdruck extrem patriarchalischer Verhältnisse ist; tatsächlich ist so eine Totalverhüllung Ausdruck eines Denkens, in dem die Frau exklusives "Eigentum" ihres Ehemannes ist.
Aber staatliche Verbote sind nicht der richtige Weg, die Burka und - wichtiger - die Strukturen, die so eine Bekleidung ermöglichen, aus der Welt zu schaffen.
Ich fürchte, das Burka-Verbot wird in Belgien dazu führen, dass die bisherigen Burka-Trägerinnen nicht mehr von ihren Besitzern Ehemännern aus der Wohnung gelassen werden. Die Zeche für das (populistische) Burka-Verbot zahlen Frauen, die sowieso schon Opfer sind. :grr:

Liebe Grüße,
MartinM


»Wer nicht zu sagen wagt, was er denkt, ist ein Sklave.«
Sophokles

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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 02.05.2010, 14:52 Beitrag #4   
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Naja, da gehts ja keinem wirklich drum, Frauenrechte und sowas - unsere "Burka" sind eben ungleiche Bezahlung & Aufstiegschancen, Alleinelassen mit Kindern, fehlende Anerkennung von sog. "Hausarbeit", geringere Jobchance gegenüber Männern bei gleicher Qualifikation, usw. usw. usf. - das Thema "Gleichstellung von Mann und Frau" hängt nicht an Burkas und nicht von diesen ab.

Viele Burkaträgerinnen speziell in Europa tragen sie übrigens tatsächlich "freiwillig", im Sinne weil sie es wirklich "wollen" - denn grade in Europa gibt es genug Möglichkeiten, Alternativen zu erkennen und zu wählen (und viele tun dies auch, da gabs einen sehr interessanten Bericht letztens über belgische Muslimas, die 8-10, wegen denen das Verbot eingeführt wurde sehen sich tatsächlich durch dieses Gesetz stärker in ihrer Freiheit beschnitten als durch das Tragen des Schleiers.

Nein, das heißt nicht, dass es hier keinesfalls unterdrückerische Strukturen gäbe. Aber es heißt, dass - speziell in "liberalen" Gesellschaften - man das nicht so platt schwarz-weiß sehen darf, will man nicht im Extremfall am Ende im der Tradition der Jakobiner zum "Tugenderzwinger" werden, weil man glaubt, man wüsste, was für den andere jewqeils das "Richtige" sei. Oder letztlich einfach nur ebenso unfreiheitliche Strukturen einführen wie sie in manchen anderen Ländern - auch moslemischen - herrschen und wo "wir freie Westler" so gern mit dem Finger drauf zeigen. Das Argument "aber im Iran nehmen sie sich auch das Recht heraus, unverschleiert zu verbieten, warum sollen wir nicht das Recht haben, die Verschleierung zu verbieten" ist ja ein beliebtes Sandkastenargument, das man damit knackt, dass man sagt "Und Nord Korea nimmt sich das Recht raus, eine Diktatur zu sein, sollen wir, nur weil die es auch tun, deshalb unsere Demokratie abschaffen? Nein? Warum willst du dann unsere Religionsfreiheit und das Recht zur persönlichen Entfaltung abschaffen, nur weil es woanders auch nicht gilt?"

Wie gesagt: keine verschleierte Frau bedroht oder schränkt meine Freiheiten oder meine Kultur oder mein persönliches Dasein ein, warum also sollte ich hier meinerseits im Zweifelsfalle Freiheiten einschränken? Und jede verschleierte Frau hat hierzulande das Recht, ihren Schleier abzulegen und darf auf Schutz vom Staat hoffen, falls sie daran gehindert werden würde, da gibt es entsprechende Nötigungsparagraphen, Gewalt in der Ehe etc. pp. - jaja, theoretisch, ob sie das nutzt ist eine andere Frage, aber eben darum geht es: den Rechts- und Freiheitsrahmen. Nicht darum, jeden, der darin lebt, zu seinem vermeintlichen Glück, das jemand als ein solches definiert, zu zwingen. Sonst sind wir schnell wieder bei den Jakobinern der französischen Revolution angekommen.

Grüße
HB



Dieser Beitrag wurde insgesamt 3 mal editiert. Das letzte mal 02.05.2010, 15:03 von Hellblazer.


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Kein neuer Beitrag thursa , 02.05.2010, 15:50 Beitrag #5   
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*kotz* demnächst auch in Ihrer Nähe... staatlich gesponsorte Islamophobie. Möglich gemacht durch platten Populismus.

Ich halte die angebliche Besorgnis um Frauenrechte für ein Deckargument und reine Symbolpolitik. Wenn es wirklich um Frauenrechte ginge, dann gäbe es zigtausend Ecken, wo mensch ansetzen könnte. Aber mal wieder versucht man es mit Verboten, mit Repression, die letzten Endes die Freiheit aller beschädigt.


For “unheard of” means only it’s undreamed of yet;
“Impossible” means not yet done.
(Julia Ecklar, "Ladyhawke!" )

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Kein neuer Beitrag MartinM , 02.05.2010, 16:41 Beitrag #6   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
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Ich stimme Dir zu, Thursa, die "Frauenbefreiung" ist ein Deckargument.

Ich bin allerdings der Ansicht, dass die Burka (es geht nicht um Kopftücher, Schleier usw. ) Ausdruck einer extrem frauenfeindlichen Kultur ist, die von Frauen verlangt, ihre körperliche Erscheinung in der Öffentlichkeit unsichtbar machen). Dass auch unsere Kultur frauenfeindlich ist, ändert daran im Prinzip nichts. Auch nicht, dass es die patriarchalischen Strukturen "unser" europäischen Kultur sind, die ungleiche Bezahlung und Aufstiegschancen von Frauen (da hängt Deutschland innerhalb Europas *sehr* weit zurück), Alleinelassen mit Kindern, fehlende Anerkennung von sog. "Hausarbeit", geringere Jobchance gegenüber Männern bei gleicher Qualifikation (auch das ist in Deutschland in Europa ganz weit hinten), erst ermöglichen.
Die "Gleichstellung von Mann und Frau" hängt zwar nicht von der Burka ab, aber die ist tatsächlich ein Problem. Ich bin jedoch strickt dagegen, die "Befreiung" durch staatliche Verbote durchzusetzen.

Es stimmt, wenn es wirklich um Frauenrechte ginge, dann gäbe es Baustellen genug, um etwas zu ändern. Aber: auf den meisten diesen Gebiete würde es nicht ausreichen, mal schnell ein Gesetz zu erlassen, um die Benachteilung von Frauen aus der Welt zu schaffen. Das ist ein Prozess, der lange und harte Kämpfe erfordert - es werden Köpfe (und Schwänze) rollen müssen (als Metapher zu verstehen, nicht im Sinne der Französischen Revolution gemeint. ;) Übrigens finde ich, dass der "Tugendterror" historisch durchaus seine Berechtigung hatte. Aber das ist ein anderes Thema.)

Also, Gesetze allein reichen nicht aus, und Verbotsgesetze sind, im Sinne der Freiheit der Einzelnen, schädlich. (Obwohl ich persönlich nicht gegen ein Gesetz hätte, dass Aktiengesellschaften zwingen würde, den Vorstand zur Hälfte mit Frauen zu besetzen. Oder gegen eines, dass Religionsgemeinschaften die Anerkennung als Köperschaft des öffentlichen Rechtes aberkennen würde, in denen Frauen von höheren Ämter ausgeschlossen sind. Ja, ich meine die römisch-katholische Kirche. )

Antje Schrupp hat in ihrem Blog Etwas, wie ich finde, sehr kluges geschrieben:

Zitat:
Auch hier sehe ich einen Fall von falschem Dualismus (wie übrigens in der Islam vs. Feminismus-Debatte schlechthin). Die Alternative ist nicht: Entweder Gesetze dagegen machen oder Verständnis zeigen. Sondern die eigentliche politische Frage ist: Wie können wir dieses Verhältnis so gestalten, dass sich wirklich eine nachhaltige Verbesserung im Sinne eines guten Lebens für alle entwickeln kann?


Übrigens ist "freiwillig" ist ein problematischer Begriff (bzw. ein Fass ohne Boden). Aus meiner Lebenserfahrung kann ich nur sagen, dass ich vieles "fraiwillig" tat, weil ich es entweder nicht besser wusste - oder weil ich in Wirklichkeit keine Wahl hatte. :-/

MartinM


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Sophokles

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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 02.05.2010, 19:08 Beitrag #7   
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MartinM hat folgendes geschrieben:
Übrigens finde ich, dass der "Tugendterror" historisch durchaus seine Berechtigung hatte.


Jaja, das alte Aufklärungsdilemma mit der Selbstbestimmung vs. Fremdbestimmung. Ich bin stets für Selbstbestimmung und denke, Fremdbestimmung sollte im Zweifel stets vermieden werden... ;-)

Zum Thema: Wie gesagt, wenn die Lebensumgebung so viel Freiheit wie möglich bietet (und ich meine solche, die andere nicht einschränkt und die Gleichberechtigung und Chancengleichheit beinhaltet) bin ich der Meinung, dass die in dieser Umgebung lebenden Menschen, auch wenn im individuellen Fall aus welchen Gründen auch immer (geprägt von weniger freiheitlicher Umgebung (egal ob Familie, anderer Staat, andere Religion, Krankheit, Unfall, Behinderung oder was auch immer) unterschiedliche persönliche Möglichkeiten, diese Freiheit auch zu Selbstbestimmung in vollem Maß zu nutzen, vorliegen können und werden, letztlich von sich sagen können: Ja, ich mache diese und jene Dinge "freiwillig".

Achso, das "Burkaverbot" bezieht sich mitnichten nur auf jene bekannten Taliban-Ganzkörperkondome mit Durchguckgitter vor den Augen, sondern auf alles, was auch nur irgendwie das Gesicht verhüllt.

Grüße
HB


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Kein neuer Beitrag MartinM , 02.05.2010, 20:17 Beitrag #8   
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Übrigens haben schon so ein Gesetz. Gilt zwar nicht in jede Situation, aber auch für Frauen mit Gesichtsschleier:

Zitat:
Es ist auch verboten, an derartigen Veranstaltungen in einer Aufmachung, die geeignet und den Umständen nach darauf gerichtet ist, die Feststellung der Identität zu verhindern, teilzunehmen oder den Weg zu derartigen Veranstaltungen in einer solchen Aufmachung zurückzulegen.

§ 17a Abs. 2 Versammlungsgesetz

Es ist natürlich sehr "verschwörungstheoretisch" gedacht - aber vielleicht gibt es beim Burkaverbot auch Hintergedanken in Richtung Identifizierbarkeit.

MM


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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 02.05.2010, 20:37 Beitrag #9   
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Hi,

nein, soweit denkt Populismus - und es ist nicht mehr als das - nicht ;-)

Grüße
HB


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Kein neuer Beitrag aeternitas , 02.05.2010, 20:39 Beitrag #10   
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Zitat:

Sylvana Koch Merin:
"Ich gebe offen zu: Wenn mir auf der Straße voll verschleierte Menschen begegnen, bin ich irritiert. Ich kann nicht einschätzen, wer da mit welcher Absicht auf mich zukommt. Ich habe keine Angst, aber ich bin verunsichert."

Dazu kann ich nur sagen:

"Ich gebe offen zu: Wenn mir auf der Straße FDP-Wähler(oder Riotcops, CDU-Wähler usw.. usw.. ) begegnen, bin ich irritiert. Ich kann nicht einschätzen, wer da mit welcher Absicht auf mich zukommt. Ich habe keine Angst, aber ich bin verunsichert."

Daher: Ausgehverbot (wahlweise auch Vermummungsgebot) für alle, die ich nicht mag!
Damit ich nicht so verunsichert werde...


Jan


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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 02.05.2010, 21:02 Beitrag #11   
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also doch 'ne Phobie...

*g*

HB


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Kein neuer Beitrag thursa , 02.05.2010, 21:10 Beitrag #12   
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Jo, ich bin auch latent verunsichert, wenn ich nachts allein auf der Straße unterwegs bin und jemand hinter mir geht. Ich bin innerlich in Habachtstellung, wenn ich abends allein unterwegs bin (und allein unterwegs ist bei mir nun mal Defaultzustand) und ein Typ von der Sorte, die mich erfahrungsgemäß gerne mal unverschämt anquatschen, mir entgegenkommt oder neben mir geht. Aber soll ich den Leuten präventiv ins Gesicht springen?

Achja, und ich wohne ja in einer türkisch-arabischen Hochburg, aber ich habe in den letzten Jahren eine(!) einzige Frau mit gesichtsbedeckendem Schleier gesehen. Soviel dazu. :motz:


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Kein neuer Beitrag carola , 02.05.2010, 21:13 Beitrag #13   
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MartinM hat folgendes geschrieben:
Ich stimme Dir zu, Thursa, die "Frauenbefreiung" ist ein Deckargument.

Ich bin allerdings der Ansicht, dass die Burka (es geht nicht um Kopftücher, Schleier usw. ) Ausdruck einer extrem frauenfeindlichen Kultur ist, die von Frauen verlangt, ihre körperliche Erscheinung in der Öffentlichkeit unsichtbar machen). Dass auch unsere Kultur frauenfeindlich ist, ändert daran im Prinzip nichts. Auch nicht, dass es die patriarchalischen Strukturen "unser" europäischen Kultur sind, die ungleiche Bezahlung und Aufstiegschancen von Frauen (da hängt Deutschland innerhalb Europas *sehr* weit zurück), Alleinelassen mit Kindern, fehlende Anerkennung von sog. "Hausarbeit", geringere Jobchance gegenüber Männern bei gleicher Qualifikation (auch das ist in Deutschland in Europa ganz weit hinten), erst ermöglichen.
Die "Gleichstellung von Mann und Frau" hängt zwar nicht von der Burka ab, aber die ist tatsächlich ein Problem. Ich bin jedoch strickt dagegen, die "Befreiung" durch staatliche Verbote durchzusetzen.

.....

Also, Gesetze allein reichen nicht aus, und Verbotsgesetze sind, im Sinne der Freiheit der Einzelnen, schädlich. (Obwohl ich persönlich nicht gegen ein Gesetz hätte, dass Aktiengesellschaften zwingen würde, den Vorstand zur Hälfte mit Frauen zu besetzen. Oder gegen eines, dass Religionsgemeinschaften die Anerkennung als Köperschaft des öffentlichen Rechtes aberkennen würde, in denen Frauen von höheren Ämter ausgeschlossen sind. Ja, ich meine die römisch-katholische Kirche. )

....

Übrigens ist "freiwillig" ist ein problematischer Begriff (bzw. ein Fass ohne Boden). Aus meiner Lebenserfahrung kann ich nur sagen, dass ich vieles "fraiwillig" tat, weil ich es entweder nicht besser wusste - oder weil ich in Wirklichkeit keine Wahl hatte. :-/

MartinM



Hi Leute,

ich finde zwar, dass das Problem umfassender ist, als noch hier dargestellt, und auch in mir kommen tausend Fragen und Antwortmöglichkeiten und Verknüpfungenin in den Sinn, im wesentlichen kann ich aber Martins Argumente gut nachvollziehen und ihnen zustimmen.

HB, wenn Mädchen schon im Alter von 4 Jahren nur mit Kopftuch bis auf die Augen auf die Straße dürfen, schon in der Grundschule nicht mit auf den Klassenausflug oder ins Schwimmbad dürfen, dann hat jedes spätere Verhalten mit Frei-willigkeit nix mehr zu tun. Wenn du es aber dennoch so siehst, dass sie später eben doch im Rahmen ihrer Möglichkeiten sagen: ich tue es freiwillig, dann hieße dies auch im Umkehrschluss, dass sie im Falle eines Burkaverbotes eben auch freiwillig zu Hause bleiben (müssen).

Abschließend möchte ich sagen: Schottenröcke kann man mitnichten mit Burkas vergleichen, ich finde Burkas menschenverachtend und Burkafrauen tun mir im Fernsehen leid, wenn ich sie auf der Straße sehe, sind sie mir unheimlich. Ich würde mich freuen, wenn sie verschwänden (die Burkas, nicht die Frauen!).....aber ich gebe allen hier recht, die sagen, dass Verbote und Gesetze nicht der richtige Weg sind. Ich gebe HB recht, wenn er sagt, dass die FDPhier populistisch agiert, um Stimmen zu gewinnen, aktiv zu wirken und was weiß ich für "hehre" Motive noch dahinter stecken. Sie (wie auch die Regierungen anderer Länder) KANN diese populistischen Aktionen aber auch nur deshalb führen, weil Ängste in diesem unseren Europa da sind, und vielfältige Probleme, die mitnichten nur, aber auch, durch planloses "multikulti" und kulturell völlig unterschiedliche Sichtweisen verursacht wurden. Diese Ängste sollten wir nicht einfach ignorieren und nicht jeder, der findet, dass eine Burka "verboten gehört" ist gleich ein Nazi oder fremdenfeindlich oder ein Doppelmoralist.

Wie gesagt, die Problematik ist umfassender und wir sollten uns selber davor hüten, eigene polarisierende Antworten zu schnell zu finden. Gleichwohl ist auch meine persönliche Meinung: Gesetze und Verbote sind hier nicht der richtige Weg.

Liebe Grüße
Carola


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Kein neuer Beitrag aeternitas , 02.05.2010, 21:53 Beitrag #14   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 07:28
 
 
Hi!
Ich bin verunsichert! Zutiefst verunsichert, verstört und ja, ich schäme mich auch ein bisschen:
http://www.youtube.com/watch?v=_FPEaWY7BHM

Daher: Vermummungsgebot, Ausgehverbot, Youtube, Gesangs und musizier Verbot für CDU -Mitglieder!


Jan

@Carola:

Was ist denn hier so an "planlosem Multikulti" abgegangen?
Überhaupt, was ist die Alternative zu Multikulti?
Ich sehe keine.
Jedenfalls keine, in der ich leben mag.

Burkaverbot, Minarettverbot, was soll als nächstes kommen, Alkoholtrinkgebot, Schweinefleischessgebot?
Diese xenophobe Kacke regt mich einfach auf.


Den jungen Menschen sage ich: seht Euch um, dann werdet Ihr die Themen finden, für die Empörung sich lohnt -
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Stéphane Hessel


Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 02.05.2010, 21:58 von aeternitas.


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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 02.05.2010, 22:07 Beitrag #15   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 04.08.2007, 01:00
Homepage: http://www.svenscholz.de
 
 
@carola: sorry, ich verstehe nicht, wie eine Klamotte eines anderen Menschen dir einen solchen "unheimlich" werden lassen kann? Was heißt denn überhaupt "unheimlich"? Wenn mir etwas "unheimlich" ist, fühle ich mich bedroht - warum sollte ich mich von einem Mitmenschen bedroht fühlen, nur weil er was anderes anhat als 99% der Leute, denen ich sonst so den Tag über begegne? Worin besteht diese Bedrohung? Was (be)fürchtest, allein vom Anblick einer Person, die sich für unsere Augen ungewöhlich kleidet?

Grüße
HB



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