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Thema: "Holler" [ Seite 1 ]

Kein neuer Beitrag Donauweibchen , 09.05.2008, 08:19 Beitrag #1   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 27.08.2007, 09:30
 
 
Zeitgleich mit den ersten blühenden Hollerdolden möchte ich hier mal einen Thread aufmachen, für Rezepte mit dem wunderbaren Holler…von dem ich selbst kaum genug kriegen kann. Abgesehen davon ist es eine Pflanze, die ich sehr liebe und einen tiefen persönlichen Bezug dazu hab.

Hollerstrauben

Die Dolden in einen dicken Schmarrnteig (Mehl, Milch, Eiern. So dickflüssig, dass der Teig langsam an einem Löffel runter rinnt) tunken und in heißem Fett rausbacken. Wichtig dabei ist, oben ein Stückchen Stengel dran zu lassen, denn so sind die Dinger leichter wendbar. Mit etwas Staubzucker und eventuell etwas Zimt bestäuben und noch heiß servieren.


Einfacher Hollerwein

Zutaten
1,5 kg Zucker, 10 l Wasser, 50 Holunderblüten, 5 EL Rosinen, 2 unbehandelte Zitronen (in Scheiben geschnitten) und 2l Weißwein

Alle Zutaten in ein großes Gefäß geben und eine gute Woche stehen lassen. Das hier ist eine eher süßere Variante, man kann sonst einfach weniger Zucker oder mehr Zitronen nehmen.
Dann durch ein feines Leinentuch filtern und auf Flaschen ziehen – allerdings nicht ganz voll machen! Dunkel lagern und hoffen, dass keine Flaschen platzen :hmmm: .
Dem kann man vorbeugen, indem man Korken statt Verschlüssen nimmt oder die Flaschen nicht ganz fest zudreht oder die Flaschen einstweilen mit Klarsichtfolie oder Stoff verschließt.
Man kann auch 20g Hefe dazugeben, ist aber gar nicht notwendig, es gärt auch so. ;-)
Wein machen ist eine Wissenschaft für sich, das hier ist bloß ein ganz einfaches Rezept.



Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.
(A. de Saint Exupéry)

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Kein neuer Beitrag Grenzgängerin , 09.05.2008, 10:42 Beitrag #2   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 09:41
 
 
Holunderblütensirup

man kocht die Holunderblüten (nur die weissen blüten) mit Wasser auf...mengt zucker (Rohrzucker oder Honig geht auch) hinzu und lässt es einkochen, bis es dickflüssig wird....ständiges rühren ist schon angebracht....dann kann man den sirup in mineralwasser oder tees tun...auch in saucen etc...schmeckt er stets gut....habe mal ne salatsauce damit gemacht...lecker!

man kann den sirup auch so machen:
man setzt erst die Blüten mit Zucker in einer Flasche an...filtriert es nach ca. 3-4 Tagen (jeden Tag schütteln)
der ist aber nicht lange haltbar...
verfeinern: mit einem spritzer (oder zwei) zitronensaft


Holunderküchlein
(siehe "Hollerstrauben";) ist doch ein Pfannekuchenteig, oder@bri.h?


Holunderblütenbrot
man kann einfach die Blüten mit in eine Backmischung geben.....oder ein leckeres Brot selber backen....lecker

z.b.:
1 kg mehl
600 ml milch; oder buttermilch
40 g hefe
20 g meersalz
10 g zucker
2 zitronen: schale abgerieben
14 gross. holunderblueten

hefe, zucker und salz in lauwarmer milch auflösen
blüten abknipsen (von stängel)
diese mit dem mehl und zitronenschale zusammen in eine schüssel vermengen
hefe-milch mix hinzu und gut durchkneten
den teig ca. ne stunde gehen lassen
danach nochmal kräftig durchkneten
daraus kann man dann 2 brotlaiber formen
oder in eingefettete kastenformen geben
nochmal ca. 1,5 - 2 stunden gehen lassen (mit einem sauberen handtuch abgedeckt)
ofen auf 200 C vorheizen.....
unten in den ofen ein schälchen mit wasser reinstellen
und die brote 45 minuten backen lassen
nach dem backen die brote aus den formen nehmen...damit sie besser abkühlen können!


Holunderblütengelee
aus dem oben genannten kalt angesetzten holundersirup kann man auch leckeres gelee machen!


:kratz:

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Kein neuer Beitrag Grenzgängerin , 13.07.2009, 17:28 Beitrag #3   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 09:41
 
 
kurz notiert:

Holunderstrauch/-baum
(Sambucus; Holler; Holder; Hollerbaum; Fliederbeerbusch;

("Er wird der Göttin Hel, der Frau Holle, Hilde Moer zugeordnet. Alle ein und dieselbe Person, die für die Unterwelt stehen? Nicht im Sinne von Hölle, sondern von einem Ort, an dem großes Wissen zu erlangen ist, der das Ende und den Anfang der Lebensreise bezeichnet..."Lupa)

Der Holunder war vielen Völkern heilig. Sinti und Roma zogen traditionell vor Holundersträuchen den Hut. Im Baltikum nahmen die heidnischen Ureinwohner an, dass die Berstukken in seinem Unterholz wohnen. Auch Germanen und Kelten glaubten, dass Zwerge bevorzugt im Schatten des Holunders Aufenthalt nehmen.
Die Germanen verehrten den Holunder, der ihrer Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin Erda oder anders genannt Jörd, geweiht war.

Auch im deutschen Märchen begegnet uns besagte Holdermutter als Frau Holle, die ihre Betten so stark ausschüttelt, daß es auf der Erde schneit. Die feinen weißen Blüten des Holunders symbolisieren hierbei den Schnee.

Der schlechte Ruf, der diesem Gewächs nach abergläubischen Vorstellungen anhaftet, rührt daher, dass sich Judas angeblich an einem Holunderbaum erhängte und dass das Kreuz, an dem Jesus Christus starb, aus Holunderholz gewesen sein soll. Auch lebten dem Aberglauben zufolge in diesen Büschen oder Bäumen oftmals Geister; verbrannte man Holunderholz im heimischen Herd, dann war zu befürchten, dass der Teufel durch den Schornstein gefahren käme. Wegen solch unheilvoller Assoziationen bevorzugten die Hexen für ihre Zauberstäbe Holunderholz. Allerdings sollte der starke Geruch des Holzes Hexen auch vertreiben, und so schützten die Leute ihre Häuser vor deren Zaubereien, indem sie am letzten Tag im April einen Holunderzweig schnitten und über den Eingang hängten oder indem sie Amulette aus dem Holz des Baumes trugen. Holunder durfte jedoch niemals ins Haus hineingebracht werden, da er den Tod brachte. Auch Kinder, die man mit Stecken aus Holunderholz schlug, wuchsen angeblich nicht richtig. Eine Wiege mit Holunder zu schmücken galt als besonders gefährlich, da dann die Feen das darin liegende Baby mitnehmen würden.
Glaubte man, es sei Hexerei im Spiel, dann war es jedoch nützlicher, sich die Augen mit einigen Tropfen Holundersaft zu betupfen, damit man wahrnehmen konnte, was die Hexen in der Nachbarschaft taten. Einer weiteren Überlieferung zufolge konnte das An- oder Abschneiden des Stammes eines Zwergholunders jede Hexe in der unmittelbaren Umgebung verletzen.
Holunder galt als eine Zutat, die die Hexen häufig in ihren Rezepturen verwendeten. Denkbar ist, dass diese Vorstellung auf die rötliche Verfärbung des Stammes des Zwergholunders zurückgeht, die dem ungeschulten Auge suggerierte, dass in der Pflanze Blut fliesse. Was die medizinische Anwendung betraf, so bestand der alte Glaube, dass ein Mensch vom Rheumatismus geheilt würde, wenn er ein Stück Holunder auf der Haut trug.





:kratz:


Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 18.08.2009, 17:24 von Grenzgängerin.


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Kein neuer Beitrag Moira , 17.08.2009, 19:46 Beitrag #4   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 07.12.2008, 13:32
Homepage: http://www.free-blog.in/moy...
 
 
Holunder gehört in bestimmten Gegenden zum Haussegen, Im Busch wohnen die Ahnen und/oder Holle /Holda oder auch genannt Hel. Wenn man von einem Hollerbusch nimmt, dann gibt man ihm auch was von sich, das können ein paar Haare sein, Fingernägel oder sogar Menstruationsblut. In manchen Gegenden spendet man ihm auch Milch.

Wenn ein neues Haus gebaut wurde, dann wurde daneben auch ein Busch gepflanzt, der alles Schlechte von der Familie fern hält. Dieser darf nie beschnitten werden, es sei denn, du benötigst von seiner Rinde oder Mark.

Das Besondere am Holler ist, das so gut wie jeder Teil des Busches zur Heilung und Linderung aller gängigen Leiden einer Familie zu gebrauchen ist.

Meine Uroma hat immer gesagt, ziehe nie in ein Haus, vor dem nicht ein Hollerbusch wächst und wenn du einen pflanzt, dann gebe unter den Busch in das Pflanzloch von deinem Monatsblut, den nur so kann der Busch die engen Bande zu deiner Familie knüpfen. Töchtern unserer Familie gibt man einen bewurzelten Steckling vom Familienbusch mit in die Ehe/ ins neue Heim, so daß sie den Strauch der Familie ihrer Herkunft immer bei sich haben. Besser kann der Begriff Stammbaum nicht umgesetzt werden*g*. Der Urholla steht/stand (sind inzwischen auch die Kindeskinder) in Oberschlesien an einer Stelle, wo einmal vor vielen Generationen ein Hof gestanden hat. Dieser ist verfallen und überall, wo unsere Frauen hingeheiratet haben steht ein Nachkömmling dieses Strauches vor dem Haus. Mittlerweile auch in Sachsen und hier in Brandenburg.



Legasthenie ist eine anerkannte Stöhrung. Wir sind deshalb aber nicht dumm. Ich werde mir trotzdem alle Mühe geben nicht all zu kreativ zu schreiben.(bezogen auf die Rechtschreibung!) *ggg*

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Kein neuer Beitrag Grenzgängerin , 17.08.2009, 23:00 Beitrag #5   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
Registrierung: 04.08.2007, 09:41
 
 
aus einem früheren Thread mal hier eingefügt.......


Holunderlimo


Aus naheliegenden Gründen (die prächtige Holunderblüte) möchte ich ein altes Familienrezept in die Runde schmeißen.

Man braucht:

2l-Einmachglas (mindestens, erfahrungsgemäß das reicht gerade für den hohlen Zahn)
2-3 Bio-Zitronen, ausgepresst, zwei Schnitzen für das Glas aufbewahren
200g Zucker, karamelisiert, aber nicht anbrennen lassen
evtl. ein wenig Apfelessig
6-7 Holunderblüten, aus welchen Gründen auch immer leicht angewelkt. Einfach ein paar Stunden vorher pflücken.

Wasser kurz aufkochen, den karamelisierten Zucker darin auflösen, Zitronensaft dazu, ein wenig Apfelessig falls es noch nicht säuerlich genug ist. Geschmackssache... Die Blüten kommen dazu wenn das Ganze nur noch lauwarm ist. Das Glas mit ein Küchentuch verschließen (es soll atmen können, deswegen kein Deckel drauf) und für 2-4 Tage an einem sonnigen Platz stellen. Immer wieder probieren (immer saubere Löffel verwenden, da sonst Schimmelgefahr), wenn es kräftig nach Holunder riecht und schmeckt ist es fertig. Im Kühlschrank hält sich das mindestens eine Woche.

Meine Großmutter ließ Ameisen in die Limo kommen... Wegen der Ameisensäure? Weil verwesende, ertrunkene Ameisenleichen die kurz vor dem Tod ihre Blase (oder was auch immer Ameisen so haben) entleeren den letzten Kick geben? Keine Ahnung, ihre Limo war auf jeden Fall besser als meine :notworthy: Ich bin jedenfalls zu feige es auszuprobieren. Falls einer von euch mehr Mumm hat, bitte berichten.


(danke an: faboan)


:kratz:


Dieser Beitrag wurde insgesamt 3 mal editiert. Das letzte mal 17.08.2009, 23:16 von Grenzgängerin.


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Kein neuer Beitrag Gaute , 19.08.2009, 01:22 Beitrag #6   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 25.07.2009, 18:48
 
 
Ja, der Hollerbusch ist wirklich ein heiliger Baum! So gut wie alles von ihm kann verwertet werden, so lassen sich z.B. aus den Ästen vorzügliche Flöten herstellen, das geht sogar recht einfach weil jeder Ast relativ leicht zu entfernendes Mark enhält.

Man sollte ihm nie ohne Achtung begegnen und verbrennt man ihn so droht einem großes Unglück!
Wir haben uns sehr gefreut als wir bemerkten, das sich in unserem Garten einer selbst ausgesäät hat.

Unsere Ahnen begruben oft totgeborene Kinder unter dem heiligen Baum Frau Holles.
Und, wer kennt nicht das Lied: >Ringel ringel reihe, sind wir Kinder dreie, sitzen unterm Hollerbusch, schreien alle Husch, Husch, Husch!<


Ár ok friðr

Gaute

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