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Die Fliederbeeren sind reif!
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra L.) wird auch Holder, Holderbusch, Holderstock, Holler, Fliederbusch, Kissekenbaum oder Musflieder genannt. (Holder und Holler verweisen lt. Grimm auf die germanische Göttin Holda bzw. auf die Frau Holle - daher wurde es auch Zeit, dass die Früchte dieses Strauches auf ein Asatru-Forum kommen. )
Die Beeren werden in Norddeutschland traditionell "Fliederbeeren" genannt. Fliederbeersaft wird, ähnlich wie der aus Holunderblüten gewonnene "Fliedertee", in der Volksmedizin bei "Erkältungskrankheiten" (Infektionen der Atemwege), vor allem bei fiebriger Brochitis und grippalem Infekt, gegeben. Er wirkt schweißtreibend und schleimlösend, wobei dem Körper zugleich die zum Schwitzen nötige Flüssigkeit zuführt wird.
Die Fliederbeersuppe wird traditionell als Hauptgericht serviert.
Zutaten: 1000 g Fliederbeeren (am Besten und billigsten selbst gesammelt). 1 Liter Wasser 500 g säuerliche Äpfel (brauchen nicht ganz reif zu sein) mit Schale! 1 kleine Zimtstange Schale einer Zitrone (unbehandelt) Zitronensaft (Zitrone zuerst auspressen, dann die Schale - ohne das Weiße - in dünne Stücke schneiden.) Zucker
Für die Grießklöße: 1/2 Liter Milch, 40 g Butter 250 g Hartweizengries 1 Prise Salz 40 g Zucker 2 Eier
Zubereitung: Zuerst machen wir den Grieß für die Klöße. Dazu kochen wir die Milch mit Butter und Salz kurz auf. Den Topf sofort vom Herd nehmen und Zucker und Grieß einrühren. So lange rühren, bis die Masse sich vom Topfboden löst. Den Grießbrei in eine Schüssel geben und die Eier unterrühren. Abkühlen lassen.
Die Fliederbeeren waschen und von den Dolden zupfen. Die Fliederbeeren im Wasser weich kochen. Durch ein engmaschiges Sieb geben. Die gut gewaschenen Äpfel mit Schale (aber ohne Kerngehäuse) in kleine Stücke schneiden. Mit der dünn geschnittenen Zitronenschale und der Zimtstange in die Flüssigkeit geben. 5 Minuten garen (knapp unter Kochtemperatur). Mit Zitronensaft und Zucker abschmecken.
Vom Grießbrei mit einem nassen Löffel Klöße abstechen und in die Suppe geben. In der Suppe 10 Minuten gar ziehen lassen.
Manche geben zur Suppe 25 g Sago oder Speisestärke hinzu, damit sie sämiger wird. Nach meiner Erfahrung reicht aber das Pektin der Apfelschale aus.
Viel Spaß beim Sammeln, Kochen und guten Appetit beim Aufessen!
»Wer nicht zu sagen wagt, was er denkt, ist ein Sklave.« Sophokles
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| Usergruppe: |
DagansVidhri |
| Registrierung: |
27.08.2007, 09:30 |
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Oh ja, der gute Holler!
Danke für das tolle Rezept, Martin! Das mit dem Ziehen der Knödel direkt in der Suppe ist mir neu, das hab ich noch nie so probiert.
Ich kenne da auch eine schnelle Variante, wie man die Beeren zubereiten kann - wird bei uns Hollerröster genannt:
Ein Glas Apfelsaft und ein bisschen Rohrzucker oder Honig mit 4 Händen voll abgezupften Hollerbeeren aufkochen und dünsten, bis die Beeren "al dente" sind. Man kann auch noch 3-4 geschnittene Zwetschken dazu geben oder den Hollerröster mit Zimt oder Vanillezucker verfeinern. Auch ein Schuss Rum macht sich gut.
Kann man warm oder kalt gleich gut futtern.
Mache ich gerne zu Kaiserschmarrn oder Pudding oder geniese einfach einen Teller davon pur .
Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen. (A. de Saint Exupéry)
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der holler ist hier dieses jahr seltsam... entweder sind die beeren schon vertrocknet, oder noch grün. wenig beute....
dafür haben wir die brombären gejagt, und äpfel. und - welch wunder - es gibt jetzt schon pilze.
Gnothi Seauton
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| Usergruppe: |
Hrafnsgaldr |
| Registrierung: |
07.09.2007, 09:42 |
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Das Seltsame an Deinem Holunder ist die Doldenwelke, die vermutlich durch Pilzbefall verursacht wird (es wird zum Thema noch fleißig geforscht). Meiner hat es nun schon im dritten Jahr und da ich nicht mit handelsüblichen Fungiziden hantieren mag (schon gar nicht an einem 4 Meter hohen Gewächs, das zudem am Zaun zum Nachbarn steht), hab ich mich nach zwei Ernteausfällen dieses Jahr dazu entschlossen, einen optimalen Erntezeitpunkt festzulegen, um nicht schon wieder unverwertbare Trockenbeerenauslese zu bekommen. Das hat zwar den Nachteil, dass noch viele Grünlinge dran sind, aber ich hab den Saft sicherheitshalber bisher sowieso immer abgekocht. Das unverträgliche Sambucin, dass ja vor allem in den unreifen, in Resten aber auch in reifen Früchten steckt, zersetzt sich dabei.
So, und nun wünsche ich uns noch viel Spaß beim Ernten, Entstielen und (ein-)kochen! 
Achso - noch ein Rezept:
Hollebeerenkaltschale
zwei bis drei handvoll Beeren und ca. das doppelte Volumen Wasser zusammen aufkochen, zehn bis zwölf Minuten köcheln lassen nach Geschmack Zimt, Nelke(n) oä. mitkochen lassen eine Tüte Vanillepudding (oder entsprechend Stärke und Vanille) einrühren und nach Geschmack süßen
Dazu lecker Grieß- oder Hirsebrei
Guten Appetit!! 
Mut ist, zu kämpfen. Auch wenn der Gegner übermächtig ist. (aus der aktuellen Miseror-Kampagne "Mut zu Taten" )
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Zur Beruhigung: Sambucin ist ein Blausäureglykosid. Das klingt zwar unheimlich giftig, ist es aber in den üblichen Dosen, die man beim Konsum teilweise unreifen Beeren aufnimmt, nicht gefährlich. Tatsächlich beruht die heilsame Wirkung von Holunder zum Teil auf geringen Sambucin-Dosen. (Wie schon Paracelsus wusste: die Dosis macht das Gift!)
Fliederbeerkonfitüre:
3 kg Fliederbeeren (Holunderbeeren) 1 Tasse Wasser 1 kg Zucker (für Süßschnäbel: 3 kg)
nach Geschmack: Vanille (echte) Zimt Gewürznelken Rum
Zum Gelieren: mit Schale geriebene Äpfel
Die abgezupften Beeren mit etwas Wasser weichkochen, durch ein Sieb pressen, je nach Geschmack mit Vanille, Zimt, Gewürznelken oder Rum würzen, erhitzen, mit Zucker mischen. Heiß in Gläser füllen. Wenn man eine festere Konfitüre möchte, empfiehlt es sich, geriebenen Apfel unter die Fliederbeerkonfitüre zu mischen.
»Wer nicht zu sagen wagt, was er denkt, ist ein Sklave.« Sophokles
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sos, doldenwelke....
soll ich nun dern holunder - wie man das ja ab-und-zu mit bepilztem zeug macht - radikal zurückschneiden?
ich muss wohl noch suchen....
Gnothi Seauton
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| Usergruppe: |
DagansVidhri |
| Registrierung: |
27.08.2007, 09:30 |
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Und Hollerbeeren mal nicht so süß:
Holler-Essig
1/2l dunkler Balsamicoessig 500g Hollerbeeren Zucker nach Belieben
Wahlweise Zimtstange, Piment, Gewüwzrnelken, Kardamon, Koriander, Stückchen frischen Ingwer
Die Hälfte des Essigs erwärmen, Beeren und Gewürze dazu geben, kurz aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen. Restlichen Essig dazugeben, mit Zucker abschmecken. Über Nacht zugedeckt ziehen lassen, durch ein Leinentuch filtern und in Flaschen füllen.
Sehr fein über Salate, die einen intensiveren Essig vertragen.
Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen. (A. de Saint Exupéry)
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