Aachen ist eine keltische Gründung

23. Januar 2009 | Von MartinM | Kategorie: Wissenschaft

Durch Ausgrabungen im Aachener Elisengarten konnte nachgewiesen werden, dass schon die Kelten in Aachen siedelten und lebten. Belegen könne man das unter anderem durch Fragmente eines keltischen Glas-Armreifs, der im Grabungsgebiet zwischen Elisenbrunnen und Ursulinerstraße gefunden wurde.

Bislang hatten Historiker und Archäologen zwar vermutet, dass Aachen schon zur Keltenzeit bewohnt war, ein Beweis dafür fehlte aber noch.

Mehr bei “AN online”:Ausgrabung: Sensationsfunde in Aachen

Ergänzung: Archäologie des Elisengartens Aachen (pdf, 2,2 MB)

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5 Kommentare
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  1. Hi!

    Warum bitte soll das Fragment des keltischen Armreifs ein Beweis dafür sein, dass die Kelten in Aachen siedelten und lebten? (So cool ich das auf fände. ;-) )
    Warum zieht keiner in Betracht, dass das Handelsware war?

    Verwunderte Grüße,
    W.

  2. Als erstes: Das Armreif-Fragment ist eindeutig keltisch – nicht etwa provinzialrömisch. Soweit ich es mitbekommen habe, ist es ein Stück eines Armreifes, der fehlerhaft gegossen und dann zum Wiedereinschmelzen in Stücke zerbrochen wurde – wobei offenbar ein Stück daneben ging. Das ist ein starker Hinweis darauf, dass die keltischen Ringe an Ort und Stelle hergestellt wurden.

  3. Hi,

    Hm, den einzigen Vergleich der mir dazu einfiele: Händler auf Gotland schmelzen byzantinische Münzen ein, um Schmuckstücke daraus zu machen. Wenn jetzt irgendwer Jahrhunderte später den Boden der Schmiede ausgräbt und da eine danebengegangene byzantinische Münze fände, würde doch auch keiner davon ausgehen, dass sie da geprägt worden ist. (Okay, blödes Beispiel, aber ich hoffe, es ist klar, was ich sagen will.)
    Na ja, das Beste ist wohl abwarten, bis ernstzunehmende Berichte darüber vorliegen und nicht dieser … öh, enthusiastische Bericht in der AN.

  4. Eine ernstzunehmenderen Bericht – nämlich die offizielle Darstellung der Ausgrabungen im Elisengarten – habe ich nachgetragen.

    Das spätkeltisch Ringfragment besteht aus Glas. So wertvoll der Rohstoff Glas auch in der Antike gewesen sein mag, ein Transport von Glasscherben über größere Entfernung ist sehr unwahrscheinlich.
    Das die Region Aachen keltisch besiedelt war, ist schon lange bekannt. Die nach wie vor offenen Frage ist, ob Aachen selbst eine keltische Gründung ist – wofür der römische Name “Aquae Granni” hindeutet (nach den keltischen Gott Grannus) und die Tatsache, dass das römische Aquae Granni von Anfang an als recht große Siedlung ausgelegt war – was auf eine Vorgängersiedlung hindeutet. Es fehlt aber immer noch ein zwingender archäologischer Beweis – der zerbrochene Glasring ist nur ein Indiz, allerdings ein gutes.

  5. Danke für den Nachtrag!
    Ich hoffe mal, dass der Armreif nicht der einzige keltische Fund bleibt.

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