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Position: Home » Nornirs Ætt Foren » Nornirs Ætt Hof » Diskussion um neuen Heidnischen Dachverband
Thema: "Diskussion um neuen Heidnischen Dachverband" [ Seite 1 2 3 ]

Kein neuer Beitrag Hellblazer , 20.01.2010, 20:31 Beitrag #31   
Usergruppe: DagansVidhri
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Wie gesagt: ist eine Frage der Definition. Sowohl von "politisch" als auch "gesellschaftlich". Es geht ja nicht darum, persönliche Spiritualität zu politisieren. Aber darum, inwie weit in die Öffentlichkeit getragene "Religion" (wie auch immer diese wiederum definiert wird - z.B. auch "kulturell" vs. "institutionell" o.ä.) - und das durchaus unter Anmeldung entsprechender Ansprüche an diese eben "Gesellschaft" - eben auch - unter anderem - einen politischen Aspekt hat/haben kann/haben muss oder ein solcher kategorisch ausgeschlossen werden soll.

Grüße
HB



Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 20.01.2010, 20:32 von Hellblazer.


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Kein neuer Beitrag Eibensang , 21.01.2010, 08:43 Beitrag #32   
Usergruppe: DagansVidhri
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Bodecea hat folgendes geschrieben:
Wie weit "das Politische" und damit Inhalt und Aufgabenbereich der politischen Sphäre definiert wird & ob und wie diese von der gesellschaftlichen Sphäre getrennt werden soll/kann, hängt vom jeweiligen Staatsverständnis ab.
So ist für den klassischen liberalen "Nachtwächterstaat" das Politische nur dazu da, Verbrechen zu verhindern und Sicherheit nach außen zu garantieren; bürgerliches Politikverständnis trennt Politik und Gesellschaft mehr als das klassisch sozialdemokratische (u.a. auch im Bereich Wirtschaft).
Eine absolute Gleichsetzung von allen gesellschaftlichen Bereichen, einschließlich den privaten und nicht-öffentlichen, mit dem Politischen, das ist ein Kennzeichen totalitärer Systeme.
[/Politologenklugscheißmodus]


[zurueckuffnteppichmodus/]
Brillante Analyse, aber Thema verfehlt. Es geht mitnichten um Gleichschaltung, schon gar nicht "absolute" - sondern im Gegenteil um persönliche Wachheit hinsichtlich gesellschaftlicher Tendenzen und Entwicklungen. Sich selbst als heidnisch zu definieren im Sinne einer Identität - über mehr oder minder freizeitliches Sympathisieren mit mehr oder minder oberflächlicher Ästhetik hinaus (oder unbeeindruckt davon ;-) ) - dann aber alles von sich zu weisen, was so eine Begrifflichkeit gesellschaftlich assoziiert und auch ungeachtet solcher Verknüpfungen mit sich bringt, ist bestenfalls infantil zu nennen: vergleichbar mit einem Verkehrsteilnehmer, der sowohl Verkehrszeichen ("eh alles dasselbe" / "interessiert mich nicht" / "wieso immer alles gleich regeln" ) ignoriert als auch ggf. LKWs, da er/sie "selber keiner" ist und "mit denen auch nix zu tun" hat.

[freundlichengrußmodus/]Guten Tag[/freundlichengrußmodus]



Ich bin das eine Blatt, das die Winde stehen gelassen haben


Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 21.01.2010, 08:43 von Eibensang.


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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 21.01.2010, 10:33 Beitrag #33   
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nun, primär wünsche ich mir, das mein "privatvergnügen heidentum" weder staatlich noch von irgendwelchen dachverbänden politisiert wird.

ich halte meine religion&spiritualität vom staat fern, und finde es nur fair, wenn sich dieser auch nicht in meinen kram einmischt.

ob jemand jetzt findet, das meine religion/philosophie/spiritualität/wasimmer politisch ist, ich kann versichern, das das meiner meinung nach nicht politisch ist. ich habe noch nie versucht, "religiöse ziele" mit politischen mitteln durchzusetzen, das wäre mir auch viel zu nervenaufreibend. ausserdem würde ich anderen menschen ganz schön auf den keks gehen, wenn ich sage : "hey, wir müssen die umwelt schützen - demeter hats mir befohlen!" oder sowas. oder "dionysos hat gesagt, wir sollen die alkoholsteuer senken". "hermes befiehlt die auflösung des copyrights"..... da fallen mir noch schrägere sachen ein :D

und ob ich nun wirklich ein politisches statement loslasse, wenn ich kettenhemd&schwert trage? oder eine startrek-uniform? ich schätze, die "politik" hierbei liegt völlig im auge des betrachters.




Gnothi Seauton

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Kein neuer Beitrag thursa , 21.01.2010, 12:15 Beitrag #34   
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WirrLicht hat folgendes geschrieben:

und ob ich nun wirklich ein politisches statement loslasse, wenn ich kettenhemd&schwert trage? oder eine startrek-uniform? ich schätze, die "politik" hierbei liegt völlig im auge des betrachters.



Ja, und das Auge des Betrachters sorgt dafür, daß ich, wenn ich mich nicht entsprechend positioniere, mit dem Kettenhemd "by default", allein durch eine nicht korrigierte Annahme des Gegenübers, ein politisches Statement abgebe. Ob ich will oder nicht.

Mir kommt da immer die Assoziation mit der Gothicszene. Der tut's m.E. eben auch nicht gut, die politisch zweifelhaften Dinge zu ignorieren, die da vor sich gehen, und wenn Leute eine Ästhetik pflegen, die eine bestimmte politische Herkunft impliziert, gleichzeitig jede politische Implikation zurückweisen und dann aber Zeug von sich geben, das im besten Fall noch sozialdarwinistisch und verquast-soft-neurechts ist, im schlimmsten Fall offen rassistisch und kriegsverherrlichend und/oder sich z.B. auf Vordenker des italienischen Faschismus beziehen - ja, muß man sich da wundern, wenn bei politisch einigermaßen bewußten Leuten, die sich eben nicht so identifizieren, ein ganz mulmiges Gefühl im Magen aufkommt?

Es ist wie mit der heteronormativen Sichtweise unserer Gesellschaft: solange ich mich nicht als nicht-hetero zu erkennen gebe, werden die Leute annehmen, ich sei hetero. Und wenn mein Äußeres keine deutliche Sprache spricht, dann kann diese Annahme so mächtig sein, daß mir unter Umständen sogar, wenn ich sage, daß ich lesbisch bin, nicht richtig geglaubt wird: "Du siehst doch viel zu sehr aus wie eine richtige Frau!" - unter Umständen kommt dieser Unglauben auch von Lesben. Diese "hetero by default"-Fehl-Annahme kann ganz schön entnervend sein. Ein zweischneidiges Schwert.
Nun gibt's in meinem Fall Gründe, warum ich mein Lesbischsein nicht durch mein Aussehen demonstriere. Und die haben konkret mit dem Aussehen und der dahinterstehenden Ideologie zu tun, die nämlich auch ihre Zwänge und Fußangeln hat.

Hm, soweit meine Gedanken dazu...

LG

thursa


For “unheard of” means only it’s undreamed of yet;
“Impossible” means not yet done.
(Julia Ecklar, "Ladyhawke!" )

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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 21.01.2010, 13:09 Beitrag #35   
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ich versteh das ganze schon (bin ja nicht völlig blöde).

nur - was ich als "politisch" sende/senden will, und was andere politisch empfinden, kann ich ja soundso nicht kontrollieren. mit dem statement "ich bin heide" kann ich 3000 verschiedene politische vermutungen in meinem gegner auslösen, von linksvölkisch bis rechtskosmopolitisch. daher wäre es mir am liebsten, wenn andere meine "privataussagen" nicht zwangsläufig politisch interpretieren würden.

seltsamerweise hab´ ich hier anscheinend die interpretation ausgelöst, ich würde mein so-sein nicht reflektieren, oder ignorant gegenüber der vergangenheit sein oder nicht wahrnehmen, das andere meine aussagen politisch sehen könnten, sowas. mein selbstbild zeigt mir aber, das ich das nur zum teil bin (selbstverschuldete unmündigkeit eben - es gibt dinge, mit denen ich mich noch nicht genug beschäftigt habe).

ausserdem kann ich ja nicht jedesmal, wenn jemand eine beknackte annahme über mich hat (hetero by default) daran herumkorrigieren - dann müsste ich ja jedem erstmal die neueste version von "mein weltbild" in die hand drücken :)

postscriptum: ich sehe mich selbst, politisch, als wirtschaftslinks, gesellschaftsliberal, ökologischbioregional, sowas. nur damit das mal (ohne bezug auf meine "spirituellen" tendenzen) aus der welt ist.


Gnothi Seauton

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Kein neuer Beitrag thursa , 21.01.2010, 13:45 Beitrag #36   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
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Wirrlicht, die Frage ist doch: Spielen die Annahmen anderer gerade eine Rolle? Ich korrigiere die hetero-by-default-Annahme auch nicht immer, wenn sie für mein Gefühl grad keine Rolle spielt. Sonst müßte ich ja rumlaufen und mich mit: "hallo, ich bin lesbisch und mein Name ist thursa" vorstellen. Als aber eine Mit-Kendoka mal versuchte, mich mit einem Typen zu verkuppeln, konterte ich ihre Argumente, wie nett und lieb und toll er doch ist, mit: "Jetzt müßte er nur noch ein Mädchen sein."

Und in der Preislage frag ich mich dann halt auch: Spielts grad eine Rolle, wie jemand mein Heidnisch-Sein interpretiert? Hab ich die Aussicht, diese Annahme geradezurücken? So wie es eine schlechte Idee wäre, auf einer Reise durch den Iran gegenüber Einheimischen (ausgenommen vielleicht einigen linken Intellektuellen) mein Lesbischsein nicht zu verbergen, so gibt es Situationen, wo die Aussichten, schiefe Konnotationen geradezurücken, so schlecht sind, daß ich mich gar nicht erst als Heidin oute.


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(Julia Ecklar, "Ladyhawke!" )


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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 22.01.2010, 00:29 Beitrag #37   
Usergruppe: DagansVidhri
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Ich denke, dass einfach das Thema verloren ging: es geht darum, dass jemand, der einerseits offen menschliche Rassen propagiert und das auch noch im Rahmen seines "Heidentums" versucht zu rechtfertigen, das Ganze in der Öffentlichkeit, und sich in ebenjenem "Heidentum" auch noch als Autorität und in gesellschaftlicher Funktion sehen will, von "politischen Themen" nichts hören will. Nicht, weil er etwa eine soziologisch korrekte Definition eines Begriffes toll findet, sondern weil er nicht will, dass man ihn mit seinem Rassismus konfrontiert. Darum gehts und um nix anderes, alles andere lenkt nur genau davon ab.

Grüße
HB


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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 22.01.2010, 12:46 Beitrag #38   
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ist mir schon klar, blazer, das DER nur "unpolitisch" heissen will, um nicht "rechts" geschimpft zu werden.
ich zweifle auch garnicht daran, das der einen dachverband nur gründen will zum egopolieren, selbstprofilieren und 'rechtsesoquatsch verbreiten' . war doch schon immer so, seit ich was von ihm gehört hab. und halte daher einen wie-auch-immer gearteten dachverband (gerade unter seiner...ähh...führung?) für gefährlichen unsinn.

aber das religion zwangsläufig politisch ist..... ist in meinem verständnis von religion und politik einfach nicht so.

ob christ, heide oder moslem - man kann genausogut rechts wie links (oder sonstwas) sein, und andersherum. da mag es bestimmt korrelationen, schnittmengen und interpretationsspielräume geben, aber das religion zwangsläufig politisch sei, sehe ich nicht.

denn religion ist imho primär privatsache. politik imho primär gesellschaftlich orientiert.

ein religiöser dachverband jedoch, der die "religionsgruppe" in die öffentlichkeit bringt, ist schon (denke ich) näher am "politisch sein" dran. kann aber trotzdem so unpolitisch sein wie ein kegelclub - man trifft sich halt, singt und tanzt ein wenig.

richtig politisch wirds, wenn so ein religionsclub irgendwelche interessen und ziele durchsetzen will, und sich nicht nur zum trinken und axtwerfen trifft - und da will gizmo ja wohl hin. oder auch nicht. soll heissen, ich weiss eh nicht, was das mit dem dachverband soll.

1.) es gibt ja eh´ nur 15 oder so heidenvereine, die irgendwie offiziell, keltisch und germanisch sind. wovon ganze 3 vielleicht drüber nachdenken, ob sie einen dachverband wollen, wenn ich das richtig gesehen habe.
2.) wollen die dann durchsetzen, das alternativ zur biblischen schöpfungslehre und zum physikalischen standardmodell auch noch der germanische schöpfungsmythos unterrichtet wird?
3.) oder doch nur ihr Blot an den externsteinen feiern???

(wenn man ganz oft "dachverband" liest, sieht es irgendwann aus, als wäre es ein medizinischer Verband für ein Dach...)





Gnothi Seauton

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Kein neuer Beitrag Die Krähe , 22.01.2010, 13:09 Beitrag #39   
Usergruppe: DagansVidhri
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Huhu Wirrlicht,


Zitat:
ist in meinem verständnis von religion und politik einfach nicht so

Ich denke, wir erleben hier gerade die Unterschiedlichkeit von Definitionen und daraus abgeleiteten Verständnissen. Manche Widersprüche sind übrigens nur scheinbar solche bzw. hängen tatsächlich an der "Detailkonfiguration" der jeweiligen Definition. ;-)

(Und könnten wir bitte das Thema "Religion und Politik" im entsprechenden Thread weiterdiskutieren? Danke! :-) )

Greetz
die Krähe


"Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus, proportional zum eigenen Mut."
Anaïs Nin


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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 22.01.2010, 14:27 Beitrag #40   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 04.08.2007, 01:00
Homepage: http://www.svenscholz.de
 
 
"richtig politisch wirds, wenn so ein religionsclub irgendwelche interessen und ziele durchsetzen will"

eben ;-)

Grüße
HB


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Kein neuer Beitrag Hjalmarr , 22.01.2010, 23:25 Beitrag #41   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 20.08.2007, 19:49
 
 
Wenn Menschen etwas gemeinsam machen, dann ist das politisch, weil sie dann gesellschaftlich handeln. Das hat m.E. nix mit Parteien- oder Machtpolitik zu tun, welche jede Gruppe, jeder Verein, jeder Dachverband zwar anstreben kann, aber nicht muss. Selbst wenn man sich das Minimum auferlegt, nicht gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verstoßen, hat man schon eine politische Position eingenommen. Möchte man Andersreligiöse mit dabei haben, oder dürfen die nicht rein. Muss man "arischen Blutes" sein um Mitglied zu werden oder nicht. Das sind alles politische Positionierungen. Außerdem denke ich, dass jede Religion, Spiritualität oder Weltanschauung die politische Weltsicht irgendwie beeinflusst. z.B. finden sich m.E. im Neuheidentum besonders viele die in Richtung Feminismus und Ökoethik tendieren - nur so als Beispiel. ;-)

Gruß, Jari

PS: Dachverband und Asatru - das klingt wie "Anarchistische Partei" oder "grüne Atomkraft" :-P



Außerhalb Midgards leben nur Tiere und Götter.


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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 22.01.2010, 23:29 Beitrag #42   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 04.08.2007, 01:00
Homepage: http://www.svenscholz.de
 
 
Hi Jari,

guggstu: http://www.nornirsaett.de/asatru_forum/posts_4_1016_1.html

;-)

HB


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