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Position: Home » Nornirs Ætt Foren » Nornirs Ætt Hof » Politik und Religion
Thema: "Politik und Religion" [ Seite 1 2 ]

Kein neuer Beitrag Die Krähe , 20.01.2010, 19:09 Beitrag #1   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 04.08.2007, 07:34
 
 
Heyho, ich mach mal lieber einen neuen Thread auf und kopiere den letzten Beitrag von Bodecea hier rüber:


Bodecea hat folgendes geschrieben:
[Politologenklugscheißmodus]
Wie weit "das Politische" und damit Inhalt und Aufgabenbereich der politischen Sphäre definiert wird & ob und wie diese von der gesellschaftlichen Sphäre getrennt werden soll/kann, hängt vom jeweiligen Staatsverständnis ab.
So ist für den klassischen liberalen "Nachtwächterstaat" das Politische nur dazu da, Verbrechen zu verhindern und Sicherheit nach außen zu garantieren; bürgerliches Politikverständnis trennt Politik und Gesellschaft mehr als das klassisch sozialdemokratische (u.a. auch im Bereich Wirtschaft).
Eine absolute Gleichsetzung von allen gesellschaftlichen Bereichen, einschließlich den privaten und nicht-öffentlichen, mit dem Politischen, das ist ein Kennzeichen totalitärer Systeme.
[/Politologenklugscheißmodus]


Absolut gleichsetzen läßt sich in dieser Welt eh nicht viel - das ist meist ein Zeichen von vereinfachendem Kontrollwahn, im schlimmsten Fall tatsächlich von Totalitarismus.

Mein Politikbegriff ist offenbar ein ziemlich altmodischer . ;-)
In diesem Sinn ist "Politik" alles, was das Gemeinwesen betrifft, also nicht nur die staatslenkerischen Angelegenheiten, sondern auch das Verhältnis verschiedenen Gesellschaftgruppen untereinander, ihren Widerstreit und ihre Koalitionen sowie ihre jeweiligen Abgrenzungen und Ziele.

Religion,als systematisiertes Glaubens- und Denkgefüge immer auch bezogen auf gesellschaftlichen Kontext bzw. Stellungnahmen zu diesem einfordernd, berührt damit auch die Sphäre des Politischen. Ganz explizit, wenn es um Organisationen geht, deren Ziel es ist, religiöse Belange gesellschaftlich relevant zu vertreten (z. B. Synoden, diverse Zentralräte oder neuheidnische Dachverbände 8-) ).

Spiritualität hingegen ist hochindividuell und persönlich - nicht notwendigerweise unpolitisch, aber nicht zwingend politisch relevant.

Greetz,
die Krähe :-)



"Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus, proportional zum eigenen Mut."
Anaïs Nin


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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 20.01.2010, 20:35 Beitrag #2   
Usergruppe: DagansVidhri
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Ah, hatte ich nicht gesehen. OK, kopier ich meine Antwort hier rein:

Wie gesagt: ist eine Frage der Definition. Sowohl von "politisch" als auch "gesellschaftlich". Es geht ja nicht darum, persönliche Spiritualität zu politisieren. Aber darum, inwie weit in die Öffentlichkeit getragene "Religion" (wie auch immer diese wiederum definiert wird - z.B. auch "kulturell" vs. "institutionell" o.ä.) - und das durchaus unter Anmeldung entsprechender Ansprüche an diese eben "Gesellschaft" - eben auch - unter anderem - einen politischen Aspekt hat/haben kann/haben muss oder ein solcher kategorisch ausgeschlossen werden soll.

Grüße
HB



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Kein neuer Beitrag MartinM , 20.01.2010, 21:24 Beitrag #3   
Usergruppe: Hrafnsgaldr
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Mein Politikbegriff ist auch etwas altmodisch - oder anders formuliert: klassisch. ;)

Dabei unterscheide ich zwischen "politisch sein" und "Politik" (machen)".
"Politisch" ist für mich, ganz altgriechisch, alles, was die "Polis" (das Gemeinwesen - IMO weit mehr als der Staat im neuzeitlichen Sinne) betrifft. Da stimme ich ziemlich genau mit der Krähe überein,
Bei "Politik" geht es m. E. um die Machtfrage. Ganz im Sinne eines nicht ganz so alten Klassiker:

Zitat:
Politik ist das Streben nach Machtanteil oder nach Beeinflussung der Machtverteilung.
(Max Weber)
Dazu gehört selbstverständlich auch die Kontrolle der Mächtigen bzw. die Beschränkung von Machtausübung. Auch in diesem Sinne macht z. B. die Nornirs Ætt Politik - weil einige unserer Aktivitäten darauf angelegt sind, bestimmten Leuten (z. B. Nazitrus und anderen kackbraunen Kameraden) bei ihrem Streben nach Macht den einen oder anderen Stein in den Weg zu legen. Das sind bei unserer kleine Gruppe zwar keine Findlinge, aber wenn nur genügend andere das auch tun, kann das durchaus wirksam sein. :box:
Allerdings beschränkt sich "politisch sein" nicht auf "Politik machen".

Religion ist als Bestandteil des Gemeinwesens notwendigerweise immer politisch, auch wenn sich nicht nach Macht strebt (der von der GGG angeleierte "Dachverband" würde zumindest nach Einfluss streben, also so gesehen durchaus Politik machen) oder Macht kontrollieren bzw. Machtausübung beschränken will. Es sei denn, sie klinkt sich völlig aus allen das Gemeinwesen betreffenden Fragen aus. Schon bei einer so simplen Frage wie der, ob ich auf öffentlichem Gelände ein Ritual abhalten kann, würde es politisch werden.

Warum unterscheide ich zwischen "politisch sein" und "Politik"?
Das wird klar, wenn ich in den letzten der von Bodeceas zitierten Sätzen "die Machtfrage" für "das Politische" einsetze:

Zitat:
Eine absolute Gleichsetzung von allen gesellschaftlichen Bereichen, einschließlich den privaten und nicht-öffentlichen, mit der Machtfrage, das ist ein Kennzeichen totalitärer Systeme.

Was meiner Ansicht nach völlig zutrifft!

Aber wenn ich "das Poltische" durch "Teilnahme am Gemeinwesen" ersetze, ist der Satz offenkundig Unsinn:

Zitat:
Eine absolute Gleichsetzung von allen gesellschaftlichen Bereichen, einschließlich den privaten und nicht-öffentlichen, mit der Teilnahme am Gemeinwesen, das ist ein Kennzeichen totalitärer Systeme.
(Denn auch die nicht-öffentlichen gesellschaftlichen Bereiche gehören immer noch zum Gemeinwesen ("Polis"), wenn auch nicht zum Staat (womit eine weitere scheinbar haarspalterische Unterscheidung erklärt wäre ;) )

Mit politischem Gruß,
MartinM


"Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren." Karl Raimund Popper

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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 26.01.2010, 11:22 Beitrag #4   
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hi again :D

naja - um das nochmal aufzuwärmen, wo ich den unterschied sehe:

religion/spiritualität ist für mich das beschäftigen mit göttlichem/esoterischem sowie die nähere peripherie.
durch religion und spiritualität befinde ich mich in einem bestimmten verhätnis mit meiner "esoebene", was immer das gerade sein mag.

politik/politisch sein ist im grunde mein verhältnis zu staat und gesellschaft.

eine "esoebene" und meine "gesellschaftsebene" haben aber nur wenig überschneidungen, so das ich sagen kann, mein verhältnis zur "esoebene" (meine religion) hat wenig mit meinem verhältnis zur "gesellschaft und staat" zu tun.

@krähe - und da liegt der hund begraben:
für dich bezieht religion "systematisch und gesellschaftsbezogen" ein, während "spiritualität" das individuelle denken und handeln ist. in meinem kopf ist religion "oberbegriff", und hat wenig mit gesellschaft und staat zu tun, denn dann würde ich schon von glaubensgemeinschaften oder kirchen sprechen. da meine "religion" (wenn man das so nennen mag) keinerlei gesellschaftliche konsequenz über den nächsten freundeskreis hinaus hat - ist meine religion komplett unpolitisch. du würdest wahrscheinlich sagen, "isch 'abe gar keine religion" (wie diese unsägliche kaffeeitaliener) - insofern ist das deiner definition nach richtig, denn ich hab´ nur spiritualität. wenn überhaupt ;)


Zitat:

Religion ist als Bestandteil des Gemeinwesens sofern sie bestandteil eines gemeinwesens ist notwendigerweise immer politisch, auch wenn sich nicht nach Macht strebt (der von der GGG angeleierte "Dachverband" würde zumindest nach Einfluss streben, also so gesehen durchaus Politik machen) oder Macht kontrollieren bzw. Machtausübung beschränken will.


daher auch meine "korrektur" von MMs satz - ich kann ihn fast voll unterschreiben. nur ist religion nicht zwangsläufig bestandteil des gemeinwesens. naja, und ich seh nicht, das alles "gesellschaftliche" automatisch "politisch" ist, aber das ist auch so eine definitionsfrage, oder? dämliches beispiel: wenn ich in die disco gehe, nehme ich (fast ganz) unpolitisch an der gesellschaft teil.

ich seh da so eine mengenrelationsblabla vor mir - unterlasse aber kognitiv verfüherische schemata. ich seh´ auch schnittmengen zwischen "religion" und "politik", aber wie groß diese schnittmenge ist, ist abhängig von der jeweiligen auffassung, was religion und politik jeweils beinhalten. für mich gibt es teile der politik, die nix mit religion zu tun haben, und teile der religion, die nix mit politik zu tun haben.




Gnothi Seauton

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Kein neuer Beitrag Sturmauge , 26.01.2010, 15:49 Beitrag #5   
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Aloha,


Zitat:
[...] für mich gibt es teile der politik, die nix mit religion zu tun haben, und teile der religion, die nix mit politik zu tun haben.


Keine Frage - die (Parteien-)politik sollte säkular wirken; Die Trennung von Staat und Religion hat schon ihren Sinn. Nichtsdestotrotz sind es ja ebenso religiöse "Prinzipien" die sich insbesondere die C-Parteien auf die Fahnen geschrieben haben; Bzw. - über das sich die Weltanschauung und entsprechend das politische Verständnis und Wirken (mit-)definiert.

Ich denke, es ist einfach irreführend von "Politik" und "Religion" zu sprechen, weil Politik in erster Linie als parteipolitisch verstanden wird - und Religion "traditionell" als "vom-Alltagsleben-separierte-Spiritualität".

Innerhalb der Aett - sowohl der Gemeinschaft, als auch bei ihren einzelnen Mitglieder gibt es natürlich auch "strikt" spirituelle Dinge...Rituale, Trancereisen etc., die so auch rein spirituell (motiviert) sind.

Allerdings ist der Kern unseres Asatru ein kultureller und weltanschaulicher - und Spiritualität/Religion nicht davon getrennt - sondern eher ein spezifischer "Auswuchs" dessen. Wir sind ja nicht ab 16 Uhr nach Feierabend - und am Wochenende Asatru, sondern haben Asatru-sein als unsere "Lebensgrundlage" gewählt - also rund um die Uhr. Und dann und wann macht je Aettling eben auch mal rein religiöse u/o spirituelle Dinge...ebenso wie auch essen, schlafen oder Sex, etc. Und selbst landläufig "profane" Dinge sind latent, oder konkret von asatruspezifischen Ansichten beeinflusst.
Dass wir u.a. die Geschlechter als gleichberechtigt ansehen, (konsens-)demokratisch Beschlüsse fassen, Menschenrechte und freie Religionsausübung anerkennen ist für uns von gemeinschaftlicher wie gesellschaftlicher, kultureller wie auch (partei-)politischer Relevanz - vor allem aber auch eben (unser) Asatru.

Insofern:
Zitat:
[...] aber wie groß diese schnittmenge ist, ist abhängig von der jeweiligen auffassung, was religion und politik jeweils beinhalten.


Jopp ! ;)

Gruß
Kai


Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen
Platon



Dieser Beitrag wurde insgesamt 1 mal editiert. Das letzte mal 26.01.2010, 15:54 von Sturmauge.


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Kein neuer Beitrag Hjalmarr , 27.01.2010, 01:57 Beitrag #6   
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@WirrLicht:

Verstehe ich das richtig? Deine Spiritualität praktizierst du ausschließlich alleine und dein gesellschaftliches Handeln ist unabhängig von deinem Weltbild?

Sorry, kann das wirklich nur schwer nachvollziehen, da für mich persönlich Spiritualität abgetrennt von der Mitwelt kaum Sinn macht und mein Asatru-Weltbild mein gesellschaftliches Handeln ständig beeinflusst...

...aber ok, muss ja für dich funktionieren. ;-)

Gruß, Jari



Außerhalb Midgards leben nur Tiere und Götter.


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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 27.01.2010, 09:44 Beitrag #7   
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Hjalmarr hat folgendes geschrieben:
@WirrLicht:

Verstehe ich das richtig? Deine Spiritualität praktizierst du ausschließlich alleine und dein gesellschaftliches Handeln ist unabhängig von deinem Weltbild?

Sorry, kann das wirklich nur schwer nachvollziehen, da für mich persönlich Spiritualität abgetrennt von der Mitwelt kaum Sinn macht und mein Asatru-Weltbild mein gesellschaftliches Handeln ständig beeinflusst...

...aber ok, muss ja für dich funktionieren. ;-)

Gruß, Jari


nein,verstehst du falsch. hab ich auch garnicht geschrieben.


Zitat:
Deine Spiritualität praktizierst du ausschließlich alleine


ich schrieb:

"da meine "religion" (wenn man das so nennen mag) keinerlei gesellschaftliche konsequenz über den nächsten freundeskreis hinaus hat"

das ist doch was völlig anderes.


Zitat:
und dein gesellschaftliches Handeln ist unabhängig von deinem Weltbild?


ich schrieb: (das m am anfang hab ich hier ergänzt)

m-eine "esoebene" und meine "gesellschaftsebene" haben aber nur wenig überschneidungen, so das ich sagen kann, mein verhältnis zur "esoebene" (meine religion) hat wenig mit meinem verhältnis zu "gesellschaft und staat" zu tun.

"weltbild" beinhaltet viel mehr als nur meine eso-sichtweise (ich vermeide mal die worte "religion" und "spiritualität"). beispel gehört zu "weltbild" auch "politik". fände ich schlimm, wenn mein "weltbild" nur religion und spiritualität umfassen würde, und nicht bspw. auch meine naturwissenschaftlichen sichtweisen. weltbild finde ich viel umfassender. ausserdem steht da oben in meinem satz "wenig" und nicht "garnicht". wenn du unten schreibst "...und mein Asatru-Weltbild mein gesellschaftliches Handeln ständig beeinflusst" schreib ich ja auch nicht drunter: echt? du bist immer und in jeder beziehung asatru? machst du auch asatru-fernsehgucken? das wäre doch auch eine ungehörige anwendung deiner "ich bin asatru" - aussage auf davon unabhängige seinsbereiche, die ich nicht mache

es ist doch bspw für deinen job meistens wurscht, ob du nun asatru bist oder nicht. oder schliessen asatru-elektriker lampen anders an?


ok,das war jetzt irgendwie polemisch. mag daran liegen, das ich mir hierbei irgendwie angegriffen vorkomme. so wie sturmauge das formuliert ist es bei mir nicht: "sondern haben Asatru-sein als unsere "Lebensgrundlage" gewählt - also rund um die Uhr". meine spirituell-religiöse seite ist eben mitnichten meine lebensgrundlage. spiritualität/religion ist nicht basis meines so-seins, sondern folge meines so-seins. oder, besser: bestandteil, aber nicht grundlage meines so-seins. so total spirituell-religiös bin ich nicht. und so politisch auch nicht - ich sehe die welt halt nicht immer durch die politikbrille, oder die religionbrille, oder die naturwissenschaftlerbrille.

vielleicht hab ich dazu zu viel von diesem "illuminatus"- zeug und chaosmagiekram gelesen, um in so starren paradigmen zu leben.


Zitat:
abgetrennt von der Mitwelt kaum Sinn macht und mein Asatru-Weltbild mein gesellschaftliches Handeln ständig beeinflusst...


das fände ich für mich eine ganz schreckliche vorstellung, wenn ich jegliches gesellschaftliche handeln immer mittels meiner spiritualität interpretieren müsste. es wäre wahrscheinlich nicht furchtbar schwer, so als agnostischer polytheist synkretisch-eklektischer natur kann man ja fast alles in irgendeine religiöse schublade stopfen. ich kann mir aber kaum vorstellen, das meine spiritualität meine meinung zur afghanistenproblematik beeinflussen soll, oder meine sicht der weltwirtschaftskrise. aber vielleicht denke ich darüber auch zu wenig nach.

vielleicht ist ja alles religöse politisch und alles politische religiös, und ich erkenn es einfach nicht.


Gnothi Seauton

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Kein neuer Beitrag lebowski , 27.01.2010, 23:51 Beitrag #8   
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was mir bei dieser disskussion auffällt; ist der anspruch der "religion"allumfassend zu sein,
ich möchte das jetzt nicht werten,sondern nur das phänomem aufzeigen,
das dies gerade für monotheistische religionen
ein markenzeichen ist .
*grübel*
frank


Nach den Worten der Ahnen
soll man seine Entscheidung innerhalb von sieben Atemzügen treffen.
Wichtig dabei ist ,das man die Entschlossenheit und die innere Stärke besitzt
zur Anderen Seite durchzubrechen...

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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 28.01.2010, 10:52 Beitrag #9   
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Hi,

ich denke, nach wie vor ist noch nicht geklärt, was unter welchen Begriffen eigentlich verstanden wird/werden soll. Wenn ich "meinen" Religionsbegriff ansetze, und das, was ich unter Asatru verstehe, dann hat "Religion" garkeinen Einfluss auf mein Handeln, da ich mich schonmal komplett unreligiös emfinde. Wenn das, was ich als "Asatru" bezeichne, gemeint sein soll, dann sehe ich da durchaus Einflüsse. Die ich aber eben unter "selbstgewählte kulturelle und persönliche Werte und Wertmaßstäbe mit spirituellen Aspekten" laufen lassen würde und nicht als "Religion".

Meine Entscheidungen und Positionen auch für gesellschaftliche Fragen sind immer eine (in der Verteilung im Enzelfall stets etwas unterschiedliche) Mischung verschiedener Aspekte: Tradition, Erfahrung, Prägung, Erlerntes, Gefühltes, Überlegtes, Intuitives, Irrationales, Spontanes und logisch Gefolgertes, nach Maßgaben der Vernunft, des kulturellen Hintergrundes und vorangegangener Entscheidungen, erlernter, internalisierter und bewusst gewählter Wertvorstellungen und auch Weltvorstellungen. Somit kann ich nicht behaupten, dass ich mein "Asatru-Sein" von meiner Person und ihrem Handeln und Entscheiden irgendwie trennen könnte, und somit kann ich dieses "Asatru-Sein" auch nicht aus meiner Interaktion mit meiner Umwelt, der Gesellschaft, meinen politischen Überzeugungen und Engagements etc. pp. herausnehmen, denn es ist einer von vielen Aspekten meiner Person und dessen, was diese tut und denkt. Das heißt aber ausdrücklich nicht, dass dieser Aspekt alle meine Entscheidungen und mein gesellschaftliches Auftreten bestimmen würde, es heißt aber eben auch nicht, dass ich diesen - durchaus auch mal als "spirituell" bezeichenbaren - Aspekt meiner Selbst nur mal hier und da "raushole" und ansonsten links liegen lassen könnte (geschweige denn wollte).

Meine Position gegen Rassismus z.B. basiert auf mehreren Aspekten: Wissenschaft / Vernunft / Ratio (Es gibt keine "Menschenrassen", ein gesunder Genpool lebt von Vielfalt und Mischung, Menschen auf Grund zufälliger phänotypischer Merkmale, usw.), Prägung (Ich "fühle" es einfach als falsch), Erziehung (Achtung vor Leben, Gerechtigkeitsverständnis, etc.), Gefühl (Rassismus fühlt sich bedrohlich und hässlich/eklig an, etc.) usw. usf. - und eben auch "Asatru": Weltbild einer Natur, die auf Vielfalt setzt und deren Teil jeder ist, Ahnen, die mir erzählen, was Rassismus schon an Leid verursacht hat, die Überzeugung, dass alles mit allem verbunden ist (Wyrd und so) und ich deshalb meine Entscheidungen vor dem Hintergrund einer entsprechenden Verantwortung fälle, Erkenntnisse aus der historischen Betrachtung einer Kulturfamilie, deren große Stärke stets die Integration neuer Einflüsse und die Lust und Neugier auf Veränderungen war und deshalb "Fremdes" tendenziell als Bereicherung hereinließ und nicht als Bedrohung abgewehrt hat, usw. usf.) und einige andere Aspekte. Und so sieht das eben für alles aus, denn ich bin nicht heute mal Rationalist, morgen dann mal "religiös" und übermorgen reiner Bauchentscheider. Das heißt nicht, dass ich propagiere, dass "Religion" (im jetzt allerweitesten Sinne) ins "Politische" hinein "gehört" - sondern ich stelle fest, dass sie einer von vielen Aspekten ist, der die Entscheidungen jeder Person mit beeinflusst - selbst der "Atheist", der sich für Laizismus einsetzt hat dafür "religiöse" Gründe - nämlich, weil er die Ablehnung von Religion als relevant für seine Entscheidungen anerkennt. Und damit eben: Religion als relevanten Aspekt in seine Überlegungen aufnimmt.

Ein ganz anderes Feld als jetzt dieses rein persönliche Identitätsdings ist die institutionelle Ebene - wie es Gruppen sind, und hier vor allem Gruppen, die ein Anliegen an die Gesellschaft formulieren. In diesem Falle sind wir in dem Bereich, den ich als "politisch" bezeichnen würde, denn ich sehe im Begriff Politik eben mehr als rein formale Parteipolitik, sondern eben ein Agieren in die Gesellschaft hinein, mit dem Anspruch, dass dieses Handeln auch irgendwie einen wie auch immer gearteten Einfluss auf die Gesellschaft nehmen möge - indem ich einen Beitrag zum Wertekatalog liefere, der verfügbar ist, indem ich konkrete Forderungen stelle, indem ich Positionen verargumentiere und diese Argumente der Gesellschaft zur Verfügung stelle, usw. usf. - und solche Sachen tut eine Gruppe (bzw. deren Mitglieder) eben in dem Moment, in dem sie als Gruppe in die Öffentlichkeit geht bzw. für diese sichtbar ist und sich in der Gesellschaft positioniert.

Wenn jetzt eine solche Gruppierung eine "Asatru-Gemeinschaft" ist, dann fällt es mir erst recht sehr schwer, hier keinen "Politikbezug" zu sehen, denn selbst wenn ich mich gesellschaftlich als "Gemeinschaft von Leuten, die sich für germanisch zu nennende Spiritualität interessieren, aber keine politischen Ambitionen haben" positioniere und dies der Gesellschaft gegenüber aktiv Kund tue, ist das in meinem Verständnis eine politische Positionierung. Und spätestens, wenn die Gesellschaft zurückfragt "Ach, germanisch? Sacht mal, da gibts doch verschiedene Interpretationen, inklusive einer, die Germanen als einer bestimmten Rasse zugehörig sehen wollen und darüber hinaus noch als wertvoller als andere vermeintliche Rassen sehen, und die Anfang bis Mitte des letzen Jahrhunderts zu einigen Mio Toten führte - wie steht ihr denn zu solchen Interpretationen?" - dann ist selbst eine Antwort á la "Du, das ist eine politische Frage, wir sind völlig unpolitisch und deshalb geht uns das nix an" IMO eine sehr politische Aussage... ;-)

Und nein, auch das bedeutet nicht, dass institutionalisierte Religion in "die Politik" gehört, sondern, dass sie oft einfach drin ist, ob man das gut findet oder nicht, einfach, weil Politik nunmal von Menschen gemacht wird, die auch "religiöse" Motivationen haben, egal ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht. Ja, ich bin für ein strikt säkularen Staatswesen. Und engagiere mich dafür auch politisch. Aus "religiösen" (ich würde sagen: "kulturellen" ) Motiven. Unter andern. Und schon heißt "Religion" oder "Politik" hier wieder was anderes als im Absatz davor oder im Absatz davor.

Langer Rede kurzer Sinn: ich rate, die Begriffe "Politik", "Religion", "Kultur" etc. pp. nicht zu pauschal zu nutzen sondern immer im Zusammenhang differenziert zui klären. sonst versteht der nächste etwas ganz anderes, als man eigentlich gemaint hatte, einfach, weil sich beim Empfänger ein anderer Aspekt dieses Begriffes in den Vordergund schob als der, den der Sender im Kopf hatte, als er das Wort benutzte...

Viele Grüße
HB



Dieser Beitrag wurde insgesamt 7 mal editiert. Das letzte mal 28.01.2010, 11:01 von Hellblazer.


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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 29.01.2010, 08:51 Beitrag #10   
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OT:


Zitat:
Dieser Beitrag wurde insgesamt 7 mal editiert. Das letzte mal Gestern, 11:01 von Hellblazer.


ich will auch eine editierfunktion :D


Gnothi Seauton

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Kein neuer Beitrag Hellblazer , 29.01.2010, 12:34 Beitrag #11   
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Musstu Aettling werden - there are some privileges for registered members... ;-)

Grüße
HB


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Kein neuer Beitrag carola , 29.01.2010, 13:26 Beitrag #12   
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was war mit dem Forum los...Kam seit gestern nicht auf die Seite,...

aber dennoch etwas später auch meine Meinung zum Thema:

Ich denke, ihr habt alle recht…und eben auch wieder nicht ….alles eine Sache von Definition und Interpretation, Herausgreifen von Teilaspekten und einer unterschiedlichen Rezeption von Begriffen im wissenschaftlichen und alltagssprachlichen Verständnis.

Wann immer man sich die Begriffe Religion und Politik in einschlägigen Werken zu Gemüte führt, findet man jeweils kleinste gemeinsame Nenner, ansonsten die Aussage, dass es keine eindeutige wissenschaftlichen Definitionen gibt und dass in unterschiedlicher Tiefe und Breite unter diese Begriffe subsumiert wird, was dann wiederum zu den verschiedenen Standpunkten führen kann………….und so kann man trefflich streiten…

Wenn man aber nun in befriedigender Weise über diese Begriffe reflektieren und diskutieren möchte, wäre es IMO sinnvoll, sich die Begriffe zunächst als solche kurz zu definieren.

Ein Vorschlag von mir:

Religion - Hier hat der Religionswissenschaftler H. von Glasenapp folgende Definition gewagt:

“Religion ist der im Denken, Fühlen und Handeln betätigte Glaube an das Dasein übernatürlicher, persönlicher oder unpersönlicher Mächte, von denen sich der Mensch abhängig fühlt, die er zu gewinnen oder zu denen er sich zu erheben trachtet.” (H.v.Glasenapp, Die nichtchristlichen Religionen)

wobei der Ansatz, der bei einigen indigenen Stämmen noch heute vorhandene Glaube an einen Urheber aller Dinge sei die wahre Quelle aller Religion, (Religio = Rückbindung) zugrunde liegen könnte und die Religion somit vom Begriff der IDEOLOGIE (s. auch Marxismus etc., Versprechen „goldener Zeitalter“) abgegrenzt werden kann.

Die Ausübung von Religion, der Grad der Gewichtung der Religion bei einzelnen Menschen oder in Gesellschaften, die sich in der Religiosität und des Glaubens und damit auch im Handeln dieser Menschen oder Gruppen ausdrückt, nimmt natürlich Einfluss auf das persönliche Fühlen und Denken und somit auf das Verstehen und Handeln.

Aber ist das dann auch politisch?

Politik – dieser Begriff stammt aus dem Griechischen und aus der Zeit, in der die Städte anfingen, Macht- und Wirkfaktoren zu werden und bezeichnet alle Angelegenheiten, die die Stadt (polis) betreffen. Die „alten“ Germanen machten somit im Sinne dieser ersten Definition demnach noch lange keine Politik, weil sie in weiten, zumindest nördlichen, Teilen bis ins späte Mittelalter nicht städtisch organisiert waren und die Machtstrukturen ohnehin andere waren.

Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert:“ P. bezeichnet jegliche Art der Einflussnahme und Gestaltung sowie die Durchsetzung von Forderungen und Zielen, sei es in privaten oder öffentlichen Bereichen.“

Die Faktoren Macht, Herrschaft, Konflikt, Friede sind Begriffe, die gemeinhin dem Oberbegriff Politik zugeordnet sind. Welcher aber, oder ob überhaupt, im Mittelpunkt von Politik steht, ist auch unter Fachleuten bis heute nicht geklärt – und hängt meines Erachtens auch immer vom jeweiligen gesellschaftlichen Gebilde ab, innerhalb welchem der Begriff Politik unter bestimmten Gesichtspunkten diskutiert wird.

Übertragen wir nun die Vorstellung von der Polis und den Angelegenheiten, die in ihrem Sinne geregelt werden (müssen) auf die Religion, dann müssen wir der Religion überall dort, wo sie kraft ihres Inhaltes und ihres in gesellschaftlich relevanten Umfanges auftretenden Vorkommens politische Bedeutung zumessen, da sie in der Regel Einfluss auf das Denken und Fühlen und Handeln der Menschen, und damit auf die Gemeinschaft, nehmen will – und dies umso mehr, wenn sie Inhalte postuliert, die ganz klare Aussagen zum Sinn des Lebens und zu Lebensge- und verboten macht. In diesem Sinne muss man einem neuheidnischen Dachverband vielleicht keine politische Bedeutung beimessen, politisch ist er aber doch.

Bin ich deshalb aber als Neuheide in jedem Fall auch politisch, und zwar auch im Sinne der Wirksamkeit, aber zunächst wenigstens im Sinne der Definition? Hier antworte ich mit einem klaren JAIN .
1. Ich bin als religiöser Mensch zunächst nicht politisch, weil ich mit meiner Hinwendung zu bestimmten Gott- oder Wesenheiten und meiner Verehrung selbiger nicht im Sinn habe, Einfluss jedweder Art auf Gesellschaft und „polis“ zu nehmen.
2. Ich kann aber durchaus politisch wirken, weil ich durch mein Sein, mein Fühlen und Denken und somit auch im Handeln und Sprechen sehr wohl Einfluss nehme, unweigerlich, auch wenn mein Wirkprinzip in der Größenordnung einer homöopathischen Dosierung stattfindet – frei auch nach dem Motto, dass aus einem Tropfen ein Ozean werden kann und dass steter Tropfen den Stein höhlt.
3. Und ich werde gewiss politisch, wenn ich mit meiner Art zu denken, zu fühlen, zu verehren – und ggf. auch abzulehnen - sehr wohl Einfluss nehmen möchte. Das gilt IMO auch, wenn eine Trennung von „Kirche“ und Staat so ausgeprägt ist wie in unserem Lande und somit das Spirituelle und Religiöse oft eine Sache nicht für den All-tag, sondern für die „freie“ Zeit ist.
4. Ganz weit runtergebrochen ist das rein Spirituelle somit für mich originär nicht politisch und macht schon gar nicht Politik. Aber in dem Moment, in dem sich mit der Ausübung der Spiritualität in meinem Selbst etwas verändert und ich dieses neue Selbst nach außen trage und mit ihm meine Umwelt beeinflusse (n kann), werde ich gewollt oder nicht zumindest gesellschaftspolitisch tätig.

So sehr ich also auch in Verfolgung dieses „freds“ hier rein gefühlsmäßig Wirrlicht recht gebe, und ihn auch verstehe, unterm Strich, angewendet auf die heutige Wahrnehmung der „polis“ und ihrer Sache, muss ich auch bei weitester Auslegung der Begriffe Politik und Religion Heiden, die einen Dachverband gründen wollen, als Menschen betrachten, die zwar nicht vorhaben, Politik zu machen (und es auch als solches wohl nicht tun), die aber gleichwohl politisch handeln, in welche politische bzw. gesellschaftliche Richtung auch immer.

Liebe Grüße
Carola



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Kein neuer Beitrag Hjalmarr , 29.01.2010, 14:37 Beitrag #13   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 20.08.2007, 19:49
 
 
@WirrLicht:


WirrLicht hat folgendes geschrieben:

(...)
ok,das war jetzt irgendwie polemisch. mag daran liegen, das ich mir hierbei irgendwie angegriffen vorkomme. so wie sturmauge das formuliert ist es bei mir nicht: "sondern haben Asatru-sein als unsere "Lebensgrundlage" gewählt - also rund um die Uhr". (...)

vielleicht hab ich dazu zu viel von diesem "illuminatus"- zeug und chaosmagiekram gelesen, um in so starren paradigmen zu leben.


Zitat:
abgetrennt von der Mitwelt kaum Sinn macht und mein Asatru-Weltbild mein gesellschaftliches Handeln ständig beeinflusst...


das fände ich für mich eine ganz schreckliche vorstellung, (...)



Sorry! Also angreifen wollte ich dich ganz sicher nicht! :-/ Das ist das Problem mit Forendiskussionen... . Eigentlich war ich wirklich nur erstaunt/verwundert, über das was du geschrieben hast.

Ich seh das eher wie die krächzende Krähe:


Die Krähe hat folgendes geschrieben:
In diesem Sinn ist "Politik" alles, was das Gemeinwesen betrifft, also nicht nur die staatslenkerischen Angelegenheiten, sondern auch das Verhältnis verschiedenen Gesellschaftgruppen untereinander, ihren Widerstreit und ihre Koalitionen sowie ihre jeweiligen Abgrenzungen und Ziele.


Ich glaube unsre Differenz liegt darin, dass ich Asatru eher als Kultur, Weltanschauung, Denk- und Lebensweise verstehe und ich damit etwas mache, was mit einer Privat-Eso-Ebene nicht annährend (und mit Religion falsch) beschrieben wäre. Was nicht heißt, dass ich nicht "spirituell unterwegs" wäre, aber diese Spiritualität ist in meiner "Öffentlich-Gesellschaftsebene". ;-)

Oder um es frei mit Hannah Arendt zu sagen: Die Tätigkeit 'Spiritualität' gehört m.E. zum Handeln (und nicht zum Arbeiten oder Herstellen - ist m.E. also zwischenmenschlich). Handeln und Sprechen bedarf "die Anderen", ist somit "politisch" und ist was Identität - bzw. überhaupt Personen - konstituiert.

Dass "Religiösität" Privatsache ist, kann ich mit mir nicht vereinbaren. Dies ist eine Entwicklung die vor allem im Pietismus u.ä. in der Frühen Neuzeit entstand und die ich viel gefährlicher finde, als öffentlich gelebte Religion. Zwar sind meine Überzeugungen "meine Sache", aber damit nicht zwingend "privat" oder sozial unwirksam. Ob das Private wirklich unpolitisch ist, ist nochmal ne andere Frage.


Zitat:
Eine absolute Gleichsetzung von allen gesellschaftlichen Bereichen, einschließlich den privaten und nicht-öffentlichen, mit der Machtfrage, das ist ein Kennzeichen totalitärer Systeme.


Wenn du "politisch" über Macht definierst, ok. Ich denke allerdings, dass "politisch" nicht unbedingt mit "Machtfragen klären" gleichzusetzen ist. Arendt übrigens sieht, wenn ich sie richtig verstanden habe, die Wurzel des Totalitarismus in einer Vereinzelung und Entpolitisierung (!) der Tätigkeit des Einzelnen, sowie die Beschränkung der Tätigkeit auf Arbeit.

Wenn Spiritualität für mich auch Denk- und Lebensweise ist, dürfte es m.E. einleuchten, dass das zwingend "politisch" ist. Und wenn Religion etwas die Gesellschaft betreffendes ist, ist sie m.E. "politisch".

Ich stell mir grad nen Christen vor der Nächstenliebe nur privat praktiziert. 8-)

Also verstehen wir "Spiritualiät" und "Politik" wohl sehr unterschiedlich. Nix für ungut. ;-)

Aber das war hier glaub eh nicht das Thema, hier gings doch darum, dass religiöse Gemeinschaften "politisch" sind. :pfeif:



Außerhalb Midgards leben nur Tiere und Götter.



Dieser Beitrag wurde insgesamt 5 mal editiert. Das letzte mal 29.01.2010, 15:10 von Hjalmarr.


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Kein neuer Beitrag Hjalmarr , 29.01.2010, 14:43 Beitrag #14   
Usergruppe: DagansVidhri
Registrierung: 20.08.2007, 19:49
 
 
Sorry, wenn ich oben etwas wirr-gehackt schrieb, kam letzte Nacht nicht in den Genuss des Schlafes. :pfeif:


Hellblazer hat folgendes geschrieben:

Langer Rede kurzer Sinn: ich rate, die Begriffe "Politik", "Religion", "Kultur" etc. pp. nicht zu pauschal zu nutzen sondern immer im Zusammenhang differenziert zui klären. sonst versteht der nächste etwas ganz anderes, als man eigentlich gemaint hatte, einfach, weil sich beim Empfänger ein anderer Aspekt dieses Begriffes in den Vordergund schob als der, den der Sender im Kopf hatte, als er das Wort benutzte...


Jepp!



Außerhalb Midgards leben nur Tiere und Götter.



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Kein neuer Beitrag WirrLicht , 30.01.2010, 14:20 Beitrag #15   
Usergruppe: Besucher
Registrierung: 19.08.2008, 09:21
Homepage: http://wirrlicht.twoday.net/
 
 

Hellblazer hat folgendes geschrieben:
Musstu Aettling werden - there are some privileges for registered members... ;-)

Grüße
HB


scherz: neee, so religiöse organisationen sind mir zu politisch

:lol: :mass:



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