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DagansVidhri |
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27.08.2007, 09:30 |
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Hey,
oft genug war ich ja dort, vielleicht wird es jetzt doch mal Zeit, ein paar Worte über Kroatien zu finden. Angefangen habe ich gleich nach dem Urlaub, aber dann kam so viel Stress auf, dass der Bericht mal ein bisschen warten musste. Ich poste ihn jetzt einfach, da er sonst wahrscheinlich bei mir eingemottet wird, bis ich das nächste Mal nach Kroatien komme und da weiß man nie, wann das sein wird.
Von Österreich aus gesehen isses halt "das nächste Meer" und wenn unsereiner oftmals "Meerweh" bekommt, dann geht’s ab nach Kroatien, egal zu welcher Jahreszeit und auch mal, wenn die Sehnsucht seeehr groß wird, über ein Wochenende Besonders schön finde ich es ja auch im Winter, da ist sonst so gut wie niemand! Kroatien hat eine Menge wunderschöner mittelalterlicher Städtchen, die erst abseits von der Hauptsaison so richtig zur Geltung kommen. Die Vegetation ist im Sommer natürlich nicht besonders spektakulär und der Karst tut das seinige, um die Gegenden teilweise öd aussehen zu lassen. Fährt man aber weiter ins Hinterland oder kommt im Frühjahr, wird man von der reichen blühenden Vegetation überrascht sein.
Kroatien ist übrigens auch das Land vieler Urlaube meiner Kindheit und eine zerschlagene Illusion eines europäischen Friedens meiner Jugendtage und hat mich schon ziemlich geprägt… Alles in allem: Ich habe eine sehr innige Beziehung zu diesem Land.
1995 bin ich dann das erste Mal nach dem Krieg wieder dort gewesen. Immer wieder und wieder und auch heuer im Sommer war es wieder mal soweit – dieses Mal mit wunderbaren Tagen in Istrien und Abstechern nach Venedig und Triest.
Wir hatten uns dieses Mal für Rovinj entschieden, es gibt aber unzählige reizvolle Gegenden:
- die Kornaten-Inselgruppe (mit dem Boot zu erkunden)
- die Kvarner Bucht und insbesondere Cres (wunderbare mittelalterliche Dörfer, einsame Buchten und tolle Grotten zum Erkunden! In der Hauptsaison nona stressig, sonst aber ziemlich ruhig und wunderbar zum Chillen für ein paar Tage!)
- einen sehr hübschen Camping-Platz kenne ich noch auf der Opatja-Seite von Istrien: Sueta Marina in der Nähe von Labin. Gute Wahl, wenn man absolut seine Ruhe haben möchte und einfach einen stillen Platz zum Ausspannen braucht. Empfehlenswert: Die Sardinen ausm Campingplatz-Restaurant! Toll ist auch die Schnorchelei der Küste entlang, relativ interessante Welt da unten. Sonst ist das Meer dort leider dramatisch leer gefischt. Ein Grund mehr, dort auf "einheimischen" Fisch zu verzichten. Meistens ist das eh einfach ein Märchen – denn der meiste Fisch und viele Meeresfrüchte kommen aus Marokko oder aus Spanien, ansonsten aus Aquakulturen, was ich ja noch am vernünftigsten finde.
- Opatja ist eine wunderschöne Stadt mit romantischem Stadtbild aus dem 19.Jahrhundert (sieht, genauso wie Triest, ein bisschen aus wie Wien am Meer), allerdings hat die letzten Male, die ich dort war, ständig etwas nicht geklappt. Auffallend: Schlechter Service, hohe Preise. - Plitvicer Seen (UNESCO Weltnaturerbe. Lohnt sich nur, wenn man wirklich gut bei Fuß ist, ansonsten sieht man dort zu wenig, finde ich)
- Dalmatinische Küste ist traumhaft schön. Die Insel Pag war vor 20 Jahren ein Paradies, keine Ahnung, wie es da derzeit aussieht. Neben heftigen Waldbränden hat dort sicherlich auch der Tourismus gewütet – so gesehen kann ich da keine aktuelle Aussage dazu machen…
- Dubrovnik und Split sind für einen Städtetrip auch sehr lohnend - Rovinj (Altstadt ausm 8. Jh., super Wasser und einsame Strände). Besonders empfehlenswert ist es, den Limski Kanal rein zu paddeln. Das war heuer einer der schönsten Tage des Jahres. Früh morgens los gekajakt und den ganzen Tag unterwegs. Salzwasser und Sonne auf der Haut und eigentlich ständig so tief mit dem Wasser verbunden. Toll! Nächstes Jahr steht im Übrigen im Frühjahr Kajaken auf der Moldau an, da freu ich mich schon drauf!
Es gibt auch Schiffsverbindungen nach Venedig, das haben wir dieses Jahr auch genützt und ich bin noch nie SO gemütlich nach Venedig gelangt… (was ja immer wieder mal eine Reise wert ist, alleine schon zum Granite Schlabbern) Tolle Küche gibt’s dort (also, in Rovinj!), man muss halt gucken, dass man nicht in Touri-Fallen tappt. Das ist ohnehin ganz wichtig für Kroatien. Es ist nun mal ein Touri-Land an den Küsten und man muss halt ein bissl schauen, wann man wohin fährt. Dann aber offenbart sich das Land in seiner wilden Schönheit…
- Pula (Südspitze Istriens, Amphitheater ist ganz besonders sehenswert!). Das letzte Mal war ich mit 17 dort gewesen, nach meiner Matura. Auf einem 2 Wochen dauernden Rave-Fest. Damals hab ich dort ein Ambient-Konzert erlebt und es war ein unfassbares Erlebnis, bei Vollmond in diesem Amphitheater die ganze Nacht durchzutanzen. War überhaupt toll: 2 Wochen durchtanzen, dazwischen immer wieder ein bisschen schwimmen.
- zwischen Pula und Rovinj: Ganz toller einsamer Strand mit Föhrenwäldchen direkt am Wasser: Barbariga. Man kann dort leider nicht über Nacht bleiben, wird kontrolliert und abends mit Schranken verriegelt. Türkisblaues Wasser macht es einem schwer, überhaupt wieder an Land zu gehen. Zum Schnorcheln ist es aber dennoch eher unspektakulär, aber das ist ziemlich adriatypisch. Zum Tauchen sollen die Gewässer aber ganz toll sein, weil da unendilch viel antiker Krempel unten rumzuliegen scheint.
Am Weg nach Kroatien liegen mehr oder minder: Laibach, Postojna (die slowenischen Weine sind im übrigen 1A!!!) mit Wahnsinns-Tropfsteinhöhlen, Triest, Isonzo (bzw. Soca-) Tal (zum Kajaken und Angeln) und auch der Triglav Nationalpark (zum Bergsteigen), Pötschenpass etc. Die beiden letzt genannten Orte habe ich in nicht so toller Erinnerung, da wurde ich als Kind jeden Sommer hin geschleppt, um mir Überreste des Stellungskrieges im 1. Weltkrieg anzuschauen, was mir sommerlange Alpträume beschert hat und ich täglich von toten Soldaten in den Bergen träumte. An die Orte dort habe ich wenige Erinnerungen, an die schlechten Träume durchaus noch…
Zurück zu Kroatien: Zeit meines Lebens habe ich dieses Land eigentlich als "für den Urlaub zwischendurch" in Erinnerung, muss aber sagen, dass es weitaus mehr bietet als das. Lohnt sich auf jeden Fall, find ich. Man kann dort einfach so ziemlich alles machen: Kultur, Landschaft, Meer etc. – da kann man schon ein vielfältiges Programm zusammenstellen. Die beste Reisezeit ist der Frühling, im Sommer ist es natürlich ziemlich voll, wenngleich es auch da kleine ruhige Nischen hat.
Selber nie gemacht, aber öfters mal gehört: Die Küstenstraßen sollen toll zum Motorradfahren sein.
Sodala, das war's mal fürs Erste. Dachte, ich schreib das jetzt endlich mal fertig…
Und jetzt mal die nächsten Ausritte planen… In den Raunächten vielleicht nach Rom und im Februar endlich mal wieder auf die Kanaren.
Und nächstes Jahr……..*atlas aufschlag und ins herz reinhör*… auf jeden Fall auf Reisen…
Grüße, Brigh
Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen. (A. de Saint Exupéry)
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Soda,
jetzt hat es mich doch tatsächlich Anfang Februar wieder mal nach Kroatien geführt und erneut wieder nach Rovinj.
Februar ist eigentlich eine super Reisezeit für diese wunderbare Gegend und das Allerbeste ist, dass man in einer ganzen Woche keine 50 Touristen dort antrifft….
Hier ein paar Infos zu Istrien im Allgemeinen: http://de.wikipedia.org/wiki/Istrien
Hier ein paar Ergänzungen zum vorangegangenen Reisebericht.
Abgesehen von ausgedehnten Spaziergängen in und um Rovinj, herrlichen Aperolspritzern am Hauptplatz und Sonnenbädern auf der Terrasse sind folgende Platzerln wirklich besuchenswert:
- Bale: Zwischen Rovinj und Pula, ein kleines Dorf, mit sehenswerten mittelalterlichen Stadtkern. Bemerkenswert ist vor allem die spiralförmige Anordnung der schmalen Gässchen, in denen man sich durchaus verlaufen kann… - Kap Kamenjak: Wunderschöner Landstrich, mittlerweile leider kein geschützter Naturpark mehr. Warum das ist so ist, ist mir ein Rätsel. Unzählige einsame Buchten und Strände laden zum Streuen und Seelebaumeln ein…. An der äußersten Spitze gibt es eine kleine Insel mit einem Leuchtturm, der auch ein Appartement beherbergt. Ist ja fast eine Überlegung wert, da mal zu urlauben. Da ist sonst nix und man kann grad mal um den Leuchtturm wandern, so klein ist die Insel …. Am Rückweg haben wir bei Fazana ganz wunderbar gespeist, in der Kanoba "Ulika", direkt an der Hauptstraße! Besonders empfehlenswert sind die gegrillten Calamari mit Kartoffeln und Mangold! Auch das Panacotta hat uns zu Wiederholungstäterinnen gemacht…. - Nesactium: Sehr kraftvoller Ort bei Medulin, man kann dort die Ausgrabung der alten histrischen Stadt noch besichtigen. Vom großen versperrten Tor nicht ablenken lassen, man kann links rum an der Mauer entlang gehen und dann über den kleinen Trampelpfad auch außerhalb der Öffnungszeiten hineingehen. http://de.wikipedia.org/wiki/Nesactium - Motovun: Kleiner malerischer Ort auf der Höhe von Novigrad. http://de.wikipedia.org/wiki/Motovun Die Befestigungsanlage ist beeindruckend, ebenso der Ausblick, den man bei der Rundumwanderung auf der Mauer hat. Motovun liegt mitten im Trüffelgebiet, das merkt man auch insofern, als dass man ringsum überall die Trüffelhunde bellen hört…
- Porec: Porec hatte ich zwar als "schön" abgespeichert, aber mir war gar nicht mehr bewusst, wie sehenswert die Altstadt eigentlich wirklich ist! Viele alte Häuser, etliche davon aus dem 14./15. Jahrhundert prägen das Stadtbild, vor allem an den Fassaden ist der venezianische Einfluss deutlich ablesbar. Besonders schön ist natürlich auch die Basilika, die mittlerweile zum Weltkulturerbe erklärt wurde. http://de.wikipedia.org/wiki/Pore%C4%8D Für kulinarische Genüsse empfehle ich die Kanoba "Aba". Wenn man die große Fußgängerzone vom Parkplatz reingeht, die zweite oder dritte kleine Gasse nach rechts nehmen, am Ende sieht man dann schon das Schild. Tolle Muschel- und Fischgerichte und preislich sehr ok.
Am Weg nach Hause haben wir dann noch einen Abstecher nach Italien gemacht, dieses Mal nach Grado und Aquileia. Die Anfahrt nach Grado ist einfach malerisch! Grado selbst ist ebenfalls einen Besuch wert, vor allem in der Nebensaison!
An Aquileia kann man am Weg nach Grado sowieso nicht vorbei. Es ist spaßig, quasi mitten durch einen römischen Säulenwald zu fahren…. Abgesehen davon, dass die römischen Ausgrabungen ein Muss sind und man sowieso nicht an ihnen vorbei kommt, sollte man sich unbedingt die Kathedrale mit den wunderschönen Mosaikböden. Am hübschesten fand ich ja die Tintenfischchen, die gleich, wenn man rein kommt, auf der rechten Seite den Boden zieren. http://de.wikipedia.org/wiki/Aquileia
Die Konditorei gleich gegenüber der Kathedrale ist spitze, sowohl Kaffee als auch die reichhaltigen Kuchen- und Törtchenangebote laden zum Schlemmern ein – was wir auch getan haben….!
Alles in allem wieder mal ein wunderbarer und kraftvoller Abstecher ans "Meer vor der Haustüre", das ja in der Hauptsaison einfach immer so voll ist, das aber erst abseits der Hauptreisezeiten seine tiefe Schönheit so richtig herzeigt…
Fotos gibt’s demnächst auf Ipernity!
Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen. (A. de Saint Exupéry)
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Danke für diesen hochinteressanten Bericht, Brigh! Für mich ist das leider für einen "Abstecher" / Kurzurlaub viel zu weit. Der Lim-Kanal reizt mich wirklich.
Anderseits: ich kann bei akuten Meerweh-Anfällen durchaus auf das Regional-Ticket oder sogar das Fahrrad zurückgreifen - hat auch Vorteile, auch wenn es ein (außerhalb des Hochsommers) kaltes Meer ist.
Zitat: Kajaken auf der Moldau Das ist ja wirklich spannend! (Und wenn Du Lust hast, kannst Du die Kajaktour bis zu mir nach Hause ausdehnen - es geht immer stromab! - Kein Witz: ich kenne jemanden, der diese Tour, vom Oberlauf der Moldau bis zur Unterelbe, wirklich gemacht hat. Allerdings mit dem Wander-Kanadier. Er hat dazu, ohne sich irgendwie zu beeilen, drei Wochen gebraucht.)
Abenteuerlustige Grüße, Martin
»Wer nicht zu sagen wagt, was er denkt, ist ein Sklave.« Sophokles
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