Linkliste FAQ Registrieren Suchen
Willkommen, Gast! Freitag, 18. Mai 2012, 02:09:14
Quicklogin:   Portal · Registrieren · Login · Passwort vergessen · Aktivierungslink erneut senden
Position: Home » Nornirs Ætt Foren » Ættventure » Korsika
Thema: "Korsika" [ Seite 1 ]

Kein neuer Beitrag Donauweibchen , 23.07.2008, 12:32 Beitrag #1   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 27.08.2007, 09:30
 
 
Heyho,

Jetzt mal was ausm Süden… wo ich grad im Moment schrecklich gerne wäre, wenn ich so aus dem Fenster in diesen trostlosen Dauerregen schaue…
Weiß ja nicht, ob alle hier ausschließlich gerne in den Norden fahren, aber falls jemand mal mit dem Gedanken spielt gen Süden zu reisen, kann ich Korsika empfehlen. Von Österreich und Süddeutschland aus kommt man da recht gemütlich mit dem Auto hin und die Fahrt ist nicht allzu weit.

Also Korsika ist die grünste aller Mittelmeerinseln, wo man sich auch im Hochsommer nicht unbedingt den Pelz verbrennt und außerdem eine Menge Abwechslung haben kann…
Ich bin eigentlich überhaupt kein Mittelmeerfan, aber so ein paar Plätzchen (ua Sardinien, Istrien, Dalmatien) gibt es, die mMn wirklich sehenswert sind.

Die Fähre nimmt man am besten vom italienischen Livorno oder Genua aus. Die Überfahrt dauert ein schon ein paar Stündchen. Nimmt man die Fähre über Nacht, empfiehlt sich die Mitnahme von Schlafsack an Bord - es wird nämlich extrem feucht.

Die Kastanienwälder der Castagniccia, die herb duftende immergrüne Macchia, die angenehm kühlen Bergregionen mit ihren bizarren Gipfeln und alten, knorrigen Schwarzkiefern, die 1000km lange Küste, sowie die Weinberge im Patrimonio stellen eine absolut abwechslungsreiche Landschaft dar, die für jedermann was zu bieten hat: egal ob Wasserratte, Bergfex, oder Motorradfreak...
Die Ostküste ist nicht so toll und vor allem recht fade, eignet sich aber gut für Abstecher in die Bergwelt, vor allem ins Solenzara-Tal. Dort gibt es auch einen klassen Campingplatz: http://www.campingdesnacres.com

Wir waren mit dem Auto unterwegs, aber grad für Motorradfahrer muss die Insel ein Paradies sein, die kurvenreichen und schönen Straßen der Küsten entlang und durch die Berge sind jedenfalls voll von ihnen.
Für WoMos und Wohnwagen halte ich die Insel für eher problematisch, man sieht auch kaum welche und wer die korsischen Straßen kennt, weiß auch warum. Es ist einfach extrem eng und wir sahen mehr als ein Wohnmobil, das nicht um die Ecke kam.
Auch als Autofahrer sollte man schwindelfrei sein, die Straßen bieten einen... naja... recht guten Ausblick nach sehr weit Unten :hmmm:

Von großen, weißen Sandbuchten über kleine Kiesbuchten mit durchschnittlich anstrengenden Ab- und vor allem Aufstieg, unzähligen recht tiefen und türkisblauen Badegumpen in den glasklaren Gebirgsbächen bis hin zu atemberaubenden Felsküsten finden Wasserratten auf jeden Fall genug Möglichkeiten zum Plantschen.

Kulturell Interessierte kommen ebenfalls nicht zu kurz: Es gibt etliche hübsche Städtchen zum Anschauen, besonders schön finde ich persönlich Sartène und Bonifacio

In Bonifacio sollte man sich unbedingt eine Bootsfahrt bei einem der unzähligen Grotten-Touren-Anbieter leisten. In ungefähr 2 Stunden erhält man super Impressionen von den tollen Grotten und Höhlen rund um die Stadt, von der man immer wieder nur hoffen kann, dass sie einem nicht auf den Kopf fällt.

Die Insel ist voller bekannter Kultplätze, insgesamt befinden sich um die 650 Menhire und 65 Dolmen auf der doch nicht allzu großen Insel. 2 Wochen Reisezeit reichen aus, um die Insel gemütlich zu erforschen.
Die eindrucksvollste Anlage ist Filitosa, für die man sich auf jeden Fall mindestens einen halben Tag Zeit nehmen sollte.

Was mir persönlich aber noch besser gefällt, sind die Menhire bei Tiziano, da sollte man aber gut bei Fuß sein, da der Marsch dorthin auf jeden Fall 1,5 Stunden dauert und es keinen Schatten gibt. Ausreichend Wasser mitnehmen!
Wir nannten es "Klein-Afrika" und genau so sengend heiß war es dort auch.
Die Anlage ist insofern interessant, als dass man die energetische Absicht dahinter recht genau mitbekommt, obgleich sie natürlich nirgends beschrieben ist. Der Platz ist noch ziemlich belebt…

Die für mich absolut genialste Gegend dort ist aber Les Calanche bei Piana. Die bizarren Felsformationen dort sind aus rötlichem Granit und wenn dort die Sonne rein scheint, ist es einfach nur mehr atemberaubend…


In Piana selbst gibt es den "originellsten" Campingplatz, den ich jemals ausfindig gemacht habe. Ich war dort vor etlichen Jahren schon einmal mit meiner Schwester. Wir fragten damals im Dorf nach dem Campingplatz und ein alter Herr sagte nur, dass wir genau gegenüber vom Friedhof rechts rein biegen müssten. Nur da war weit und breit nix, außer einer halb verfallenen Hofeinfahrt, in die wir uns nach 4- oder 5maligen Vorbeifahren dann schließlich doch reinwagten.
Es war das Reich von "Frau Miraculix" (so nannten wir sie), einer schrillen, lauten und wie ein Weihnachtsbaum geschmückten alten Korsin. Dieser Campingplatz ist eigentlich eine eigene Geschichte wert ;-)
Naja, jedenfalls fuhren wir da letztes Jahr wieder hin und siehe da, Frau Miraculix hatte sogar Toiletten- und Duschanlagen aufgebaut und langsam glich das dort tatsächlich einem Campingplatz. Es gibt dort tolle selbst gemachte Würstel und Liköre zu kaufen und ab und zu schmeißt Frau Miraculix selbst den Herd an und kocht für die Campingplatzbesatzung unsagbar gutes Wildschwein oder Ziege.
Sie hat mich sogar noch erkannt ;-)
Der Campingplatz steht kaum in einem Reiseführer, aber wie gesagt, einfach beim Friedhof rechts abbiegen und nicht wundern ;-)

Als ersten Campingplatz nach der Ankunft auf der Insel kann ich http://www.upezzo.com/upezzo/index.php?tpl=f1 empfehlen, der liegt direkt am Strand einer wunderschönen Bucht mit vielen schattigen Plätzen und guten Preisen. Von da weg kann die Tour losgehen. Bei meinen beiden Besuchen bin ich zuerst mit viel Zeit die Westküste runter und die Ostküste eher schnell rauf, die ist wie gesagt meiner Meinung nach nicht sooo toll…

Noch ein paar Fotos von unserem Urlaub gibt es hier.


Grüße,
Brigh

*sich nach Meer und Sonne und einem Glas Rum im Hafen sehnend 8-) *


Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.
(A. de Saint Exupéry)

Offline
 
Kein neuer Beitrag SigTyr , 24.07.2008, 12:23 Beitrag #2   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 04.08.2007, 13:31
 
 

Brigh hat folgendes geschrieben:

Dieser Campingplatz ist eigentlich eine eigene Geschichte wert ;-)


Hey Brigh

willst Du uns die hier nicht erzaehlen?????

ansonsten hab ich schon viel von Korsika gehoert, bin aber noch nie da gewesen, ich denke immer, das ist zu klein, da ist man doch in fuenf Tagen durch.

Aber mir ist klar, das es auf die Sichtweise ankommt.

Gruesse vom Siggy



...denn schwerer ist´s, Hand anzulegen, statt sie nur zu falten.....
ASP Zaubererbruder

Offline
 
Kein neuer Beitrag Donauweibchen , 25.07.2008, 08:59 Beitrag #3   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 27.08.2007, 09:30
 
 
Hey,

groß is die Insel in der Tat nicht, aber man kommt absoult langsam voran, da sie Straßen schmal, schlecht und extrem kurvenreich sind und nur die Ostküste über sowas wie eine Schnellstraße verfügt, die dafür aber ständig verstopft ist.
Ich würde sogar sagen: Unter zwei Wochen Aufenthalt geht da fast gar nix, da man recht viel Zeit mit Fahrten verbringt. Wenn man aber gerne mit einem Vehikel durch die Landschaft gurkt und Spaß am Fahren selbst hat, dann ist die Insel wirklich klasse. Andererseits habe ich schon Dramen am Straßenrand erlebt, wo Fahrer auf den schmalen Küstenstraßen die Nerven weggeschmissen haben. Inbesondere bei Steinschlag 8-) , der immer wieder durch Ziegen und Schweine ausgelöst wird, die oben in den Hängen rumkraxeln.

Ok, also doch noch die Campingplatz-Geschichte. So aufregend ist sie eigentlich nicht, aber was mich schwerst beeindruckt hat, war wie sehr Frau Miraculix diesen holprigen Hof zu ihrem "Reich" erklärt hatte.
Kein Mensch würde sonst so einen Platz als Campingplatz deklarieren, glaube ich :D .

Also ich dort vor ungefähr 10 Jahren das erste Mal mit meiner Schwester auftauchte, getrauten wir uns ja fast nicht rein fahren, aufgrund der unzähligen Schlaglöcher, die auch des Nächstens beim Pinkeln gehen schon gut angeleuchtet werden mussten. Unsere Knöchel hätten uns dort garantiert keinen Umknackser verziehen.
Der Campingplatz besteht aus einer Hofeinfahrt und einem Platz zwischen Bäumen, die super Schattenplätze geben.

Die Stellplätze wählt sie aus, denn jeder Platz hat irgendetwas Besonderes . Die Zelte dürfen auch nur am Rand aufgestellt werden, damit sie den Überblick nicht verliert. Dann zeigte sie uns Sanitäranlagen und Küche. Beides befand sich unter einem absolut löchrigen Schilfdach, die Waschbecken hingen wirklich nur aus kosmetischen Gründen dort, denn Abfluss gab es schon keinen mehr.
Vorgeführt hat sie das alles mit einer derartigen Selbstverständlichkeit, als ob sie uns grad die Suite eines Hotels zeigen würde.
Sie selbst wohnt in einem komplett zugewachsenen Wohnwagen mit Anbau – erinnert mehr an Baba Yagas Häuschen als an sonst was .

Am Morgen fragt sie alle Camper durch, ob sie gut geschlafen haben und abends dann nochmals, wie denn der Tag war.
Wenn sie dich mal in den Fängen hat, ist es ohnehin so gut wie chancenlos zu entkommen, sie redet ohne Unterlass, auch mit Menschen, die erwiesenermaßen kein Wort Französisch können. Aber das macht ihr offenbar gar nix aus.
Ich spreche zwar Französisch, aber halt kein Korsisch, was sie auch nicht davon abhielt, mich im breitesten korsischen Kauderwelsch voll zu quatschen.
Aber eine total witzige und beeindruckende Frau, fast so groß wie ich, breitest und geschminkt und behängt wie ein Weihnachtsbaum. Dabei noch wild gestikulierend und quer über den Platz schreiend, dass schon fast die Zelte wanken. Ein Naturereignis, wenn man wilde und originelle Leute mag.

Viele Camper sind eh nie dort, ich glaube doch, dass die Anlage ein bisschen abschreckend wird, obwohl sich da im Laufe der Jahre einiges getan hat.
Als Duke und ich letztes Jahr dort waren, gab es sogar ein Dusch- und Klohäuschen, wenngleich es furchtbar schief geraten war und man vorsichtig sein musste, um in der nassen Dusche nicht einfach so auszurutschen.

Ach ja, und den wenigen Leuten dort hat es auf jeden Fall bestens gefallen und wir haben uns die 3 Tagen dort wirklich prächtig amüsiert.

Fazit: Eigentlich kein Campingplatz, sondern eine Sehenswürdigkeit!
Unbedingt die hausgemachten Orangen- und Myrtenliköre versuchen!
Und gleich in der Nähe ist einer der schönsten Strände der Insel, leider fällt mir der Name nicht mehr ein :kratz: Einfach mit einem Auto mit sehr guten Bremsen die steile Straße zur rechten Hand runterzittern ;-)




Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.
(A. de Saint Exupéry)

Offline
Thema drucken


User in diesem Thema: 0 Registrierte, 0 Versteckte, 1 Gast, 0 Bots
Keine


Ähnliche Themen zu "Korsika"
  Antworten Aufrufe Themeneröffnung Letzter Beitrag
Keine Themen vorhanden
 
0.06359 Sek. 7 DB-Zugriffe
Boardsolution v1.30 Beta | © Nils Asmussen 2003-2007